Dienstag, 14. Juli 2015

[KINO] Minions 3D (2015)

http://www.imdb.com/title/tt2293640/

Die Minions gibt es schon seit Anbeginn der Zeit und die kleinen, gelben Helferlein sehen den einzigen Zweck ihrer Existenz darin, einem Bösewicht zu dienen. Doch immer wieder sterben ihnen die Meister, darunter auch Graf Dracula und Napoleon, vor der Nase weg – und die tollpatschigen Minions tragen meistens eine gewisse Mitschuld. Doch ohne Aufgabe sind die Kleinen todunglücklich und als ihnen die Bösewichte ausgehen, ziehen sie sich in die Eiswüste zurück und verharren dort viele, viele Jahre in Depression – bis schließlich in den 60er Jahren, also 42 Jahre vor der Begegnung mit Gru, der mutigste Minion und zwei Gefährten den Entschluss fassen, einen neuen Meister zu suchen. Und so machen sich Stuart, Kevin und Bob (jeweils Stimme im Original: Pierre Coffin) auf zu einer Tagung der allergrößten Fieslinge. Dort laufen sie der größenwahnsinnigen Scarlet Overkill (Original: Sandra Bullock / deutsche Stimme: Carolin Kebekus) und ihrem Ehemann, dem Wissenschaftler Herb Overkill (Jon Hamm), in die Arme. Scarlet will der erste weibliche Oberbösewicht werden und die kleinen Handlanger kommen ihr da gerade recht…

Seit dem herausragenden Erfolg von "Ich - Einfach unverbesserlich" und seiner Fortsetzung war klar, dass die Universal Studios irgendwann auch einen Film mit den gelben putzigen Minions ins Kino bringen würden. Der Trailer suggerierte eine hohe Gagdichte und schon als das Firmenlogo einfährt kommt der erste Brüller, wenn die Minions den typischen Sound des Logos singen. Dann folgt die kurze Vorgeschichte, die man leider schon zur Gänze aus den Trailern kennt (und somit auch die Gags). Aber dann geht es endlich richtig los und eines muss man dem Film lassen: die Geschichte ist halbwegs interessant aufgebaut und man bekommt so einen Einblick in das Leben der Minions bevor sie ihren Meister, Gru, gefunden haben.

Man darf bei einem solchen Film natürlich keine tiefgründige Story erwarten, auch mit herzzerreißenden Szenen wie in "Ich - Einfach unverbesserlich" und seiner Fortsetzung sollte man hier nicht rechnen. Hier zählt in erster Linie der Humor und der ist absolut erstklassig. Zum Glück hat der Trailer nicht alle witzigen Szenen bereits vorweg genommen und so entstehen sehr viele Brüller. Selbst "kleine" Gags und Anspielungen (beispielsweise auf die Beatles) sind durchgehend sehr gut platziert und wie die kleinen Kerle durch die Gegend purzeln ist sehr oft urkomisch.

Dazu kommen - neben den gelben Minions - einige neue Charaktere, wie zum Beispiel Scarlett Overkill (im Original gesprochen von Sandra Bullock), die eine herrlich fiese Schurkin abgibt, aber auch leider viel zu wenig von sich zeigen darf und gefühlt zu wenig Screentime hat, um ihre ganze Schlechtigkeit unter Beweis zu stellen. Aber natürlich sind Kevin, Stuart und Bob die Stars des Films. Und Kevin ist wie immer großartig, er sticht als Anführer aus den anderen Minions heraus und schafft es beinahe den Film auf seinen Schultern zu tragen. Beinahe. Denn er bekommt hier mit Bob eine ernstzunehmende, weil extrem liebenswürdige Konkurrenz und streng gesehen ist eigentlich er - Bob - der geheime Star dieses Films. Stuart hingegen hat seine kurzen, genialen Momente (gerade mit seine "Super-Mega-Ukulele"), bleibt aber dennoch etwas im Hintergrund. Wenn er allerdings mit seiner "Leck-mich-am-Arsch"-Einstellung mal eine Szene hat, dann reißt er sie an sich.

Das (erwartete und) gewohnte "Over-the-Top"-Finale ist leider etwas zu sehr aus dem Ruder gelaufen, hier wäre weniger mehr gewesen, zumal nicht vollends klar ist, wie der Situation zu entkommen war. Aber gut. Denn alles in allem ist "Minions" sehr amüsant und somit gelungen, sofern man sich auf ihn einlassen kann und nicht viel zu viel erwartet. Es sind eben "nur" die kleinen putzigen Kerle in ihrer Brabbelsprache, die den halben Film von einer Situation in die nächste geraten und dabei kindlich-naiv miteinander plappern. Sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen sollten sich hier bestens unterhalten fühlen.

7/10

Eine kurze Anmerkung noch zum 3D. Dies ist im Film gewohnt gut, bietet eine schöne Tiefe, aber kaum Popouts. Was allerdings nach dem Abspann abläuft, kann sich in Punkto 3D mehr als sehen lassen: Seifenblasen schweben quasi vor einem durch den Raum, Bobs Haustier schaut über den Screen und ein Stock erwischt den Zuschauer fast an der Nasenspitze. Das ist phantastisch und etwas mehr davon im Film hätte noch ein etwas größeres Vergnügen bieten können.