Mittwoch, 19. November 2014

Pineapple Express (Unrated) - Ananas Express (Superbreit Edition) (2008)

http://www.imdb.com/title/tt0910936/

Der dauerbekiffte Dale lässt sich immer nur dann notgedrungen zu einem rein geschäftlichen Kurzbesuch bei seinem lakonischen Dealer Saul herab, wenn er mal wieder Nachschub braucht. Denn Saul versorgt ihn mit seinem Premium-Produkt – einer neuen, überaus seltenen Züchtung Gras namens Ananas Express. So weit, so gut. Doch als Dale eines Abends zufällig der einzige Zeuge eines Mordes wird, in den eine korrupte Polizistin und der gefährlichste Drogenbaron der Stadt verwickelt sind, ergreift er die Flucht und lässt in seiner Panik dummerweise eine Tüte Ananas Express am Tatort zurück. Schnell finden die Gangster heraus, woher das rare Zeug stammt, und heften sich an die Fersen von Dale und Saul, die ab jetzt auf ihrer Abschussliste ganz oben stehen. Während die beiden Kiffer um ihr Leben rennen, entdecken sie, dass sie nicht nur an Gras bedingter Paranoia leiden, sondern diesmal wirklich Grund zur Sorge haben. Und noch etwas Überraschendes finden Dale und Saul heraus: Falls es ihnen gelingt, diese Nacht heil zu überstehen, könnten sie eventuell sogar richtig gute Freunde werden.

Das Duo Seth Rogen und James Franco entwicklen sich von Film zu Film immer mehr und mehr zu meinen Lieblings-Comedy-Duo. Und wenn dann noch Danny McBride mitmischt, ist es nahezu perfekt. "Pinapple Express" ist eine Paradebeispiel dafür. Denn diese völlig verplante, übertriebene, weltfremde, von verrauchtem Allerlei aus Belanglosigkeiten getragene Story über einen der zur falschen Zeit am falschen Ort war, erspielt sich nach und nach immer mehr den Weg in mein Lieblingsfilm-Herz. Weil es anstatt sich abzunutzen jedes Mal mehr Spaß macht, Rogen und Francos Odyssee durch die vernebelten Straßen von L.A. zu begleiten. Man kann "Pineapple Express" natürlich primär als Frontal-Komödie mit fragwürdigem Humor und Weltbild empfinden. Man kann jedoch auch etwas unter die Oberfläche schauen, denn wirklich groß wird der Film durch die kleinen, exakt beobachteten und umgesetzten Nuancen, die man schnell verpassen kann.

Denn alles, was die zwei liebenswerten Freaks auf ihrer Reise an verpeilten Dingen tun scheint präzise an die Sinnlosigkeit der Entscheidungen von Leute angelehnt, die den ganzen Tag stoned sind. Wenn überhaupt mal von A nach B gedacht wird, bleiben die Zwei meistens irgendwo auf dem Weg in THC-verklebten, wirren Gedankenwindungen kleben: das fängt an, wenn die beiden den aufmüpfigen Red mit Duct-Tape an einen Stuhl fesseln und dabei (ganz wichtig) noch die Haare fixieren. Oder wenn sie, so schnell es geht, die Flucht ergreifen und dabei halt den Kumpel im Polizeiwagen vergessen. Oder eben große Pläne für die Lösung der Probleme schmieden, aber mit laufendem Radio im Auto (für 18 Stunden!) einpennen und somit natürlich die Batterie den Weg alles Irdischen gehen lassen.

Es lässt sich schwer in Worte fassen warum - aber Autoren Judd Apatow, Seth Rogen und Evan Goldbergh treffen skriptseitig eigentlich ohne Pause voll ins Schwarze und sorgen so für einen Brüller nach dem Anderen. Die Liste an Fails ist endlos, aber wer würde auch sein Leben vor schießenden Gangstern schützen, wenn er noch seiner Oma im Altenheim die Uhren umstellen muss? Dazu noch das dauerhafte Geschwafel über Gott und die Welt, was einfach verkiffter Schwachsinn ist (den der Redende aber als ultra-philosophisch ansieht), die omnipräsente Homoerotik, die Skurrilität, Überdrehtheit und Wahnsinn und neben dem Dialogwitz auch noch beknackte Gags am laufenden Band machen "Ananas Express" zu einem grandiosen FIlmspaß. Feuer frei.

8,5/10