Donnerstag, 31. März 2016

The Good Dinosaur - Arlo & Spot 3D (2015)

http://www.imdb.com/title/tt1979388/

In einer Welt, die nie von einem Meteor getroffen wurde, sind die Dinosaurier nicht ausgestorben, sondern leben weiter auf der Erde. Zu ihnen gehört auch der gutmütige Apatosaurus Arlo (Stimme im Original: Raymond Ochoa / deutsche Fassung: Cosmo Claren), der zwar stets versucht, seine Familie tatkräftig zu unterstützen, sich jedoch vor allem und jedem fürchtet. Als er eines Tages aber in einen reißenden Fluss fällt und erst weit entfernt von seinem Zuhause wieder an Land gespült wird, muss er sich in einer ihm fremden Umgebung seinen Ängsten stellen. Dabei ist er allerdings nicht allein, hat er kurz zuvor doch Bekanntschaft mit dem wilden Menschenjungen Spot gemacht, der ganz im Gegensatz zu Arlo vor keiner Gefahr zurückschreckt. Auch wenn der junge Dinosaurier anfangs nicht viel mit dem knurrenden Energiebündel anfangen kann, entwickelt sich zwischen den beiden schnell eine ungewöhnliche Freundschaft, die ihnen hilft, das turbulente Abenteuer zu bestehen, das vor ihnen liegt.

Zwei Pixar-Filme im selben Jahr, das ist eher ungewöhnlich. Vor allem wenn der erste gerade mal 2 Monate zuvor in die Kinos kam. "Arlo & Spot" will aber im Gegensatz zu "Alles steht Kopf" ein eigenständiger Animationsfilm mit höheren Fokus auf eine jüngere Zielgruppe sein. Dazu mit einer eher konventionellen Geschichte die einen gewissen Wert auf Emotionen, Drama und Gefühl legt.

"Arlo & Spot" hat darüber hinaus die photorealistischsten Bilder, die Pixar jemals auf die Leinwand gezaubert hat: Wasser, Landschaften, Pflanzen, Stürme – das ist stellenweise atemberaubend schön. Aber es ist natürlich immer nur computergeneriert, und die oftmals auf Niedlichkeit zielende, fast immer übertrieben wirkende Stilisierung der Dinosaurier passt dann zu den Naturbildern gar nicht mehr so recht dazu. Die Figuren wirken wie Fremdkörper in ihrer eigenen Welt. Dass dies nicht stört, liegt eben wieder in der zum Dahinschmelzen süßen Sympathie der beiden Hauptakteure Arlo, ein Apatosaurus, und Spot, dem kleinen Höhlenmenschen. Die Geschichte hingegen ist nicht so überzeugend. Die Grundidee ist lange klar, und so erübrigt sich der restliche Film eigentlich sehr schnell. Auch wenn einige Szenen gut gelungen sind, schafft es die Story auf lange Sicht nicht, den Zuschauer wirklich mitzureissen. Dies liegt vor allem auch am Bekanntheitsgrad und der Entwicklung der Geschichte, die so sicher schon Dutzende Mal verfilmt wurde.

Der Film ist dennoch (und das ist komisch weil widersprüchlich) unterhaltsam. Für einen Kinderfilm ist er aber doch sehr gewagt, denn er ist an einigen Stellen sehr brutal und vor allem erztraurig. Für Peter Sohn, welcher Bob Peterson ("Oben") ersetzt hatte, ist "Arlo & Spot" der erste Abendfüllende Spielfilm als Regisseur. Bekannt war er bis jetzt nur für den sehr genialen Kurzfilm "Teilweise wolkig". Aber hier sind die Figuren zu eindimensional, die Geschichte in ihrer Bekanntheit zu banal erzählt. Entschleunigung ist schön und gut und auch jederzeit willkommen, doch dieser Film lässt sich mit "Dino geht verloren, Dino findet Mensch, Dino geht nach Hause" in einem Satz vollumfänglich erklären. Herzig ist das natürlich trotzdem irgendwie, hier und da sitzt der Humor und wer nahe am Wasser gebaut ist wird hier sicher auch Taschentücher verbrauchen, denn stellenweise ist "Arlo & Spot" richtig traurig. Aber unterm Strich fühlt sich das alles an wie dreimal recycelt und das drücken auf die Tränendrüsen erfolgt so dermaßen berechnet dass man sich hinterher ärgert, darauf hereingefallen zu sein. Ein schön anzusehender, netter und optisch beeindruckender Film, aber leider auch nicht mehr als das.

7/10

Exklusiv bei zavvi (UK) gab es den Film im limitierten und geprägten Steelbook, welches den Film sogar in deutscher Sprache und in der 2D/3D-Fassung enthält.


