Montag, 21. Januar 2013

Trust - Trust: Die Spur führt ins Netz (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1529572/

Will (Clive Owen) und Lynn Cameron (Catherine Keener) führen ein unbeschwertes Leben in einem beschaulichen und sicheren Vorort. Die beiden haben drei Kinder erfolgreich groß gezogen, und wirklich nichts scheint ihre heile Welt zu bedrohen. Dann lernt die 14-jährige Tochter Annie (Liana Liberato) in einem Online-Chat einen neuen Freund kennen, der sich als Charlie (16) ausgibt. Will und Lynn denken sich nichts dabei, sie reden mit Annie darüber, und die Fotos von Charlie sehen auch harmlos aus. Doch dann trifft sich Annie heimlich mit Charlie, und es stellt sich heraus, dass die neue Bekanntschaft in Wirklichkeit ein 40-jähriger Pädophiler ist, der sie vergewaltigt. Als das Verbrechen schließlich ans Licht kommt, wird der Vorfall zum Prüfstein für die ganze Familie. Will scheint wie besessen davon, den Mann zu finden, der dies seiner Tochter angetan hat, während Lynn zuhause allein vor den Trümmern ihrer einst perfekten Familie steht...

Ein sehr interessanter mit Spannung und Dramaturgie besetzter Film der bis zum Ende hin für ein wenig Unbehagen, mitfühlende Wut, Hass und Rache sorgt. Die qualitativ hochwertigen Besetzung spielt sehr überzeugend, gerade Liana Liberato lässt keine Szene aus um ihre Glaubwürdigkeit zu präsentieren, sei diese verständlich in unseren Augen oder nicht. Ob nun gewollt Sex mit einem älteren Mann den sie zu lieben glaubt oder dann doch die Erkenntnis, dass es doch eine Vergewaltigung war. Bei diesem Familiendrama kann man sich in jede Figur sehr gut hineinfühlen. Beide Elternteile spielen ihre Rolle der eigenen Wahrnehmung des Geschehenen ebenfalls sehr gut, die Mutter (Catherine Keener), die für die Tochter da sein will, ihr Liebe und Zuneigung schenkt in der schweren Zeit oder der Vater (Clive Owen), der auf Rache, Vergeltung und teilweise Mord aus ist. Die traurige aber leider realistische Wahrheit über das Thema Gesellschaft, Aufklärung, das Erwachsen werden und das leidige Thema Internet wurde hier von David Schwimmer hervorragend rübergebracht. Psychologisch ist der Film ebenfalls sehr interessant, gerade die Ambivalenz der Tochter, die sich in zwei Hälften teilt ist äußerst interessant, skurril, unverständlich und mitfühlend zugleich mit einem irgendwie würdiger und gleichzeitg beängstigendem Schluss. Ein wirklich guter Film. 

7/10