Sonntag, 5. Februar 2017

Street Kings (Director's Cut) (2008)

http://www.imdb.com/title/tt0421073/

Detective Tom Ludlow (Keanu Reeves) vom LAPD, dem Los Angeles Police Department, hat sich mit seiner kompromisslosen Herangehensweise nicht nur Freunde gemacht und gerät nach einer besonders spektakulären Geiselnahme ins Visier des internen Ermittler Biggs (Hugh Laurie), der nur darauf zu warten scheint, dass Ludlow bei seiner Arbeit einen schwerwiegenden, letzten Fehler begeht. Als einige Tage später Ludlows ehemaliger Partner, Terrance Washington (Terry Crews), von unbekannten Tätern auf offener Straße hingerichtet wird und in Ludlows Armen stirbt, gehört Ludlow zu den Hauptverdächtigen, denn Washington soll bei Biggs gegen ihn ausgesagt haben. Ludlow ermittelt nun mit Hilfe des jungen Kollegen Paul Diskant (Chris Evans) ohne das Wissen seiner Vorgesetzten, um die Mörder doch noch zu schnappen. Dabei stoßen die beiden auf ein dichtes Netz aus Korruption und Verrat...

Wer seine Krimis kennt, weiß, dass James Ellroy es gerne deftig-heftig mag und sein Lieblingsthema die Korruption innerhalb der Polizeibehörde von LA ist. So ist auch Ludlow eine typische Ellroy-Figur (und wird zudem von Keanu Reeves hervorragend verkörpert), gleichermaßen hart im Austeilen wie Einstecken und obwohl von Berufs wegen ein Gesetzeshüter, nimmt er es mit eben jenem nicht immer so genau. "Street Kings" macht genau wie seine Hauptpersonen keine Gefangenen. Kein Cop kommt hier gut weg, und irgendwie hat jeder Dreck am Stecken. Schonungslos hält die Kamera drauf, wenn Keanu Reeves die Verdächtigen eliminiert, und der Mord an Washington (Terry Crews) gleicht einer Hinrichtung. Doch wenn auch die Actionszenen eher hart ausfallen, so ist "Street Kings" kein reiner Action-Film, eher ein Thriller. Dementsprechend wird die Spannung mehr und mehr aufgebaut.
 
Diese erstklassige Drehbuchvorlage von Ellroy hat Regisseur David Ayer jedenfalls konsequent zu einem schmutzigen und schonungslosen Cop-Thriller verarbeitet, in dem neben all der Härte auch immer ein wenig Film Noir-Melancholie mitschwingt. Im Grunde macht der Film also nicht viel verkehrt. Keanu Reeves steht die Rolle als harter Cop ganz gut, seine Freundin (Martha Higereda) funktioniert als Eye-Catcher für die ohnehin männliche Zielgruppe ziemlich gut und Hugh Laurie macht irgendwie nichts anderes als seine Rolle als "Dr. House" in die Dienstaufsicht zu versetzen. Der Film kann dem Genre des finsteren Cop-Thrillers zwar keine neue Seiten abgewinnen, das macht aber auch nichts, es gibt einfach zu wenig gute Filme dieser Art. Und mangels Massenkonkurrenz spielt dieser Film in der gleichen Liga wie seine Vorgänger im Geiste: "Dark Blue", "Training Day", "L.A. Confidental" - die Liste ist endlos. Aber irgendwie funktioniert die ganze Sache und die düstere Atmosphäre passt perfekt zur ebenfalls sehr guten und vor allem extrem spannenden Story. Kann man machen.

7/10

Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD auch im auf 333 Stück limitierten und nummerierten Mediabook: