Samstag, 31. Mai 2014

The Conjuring - Conjuring: Die Heimsuchung (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1457767/

‘Endlich ausreichend Platz!’ sagt sich die Großfamilie um Mutter (Lili Taylor) und Vater (Ron Livingston), als sie das abgelegene Farmhaus in New England beziehen. Doch anscheinend sind sie nicht allein: Eine fremde und zunehmend böse Macht wohnt mitten unter ihnen und macht ein normales Leben unmöglich. In ihrer Verzweiflung wenden sie sich an das renommierte Pärchen Ed (Patrick Wilson) und Lorraine Warren (Vera Farmiga), die als Fachleute auf dem Gebiet der Geisteraustreibung gelten. Doch ihre anfängliche Souveränität weicht der puren Angst, als sie bemerken, mit welch bösen Kräften sie es hier zu tun haben.

James Wan, der Erfinder der äußerst lukrativen aber nach seinem Abgang als Regisseur immer schlechter werdenden "SAW"-Reihe hat seit ein paar Jahren seinen Gefallen an altmodischen Gruselfilmen ohne den "SAW"-typischen Splattereffekt gefunden und zieht diese Linie konsequent durch. Angefangen hat alles mit dem recht gelungenen Puppen-Horror "Dead Silence" der zwar noch die ein oder andere genretypische Schwäche aufweisen konnte, aber schon da zeigte sich, wohin die Reise gehen soll.

Ein paar Jahre später sollte er dann mit dem ziemlich erfolgreichen "Insidious" dem zur Zeit ziemlich florierenden "Spukhaus"-Horrors einen sehr guten Vertreters des Genres abliefern und damit auch sehr erfolgreich sein. Kein Wunder also dass eine Fortsetzung beschlossene Sache war. Und auch bei "The Conjuring" bleibt er seiner eingeschlagenen Linie treu und verbeugt sich mit seiner sehr zurückhaltenden und langsamen Inszenierung vor den großen Klassikern. James Wan läßt sich bei allem sehr viel Zeit und setzt um Spannung aufzubauen in der ersten Hälfte des Films auf die typischen Taschenspielertricks wie knarrenende oder zu schlagende Türen und Fenster, langsame Kamerafahrten durch lange, dunkle Flure und dem ein oder anderen leisen Wispern.

Mehr passiert im Grunde auch nicht. Und genau das ist der Pluspunkt! Wans Filme haben es gar nicht nötig, mit anderen Horror/Splatterstreifen um die Wette zu eifern. Hier darf man sich noch über "Kleinigkeiten" erschrecken und gruseln und bekommt auch eine gelungene (wenn auch nicht neue) Geschichte geboten die Genretypisch passend in den siebzigern angesiedelt ist. Da der Film natürlich Handlungstechnisch nicht viele Überraschungen zu bieten hat, sollte man darüber auch garnicht erst sprechen, aber wer den ein oder anderen Gruselhaus-Film gesehen hat weiß, worum es geht.

Da der Film aber atmosphärisch so gut gemacht ist, und er zum Ende hin auch an Fahrt gewinnt ist man dennoch nie gelangweilt und wird mal wieder sehr gut unterhalten. "The Conjuring" war nun noch erfolgreicher als "Insidious" und bekommt natürlich auch eine Fortsetzung spendiert. Hoffentlich auch unter Wans Regie und natürlich mit seinem mittlerweile Stamm-Horrorfilm-Darsteller Patrick Wilson!

7,5/10

Zusammen mit dem zweiten Teil in einer exklusiven und limitierten Steelbook-Edition erschienen:

Freitag, 30. Mai 2014

The Wolf Of Wall Street (2013)

http://www.imdb.com/title/tt0993846/

The Wolf of Wall Street basiert auf der gleichnamigen Autobiographie des Börsenmaklers Jordan Belfort, der im Film von Leonardo DiCaprio verkörpert wird. Das Wall-Street-Drama widmet sich dem Aufstieg und Fall des New Yorker Brokers. Der Millionär Jordan Belfort war in den 1990ern in krumme Börsengeschäfte und einen Korruptionsskandal verwickelt. Der Broker wurde 1998 unter anderem wegen Geldwäsche und Wertpapierfälschung angeklagt und musste anschließend für 22 Monate ins Gefängnis. Außerdem führte er mit seinen Broker-Kollegen ein ausschweifendes Partyleben und hatte ein ernsthaftes Drogenproblem.

Bis zu diesem Film wusste ich nichts über Jordan Belfort. Nach diesem Film, der sicherlich vieles ausschmückt, war ich völlig geflasht und werde diesen Namen sicher nie mehr vergessen. Von Leonardo DiCaprios darstellerischen Glanzleistung mal ganz zu schweigen ist "The Wolf Of Wall Street" ist einfach nur ein sehr gut gelungener und realitätsnaher Film.

Martin Scorsese versteht es wieder einmal in beeindruckender Weise den Zuschauer zwar mitzunehmen und hinter den Vorhang schauen zu lassen, schafft es aber dennoch die ethische Bewertung des Gesehenen komplett dem Zuschauer zu überlassen. Er verzichtet hierbei erfreulicherweise auf jegliche Art von herhobenem moralischem Zeigefinger zugunsten einer überspitzt zynisch wirkenden Erzählweise, die es sogar temporär schafft einem Scheiße als Gold zu verkaufen. Denn bisweilen vergisst man während des Film, dass Jordan ein unerträgliches Arschloch ist, dass locker jeden von uns über den Tisch ziehen würde nur um weiter seine Pillen zu bekommen. Trotz der schonungslosen Darstellung der Geschäftspraktiken und der unerträglichen Vergnügunssucht von Jordan, über die man sich normalerweise bis zum Blutspucken aufregen würde, macht er uns zu mitwissern, ja fast schon zu Komplizen, in dem er Jordan auf sozialer Ebene als Totalversager zeigt.

Leonardo DiCaprio macht - wie schon angedeutet - seine Sache wieder einmal mehr außerordentlich gut. Leonardo spielt die Rolle des Jordan Belfort so überzeugend, dass er mir alles hätte andrehen können. Sein Meisterstück ist wohl die Szene im Countryclub, die meines erachtens auch vom Stil die gelungenste ist. Es scheint so, als wären er und Scorsese ein wahres Dreamteam Hollywoods. Aber selbst Jonah Hill hat mir hier außerordentlich gut gefallen. Die weiteren Nebendarsteller machen ihre Sache glaubwürdig und gut, bleiben aber (sicher auch drehbuchbedingt) im Schatten der Hauptperson. Die Geschichte selbst gibt aber auch soviel her, dass "The Wolf Of Wall Street" locker ohne überflüssiges Drama zurecht kommt, trotz der enormen Lauflänge nie ermüdet und dem Zuschauer regelmäßig einen Kick gibt.Dazu kommen ab und an kleine Werbeeinblendungen und beinahe "real gefilmt" wirkende Szenen, die die Story immer wieder auflockern.

Hervorzuheben ist noch die Kameraführung in Verbindung mit der nahezu perfekten Songauswahl, die ebenfalls ihren Teil dazu beträgt, dass man schockierendes sieht, es aber nicht als solches reflektiert. Scorsese erzählt hervorragend einen Ablauf in zwei verschiedenen Perspektiven und überrascht den Zuschauer. Zudem wird verdeutlicht, wie ein Drogenrausch einen blenden und hindern kann. Trotz der Geldgier und seines Missverhaltens, wirkt Jordan niemals unsympathisch, er strotzt geradezu vor Genialität und das macht ihn so gefährlich.

Gekonnt inszeniert Scorsese den Aufstieg und den Fall von Jordan Belfort während DiCaprio sowohl als Figur und auch persönlicher Erzähler sein Übriges tut und und kurz und knapp schildert, wie es zu beidem gekommen war. Ein klasse Kniff von Scorsese. Ich mag es einfach, wenn der Film "einfriert" und sich eine Person in die Kamera wendet und erklärend reflektiert. ich mochte das schon in "Fight Club" und diversen anderen Streifen.

Fazit: Ein schockierender und gleichzeitig faszinierender Film über die Auswüchse des Kapitalismus der es schafft genau zu beobachten, ohne zu bewerten. Lug, Betrug und das schlechteste unserer Existenz zu offenbaren, ohne uns moralisch wirklich damit zu konfrontieren. Ein Film der erstaunlicherweise Spass macht, obwohl es thematisch eigentlich nichts zu lachen gibt. Ein Film wie ein Paradoxon. Einfach gut gemacht und toll gespielt und somit ein unglaublich vielseitiges Meisterwerk um die Gier, die Drogen und das große Geld. Und das Ende ist besonders toll.

9/10

In einer "Limited Edition" erschien der Film auch im geprägtem Steelbook:

Mittwoch, 28. Mai 2014

Il Buono, Il Brutto, Il Cattivo - The Good The Bad And The Ugly - Zwei glorreiche Halunken (Director's Cut) (1966)

http://www.imdb.com/title/tt0060196/

Ein mysteriöser Fremder (‘Blondie’ Clint Eastwood - der Gute), der skrupellose Setenza (Lee Van Cleef - der Böse) und der mexikanische Revolverschütze Tuco (Eli Wallach - der Hässliche) sind auf der Jagd nach einer Geldkassette. Inhalt: 200.000 Dollar. Die drei Desperados haben untereinander nichts gemeinsam - werden aber zu Komplizen, wenn es die Situation erfordert. Doch jeder verfolgt nur ein Ziel: Die Geldkassette. Und keiner von ihnen ist bereit zu teilen.

