Sonntag, 23. November 2014

Kon-Tiki (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1613750/

Kon-Tiki erzählt die die waghalsige und wahre Geschichte des norwegischen Naturkundlers Thor Heyerdahl, der 1947 mit fünf Gefährten eines der großen Geheimnisse der Völkerwanderung lösen will: Wie haben Menschen einst die abgelegenen Archipele Polynesiens besiedelt? Ein Ingenieur, zwei Funker, ein Kunstmaler und ein Ethnologe begleiten Heyerdahl auf einem nach uralter, südamerikanischer Tradition gebautem Holzfloß auf seiner gefahrenvollen Reise ins Ungewisse: Zwischen Peru, dem Ausgangspunkt der Expedition und ihrem Ziel erstreckt sich eine 7000 Kilometer weite gefahrenvolle Wasserwelt – und keiner der Männer an Bord ist ein ausgebildeter Seefahrer. Thor setzt für diese Reise alles aufs Spiel, sogar seine Ehe. Er muss sein Ziel erreichen.

Ohne mich vorher großartig mit Thor Heyerdahls Expedition beschäftigt zu haben, so war ich hier vom Rückseitentext der Blu-ray angetan. Meine Erwartungen waren auch nicht sonderlich hoch, einzig auf eine gute Unterhaltung hoffte ich. Und sieht man mal von der 08/15-Dramaturgie und dem relativ schwachen Anfang ab, bekommt man doch einen recht guten Abenteuerfilm zu sehen. Leider werden zu Beginn des Films die üblichen Klischees (Heyerdahl war natürlich schon seit der Kindheit ein todesmutiger Teufelskerl) bedient und der Protagonist wird vor die allgemeinen Probleme gestellt (kein Geld, keine Mannschaft, kein Glauben anderer Personen in ein Gelingen seiner Expedition), wie man es aus ähnlich gearteten Filmen kennt. Hier wird etwas Potential verschenkt und man kann nicht wirklich die Begeisterung Heyerdahls für den Beweis seiner These teilen. Danach beginnt jedoch die meiner Meinung nach stärkste Phase des Films. Die Zeit auf dem Floß. Kammerspielartig vor der großartigen Kulisse des Pazifischen Ozeans segelt die Mannschaft Richtung Polynesien - jedenfalls versucht sie das...

Kleine Machtkämpfe und Streitigkeiten innerhalb der Mannschaft, Probleme bei der Navigation des Schiffes und Angriffe durch Mutter Natur in Form von Hai, Wal und Sturm halten den Spannungspegel angenehm hoch. Dabei wirkt alles nicht zu übertrieben, sondern doch sehr authentisch. Einzig Heyerdahls stoischer Glaube, dass schon alles gut werden würde, erinnerte mich zeitweise eher an einen Verrückten, als an einen Abenteurer. Die große Stärke des Films ist jedoch nicht die Handlung, sondern die Kamera und die Effekte. Diese zeigen, dass auch europäische Produktionen auf hohem Niveau arbeiten können und sich nicht vor Hollywood verstecken brauchen. Ganz im Gegenteil - Die auftretenden Tiere und Unwetter sehen sehr natürlich und realistisch aus. Auch die Atmosphäre auf dem Ozean wird durch die Kamerafahrten und Wettereffekte sehr schön rübergebracht. Dadurch wird man visuell regelrecht in den Film hineingesogen und möchte am liebsten sofort mit dem Padelboot den Pazifik erobern. Alles in allem ein guter Abenteuerfilm ohne großes Drumherum, der mit schönen Bildern zu überzeugen weiß. Auf jeden Fall mal einen Blick wert...

7,5/10