Samstag, 19. Oktober 2013

Lincoln (2012)

http://www.imdb.com/title/tt0443272/

Das epische zweieinhalbstündige Drama konzentriert sich auf die letzten Monate der Präsidentschaft Lincolns, seine Bemühungen, den Bürgerkrieg zu einem Ende zu führen, und vor allem den dreizehnten Verfassungszusatz durch den Senat zu bringen. Der damals extrem kontroverse Gesetzentwurf verbot (und verbietet) Sklaverei in jeder Form auf dem Boden der Vereinigten Staaten. Dennoch gab es starken Widerstand, nicht nur unter den politischen Feinden, sondern auch in der Bevölkerung. Lincols wusste, dass er den Verfassungszusatz durchsetzen musste, bevor der Krieg mit den Südstaaten beendet ist, da der Rückhalt in der Bevölkerung vor allem dadurch gewährleistet war, dass der Verfassungszusatz den Krieg mit dem Süden beenden sollte. Der Präsident und sein Kabinett mussten ihre ganze politische Raffinesse in die Waagschale werfen, damit das Gesetz den Kongress passieren konnte, bevor die Südstaaten kapitulieren. Wären sie gescheitert, hätte die Möglichkeit bestanden, dass Sklaverei auch nach einem siegreichen Ende des Krieges seitens der Nordstaaten, wenn wieder wirtschaftliche Interessen in den Vordergrund rücken, erneut Fuß gefasst hätte.

"Lincoln" ist mal wieder ein Film, bei dem ich nicht mal dran denken würde, ihn im Kino zu schauen. "Lincoln" ist ein Biopic über den 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten, Abraham Lincoln. Um genau zu sein, konzentriert sich "Lincoln" auf die letzten Monate im Leben seines Protagonisten, bevor er einem Attentat zum Opfer fiel, welches letztendlich zu seinem Tod führte. Der Film ist zwar lang aber im Endeffekt geht es fast ausschließlich um Lincolns Bemühungen den 13. Verfassungszusatz durchzusetzen. Die Handlung ist an sich eigentlich recht interessant, doch die ganzen politischen Diskussionen haben mich einfach nicht wirklich mitgerissen. Der Themenbereich ist einfach zu komplex, um ihn durch einen Film zu jagen. Zu wenig bekommt man von allem mit: von der Zeit und den Leuten, vom Bürgerkrieg an sich, von der Spaltung des Landes, von der Sklaverei. Sicher, man weiß vieles selbst, aber genau das muss man mitbringen und somit liegt es an jedem selbst, was einen der Film zeigt und lehrt. Außerdem kommt mir Joseph Gordon-Levitt in der Rolle des älteren Sohns von Lincoln einfach unnötig vor. Er trägt einfach nichts zum Film bei. Das selbe Gefühl hab ich auch mit Sally Fields Charakter Mary Todd Lincoln sowie Gulliver McGrath als der jüngere Sohn Lincolns. Daniel Day-Lewis hingegen ist der beste Darsteller des Films. Optisch ist Lincoln großartig gestaltet. Ich hab nie an dem Setting des 19. Jahrhunderts gezweifelt.

Für einen Spielberg-Film braucht er Ewigkeiten um in die Gänge zu kommen. Und am Ende kann man sich Lincoln einmal anschauen, immerhin geht es hier um ein wichtiges, geschichtliches Ereignis, doch bis ich zum Wiederholungstäter werde muss ich wohl einige Zeit verstreichen lassen.

8/10