Montag, 7. August 2017

[KINO] War For The Planet Of The Apes - Planet der Affen: Survival 3D (2017)

http://www.imdb.com/title/tt3450958/

Der Krieg, den Koba (Toby Kebbell) mit den von der Seuche stark dezimierten Menschen angezettelt hat, ist in vollem Gange. Affen-Anführer Caesar (Andy Serkis) geht es dabei gar nicht länger ums Gewinnen, er will lediglich einen Weg finden, wie er mit seinem Stamm in Frieden leben kann. Doch eine Spezialeinheit unter Führung des brutalen Colonel (Woody Harrelson) will Caesar um jeden Preis tot sehen und so werden im Urwald vor den Toren San Franciscos weiterhin blutige Gefechte ausgetragen, die in einem heimtückischen Anschlag auf das geheime Versteck der Affen gipfeln, das ein Verräter preisgegeben hat. Nun gärt in dem sonst friedliebenden Caesar das Bedürfnis nach Rache und mit seiner rechten Hand Rocket (Terry Notary) und einigen weiteren Getreuen macht er sich auf die beschwerliche Suche nach dem Colonel, fest entschlossen, keine Gnade mehr walten zu lassen.

Diese Trilogie ist ein gutes Beispiel dafür, dass die oftmals gescholtenen Reboots auch außerordentliche Qualität besitzen können. Es ist schon bemerkenswert wie es der "Planet der Affen" Reboot-Trilogie gelingt, den Zuschauer nach und nach zu emotionalen Komplizen der Affen zu machen, mit denen man sich identifiziert und mit denen man mitfiebert, wohingegen die menschlichen Artgenossen als die eigentlichen, unzivilisierten Tiere dargestellt werden, die nicht in der Lage sind Konflikte intelligent und gewaltlos zu lösen. "Planet der Affen: Survival" stellt in dieser Hinsicht einen Höhepunkt dar. Vor allem dank der schauspielerischen Glanzleistung von Andy Serkis (als Anführer der Affen Caesar) wünscht man den Affen sich aus der Tyrannei des von Woody Harrelson ebenfalls grandios gespielten Colonel zu befreien. Anstatt eine - wie der Titel suggeriert - wilde Actionstory zu inszenieren, in der es an allen Ecken und Ende kracht und rummst (so wie es auch der Trailer suggerierte), präsentiert uns Regisseur Matt Reeves eine durchdachte, mit Anspielungen auf politische Probleme unserer Zeit durchsetzte Geschichte, welche zum Nachdenken anregt und dem Zuschauer dazu zwingt eine ganz neue Perspektive auf die Welt, in die der Film spielt einzunehmen. An einigen Stellen sehr emotional, sehr mitreißend und durchweg spannend, von der ersten Minute an.

Leichte Drehbuch-Schnitzer, die sich im Film als Zufalls-Produkte darstellen, schmälern ein wenig den ansonsten absolut herausragenden Gesamteindruck und veranlassen dazu, nicht die volle Punktzahl zu vergeben. Der immerwährende düstere und melancholische Grundton legt sich wie ein dunkler Schleier über die Geschichte. Gelegentlich wird diese bedrückende Stimmung durch den als Comic Relief etablierten "Bad Ape" durchbrochen und aufgelockert. Auf grandiose Weise wird gezeigt, wie sich die Erde in jenem Planeten der Affen verwandelt, den der interessierte Zuschauer aus dem Klassiker von 1968 kennt und wie die Menschen letztlich durch eigenes Verschulden zu einer tierähnlichen Spezies wurden, die vom Affen als dominante Art auf diesen Planeten abgelöst wurde. Verglichen mit dem zweiten Teil - der meiner Meinung nach einige Längen aufwies - stellt "Planet der Affen: Survival" den absoluten Höhepunkt der Trilogie dar. Er packt den Zuschauer emotional, ohne jemals ins allzu Kitschige abzudriften. Insgesamt schlägt "Planet der Affen: Survival" sehr ruhige Töne an und bietet unbeschreibliche Spannung bis zur letzten Sekunde, mit einem tränenreichen Ende. Für diesen Film kann ich eine klare Empfehlung aussprechen. Großartig!

 8,5/10