Montag, 21. August 2017

Conan The Barbarian - Conan 3D (2011)

http://www.imdb.com/title/tt0816462/

Conan (Jason Momoa), der in der mythischen Welt Hyboria beheimatet ist, wurde auf dem Schlachtfeld geboren während seine Mutter starb. Von Kindesbeinen an ist er ein Krieger, aber er muss hilflos mit ansehen, wie sein Vater (Ron Perlman) bei einem Überfall auf sein Dorf grausam getötet wird. Verantwortlich ist der schreckliche Khalar Zym (Stephen Lang), der mit einer geheimnisvollen Maske zum Gott aufsteigen und die Welt seines Untertanen machen will. Conan streift von da an durch das Land, auf der Suche nach Khalar Zym und dessen diabolischer Hexen-Tochter Marique (Rose McGowan). Als er die genauso schöne wie unschuldige Nonne Tamara (Rachel Nichols) kennen lernt, kommt er seiner Rache so nah wie nie zuvor. Denn Khalar Zym braucht ihr Blut, um sein Ziel zu erreichen...

Eines vorweg: die "Conan"-Neuverfilmung hat wirklich nichts, aber auch rein gar nichts mit dem Mythos "Conan" zu tun, der mit Arnold Schwarzenegger in den 80er gefeiert wurde. Nach nun mehr als 27 Jahren findet unter der Regie von Marcus Nispel der Barbar Conan erneut seinen Weg auf die große Leinwand. Und wie es sich für das moderne Kinozeitalter natürlich gehört, in aufbrausendem 3D und ausgestattet mit viel wilden Schnitten, damit man schnell den Überblick verliert. Rasant inszeniert ist das alles also, keine Frage, jedoch treibt "Conan" schon nach einer halben Stunde sauber auf den Sog des massentauglichen Entertainments hin.


Dennoch ist das Remake nicht schlecht, im Gegenteil. Der neue "Conan" zeigt technisch gut gemachte Bilder und viele verschiedene Facetten der Fanatsy-Welt. Um all diese zu zeigen sprintet er zwar von Schauplatz zu Schauplatz, was wahrscheinlich auch der größte Kritikpunkt an diesem Film ist.  Aber so entsteht wenigstens Abwechslung. Ein weiterer Negativ-Punkt könnte sein, dass er sich doch stark von Genre-Nachbarn im Bereich Fantasy inspirieren lässt. Aber "Conan" vermag diese Inspiration immerhin so passend umzusetzten, dass sie sich gut in den Film einpasst. Auch, wenn der neue "Conan" in einigen Punkten deutlich näher an der Vorlage Howards und der Autoren, die "Conan" fortgeschrieben haben ist, kommt er nicht an die Verfilmung von John Milius heran. Besonders vermisst man den genialen und unglaublich stimmungsvollen Soundtrack von Basil Poledouris. Tyler Bates kann da in keinster Weise mithalten. Auch die Dramaturgie hinkt teilweise massiv. Allerdings ist die Geschichte für einen Barbarenfilm völlig in Ordnung. Sword & Sorcery Filme brauchen auch keine epischen Dialoge und Monologe oder ausgefeilte Schauspielkunst. Dafür erwartet man doch ordentlich ausgeführte, derbe, blutige und dreckige Kämpfe. Und da bietet der Film genau das, was man erwarten könnte.


Kurz und gut: "Conan" ist ein relativ gutes Remake mit etwas altbackener Story, der aber versteht, den Zuschauer zu unterhalten. Mit viel Blut und CGI wie es die heutige Zeit beinahe schon vorschreibt, aber okay. Jason Momoa spielt seine Interpretation des titelgebenden Conan so hölzern, dass es schon weh tut, dem Spaß tut dies aber keinen Abbruch. Stephen Lang als Khalar Zym fetzt, Ron Perlman als Conans Vater hat aber immer noch die beste Rolle abbekommen. Sehr oft jedoch stören die allzu weißen Zähne (das ist ein Film über Barbaren!), aber was solls. Man sollte halt nichts Episches oder gar Meilensteinartiges erwarten, aber im Sinne der Wiederbelebung des Barbaren-Genres könnte man dem Film mit Wohlwollen als "gelungen" bezeichnen.