Ganze Bücher sind über diesen stilprägenden Western geschrieben worden. Und ebenso über die geniale Filmmusik. Sergio Leone und Ennio Morricone, eines der großen Dreamteams der Filmgeschichte. Mehr als bloße Arbeitskollegen, gab es eine tiefe Verbundenheit und innige Freundschaft zwischen den beiden italienischen Meistern. Auf dieser Basis entstanden so Werke von so symbolträchtiger Größe, dass man beim ersten Bild oder beim ersten Ton in einen ganzen Strudel von Erinnerungen gezogen wird.

Sergio Leones Klassiker von 1966 ist eines der Urgesteine schlechthin, das dem Genre Italo-Western, oder auch Spaghetti-Western, zum Durchbruch verhalf. Leone hatte es zwei Jahre zuvor mit dem ersten Teil seiner Dollar-Trilogie "Für eine Handvoll Dollar" begründet. "Zwei glorreiche Halunken", so der deutsche Titel, der Abschluss der Reihe, bietet all dievorher so sorgsam zurechtgelegten Zutaten nun  in Perfektion, die hunderte Nachfolger mehr oder weniger erfolgreich wieder aufgriffen: Extrem-Close-Ups, Antihelden, auf den Kopf gestellte Westernwerte, ein Dreier statt Zweier-Finale und die illusionslose, brutale Filmsprache. Sie sorgten beim Publikum sofort für Riesenerfolg, während die Kritik die Nase rümpfte und den innovativen Stil nicht richtig einordnen konnte (oder wollte). Eine Filmrevolution, die an der Kinokasse stattfand und nicht in den Kritiken. 

Clint Eastwood wurde dadurch zur Legende, seine Figuren des wortkargen namenlosen Fremden sind Kult und Kopierfolie bis heute. Ganz groß ist wieder einmal die akustische Begleitung aus der Feder von Ennio Morricone. Seine Stücke entwickelte er zusammen mit den beiden anderen Soundtracks der Trilogie nicht nur zu einem neuen Stil und prägte somit ein ganzes Genre, sondern brannte sich derart in die Popkultur ein, dass sie in den 70er und 80er Jahren sogar für Werbespots im Kino genutzt wurden. Eine derart unvergessliche Melodie mit gerade einmal zwei Noten zu bilden und bestimmte Instrumente den Figuren zuzuordnen grenzt fast schon an Wagnersche Ausmaße. Er kombinierte klassische mit folkloristischen Elementen und Soundschnipseln aus der Natur mit Tierlauten und Werkzeug-Geräuschen. Im Finale wird in enger Verbindung mit Leones Regie dadurch eine Spannung aufgebaut, die so faszinierend wie auf die Spitze getrieben ist. Herausragend an dem gesamten Soundtrack ist die große Intensität. Sie basiert auf der völligen Gleichberechtigung der Musik in Bezug zu Leones Bildern. Die Musik kündigt teilweise bereits an, was eine einzelne Figur spürt oder sagt und wird somit zum wichtigen Charakterisierungsmittel. Dies war ein völlig neuer Ansatz, den die beiden Ausnahmetalente zwei Jahre später in ihrem Jahrhundertwerk "Spiel mir das Lied vom Tod" in opernhafter Weise perfektioniert haben.

Der letzte Film der Dollar Trilogie ist mir vermutlich deshalb in Erinnerung geblieben, da die Charaktere auch endlich ein wenig Menschlichkeit einsehen lassen. Zu bemerken ist auch der spöttische Humor in der ganzen Geschichte, der einfach zu jeder Zeit unterhält. Dabei spielt sich niemand als Held auf und es ist dem Zuschauer überlassen mit welchen Halunken er jetzt mitfiebert, dabei ist die Geschichte von Tuco eine gelungene Abwechslung zu den Wortkargen Antihelden aus den vergangenen Filmen. Nicht nur die Handlungstränge sind ausgeklügelter auch der Western hat viele moderne Ansätze und traut sich einfach mehr als die wegweisenden Vorgänger. Die Gefühle werden endlich vom Film getragen, es ist einfach keine bloße Beseitigung von emotionslosen langweiligen Störenfrieden mehr.

Sergio Leone macht schon zu Beginn klar, wer die Hauptcharaktere sind. Clint Eastwood ist der Gute und damit der abgeklärteste und zynischste Typ im Wilden Westen. Eli Wallach ist der Hässliche, ein Schlitzohr ohne Gleichen, natürlich immer in einem mehr oder weniger lockeren Bündnis mit dem Guten oder wahlweise dem Bösen, der von Lee Van Cleef verkörpert wird und dessen Darstellung der deutsche Titel schon irgendwie verschweigt. Schließlich geht es im Endeffekt um drei Halunken, von denen einer weniger glorreich ist, den Titel aber verdient. Allesamt sind ausgekocht, stets auf den eigenen Vorteil aus und jagen nach den vergrabenen Dollars. Dieser Italo-Western, an dem sich alle anderen messen lassen müssen ist so legendär, wie die Darstellung von Clint Eastwood. Meine Lieblingsszenen im Film sind die letzten beiden, ab dem Moment, indem Eastwood zu dem jungen Soldaten geht und den Poncho entdeckt. Dann als Tuco über den Friedhof läuft und "L’estasi dell‘oro" erklingt, von da an erlebe ich Gänsehautfeeling pur. Diese Szene kombiniert mit dem finalen Duell in diesem kreisförmigen Arena-Gelände zählt für mich einfach zu den besten der Filmgeschichte. Hier zeigt Leone ganz großes Kino. Hierfür wurde Kino gemacht, das ist pure Kinomagie. Film in reinster Perfektion.

Ganz klar einer der besten Filme aller Zeiten, glänzt "Il Buono, Il Brutto, Il Cattivo“ sowohl mit einem grandiosen Hauptdarsteller-Trio, als auch mit der phänomenalen Filmmusik. Abschließend bleibt mir nur noch zu sagen: "Es gibt zwei Arten von Filmen in der Welt, solche die Meisterwerke sind, und solche die keine sind. Der Film ist eines."

10/10

Endlich, endlich... gibt es den legendären Director's Cut neu und in 4K abgetatstet und in nahezu perfekter Bild- und Tonqualität zu kaufen. Unsere Nachbarn in Großbritannien haben noch dazu eine "Limited Edition" im Steelbook herausgebracht:

Montag, 26. Mai 2014

Ratatouille (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0382932/

Remy ist eine Ratte in Paris, aber anders als seine Artgenossen findet er keinen Geschmack an Abfall und Bio-Müll. Nein! Remy hat einen ausgesprochen feinen Geschmackssinn und weiß, welche Glücksgefühle gutes Essen auch für seine Artgenossen zaubern könnte. Er träumt davon ein großer Koch zu werden und kochen zu können wie sein Vorbild Auguste Gusteau. Eines Tages findet er sich im Restaurant Auguste Gusteau wieder, der leider vor kurzem verstorben ist. Mittlwerweile befindet sich das Restaurant in der Hand des ehemaligen Sous-Chefs Skinner, der aus Gusteaus Namen noch so viel Profit wie möglich schlagen will. Auch der junge Küchenhelfer Alfredo Linguini muss in dem Restaurant schuften. Als Alfredo Remy entdeckt, erkennt er denssen Intelligenz und auch seine Fähigkeit zu kochen. Beide beschließen als Team zusammen zu arbeiten und bald sind ihre Kreationen der letzte Schrei unter den Gourmets von Paris. Doch würden sie jemals akzeptieren, dass ihre feinen Köstlichkeiten von einer ehemaligen Kanalratte zubereitet wurden?

Selten schafft es ein Film das Lebensgefühl von Paris wirklich einzufangen und bildhaft wie emotional widerzugeben. PIXAR hat mit "Ratatouille" bewiesen, dass dies keine unlösbare Aufgabe ist, denn allein die Stimmung des Films ist beinahe unvergleichlich. Optisch ist der Film wirklich ein Augenschmauß, mit vielen kleinen Details. Der Film sprüht einfach nur so vor Charme und hat eine tolle Atmosphäre. Neue Ideen, neue Charaktere und eine sympathische Ratte wirbeln über die Leinwand. Brad Bird, der Regisseur, kreiert eine universelle Fabel über Familie, Freundschaft und die Verfolgung von Zielen im Leben und meint selbst dazu: "Wenn man es schafft, dass die Zuschauer etwas glauben, was grundsätzlich unglaubwürdig ist - das ist die Magie eines Films." Die Musik spielt dabei natürlich eine immense Rolle, doch ohne liebreizende Charaktere wäre sie nur fades Beiwerk und könnte nicht überzeugen. Zusammen vereint ergeben all diese Zutaten ein wunderbar-einfaches Gericht, das sehr kinderfreundlich ist und so manches Vorurteil über Bord wirft, denn selten hat das Schicksal einer gewöhnlichen Ratte so berührt.

