Samstag, 11. Juli 2015

A Fish Called Wanda - Ein Fisch namens Wanda (1988)

http://www.imdb.com/title/tt0095159/

Dem schmierigen Ganoven George (Tom Georgeson) gelingt der ganz große Coup. Zusammen mit seinem Bruder, dem stotternden Tierschutzaktivisten Ken (Michael Palin), seiner Geliebten Wanda (Jamie Lee Curtis) und deren Bruder Otto (Kevin Kline), einem pseudointellektuellen Ex-CIA-Killer, gelingt es ihm, Juwelen im Wert von 13 Millionen Pfund zu rauben. Anschließend wird die Beute in einem abgelegenen Versteck gut verwahrt, danach will man weitersehen. Doch George kehrt noch einmal zurück und nimmt die kostbaren Klunker an sich, denn er traut Otto nicht über den Weg. Völlig berechtigt, wie sich herausstellt, da dieser mitnichten mit Wanda verwandt ist und mit ihr zusammen die ganze Zeit über ein doppeltes Spiel gespielt hat.

Es könnte fast ein Film der Pythons sein, aber nur eben fast. Obwohl der Film in den 80er Jahren gemacht wurde, zündet seine Komik immer noch. Das liegt zum einen an den umwerfend komischen Schauspielern, die vor Spielfreude nur so überschäumen, zum anderen an der Situationskomik. Hier wird nach der echten Monty-Python-Methode mit Wiederholungen gearbeitet (wie die alte Dame und ihre Hündchen oder die Autounfälle mit Nachruf) was die Lacher potenziert und das Drehbuch liefert jede Menge Wortwitz. Dabei kommt einmal mehr der Gegensatz Amerika-England nicht zu kurz. Hier duellieren sich verbal und handgreiflich Archie (John Cleese) als Vertreter der Krone und Otto (Kevin Klein, der Eigen-Deo-Fetischist) als eifersüchtiger, 'dämlicher' Ganove. Zwischen allen Parteien kocht Wanda (Jamie Lee Curtis) ihr eigenes Süppchen und lässt dabei nichts anbrennen.

Die Spitzenkomik in diesem Berg von Klamauk liefert aber der stotternde Ken (Michael Palin). Unvergesslich seine Folter, in der seine Nasenlöcher mit Pommes verstopft werden, während Otto seine Fische verspeist ('Fish & Chips' eben). Jeder der vier Hauptdarsteller bekommt auch genug Freiheit, um sein schauspielerisches Talent voll zu entfalten. Dies garantiert Slaptick und Dialogwitz auf allerhöchstem Niveau. Dabei skizzieren Charles Chrichton und John Cleese ein abgehobenes Bild der Gesellschaft in der anscheinend jeder eine Karikatur seiner selbst ist. Und so wird die Story tempo- und einfallsreich auf die Spitze getrieben, dass man auch das Ende ohne viel nachzudenken akzeptiert, wo jeder gegen jeden kämpft inklusive Happy End. Zeitlose, sprühende Edelkomik der Spitzenklasse und eine Aneinanderreihung von beispiellos witzigen Szenen machen "Ein Fisch namens Wanda" zu einer der lustigsten Komödien, die je zu sehen waren.

8/10