6,5/10

Tequila Sunrise (1988)

http://www.imdb.com/title/tt0096244/

Zu Schulzeiten waren der Drogenhändler Dale "Mac" McKussic (Mel Gibson) und der Polizist Nick Frescia (Kurt Russell) die besten Freunde. Obwohl die beiden Kumpel auf unterschiedlichen Seite des Gesetzes stehen, verbindet sie auch viele Jahre später noch immer eine enge Freundschaft. Mac will seinen letzten großen Deal durchziehen und danach endgültig aus dem Geschäft aussteigen. Als der ehrgeizige DEA-Agent Hal Maguire (J.T. Walsh) von dem geplanten Coup mit dem mexikanischen Drogenbaron Carlos (Raul Julia) erfährt, dem er schon seit einiger Zeit auf den Fersen ist, lockt er Mac geschickt in die Falle. Nick muss sich entscheiden: Schlägt er sich auf die Seite seines alten Freundes oder lässt er Mac in den Hinterhalt des Drogenfahnders tappen? Obendrein konkurrieren die beiden Kumpel um die Gunst der schönen Restaurantbesitzerin Jo Ann Vallenari (Michelle Pfeiffer), wodurch ihre Freundschaft zusätzlich auf eine harte Probe gestellt wird...

"Tequila Sunrise" - ein genialer Name für einen Film, den man nur hören und nicht einmal sehen muss, um ihn im Gedächtnis zu behalten. Die starke Besetzung mit Mel Gibson/Kurt Russell/Michelle Pfeiffer setzt eine Dreiecksgeschichte in einem Cross-Over aus Krimi und Beziehungsdrama um. Gibson ist ein Ex-Drogendealer, dessen Freund seit alten Tagen, Polizei-Lieutenant Kurt Russell, einen Antagonismus bereitstellt. Während sie sich "geschäftlich" in einer Art Patt-Situation gegenüberstehen, beharken sich die beiden um die Sympathie der atemberaubenden Michelle Pfeiffer, die zwischen ihnen steht.

Ja, für diese Frau würde sich manch gestandener Mann zum Narren machen, doch wie der Plot diese Story zeichnet ist viel zu langatmig, dialoglastig und ereignisarm, um richtigen, echten Unterhaltungswert zu generieren. Dazu kommt ständig dieses weichgespülte Saxophon/Synthie-Gedudel im Score, das die Belanglosigkeit noch unterstreicht, mit der inhaltlich zu Werke gegangen wird. Man bekommt den Eindruck, dass sämtliches in dieser Beziehungsgeschichte fehlendes Feuer in den explosiven Showdown der nichtssagenden Kriminalstory gelegt wurde. Bis dahin fehlt es fast völlig an der nötigen Action oder zumindest an bei Stange haltender Spannung. Michelle Pfeiffer ist zwar ein absoluter Hingucker, aber darauf einen zwei Stunden-Plot aufzubauen, war auch schon den Achtzigern keine gute Idee. Mittelmäßig enttäuschend.

5,5/10

Samstag, 19. August 2017

Friday The 13th - Freitag der 13. (Killer Cut) (2009)

http://www.imdb.com/title/tt0758746/

Am Crystal Lake, da lässt es sich gut feiern, baden und poppen. Das denken sich Whitney (Amanda Righetti), Mike (Nick Mennell), Wade (Jonathan Sadowski), Richie (Ben Feldman) und Amanda (America Olivo), die ein paar Tage in der Natur verbringen wollen. Serienkiller Jason Vorhees (Derek Mears) aber hat etwas gegen das unbeschwerte jugendliche Treiben und stattet den jungen Leuten einen Besuch ab - die Machete im Gepäck. Einen Monat später macht sich Whitneys Bruder Clay (Jared Padalecki) verzweifelt auf die Suche nach seiner Schwester. Von der gesamten Gruppe findet sich keine Spur und die Polizei ist auch keine Hilfe. Clay trifft kurz nach seiner Ankunft eine weitere unvorsichtige Reisegruppe. Trent (Travis Van Winkle), Jenna (Danielle Panabaker), Nolan (Ryan Hansen), Chelsea (Willa Ford), (Julianna Guill), Lawrence (Arlen Escarpta) und Chewie (Aaron Yoo) freuen sich auf ein exzessives Wochenende...

Bereits zum Kinostart des Remakes wurde von den Machern des Films per Interview offenbart, dass es für den Heimkinomarkt neben der Kinofassung auch eine längere Version geben solle, die "einen ganz neuen Film" enthalten und den Namen "Killer Cut" tragen solle. Nun, ganz so elementar sind die Änderungen letztlich doch nicht geworden, sodass gleich "ein neuer Film daraus wurde". Der einzige, große Unterschied ist, dass Whitney (Amanda Righetti) im "Killer Cut" zwischenzeitlich aus ihrem Gefängnis in Jasons Katakomben entkommen kann, später jedoch wieder von ihm eingefangen wird. Dieser Änderung widmet der "Killer Cut" mehrere Szenen. Dabei wird, wie auch im Anfang, ein klein wenig mehr der geschichtliche Hintergrund von Jason behandelt, aber auch das ist so marginal, dass man es nicht unbedingt benötigt. Die übrigen, neuen Szenen sind nicht sonderlich spektakulär, ein wenig mehr Umgebungserforschung, etc.

