Samstag, 31. Dezember 2016

Zack And Miri Make A Porno (2008)

http://www.imdb.com/title/tt1007028/

Zack (Seth Rogen) und Miri (Elizabeth Banks) wohnen zusammen, führen aber eine rein freundschaftliche Beziehung. Um den Rauswurf aus der Wohnung zu verhindern, brauchen sie dringend Geld - und Zack weiß auch, wie sie das bekommen: mit einem Amateurporno! Dass mindestens die gesamte Ex-Stufe aus der Highschool voyeuristisch genug für klingelnde Kassen wäre, leuchtet Miri augenblicklich ein. Flugs stellt Zack ein Filmteam samt willigen DarstellerInnen zusammen. Jetzt müssen der überforderte Produzent Delaney (Craig Robinson) und seine Leute nur noch den Dreh hinbekommen, was ziemlich schwierig ist. Und als die erste Sexszene zwischen Zack und Miri ansteht, beginnt das (Liebes-)Chaos so richtig...

Kevin Smith ist immer so ein Ding. Es gibt Sachen, die treffen den Humor der Zuschauer von vorne bis hinten, bei anderen Filme versteht man überhaupt nicht, dass das der gleiche sympathische Regisseur sein soll, auch weil seine Auswahl an Hauptdarstellern dann mitunter weitgehend neben einer offiziellen Favoritenliste liegt. Nachdem er sich mit seinen "New Jersey"-Filmen einen Namen gemacht hat und 2006 mit "Clerks II" ein wunderbares Comeback abgeliefert hat, brachte er mit "Zack And Miri Make A Porno" ein weiteres Werk auf den Markt, welches alleine schon durch seinen Titel die Aufmerksamkeit der prüden Amerikaner auf sich zog.

Zwar ist "Zack And Miri Make A Porno" losgelöst von der erweiterten "New Jersey"-Trilogie und weder Jay, noch Silent Bob oder sonst ein bekannter Smith-Charakter ist hier zu sehen. Trotzdem sind mit Jay-Darsteller Jason Mewes und mit Jeff Anderson zwei bekannte Smith-Darsteller mit an Bord. In kleinen Nebenrollen sind auch Justin Long und Neo-'Superman' Brandon Routh zu sehen. Die Hauptrollen sind hier auf Hollywoods neuen Comedystar Seth Rogen und Elizabeth Banks verteilt. Banks ist vielleicht nicht die Stärkste weibliche Darstellerin in einem Smith-Streifen, aber Seth Rogen passt perfekt in die Rolle eines Smith-Anti-Helden. Allgemein geben die Darsteller im Film jedoch vollen Einsatz und können in ihren Rollen überzeugen. Wie für Kevin Smith üblich, ist sein Film mit einem starken Soundtrack ausgestattet und Bands wie Blondie oder The Pixies sind stets in passenden Szenen zu hören. Wer die üblichen Smith-Schmankerl sucht, wird bei "Zack And Miri Make A Porno" mehr als fündig. Auch hier bekommt Eishockey eine Szene zugesprochen - auch hier wird über Filme philosophiert und "Star Wars" bekommt ein speziell grosser Part zugesprochen.

Leider muss gesagt werden, dass "Zack And Miri Make A Porno" kein neues Smith-Highlight darstellt. Die Story ist nett, der Humor stellenweise zwischen primitiv und auch wirklich lustig angesiedelt, kommt aber leider zu kurz. Das Drehbuch macht aus der Ausgangslage einfach zu wenig. Die Mischung aus ehrlichen Emotionen und Humor wirkt hier nicht richtig abgemischt. Ein zweites "Clerks" oder "Chasing Amy" darf der Zuschauer hier wirklich nicht erwarten. "Zack And Miri Make A Porno" ist sicherlich sehenswert und hat einige gute Szenen. Leider bleibt jedoch einiges hinter den gestellten Erwartungen zurück. Aber trotzdem gut. Eben schräg.

6,5/10

Now You See Me 2 - Die Unfassbaren 2 (2016)

http://www.imdb.com/title/tt3110958/

Es ist ein Jahr her, seit die "Vier Reiter" das FBI überlistet und die Herzen der Zuschauer mit ihrer magischen Vorstellung à la Robin Hood im Sturm erobert haben. Für die Zauberer J. Daniel Atlas (Jesse Eisenberg), Merritt McKinney (Woody Harrelson), Jack Wilder (Dave Franco) und Neuzugang Lula (Lizzy Caplan) geht es nun erneut auf die Bühne. Mit einem noch spektakuläreren Trick wollen sie die fragwürdigen Praktiken eines Technik-Magnaten aufdecken. Hinter dem Coup steckt Walter Mabry (Daniel Radcliffe). Das technisch versierte Wunderkind spielt jedoch ein doppeltes Spiel und will im Auftrag seines Vaters Arthur Tressler (Michael Caine), der mit den „Vier Reitern“ noch eine Rechnung offen hat, die Show sabotieren: Der spektakulärste Raubüberfall der Geschichte soll nicht nur den Ruf der Magier, sondern auch ihre Leben zerstören. Nun muss die Truppe ihr gesamtes Können aufbieten, um Mabrys perfiden Plan aufzudecken und gleichzeitig auch dem FBI zu entkommen, das immer noch hinter den Zauberern her ist.

Nachdem "Now You See Me" als völliger Überraschungshit das gut vierfache seiner Produktionskosten wieder eingefahren hatte, war relativ schnell klar, dass darauf bald eine Fortsetzung folgen würde. Nach Louis Leterrier übernahm aber beim zweiten Teil Jon M. Chu die Regie. Aber wieder mal ist die Fortsetzung ein typisches Negativ-Beispiel für ein zügig nachgeschobenes Sequel, das auch eigentlich komplett unnötig war. Eine unlogische und zerfahrene Story, der man kaum folgen kann und eine Zweitsichtung zum Verständnis eigentlich unumgänglich machen, mittelmäßige Kopien von erfolgreichen Szenen des Originals, ein sichtlich lustloser Cast und vor allem der fehlende Charme und Magie des ersten Teils machen dieses Sequel teilweise anstrengend.


Die Besetzung blieb gegenüber dem ersten Teil praktisch gleich, einzig die weibliche Reiterin wurde ausgetauscht, verkörpert wird der neue Charakter Lula durch Lizzy Caplan. Die Schauspielerin macht ihren Job zwar nicht schlecht, dennoch kann man ihr eine kleine nervende Eigenschaft nicht abreden, aber vielleicht soll Lula auch so rüberkommen, störend jedenfalls ist sie schon. Ebenfalls neu im Bunde ist Daniel Radcliffe, welcher Walter Mabry verkörpert. Das amüsanteste daran ist wohl, dass Radcliffe, welcher in den "Harry Potter"-Filmen den gleichnamigen Zauberschüler verkörperte, hier nicht als Magier, sondern als Gegner der eben solchen da steht. Seine Rolle verkörpert er von Anfang an gut und überzeugend. Das bereits bekannte Trio, bestehend aus Jesse Eisenberg, welcher J. Daniel Atlas spielt, Woody Harrelson, der Merritt McKinney verkörpert und Dave Franco, der Jack Wilder Leben einhaucht, spielt überzeugend und schafft es, das Publikum zu fesseln. Auch die "Profis" Mark Ruffalo als Dylan Rhodes, Michael Caine als Arthur Tressler und Morgan Freeman als Thaddeus Bradley sind wieder mit von der Partie und bringen Standfestigkeit in den doch noch einigermassen jungen Cast rein.


Nach dem holprigen Anfang fängt sich der Film glücklicherweise und wird gegen Ende hin spannender. Dennoch vermisst man den schönen Fluss, der einen im ersten Teil von Anfang bis Ende mitgezogen hat. Die Charaktere sind weniger interessant dargestellt, die Handlung nicht so spannend. Das, was sich im Vorgänger noch durch Witz und Stil ausgezeichnet hat, verkommt leider an vielen Stellen zu Kitsch und billigen Gags. Auch die einzigartigen Kombinationen aus Bühnenshow und Heists kommen zu kurz. Dennoch schafft es der Film, mit einigen Ecken und vielen Wendungen den Ablauf spannend zu gestalten, was dem Zuschauer Gelegenheit gibt, sich auf die Tricks zu konzentrieren - die leider zu oft sehr künstlich aussehen und man sich etwas mehr Budget für die gesamte CGI-Abteilung gewünscht hätte. Einige Szenen sind zwar überzeugend gelungen, im Grossen und Ganzen aber sind die Bildeffekte leider enttäuschend.