Dienstag, 29. März 2016

13 Sins (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2059171/

Elliot Brindle (Mark Webber) erhält die einmalige Chance, eine große Menge Geld zu gewinnen, wenn er 13 moralisch zunehmend fragwürdigere Aufgaben bewältigt. Das kommt ihm nur allzu gelegen, erhält er doch so die Möglichkeit, aus seinen Schulden herauszukommen. Über sein Telefon erhält er gesprochene und geschriebene Nachrichten, die ihm genau mitteilen, was er zu tun hat. Prüfung Nr. 1: Eine Fliege zerquetschen und sie anschließend verzehren. Während der unverhoffte Gewinnspielteilnehmer anfangs noch die Chance auf einfach errungenen Reichtum wittert, entpuppen sich die Prüfungen nach und nach als immer schwieriger und verwerflicher. Bald schon interessiert sich ein Ermittler der Polizei (Ron Perlman) für seine Aktivitäten und eine neue Variable kommt ins Spiel: Ist er der einzige, der von der mysteriösen Stimme am Telefon diese Aufträge erhält? Welchen Ausweg gibt es aus diesem Katz-und-Maus-Spiel der Sünde?

Daniel Stamm, ein deutscher Regisseur (der unter anderem mit "Der letzte Exorzismus" eine gewisse Bekanntheit erlangte) liefert einen erstaunlich starken Thriller ab, der höchstens unter Budget-Aspekten ein B-Movie ist. Mit großartiger technischer Umsetzung ist dieser Film im Einheitsbrei der Thriller so richtig erfrischend. Die Story ist nicht 100% neu, aber in diesem speziellen Fall muss sie das auch gar nicht sein. Nein, "13 Sins" ist irgendeine Mischung aus "The Game" und "SAW", besser kann man das Gesehene wahrscheinlich auch nicht beschreiben. Darstellerisch alles absolut im Normbereich und mit Ron Perlman hat man hier sogar ein bekanntes Gesicht in einer Nebenrolle sehen können. Ein kleiner Kritikpunkt ist vielleicht, dass man den eigentlichen Hintergrund nicht wirklich erfährt, sondern "einfach nur so" dieses perfide Spiel mitspielt und somit der obligatorische Interpretationsspielraum vorhanden ist, dennoch weiß das Ende mit einem netten, kleinen Twist zu überzeugen. Es sind eben manchmal die etwas unscheinbaren Streifen, die einen hin und wieder wirklich positiv überraschen. Für eine FSK-16-Freigabe ist der Streifen zudem äusserst graphisch.

7,5/10

Montag, 28. März 2016

The Hunger Games: Mockingjay, Part 2 - Die Tribute von Panem: Mockingjay: Teil 2 3D (2015)

http://www.imdb.com/title/tt1951266/

Der Krieg in Panem spitzt sich immer weiter zu. Die junge Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence), die mittlerweile ganz offen als Gesicht der Rebellion der Distrikte gegen Präsident Snow (Donald Sutherland) und sein totalitäres Regime gilt, bereitet sich auf die letzte große Konfrontation vor, die alles beenden und die Bevölkerung endgültig befreien soll. Mit jedem Erfolg der Aufständischen wird Snow nur noch besessener davon, Katniss zu stoppen. Unter Einsatz ihres Lebens will sie gemeinsam mit einer Einsatztruppe aus Distrikt 13, zu der auch ihre Freunde Gale (Liam Hemsworth), Finnick (Sam Claflin) und Peeta (Josh Hutcherson) gehören, das Kapitol erobern und Snow ein für alle Mal stürzen. Doch die Gefahren, die beim Kampf um die Zukunft auf sie warten, übertreffen alles, was die jungen Leute je in den Arenen der Hungerspiele durchleben mussten...


Man könnte argumentieren, dass es "Mockingjay" vom Tempo her geschadet hat, dass er in zwei Teile gespalten wurde, der Film dadurch aber den Themen des Erwachsenwerdens und der (politischen) Zwiespältigkeit von Revolutionen mehr Raum gibt. Somit hatte man zumindest die Möglichkeit, sich subtil und schrittweise in die Charaktere einzufühlen. Leider ist der Weg zur Belagerung, der Kampf im Kapitol dann doch nur eine bekannte Suppe, die bei schwacher Hitze vor sich hin köchelt. Mit moralischen Grauschattierungen gewürzt, wird um den heißen Brei gerührt, bis das Finale nur noch fade schmeckt. "Die Tribute von Panem: Mockingjay: Teil 2" leidet dabei, wie auch schon der erste Teil etwas unter der zu niedrigen Altersfreigabe. Hier ist mehr als deutlich zu spüren, wie sehr Regisseur Francis Lawrence mit angezogener Handbremse arbeiten musste. Vom erwarteten blutigen und brutalen Showdown ist nur der Rahmen übrig geblieben, auch wenn das Maximum dessen ausgereizt wird, was eine FSK12-Freigabe zulässt. Die Exposition des Teils ist somit in der Tat etwas zu lang, aber sobald es mal losgeht, kann auch "Mockingjay, Part 2" wieder richtig packen. Die Actionszenen sind aber endlich wieder abwechslungsreich und sogar spannend.


Das Ganze stellt zwar irgendwo einen runden Abschluss der "Hunger Games"-Saga dar, doch leider ist der Streifen auch irgendwann überraschungsarm und in vielen Sszenen schleppend. So gibt es viel mehr ruhige Momente als erwartet, und diese Szenen haben darüber hinaus auch kaum etwas zu bieten weshalb sich gerade das erste Drittel des Films etwas zieht. Natürlich hat der Film auch mal hochspannende Szenen mit gut inszenierter Action, doch das kommt viel zu selten vor. Der Cast gibt nochmal alles, in erster Linie natürlich Jennifer Lawrence, für die diese Rolle längst zu einer Fingerübung geworden ist.