Was die Erotik und Gewalt angeht, ist der Film auf jeden Fall etwas zeigefreudiger als die Kinofassung. Und das ist ganz gut so, wertet es einen Slasher in dieser Hinsicht doch etwas auf. Gerade der Mord an Trent (Travis Van Winkle) weckt mit seinen kleinen Erweiterungen Erinnerungen an den zensierten Tod aus "Texas Chainsaw Massacre: The Beginning", weswegen dieser Horrorfilm selbst in der höchsten (deutschen) Freigabe geschnitten war. Er stirbt deutlich brutaler im Killer Cut. Jason hebt ihn noch hoch und drückt die Machete weiter durch seinen Brustkorb, was hier ganz genau zu sehen ist - in der Kinofassung wird es nur angedeutet. Einige Storyerweiterungen ergeben somit sehr viel Sinn, mehr Sex und Gewalt gehören zu einem "Freitag"-Film ja auch irgendwie dazu. Somit wirkt der "Killer Cut" ein wenig runder als die Kinofassung und damit erst recht gelungen, wenn es auch nie zur Elite der Horrorstreifen gehören wird.

6/10

Von Eightyfour Entertainment kommt der Film auch im wattierten und limitierten Mediabook als 3-Disc Special Edition. Komplett ungeschnitten mit Kinofassung und "Killer Cut" und in HD.


Freitag, 18. August 2017

End Of Days - End Of Days: Nacht ohne Morgen (1999)

http://www.imdb.com/title/tt0146675/

Es ist kurz vor dem Ende des Jahres 1999: Jericho Cane (Arnold Schwarzenegger) ist ein ausgebrannter Ex-Cop, der seit dem Mord an Frau und Kind jeglichen Glauben an etwas Höheres verloren hat und nun als Sicherheitsmann arbeitet. Als jedoch Satan (Gabriel Byrne) höchstpersönlich auf der Erde erscheint und sich im Körper eines Börsenmarklers auf die Suche nach der jungen Christine (Robin Tunney) macht,  muss Jericho seine Ansichten nochmal überdenken. Denn der Teufel muss in der Stunde vor dem neuen Jahrtausend mit der jungen Frau einen Nachkommen zeugen, nur so kann er aus seinem Gefängnis endgültig ausbrechen und eine Zeit der Finsternis einläuten. Christine selbst weiß aber von ihrer Bestimmung nichts, für die sie vor 20 Jahren geboren wurde. Jetzt hängt es an Jericho die junge Frau zu beschützen, denn nicht nur der Teufel und seine Anhänger, sondern auch eine kirchliche Sekte, die den Weltuntergang durch den Tod Christines verhindern will, ist ihnen bald auf den Fersen. Ein Wettlauf um die Zeit beginnt, während das neue Jahrtausend immer näher rückt...

Bei seiner düsteren Vision namens "End Of Days" setzt Regisseur Peter Hyams auf pyrotechnische Effekte als Transportmittel von pseudo-religiösen Versatzstücken. Abgesehen vom Vatikan als Anfangskulisse sieht man hier viele New Yorker Wolkenkratzer, Hubschrauber und immer wieder Verfolgungsjagden mit Ballerei. Die Stunts sind beeindruckend, einige Schocker erschrecken, die Dialoge flach ('Man tut seine Pflicht.') und der Held und Retter der Welt ist Jericho Cane (Arnold Schwarzenegger). Sein Gegenspieler als leibhaftiger Satan ist Gabriel Byrne, der Mann mit diabolischem Blick und Habitus. Cane schafft es mit Muskel-Satan mit Zauberkraft. Dabei gibt es jede Menge optische Anleihen an "Omen" oder die Teufelsbegattung aus "Rosemary’s Baby" u.a.. Zwischen den beiden Kontrahenten, die als Verfolger bzw. Beschützer fungieren, steht die schöne Christine (Robin Tunney).

Das Ensemble wird durch Udo Kier und Rod Steiger prominent abgerundet, die aber nicht so ganz klar sehen, was sie hier sollen. Ebenso wie Margie, die Vertreterin der Polizei (CCH Pounder). Verfolgungsjagden und Action pur bringen aber auf Dauer keine Spannung, nur Unterhaltung. Etwas Langatmigkeit dank viel zu viel belanglosem Kontext im Mittelteil unterstricht diesen Eindruck. Inhaltlich wird mit religiösem Vokabular hantiert und der Destruktivismus scheint die Antwort auf alle Fragen zu sein. Beim fulminanten Finale und dem Erscheinen des Teufels vergisst man letztlich den Sinn des ganzen Films und übersieht auch gern, dass Arnie sich quasi als Heiland opfert. So gerät das "End Of Days" zum Fire-End-Game. Was nicht schlecht ist, aber auch keineswegs zum erwähnenswerten Meilenstein in der Karriere aller Beteiligten reicht. Einfach nur dezente Horror-Action mit vielen Erschreckern, Blut und dummen Gequatsche. Ab und zu recht fein.

