Sonntag, 22. September 2013

Let Me In (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1228987/

Der zwölfjährige Owen (Kodi Smit-McPhee) führt ein ziemlich trostloses Leben im New Mexico der achtziger Jahre. Seine geschiedenen Eltern, mit ihren eigenen Problemen beschäftigt, übersehen, dass Owen von seinen Mitschülern drangsaliert wird. Völlig allein gelassen, hegt Owen düstere Wünsche – am liebsten würde er seine Peiniger alle umbringen. Als Owen mal wieder einen Abend allein vor seinem Wohnblock verbringt, hat er eine merkwürdige Begegnung mit seiner neuen Nachbarin Abby (Chloë Grace Moretz), die gerade mit ihrem ‘Vater’ Thomas (Richard Jenkins) in die Stadt gezogen ist. Abbys sonderbare Art fasziniert Owen und zwischen den beiden entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft. Sie treffen sich nur in der Dunkelheit und wenn sie sich nicht sehen können, senden sie sich durch die Wand Nachrichten per Klopfzeichen. Während Abby zu Hause ist, begibt sich Thomas nachts auf die Suche nach Blut. Und da der Mensch dieses nur ungern freiwillig abgibt, wird New Mexico bald von einer Mordserie erschüttert. Niemand ahnt, dass Owens neue Nachbarn dahinter stecken. Als Abby erfährt, dass Owen regelmäßig von den anderen Kindern schikaniert wird, bietet sie ihm ihre Hilfe an. Owen ahnt noch nicht, wie weit Abby für ihn gehen wird.

Das US-Remake des schwedischen "Låt den rätte komma in" ("So finster die Nacht") orientiert sich sehr strikt an seinem großartigem Original. Und obwohl ich kein allzu großer Fan von Remakes bin, wenn es doch schon ein nicht-amerikanisches großartiges Werk gibt, so bin ich von diesemhier doch sehr positiv überrascht worden. Eins vorweg. Es ist Jahre her, dass ich "So finster die Nacht" sah - und damals schon hielt ich diesen Streifen für sehr geschickt gemacht. Es war etwas Neues, etwas innovatives, was dem Vampirhorror aus seinem buchstäblcihen Sarg heraushalf. Das Remake steht dem nun in nichts nach. Wirkt der Film auch teilweise 1:1 vom Original abgefilmt, beschränkt er sich dennoch mehr auf das Wesentliche. Die Beziehung zwischen Abby und ihrem Begleiter wurde zwar für meinen Geschmack unnötig erklärt und somit jeglicher Interpretationsspielraum zunichte gemacht, dennoch macht der Film erstaunlich wenig falsch.

Die Atmosphäre des Films immer noch düster und trist. Eine Winterlandschaft in New Mexico zu zeigen ist eine interessante Idee. Viele hätten im Vorfeld sicher mit Alaska gerechnet. Allgemein diese Inszenierung empfinde ich als sehr gelungen. Die Kameraarbeit ist wunderbar. Das der Zuschauer Owens Mutter niemals wirklich sieht, lässt die Distanz zwischen den beiden fast greifbar werden. Auch eine der Änderungen führt zu einer grandiosen Kameraeinstellung, im inneren eines sich überschlagenden Autos. Allgemein ist der Film natürlich etwas reißerischer, eben amerikanischer - woei man in diesen Satz nicht zu viel hineininterpretieren sollte.
Ein, für mich, wichtiges Plus ist die weibliche Hauptrolle. Chloë Grace Moretz habe ich seit "Kick-Ass" fest auf meinem Radar. Ähnlich wie Ellen Page, halte ich sie für eine der hoffnungsvollsten Jungsschauspielerinnen, die Hollywood momentan zu bieten hat. Eine die auch wirklich etwas kann und nicht nur (zukünftig) hübsch herumsteht. Hier zeigt sie eine unglaublich intensive Leistung. Auch die Chemie zwischen den beiden Kindern stimmte absolut. Die Gefühle waren nicht peinlich oder aufgesetzt sondern hatten eine unschuldige Ehrlichkeit. Das setzt dem Ganzen nochmal die Krone auf. Trotzdem bekommt es einen halben Punkt weniger als das Original. Wegen der Dieberei.

8/10