Der zweite Teil des dritten Teils ist somit weiterhin ein überraschend pessimistischer Blockbuster mit eine erbarmungslosen Abwärtsspirale. Über alles liegt die depressive, unversöhnliche Natur des Krieges. Flüchtige Schimmer der Hoffnung werden mit schwermütigen Dialogen und psychischen Konflikten den Garaus gemacht. In einer fast schon mutigen Art und Weise wird ständig entscheunigt, unterbrochen und wiederholt. Die Figuren kommen einem dadurch aber auch nicht näher. Ohne epischen Schwung, unterkühlt, fast lustlos, geht die ganze Geschichte zu Ende. Gleichwohl wird das marginal emanzipierte Frauenbild noch in den letzten Film-Metern zu einem Familien-Mutter-Tier deformiert. Optik, Effekte und Soundtrack reihen sich nahtlos in die qualitativ guten Vorgänger ein. Es ist ein solider Abschluss der "Die Tribute von Panem"-Reihe. Der Film ist ein würdiges Finale und Abschluss des Franchise, mit den erwähnten Schwächen.

7/10

Die "Hunger Games"-Trilogie gibt es in einer schicken Box. Diese beinhaltet als einzige "Mockingjay, Pt. 1" in 3D, verfügt über einen ausführlichen Buchteil und ist optisch ein kleiner Leckerbissen.


The Hunger Games: Mockingjay, Part 1 - Die Tribute von Panem: Mockingjay: Teil 1 3D (2014)

http://www.imdb.com/title/tt1951265/

Nachdem Katniss (Jennifer Lawrence) erfahren musste, dass ihr Heimat-Distrikt 12 vollständig zerstört wurde, begibt sie sich dorthin, um die Ausmaße selbst in Augenschein zu nehmen. Bis auf die Unterkünfte für die Sieger der Spiele wurde der gesamte Bezirk von der Regierung in Schutt und Asche gelegt, allein der Familienkater Butterblume hat überlebt. Katniss bringt das Tier in ihr neues Zuhause: Distrikt 13. Dessen Bewohner leben im Untergrund, besitzen Kernwaffen und stehen der Regierung feindlich gegenüber. Katniss ist noch immer das Gesicht der Revolution, der auch ihr Freund Gale Hawthorne (Liam Hemsworth) angehört. Sie weigert sich aber anfänglich, an Propaganda-Aktionen für den Aufstand teilzunehmen, da sie um das Leben von Peeta (Josh Hutcherson) fürchtet. Der wird von der Regierung als Lockvogel eingesetzt und warnt in einer Sondersendung die Revolutionäre vor einem Militärschlag seitens der Regierung, sollten diese sich nicht ergeben. Auf das Versprechen hin, dass Peeta im Falle eines Sieges nicht bestraft wird und sie den Präsidenten des Kapitols selbst töten darf, willigt Katniss schließlich doch ein, den Revolutionären zu helfen.

Der lange und verwinkelte Weg zur Revolution ist mit 7-Tage-Regenwetter-Gesicht eine wahrlich zähe Angelegenheit. Der neueste Trend: Möglichst viele Szenen der Literaturvorlage zu bebildern, um maximale Gewinne einzustreichen. Der Film trauert damit aber einer aseptischen Liebesgeschichte hinterher und die Macht des phrasenhaften Dialogs ist vergleichbar wie der Weg zum Erwachsenwerden. Wie auch die beiden Vorgänger ist "Mockingjay" aber kompetent in Szene gesetzt und liefert eine interessante Geschichte, welche Fantasy, Dystopie und leichte Anklänge von sozialkritischen Themen mit sich bringt. Das Ganze ist sicherlich in erster Linie für Jugendliche gedacht und entsprechend findet man hier junge, mutige Heldenfiguren sowie eine zielgruppengerechte Liebesgeschichte vor. Man kann aber an der Idee Gefallen finden, endlich einmal ein Fantasy-Setting mit moderner und teilweise futuristischer Technik sehen zu dürfen, was es in der Filmwelt leider viel zu selten zu sehen gibt.

"Mockingjay Teil 1" will auch etwas tiefgründiger als seine beiden Vorgänger, ein moderner Kriegsfilm über Medien-Manipulation, Faschismus, fremdbestimmten Erwartungen und inneren Kämpfen sein, will tiefenpsychologisch die Zielgruppenbedürfnisse, die Lebenswelten des jugendlichen Publikums mit großer Ernsthaftigkeit ernst nehmen. Das ist ehrbar und nicht so von einem Industrieprodukt zu erwarten gewesen. Entstanden ist eine Art Warteschlange auf die große Schlacht, der erzählerische Bogen des eh schon schmalen Romans wird gewaltsam unterbrochen. Leider entstehen so unnötige Längen, Kern-Motive werden immer und immer wieder wiederholt. Emotionale Highlights sind eher spärlich gesät, eine trübe Beerdigungsstimmung kommt auf. Der eh schon arg dünne Plot weißt wenig erzählerischer Substanz auf, verstärkt durch die Fehlentscheidung das Finale in zwei Teile zu splitten. Einzig Jennifer Lawrence' Präsenz und die Leistung der Darsteller-Riege um sie herum retten den ersten Teil von "Mockingjay".

