Donnerstag, 30. Juli 2015

X-Men: Days Of Future Past - X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (The Rogue Cut) (2014)

http://www.imdb.com/title/tt1877832/

"X-Men: Zukunft ist Vergangenheit", die Fortsetzung von "X-Men: Erste Entscheidung", basiert auf der Comic-Storyline "Days Of Future Past" der Reihe "The Uncanny X-Men". Diese spielt in einer dystopischen Zukunft, in der Mutanten in Internierungscamps gefangengehalten werden und die Erde von den Sentinels beherrscht wird. Unter den Inhaftierten ist auch Wolverine. Es gelingt ihm, durch die Zeit zu reisen, um zu versuchen, den Verlauf der Geschichte zu ändern. Diese nahm ihren Anfang in den 1960er Jahren. Die X-Men kämpfen gegen die Bruderschaft der bösen Mutanten, die sich mit Magneto (Michael Fassbender) und Mystique (Jennifer Lawrence) bereits in "X-Men: Erste Entscheidung" geformt hatte. Als nächsten Schlag planen diese ein Attentat gegen Senator Robert Kennedy, das im Falle eines Erfolges jedoch zu eines Massenverhaftungswelle unter Mutanten und deren Internierung führen würde.

2014 brachte 20th Century Fox die Kinoversion des neuesten X-Men-Films "Zukunft ist Vergangenheit" auf den Markt und lieferte damit in vielerlei Hinsicht ein perfektes Produkt ab. Regisseur Bryan Singer hatte schon damals angekündigt, eine längere Filmversion für den Heimkinomarkt veröffentlichen zu wollen, in welcher vor allem die Mutantin Rogue (Anna Paquin) eine bedeutsame Rolle spielte. Die Handlung des Films bleibt selbstredend überwiegend identisch, trotz neuer und alternativer Szenen. Wer diese noch nicht kennt und sich über deren Qualitäten informiert sehen will, sollte an dieser Stelle einen Blick auf das Review zur Kinoversion werfen. Dieses Review soll somit ausschließlich Stellung zu den neuen und erweiterten Szenen nehmen.


Wie der Editions-Titel bereits verrät, widmet sich ein großer Teil der neuen Szenen der von Anna Paquin dargestellten Mutantin Rogue. Ironischerweise wurden diese Szenen bereits ganz am Anfang der Produktion gedreht, da Paquin terminlich mit den Dreharbeiten zu der Serie "True Blood" ausgelastet war. Im Nachhinein entschied man sich, ihre Rolle aus der fertigen Filmfassung zu streichen und die dadurch entstandenen Lücken mit Ellen Page in der Rolle der Kitty Pryde alias Shadowcat zu füllen. Diese Szenen wurden in der hier vorliegenden Schnittfassung wieder durch die Szenen mit Rogue ausgetauscht, wodurch Kittys Charakter im Umkehrschluss ein wenig in den Hintergrund rückt. Man kann eben nicht alles haben.

Einen großen Teil der neuen Szenen finden sich somit hauptsächlich am Anfang des Films, wenn die Gruppen der Mutanten aufeinandertreffen. Im späteren Verlauf werden immer wieder neue oder alternative Szenen eingestreut, die sich aber perfekt in das Geschehen eingliedern und keineswegs wie aufgezwungenes Stückwerk anfühlen, oder den Film am Ende gar ausbremsen, wie das bei manch anderer Langfassung der Fall ist. Tatsächlich bekommt der Film, der schon in der Kinoversion restlos überzeugen konnte, durch die neuen Szenen etwas mehr Dramatik und Spannung verpasst.


Kurios sind noch ein paar womöglich rückgängig gemachte Zensuren für das ursprüngliche PG-13-Rating und man sollte auch ein paar entfernte Stellen erwähnen, denn wie man anhand der alternativen Kitty-/Rogue-Auflösung am Ende schon erahnen kann, enthält der Rogue Cut keineswegs alles an verfügbarem Material. Neben den zusätzlichen Handlungselementen sind noch ein paar Gewaltspitzen (vor allem kann Wolverine etwas mehr auf den Putz hauen) und ein paar Flüche dazugekommen, die den Film zwar nicht besser machen, aber alles in allem erwachsener wirken lassen. Auch die Sentinels bekommen einen zusätzlichen fetzigen Auftritt verpasst.

Im Grunde kann man durchaus klar sagen: Der "Rogue Cut" ist eine runde Angelegenheit, welche den schon in der Kinofassung sehr gelungenen Film nochmal deutlich aufwertet. Der ein oder andere mag darauf weniger Wert legen, aber man hat sich hier schon durchaus Mühe gegeben, eine eben wirklich umfangreich und somit durchdacht liebevoll abweichende Version anzubieten. Bei einer Differenz von 17 Minuten ist nicht nur mehr als die berüchtigte längere Rogue-Szene enthalten, sondern es fehlen auch manche Szenen der Kinofassung oder sie werden anders aufgelöst, fügen sich aber letztendlich doch gut in das Gesamtbild und man hat sich vor allem auch mit dem Drumherum der Nebencharaktere Mühe gegeben, hier eine "vollständigere" Fassung für Fans abzuliefern. 

8,5/10

Einen Vergleich der beiden Fassungen findet man hier: schnittberichte.com.