Noch schlimmer ist aber das lustlose Agieren des Casts - mit Ausnahme von Daniel Radcliffe, der wirklich positiv überrascht. Selbst die grossen Ikonen bieten hier nur schlechte Abziehbilder ihre Karriere: Caine ist mittlerweile zu alt, kann (oder will) nicht mal mehr das Gesicht zu einer anderen Mimik verziehen, Freeman leidet unter der völlig absurden Entwicklung seines Filmcharakters, das ist ihm auch deutlich anzusehen. Überzeugender ist - trotz dieser Lustlosigkeit - die Chemie im Film. Man merkt richtig, dass sowohl Schauspieler, als auch die Drehbuch Autoren und der Regisseur eine grosse Freude daran hatten, diesen Film zu drehen, was sich auch etwas in der Komik des Film wiederspiegelt, denn da gibt es dann doch noch einige gut platzierte Gags. Und dass bereits ein dritter Teil angekündigt wurde, lässt nunmehr mit weitaus weniger Erwartungen  auf ein positives Ende hoffen. Allgemein fehlt es dem Film an der Wertigkeit und dem Charme des Vorgängers. Ein Totalausfall ist die Fortsetzung - an sich betrachtet - bei Weitem nicht, enttäuscht im direkten Vergleich aber dennoch.


Leider muss man am Schluß auch noch bemerken, dass die Trailer erneut viel zu viel von den Hauptattrakltionen des Films zeigen und man hier tunlichst vermeiden sollte diese zu sehen, sofern man sich überraschen lassen möchte. Dann, und nur dann, kann der Film sicher noch ein Stück mehr verzaubern.

6,5/10

[SERIE] Desperate Housewives, Season 07

http://www.imdb.com/title/tt0410975/

Bereiten Sie sich auf einen Showdown vor: die verzweifelten Hausfrauen bekommen Zuwachs. Vanessa Williams zieht in die Wisteria Lane – und sie ist nicht die einzige, die Dinge durcheinanderbringt. Die Freundinnen sind nicht nur mit der Rückkehr eines finsteren "neuen" Nachbars konfrontiert, sondern auch mit einigen alten Geheimnissen, die alles zu zerstören drohen. Können die Hausfrauen die Wisteria Lane retten? 