6/10

Die "Hunger Games"-Trilogie gibt es in einer schicken Box. Diese beinhaltet als einzige "Mockingjay, Pt. 1" in 3D, verfügt über einen ausführlichen Buchteil und ist optisch ein kleiner Leckerbissen.


Samstag, 26. März 2016

The Hunger Games: Catching Fire - Die Tribute von Panem: Catching Fire (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1951264/

Zusammen mit ihrem Freund Peeta (Josh Hutcherson) hat die 17-jährige Katniss (Jennifer Lawrence) es geschafft, die gefährlichen Hungerspiele zu überleben. Der Lohn: Ein eigenes Haus in ihrem Heimatdistrikt 12 und eine gute Lebensmittelversorgung für sie und ihre Familie. Die grausame Regierung unter Präsident Snow (Donald Sutherland) in der Hauptstadt, dem Kapitol, zwingt die beiden Gewinner jedoch, für Propagandazwecke zu posieren und weiterhin so zu tun, als wären sie ein Liebespaar. Während Peeta und Katniss durch die Distrikte touren müssen, werden sie Zeugen brutaler Gewalt der Ordnungskräfte gegen die Bevölkerung, sehen aber auch Anzeichen für eine nahende Rebellion. Für die Aufständischen ist Katniss eine Symbolfigur, daher beschließt Präsident Snow, die unbequeme Meisterjägerin bei den folgenden Hungerspielen entgegen der Tradition erneut teilnehmen zu lassen. Nun müssen sich Katniss und Peeta erneut dem Kampf ums Überleben stellen und auch in der Arena erwarten sie eine Menge Überraschungen.

Ganz offensichtlich hat man aus den "Hunger Games" gelernt, denn "Catching Fire" wirkt einfach anders, erwachsener und spektakulärer als sein Vorgänger. Längen, welche es im ersten Teil noch hier und da gab, sucht man hier vergebens. Und der Geschichte tut dies wirklich gut. Sie ist spannend, fordernd und gleichzeitig interessant, obwohl man erwarten würde hier nur einen etwas überbordernden Aufguss der "Hunger Games" zu bekommen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Die Lage spitzt sich merklich zu. Nicht nur hinter den Kulissen. Die Distrikte stehen kurz vor der Auflehnung gegen die Obrigkeit. Es knistert während der gesamten Anfangsphase. Das Kapitol, natürlich besorgt um die eigene Vormachtstellung, geht mehr denn je mit Gewalt gegen die Bürger der einzelnen Distrikte an. Aber auch das zeigt nicht die gehoffte Wirkung. So muss ein Plan geschmiedet werden, Katniss und Peeta, die Gewinner der letzten Hungerspiele und nunmehr sowas wie ein Symbol für Hoffnung und Galionsfiguren der aufkeimenden Revolution, zu diskreditieren, und zwar ohne dass sie zu Märtyrern verkommen.

Die zunehmende Gesellschaftskritik in der ersten Hälfte des Films ist erfrischend anders und zudem sehr gut umgesetzt, die zweite Hälfte des Films ist dann wieder actiongeladen, blieb ansonsten aber ein klein wenig hinter dem Spektakel des ersten Teils zurück, auch wenn es etwas pompöser und optisch ansprechender ist. Vermutlich, weil man sowieso schon weiß, wie das Ganze laufen wird, auch wenn sich die Macher alle Mühe gaben die ein oder andere Wendung einzubauen. Jennifer Lawrence überzeugt erneut mit ihrer üblichen, grandiosen Art, Katniss Leben einzuhauchen. Josh Hutcherson ist im Vergleich zum ersten Film auch deutlich besser, Liam Hemsworth hingegen wirkt etwas gelangweilt. Woody Harrelson und Elizabeth Banks machen aber Hemsworth' Spiel um Längen wieder wett. Großer Kritikpunkt ist allerdings das viel zu offene Ende. Viele Nebenschauplätze werden eröffnet, die auch in wichtigem Zusammenhang mit Katniss stehen, aber eben nicht zu Ende erzählt werden. Insofern lässt vor allem der Schluss viel zu viele Fragen offen, als das man von einem wirklich runden Film sprechen kann, weil ein wenig die Selbständigkeit fehlt.

7,5/10

Die "Hunger Games"-Trilogie gibt es in einer schicken Box. Diese beinhaltet als einzige "Mockingjay, Pt. 1" in 3D, verfügt über einen ausführlichen Buchteil und ist optisch ein kleiner Leckerbissen.


