Sonntag, 12. Juli 2015

Black Water (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0816436/

Ein gemütlicher Angelausflug soll den Schwestern Grace (Diana Glenn) und Lee (Maeve Dermody) eine Ablenkung vom stressigen Stadtleben bringen. Gemeinsam mit Grace' Freund Adam (Andy Rodoreda) und dem Einheimischen Jim (Ben Oxenbould) geht es auf, in die schwül-feuchten Sumpfgebiete Nordaustraliens. Doch der harmonisch geplante Ausflug wird schon bald durch einen unliebsamen, schuppengepanzerten Besucher gestört. Mit großer Mühe können sich Grace und Adam auf einen nahegelegenen Baum retten, während Lee auf den Rumpf des gekenterten Bootes klettert und Jim möglicherweise tot im Wasser treibt. Im undurchdringlich dunklen Sumpfgewässer lauert ein gefräßiges Salzwasserkrokodil, gegen das die Ausflügler in der direkten Konfrontation keine Chance haben. Ohne Kommunikationsmittel zur Außenwelt beginnt ein gnadenloser Kampf ums Überleben.

"Black Water" kann man als wirklich gelungen ansehen. Weder rauben einem übermässige Effekte die Lust auf den richtigen Akt, noch wird der eigentlich reptilische Hauptdarsteller zur gigantischen Kreuzung aus Krokodil, Bachforelle und Flachlandgorilla, sondern bleibt tatsächlich den ganzen Film über ein normales Krokodil, ohne Kontakt mit Giftmüll oder überambitionierten Wissenschaftlern. "Black Water" ist ein Horrorfilm, der mit minimalistischen Mitteln das Grauen erzeugt, ein Vier-Personenstück, das im australischen Outback im Reich der Riesenkrokodile spielt. Nach einer zeitlich ausgewogenen Einleitung geht es auch schon in die "Endposition". Die Spannung entsteht durch die bedrückende Atmosphäre. Den Alligator selbst sieht man nur selten. Aber er ist immer präsent. Ständig sucht die Kamera mit den Augen des Zuschauers die Oberfläche des pechschwarzen Wassers ab.

Und es ist kein Kindergeburtstag, es gibt Opfer. Diese Schocker sind wohl dosiert. Man ist darüber besonders überrascht, weil man es nicht gewöhnt ist, dass Hauptfiguren umkommen. Und zwar kurz und schmerzlos. Ohne viele graphische Elemente. Und dieser sparsame Einsatz von bluttriefenden Szenen und dafür die Konzentration auf die unsichtbare Bedrohung ist zwar keineswegs neu, nur funktioniert hier bestens.

Zugegeben, der Schauplatz des Mangrovenwaldes kann nicht durchgängig fesseln, aber man spürt einfach, dass sich hier jemand mal wirklich Gedanken gemacht hat. Grundlage ist wohl auch eine wahre Begebenheit (zumindest suggeriert das der Vorspann) und hier so realistisch, fast schon  dokumentarisch dargestellt. Lässt man die wenigen sachlichen Fragen mal beiseite, wird man schon mitgerissen, vor allem wegen der tollen schauspielerischen Leistungen der beiden Frauen (Diana Glenn und Maeve Dermody), die sich nichts schenken und an ihre physischen Grenzen gehen. "Black Water ist definitiv ein aussagekräftiger Beleg dafür, dass gut gemachter Horror nicht viel kosten muss.

7,5/10