Montag, 31. Oktober 2016

Hellbound: Hellraiser II - Hellbound: Hellraiser 2 (Unrated) (1988)

http://www.imdb.com/title/tt0095294/

Der zweite Teil der "Hellraiser"-Reihe schließt nahtlos an den Vorgänger an: Nach den grausamen Vorfällen im Haus ihrer Eltern erwacht Kirsty (Ashley Laurence) in der psychiatrischen Klinik von Dr. Philip Channard (Kenneth Cranham). Dieser ist den Geheimnissen des mysteriösen Würfels und der Zenobiten schon seit einiger Zeit auf der Spur, weswegen er großes Interesse an ihrem Fall zeigt. Mit einem grausamen Wiedererweckungsritual holt der Gehirnchirurg Kirstys Stiefmutter Julia (Clare Higgins) zurück ins Leben, die ihm helfen soll, in Bereiche der Hölle vorzudringen, die ihm bisher verschlossen waren. Währenddessen versucht Kirsty mithilfe der Rätsellöserin Tiffany (Imogen Boorman) ihren getöteten Vater aus der Hölle zu befreien...

Im Gegensatz zu dem etwas kammerspielartigen "Hellraiser" kommt die Fortsetzung "Hellbound: Helraiser II" viel verspielter, fantasievoller und vor allem (was man kaum glauben mag) brutaler um die Ecke. Es ist deutlich zu merken, dass versucht wurde so viele Ideen wie möglich in den Film zu packen, was die Handlung ein wenig wirr und vor allem weniger stringent als im ersten Teil erscheinen lässt. Es gibt auch viel mehr Charaktere, und die Zenobiten haben mehr Screen-Time als beim Vorgänger. Auch kommt eine große Portion Fantasy dazu und die Gore-Effekte sind teilweise sehr krass - sogar für heutige Maßstäbe.

Und diese Special Effects, die sich auf Menschen bzw. Zenobiten beziehen sind wirklich herausragend, vor allem wenn man die Zeit bedenkt, zu der dieser Streifen gemacht wurde. Ein wenig Staub angesetzt haben allerdings die frühen Effekte, in denen man versuchte, endlos lange Tunnel zu zeigen, Lichter tanzen zu lassen, gigantische Labyrinthe zeigte oder sich 'Leviathan' am Horizont manifestiert. An diesen Effekten ist die Zeit leider nicht stehen geblieben, allerdings schmälert es den Horror von "Hellbound: Hellraiser II" keineswegs. Der Film ist ein ganzes Stück flotter erzählt als "Hellraiser" und es passiert dermaßen viel das es nie langweilig wird. Die Schauspieler machen allesamt einen guten Job. Claire Higgins ist mal wieder großartig als böse Stiefmutter, Kenneth Granham als Arzt ohne Grenzen ist aber mindestens genau so gut. Der "Shakespeare"-Schauspieler kam übrigens zu dem Film weil sein Enkel ein so großer Fan des Originals ist und seinem Großvater sagte, er möge bei der Fortsetzung mitwirken. Die sechzehnjährige Imogen Boorman als Tiffany ist eine großartige Wahl in der Besetzung gewesen. Mit ihrem etwas stoisch wirkenden Blick und sie ist wirklich bezaubernd und verstörend zugleich. Auch Sean Cunningham ist als Frank wieder mit an Bord und Doug Bradley als Pinhead darf wieder grandiose Einzeiler zum besten geben.

Selbst die anderen Zenobiten bekommen etwas mehr Aufmerksamkeit geschenkt. So erfährt man zum Beispiel was eigentlich ihr Schicksal ist/war. In diesem Moment ist der Film - man mag es kaum glauben - sogar kurz mal etwas rührend, bevor es dann ans finale Eingemachte geht. Clive Barker war im zweiten Teil "nur" Produzent des Streifens, was dem Film sicherlich gut getan hat. Regisseur war dieses Mal Tony Randel. Das der Film nicht immer den perfekten Look hat könnte an den Budget-Kürzungen liegen. Claire Higgins hatte nach dem zweiten Teil keine Lust mehr auf weitere "Hellraiser"-Filme und weil Pinhead so gut ankam, wurde er in den Fortsetzungen zur zentralen Figur. Das war dann sicher auch eine gute Idee, aber nach dem zweiten Teil hatten sich Innovation und Phantasie zum großen Teil bereits erschöpft. Ungeschnitten ist aber "Hellbound: Hellraiser II" ein sehenswertes, ekelhaft-blutiges und teilweise herrlich überbordendes Splatter-Märchen, welches dem Vorgänger in punkto Horror in kaum etwas nachsteht.

7,5/10

Von KINOWELT erschien der Film Uncut und Unrated in HD im "2-Disc Limited Uncut Edition" Mediabook. Die "Black Edition" ist trotz relativ hoher Limitierung von 3.000 Stück schon seit langer Zeit ausverkauft.