Ein wunderbarer Animationsstreifen, der einmal mehr zeigt, zu was PIXAR in der Lage ist. Feiner Humor für die Kleinen und Großen, tiefsinnige Aussagen und witzige Unterhaltung so gekonnt unter einen Hut zu bringen, ist schon ganz grosses Kino. Langeweile kommt hier bestimmt nicht auf.  Charmant, witzig und voller toller Einfälle wird hier eine spannende Geschichte rasant erzählt. Ein absolut liebevoller und warmherziger Wohlfühlfilm, der sich wunderbar dazu eignet einfach mal abzuschalten und in die Animationswelt von Pixar einzutauchen.

9/10

Sonntag, 25. Mai 2014

[SERIE] Enterprise, Season 04

Die vierte und letzte Staffel der vorerst letzten "Star Trek"-Serie wartet mit einigen guten Folgen auf. Einigen sehr guten sogar und man wundert sich, warum es die Serie nicht über vier Staffeln hinaus geschafft hat: meiner Ansicht nach war das Potential durchaus da.

http://www.imdb.com/title/tt0572240/
4.1 Sturmfront – Teil 1 (Storm Front, Part 1)
Im Orbit der Erde stellt die Crew der Enterprise fest, dass sie 200 Jahre in die Vergangenheit gereist ist. Allerdings ist die Geschichte manipuliert: Die Nazis haben im zweiten Weltkrieg New York besetzt. Doch nicht nur die Enterprise ist in der falschen Zeit gelandet: Auch die Reptilianer Ghrath und Vosk versuchen, in ihre Zeit zurückzugelangen. Archer erfährt, dass er die beiden unbedingt von ihrem Vorhaben abhalten muss, da sonst die gesamte Zukunft verändert wird... - 7/10

http://www.imdb.com/title/tt0572241/
4.2 Sturmfront – Teil 2 (Storm Front, Part 2)
Archer vereinbart mit Vosk die Übergabe von Mayweather und Trip, die Gefangene der Deutschen sind. Im Austausch möchte Vosk sämtliche Ressourcen der Enterprise, um einen Kanal in seine Zeit zu bauen. Captain Archer stellt fest, dass der gefangene Trip sich immer noch in den Händen der Deutschen befindet, da Vosk ihm Silik ausgeliefert hat. Zusammen mit einer Widerstandstruppe macht er sich auf, Trip aus dem Lager zu befreien... - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0572216/
4.3 Zuhause (Home)
Die Enterprise kehrt auf die Erde zurück, und die Crew wird überall gefeiert. Auch Captain Archer wird für seine Verdienste geehrt und trifft dabei seine alte Liebe Erika wieder, die mittlerweile selbst Captain ist. Doch die vergangenen Ereignisse lassen Archer nicht los: Der vulkanische Botschafter lastet ihm an, dass die Crew der Seleya gestorben ist. Bei einer Befragung über diese Vorkommnisse rastet er aus und wird deshalb in den Urlaub geschickt... - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt0572179/
4.4 Borderland (Borderland, Part 1)
Die Augments, ein von Dr. Soong erschaffenes Volk, kapern ein klingonisches Schiff und töten die Besatzung. Soong, der mittlerweile im Gefängnis sitzt, erklärt sich bereit, der Enterprise bei der Suche nach den Augments zu helfen. Auf ihrer Reise wird die Enterprise von Orions angegriffen. Die entführen einige der Crewmitglieder und verkaufen sie als Sklaven. Captain Archer macht sich mit Soong auf, seine Crew aus den Händen der Orions zu befreien... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0572193/
4.5 Cold Station 12 (Cold Station 12, Part 2)
Soong und seine Kinder, die Augments, nehmen Cold Station 12 ein. Dort wollen sie die restlichen Embryonen stehlen, um ihre Familie zu vergrößern. Captain Archer versucht, das mit Hilfe von Phlox zu verhindern, doch beide werden von Soong gefangen genommen. Zusammen mit seinen Kindern und den restlichen Embryonen flieht Soong von Cold Station 12 – nicht ohne vorher einen tödlichen Virus freizulassen, der in kürzester Zeit sämtliches Leben vernichten kann... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0572248/
4.6 Die Augments (The Augments, Part 3)
Der Wissenschaftler Soong möchte auf einem abgelegenen Planeten die von Cold Station 12 gestohlenen Embryonen genetisch verändern und aufziehen – doch Malik, eines seiner Kinder, lehnt sich dagegen auf und setzt Soong als Anführer ab. Malik verfolgt von nun an seine eigenen grausamen Pläne: Er möchte einen Krieg zwischen Menschen und Klingonen anzetteln, indem er einen ganzen Planeten verseucht und es den Menschen in die Schuhe schiebt... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0572255/
4.7 Der Anschlag (The Forge, Part 1)
Auf die Botschaft der Erde auf Vulkan wird ein Anschlag verübt, bei dem Admiral Forrest ums Leben kommt. Soval kommt an Bord der Enterprise und bringt V’Las, den Chef des Oberkommandos, sowie Stel, den Chefermittler des Sicherheitsdirektorats, mit. Die beiden Vulkanier verdächtigen die Andorianer, den Anschlag verübt zu haben, um einen Konflikt zwischen der Erde und Vulkan zu provozieren. Archer wird daraufhin von V’Las beauftragt, die Sache zu untersuchen... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0572176/
4.8 Zeit des Erwachens (Awakening, Part 2)
Archer und T’Pol finden nach einer gefährlichen Wanderung durch eine vulkanische Wüste die Syrranniten, die beschuldigt werden, die Botschaft der Erde auf Vulkan gesprengt zu haben. Die Syrranniten behaupten jedoch, dass sie die wahren Lehren von Surak – dem Vater der vulkanischen Philosophie – verfolgen würden. Zu dieser Gruppe gehören auch T’Pau – die Hauptverdächtige für die Anschläge auf die irdische Botschaft – sowie T’Pols Mutter T’Les... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0572222/
4.9 Kir’Shara (Kir’Shara, Part 3)
V’Las ist entschlossen, die Andorianer anzugreifen, um einem Angriff der imperialen Garde zuvorzukommen – Kuvak ist skeptisch. Archer hat indessen ein altes Artefakt in einem Wüstenversteck der Syrranniten gefunden. Es handelt sich um die so genannte Kir’Shara mit den Originalschriften von Surak, dem Vater der vulkanischen Logik. Archer macht sich zusammen mit T’Pol und T’Pau auf den Weg, die Kir’Shara in die vulkanische Hauptstadt zu bringen, um so einen Krieg zu verhindern... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0572195/
4.10 Daedalus (Daedalus)
Emory Erickson, der Vater des Transporters, kommt mit seiner Tochter Danica an Bord. Er plant, ein Experiment mit einem neuen Transporter durchzuführen. Im Zuge der Vorbereitung bemerkt Trip, dass irgendetwas faul ist: Die Aufgaben, die ihm Emory überträgt, sind eigentlich völlig unnötig. Archer setzt ihm die Pistole auf die Brust und erfährt, dass Emory seinen Sohn Quinn, der in dieser Region beim Test eines Transporters verschwunden ist, zurückholen möchte... - 6,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0765592/
4.11 Beobachtungseffekt (Observer Effect)
Zwei fremde körperlose Wesen sind in Reed und Mayweather geschlüpft, um die Menschheit zu beobachten. Hoshi und Trip kehren indes von einem Planeten zurück – Trip hat sich mit einem Virus infiziert. Die beiden kommen sofort in die Dekontaminationskammer. Es stellt sich heraus, dass die fremden Wesen die Reaktion der Mannschaft auf das neuartige Virus beobachten. Bald kann Phlox das Virus identifizieren, doch er findet keine Möglichkeit, Hoshi und Trip zu retten... - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0572178/
4.12 Babel (Babel One, Part 1)
Shrans Schiff wird angegriffen und die Crew daraufhin von der Enterprise aufgelesen. Shran berichtet, dass er von Tellariten attackiert wurde. Archer, der den tellaritischen Botschafter Gral zu einem neutralen Planeten namens Babel befördern soll, ist skeptisch. Er soll auf Babel einen Handelsstreit zwischen den Tellariten und den Andorianern zu schlichten versuchen. Als die Enterprise von einem andorianischen Schiff angegriffen wird, glaubt Archer, dass etwas faul ist... - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0572264/
4.13 Vereinigt (United, Part 2)
Trip und Reed befinden sich immer noch in der feindlichen Drohne. Die unbekannten Feinde, möglicherweise Romulaner, wollen scheinbar einen Krieg zwischen den Andorianern und den Tellariten provozieren. Archer versucht, eine Allianz zwischen den beiden Völkern zu bilden, um diese Verbrecher zu finden und einen Krieg zu verhindern. Bei einem Kampf mit Shran gelingt es ihm, diesen zu überwältigen. Aber statt ihn zu töten, schlägt er ihm lediglich einen Teil einer Antenne ab... - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0572246/
4.14 Die Aenar (The Aenar, Part 3)
Die Crew findet mit Hilfe der Daten, die Reed und Tucker an Bord der ferngesteuerten Drohne gesammelt haben, heraus, dass das Schiff von der Ferne durch das Gehirn des Piloten gesteuert wird. Shran lässt die Daten von Wissenschaftlern auf Andoria untersuchen und bekommt die Bestätigung, dass die Gehirnwellenmuster von einem Aenar, einer Unter-Spezies der Andorianer, stammt. Archer und Shran begeben sich daraufhin auf die Oberfläche von Andoria, um die Aenar aufzusuchen. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0572174/
4.15 Die Heimsuchung (Affliction, Part 1)
Trip hat sich auf die Columbia versetzen lassen und versieht dort unter Captain Hernandez seinen Dienst. Phlox wird indes von Fremden von der Enterprise entführt. Die Entführer bitten ihn, ein Virus zu untersuchen, das ihre Rasse tötet. Die Fremden erweisen sich als Klingonen, die unter Führung von General K’Vagh und dem Arzt Antaak alles tun, um dieses Virus zu bekämpfen. Phlox stellt fest, dass Spuren der DNA von Augments zu finden sind... - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt0572203/
4.16 Die Abweichung (Divergence, Part 2)
Bei der Entführung von Phlox haben die Klingonen die Subroutinen der Enterprise manipuliert, sodass Trip von der Columbia zurück auf die Enterprise beordert wird, um die Reparaturen vorzunehmen. Sein Transfer geschieht bei einem riskanten Manöver bei Warpgeschwindigkeit. Mit einem weiteren gewagten Trick repariert Trip die Subroutinen und die Enterprise kann wieder selbstständig normal fliegen. Phlox weigert sich indes weiterhin, klingonische Augments zu erzeugen... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0572180/
4.17 Die Verbindung (Bound)
Auf dem Weg in das Berengarius-System trifft die Enterprise auf ein Schiff der Orion. Dessen Captain Harrad-Sar möchte einiges mit Captain Archer besprechen. Archer hofft, eine Art Frieden mit den Orion schließen zu können und bittet Harrad-Sar auf sein Schiff. Als Gastgeschenk bringt der drei reizende Frauen mit, die einen Tanz vorführen und sich auch sonst als sehr anhänglich erweisen. Da die drei offenbar Sklavinnen sind, gewährt ihnen Archer Asyl auf der Enterprise... - 7/10