6,5/10

Donnerstag, 17. August 2017

[KINO] Bullyparade: Der Film (2017)

http://www.imdb.com/title/tt5538704/

Aus mehreren Episoden bestehender Kinofilm, in dem einige der beliebtesten Figuren aus der Sketch-TV-Sendung "bullyparade" zurückkehren. In "Winnetou in Love" will Ranger (Christian Tramitz) seinen Blutsbruder, den Indianer-Häuptling Abahachi (Michael Bully Herbig) davor bewahren, leichtsinnig und vorschnell eine Ehe einzugehen, was jedoch dadurch erschwert wird, dass er selbst sich mit schurkischen Kopfgeldjägern herumschlagen muss. In "Wechseljahre einer Kaiserin" besucht das österreichische Kaiserehepaar Franz (Tramitz) und Sissi (Herbig) ein Geisterschloss in Bayern und erlebt dabei jede Menge gruselige Abenteuer. Captain Kork (Tramitz), Mr. Spuck (Herbig) und Schrotty (Rick Kavanian) landen hingegen auf dem "Planet der Frauen" und müssen dessen ausschließlich weibliche Bevölkerung retten. Jens und Jörg Kasirske (Tramitz und Kavanian) wollen ihrer 90-jährigen Tante den größten Wunsch erfüllen und reisen daher "Zurück in die Zone". Lutz (Herbig) und Löffler (Kavanian) versuchen sich in "Lutz Of Wall Street" mit Hilfe von Mr. Moneymaker (Tramitz) in der New Yorker Börsenwelt.

Wenn die Outtakes vor dem Abspann dem Zuschauer noch die meisten Lacher entlocken, dann sollte man dringend das Konzept des Films überdenken. Die "Bullyparade" war 1997 - 2002 in 6 Staffeln extremst erfolgreich, was zunächst am althergebrachten, aber irgendwie auch erfrischendem Konzept lag: ein paar in 2-3 Minuten lange Sketche verpackte Gags und fertig ist eine 25-minütige Show. Das hatten schon Heinz Erhardt, Loriot und Diether Krebs drauf und es gab Dutzende weitere Fernsehformate, die diese Art der Unterhaltung - der eine mehr, der andere weniger - erfolgreich kopierten. Vermutlich dürften sich beim hiesigen Film am ehesten noch die mit der "Bullyparade" älter gewordenen Nostalgiker unter den Herbig-Fans an der hiesigen Nummern-Revue erfreuen, wobei auch sie womöglich erkennen, dass sich die Komik des einstigen Fernsehformats nur sehr bedingt als heutige Kinounterhaltung aufbereiten lässt. Denn wenn man in 99 Minuten nur wenige echte Brüller auf die Leinwand zaubert und sonst eher nur zum Schmunzeln anregen kann, dann ist das für das eigentlich immer gern gesehene Trio Herbig/Tramitz/Kavanian schon traurig.

Natürlich lassen die einzelnen durch Erzählungen lose zusammenhängenden Episoden etwas Nostalgie an vor 20 Jahren aufkommen und die, neben den sowieso angespielten Persiflagen auf "Sissi" und "Winnetou", Verweise auf Serien und Filme ("Zurück in die Zukunft", "Forrest Gump", "Barbarella", "Star Trek und "Star Wars", sogar "Die nackte Kanone" (in einer, wie man zugeben muss, äußerst gelungenen Slapstickeinlage von Rick Kavanian), "Django Unchained" und "Baywatch") lassen einen auch die gesamte Laufzeit über bei der Stange bleiben, aber das alles reicht eben nur für ein kurzes Zucken mit dem Mundwinkel, mehr nicht. Da machen Gastauftritte von Til Schweiger (zum Glück hat der keinen Text!), Lena Meyer-Landrut, Peter Maffay oder Sky Du Mont rein gar nichts wett. Es ist zudem etwas schade, dass die meisten guten Gags schon für die vielen Trailer verbraucht worden sind, sodass letztlich "Bullyparade: Der Film" als Synonym für ausgemergelten Humor stehen bleibt. Bully-Fans werden enttäuscht aus dem Kino gehen, die jungen Zuschauer das meiste gar nicht erst verstehen. Immerhin sind die visuellen Effekte gut.