Freitag, 25. März 2016

The Final Girls (2015)

http://www.imdb.com/title/tt2118624/

Max Cartwright (Taissa Farmiga) betrauert noch immer den Tod ihrer Mutter Amanda (Malin Akerman), einer Scream-Queen aus den 1980ern. Gemeinsam mit ihren Freunden Gertie (Alia Shawkat), Vicki (Nina Dobrev), Duncan (Thomas Middleditch) und Chris (Alexander Ludwig) schaut sie im Kino einen berühmten Slasher-Horrorfilm der Verstorbenen: „Camp Bloodbath: Cruel Sommer 2“. So kann sie auf eine ungewöhnliche Art ihrer Mutter gedenken, auch wenn diese zu den Opfern des psychopathischen Killers zählt. Plötzlich bricht im Saal ein Feuer aus und die Zuschauer geraten in Panik. Max und ihre Freunde entdecken einen Ausweg aus der Gluthölle, doch finden sich die jungen Leute nicht außerhalb des Kinosaals wieder, sondern inmitten der Filmhandlung. Es dauert nicht lange, bis sie begreifen, dass hier nicht mit Kunstblut hantiert wird, denn die Morde sind echt. Mutter, Tochter und Clique bekommen es mit einem Killer zu tun, der ein Sommercamp ordentlich aufmischt - doch sie geben nicht so schnell auf und holen zur Gegenattacke aus.

Zwar sind die großen Zeiten der klassischen Slasherfilme mittlerweile vorbei, doch trotzdem erinnert man sich gerne an eine etwas einfachere Zeit, in der es lediglich einen übermenschlich starken Massenmörder und ein paar feierwütige, halbnackte Teenies gebraucht hat um einen Horrorklassiker zu erzeugen. Filme wie "Freitag der 13." oder "A Nightmare On Elm Street" erfreuen sich auch heute noch großem Zuspruch und werden immer noch fleißig zitiert. Die wirklich guten modernen Horrorfilme funktionieren nur nicht mehr ganz so gut nach Schema F und bedienen sich, wie z.B. bei "Cabin in The Woods" einem Ansatz, welcher bekannte Horrorthematiken eher kommentiert und mit vorhandenen Erwartungen spielt. Genau in diese Kategorie passt auch "The Final Girls".

Der Streifen ist feinstes Popcornkino, nimmt sich selber nie wirklich ernst und hat einen Charme, der zwar nicht ganz so durchdacht ist, wie beispielsweise "It Follows" oder "Cabin In The Woods", doch trotzdem liebenswert und mit niedlichen Ideen unterfüttert ist. Die Idee, einen Film im Film zu machen ist zwar auch nicht neu, führt aber hier genau zum Ergebnis. Die Horrorelemente stehen auch eindeutig hinter dem humoristischen Aufeinandertreffen der Generationen und vor allem der Mutter-Tochter Beziehung der beiden Hauptcharaktere. Ein paar mehr Wendungen und Irreführungen hätte man sich vlt. einfallen lassen können, doch trotzdem punktet "The Final Girls" mit seiner Kreativität und einer unglaublich liebevollen Umsetzung.

7/10

Scouts Guide To The Zombie Apocalypse - Scouts vs. Zombies: Handbuch zur Zombie-Apokalypse (2015)

http://www.imdb.com/title/tt1727776/

Für die drei Pfadfinder Ben (Tye Sheridan), Carter (Logan Miller) und Augie (Joey Morgan) ist ein ganz besonderer Tag gekommen: Endlich steht ihnen das letzte Zeltlager bevor. In der verwaisten Stadt, in der sie Halt machen, sind sie zum Überleben schon bald auf die Erfahrungen angewiesen, die sie sich über Jahre gesammelt haben. Denn während sich das Trio zunächst freut, vor Ort erstmals einen Fuß in einen Stripclub zu setzen, müssen sie nur kurze Zeit später feststellen, dass die Schönheit auf der Bühne zu einem nach Fleisch lüsternen  Zombie mutiert ist. Die Freunde müssen nun all ihre Fähigkeiten abrufen, um die Welt vor einer Bedrohung zu retten, für die noch kein Pfadfinder-Abzeichen erfunden wurde. Die fleißigen Scouts setzen alles daran, die fleischfressenden Untoten abzuwehren und ihrem Ruf als Helfer in der Not gerecht zu werden. Unterstützung bekommen sie durch die Cocktail-Mixerin Denise (Sarah Dumont). Die kann nicht nur mit dem Shaker umgehen, sondern auch mit Waffen...

Wer mag überhaupt noch Zombie-Filme? Das scheintote Genre feiert jedes Jahr eine erneute Auferstehung und bietet selten grossartige Innovationen. Eigentlich hat der Zombie-Fan schon alles durchgemacht: herumschlurfende "Old School"-Zombies ("Night Of The Living Dead"), Usain-Bolt-Zombies ("28 Days Later"), romantische Zombies ("Warm Bodies"), dämliche Zombies ("Shaun Of The Dead"). Kurzum: die Untoten sind aus dem Kinozirkus nicht wegzudenken. Richtig Angst machen die nach Hirn geifernden Verwesten schon lange nicht mehr. Bevor sich Peter Jackson in Mittelerde verlor, lieferte er mit "Braindead" den Beweis, dass Zombies vor allem dafür nütze sind, in Einzelteile gesprengt zu werden und in Splatter-Gore-Klamotten am besten aufgehoben sind.