http://www.imdb.com/title/tt0572219/
4.18 Die dunkle Seite des Spiegels – Teil 1 (In A Mirror, Darkly, Part 1)
Im Spiegeluniversum hat die Menschheit die meisten der benachbarten Spezies unterjocht und verfügt bereits über eine beachtliche Flotte. Dem so genannten terranischen Imperium droht dennoch der Fall, denn die Rebellen machen es den Besetzern mehr als schwer. Die Enterprise unter dem Kommando von Captain Forrest soll sich mit der Flotte treffen, um eine Rebellion niederzuschlagen, als der erste Offizier Archer eine Meuterei anzettelt... - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0572220/
4.19 Die dunkle Seite des Spiegels – Teil 2 (In A Mirror, Darkly, Part 2)
Archer hat das Kommando auf der Defiant übernommen. T’Pol, die an der Rebellion beteiligt war, arbeitet heimlich weiter gegen Archer und dessen Pläne. Hoshi stellt indes fest, dass das Reich im Parallel-Universum nicht existiert, sondern lediglich eine Föderation der Planeten. T’Pol und Soval, die sich mittlerweile verbündet haben, versuchen mit allen Mitteln, Archer zu stoppen, doch dem gelingt es, Sovals Schiff kampfunfähig zu schießen... - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0572200/
4.20 Dämonen (Demons, Part 1)
Auf der Erde findet einen Konferenz über die Zusammenarbeit der verschiedenen Planeten statt. Jedoch gibt es eine terroristische Gruppe namens „Terra Prime“, welche von John Frederick Paxton angeführt wird. Deren Mitglieder wollen jeglichen Kontakt zu außerirdischen Spezies stoppen und alle Fremden von der Erde vertreiben, sodass die Menschheit wieder die Erde für sich hat. Inzwischen finden T’Pol und Trip heraus, dass sie eine Tochter haben – jedoch war T’Pol nie schwanger... - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0572245/
4.21 Terra Prime (Terra Prime, Part 2)
Paxton hat T’Pols und Trips Kind entführt, weil er verhindern will, dass der Säugling die menschliche Rasse für immer verseucht. Seine Organisation Terra Prime stellt ein Ultimatum, dass alle Nicht-Menschen innerhalb von 24 Stunden das Sonnensystem zu verlassen haben. Um seiner Drohung Nachdruck zu verleihen, droht er, die Zentrale der Sternenflotte zu zerstören. Archer und seine Crew nehmen die Verfolgung auf, auch um Trip und T’Pol aus Paxtons Händen zu befreien... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0572260/
4.22 Dies sind die Abenteuer (These Are The Voyages)
Riker hat psychische Probleme und erhält von Troi den Rat, sich Aufzeichnungen von den Missionen der ersten Enterprise anzusehen. Auf dem Holo-Deck sieht er, wie die Enterprise zur Erde zurückkehrt, zuvor jedoch einen Abstecher macht, um Shrans Tochter aus den Händen von Außerirdischen zu befreien. Riker versetzt sich in das Programm und spielt den Koch, bei dem sich alle Besatzungsmitglieder ihre Sorgen von der Seele reden... - 6,5/10

Leider leider war die Serie an dieser Stelle vorbei. Zu wenig Einschaltquoten trotz einiger richtig guter Folgen. Wobei man sagen und sehen kann, dass in Season 4 die Luft noch lange nicht raus war. Die vierte staffel setzt sich aus vielen Doppel- und Dreifachfolgen zusammen und lässt dem Zuschauer kaum Zeit um Luft zu holen. Allerdings ist die vielgelobte Spiegelfolge ("In A Mirror Darkly") meiner Ansicht nach völlig fehl am Platz. Gut, man konnte darauf in späteren Folgen, in der sich vielleicht beide Univeren gekreuzt hätten, nicht weiter ausbauen, aber es war ein für mich zu harter Schnitt, von der "normalen" Crew auf die Spiegelcrew von jetzt auf gleich umzuschwenken. Alles in allem hinterlässt die vierte Season einen zwiespältigen Eindruck und das trotz der spannenden Folgen. Vielleicht lag es aber auch an dem ziemlich blöden Staffelfinale, dass zwar mit einigen netten und auch rührseligen Momenten aufwarten kann, aber objektiv betrachtet ein Fehlgriff war.

Los Últimos Días - The Last Days (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1935914/

Die Menschen werden von einer unergründlichen Angst befallen, ins Freie zu gehen. Verlassen sie geschlossene Räume, sterben sie an purer Panik. Es herrscht Ausnahmezustand – die Straßen sind leergefegt, alle Versorgungswege zusammengebrochen. In diesem Chaos begibt sich Marc über Tunnelsysteme auf die Suche nach seiner Freundin Julia. Tief unter der Stadt herrscht das Recht der Stärkeren. Doch er ist bereit, alles zu riskieren ...

Nach dem mittelmäßigen Weltuntergangthriller "Carriers" greifen die Pastor-Brüder wieder den Abstieg unserer Zivilisation auf. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn eine mehr symbolisch als logisch nachvollziehbare Agoraphobie-Epidemie lässt die Menschen in geschlossenen, unterirdischen oder eben nur geschlossenen Räumen hausen. Jeder Schritt hinaus in die übrige Welt ist mit tödlichen Panikattacken verbunden. Marc, ein Computer-Programmierer, ist das egal. Er will seine schwangere Freundin finden und macht sich auf zu einer Schnitzeljagd durch U-Bahntunnel, Kauf- und Wohnhäusern, in einer gesetzlosen Stadt.

Gut, dieses Mal sind es keine Aliens oder gierige, blutrünstige Zombies, die in der Hölle des Überlebens hausen, sondern, wenn überhaupt, geht die Bedrohung dieses eine Mal von der Menschheit selbst aus. Das Überleben in derAbschottung ist allerdings genauso wenig Thema des Films, wie seine angedeutete Reflexion unnatürlicher Lebensweisen der Stadtbevölkerung. Die zivilisationskritische Prämisse wird nicht vertieft, sie ist lediglich der Rahmen für eine hoffnungsvolle und -suchende Odyssee zweier Männer.

Ist in der ersten Hälfte des Films das Szenario auch tatsächlich bedrohlich und klaustrophobisch, so plätschert der Streifen im weiteren Verlauf vorhersehbar und  schon sehr klischeehaft vor sich hin. Seine gut angesetzten dramatischen Elemente verkommen zum Ende hin zu einem verschnulzten, unfreiwillig-komischen Spiel. Welches allerdings prächtig aussieht. Das geringe Budget von 5 Millionen Dollar dieser spanischen Produktion wird sehr talentiert benutzt. Setting und Kamera sind erste Sahne und bringen so manch einprägsam-schauriges Bild hervor.

Aber das Bild ist nur Stilmittel, hier geht es mehr um Emotion, Hoffnung und den Zusammenhalt von Menschen, was meiner Meinung nach auch sehr gut umgesetzt wurde. Die beiden Hauptprotagonisten wachsen einen ans Herz und machen ihrDing. Mal ein Film dieses Genres ohne bitteren Nachgeschmack - ist ja auch mal was.

