Sonntag, 6. Oktober 2013

Ronin (1998)

http://www.imdb.com/title/tt0122690/

Im alten Japan war der Begriff Ronin die Bezeichnung für Samurai, die sich als Banditen durchs Leben schlagen mußten, weil sie keinen Meister haben. Auch in der Gegenwart gibt es wieder Menschen, auf die diese Bezeichnung zutrifft, denn durch das Ende des kalten Krieges gibt es einige ehemalige Agenten, die nun nicht mehr für ein bestimmtes Land arbeiten und daher auf Gewinne aus unabhängigen Projekten angewiesen sind. Einige von diesen finden sich in Paris ein, um einen Job zu erledigen und ihr Überleben zu sichern, in einer Welt die ihrer nicht mehr bedarf.

"Ronin" lässt sich als soliden bis besseren Katz-Und-Maus-Heist-Thriller bezeichnen, der vor allem mit seinem sehr guten Cast und halsbrecherischen Verfolgungsjagden punkten kann. Die Story selbst dient eher als Aufhänger für eben genannte und rasante Action, kann separat betrachtet nur als mittelmäßig bezeichnet werden, da sie zu wenig Eigenständigkeit oder Spannung aufbringen kann - irgendwann weiß man, was passieren wird. Die Vergleiche und Parallelen zu japanischen Ronin sind leider stark an den Haaren herbeigezogen und wirken dadurch etwas aufgesetzt. Eine entsprechende Szene im Film wirkt entsprechend deplaziert und vollkommen überflüssig.

Von diesen Mängeln einmal abgesehen ist der Film jedoch gut umgesetzt. Die Schauplätze sind sehr schön, die gewagten Verfolgungsjagden durch die engen Straßen Frankreichs großartig und die durch die Hauptstadt Paris nicht minder beeindruckend. Namhafte Hollywoodgrößen (Robert DeNiro, Jean Reno, Sean Bean, u.a.) verkörpern ihre Charaktere sehr gut, die Dialoge gehen in Ordnung, Logikfehler beschränken sich weitestgehend auf ein Minimum und die musikalische Begleitung ist stimmig.
Wer auf handwerkliche Old-School-Thriller steht und klassische Verfolgungsjagden liebt, deren Autos nicht nach bunter Japan-Kotze aussehen, ist bei Ronin an der richtigen Adresse. Der Film ist kein Meilenstein in seinem Genre, aber wie bereits geschrieben ein besserer Vertreter und im Gesamten durchaus unterhaltsam. Besonders schön zu sehen: das Finale im "Le Zenith" und Katarina Witt in einer Nebenrolle. Was war nur in diesem Koffer?

7,5/10

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