Dabei sind die Geschichten auch fast immer dieselben: Virusausbruch, alle verwandeln sich in fleischfressende Untote, nur eine Handvoll Menschen, in Komödien oft die nerdigen Außenseiter, stellen sich zur Gegenwehr. So auch hier. Nur sind die Außenseiter eben die Scouts. Und natürlich ist von Anfang an klar, das dieser drei Nerds den kleinen Ort retten werden, das ist nicht der Punkt. Wenn es danach gänge, wäre auch dieser Streifen nur einer von vielen. Was ihn besonders macht ist sein herrlich schräger Humor, der schon in der Auftaktsequenz zeigt wohin die Reise gehen wird. Und so hat man auch hier und erneut eine bis dato unerreichte Angebetete, der man jetzt zeigen kann, wer hier der Boss ist, auch wenn deren Freunde eher die bekannten Schulrüpel sind. Mit möglichst viel Splatter (teilweise unfassbar viel!) kämpfen sich also die drei Scouts durch die Stadt um dann dem erwarteten Ende den obligatorischen Kuss aufzudrücken. Ja, ist nicht neu, aber "Scouts Guide To The Zombie Apocalypse" ist eine Spaßgranate mit vielen zum Brüllen genialen Ideen, von denen man einige tatsächlich noch nicht kannte. Der Film hat auch das gewisse Etwas, was durch die Skills der Scouts und der Toughness der Cocktailmixerin aus dem Stripclub etwas betont wird und in betulicher Regelmäßigkeit einen wirklich guten Gag liefert. Es ist die lustige Umsetzung eines eigentlich schon längst breitgetretenen Themas das aufgrund seiner frisch wirkenden, lockeren Umsetzung immer noch begeistern kann und auch für eine weitere Sichtungen mehr als geeignet ist. Herrlich.

7,5/10

Donnerstag, 24. März 2016

The Hunger Games - Die Tribute von Panem: The Hunger Games (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1392170/

In der nahen Zukunft ist die USA zusammengebrochen. Kriege und Naturkatastrophen haben das Land zerstört. Aus den Trümmern ist Panem entstanden, geführt von einer unerbittlichen Regierung, die jedes Jahr grausame Gladiatorenspiele veranstaltet, bei der nur eine einzige Person überlebt. 24 Jugendliche aus 12 verschiedenen Distrikten nehmen an den Spielen teil. Als die kleine Schwester der sechzehnjährigen Katniss (Jennifer Lawrence) antreten soll, nimmt Katniss ihren Platz ein. Ebenfalls ausgewählt wurde der Junge Peeta (Josh Hutcherson), den sie seit ihrer frühesten Jugend kennt. Obwohl sie befreundet sind und Peeta ihr vor Turnierbeginn sogar seine Liebe gesteht, verlangen die Regeln des Spiels, dass sie von nun an Feinde auf Leben und Tod sein müssen. Zusammen versuchen sie, die Regeln zu umgehen und gemeinsam lebend dem perfiden Spiel zu entkommen...

Der Auftakt zur "Hunger Games"-Trilogie ist eine clevere Mischung von bekannten Details aus Geschichte, Literatur, Manga und Comic, die geschickt zusammengefügt nur ein Ziel verfolgen: den Erfolg an der Kinokasse. Und der ist sicher, denn der Film bietet anregende Unterhaltung. Ein wenig durchgeknallt, ein bisschen schrill, eine Lovestory und manche unerklärbare Absonderlichkeit. Manche Figuren stammen direkt aus "Alice im Wunderland" (z.B. Elizabeth Banks), Urwaldfallen aus dem Überlebenskampf von "Rambo" und die Kämpfe selbst erinnern ein ums andere Mal an den bis heute berüchtigten "Battle Royale". Man merkt schon: Besonders neu ist die Prämisse von "Die Tribute von Panem" nicht. Durch die klar definierten Regeln der Spiele und die lange Vorbereitungsphase, die den Zuschauer etwas hinter die Kulissen blicken lässt, ist die Idee aber trotzdem interessant. Durch einige Twists und häufige Blicke zu den Koordinatoren der "Hunger Games" bekommt das Ganze einen Hauch von "Die Truman Show" und geht damit vielleicht sogar als etwas plattere, oberflächliche Mediensatire durch.