http://www.imdb.com/title/tt1658553/
7.1 Wer erinnert sich an Paul? (Remember Paul?)
Die Nachbarschaft gerät in Aufruhr, nachdem Karen Paul entdeckt und der gesamten Nachbarschaft erzählt, dass er wieder zurückgekommen ist. Nachdem Susan und Mike ihr Appartement begutachtet haben, lernt Susan ihre Vermieterin Maxine kennen, die sie dazu bringt vor der Webcam in Dessous zu putzen. Nachdem Bree Gabrielle davon erzählt, dass Andrew ihre Schwiegermutter umgefahren hat, bekommt sie ein schlechtes Gewissen es vor Carlos zuverheimlichen. Carlos bekommt währenddessen vom Krankenhaus die Nachricht übermittelt, dass Juanita bei der Geburt vertauscht wurde, was Carlos ebenfalls Gabrielle nicht erzählen will. Nach der Trennung von Orson stürzt Bree sich in ein neues Projekt und beginnt mit Hilfe von Keith ihre Wohnung umzugestalten. Lynette bekommt Besuch von ihrer Freundin Renee, mit der sie jedoch schon bald zu Streiten anfängt. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt1690579/
7.2 Mehr als nur Sex (You Must Meet My Wife)
Susan hat Anfangs Hemmungen freizügig vor der Webcam zu posieren, doch eine große Finanzspritze hilft ihr dies zu vergessen. Nachdem Bree Juanita angefahren hat und Gabrielle im Krankenhaus erfährt, dass Juanita eine andere Blutgruppe als ihrer Eltern hat, erzählt Carlos ihr, dass Juanita vertauscht wurde. Lynette ist eifersüchtig auf Renee, die versucht sich um Toms Probleme zu kümmern. Es zeigt sich, dass Tom und Renee ein gemeinsames Geheimnis haben. Renee zieht schließlich in Edies altes Haus. Nachdem Pauls Frau Beth in die Whisteria Lane gezogen ist, ist Paul verärgert darüber, dass seine Frau ihm den Beischlaf verweigert. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt1693225/
7.3 Das Streben nach Glück (Truly Content)
Susan beginnt einen Streit mit einer Nachbarin, die ebenfalls für Maxines Onlinedienste arbeitet. Gabrielle beschließt Bob zu bitten, die Familie zu finden, die ihr leibliches Kind hat. Als Carlos davon erfährt, ist er enttäuscht von Gabrielle und droht mit der Scheidung. Bree und Renee buhlen um das Herz von Keith. Nachdem Tom aufgrund seiner Depressionen Drogen verschrieben bekommt, vertauscht Lynette diese mit Oregano. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt1693226/
7.4 Die Handtasche einer Frau (The Thing That Counts is What's Inside)
Susan muss erfahren, dass sich die Bedingungen ihres Nebenjobs verändert haben. Gabrielle lernt ihre leibliche Tochter Grace kennen. Bree und Renee versuchen sich gegenseitig auszustechen, indem sie Schwachstellen der anderen ausnutzen. Lynette genießt es, dass Penny sich um Paige kümmert, doch als Penny ihre kleine Schwester mit in die Schule nimmt, muss Lynette einsehen, dass dies nicht der richtige Weg ist. Paul kauft sein altes Haus und fragt Karen, ob er auch ihr Haus kaufen könne, was das Misstrauen seiner Frau Beth weckt. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt1693227/
7.5 Let Me Entertain You (Let Me Entertain You)
Paul erfährt von Susans Nebenerwerb als Erotikescort und droht ihr ihren Ruf zu ruinieren, sollte sie ihm nicht ihr Haus verkaufen. Gabrielle und Renee fangen einen erbitterten Streit an, nachdem beide ein gut behütetes Geheimnis der anderen weitererzählt haben. Bree ist überfordert mit Keiths ständiger Lust zum Sex. Lynette ist nicht begeistert, als ihre Schwiegermutter in der Wisteria Lane auftaucht. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt1693228/
7.6 Schreckgespenster (Excited And Scared)
Susan erzählt Mike von ihrem Nebenjob, damit Paul sie nicht mehr erpressen kann und legt ihm die Kündigung des Mietvertrages vor. Doch Paul rächt sich und erzählt in Susans Schule von ihrem Nebenjob. Susan wird gefeuert. Daraufhin muss Mike nach Alaska gehen, um dort Geld zu verdienen. Gabrielle bemerkt nicht, dass sie Juanita verletzt, indem sie ihre volle Aufmerksamkeit Grace schenkt. Bree bemerkt, dass Keith Probleme hat seine Aggressionen in den Griff zu bekommen. Lynette und Tom müssen erkennen, dass Toms Mutter an Demenz erkrankt ist. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt1693229/
7.7 Eine demütigende Geschichte (A Humiliating Business)
Nachdem Lynette und Renee eine Architekturfirma gründen, bitten sie Susan um ihre Mithilfe. Als Susan jedoch merkt, dass sie nur als Paiges Kinderfrau eingestellt wurde, nagt dies an ihrem Selbstbewusstsein. Gabrielle beginnt eifersüchtig zu werden, nachdem Carlos viel Zeit mit Bob verbringt. Schließlich begreift sie jedoch, dass Bob sich nur einsam fühlt, und schafft es, Bob und Lee wieder zusammenzubringen. Bree erfährt, dass sie in den Wechseljahren ist. Als sich Keiths Mutter als ihre Frauenärztin herausstellt, wird das gemeinsame Abendessen zum Desaster. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt1693230/
7.8 Dankbarkeit (Sorry Grateful)
Susan und Lynette streiten sich über die Erziehung von Paige. Gabrielle wird nach Hectors Ausweisung bewusst, dass sie Grace vielleicht bald nie mehr wieder sehen könnte. Bree steht Keith bei, nachdem seine Eltern sich scheiden lassen wollen. Beth gesteht Felicia, dass sie Gefühle für Paul entwickelt hat, was Felicia nicht verstehen kann. - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1693231/
7.9 Schöne heile Welt (Pleasant Little Kingdom)
Susan erfährt von der betrunkenen Renee, dass diese ein Verhältnis mit Tom hatte. Gabrielle muss aufgrund der Ausweisung Abschied von ihrer Tochter Grace nehmen, was ihr sehr schwerfällt. Bree und Keith bemerken, wie Keits Vater Richard sich in ihr Leben hineindrängt. Lynette ist aufgebracht, nachdem Tom ihr vorwirft, dass sie ihn zu wenig vor ihren Freundinnen lobt. Karen bemerkt, dass Paul in der Wisteria Lane eine offene Vollzugsanstalt unterbringen will. Bei einer Nachbarschaftsversammlung stellt sich heraus, dass Paul nur noch ein Haus zu kaufen braucht, damit er die Mehrzahl der Stimmen bekommt. Die Situation eskaliert, da sich niemand mehr sicher sein kann, dass nicht einer ihrer Nachbarn das Haus an Paul verkauft. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt1693224/
7.10 Der Aufstand (Down The Block There's A Riot)
Paul intrigiert gegen Lee und erzählt diesem, dass Mitzi ihm ihr Haus bereits vermacht hätte und Paul somit die Mehrheit der Stimmen besitzt, was dazu führt, dass Lee ihm das Haus verkauft, da er sich in der Nachbarschaft nicht mehr wohl fühlt. Beim Einweihungstag demonstrieren die Bewohner, bekommen jedoch auch Hilfe von Schlägern. Nachdem Bree Keith davon erzählt, wie sie von Richard belästigt wurde, prügelt Keith sich mit seinem Vater auf offener Straße. Die Schläger nutzen dies aus und greifen ein. Nachdem Bree mit ihrer Waffe einen Warnschuss abgibt, kommt es zu einer Massenpanik. Gabrielle und Carlos suchen im Getümmel Juanita, die herausgefunden hat, dass sie nicht die leibliche Tochter der Solis' ist. Gabrielle rettet ihre Tochter aus dem Auto von Bob und Lee, welches fast zertrümmert wurde. Lynette hilft Lee, obwohl dieser für die Lage verantwortlich ist. Susan wird während des Aufstands stark getreten und liegt bewusstlos auf der Straße. In der Nacht darauf wird Paul von einer unbekannten Person angeschossen. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt1700568/
7.11 Attentäter (Assassins)
Susan muss mit der Gewissheit leben, ohne eine geeignete Niere vielleicht bald sterben zu können. Juanitas Therapeutin rät Gabrielle Grace aus ihrem Leben zu entfernen. Gabrielle fällt es schwer ihre Fotos abzuhängen. Schließlich besorgt sie sich eine Puppe, die eine große Ähnlichkeit mit Grace hat. Bree bekommt Besuch von ihrem Ex-Mann Orson, der Bree zurückhaben will. Orsons Anwesenheit führt zu einem Streit zwischen Keith und Bree. Lynette erfährt von Renee, dass Tom und Renee vor zwanzig Jahren miteinander geschlafen haben. Paul erfährt, dass Beth die Tochter von Felicia ist. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt1700569/
7.12 Einsamkeit (Where Do I Belong?)
Gabrielle baut eine tiefe Bindung zu ihrer Puppe auf, die sie als ihre Tochter Grace ansieht. Susan ist zunächst enttäuscht, als sie erfährt, dass ihre Mutter ihr keine Niere spenden will. Doch dann merkt sie, dass Sophie selbst schwer erkrankt ist. Bree bekommt von ihrem Pfarrer ans Herz gelegt, sich um Beth Young zu kümmern. So lädt Bree sie zu einem Frauenabend ein. Dort schmuggelt Pauls Sohn Zach jedoch unbemerkt jenen Revolver in Brees Haus, mit dem Paul angeschossen wurde. Sowohl Beth als auch die Hausfrauen glauben gegenseitig betrogen worden zu sein. Lynette stellt Tom Fallen und rächt sich somit an seinem Seitensprung mit Renee. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt1700570/
7.13 Die Puppe (I'm Still Here)
Gabrielle kann sich nicht von ihrer Puppe trennen. Dies führt dazu, dass sie von einem Autoentführer beinahe erschossen wurde, da Gabrielle nicht ohne ihre Puppe aus dem Wagen aussteigen will. Susan lernt bei der Dialyse einen Patienten kennen, dessen Art sie nicht verstehen kann. Bree lernt Amber James kennen, die mit Keith einen Sohn hat, von dem Keith jedoch nichts weiß. Aus Angst Keith zu verlieren erzählt sie Amber, dass Keith kein Interesse an der Familie habe. Lynette lernt den neuen Mann ihrer Mutter kennen, der durch seine unfreundliche und rassistische Art negativ auffällt. Renee wird von Bob und Lee als Innenarchitektin für das Zimmer ihrer Tochter angestellt. Als Bob und Lees Adoptivtochter Jenny in der Wisteria Lane eintrifft, bittet Lee Renee, als weibliche Bezugsperson für Jenny da zu sein. - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1700571/
7.14 Der Spender (Flashback)
Gabrielle beginnt bei der Therapie auch ihr Kindheitstrauma zu verarbeiten. Susan trifft auf ihren alten Schulkollegen Monroe, der ihr eine Niere spenden will. Als sich Monroe jedoch als Stalker herausstellt, verzichtet Susan darauf und bricht den Kontakt zu ihm ab. Bree kann ihr schlechtes Gewissen nicht mehr ertragen und erzählt Keith von seinem Sohn. Lynette erklärt sich bereit, den bei einem Fototermin auf ihrer Couch verstorbenen Frank bis zum nächsten Morgen in ihrer Wohnung aufzubewahren, damit Stella an sein Erbe gelangt. Mike und Paul bemerken, dass Zach Paul versucht hat umzubringen. Gemeinsam besuchen sie Zach, um ihm zu helfen. - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1700572/
7.15 Zuhause (Farewell Letter)
Gabrielle fährt mit Carlos in ihren Heimatsort, um dort ihr Trauma aufzuarbeiten. Susan erfährt, welche Vorteile es haben kann, gehandicapt zu sein. Bree beschließt, dass es besser wäre sich von Keith zu trennen, damit Keith zu seinem Sohn ziehen und sich dort um ihn kümmern kann. Lynette ist entschlossen, Porter und Preston selbstständig werden zu lassen und fordert, dass beide ausziehen. Paul und Mike bringen Zach in eine Psychiatrie. Anschließend wirft Paul Beth aus seinem Haus und verkündet ihr, dass er von ihrer wahren Identität weiß. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt1700573/
7.16 Der Sinn des Lebens (Searching)
Gabrielle beginnt mit Lee einen Konkurrenzkampf um ihre Kinder zu führen. Dabei vergisst Gabrielle jedoch, dass Kinder nicht makellos sind. Mike ist aufgebracht, nachdem sich der vorgezogene Hochzeitstag mit Susan als Desaster herausstellt. Renee erzählt Lynette von ihrem Kinderwunsch. Nachdem Renee Paige jedoch während eines Babysittings mit auf ein Treffen nimmt, macht Lynette ihr klar, dass man für Kinder Opfer bringen muss. Bree organisiert in der Nachbarschaft einen Nierentransplantationstest für Susan. Sie und Beth Young sind geeignete Spender. Nachdem sowohl Felicia als auch Paul sich von Beth abgewandt haben und sie keinen Sinn mehr sieht zu leben, erschießt sich Beth im Krankenhaus, kurz nachdem sie ihre Transplantationsunterlagen abgegeben hat. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1700574/
7.17 Alles ist anders, nichts hat sich verändert (Everything's Different, Nothing's Changed)
Gabrielle versteht nicht, warum Renee trotz Beths Selbstmord noch ihre Frühlingsfeier ausrichten will, bis sie erfährt, wie stark Renee unter dem Thema Selbstmord leidet. Susan ist traurig, dass Paul es verweigert, Beths Niere an Susan zu geben. Schließlich ändert Paul jedoch seine Meinung und stellt Beths lebenserhaltenden Maßnahmen ab. Felicia wird nach dem Tod ihrer Tochter aus dem Gefängnis entlassen. Bree kümmert sich um ihren alkoholkranken Sohn Andrew, der von Alex verlassen wurde. Lynette versucht Tom davon zu überzeugen seine Loyalität zu Carlos aufzugeben und einen besserbezahlten Job anzunehmen. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1700575/
7.18 Momente im Wald (Moments In The Woods)
Andrew beschließt Carlos nach 12 Jahren zu beichten, dass er für den Tod seiner Mutter verantwortlich ist. Als Carlos davon erfährt, beschließt er Andrew aufgrund seiner jugendlichen Unreife zu verzeihen, jedoch will er nichts mehr mit Bree zu tun haben und verbietet ihr den Kontakt zu Gabrielle. Susan begreift nicht, warum sie eine ständige Glückssträhne hat und beginnt dies ungerecht zu finden. Lynette genießt es, die finanziellen Vorteile eines Ehemanns in einer Führungsposition zu haben, jedoch bemerkt sie auch, dass ihre Liebe dadurch ziemlich strapaziert wird. Felicia zieht in die Wisteria Lane und fordert von Paul gegenseitiges Vertrauen. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt1700576/
7.19 Schlecht verborgene Lügen (The Lies III-Concealed)
Gabrielle und Bree halten ihre Treffen zunächst vor Carlos geheim, doch als er dahinterkommt, muss sich Gabrielle zwischen ihrer Liebe und ihrer Freundschaft entscheiden. Susan beginnt Mitleid für Paul zu empfinden und sucht zum Leidwesen von Mike den Kontakt zu ihm. Lynette schafft es nicht sich mit dem Leben als Ehefrau eines reichen Mannes zurechtzufinden. Felicia nimmt Kontakt zu Karen auf. Man erfährt, dass Karen die ganzen Jahre gewusst hat, dass Felicia nicht tot ist. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt1700577/
7.20 Gift (I'll Swallow Poison On Sunday)
Nachdem Carlos Juanita erzählt hat, dass Bree am Tod ihrer Großmutter beteiligt war, beginnt Juanita zu glauben, Bree könnte auch sie umbringen. Bei einem Anruf bei der Polizei trifft Bree erstmals auf Chuck Vance. Gabrielle beginnt zu Carlos zurückzukehren. Susan bekommt bei der Zubereitung von Pauls Essen Hilfe von Felicia, nicht ahnend, dass Felicia in Pauls Nahrung Gift mischt. Lynette beginnt erneut zu begreifen, wie sehr sich Tom verändert hat, nachdem sie mit Renee von ihm engagiert wurde, sein Büro neu zu gestalten. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt1700578/
7.21 Albträume (Then I Really Got Scared)
Susan versucht ihren Job wieder zu bekommen und muss dafür die Gunst der Elternvertretung erlangen. Paul glaubt währenddessen, dass Susan ihn vergiftet hat und lässt sie vor der gesamten Schule von der Polizei abführen. Gabrielle glaubt ihrer Tochter nicht, dass ein mysteriöser Mann ihr Haus beschattet. Bree beginnt eine Beziehung mit dem Polizisten Chuck. Lynette und Tom führen einen weiteren heftigen Streit, der ihre Ehe in Frage stellt. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1700579/
7.22 Trügerische Sicherheit (And Lots Of Security... (1))
Obwohl Susan zunächst festgenommen wird, kann man Felicia als Täterin für Pauls Vergiftung identifizieren. Felicia flieht vor der Polizei, versucht jedoch vorher noch Paul umzubringen, was Susan verhindert. Felicia flieht und stirbt am nächsten Tag bei einem Autounfall. Paul gesteht Susan vor seiner Verhaftung, dass er Martha tatsächlich getötet hat. Gabrielle bemerkt, dass ihr totgeglaubter Stiefvater sie verfolgt und beginnt für einen Waffenschein zu trainieren. Bree stellt ihre Beziehung zu Chuck in Frage in Frage, nachdem Lee sie überzeugen will, dass Chuck schwul sei. Lynette und Tom wollen einen gemeinsamen Urlaub miteinander verbringen, um ihre Ehe zu retten, was aber fehlschlägt. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1700580/
7.23 Partytime (Come On Over For Dinner (2))
Um Susan wieder gebührend in der Wisteria Lane zu empfangen, richten ihre Nachbarn eine Dinnerparty für Susan und Mike aus. Lynette und Tom beschließen, sich zu trennen. Bree und Chuck genießen ihre ersten Intimitäten. Gabrielle wird am Dinnerabend von ihrem Stiefvater in ihrem Haus überrascht. Da Alejandro sie vergewaltigen will, erschlägt Carlos ihn mit einem Kerzenständer. Lynette, Gabrielle, Susan und Bree bekommen die Tragödie mit und beginnen die Tat zu vertuschen, ehe der Rest der Nachbarschaft davon erfährt. - 9/10

