Sonntag, 14. April 2013

We Were Soldiers - Wir waren Helden (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0277434/

November 1965: Die US-Armee schickt Lt. Col. Hal Moore (Mel Gibson) mit einem Gefolge aus 400 Soldaten in das Ia-Drang-Tal nach Nord-Vietnam. Der Einsatzbefehl: Den Feind aufspüren und eliminieren. Was den Franzosen elf Jahre zuvor schon zum Verhängnis wurde und in einem Massaker endete, widerfährt nun auch den Amerikanern. Von einer fünffachen Übermacht bedroht, gerät die Landung im Tal bald zum tödlichen Hinterhalt. Schon am ersten Tag der Schlacht gibt es zahlreiche Verluste. In der Nacht plant der Vietcong seinen finalen Angriff auf die zahlenmäßig hoffnungslos unterlegenen Invasoren... 

Ein guter Vietnamfilm mit einem gewohnt guten Mel Gibson. Allerdings war die erste dreiviertel Stunde am Rand des Erträglichen, denn was da an Pathos, Schmalz und pseudomoralischen Floskeln abgeworfen wurde, war fast so schlimm wie der Napalm-Angriff später. Da stellt sich die Ehefrau eines Soldaten dumm, wenn sie nicht weiß, was das Schild "Nur weiß" in einer Wäscherei bedeutet, nur damit dann alle schockiert wegen der anscheinend sehr unbekannten Rassendiskriminierung in den USA schauen. Das wirkt schon sehr konstruiert, um dem Publikum vielleicht noch zur Kriegsthematik die eine Prise Gedankengut mitzugeben, den man eben für einen moralisch anprangernden Film braucht.

Und so kann man durchaus froh darüber sein, dass gerade in den späteren Kriegsszenen dieser Pathos dann doch soweit heruntergeschraubt wurde, so dass die ganze Sache auch den nötigen Realismus und den bitteren Ernst bekam, den sie auch verdiente. Auch wenn zu Beginn versucht wird, die (später) wichtigsten Figuren einzuführen und durch eine Hintergundgeschichte zu vertiefen, ist es einzig und allein Mel Gibsons Charakter der den gesamten Film über eine tragende und bedeutende Rolle spielt. Die anderen Namen sind nur Schall und Rauch im Kriegsgemetzel und haben kaum oder keine Wirkung auf den Zuschauer.

Eine höhere Bewertung für "Wir waren Helden" wird schlussendlich aber nicht durch die wenige Dramatik verhindert, sondern wegen der unglaublich einseitigen Darstellung der Ereignisse. Der Vietcong bekommt keine großen Szenen. Er ist als Feind den gesamten Film über pures Kanonenfutter und wird am Ende ruhmreich und scheinbar verdient durch die US-Soldaten besiegt. Etwas mehr Tiefe anstatt Patriotismus wäre in der Retroperspektive somit wünschenswert gewesen und hätte diesen Streifen wohl in die oberste Riege seines Genres befördert.

7/10