Troptzdem: am Ende bleibt bleibt leider "nur" ein optisch reizvolles Endzeithorrorthrillerdrama ohne CGI-Getöse übrig.

Eher bedächtig und in der Gewaltdarstellung zurückhaltend erzählt, das dem Geschehen ein überraschend optimistischen Blick gönnt.

6,5/10

Cabin Fever 3: Patient Zero (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2102496/

Während eines Junggesellenabschieds auf einer Yacht in der Karibik legt die Party-Gesellschaft an einer mysteriösen geheimnisvollen Insel an. Kurz nachdem sie dort eine verlassene Forschungsstation entdeckt haben, zeigen manche von ihnen plötzlich Symptome eines fleischfressenden Virus. Auf der verzweifelten Suche nach einem Heilmittel stoßen sie auf einen ominösen Doktor und seinem einzigen Patienten. Diese beiden könnten ihre Rettung - oder ihr endgültiges Verderben sein...

Eli Roth sorgte "Cabin Fever" für frischen Wind im Horrorgenre. 7 Jahre später erschien "Cabin Fever 2", der allerdings dermaßen schäbig ausfiel, dass selbst Regisseur Ti West sich nach einigen Auseinandersetzungen mit den Produzenten von der endgültigen Schnittfassung distanzierte. Regisseur Kaare Andrews dürfte ein ähnliches Schicksal erspart bleiben, sein "Cabin Fever: Patient Zero" ist wieder ein Schritt in die richtige Richtung. Er nimmt (fast) jeglichen Fäkalhumor aus der Reihe, der den Vorgänger so unerträglich plump machte und liefert den bisher düstersten Teil der Reihe ab. Was er hingegen übernommen hat, sind genretypisch Charaktere, die dem Zuschauer nahezu am Arsch vorbeigehen.

So schlimm wie in Teil 2 ist es zwar nicht, dennoch werden auch in "Cabin Fever 3" wieder einmal größtenteils  nichtssagende Protagonisten präsentiert, die sich, kamen sie mit dem hautzerfressenden Virus erst einmal in Berührung, sehr zu ihrem Nachteil verändern. Zwar muss man sich ein wenig gedulden (die erste Hälfte des Films hätte man wohl um die Hälfte kürzen können), wenn der Virus sich später dann aber durch die Körper frisst, gibt es einmal mehr Effekte zu sehen, die stellenweise herrlich widerwärtig geraten sind. Da hat die Make Up-Abteilung wieder gute Arbeit geleistet, was man vom Drehbuchautoren nicht behaupten kann. Zwar werden zwei parallel ablaufende Handlungsstränge erzählt, die später dann gar nicht so dumm zusammengeführt werden, trotzdem hängt es, wie so oft, an vermeidbaren Logikschwächen und nicht nachvollziehbarem Verhalten mancher Charaktere. So ist es zum Beispiel einer Wissenschaftlerin offensichtlich wichtiger, im Labor mit High Heels und rausgestrecktem Vorbau rumzulaufen als darauf zu achten, ohne Schutzanzug vielleicht auf den Kontakt mit Infizierten zu verzichten.

So könnte man noch lange weitermachen, allerdings sieht man sich so einen Streifen ja wegen dem Bodyhorror an. In diesem Punkt kann "Cabin Fever 3" dann auch überzeugen, obwohl man manchmal schon ganz genau hinschauen muss, spielen sich die meisten Splattereien doch in arger Finsternis ab. Nach Teil 2 eine positive Überraschung.

6/10

Von TIBERIUS FILM erschien die Reihe in einem auf 2.000 Stück limitierten MetalPak als "6-Disc Limited Collector's Edition". Diese beinhaltet alle Teile auf Blu-ray und zusätzlich eine Bonus-DVD.

Samstag, 24. Mai 2014

Cabin Fever 2: Spring Fever (Unrated) (2009)

http://www.imdb.com/title/tt0961722/

Die Killerbakterien sind wieder da und diesmal sind sie im städtischen Trinkwasser gelandet... Die tödliche Brühe wird auch rechtzeitig zum kleinstädtischen College-Abschlussball fertig und findet, zusammen mit einigen anderen Körperflüssigkeiten, ihren Weg in die Bowle. Die Auswirkungen bekommen die spaß- und sexhungrigen Teens schon nach einigen Schlucken zu spüren: Bald ist die blutgetränkte Tanzfläche rutschiger als eine Eisbahn. Deputy Winston erkennt die brenzlige Lage, riegelt die Schule ab und postiert seine Scharfschützen. Ab jetzt lauert nicht nur draußen der sichere Tod, auch drinnen ist die Lage nicht eben entspannt. Die wenigen noch nicht Infizierten müssen zusehen, ob und wie sie ihre Haut vor ihren matschbeuligen Mitschülern retten.

Das Erstlingswerk von Ti West. "Cabin Fever 2" beginnt amüsant und schafft es sogar, einen direkten Anschluss an den ersten Teil herzustellen. Leider fährt er im späteren Handlungsverlauf all sein Potential blindlings gegen die Wand und bleibt was er sein will: eine halbgare Mischung aus Komödie und Horror, mit blutigen Gore-Szenen und skurrilen Comicsequenzen. Bei weitem nicht mehr ganz so gut wie der erste Teil, unspannend und vor allem sehr (beinahe schon extrem!) blutig - und auch noch ein ganzes Stück perverser. Der Film nimmt sich zum Glück auch nicht ernst und hat nebenbei noch ein paar Charaktere zu bieten, die nicht völlig neben der Spur stehen. Auch schert er sich auch nicht vor ein paar kompromisslosen Aktionen und ist somit weit weniger konventionell und auf "Sicherheit" bedacht, als noch der erste Teil. Bleibt aber - schon aufgrund der strunzdummen Dialoge - gerade so Mittelmaß.

4,5/10

Von TIBERIUS FILM erschien die Reihe in einem auf 2.000 Stück limitierten MetalPak als "6-Disc Limited Collector's Edition". Diese beinhaltet alle Teile auf Blu-ray und zusätzlich eine Bonus-DVD.

Cabin Fever (Director's Cut) (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0303816/

Party, Pot und Poppen: Paul, Karen, Marcy, Jeff und Bert haben den College-Abschluss in der Tasche. Zur Belohnung starten sie zu einer einwöchigen Mega-Fete in einer einsamen Holzhütte. Doch was keiner der Teenager ahnt: Im Gehölz lauert der Tod. Ein fleischfressender Virus hat sich in der Abgeschiedenheit eingenistet. Als ein infizierter Jäger Blut spuckend Hilfe bei dem Partyvölkchen sucht, geraten die Kids in Panik. Mit Knüppeln und Fackeln jagen sie den kranken in die Flucht. Jetzt haben sie es nicht nur mit einem tödlichen Virus, sondern auch mit einer Horde rachsüchtiger Hinterwäldler zu tun.

Als schon am Anfang "And The Road Leads To Nowhere" (von David Hess) aus dem Autoradio ertönt und eine Gruppe von absoluten Stereotypen bei einer Redneck-Tankstelle hält um einzukaufen wird klar mit wie viel Liebe zum Genre Roth seinen Film gedreht hat. So drückt man auch gerne mal beide Augen zu, wenn die Handlung selbst in den Hintergrund gerät bzw. viel zu lange braucht um endlich ins Rollen zu kommen. So können sich Genrefans in der ersten Hälfte des Films an der herrlich nostalgischen Inszenierung erfreuen und in der zweiten Hälfte an dem splattrigen Blutbad, dass sich, zum Glück, nicht ernst nimmt ("Ich lebe!!") und deswegen Spaß macht. Auch wenn sich dabei vieles wiederholt und dem Film in letzter Konsequenz der Sprit ausgeht, so entlässt er uns dennoch mit einem hämischen Grinsen im Gesicht. "Cabin Fever" ist kein wirklich guter Gruselfilm, aber eine spaßiger Body-Horror und eine Hommage an alte Klassiker der durch seine Kreativität und seine Originalität überzeugt, denn auch wenn die Charaktere Stereotypen sind und sie sich auch so verhalten, so ist die Idee einer Bedrohung von "innen", hier noch erfrischend anders und ermöglicht am Ende sogar so etwas wie ein kleines paranoides Kammerspiel.

6,5/10

Von TIBERIUS FILM erschien die Reihe in einem auf 2.000 Stück limitierten MetalPak als "6-Disc Limited Collector's Edition". Diese beinhaltet alle Teile auf Blu-ray und zusätzlich eine Bonus-DVD.

Freitag, 23. Mai 2014

The Colony (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1160996/

Nach Anbruch einer neuen Eiszeit hatten sich die wenigen Überlebenden in kleine Kolonien unter der Erde zurückgezogen, von denen jetzt nur noch Kolonie 5 und 7 besiedelt sind. Kolonie 7, angeführt von Briggs (Laurence Fishburne), erwehrt sich weiterhin frostiger Kälte, Hunger, Isolation und Krankheit. Die prekäre Situation verschärft sich noch als sie ein SOS-Signal von Kolonie 5 erreicht, denn Briggs entschließt sich zu einer gefährlichen Expedition dorthin. Sein alter Waffenkamerad Mason (Bill Paxton) will ihn davon abhalten, das Leben der Gruppe aufs Spiel zu setzen. Wie sich herausstellt, aus gutem Grund: ihr Ziel erreichend entdecken sie eine weitaus unmenschlichere, grausamere Bedrohung als sie sich je hätten vorstellen können...