Lights Out (2016)

http://www.imdb.com/title/tt4786282/

Als kleines Kind litt Rebecca (Teresa Palmer) unter schlimmen Ängsten, vor allem, wenn abends das Licht ausgeschaltet wurde. Besonders traumatisch war für sie, nicht unterscheiden zu können, ob die Schreckgestalten in ihrem Zimmer real oder nur eingebildet waren. Als erwachsene Frau ist Rebecca diese Angstzustände nun endlich los, reagiert jedoch alarmiert, als ihr kleiner Halbbruder Martin (Gabriel Bateman) in seinem dunklen Kinderzimmer von ähnlichen Erscheinungen heimgesucht wird. Hängen diese Ereignisse etwa mit ihrem Elternhaus oder gar mit Martins und ihrer gemeinsamen Mutter Sophie (Maria Bello) zusammen? Mit ihrem Freund Bret (Alexander DiPersia) begibt sich Rebecca auf Spurensuche und entdeckt, dass ihre gesamte Familie in höchster Gefahr schwebt – und zwar immer dann, wenn das Licht ausgeht...

Basierend auf den gleichnamigen Kurzfilm des Regisseurs ist "Lights Out" endlich mal wieder ein Film, der etwas geschafft hat, was lange kein Film so richtig vermochte: er jagt einem (auch mit dem einen oder anderen Jump-Scare) richtig Angst ein. Wer mit der Urangst vor der Dunkelheit lebt, weiß genau worum es in diesem Film geht - nur leider ist es noch viel, viel schlimmer und damit genau der richtige Thrill für eine schlaflose Nacht.

"Lights Out" hat alles, was ein Gruselschocker braucht: einen bösen Geist, der - nebenbei bemerkt - mal wieder richtig gruselig ist, unverbrauchte Schauspieler, die im Rahmen der dann doch recht altbackenen Story ihre Sache gut machen. Teresa Palmer und Gabriel Bateman spielen das gebeutelte Geschwisterpaar und stechen aus dem Ensemble heraus. Setting, das Spiel mit Licht und Schatten, hier und da ein punktuell gut eingesetzter Jump-Scare und fertig ist der Lack. Aber auch nur am Anfang. Wohin nämlich die ganze Geschichte geht ist letztlich nichts Neues oder gar besonders Innovatives, nein, Regisseur David F. Sandberg verlässt sich lieber auf Altbewährtes (eine Psychatrie) und verschenkt damit aber auch etwas an Potential. Die Auflösung kommt ohne große Überraschungen und hat dank relativ kurzer Laufzeit einen guten, gruseligen Unterhaltungswert, der vor allem
Achluophobische Menschen richtig ängstigen kann. "Lights Out" bietet unterm Strich zwar nur Genrekost von der Stange, dessen Herangehensweise schon etliche Male zu sehen war und herausstechen kann auch dieser Streifen definitiv nicht, aber ordentlich gruseln kann er - und das reicht ja auch mal. Ruhig mal angucken.

7/10

Freitag, 30. Dezember 2016

아저씨 - Ajeossi - The Man From Nowhere (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1527788/

Pfandleiher Tae-Sik Cha (Won Bin) will nur seine Ruhe haben. Zurückgezogen und unauffällig geht er seinem Beruf nach und freundet sich nur ein wenig mit einem kleinen Mädchen aus der Nachbarschaft an. Als deren Mutter Drogen von einem mächtigen Kartell stiehlt und die Ware im Pfandhaus versteckt, ist es mit der Ruhe vorbei. Die Gangster entführen Mutter und Tochter und zwingen Bin Won einen Job für sie zu erledigen. Doch sie ahnen nicht, mit wem sie sich da angelegt haben. Denn Tae-Sik war nicht immer ein Pfandleiher, er hat eine Vergangenheit... und er hat vor allem nichts zu verlieren...

Alles endet mit einem gequälten Blick irgendwo zwischen Hoffnung und Ausweglosigkeit. Zwei Gefühlsregungen, die sich im Großstadtgewusel Seouls immer diametral gegenüberstanden. Wo die Hoffnung herziehen, wenn Ausweglosigkeit jede Sekunde des Lebens dominiert und der Gedanke an die eigene Zukunft eine zeppelingroße, leere Blase ist? Der mürrische und vergangenheitsgeschundene Antiheld Cha Tae-sik (wunderbar impulsiv und mitunter apathisch gespielt von Won Bin) füllt diese Leere mit einer platonischen, fast schon melancholischen Beziehung zum vernachlässigten und frühreifen (auch in schauspielerischer Hinsicht) Mädchen So-mi (Kim Sae-ron), wie man es von Jean Reno und Natalie Portman in "Leon - der Profi" kennt. Eine so glaubhaft verbildlichte Bindung zweier Ausgestoßener als Vehikel für eine recht simple Rachestory nach altbekannten Mustern, Rollenverteilungen (unschuldig dreinblickendes Mädchen, einzelgängerischer Protagonist, ausgeflippter Bösewicht) und den legendären Gewaltauswüchsen des Asia-Kinos.

"The Man From Nowhere" mag inszenatorisch nur halb so künstlerisch gewieft wie seine koreanischen Genrebrüder ("The Chaser", "Oldboy", "I Saw The Devil") sein. Die Seoul-typische Verkommenheitsästhetik – allseits prononciert in gräulicher Tristesse und unentrinnbarer Abgründigkeit – hat Regisseur Lee Jeong-beom allerdings in all seiner Grässlichkeit perfektioniert. Drogensyndikate, Menschen- und Organhandel, versiffte Wohnbaracken, Gewalt als legitimes Kommunikationsmedium. Wenn Jeong-beom das Milieu der sozialen Großstadtverlierer durchleuchtet und skizziert, zeigt sich die Extravaganz des so poppig-schillernden Südkoreas höchstens als Spielwiese der dekadenten Verbrecherbanden, als Hort des personifizierten Übels.