4/10

Dienstag, 15. August 2017

Jason Lives: Friday The 13th Part VI - Freitag, der 13. Teil 6: Jason lebt (1986)

http://www.imdb.com/title/tt0091080/

Nach seiner Entlassung aus der Psychiatrie will sich Tommy (Thom Mathews) überzeugen, dass Jason (C.J. Graham) wirklich nicht mehr unter den Lebenden weilt. Auf geht es also in Richtung Crystal Lake. Auf dem Friedhof gräbt Tommy die Leiche des Serienmörders aus - nicht wissend, welchen Schaden er damit anrichtet: Denn durch die Ausgrabung wird Jason nicht nur zum Leben erweckt, nein, seine ohnehin schon mächtigen Kräfte nehmen noch unmenschlichere Züge an: So ist es kein Problem für den irren Eishockey-Masken-Träger, einfach mal das Herz von Tommys Kumpel heraus zu reißen! Und Jason hat mal wieder nur ein Ziel: Ahnungslose Teenager am Crystal Lake brutal zu töten. Tommy versucht alles, um das Monster aufzuhalten, doch das gestaltet sich schwieriger als bisher. Und so muss eine Reihe Jugendlicher ihr Leben lassen, ehe Tommy Jason wieder gegenüber steht...

Erstmals ein ehrlicher Versuch der Reihe, sich als komödiantischer Horrorfilm zu etablieren (was noch immer einen entscheidenden Unterschied zur Horror-Komödie darstellt, versteht sich). Autorenfilmer Tom McLoughlin bricht die vierte Wand, umarmt die glorifizierte Stumpfsinnigkeit des Konzepts und zaubert Übernatürliches in den stoischen Killer Jason hinein, dass man vor Freude gluckst. Ungenierte Plakativität trifft dabei auf visuellen und Dialog-technischen Schlagabtausch in der Parallelität der Handlungsorte, wie auch Jason jederzeit zur selbstbewussten Mörderpointe ansetzen kann. Ein Gros an Abwechslung (inklusive Verfolgungsjagden) treibt die Serie hier zur frischen Kurzweiligkeit (selten hat man solchen Bock, der Handlung und den Figuren zu folgen), Pluspunkte gibt's ohnehin für den Aufwand sowie dem Umstand, dass im Zentrum tatsächlich auch mal Kinder zur Ferienunterhaltung im Camp abhängen.

Wermutstropfen: erst einmal wurden nicht nur die Schockeffekte ausgebaut, sondern Jason stapft endlich wie ein unkillbarer Mörder durch die Gegend. Diese Szenen glänzen jetzt einwandfrei und vermitteln endlich, dass Jason eine Figur ist, die nichts in unserem Universum zu suchen hat. Zum anderen kommt die interessante Komponente hinzu, dass Regisseur Tom McLoughin diesen Film nicht mehr so bierernst genommen hat, und ihm manchmal einige Gags spendiert. Das tut dem Film richtig gut. Was hier lediglich abstinkt ist der Blutfaktor, denn den hat man gewaltig zurückgeschraubt. Es passieren zwar immer noch deftige Morde - aber im Vergleich zu seinen ganzen Vorgängern ist das Softcore und viele Morde passieren auch im Off. Richtig blutig sieht anders aus. Last but not least: keinerlei Female Nudity. Ikonisch: Alice Cooper singt "The Man Behind The Mask" im Absapnn, während der Bodycount an die bezeichnende 18 herauf steigt. Zum Schluss hin wird es wieder etwas traditioneller im Abschlachten, doch effektiv genug, um Lust auf mehr zu bekommen. Kurve gekriegt.

6/10

Von Eightyfour Entertainment kommt der Film auch im wattierten und limitierten Mediabook als 3-Disc Special Edition. Komplett ungeschnitten und in HD.


Sonntag, 13. August 2017

Four Lions (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1341167/

Vier junge Moslems planen den Djihad und damit die in ihren Augen gerechtfertigte Rache an einer Welt, die den Islam missachte. Außerdem ist ihnen ziemlich langweilig - und die Hellsten sind sie obendrein auch nicht. Trotzdem: Omar (Riz Ahmed), Waj (Kayvan Novak), Barry (Nigel Lindsay) und Faisal (Adeel Akthar) haben sich bereit erklärt, für ihre Sache in den Märtyrertod zu gehen und einen fatalen Schlag gegen den Satan des Westens auszuführen. Doch sind die Trottel überhaupt in der Lage sind, ihren Plan in die Tat umzusetzen?

Frech, unkonventionell und unglaublich bösartig. Wenn man über moderne Komödien redet, dann fallen einem da in den meisten Fällen keine Filme mehr ein, die wirklich etwas haben wie Anspruch oder das gewisse Etwas, dass sie zu einem Film für die Ewigkeit macht. Doch "Four Lions" hat all dies. Regisseur Christopher Morris nimmt sich hier einem sehr heiklem Thema an und sicherlich erwies es sich als schwer, den Balken zwischen guter Satire und Geschmacklosigkeit zu treffen, aber Morris ist das Kunststück komplett geglückt, er schafft es sogar, neben all der Komik, eine gewisse Grundideologie in seiner Film zu integrieren. So geht es die ganze Zeit darum, wie die Protagonisten etwas aus Überzeugung tun, sie möchten aus Überzeugung töten. Antworten auf die Hintergründe haben sie jedoch nicht, sie wissen eigentlich gar nicht so recht, was sie dort tun, wissen nicht, warum sie so handeln möchten, sondern rechtfertigen alles mit dem Aspekt, es sei eben so wie es sei und das sei ihre Bestimmung. Morris widmet sich dabei gar nicht mal zwingend muslimischen Selbstmordattentätern, sondern nimmt diese lediglich als Beispiel und widmet sich viel mehr der Sinnlosigkeit von Gewalt.

