Montag, 14. Oktober 2013

Chillerama (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1727252/

Mehrere Jugendliche treffen sich zu einem Autokino-Marathon, bei dem mehrere Horrorfilme gezeigt werden. Im ersten Beitrag Wadzilla wird New York von einem bestialischen Spermium angegriffen, das eine Schneise der Zerstörung durch menschliche Unterleibe und Big Apple zieht. In I Was a Teenage Werebear entdeckt ein junger verschlossener Mann (in Anlehnung an … denn sie wissen nicht was sie tun und Grease), dass er ein Werbär wird, wenn er erregt ist. Doch er ist nicht allein. Und in The Diary of Anne Frankenstein bringt Anne Frank und Hitler zusammen, der ein Monster erschaffen will, um den Krieg für sich zu entscheiden. Doch stattdessen erschafft er einen Golem, der seine Judenlocken kreisen lässt und sich gegen den Schöpfer auflehnt.
Doch während die Teenager im Autokino sitzen, merken sie nicht, dass sich gleichzeitig eine Zombie-Armee bereit macht, die Tore der Hölle zu durchbrechen. Das kann ja Eiter werden!

Die Idee, einen Episodenfilm zu machen ist ja nun auch nicht gerade neu. Das kann tierisch in die Hose gehen, einen spannenden Beitrag hervorbringen oder zu einem großen Spaß werden. Dieser Film hier macht es fast richtig und bringt mit insgesamt 3 Episodenfilmen und einer hübschen Umverpackungung einen blutigen und teilweise sehr skurrilen Beitrag zur Thematik. Aber von vorn. "Wadzilla" war für mich der lustigste Film. Allein schon die Idee, dass ein Mann durch die Einnahme eines Medikamentes Supersperma produzieren kann, welches allerdings immer größer wird und letztendlich durch die Straßen New Yorks wabbert um Leute zu verspeisen - nur auf der Suche nach einer entsprechend großen Eizelle zum Befruchten - welche ausgerechnet die Freiheitsstatue innehat... Dialoge genial, Schauspieler passend auf B-Movie-Niveau und Kulissen wie aus dem Puppentheater. Fetzt.

Der zweite Film "I Was A Teenage Werbear" war da schon gar nicht mehr so cool. Vielleicht war es das Thema oder die Sing- und Gesangseinlagen, die sehr an "Grease" erinnern sollten (evntl. war der Beitrag auch als Hommage gedacht), für mich war das jedenfalls nix - vermutlich auch wegen der zu sehr thematisierten Homosexualität, die nun mal jeden Werbear auszeichnet. Da gab es mehr Potential, was hätte ausgeschöpft werden können. Zudem fand ich die Schauspieler sehr unsympathisch.

Ganz anders im dritten (s/w-)Film. "The Diary Of Anne Frankenstein" erklärt kurz und knapp, dass die Frankensteins zu Zeiten des ersten Weltkrieges nach Deutschland flohen und dort - um nicht gefunden zu werden - ihre Nachnamen einkürzten. Allein schon diese Idee verdient einen Preis! Als dann ein Slapstick-Hitler mitsamt Gefolgsleuten die komplette Familie auslöscht, um im Tagebuch die Bauanleitung für den Golem zu finden und auszuprobieren wird es imemr witziger, angefangen von nicht endend-wollenden Schreikrämpfen, die die Schauspieler sehr schön übertrieben-gelangweilt spielen bis zu den Kulissen, die der Golem einfach umgeht, um an seine Opfer zu kommen. Klasse!

Und dann folgt der vierte Film - Halt! - eigentlich kam jetzt ein Film, wo ich kurz daran dachte, den TV einfach auszuschalten, denn in "Deathication", der drohte, den Film mit derben Fäkalhumor in den Abgrund zu reißen. Glücklicherweise übernahm nach ein paar Sekunden das Konstrukt, der "Zom-B-Movie" die Kontrolle über den Film, brach "Deathication" schlagartig ab und verwandelte das Autokino in eine Zombieapokalypse mit einigen genialen Szenen! Und so bleibt nach knappen 2 Stunden ein amüsanter Episodenhorror, wenn man sich darauf einlässt. Gut.

6,5/10