In fein choreographierten, manchmal etwas zu hektisch geschnittenen Actionsequenzen geschieht die letztlich letale Gewalt zunächst meist im Off, weil die Kamera im finalen Moment wegdreht. Doch die Wut staut sich an. Hat Jeong-beom den Bluthahn erst noch resistent geschlossen gelassen und dann stetig gelockert, muss er am Ende gezwungenermaßen aufdrehen und geradezu entfesselt das gesamte Elend seiner Geschichte in einer explosiven Gewaltorgie kanalisieren und abfließen lassen.

Hätte man das hemmungslose Schnetzeln am Ende anderen Produktionen vermutlich als reinsten Brutalo-Fetisch und Befriedigung des Voyeurismus angelastet, bleibt "The Man From Nowhere" in all seinen Aktionen glaubwürdig. Weil die Bindung zwischen So-mi und Cha Tae-sik so real und emotional erscheint. Weil die Gräuel im Moloch der Metropole so authentisch wirken. Weil die Perspektivlosigkeit so spürbar ist. Weil man sich für die beiden eben irgendwie Hoffnung anstatt Ausweglosigkeit wünscht. Und wenn sich koreakitschige Theatralik, Gefühligkeit und Sanftmut mit bis zur letzten Konsequenz exerzierten Gewaltphantasien symbiotisieren, kann letztendlich schon fast nichts mehr schief gehen.

8,5/10

Men Of War (Unrated) (1994)

http://www.imdb.com/title/tt0110490/

Nick Gunar, genannt der "Schwede" ist ein ehemaliger Söldner. Er hat keine Skrupel und tötet für Geld. Das einzige, was ihn interessiert, sind schnelle Jobs mit dickem Profit. Die mysteriöse Firma Nitro Mine Corporation macht ihm ein verlockendes Angebot: Er soll die Bewohner einer entlegenen Insel im Südchinesischen Meer gefügig machen und sie dazu bringen, dass sie die Schürfrechte für die reichen Bodenschätze an die Firma abtreten. Nick ist bereit und trommelt seine Truppe aus vergangenen Tagen zusammen. Sein Glaube, dass sie den Job mit links erledigen können, wird schnell revidiert, als Nick auf seinen ehemaligen Rivalen Keefer stößt, der damals geschworen hat, Nick zu töten...

Attraktive Locations, fette und (bei Söldnerfilmen nicht üblich) abwechslungsreiche Action, breitwandige Kinobilder, knackige Dialoge völlig frei von Peinlichkeit, ein sehr guter, sehr spitzer Humor, im Rahmen des Genres gut gezeichnete Figuren und ein überaus fähiges Schauspielerensemble: "Men Of War" ist in seiner ungekürzten Fassung wohl der härteste und brutalste Film, in dem der alte Schwede Dolph Lundgren in seiner actionreichen Karriere mitgewirkt hat. Nur am Rande: die gekürzte FSK-16 Fassung dieses knüppelharten Dschungelactioners ist mit sage und schreibe einhundert Schnitten um satte 23 Minuten gekürzt und somit für die Tonne.

Eigentlich ist dieser 1994 gedrehte, extrem gewaltverherrlichende, politisch unkorrekte Macho-Film so typisch 80er Jahre mäßig. Hier wird geprügelt, geschlitzt und erschossen was nicht bei 3 auf den Bäumen ist, Gefangene werden hier keine gemacht. Lundgren spielt hier den Anführer einer Sölnertruppe, welche den Auftrag bekommt ein Dschungelvolk aus eben diesem zu vertreiben, was natürlich völlig aus dem Ruder läuft. Die Story ist dünn, der Film ist sinnlos und hohl, aber er macht irgendwie Spaß. Zum Brüllen ist einer der Söldner, der sich gegen Lundgren wendet. Dieser ist ein total durchgedrehter Psychopath, der permanentes Overacting vom Feinsten betreibt. Im Mittelteil hat der Film einen kleinen Durchhänger, dafür wird man aber mit einem überlangen Showdown entschädigt, bei dem dann nochmal so richtig die Sau rausgelassen wird. Ein sehenswerter Actionstreifen, man muss allerdings auf solche Filme stehen, manch einer wird wohl angewidert sein, aufgrund der brutalen Gewalt und der äußerst fragwürdigen Dialoge.

Btw: das Verblüffende an "Men Of War" ist, das er im Grunde die ideale Blaupause für Stallones "The Expendables" darstellt, der sogar einige Eckpunkte aus John Sayles Drehbuch übernommen hat.In "Men Of War" bemerkt man die Parallelen an einigen Stellen sogar sehr deutlich.

7/10

Von Eightyfour Entertainment kommt der Film auch im auf 2000 Stück limitierten Mediabook.

Misery (1990)

http://www.imdb.com/title/tt0100157/

Paul Sheldon (James Caan) ist ein berühmter Roman-Autor, der in einer entlegenen Berghütte die Fortsetzung zu seiner Bestseller-Reihe "Misery" verfasst. Als er wieder nach New York zurückkehren will, wird er von einem Schneesturm überrascht. Durch die schwierigen Wetterverhältnisse kommt sein Auto von der Straße ab und wird zerstört. Die ehemalige Krankenschwester Annie Wilkes (Kathy Bates) rettet Sheldon aus dem Autowrack und pflegt ihn wegen des anhaltend schlechten Wetters bei sich zu Hause gesund. Aus Dankbarkeit lässt Sheldon die Frau, die zu seinen größten Fans gehört, das Manuskript des neuen Romans lesen. Doch Annie, deren fanatische Begeisterung so weit geht, dass sie sogar ihr Hausschwein Misery genannt hat, ist nicht gerade zufrieden, als sie vom Tod der Hauptfigur liest. Ihr Unmut bringt Sheldon schon bald in Gefahr.

Mit der Verfilmung von Stephen Kings Roman "Misery" wurde nicht bloß ein spannendes Horrorerlebnis abgeliefert, deren Hauptdarstellerin sich neben Mrs. Denvers und Nurse Ratched mühelos in die Riege der angsteinflößendsten weiblichen Gegenspielern einreihen darf, sondern auch ein Film über die einsame Kluft in der Kunst - der sich auftuende Abgrund zwischen Autor, Werk und Rezipient.

Dreh- und Angelpunkt des Films ist die fanatische Beziehung zwischen Paul Sheldon (James Caan) - einem bekannten Buchautor, der vor allem für seine "Misery"-Buchreihe Berühmtheit erlangt hat - und seinem größten Fan Annie Wilkens (Kathy Bates), welche ihn aus einem erzwungenen Zufall heraus nach einem Autounfall rettet und seine schweren Verletzungen bei sich Zuhause pflegt. In dieser Obhut voll der Pflege und der Komplimente für sein Genie braucht es anfangs eine Weile bis es jedoch dämmert, dass Sheldon im Grunde gegen seinen Willen festgehalten wird. Diese Erkenntnis wird aber nicht sanft über ihn gehüllt, sondern in rapiden Ausbrüchen des Fanatismus, die immer wieder bezeugen, mit welch psychopathischer Person er hier eingesperrt ist. Die launischen Wechsel zwischen der komplimentierenden und merkwürdig liebenswerten Annie Wilkens erfolgen hier ohne Vorwarnung hart und scharfkantig. Wenn sie zu einer weiteren Hasstirade beispielsweise über Profanität ausholt, begibt sich die Kamera in eine derartig frontale Position, dass sich unter einer großartigen Performance von Kathy Bates all ihre Gesichtsmuskeln zu verzerren drohen und man ihren Atem förmlich auf der eigenen Haut spüren kann. Interessanterweise scheint sie sich ihrer Wirkung nach einem Moment der Abkühlung durchaus bewusst zu werden und versucht selber oftmals wieder die Situation zu deeskalieren, was aber eine noch viel größere Unsicherheit mit sich zu bringen scheint. Gepaart mit dem sprichwörtlich ans Bett gefesselten Autor, der sie hier zu enträtseln versucht und manchmal ihre Spielchen mitspielt, in der Hoffnung seine Lage dadurch verbessern zu können, weiß man nie ganz genau, wie ehrlich die beiden in einzelnen Interaktionen miteinander umgehen oder vielmehr, wieviel Theater sie gewillt sind vom anderen zu ertragen. Diese Uneindeutigkeit in ihrer Beziehung befeuert und strapaziert die Nerven hier umso mehr.