Warum müssen Menschen sterben? Warum neigt der Mensch zur Gewalt? Warum handeln wir so unüberlegt? - Morris stellt uns all diese Fragen und macht dies über die komplette Lauflänge hinweg, am Ende lässt er uns dennoch in Melancholie schwelgen, denn die bittere Erkenntnis kommt erst danach: es mussten Menschen sterben und jeden Tag gibt es sinnlose Morde, ganz egal, ob von Christen, Moslems, Atheisten oder Juden ausgeübt, jeden Tag werden Menschen getötet, aus purem Zorn, aus eigener Überzeugung. Die Grundzüge der Komödie waren damals oftmals mit einer gewissen Tragik verbunden, man denke an "Die Physiker" von Friedrich Dürrenmatt, Morris führt wieder zu diesen Grundzügen "Komödie-ist-wenn-man-trotzdem-lacht" zurück, er konfrontiert den Zuschauer mit einem ernsthaftem Thema, das komplett witzlos, ja, sogar tragisch ist und schafft es mit so viel Ironie und Sarkasmus zu arbeiten, dass beim Zuschauer dennoch eine gewisse Komik entsteht, die den Film letztendlich auch zu einem kurzweilig witzigen, aber eben auch nachdenklichen Spaß avancieren lässt. In seiner überdrehten und sehr makaberen Satire gelingt es Chris Morris, die fanatische Beschränktheit seiner "Dschihadisten"-Helden zu demaskieren, sie selbst aber zugleich sehr menschlich darzustellen. Ein Film, der nicht den Islam aufs Korn nimmt, sondern Fanatismus jeglicher Couleur.

8/10

Von CAPELIGHT PICTURES kommt der Film in deutscher Erstveröffentlichung in HD im Mediabook mit 24-seitigem Booklet:

Beauty And The Beast - Die Schöne und das Biest 3D (2017)

http://www.imdb.com/title/tt2771200/

Belle (Emma Watson) ist eine ebenso kluge wie anmutige junge Frau, die gemeinsam mit ihrem etwas verschrobenen Vater Maurice (Kevin Kline) ein ruhiges und recht zufriedenes Leben in dem kleinen Dorf Villeneuve lebt. Ihr beschaulicher Alltag wird nur durch den selbstverliebten Schönling Gaston (Luke Evans) gestört, der Belle regelmäßig den Hof macht und sich auch durch ihre Ablehnung nicht abschrecken lässt. Da gerät Belles Vater während einer Reise in die Fänge des Biestes (Dan Stevens), das in einem verwunschenen Schloss in der Nähe des Dorfes wohnt. Das Biest war einst ein selbstsüchtiger Prinz, der dazu verflucht wurde, als hässliches Ungeheuer zu leben, bis er jemanden dazu bringen kann, ihn trotz seines abschreckenden Äußeren wahrlich zu lieben. Doch davon ahnt Belle noch nichts, als sie sich selbstlos anstatt ihres Vaters in die Gefangenschaft des Biestes begibt. Erst langsam freundet sie sich mit den ebenfalls verzauberten Bediensteten (u.a. Ian McKellen, Ewan McGregor, Emma Thompson) im Schloss an und beginnt zu ahnen, dass hinter der abscheulichen Fassade des Biestes noch mehr steckt...

Im Jahr 1991 veröffentlichte Walt Disney den Zeichentrickfilm "Die Schöne und das Biest", der schnell in die Riege der zahlreichen Disney-Klassiker aufstieg und etliche Neuauflagen nach sich zog. Doch 26 Jahre später legt Disney im Zuge dieser Realverfilmung den Stoff selbst noch einmal neu auf. Nachdem der Konzern mit Realverfilmungen wie "Maleficent" und "The Jungle Book", der 2017 den Oscar für die besten visuelle Effekte gewann, große Erfolge an den Kinokassen feierte, ist nun die Geschichte um den verfluchten Prinzen und die schöne Frau, die den Fluch brechen soll, an der Reihe. Der etwas hölzern spielende "Harry Potter"-Star Emma Watson beweist in der Hauptrolle als Belle dabei ihr Gesangstalent, denn wie der gleichnamige Zeichentrickfilm setzt auch die Neuverfilmung auf viel Gesang und Musik. "Die Schöne und das Biest" orientiert sich größtenteils am Zeichentrick-Original und ist bisweilen so dicht an ihm, dass es fast unheimlich ist, wie schnell man sogar einzelne Szenen mitsprechen kann, obwohl man die Realverfilmung vielleicht das erste Mal sieht. Sie dichtet allerdings auch einige Szenen dazu. Das Altbewährte versprüht dabei auch wieder die gewohnte Magie, die neuen Szenen sind - vermutlich aufgrund des unbekannten Faktors - jedoch nicht ganz so gut gelungen.


