Freitag, 5. Januar 2018

The 33 - 69 Tage Hoffnung (2015)

http://www.imdb.com/title/tt2006295/

2010 richtet die ganze Welt ihren Blick auf San José in Chile. Dort werden 33 Männer nach einer Explosion in einer Gold- und Kupfermine verschüttet, mehr als 600 Meter unter der Erde. 69 Tage lang arbeitet ein internationales Team unter Führung von Andre Sougarret (Gabriel Byrne) Tag und Nacht an der Bergung der eingeschlossenen Kumpel. Unter den Verschütteten sind Mario Sepúlveda (Antonio Banderas), Laurence Goldborne (Rodrigo Santoro) und Jeff Hart (James Brolin). Sie überlegen fieberhaft, wie sie überleben können, während oben die mediale Öffentlichkeit auf Lebenszeichen wartet – und natürlich Angehörige der Männer bangen, so wie María Segovia (Juliette Binoche), deren Bruder eingeschlossen ist. Den Minenarbeitern mangelt es in der finsteren Tiefe an Wasser, Lebensmitteln und Sauerstoff. Doch die Hoffnung stirbt zuletzt und so gelingt es Mario, Videos an die Oberfläche zu befördern, um die Rettungskräfte und Familien darüber zu informieren, was unten passiert...

"69 Tage Hoffnung" ist ein Katastrophenfilm, der das Grubenunglück von San José vom August 2010 zum Thema hat. Ein Film über 33 Minenarbeiter, die verschüttet wurden und über zwei Monate ausharren mussten, bis sie endlich befreit wurden. Und zu Beginn weiss "69 Tage Hoffnung" gleich mit einer gehörigen Portion Action aufzuwarten, nachdem die Protagonisten eine kurze Einführung erhalten haben. Vom werdenden Vater über den untreuen Liebhaber bis zum Beinahe-Pensionär, der nur noch zwei Wochen Dienst ableisten muss, sind menschen jeder Coleur in der Mine vertreten.

Der Einsturz der Mine selbst ist ziemlich gut gemacht und auch sehr spannend. Aber danach verliert sich der Film in endlosem Gerede, politischen Querelen hier und da und vom Schicksal der Männer tief in der Grube bleibt nur wenig haften. Da ist es nur gut, dass mit Mario Casas und Antonio Banderas zwei namhafte Schauspieler gefunden wurden, die den Film auch tragen können. Sogar Lou Diamond Philips und Gabriel Byrne sind zu sehen, spielen aber etwas müde und nicht authentisch genug. Für ein Kammerspiel ist "69 Tage Hoffnung" ganz gut geworden, auch wenn viel zu wenig Emotion im Spiel ist, die den Zuschauer auch von der Hoffnungslosigkeit und der Tragik ca. 700 Meter unter der Erde überzeugen können. Nun weiß man als interessierter Nachrichtenmensch, dass sowieso alle 33 gerettet worden sind - da wäre es gut gewesen, die Einzelschicksale und deren Gedanken während der Zeit in der Mine weiter auszubauen, auch etwas mehr Dramatik, weniger Kitsch und auch die seltsam unpassende chilenische Musik, die zwar zum Land aber keinesfalls zum Film passt, wäre gut gewesen.

Auch fühlt es sich so an, als ob alle Texte nur für Banderas und um seine Rolle herum geschrieben wurden. Dies wirkt allerdings etwas zu heroisch. Er spielt den Anführer, den Helden, der alle Männer beisammen hält, jedoch steht ihm dies in diesen Momenten nicht gut zu Gesicht. Trotzdem ist das ganze Szenario durchaus interessant. Der chilenische Bergbauminister bekommt im Film eine besonders engagierte Rolle zugeschrieben. Ob dem wirklich so war, kann man sicher anzweifeln, aber seine Rolle ist noch am emotionalsten und damit schönsten. "69 Tage Hoffnung" ist ein guter Katastrophenfilm, dem etwas mehr Spannung nur gut getan hätte. Er ist interessant, aber man wird am Ende das Gefühl nicht los, dass hier mehr drin gewesen wäre.

6,5/10