Weiterhin wird ein Großteil der Spannung natürlich auch daraus generiert, dass der hier durch seine Unfallverletzungen gezeichnete Autor in seiner Immobiltät der Peinigerin und Pflege fast gänzlich ausgeliefert ist und das Gefühl der Hilflosigkeit gnadenlos seines Weges waltet. Jeder Ausbruchsversuch entlädt sich dadurch in einem anstrengendem Kraftakt, der in spannungsgeladenen Parallelmontagen zur nervenaufreibenden Zuschauer-Tortur wird.
Letztlich ist seine körperliche Paralyse aber bloß die Weiterführung seiner kreativen Unbeweglichkeit. Der Titel "Misery" ist für diese fiktionale Buchreihe hierbei sicherlich nicht zufällig gewählt, bedeutet sie doch für den Autor eine Misere, in der er sich kreativ gefangen fühlt und nicht ausbrechen darf. Während er sich in anderen Werken viel lieber ausleben würde, fordern die Fans hier eine Fortsetzung nach der anderen und verhimmeln ihn für etwas, in was nicht mal sein gesamtes schöpferisches Herzblut geflossen ist. Dieses Paradoxon muss man im Film nicht unbedingt sehen, aber wenn der Autor hier sprichwörtlich dazu gezwungen wird, eine Fortsetzung des Publikumlieblings aufs Papier zu bringen, während er zudem noch stetig Medikamente angereicht bekommt, die ihn darin zu ertränken drohen, bringt dies neben dem Horror eine zweite Ebene hinein, die den Ausbruch am Ende nicht bloß körperlich, sondern auch schöpferisch gestalten. Genial.

9/10

Von Eightyfour Entertainment kommt der Film auch im auf 999 Stück limitierten Mediabook.

Donnerstag, 29. Dezember 2016

The Shallows - The Shallows: Gefahr aus der Tiefe (2016)

http://www.imdb.com/title/tt4052882/

Für die junge Nancy (Blake Lively) gibt es nichts Schöneres als auf einem Surfbrett im Wasser zu sein und die Wellen des Meeres zu erobern. Als sie sich eines Tages alleine an einem verlassenen Strand auf ihr Brett schwingt, scheint alles wie immer zu sein. Doch im Meer lauern tödliche Gefahren und plötzlich wird sie von einem Weißen Hai angegriffen. Nancy gelingt es, sich gerade noch rechtzeitig auf einem einsamen Felsen im Meer in Sicherheit zu bringen. Dort muss sie schnell feststellen, dass sie auf diesem bis auf Weiteres festsitzt: Zwar ist das rettende Ufer nur wenige hundert Meter von ihr entfernt, doch der große Weiße wartet noch immer auf seine Gelegenheit, nach ihr zu schnappen. Für Nancy wird der Weg zurück ans Festland zu einem enormen Willenstest. Wird sie das Risiko auf sich nehmen?

Allein der Trailer zu "The Shallows" ließ endlich mal wieder einen wirklich guten Hai-Film erahnen. Und zum Glück - so ist es auch. "The Shallows" ist, wie für einen Monster/Haifilm üblich, vor allem gegen Ende über weite Strecken recht unglaubwürdig, aber wenn man hinter die Kulissen schaut, bemerkt man, dass dies den Machern durchaus bewusst gewesen ist und es ihnen lediglich darum ging, einen Film mit Nervenkitzelfaktor zu schaffen. Dies ist hier dank einer hervorragenden Blake Lively auch weitestgehend geglückt. Sie bringt die Ausweglosigkeit in der sich ihre Figur befindet, aber auch ihren unbändigen Überlebenswillen echt fantastisch herüber. Das sie im Surferoutfit eine noch zudem sehr heiße Figur macht ist da spätestens ab der Hälfte des Films sekundär. Auch die Natur- und Landschaftsaufnahmen, Kamera und Bild-in-Bild Spielereien sind sauber gemacht und bieten nettes Augenfutter.

Was den Hai betrifft, hat man hier ein wahres Monster geschaffen und diesen sogar mal realistisch animiert. Warum er es allerdings auf die von Lively gespielte Nancy so hartnäckig abgesehen hat, bleibt unklar, ist aber für einen solchen Film auch nicht weiter interessant. Unglaubwürdig also durchaus, unlogisch an manchen Stellen - vor allem das überbordernde Finale, welches aber im Zuge des Films rasant und nervenaufreibend inszeniert wurde.

Alles in allem wurde hier ein Film auf Nervenkitzelbasis inszeniert. Dank Livelys starker Leistung und punktuell gut gesetzten Schockszenen ein echter Leckerbissen mit geradezu panischer Spannung. Zwar muss sich der Film trotzdem diverse Schwächen ankreiden lassen, aber nach langer Zeit fühlt man sich von einem neueren Film mal wieder gefesselt und da soll Unglaubwürdigkeit und auch Unlogik mal egal sein. Wer also einen ernsten und minimalistischen Überlebenskampf einer sympathischen Protagonistin gegen einen üblen Hai erleben will, ist hier genau richtig.

8/10

Auch im limitierten Steelbook erhältlich:

Casualties Of War - Die Verdammten des Krieges (Extended Version) (1989)

http://www.imdb.com/title/tt0097027/

Während des Vietnamkrieges befindet sich der einfache Soldat Eriksson (Michael J. Fox) mit ein paar Kameraden auf Patrouille. Da Angriffe der Vietcong verhindert haben, dass sich die Soldaten abends im Dorf vergnügen konnten, plant der Anführer der kleinen Gruppe, Seargent Tony Meserve (Sean Penn), eine Vietnamesin zu entführen, die sie dann nacheinander vergewaltigen können. Als sie sich einem kleinen Dorf nähern, wird der Plan umgesetzt. Eriksson bleibt passiv, schreitet aus Angst aber auch nicht ein, um die Entführung zu verhindern. Bei der anschließenden Vergewaltigung in einer Hütte macht er im Gegensatz zu seinen Kameraden Antonio Diaz (John Leguizamo), Herbert Hatcher (John C. Reilly) Thomas E. Clark (Don Harvey) und Tony Meserve jedoch nicht mit. Das Erlebnis führt bei Eriksson zu einem handfesten Gewissenskonflikt. Der Soldat weiß nicht, ob er seine Kameraden anzeigen, oder ob er lieber den bequemen Weg wählen soll.

Ein Kriegsfilm der nicht viel Berühmtheit erlangte aber dafür so viel zu sagen hat. Mit "Die Verdammten des Krieges" ist Regisseur Brian De Palma ein eindringliches, vielleicht einzigartiges und bewegendes Stück Kriegsfilm gelungen, welcher den Zuschauer eine emotionale Achterbahnfahrt erleben lässt die einem nicht mehr los lässt. Auch nach mehrmaligen Sehen verliert "Die Verdammten des Krieges" nichts von seiner Intensität und bleibt auch heute noch ein wichtiger Film. Davon ganz abgesehen ist es auch einfach erfrischend mal eben kein in Patriotismus getränktes Werk sehen zu müssen, sondern vielmehr eines, weclhes sich um andere Probleme in Kriegshandlungen bemüht.

Dieser Film ist ein erschütternder, unter die Haut gehender Streifen der lange im Gedächtnis nachhallt. Manchmal ist es sogar schwierig hinzusehen so sehr kann den Zuschauer das Geschehen gefangen nehmen. Und dies geschieht nicht einmal, indem De Palma die Kamera brutal auf Misshandlung und Vergewaltigung drauf hält, sondern durch das, was er oftmals nicht zeigt und was der Zuschauer (und in diesem Fall Eriksson) mit anhören muss, wenn seine Kameraden diese furchtbaren Taten begehen. Allein die Entführung des Mädchens, der jungen Vietnamesin Oanh (Thuy Thu Le), aus ihrem Dorf und das Herausreißen aus den Armen ihrer weinenden und schreienden Familienangehörigen sind so eindringlich und furchtbar dass es einen als Zuschauer zerreißt. Der hilflose Eriksson muss dies - genu wie der Zuschauer, der schon längst im Geschehen integriert wurde - tatenlos mit ansehen.

Ist das wirklich einer der Kollateralschäden des Krieges hier in Vietnam? Ein Spähtrupp unter Sarge Tony (Sean Penn) entführt ein Mädchen aus einem Dorf, vergewaltigt sie und bringt sie anschließend um. Brian De Palma hat daraus ein erschütterndes Drama gemacht. Der Film stellt etwas anders als anderen Kriegsfilmen die Frage, ob und wie es möglich ist in solch einer Umgebung, solch einem Krieg ein gewisses Moralsystem zu erhalten. Also was ist recht? Was ist unrecht? Oder ist dieses System ein Luxus den wir für uns in unserer Gesellschaft beanspruchen und der im Krieg keine Gültigkeit mehr hat? Sergeant Meserve (Sean Penn) hat den Glauben an dieses System längst verloren und überträgt zu dem all seinen Hass auf den Feind und auf dieses junge Mädchen. Es wäre einfach ihn als böse zu beschreiben, doch das ist Meserve nicht. Zu Anfang ist er ein guter Soldat und Freund für seine Kameraden, jedoch verändert er sich (nachdem sein bester Freund bei einem Einsatz ums Leben kommt) drastisch. Vielleicht hat er auch den Glauben daran verloren, lebend nach Hause zu kommen. Der Krieg hat ihm längst die Seele genommen. Ihm gegenüber steht Eriksson (Fox) der gerade einmal 3 Wochen in Vietnam ist. Ein starker Mann mit einem unerschütterlichen Moralempfinden. Eriksson nimmt ganz klar die Identifikationsfigur der Zuschauer ein und steht für das unbeirrbar Gute. Er findet sich in der furchtbaren Situation wieder zu entscheiden zwischen dem was richtig ist und der Loyalität seinen Kameraden gegenüber.

