Montag, 1. Januar 2018

V For Vendetta - V wie Vendetta (2005)

http://www.imdb.com/title/tt0434409/

In einem tolitär geführten Großbritannien hat der Großkanzler Adam Sutler (John Hurt) das Sagen. Wiederstandsgegner werden beseitigt, die Medien kontrolliert. Ein maskierter Mann namens V (Hugo Weaving) beginnt führende Mitglieder des Regimes zu ermorden und versucht die Öffentlichkeit zu mobilisieren ebenfalls gegen die Regierung vorzugehen. Eines Nachts rettet V die junge Evey (Natalie Portman) vor zwei Fingermännern, den skrupellosen Helfershelfern der Regierung.  V zeigt ihr sein Versteck, indem sich viele von der Regierung verbotene Kunstwerke befinden. Über die Medien ruft V schließlich die Bevölkerung zum Wiederstand am 5. November des Folgejahres auf und nutzt hierzu Eveys Ausweis um sich Zugang zu deren Arbeitgeber, einem lokalen Fernsehsender, zu verschaffen. Evey, die zwischenzeitlich wieder in ihr geregeltes Leben zurückgekehrt ist, wird Zeuge eines schleichenden Wandels. Ihr Freund, der Komiker Deitrich (Stephen Fry), macht Witze auf Kosten des Großkanzlers und wird umgehend zum Schweigen gebracht. Evey wird kurz darauf ebenfalls verschleppt. Zeitgleich untersuchen die Detektives Finch (Stephen Rea) und Dominic (Rupert Graves) die Morde an hochrangigen Regierungsmitarbeitern, die mit dem Rächer V in Verbindung gebracht werden. Bald ergibt sich ein Muster...

"Remember, remember the Fifth of November
Gunpowder, treason and plot;
I know of no reason why gunpowder treason
Should ever be forgot."

So lautet ein Kinderreim, der auf das versuchte Attentat des Guy Fawkes, der im sogenannten "Gunpowder Plot" einen Anschlag auf den damaligen englischen König Jakob I. verüben wollte, indem er das House of Parliament in die Luft jagen wollte. Soweit der Hintergrund zur Geschichte. Denkt man nun an DC Comics, denken die meisten doch eher an Kassengift wie "Green Lantern". Doch wo Schatten ist, da ist auch Licht. Eine der besten DC Comics-Verfilmungen ist "V For Vendetta" - auch wenn einer der Zeichner des Comics, Alan Moore, vom Endergebnis wenig begeistert war, dies lag aber hauptsächlich an den Änderungen, die im Drehbuch vorgenommen wurden. Die Handlung wurde von den USA nach Großbritannien verlegt und Vs Motivation war kein Freiheitsdrang, sondern ursprünglich Anarchie. Moores Kollege David Lloyd konnte die Aufregung nicht so ganz verstehen, man habe sich schließlich nicht blind auf die Abtretung der Filmrechte eingelassen. Aber Moore ging es wohl eher um’s Prinzip.

Es ist dennoch höchst erstaunlich wie aktuell die Geschichte ist. Großbritannien hat nicht erst seit dem Brexit-Voting öfter mal sein eigenes Süppchen gekocht und sich nach außen hin abgeschottet. Und auch die Guy Fawkes-Maske, die Comiczeichner Alan Moore und David Lloyd durch ihren Comic salonfähig gemacht haben, findet sich heutzutage auf jeder Anti-Regierungsdemonstration genauso wie als Erkennungszeichen des Hackerkollektivs Anonymous. Und überhaupt scheint Widerstand oder zumindest steigende Skepsis gegenüber der Obrigkeit derzeit ein weltweiter Trend zu sein. Daher verliert "V For Vendetta" - weder der Graphic Novel noch der Film - nichts an seiner Aktualität.

James McTeigues Debütfilm legt mehr Wert auf eine starke Story als auf blinde Gewaltorgien. Natürlich wird auch mal gekämpft, aber die Kämpfe stehen immer im Dienste der Geschichte (was heutzutage ja fast schon eine Rarität ist). Natalie Portman ist eine starke Protagonistin. Insgesamt ist der Cast recht namhaft besetzt: Hugo Weaving, Stephen Fry und Rupert Graves. Fast schon wie Ironie wirkt das Casting von John Hurt als gnadenloser Diktator. Einige Aspekte bleiben unbeantwortet, dennoch tun diese Logiklöcher dem Filmspaß keinen Abbruch, vielmehr beginnt der Zuschauer über die Story nachzudenken, was man angesichts des Themas (Unterdrückung durch die Regierung, Einsatz für Freiheit und Gerechtigkeit) nur begrüßen kann. Der Film ist daher, dank einer temporeichen Narration und einem starken Cast sehr sehenswert.

8,5/10