Ein totalitärer Staat in der Zukunft, dessen Bewohner in mittelalterlichen Verhältnissen leben, weckt zunächst das Interesse der Zuschauer. Die soziale Diskrepanz wird noch durch einen Klassengegensatz verstärkt: die Regierenden sind fies, grausam und lieben makabre Scherze. Die verdummte Masse des Volkes scheint leicht manipulierbar durch die Allgegenwart der Medien. Ausgesuchte Gladiatoren kämpfen nach dem Highlander-Prinzip gegeneinander. Auch eine Liebespaar findet sich: Katniss (Jennifer Lawrence) und Peeta (Josh Hutcherson). Sehr seltsam ist dazu die Gewaltdarstellung und die damit verbundene Freigabe. Kinder, die sich unter Zwang gegenseitig töten... was für eine grausame, unmenschliche Vorstellung. Trotzdem fällt den Protagonisten das Töten erschreckend leicht, wird kaum hinterfragt und geschieht oft fast schon beiläufig. Hier mal ein Pfeil in den Bauch, hier mal jemanden lebendig von Hunden zerfleischen lassen. Dadurch, das die Figuren ziemlich unbeeindruckt von der Gewalt scheinen und der Zuschauer auch nicht die Konsequenzen der Tötungen sieht, etwa beim Hundeangriff, wirkt die Darstellung schon fast verharmlosend. Sicher nicht die Intention des Films. In den Kämpfen aber auch in Alltagssituationen wird leider viel zu oft eine extrem nervige Wackelkamera eingesetzt, die oftmals nichts mehr erkennen lässt, was als sehr störend empfunden werden kann.

Und dann schleicht sich in der Mitte ein Hänger ein. Die Stunts wiederholen sich, alles verläuft zu glatt. Auch die anfangs und am Ende emotionale Schiene wird im Breitformat gefahren nutzt sich etwas ab, was der Zielgruppe auf die das Spektakel abzielt offenbar nichts ausmacht. Beeindruckend die Kunstfigur des Moderators Caesar Flickerman (Stanley Tucci), neben dem selbstzerstörerischen Exhelden und Säufer Haymitch (Woody Harrelson). Da ist von Vielem so viel drin, dass man manches gut findet, weil der Unterhaltungseffekt stimmt. Insgesamt unterhaltsamer Sci-Fi-Streifen mit interessantem Szenario und guter Besetzung, der zu sehr an seiner Teenie-Zielgruppe und der etwas planlosen Inszenierung leidet, um in die wirklich hohen Bewertungsbereiche vorzustoßen.

7/10

Die "Hunger Games"-Trilogie gibt es in einer schicken Box. Diese beinhaltet als einzige "Mockingjay, Pt. 1" in 3D, verfügt über einen ausführlichen Buchteil und ist optisch ein kleiner Leckerbissen.


Mittwoch, 23. März 2016

[KINO] Batman v Superman: Dawn Of Justice 3D (2016)

http://www.imdb.com/title/tt2975590/

Zwei Wesen des zerstörten Planeten Krypton brachten im Finale von "Man Of Steel" Zerstörung auf die Erde: Die Kontrahenten Superman (Henry Cavill) und General Zod (Michael Shannon). Der böse Zod wurde geschlagen und der Mann aus Stahl wird fortan entweder als Gott verehrt oder – ob seiner Macht – als Bedrohung für die Menschheit verdammt. Ein gewichtiger Wortführer im globalen Shitstorm gegen Superman ist Bruce Wayne alias Batman (Ben Affleck). Der sorgt – moralisch unterstützt von Butler Alfred (Jeremy Irons) – für Ordnung in Gotham City und ist von den tödlichen Auswirkungen des Gigantenkampfes in der Nachbarstadt Metropolis auch persönlich betroffen. Er stellt sich gegen seinen rot bemäntelten Kollegen, verbal und mit Körpereinsatz. Doch während Batman und Superman kämpfen, taucht eine neue Bedrohung auf, die beide zusammenschweißen könnte und an der das junge Unternehmer-Genie Lex Luthor (Jesse Eisenberg) alles andere als unschuldig ist. Zeit, dass sich die Mitglieder der Heldengruppe "Justice League" formieren...

3 Jahre nach "The Dark Knight Rises", dem großartigen und meiner Ansicht nach weit unterschätzten Ende Nolans Batman-Trilogie, und dem sehr guten "Man Of Steel" treffen nun schon die beiden größten Helden des DC-Universums aufeinander. Zack Snyder, der auch schon für "Man Of Steel" verantwortlich zeichnete, zeigt mit "Batman v Superman: Dawn Of Justice" - so verrät schon der Titel - die Anfänge der "Justice League". Zumindest wollte er das. Denn das, wofür sich das Marvel Cinematic Universe über Jahre, beinahe schon ein Jahrzehnt Zeit gelassen hat (den ersten "Hulk" rechnet man gern mit ein), soll nun in einem - mit einer Laufzeit von 152 Minuten zwar beachtlichen - aber trotzdem viel zu kurzem Film an die Fans getragen werden. Und damit haben wir schon das erste und größte Problem. Die Zeit. Die reicht nämlich einfach nicht aus, um allein schon den "neuen" Batman einzuführen. Da bringt auch die gefühlt tausendste Wiederholung der Ermordung von Bruce' Eltern und sein Fall in die Fledermaushöhle nichts. Gut, Affleck soll offenbar das Werk von Bale weiterführen, okay. Aber daraus ergibt sich bereits das nächste Problem: Kontinuität. Denn diese geht bei dieser Fledermaus völlig den Bach herunter, war doch Bale am Ende von "The Dark Knight Rises" quasi zurückgetreten und gab sein Erbe an jemand anderen weiter. Hm. Na gut.