In packenden Dialogen wird das Pro und Kontra der Tat erörtert (und in der hier besprochenen erweiterten Fassung sogar noch ausführlicher auf die Tatenlosigkeit von Erikson eingegangen). Auch die Befehlsstrukturen innerhalb der Truppe spielen eine Rolle. Im Soundtrack dominiert hier eine Panflöte als Palliativ. Doch Eriksson macht Meldung und muss erfahren, wie sinnlos das ist, denn aus Tätern werden Opfer gemacht. 'So ein Verfahren hilft doch dem toten Mädchen nicht mehr.' hört man von Vorgesetzten. Auch ein Attentatsversuch auf Eriksson wird verübt. Der schlägt zwar zurück, macht sich aber weiterhin Vorwürfe, nicht genug getan zu haben. Es wird deutlich, dass das Töten des Feindes im Krieg etwas anders ist, als ein heimtückischer Mord an einer Zivilistin. Zur Verdeutlichung seiner Idee hat De Palma noch einen netten 'Gag' in die Rahmenhandlung eingebaut: Thuy Thu Le hat eine Doppelrolle. Somit ist es kein reiner Antikriegsfilm, sondern eine Studie über menschliche/männliche Schwächen. Aber das eindringlich und großartig.

8/10

Berkshire County (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2726270/

Die unbeliebte Kylie Winters (Alysa King) durchlebt eine schwere Zeit, wird sie doch von Gleichaltrigen gemobbt. So wird ein äußerst unangenehmes und explizites Video von ihr übers Internet verbreitet und sie damit zum Gespött. Am liebsten würde sich die auch schon selbst verachtende Jugendliche in einer dunklen Ecke verkriechen, doch am Halloweenabend geht sie dennoch Babysitten. Arbeitsstelle ist ein abgelegenes Landhaus. Als dort dann ein Kind mit einer Schweinsmaske an die Tür klopft, glaubt Kylie zunächst an einen gewöhnlichen Halloween-Streich. Doch der Eindringling verschafft sich zusammen mit weiteren Maskierten Zutritt zum Gebäude und sie machen die Nacht zu einem Albtraum für die angsterfüllte Kylie und ihre Schützlinge. Die junge Frau und die Kinder müssen sich einem knallharten Katz-und-Maus-Spiel stellen und ums nackte Überleben kämpfen.

"Berkshire County" ist ein absolut ideenloser, unkreativer, innovationsloser, richtiggehend unglaubwürdiger, spannungsarmer, relativ unblutiger, klischeebehafteter und damit nach Schema F ablaufender Low-Budget Home Invasion-Streifen mit belanglosen Dialogen und durchweg hölzernen Darstellern. Der Kanadier Audrey Cummings liefert nach diversen Kurzfilmen hier seinen ersten Langfilm ab und wagt absolut keine Experimente. Die 08/15-Story ist hier und da zusammengeklaut, aber dabei noch nicht einmal gut umgesetzt. Selbst die Schweinemasken gab es schon in einem weit besseren Home Invasion-Thriller namens "You're Next" zu bestaunen, jedoch erzielten sie dort eine wesentlich bedrohlichere Wirkung. Auch mit der Babysitterin sympathisiert man nicht wirklich, so dass man mit ihr auch nicht mitfiebert, obwohl dem Zuschauer am Anfang des Films Mitgefühl mit der Figur suggeriert werden soll, da sie eine dumme Entscheidung fiel und deswegen Mobbing zum Opfer fällt. Im späteren Verlauf spielt dies aber überhaupt keine Rolle mehr und macht den Streifen nach knapp 60 Minuten zu einer unglaubwürdigen Gurke. Das Finale kommt abrupt und endet ohne wirkliche Überraschung, sodass man bloß enttäuscht mit dem Kopf schütteln kann. Selbst eingefleischten Fans kann man hier nur raten: Finger weg.

2,5/10

Von MAD DIMENSION auch als "Uncut Edition" auch im limitierten Mediabook erschienen:

Sonntag, 25. Dezember 2016

Joy Ride 3: Road Kill (Unrated) (2014)

http://www.imdb.com/title/tt3138376/

"Rusty Nail” (Ken Kirzinger), der rachsüchtige Psychopath mit einem Hang zum Sadismus, ist wieder zurück auf der Straße, um Ungerechtigkeiten aufzuspüren und auf seine eigene, unbarmherzige Art und Weise zu bestrafen. Diesmal trifft seine Mordlust eine Gruppe von hitzköpfigen Rennfahrern, die versuchen, das große Straßenrennen "Road Rally 1000" über eine unwegsame Abkürzung zu erreichen. Dabei ziehen sie jedoch den Unmut von Rusty auf sich, der alsbald ihre Verfolgung aufnimmt und ihre Reise in einen regelrechten Höllentrip verwandelt...

Der martialische Horror-Filmemacher Declan O'Brien ist ja erfahren im Ausweiden von gehetzten Opfern durch psychopathische Gestalten und in der Beatmung von mäßigen Splatter-Franchise-Produkten. In "Joy Ride 3: Roadkill" poltert er unplausibel über zermatschte Köpfe, treibt funktional die Gore-Sau "Rusty Nail" über den Highway des Todes, wo relativ unbegabte Jungschauspieler für die Torture-Porn-Arena missbraucht werden. Das ist zwar insgesamt noch recht unterhaltsam und auch die teils extrem zynisch-blutigen Kills halten den Zuschauer bei der Stange, aber so recht will der Funke nicht überspringen.

Vorbei sind die Zeiten des Originals "Joyride - Spritztour", wo echter Nervenkitzel statt Gewalt vorherrschte, die Zahl der Opfer vergleichsweise niedrig gehalten wurde und in dem sich "Rusty Nail" sich als dunkler Unbekannter im Hintergrund verdeckt hielt, weil vor allem sein Truck die Aufgabe hatte, Menschen das Fürchten zu lehren. Rusty war ja noch nie ein netter Typ und immer schon ein Fall für den Psychiater, aber in "Joy Ride 3" ist aus ihm ein zynischer Killer geworden, der einfach Spass daran hat, Menschen psychisch und vor allem physisch leiden zu sehen, nur um dies dann noch mit einem trockenen Spruch zu kommentieren. "Joy Ride 3" ist nicht vollends schlecht, aber damit eben auch kein "Joyride" mehr. Eben nur stumpfsinniger Splatter für Gorehounds ohne besondere Story.

5,5/10

Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD auch im auf 500 Stück limitierten und nummerierten Mediabook:

Freitag, 23. Dezember 2016

Friday The 13th Part VIII: Jason Takes Manhattan - Freitag, der 13. Teil 8: Todesfalle Manhattan (1989)

http://www.imdb.com/title/tt0097388/

Jason (Kane Hodder) ist zurück! Wieder einmal durch eine Unachtsamkeit zum Leben erweckt: Der Anker eines Schiffes zerreißt ein Stromkabel, das am Boden des Crystal Lakes lag, und Jason durch einen Stromstoß wieder zum Leben erweckt. Jason macht sich auf die Suche nach neuen Opfern und findet am nächsten Tag ein Schiff, das sich nach Manhattan aufmacht. An Bord befindet sich eine Schulklasse mitsamt Lehrpersonal. Schließlich bemerkt die Nichte des Lehrers, Rennie (Jensen Daggett), dass sich merkwürdige Dinge auf dem Schiff zutragen. Gemeinsam mit ihrem Freund Sean (Scott Reeves) suchen sie den Kapitän (Warren Munson) auf, der jedoch schon tot ist. Sie trommeln die anderen zusammen und machen sich auf die Suche nach dem unbekannten Mörder, gegen den sie jedoch nur schwer etwas ausrichten können.

Auch ein Jason Voorhees muss mal die Ufer des Crystal Lakes verlassen und sich die Welt ansehen. Und genau das tut er auch in "Freitag der 13th: Todesfalle Manhattan". Also schmuggelt sich der liebe Jason mit auf ein Schiff, das sich in Richtung Manhattan bewegt. Zu seiner Freude wimmelt es auf dem Schiff nur so von nervigen Teenagern, denen er dann auch schon bald an die Kehle geht. So weit so gut, aber genau hier liegt das Problem vom achten "Friday The 13th". Es wird zu viel Zeit auf diesem Schiff verplempert. Bis Jason endlich durch Manhattan stampfen darf, ist schon fast die Hälfte des Films vorbei. Erst nachdem die letzten Überlebenden New York erreicht haben, fängt der Streifen an Spaß zu machen. Hier gewinnt der Unterhaltungsfaktor auch richtig an Fahrt und sorgt für nette Gags und Kills. Dagegen war die erst Hälfte auf dem Schiff dass reinste Schnarchkonzert.