Die Handlung von "Die Schöne und das Biest" ist damit selbstverständlich altbekannt, erwähnenswert sind somit lediglich die Unterschiede zum Original. Während etliche Szenen 1:1 dem Zeichentrickfilm entnommen sind, hat Regisseur Bill Condon die zusätzliche Zeit dafür genutzt, um den Charakteren eine größere Hintergrundgeschichte zu verschaffen. In der gelungensten Extra-Szene sieht man beispielsweise wie Belles Mutter starb. Ansonsten erinnern diese Szenen jedoch eher an eine Extended-Edition. Es ist nett diese zusätzlichen Szenen drin zu haben, allerdings bremsen sie auch immer wieder das Tempo und wirken nicht unbedingt notwendig. Trotzdem habe ich vollstes Verständnis für diese Entscheidung, denn immerhin muss sich eine Neuverfilmung ja auch von seinem Original unterscheiden.

Audiovisuell ist "Die Schöne und das Biest" natürlich der erwartete Genuss. Die prunkvoll-düstere Optik bleibt den weiteren Disney-Realverfilmungen treu und sorgt für durchgängig tolle Bilder. Beim Design der Kostüme und der lebendigen Einrichtung im Schloss bleibt Condon dem Original ebenfalls treu, wobei vor allem die starken CGI-Effekte erwähnt seien, die den hervorragend animierten Einrichtungsgegenständen Leben einhauchen. Lediglich die Gesichtsanimationen des Biests geben minimalen Anlass zur Kritik, alles in allem sieht "Die Schöne und das Biest" aber einfach nur bombastisch aus. Wie eingangs bereits erwähnt, setzt auch dieser Film auf etliche Gesangsszenen und hält sich dabei nicht zurück. Die Musikeinlagen sind so vielzählig das "Die Schöne und das Biest" locker als Musical durchgeht. Dementsprechend sollte man den Film auch möglichst in der englischen Originalfassung sehen, da dort der Gesang noch einmal deutlich überzeugender ausfällt. In der deutschen Fassung hat man sich nämlich bei den Gesangseinlagen wieder für die deutsche Synchronisation entschieden, anstatt wie in Musicals sonst üblich den Originalgesang mit Untertiteln zu unterlegen. Die Stimmen klingen zwar ansprechend gut, doch die Übersetzung hat deutlich mit der Lippensynchronisation zu kämpfen. Da der Liedtext Sinn ergeben muss, kann natürlich nicht auf die Lippenbewegungen geachtet werden, doch die unpassenden Mundbewegungen reißen den Zuschauer immer wieder aus der Immersion heraus. Was bei Zeichentrick- und Animationsfilmen problemlos funktioniert, sollten die Disney-Verantwortlichen bei Realverfilmungen besser noch einmal überdenken.


Ansonsten vereint Regisseur Bill Condon aber eine mehr als ansehnliche Riege von Schauspielern. Emma Watson entpuppt sich erwartungsgemäß als eine Idealbesetzung für die Rolle als Belle, obgleich ihrer vor allem anfangs etwas steifen Art. Die gebürtige Französin besitzt dennoch genügend Charisma und genügend Talent um den Film problemlos auf ihren Schultern zu tragen. Luke Evans macht als arroganter Schönling Gaston eine ebenso gute Figur und das gleiche gilt für Josh Gad als sein untersetzter Sidekick LeFou. Dan Stevens' Performance als Biest ist hingegen schwer einzuschätzen, da er sich im Motion Capture-Anzug befindet und die Gesichtsanimationen nicht immer vollends überzeugen können. Auch wenn später im Film der Fluch aufgelöst wird, bekommt er nicht sonderlich viel zu tun. Dafür erscheint zu diesem Zeitpunkt eine herausragende Darstellerriege auf der Leinwand, die bis dato der Einrichtung um Lumiere und Cogsworth im Original ihre Stimme geliehen haben. Ewan McGregor, Stanley Tucci, Emma Thompson und Ian McKellen sorgen für viel Star-Power. 


Abschließend noch ein Wort zur großen Kontroverse um "Die Schöne und das Biest": Der erste homosexuelle Charakter in der Disney-Geschichte ist sehr subtil eingebaut und da es keinen Kuss oder dergleichen gibt, ist der Boykott eines amerikanischen Kinos und die Freigabe aus ebenjenen Gründen ab 16 Jahren in Russland ist völlig überzogen und ohnehin längst nicht mehr zeitgemäß.

