Sonntag, 30. Oktober 2016

Hellraiser - Hellraiser: Das Tor zur Hölle (Unrated) (1987)

http://www.imdb.com/title/tt0093177/

In einem Laden im Orient stößt Frank (Sean Chapman) auf ein uraltes Ornament, das angeblich Zauberkräfte besitzt und ihm völlige sinnliche Erfahrung verspricht. Zu Hause angekommen schafft er es mit dem Würfel ein Tor in die Welt der Zenobiten zu öffnen, welche ihn zu sich, in eine andere Dimension ziehen. In das leere Haus zieht wenig später sein Bruder Larry (Andrew Robinson) mit seiner Frau Julia (Clare Higgins) ein. Durch einen Tropfen Blut schafft es Frank sich langsam wieder zu materialisieren, doch er braucht mehr Blut um wieder ein Mensch zu werden. Dazu kontaktiert er Julia, mit der er hinter Larrys Rücken ein Verhältnis hatte. Mit ihrer Hilfe werden nun Männer auf den Dachboden gelockt, dann getötet und das Blut wird für Frank zum Lebenselixier. Doch dann geschieht ein Missgeschick und der Würfel gerät in die falschen Hände, woraufhin sich das Tor in die fremde Dimension wieder öffnet und die Zenobiten wieder Zugang zur Erde haben...

"Hellraiser", ein Meilenstein des Horrorgenres mit zur damaligen Zeit sensationellen Splattereffekten. Die Story basiert auf Clive Barkers Roman "Das Tor zur Hölle" ("The Hellbound Heart"). Wer Barker kennt, weiß das hier ein literarischer Meister und Doktor der Philosophie am Werk ist, der wunderbar mit Worten umgehen kann und Idole wie Edgar Allan Poe und vor allem H.P. Lovecraft mit der Neuzeit und auch mit Brachial-Horror verbindet. Natürlich war es nur eine Frage der Zeit, bis die Idee aufkam, Barkers stark visuell erzählte Geschichten auf die Leinwand zu bringen und mit "Hellraiser" tat der Meister das dann sogar persönlich.

Herausgekommen ist ein 80er-Jahre Horrorfilm, der zwar einige Längen beim Betrachten aufweist, aber mit den besten Spezieleffekten, den fürchterlichsten Kreaturen und einigen bis heute sehr krassen Splatter-Effekten aufwartet. Ähnlich schön abartig sind Maske und Make-up der Zenobiten geraten. Phantasievoll wie überzeugend wurde Wunde auf Wunde geschlagen, hier was zugenäht, da was eingehakt und über all dem thront natürlich der ehrfurchtgebietende Pinhead. Zudem ist die Musik von Christopher Young atmosphärisch und sehr gut geraten, was besonders auf die fast schon ikonisch gewordene Titelmelodie zutrifft. Noch populärer ist natürlich der Zenobit Pinhead (Doug Bradley), den auch viele Leute kennen, obwohl sie noch keinen "Hellraiser"-Film sahen.

Und apropos Doug Bradley: er ist als Pinhead großartig und avanciert schon hier zu einer Horrorikone wie Robert Englund oder Kane Hodder. Man sollte "Hellraiser" jedoch nicht nur auf Pinhead reduzieren, die anderen Rollen wie Frank, Larry oder Julia sind ebenso beachtenswert und vermitteln eine spannende Geschichte um Begierde, Hass und Verrat. Gerade Claire Higgins punktet als böse Stiefmutter mit Dostojewski'scher Schuld & Sühne, Verrat & Tiefgang, Andrew Robinson als Frank Cotton spielt herrlich einnehmend und Sean Chapman ist genau so unheimlich wie er sexy und abgebrüht herüberkommt. Lediglich Ashley Laurence als eigentliche Hauptfigur Kirsty ist in dieser Riege an Darstellern sympathisch, aber leider etwas farblos. Das ist vergessen ab dem Moment, wo sich die Welten leicht verschieben, die Farben der Bilder sich ändern und die Pforten zur Hölle geöffnet werden, bis man Pinhead sagen hört: "We have so much sights to show you!"

Clive Barkers wirkungsvolles Regie-Debüt verschafft damit dem Zuschauer auch heute noch spielend leicht ein mulmiges Gefühl und kann sich mit seinen Effekten noch heute sehen lassen, sowie sicher einigen damit den Magen umdrehen. "Hellraiser" genießt völlig zu Recht seinen Kultstatus; er gehört wohl zweifellos zu den besten Horrorfilmen der 80er Jahre.

8/10

Von KINOWELT erschien der Film Uncut und Unrated in HD im "2-Disc Limited Uncut Edition" Mediabook. Die "Black Edition" ist trotz relativ hoher Limitierung von 3.000 Stück schon seit langer Zeit ausverkauft.