Man merkt „Freitag der 13th Part VIII-Todesfalle Manhattan“ schon an, dass die verantwortlichen Produzenten wieder frischen Wind in die Reihe bringen wollten. Das wäre ihnen auch fast gelungen, hätte man den Streifen nicht mit den falschen Händen angepackt. Regisseur und Autor Rob Hedden verlässt sich viel zu sehr auf sein Setting und seinen inzwischen unantastbaren Killer, vernachlässigt im Gegenzug deutlich die Effektivität dieser Elemente. Wie am Schnürchen gezogen steigt der Bodycount, aber Spannung, Witz oder zumindest deftiges Inszenierungsgeschick lässt er vermissen. Da es sich hier bereits um die 8. Runde im sich ewig wiederholenden Freitag-Marathon handelt wäre ja zumindest anzunehmen, dass sich Hedden gewisser Stärken der Serie bedient und erkenntliche Schwächen vermeidet. Das 80er Jahre Feeling wirkt aufgesetzt/peinlich, ebenso wie die Idee den vermoderten Jason als materialisiertes Kindheitstrauma einer Nichtschwimmerin zu personifizieren. Schade, der Setting-Wechsel vom Crystal-See auf hoher See und ins urbane Slasher-Klima wird kaum ausgenutzt. Mit einen kompetenteren Regisseur, mehr Blut und Ironie wäre der Streifen vielleicht richtig gut geworden aber immerhin bietet er einige der ikonischsten Szenen der Reihe.

5/10

Von Eightyfour Entertainment kommt der Film auch im wattierten und limitierten Mediabook als 3-Disc Special Edition. Komplett ungeschnitten und in HD.


Donnerstag, 22. Dezember 2016

Suicide Squad (Extended Cut) (2016)

http://www.imdb.com/title/tt1386697/

Gift gegen Gift, Feuer gegen Feuer? Das zumindest scheint der Gedanke der amerikanischen Geheimagentin Amanda Waller (Viola Davis) zu sein, als sie einen heiklen Entschluss fasst: Um einer geheimnisvollen und unbesiegbar erscheinenden Bedrohung endgültig das Handwerk zu legen, gebraucht es mehr als nur hochgerüstete Soldaten auf einem Himmelfahrtskommando. Man braucht ganz einfach die gemeingefährlichsten Fieslinge, die derzeit im Gefängnis vor sich hin schmoren, denn die haben offenbar nichts mehr zu verlieren. Doch die illustre Truppe, zu der Knalltüten wie die exzentrische Harley Quinn (Margot Robbie), Deadshot (Will Smith), Rick Flag (Joel Kinnaman) und Captain Boomerang (Jai Courtney) gehören, merkt schnell, dass sie im Zweifelsfall einfach nur entbehrliches Kanonenfutter und Sündenbock sein soll. Da stellt sich ihnen unweigerlich die Frage, ob sie überhaupt noch den Auftrag ausführen sollen, was ihren sicheren Tod bedeuten würde, oder ob sie sich lieber selbst retten...

"Suicide Squad" war nach "Man Of Steel" und "Batman v Superman" die dritte Verfilmung im sogenannten "DC Extended Universe" und wie auch schon die beiden genannten Filme zuvor erregte er schon vor seiner Veröffentlichung ausgiebig die Gemüter. Denn trotz des versprochenen düsteren Grundtons der Vorlage sickerte früh durch, dass der Film auf ein familientaugliches PG-13 hin produziert wird. Bereits bei "Batman v Superman" war dies der Fall und der deutlich härtere sowie auch inhaltlich abweichende "Extended Cut" zeigte eindrücklich, wie sehr man damit von der ursprünglichen Vision des Regisseurs abgewichen war. Dort wiederum hat man noch den Mangel an auflockernden Szenen beklagt, aber ob die Meldung von Nachdrehs, um den Film "lustiger" zu machen kurz darauf bei "Suicide Squad"-Interessenten wirklich für Jubel sorgte, darf bezweifelt werden.


Trotz der deutschen 16er Freigabe ist letztlich der fertige Film und in Anbetracht der vielen schrägen Charaktere schon eine merkwürdig zahnlose Angelegenheit geworden. Der Raum für Hintergrund-Geschichten und Konflikte innerhalb der Truppe ist beschränkt und einige Anpassungen für das Massenpublikum nehmen dem Ganzen etwas die Würze, was mit z.T. regelrecht peinlichen One-Linern nur bedingt aufgewertet werden kann. Aber aller Kritik zum Trotz steht ein Einspielergebnis von $745 Millionen unterm Strich, was den Film zum Achterfolgreichsten des Jahres 2016 machte (gleich hinter "Batman v Superman" und dem bekanntermaßen eine andere Richtung einschlagenden "Deadpool").


Doch gab es nun auch hier die Ankündigung, fürs Heimkino einen "Extended Cut" anzubieten. Regisseur David Ayer hatte (womöglich auch als Reaktion auf die Entwicklung bei "Batman v Superman") zum Kinostart von "Suicide Squad" mehrfach betont, dass dort auch wirklich seine Version des Films, der "Directior's Cut" läuft. Fragt sich, ob die knapp 12 Minuten längere Extended Version also überhaupt irgendetwas Interessantes, geschweige denn mehr Härte oder auch die ein oder andere Szene, welche Fans auch hier aus den ersten Teasern/Trailern vermissten, bietet?

Nein, härteres, zensurbedingt gestrichenes Material sucht man in der hier besprochenen Extended Version vergeblich. Auch inhaltlich werden keine komplett neuen oder abweichenden Pfade eingeschlagen und wer somit schon an der Kinofassung keinen Gefallen gefunden hat, wird mit der längeren Fassung auch nicht unbedingt besseren Zugang zu dem Werk bekommen. Offenbar wurden einfach ein paar Szenen aus Straffungsgründen für die Kinofassung entfernt und diese haben nun wieder ihren Weg in den Film gefunden. Man muss aber auch gleich positiv bemerken, dass die Extended Version schon die ein oder andere Szene hinzufügt, welche die Figuren und Zusammenhänge ein klein wenig runder wirken lässt.


Den Bärenanteil machen hier ganz klar zusätzliche Szenen mit Harley Quinn und dem Joker aus. Letzterer wurde von vielen aufgrund entweder der im Vergleich zu den ersten Trailern nur sehr geringen Screentime oder allgemein der Performance von Jared Leto (Heath Ledger hat da natürlich ein schweres Erbe hinterlassen) häufiger kritisiert. Durch ergeben sich mehr hitzige Wortgefechte in der Szene zu Beginn, sowie ein zusätzlicher Flashback in der Filmmitte, wodurch die angespannte Beziehung zwischen den beiden verrückten Charakteren sinnvoll vertieft wird. Darüber hinaus fällt auf, dass Postermädel Harley auch ansonsten mehr Intrigen mit ihren Kollegen spinnt oder hier und da mehr ihrer kleinen One-Liner vom Stapel lässt. Hier hat man sich wohl noch ein wenig den Rufen der Fans gebeugt.


Darüber hinaus wird das Abhängigkeits-Verhältnis von Deadshot und Colonel Flag weiter thematisiert. Ob das dramaturgisch nun wirklich immer nötig ist, sei mal dahingestellt - aber zumindest gibt es der ersteren ohne Frage sehr populären Figur noch etwas Tiefe. Auch El Diablo darf in diesem Zusammenhang ein wenig aggressiver auftreten bzw. Deadshot in der Bar kritisch darauf ansprechen. Letztlich aber nicht so auffällig wie die Szenen mit Harley und dem Joker. Zu guter Letzt verbleiben kleinere Ergänzungen hier und da. Killer Croc darf sich im Heli noch übergeben (aber auch eher Aufhänger für einen One-Liner von Harley) und wird ebenfalls ein wenig ausführlicher eingeführt. Dabei hat Regisseur David Ayer auch noch einen kleinen Gastauftritt. Auch Katana und Captain Boomerang dürfen am Rande ein klein wenig mehr auf Dinge reagieren. Alles aber wie gesagt eher nebensächlich und so macht der Extended Cut des Films ihn nur minimal besser als die Kinofassung war. An der Wertung ändert sich somit nichts.

6/10

Exklusiv bei amazon.de gibt es den Film auch als "Limitiertes 3-Disc Steelbook". Inklusive 3D-Version der Kinofassung und 3D-Fassung des 12 Minuten längeren Extended Cuts.