Alles in allem ist "Die Schöne und das Biest" eine gelungene Realverfilmung aus dem Hause Disney. Zahlreiche Szenen bringen die Magie und Gänsehaut des Zeichentrick-Klassikers auf die Leinwand zurück und die Optik und Darsteller können überzeugen. Neben den Problemen bei der Synchronisation sorgen insbesondere die dazugedichteten Szenen dafür, dass der Film knapp am Original (8/10) scheitert. Die neue Szenen fühlen sich wie Füllmaterial an und nehmen der Erzählung immer wieder ihr Tempo. Wer die Geschichte zum ersten Mal erleben will, dem sei daher eher der starke Zeichentrickfilm ans Herz gelegt. Trotz dem Fehlen neuer, starker Impulse ist "Die Schöne und das Biest" aber mindestens ebenso unterhaltsam geworden.

7,5/10

In der Schweiz gibt es den Film schon jetzt auf Disney 3D-BD, und während wir hierzulande noch knapp 2 Monate warten müssen kann man das schicke und limitierte Steelbook jetzt schon in den Händen halten.

Samstag, 12. August 2017

Friday The 13th: A New Beginning - Freitag, der 13. Teil V: Ein neuer Anfang (1985)


Jason wurde endgültig bezwungen! Tommy (John Shepherd), dem dieses kleine Wunder gelang, leidet seitdem unter schrecklichen Psychosen und begibt sich in ärztliche Betreuung. Doch schon nach kurzer Zeit werden die ersten Mordopfer in der Nähe der Klinik gefunden. In einem kleinen Landhaus hat sich eine Gruppe von Jugendlichen eingefunden. Darunter Betreuerin Pam (Melanie Kinnaman), der kleine Reggie (Shavar Ross), die süße Robin (Juliette Cummins) und der aggressive Vinnie (Anthony Barrile), der beim Holzhacken total ausrastet und seinen Mitbewohner Joey (Dominick Brascia) mit seinem Beil erschlägt. Als dann auch noch nachts ein Maskierter sein Unwesen treibt und einen nach dem anderen ermordet, befürchten alle Beteiligten, dass Jason wohl doch noch nicht tot ist und weiter auf Rache sinnt...

Da Jason am Anfang des letzten Teils ja bereits als praktisch unkaputtbar und fern jeder Leichenstarre erlebt wurde, brauchte es eigentlich keiner großen Erklärungen, den Kultkiller aus der Kiste zu zaubern. Trotzdem gingen die Macher hier einen etwas anderen Weg, der diesem Teil einen zweifelhaften Ruf bescherte. Hardcore-Jason-Jünger sehen in ihm ein rotes Tuch, versuchte er doch der Reihe einen anderen Anstrich zu geben. Wie der aussieht, mag an dieser Stelle nicht verraten werden. Es soll ja immer noch Leuten geben, die das nicht wissen. Genau genommen offenbart "A New Beginning" bis zum Schluss nicht, ob Jason wirklich von den Toten auferstanden ist, oder nur jemand in seine übergroßen Fußstapfen tritt. Wie in den beiden ersten Filmen wird der Killer nie direkt gezeigt, mal hier die Füße, da ein Arm, sonst lässt er seine Taten für sich sprechen. Erst am Ende gibt es die Antwort.
   
So fragwürdig diesen Vorgehen für Fans der Reihe sein mag, zumindest ist Teil 5 niemals langweilig. Die rein handwerkliche Inszenierung ist sogar besser als die von Joseph Zito in "Freitag, der 13: Das letzte Kapitel". Der Film versucht sich zwar nicht mehr an düsterem Spannungsaufbau, das hat bei Zito aber so richtig ja auch nicht funktioniert. Hier ist es oft taghell, dafür schleppt sich dieser Teil nicht so lange dahin. Die Darsteller sind etwas besser, der Humor wieder etwas freiwilliger, es erinnert mehr an Teil 3 als Teil 4. Der Bodycount ist recht hoch, es gibt kaum eine Durststrecke, in der nicht irgendjemand böse ins Gras beissen muss. Dadurch ist das Tempo stimmiger als beim direkten Vorgänger, bei dem es durchaus kräftige Durchhänger gab. So viel und durchaus deftig hier zum Teil gestorben wird, etwas mehr Kreativität wäre schön gewesen. Bis auf wenige Ausnahmen gibt es die Machete in Magen und durch die Kehle, gemessen an dem hohen Leichenberg hätte es abwechslungsreicher sein können.

5/10

Von Eightyfour Entertainment kommt der Film auch im wattierten und limitierten Mediabook als 3-Disc Special Edition. Komplett ungeschnitten und in HD.