Immerhin bietet Ben Affleck (und das hätte man so wohl nicht vermutet) einen charmanten Bruce Wayne und einen wahllos brutalen Batman, der seiner anfänglich gepredigten Linie (zivile Opfer) im Verlauf des Films immer untreuer wird. Bruce Wayne wird so eine glaubwürdige Motivation spendiert, die innerhalb von Sekunden einfach revidiert wird. Das treibt einem die Fragezeichen ins Hirn. Jeremy Irons liefert nach Michael Caine eine sehr gute Interpretation des Butlers Alfred ab. Er ist herrlich und erfrischend zynisch, hat immer einen Spruch auf Lager und man besann sich wohl mit ihm auf die ganz alten Werte seines Charakters - nämlich dass er auch mal aktiv ins Geschehen eingreift. Wenn auch nur Remote. Henry Cavill spielt erneut solide in seinen beiden Rollen als "Superman" und Redakteur. Ihm nimmt man als einzigem Helden seine Rolle auch wirklich ab, während die Auftritte von Amy Adams' Lois Lane einfach nur nervig sind. Gleiches gilt für Jesse Eisenbergs überdrehten Lex Luthor. Eisenberg ist ein hervorragender Schauspieler und wird von mir hochgeschätzt, aber seine Interpretation des Luthor ist nicht die, die man erwarten würde, sondern eher ein milderer Joker. Und das passt leider gar nicht. Ganz anders ist da die toughe Diane Prince, gespielt von Gal Gadot. Sie hat zwar vergleichweise wenig Screentime und ihre Origin-Story (die 2017 in die Kinos kommen soll) hätte mal besser vor dem Film gezeigt werden sollen, aber im Rahmen der Gesamtidee ist es in Ordnung, obwohl gleichzeitig ein wenig verschenkt. Immerhin kann man schon ein paar Infos (unter anderem zur Besetzung, wenn man die noch nicht kannte) zum kommenden "Wonder Woman" erhaschen wenn man ganz genau hinschaut.


Bis es aber zum finalen Kampf kommt, springt Snyder ein wenig zu wild zwischen den Geschehnissen hin und her. Die Geschichte hüpft von Ort von Ort, zu Logiklücke und Plothole hin zur nächsten albernen Traumsequenz. Da gibt es welche, die wohl nur eingebaut wurden, um ein wenig mehr "Epicness" in den ersten drögen Teil des Films zu bringen, denn wenn man ganz ehrlich ist passiert da eigentlich nicht viel. Auch Luthors Motivation als Gegenspieler geht verlustig. Dass er wahnsinnig ist kann man zwar hinnehmen, aber warum man deswegen gleich so einen Plan schmiedet, der final die Erweckung von dem in "Man Of Steel" besiegten General Zod und damit Doomsday zur Folge hat, erschließt sich nicht. Da wurden auch im DC Universum schon weitaus bösere Gegner besser eingeführt und erklärt. Und damit hätten wir das dritte Problem, an dem viele Superheldenfilme knabbern müssen und nur (und ironischerweise) das MCU nicht krankt: die Überlastung durch Charaktere. Denn während Batman nach dem "falschen Gott" in Lex' Archiven sucht, findet er gleich mal noch streng geheime Dokumente über "The Flash", "Aquaman" und "Cyborg", die man dann auch ganz kurz zu Gesicht bekommt. Das ist sicherlich nett und treibt einem schon ein Lächeln ins Gesicht, aber reicht eben auch nicht als Origin-Story für eine kommende "Justice League" aus. Gut, zumindest bei "The Flash" gibt es eine großartige Serie.

Und während der Film spätestens am Ende mit großartigen Effekten (und teils wirklich epischen Bildern) punkten kann, versagt die Kamera komplett. Kaum ein Kampf wird eingefangen, immer geht es wild von hier nach da, sodass man schnell die Übersicht verliert. Was man deutlich merkt sind auch die krassen, schnellen und harten Schnitte, wenn es zur Sache geht. Konnte Snyder in "Sucker Punch" und "Man Of Steel" noch sein Talent in punkto Action zeigen, sind weder eine Autoverfolgungsjagd oder der Kampf der beiden Helden, noch der Endkampf gegen Doomsday mitreißend. Ja, und da ist Problem Nummer 4, denn die Trailer verrieten wirklich schon alles, was man über den Film wissen musste: Luthor, Doomsday, Kampf zwischen Batman und Superman. Hier hätte man sich eben nicht nur auf die Gesichter der "Justice League" als Überraschung beschränken dürfen.

Bereits vor Kinostart wurde ja - vermutlich auch wegen dem R-Rated-Erfolg von "Deadpool" - eine verlängerte, härtere Fassung angekündigt. Wenn dies sich nicht nur auf Fight und 'Ka-wumm' beschränkt und den Charakteren etwas mehr Freiraum zur Entfaltung gewährt, ein paar Logiklöcher und Plotholes ausbügelt, dann ja dann könnte diese tatsächlich die bessere Version des Films sein. Die Kinofassung enttäuscht jedenfalls etwas.

6,5/10

In der "ULTIMATE EDITION" erschien der Film in der Kinofassung und der Extended Fassung im Steelbook. Exklusiv bei amazon.de erhältlich.