"The Colony" ist ein stimmungsvoller B-Horrorfilm mit guten Schauspielern, einem anspruchsvollem Setting und ein paar netten Effekten. Der Crossover aus diversen Genren dürfte sowohl Science-Fiction-, Endzeit- als auch Horror- und Splatterfilmfans ansprechen und obwohl die Story an sich sicher schon tausendmal verfilmt wurde (spontan erinnert mich das alles ein wenig an "30 Days Of Night"), so ist "The Colony" ein Film mit guter Spannung und kurzweiliger und teils recht blutiger Unterhaltung. Leider - so muss ich sagen - merkt man ganz deutlich den harten Schnitt zu etwa der Hälfte des Films und der Streifen fällt zurück in altbekannte Splattermuster, ohne jedoch an die guten atmosphärischen Momente der ersten Hälfte anknüpfen zu können. Ganz sicher also kein Reißer der einen Ehrenplatz im Regal verdient hätte, aber sicher ein Film, den man ab und zu mal einlegen kann.

6,5/10

Donnerstag, 22. Mai 2014

Cry_Wolf (2005)

http://www.imdb.com/title/tt0384286/

Belüge Deine Freunde und töte Deine Feinde! - Das sind die Regeln des Liar's Club an der Westlake Internats-High School. Die Mitglieder spielen ein gefährliches Spiel, bei dem sie intrigieren, manipulieren und sich gegenseitig aufeinander hetzen. Doch einer von ihnen geht zu weit: Er erfindet den Serien-Killer "The Wolf", der angeblich auf dem Campus sein nächstes Opfer sucht. - Per E-Mail verbreitet sich diese Lüge an der ganzen Schule. Doch alsbald wird aus dem Spass blutiger Ernst. Der Killer schlägt wirklich zu...

"Cry_Wolf" ist ein recht solider Slasher, der zwar immer wieder mal seine kleinen Längen hat, aber dennoch die ganze Zeit über ganz gut zu unterhalten vermag. Das Ende, wie übrigens auch den meines Erachtens (und für einen Slasher) guten Soundtrack/Score empfand ich als sehr gelungen. Nett auch der Twist am Ende. Man denkt, man hätte die Lösung und dann kommt doch noch alles anders als erwartet. Er befreit den Film zwar nicht von allen Logiklöchern, doch immerhin kommt er nicht all zu plump und unglaubwürdig daher. Für das Genre einer der hochwertigeren Vertreter. Sehr schön gemacht und unterhaltsam.

6,5/10

TRON: Legacy 3D (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1104001/

Nachdem Kevin Flynn (Jeff Bridges) für 20 Jahre in der digitalen Welt Tron gefangen war, trifft er nun in TRON: LEGACY überraschend auf seinen mittlerweile erwachsenen Sohn Sam (Garrett Hedlund). Sam untersuchte den Ursprung eines merkwürdigen Signals, das aus der alten Spielhalle seines Vaters kam, als er plötzlich in eine digitale Welt hineingezogen wird, deren Gefangener sein Vater seit zwei Jahrzehnten ist. Unterstützt von der furchtlosen Kriegerin Quorra (Olivia Wilde), begeben sich Vater und Sohn auf eine Reise, die beide in Lebensgefahr bringt und sie durch eine visuell verblüffende digitale Welt führt. Eine Welt, die von Kevin Flynn selbst erschaffen wurde und sich enorm weiterentwickelt hat – mit bisher unvorstellbaren Fahrzeugen, Waffen, Landschaften und einem skrupellosen Bösewicht, der nichts unversucht lässt, um ihre Flucht zu verhindern...

Na das war doch mal ein Genuss. Hier war so einiges was mir beim alten TRON (was zugegebenermaßen auch halt zeitlich bedingt war) nicht gefallen hat um ein vielfaches besser erneut vorgesetzt. Atemberaubende Optik, unglaublich grandiose Musik von Daft Punk und ein Cybertrip wie er im Buche steht. Doch von Anfang an.

Die Optik ist also nicht mehr so leer und nur geometrisch wie im ersten Teil, dafür technischer, leuchtender, glatter. Die gesamte Computerwelt mit ihren Siliziumbergen, dunklen Straßen, schwarzen Wolkenmassen und die bläulich schimmernde, kalte Stadt bilden eine unglaublich schicke Kulisse. Klinisch, symmetrisch, pulsierend. Reiner Cyberspace; eine grandiose Darstellung von elektronischer, gleichförmiger Computerschönheit. Dazu kommen viele Dinge aus dem Vorgänger (Rüstungen, Luftschiffe, Motorräder), noch einmal wiederverwertet, etwas aufgehübscht und eine zeitgemäß-aufpolierte Bebilderung, die genau die richtige Stimmung macht. Die sehr guten Actionsequenzen tun dazu ihr übriges. Man könnte es beinahe ästhetische Perfektion nennen. Der Wert von "TRON: Legacy" besteht also in erster Linie darin, die " TRON"-Ästhetik endlich mal ausformuliert zu haben. 1982 konnte sie wegen technischer Beschränkungen ja oft nur unvollkommen angedeutet werden.


Dazu kommen synthetische Klänge von Daft Punk, die hämmernd, sphärisch gleitend mit schnellen mit mechanischen, genialen Rhythmen das Computerepos perfekt untermauern. Auch in dieser Sparte hat der Nachfolger "TRON" eindeutig übertroffen. Der Soundtrack untermalt jede Szene perfekt und lässt einem die Welt der Daten und Programme gleich noch einmal etwas wirklicher vorkommen. Allein schon der Anfang des Films, der Aufbau des Rasters, des "Grids" und die Verschmelzung mit der realen Welt ist so unglaublich perfekt inszeniert, dass man Gänsehaut bekommt. Überhaupt ist das Sounddesign eines der besten, was es gibt.

Die Story ist so im Grunde nur schmückendes Beiwerk, frei nach dem Motto "Style over Substance". Aber warum nicht? Wenn es doch so perfekt funktioniert wie hier. Die Atmosphäre ist nämlich durchaus ansprechend dunkel und der Bösewicht hat einen äusserst interessanten Charakter. Selbst die Nebenfiguren können überzeugen. Die Hauptprotagonisten dagegen bleiben etwas blass. Aber erfreulich ist, wie man am Anfang wirklich versucht logisch am Vorgänger anzuknüpfen und einem nicht einfach ein paar halbgare Erklärungen hingeworfen werden. Dazu kommt einige gut choreografierte Action, die einen fesselt und gespannt zusehen lässt. Das 3D ist wahnsinnig gut! Auch wenn der Film beide optischen Möglichkeiten - also auch den "normalen" Film in 2D - voll ausnutzt, so freut man sich über jede 3D-Szene, die meist in der Computerwelt spielen. Dies ist so unglaublich genial gemacht, dass man teilweise richtig in den Cyberspace "fällt". Das dabei wechselnde Format des Films (von 1,85:1 auf 2,35:1) fällt mir nicht störend auf, im Gegenteil. Es ist phantastisch!

Am Ende bleibt ein, von der Aufmachung her typisch auf Style getrimmter Film, welcher durch die schauspielerischen Einzelleistungen, den hervorragenden Sound, den guten Mix aus Retro und modernen Effekten, sowie der überraschend hohen Loyalität zum Original, ein sehr gutes Endergebnis darstellt und den Erstling sopgar übertrifft. Ein Film, welchen man sich auf jeden Fall anschauen sollte. Und das auch, wenn man den originalen Streifen nicht kennt.

8,5/10

Exklusiv bei amazon.de gab es den Film in der 3D-Variante im Disney-Steelbook. Wie so viele Steelbooks aus diesem Hause war das schicke Ding limitiert und ist ausverkauft!

Mittwoch, 21. Mai 2014

D-Tox - Im Auge der Angst (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0160184/

FBI-Agent Jake Malloy (Sylvester Stallone) hat bereits mehrere seiner Kollegen verloren, die Opfer eines grausamen Serienmörders wurden. Als auch seine Freundin Mary (Dina Meyer) diesem Mörder zum Opfer fällt, plagen den Cop furchtbare Schuldgefühle, die er im Alkohol ertränkt. Malloy wird für eine Entziehungskur in ein Therapiezentrum für Polizeibeamte eingewiesen. Doch die therapeutische Zufluchtsstätte wird bald zu einem höllischen Gefängnis, als ein Schneesturm die Klinik von der Außenwelt abschneidet. Ein Patient nach dem anderen wird unter verdächtigen Umständen tot aufgefunden und es wird klar, dass der Serienmörder in der Klinik sein Unwesen treibt.

Der Film ist nicht so schlecht wie sein Ruf und dennoch gibt es wirklich Haufenweise Sachen die man bemängeln muß. Dass der Score in manchen Passagen an einen "Freitag, der 13." erinnert oder dass das Set draußen aussieht wie bei "The Shining" gehört nicht dazu. Wohl aber die typischen Slasherfilm-Ärgernisse! Was treibt den Killer an, warum hat er es ausgerechnet (hauptsächlich) auf Stallones Charakter abgesehen, warum kann der Killer ruhig gehen während die Opfer laufen müssen, warum kann der Killer scheinbar an zehn verschiedenen Orten sein ohne dass es jemanden auffällt (und das ist in diesem Film besonders schlecht gemacht, während andere naß zur Tür reinkommen weil es draußen Schneit, hat der Killer sich schon wieder schön trocken unter sie gemischt) und und und... Hier wird viel zu viel Potential verheizt in einem Film, der ein guter Thriller hätte werden können. Denn auch wenn man mit den großen Namen (hier seien noch Tom Berenger, Kris Kristofferson und Robert Patrick erwähnt) geworben hat, genutzt hat man sie nicht! Trotz dieser (doch recht vielen) Kritikpunkte bleibt aber letztendlich ein kurzweiliger, aber spannungsarmer Thriller übrig, der auch nicht lange im Gedächnis bleiben wird.

5,5/10

Curse Of Chucky (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2230358/

Als Nica (Fiona Dourif) ein seltsames Paket mit einer Puppe erhält, schenkt sie diesem zuerst keine große Beachtung. Sorglos überlässt sie das niedliche Geschöpf ihrer fünfjährigen Nichte Alice, die mit ihren Eltern zu Besuch ist. Kurz darauf kommt Nicas Mutter auf mysteriöse Weise ums Leben. Doch ihr Tod ist erst der Anfang einer grauenhaften Serie blutiger Angriffe: Während die Familienmitglieder in panische Angst verfallen, kommt Nica der Gedanke, dass diese Puppe alles andere als ein harmloses Kinderspielzeug ist ...

...und damit ist es Regisseur, Drehbuchautor und Erfinder Don Mancini tatsächlich gelungen mit dem neuesten Streich der Mörderpuppe einen Horrorstreifen zu drehen, der noch etwas die blutgetränkte Luft der 80er Jahre atmet. "Curse Of Chucky" besitzt Atmosphäre, ist gruselig, hat reichlich bösen Humor und sorgt für die eine oder andere Ladung Blut. Auch die Effekte sind stellenweise sehr old school geraten, vor allem was die Puppe angeht - auch wenn mir das neu animierte gesicht nicht wirklich gefällt. Mancini gelingt es außerdem, die ersten drei Chucky-Filme mit den doch etwas vom Ursprung abweichenden letzten beiden Teilen gut zu verknüpfen. Die letzten paar Minuten dürften für jeden Chucky-Fan ein Fest sein, denn da wird dies besonders deutlich. Ansonsten ist "Curse Of Chucky" ein kurzweiliger, teilweise spannender und mit den gängigen Schockeffekten ausgestatteter Slasher, der sicher kein Meilenstein ist, aber der Horrorreihe wieder mal gut getan hat.

6/10

Cottage Country (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2072933/

In der familieneigenen Hütte mit Seeblock möchte Todd seiner Freundin Cammie den längst überfälligen Antrag machen. Alles scheint perfekt – würde nicht umvermittelt Todds unverschämter Bruder Sal mit seiner grenzdebilen Freundin Masha auftauchen. Der ultimative Heiratsantrag scheint in Gefahr und Cammie verlangt den sofortigen Rausschmiss der ungebetenen Gäste. Doch der Bruderkonflikt eskaliert – und endet mit Sals Enthauptung. Wie viele Leichen auch ihren Weg pflastern: Cammie lässt sich den wichtigsten Moment ihres Lebens nicht versauen!

"Cottage Country" wird immer wieder mit "Tucker & Dale vs. Evil" verglichen. Dabei haben die Filme, wenn man vom gleichen Hauptdarsteller sowie unbeabsichtigten Toten im Wald absieht, kaum etwas gemeinsam. Der Vergleich zu "Very Bad Things" passt da viel eher - nur dass der Film hier nicht ganz so bösartig ist und im Vergleich zum genannten Pendant eher zahm.

Nach einer wirklich vielversprechenden Anfangsphase, die auf kurzweilige Splatter-Comedy hoffen lässt, verzettelt sich Regisseur Peter Wellington in zu vielen Genren, was seinen Film sehr unentschlossen wirken lässt. Splatter, schwarze Comedy, Kriminalfilm, später gar fast schon Beziehungsdrama; Wellington erzählt viel, aber nichts davon konsequent. Die blutigen Szenen sind amüsant, aber an einer Hand abzuzählen, die Gags animieren nur teilweise zum Lachen und spätestens wenn im letzten Drittel der Schwerpunkt auf die Familienkrise gelegt wird, fragt man sich durchaus, in welchem Genre man den Film denn nun einordnen soll. Zu dieser Unentschlossenheit gesellen sich unpassende Momente, z.B. Todds Visionen, in denen er auf den Geist seines toten Bruders trifft.

Obwohl einiges an Potenzial verschenkt wurde, macht der Film dennoch zumindest einen Großteil seiner Laufzeit auch vieles richtig. Die ersten 30 Minuten machen richtig Spaß, vor allem Lucy Punch als Masha und Daniel Petronijevic als Sallinger sorgen mit ihren Sprüchen für gute Laune. Trotz solider Leistungen können Tyler Labine und Malin Akerman da nicht mithalten. Im späteren Verlauf hält der Film auch spannende Momente bereit, bis zum gelungenen Ende bleibt man am Ball, obwohl durch die gegen Ende zu breit ausgewalzte Familienkrise die eigentliche Thematik zu sehr in den Hintergrund gedrängt wird. Hätte man beim Drehbuch eine klarere Linie verfolgt und hätte man die durchaus interessante Ausgangslage besser zu nutzen gewusst, dann hätte das ein richtig guter Film werden können. Hätte, hätte, hätte und so bleibt der Streifen ein solider, ganz spaßiger Film für zwischendurch, aber nicht mehr.

6/10

Dienstag, 20. Mai 2014

[KINO] Godzilla 3D (2014)

http://www.imdb.com/title/tt0831387/

Japan, 1999: Joe Brody (Bryan Cranston) arbeitet zusammen mit seiner Frau Sandra (Juliette Binoche) für ein japanisches Unternehmen als Spezialisten in einem Atomkraftwerk. Hier versucht Joe hinter ein seismisches Phänomen zu kommen, das einem Muster gleich immer häufiger auftaucht. Zu spät kann er das Signal entschlüsseln, und es kommt zu einer verheerenden Katastrophe. 15 Jahre später: Während Sohn Ford Brody (Aaron Taylor-Johnson) in San Francisco mit Frau Elle (Elizabeth Olsen) und eigenem Nachwuchs erfolgreich ein neues Leben begonnen hat und mit dem alten abzuschließen wusste, arbeitet der getriebene Joe immer noch an der Ursachenforschung des Unglücks. Da Joe sich wiederholt in die Sperrzone begeben hat, muss Ford seinen Vater aus der Untersuchungshaft holen. Joe ist überzeugt, dem Grund entscheidend auf die Spur gekommen zu sein. Als er mit Ford in die vermeintliche Gefahrenzone aufbricht und sie an der Ruine des Atomkraftwerks ankommen, trauen sie beide ihren Augen nicht: Das Militär unter wissenschaftlicher Führung von Dr. Ichiro Serizawa (Ken Watanabe) bewacht einen riesigen Kokon, der eine böse Überraschung bereit hält - einen gewaltigen Parasiten. Nachdem dieser auf seiner Vermehrungsmission eine Schneise der Zerstörung nach sich zieht, gibt es für die Menschheit nur noch eine Hoffnung auf Rettung: Godzilla.

Der Riesen-Dino ist wieder da! Nun ja, eigentlich haben wir ja gelernt, dass er eigentlich der Alpha-Predator ist, der einzig und allein dazu da ist, um das Gleichgewicht wieder herzustellen. 'Welches Gleichgewicht?' fragt man sich da unwillkürlich. Sitzt er in der Tiefe und wartet, bis die Menschheit aus purer Blödheit ein gigantisches Monster (oder zwei) erweckt, nur damit er es vernichten kann? Aber fragt man sich das nicht eigentlich immer bei einem solchen Monsterfilm?

Die ersten Minuten des Films begannen richtig klasse und sahen schon beinahe so aus, als würde man hier einen gigantisch guten Blockbuster aufbauen, der neben sympathischen Charakteren (wie bei Emmerichs "Godzilla") auch noch Story hat. Zum Glück hat man das gelassen und sich auf das ursprüngliche Konzept konzentriert, nämlich die Charatere allsamt austauschbar zu gestalten, die Story nur halbwegs einzusähen und sich auf die brachiale Zerstörungsorgie am Ende zu konzentrieren und natürlich den Kampf zwischen Godzilla und Motu. Denn das ist es doch eigentlich, was der geneigte "Godzilla"-Kinogänger sehen will: wie sein Lieblingsvieh alles platt macht. Prinzipiell ist der Film also genauso geworden, wie man es sich erhofft hat. Leider hat er gerade zu Beginn mit einigen Längen zu kämpfen, denn sobald man als Zuschauer bemerkt, dass die Charaktere und die Story nur vor sich hin plätschern, erwartet man man ja den großen Dicken. Und den sieht man eigentlich erst ab der Hälfte des Films und dann auch noch nicht so richtig, nur kurze Szenen, dann wird weggeblendet. Einerseits steigert das ja auch schön die Spannung, nervte mich aber bei einem Film, in dem es eben um ihn geht. Ja, ich fühlte mich geradezu um einen Pay-Off betrogen, als der lang vorbereitete Kampf auf Hawaii dann gar nicht so 'On-Screen' gezeigt wurde. Und dieses Problem wiegt noch schwerer, weil es sich hier doch um eine Art Reboot des Franchise handeln sollte und dieser knuffige Oldtimer für seinen eigenen Film doch ein Quäntchen mehr Screentime oder zumindest eine eingehendere Thematisierung von Seiten der Charaktere verdient hat. Stattdessen verbringt man mehr Zeit mit den beiden überdimensionierten Gegenspielern, welche für ihr lang herbeigesehntes Stelldichein in San Francisco als Vorspiel erst einmal den halben Globus verwüsten.

Es gibt zudem noch haufenweise Referenzen auf andere "Godzilla"-Filme, wenn man nur genau genug hin schaut. Da sind die Zwillinge Emi und Yumi Itō ganz am Rande in einer Sequenz mal kurz zu sehen, das Aquarium in Cranstons altem Haus trägt die (beinahe unleserliche Aufschrift) "... Mothra" und so weiter. Anspielungen auf zahlreiche Katastrophen, welche sowohl durch Naturphänomene als auch durch Menschen verursacht worden sind, sowie eine mystisch überhöhte und, angesichts des hier zur Schau gestellten filmischen Ernstes, recht albern wirkende Naturbotschaft. Und warum der Große mit dem Dackelblick am Ende auch noch als großer Held gefeiert wird, obwohl er mit seinen Mottenkumpels mehrere Städte verwüstet und durch das Auslösen eines Tsunamis wahrscheinlich noch Hunderte Tausende von Menschen auf dem Gewissen hat, entzieht sich meinem Verständnis. Dafür ist die Optik aber durchweg richtig genial. Nicht nur dass die Monster, inkl. dem titelgebenden Viecht hervorragend animiert sind, Regisseur Gareth Edwards spielt auch noch so schön mit Licht, Staub und Schatten, dass einige Szenen tatsächlich im Gedächtnis bleiben. Gerade der 'Halo-Jump' mit den roten Leuchtfackeln war visuell ein Erlebnis.

Und damit komme ich zu den zahlreichen Filmfehlern und völlig unglaubwürdigen Szenen, die... naja. ich glaube, das lasse ich lieber. Ich bespreche ja einen "Godzilla"-Film, da lasse ich mal Logik außen vor. Dafür waren die Sets anspruchsvoll und durch Bryan Cranston's Mitwirken kam immerhin noch ein Schauspieler (neben Ken Watanabe) hinzu, auf den ich sehr gespannt war. Der Mann ist aber auch einfach zu gut, wird aber viel zu schnell 'verheizt'. Der Soundtrack dudelt nebenbei her und geht im Getöse fast völlig unter, hat kein Thema und bleibt nicht im Gedächtnis. Ebenso ist das 3D nicht der Rede wert. Es gibt die eine oder andere Szene, wo es sichtbar ist und auch wirklich eine gute Tiefenwirkung bietet, aber wenn man ganz ehrlich ist, dann ist dieser Effekt völlig obsolet. Allerdings ist das Sounddesign bombastisch - gerade wenn die Monster kämpfen bebt die Erde. Und das wortwörtlich. Alles in allem also 'gut' aufgrund der Technik, einer spannenden ersten halben Stunde und einem fetzigen Finale, wo endlich mal etwas Godzilla-Action geboten wird und vor allem auch zu sehen ist. Ein erwartungsgerechter Streifen, vor allem auch für Fans der Mega-Echse.

7/10

Exklusiv bei amazon.de gibt es den Film in 3D im schicken Steelbook:

Montag, 19. Mai 2014

Mission: Impossible: Ghost Protocol - Mission: Impossible: Phantom Protokoll (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1229238/

Eine gewaltige Explosion erschüttert den Kreml: Ein verheerender Bombenanschlag, der den Frieden zwischen den Weltmächten und damit der gesamten zivilisierten Welt gefährden kann. Für Geheimagent Ethan Hunt (Tom Cruise) bedeutet dieser katastrophale Zwischenfall die bislang brisanteste Mission seiner Karriere. Denn der Kopf der „Impossible Missions Force" wird mit seinem gesamten Team für den brutalen Terrorakt verantwortlich gemacht. Der US-Präsident aktiviert daraufhin das „Phantom Protokoll", das den IMF fortan verleugnet. Sollte es Hunt und seinem Team rund um Jane Carter (Paula Patton), Benji Dunn (Simon Pegg) und dem undurchsichtigen Brandt (Jeremmy Renner) nicht gelingen, die Drahtzieher zu fassen, werden sie für das Attentat verantwortlich gemacht und weltweit als Terroristen gebrandmarkt und gejagt werden. Ohne Unterschlupf, Rückendeckung oder Verbündete führt ihr Weg sie von Prag über Moskau nach Vancouver und Dubai, um dem geheimnisvollen Mann (Michael Nyqvist) auf die Spur zu kommen, der im Hintergrund die Fäden zieht. Doch eines ist klar: eine Mission: Impossible gibt es für sie nicht...

Wieder so ein Kandidat, dessen deutscher Titel völlig sinnfrei vergeben wurde, hat doch der englische Titel genausoviel Zugkraft. Zudem ergibt sich dadurch ein krasser Filmfehler, aber die Werbestrategen werden schon wissen was sie tun... *facepalm*

Okay, nach Brian De Palmas guten "Mission: Impossible"-Einsteig, dem Debakel von John Woo sowie dem dritten Streich von J.J. Abrams stand es nicht wirklich gut um das "Mission: Impossible"-Franchise. Das lag einerseits an der zunehmenden Modernisierung des Genres, sei es duch einen wesentlich besseren James Bond oder einen Jason Bourne, andererseits an Cruise' Image rund um Scientology und seinen "Stauffenberg"-Streifen. Und in der Tat bleibt "Mission: Impossible: Ghost Protocol" rein storytechnisch hinter eben der modernen Doppelbödigkeit der Konkurrenz zurück. Der Plot umschifft nur mit Ach und Krach das "die bösen, bösen Russen"-Klischée und auch sonst hapert es gewaltig. Was den Film dennoch zu einem gelungenen und eventuell zum Zweitbesten nach De Palmas Original macht, sind schlicht Regie, Cast und Locations sowie absolut hervorragende und zudem spannende Action-Einlagen. Brad Bird gibt hier sein Realfilm-Debüt und greift dazu u.a. auf sein Gespür für dynamische Action, Tempo und Spannung zurück, die er schon bei seinen genialen Animationsfilmen von Pixar unter Beweis stellen konnte. Zudem versteht er es sehr geschickt, jedem Charakter die nötige Screentime einzuräumen. Damit rebootet er klammheimlich die bisher immer den allgegenwärtigen Tom Cruise zugeschnittene Reihe und konzentriert sich auch auf das Team um ihn herum.

Dabei harmonieren Paula Patton, Jeremy Renner und Simon Pegg als gleichgestellte Sidekicks wunderbar - und vor allem: sie nerven nicht, sondern tragen gleichmäßig zur Story bei. Gleichzeitig addierte Bird geniale Gadgets und auch die dringend nötige Prise Humor, damit der Streifen insgesamt aus der eher mauen Story doch noch einen Hit macht. Alle Schauspieler haben hier sichtlich Spaß, was den Streifen enorm kurzweilig und temporeich erscheinen lässt. Auch handwerklich überzeugt er auf nahezu ganzer Linie. Neben den exotischen Locations wie den Metropolen Dubai oder Mumbai, der Kreml-Explosion, einem Sandsturm, sowie dem Showdown in einem hochmodernen Parkhaus serviert er hier als absolutes Highlight die (real gefilmte) Cruise'sche Kraxel-Einlage an der Außenfassade des Burj Khalifa, vor dem sich sogar das altgediente Bond-Franchise mal verneigen darf.

Eine der großen Vorteile ist die klassische Kameraführung, die gänzlich auf "Shaky Cam"-Effekte oder sonstigen neumodischen Kram verzichtet, einzig der Sandsturmstört als eindeutiger CGI-Effekt die sonst sehr gut gemachten Special Effects. Alles in allem ist "Mission: Impossible: Ghost Protocol" ein mehr als geglücktes "Beinahe"-Reboot, das das Franchise nicht nur elegant neu ausrichtet, sondern auch in eine zu erwartende Sequel-Zukunft führt. Man wird sehen, Teil 5 ist ja immerhin für 2015 angekündigt.

7,5/10

Exklusiv bei amazon.de gab es den Film in einer Tin-Box mit BD/DVD-Steelbook, Zippo (mit Original-Logo des Filmtitels), Limitierungszertifikat und T-Shirt der Größe L. Tolles Ding: