Montag, 31. August 2015

A Nightmare On Elm Street - Nightmare: Mörderische Träume (1984)

http://www.imdb.com/title/tt0087800/

Nancy (Heather Langenkamp) wird in ihren Träumen immer wieder von einem Mann heimgesucht, dessen Gesicht von hässlichen Narben entstellt ist. Eines Tages erwacht sie und ihr Nachthemd ist zerschnitten. Sie erfährt, dass ihre Freunde auch von dem Mann mit den stählernen Klauen, dem rot-grün gestreiften Pullover und dem dunklen Hut mit breiter Krempe träumen, der sich Freddy Krueger (Robert Englund) nennt. Eines Tages fällt ihre beste Freundin dem Monster zum Opfer und wird bestialisch ermordet. Und während ein Freund nach dem anderen in den Augen der hilflosen Polizei tödliche Unfälle erleidet, beginnt Nancys verzweifelter Versuch, diesem Albtraum zu entkommen...

Heute Nacht verstarb Wes Craven im Alter von 76 Jahren. Ein Grund mehr, "seine" Klassiker aus dem Regal zu holen und sich zu gruseln. "A Nightmare On Elm Street", sein siebter abendfüllender Spielfilm, ist ein Meilenstein des Horrorfilms, ohne wenn und aber. Es ist eine düstere Wolke aus Atmosphäre, ein Himmel des Grusels, eine Hölle auf Erden. Wes Craven legt mit diesem Streifen eine bis dahin nicht dagewesene Kreativität an den Tag, die einen fesselt, die einen - teilweise noch heute und nicht nur junge Erwachsene - ängstigt und sogar bis in die eigenen Träume verfolgen kann. Ob es jetzt nur das Metaspiel zwischen Traum und Wirklichkeit ist, oder die hinterhältigen Erscheinungsformen, in denen die Kultfigur Freddy Krueger seine Opfer heimsucht. Ob es der subtil die Wand durchbrechende Humor, oder die kleinen unerwarteten Schockmomente sind. In jedem Moment ist das großartig umgesetzte Genrekunst.

Durch die grandiosen Jugenddarsteller (unter anderem Johnny Depp in seiner ersten großen Rolle), einem zeitgemäßen rockigen, psychedelischen Soundtrack und angenehm lockeren Dialogen entsteht immer wieder so ein heimeliges Gefühl der Sicherheit, dass man ironischerweise auch nur aus Horrorfilmen kennt. Aber wenn die Sicherheit einmal gestört wird, wenn der Zuschauer schockiert werden soll, dann ist das hier bis ins letzte Detail durchdacht. Wann, wo und vor allem wie der Schreck auftaucht, ob man mal in eine 'Point-of-View'-Perspektive wechselt oder schlicht beobachtet, nichts ist dem Zufall überlassen. Diese einzigartige Stilsicherheit und Charaktertiefe ist der erzählerische Rahmen für eine bemerkenswert konsequente und augenzwinkernde Geschichte voller Skurrilität und Einfallsreichtum. Voller Unabhängigkeit und Perfektion. Hier betritt der Horror ein neues Feld: Während andere Killer weit weg in abgelegenen Einöden morden, so ist Freddy immer ganz nahe. Das wahrhaftige Genie Cravens besticht vor allem in der zweiten Hälfte des Films, wenn der Schlafentzug zur Qual wird. Dann wenn die Augen schwer werden und das Gehirn seine Ruhe einfordert, dann führt Craven den Zuschauer in eine Grauzone, in der man nie weiß, ob man im Traum oder in der Realität ist. Dieses perfide Spiel treibt Craven fort und fort, den Spannungsbogen bis ins Unermessliche ausdehnend zum Finale.

"A Nightmare On Elm Street" ist ein gleichzeitig genialer wie grausamer Horrorfilm, ein schweißtreibend spannender Genrestreifen, der genau weiß, wann er seine Regeln brechen muss. Kein Wunder, dass er zum Klassiker avancierte und ihm 6 Fortsetzungen und auch ein Remake folgten.

8/10

Sonntag, 30. August 2015

Exeter/The Asylum/Backmask - ExitUs: Play It Backwards (2015)

http://www.imdb.com/title/tt1945044/

Während einer berauschenden Party in einem leerstehenden Sanatorium, das für die entsetzliche Behandlung seiner Patienten in der Vergangenheit bekannt ist, beschließen Brad (Brett Dier), Brian (Nick Nicotera), Patrick (Kelly Blatz), Amber (Gage Golightly) und Reign (Brittany Curran) eine Seance abzuhalten. Ein scheinbar böswilliger Geist befällt die Gruppe und nimmt einen ihrer Körper in Besitz. Die restlichen Teenager wollen schleunigst Hilfe holen, müssen jedoch feststellen, dass es keinen Ausweg mehr aus dem Gebäude gibt und auch alle anderen Kommunikationswege nicht funktionieren. In einem Versuch, den Geist aus dem Körper zu vertreiben, führen sie daher einen Exorzismus durch. Damit machen die Amateur-Geistervertreiber die Sache allerdings noch schlimmer, denn nun tritt ein noch viel stärkerer und rachsüchtigerer Geist auf den Plan, der sie alle tot sehen will…

"ExitUs" ist ein überraschend unterhaltsamer Genremix, der sich selbst nicht zu ernst nimmt aber leider auch nicht konsequent genug vorgeht. Er kommt einfach nicht nahe genug an das Niveau aktueller Genregrößen wie "You're Next" oder "Der Babadook", hat aber durchaus seine Momente. Die ersten Außenszenen sind unglücklich geschossen und erinnern eher an einen Billig-Horror-Trashfilm, die Innenszenen sind dann aber relativ hochwertig anzuschauen. Generell leidet der Film aber an einem katastrophalen Schnitt. Ab und zu werden völlig sinnlose Schnitte gesetzt und reißen einen aus der Stimmung. Dazu kommen einige ärgerliche Anschlussfehler - in einer Szenen zum Beispiel dämmert und regnet es, einen Schnitt später ist der Raum Sonnendurchflutet. Darauf hätte man wirklich achten können.

Bisweilen setzt der Film den Trend der ausrastenden Tonpraktikanten klassisch fort, da man sonst leider kaum Spannung aufbaut. Ein Jump-Scare sorgt bei dieser technischen Übersteuerung zwar dafür, dass man gelegentlich zuckt, Intensität oder Atmosphäre wird damit jedoch verhindert. Auf der positiven Seite ist das Pacing jedoch von Anfang an angenehm schnell. In erfreulich wenigen Minuten werden die stereotypischen Charaktere eingeführt: der introvertierte Held, der Kiffer, der Sportlermacho, die blonde Sexbombe, der dicke Nerd. Es wird einmal kräftig in die Klischeeschublade gegriffen, was aber hier gut harmoniert. Die Hintergrundgeschichte ist dann genauso dämlich wie überflüssig. Zu lustig ist es einfach, wenn absolute Klischees, wie das Auffinden wichtiger Dokumente auf dem Dachboden, aufgegriffen werden: "Oh schaut, ein Videoband und zufällig ein TV mit Strom."

Aber es gibt keine unnötigen Dialoge von geistig verwirrten Vollidioten. Die Helden wissen, dass sie in einem Horrorszenario sind und müssen sich nicht unnötig blöd anstellen. Sie sind aber trotzdem völlig unfähig und kennen wie Normalsterbliche auch nur Lösungsansätze aus Filmen und dem Internet. Also wird erst einmal ein Exorxismus von Youtube gemacht und mit dem Geist über ein improvisertes Ouija-Board kommuniziert. Der doch recht eingeschränkte Einfallsreichtum der Darsteller ist dabei erfrischend witzig, dumme Sprüche werden am laufenden Band abgefeuert und wenn die Freundin vergewaltigt werden soll, dann bitte nicht Anal, da wollte er selbst noch ran.

Am Ende wird das Tempo noch einmal ordentlich angezogen und der Film wird stellenweise doch recht brutal. Das kommt unerwartet und weiß zu gefallen. Leider kann der Film die selbstsichere Schiene zum Ende nicht mehr halten, und obwohl der Plot genauso vorhersehbar wie ausgelutscht ist, so macht der Film den unverzeihlichen Fehler am Ende dann doch nochmal alles 5 Mal erklären zu wollen. Trotz der vielen fuax-pás, nicht schlecht.

6,5/10

Die ungeschnittene Erstauflage des Films gibt es in einem schicken Steelbook:

22 Jump Street (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2294449/

Nachdem die Neu-Polizisten Schmidt (Jonah Hill) und Jenko (Channing Tatum) ihren ersten Fall erfolgreich lösen konnten, sollen sie erneut als verdeckte Ermittler arbeiten. Dieses Mal wird keine Highschool infiltriert, sondern ein örtliches College. Es kommt, wie es kommen muss: Schnell sind Schmidt und Jenko von ihrer eigentlichen Arbeit abgelenkt und verlieren sich in den Verlockungen des Studentenlebens. Jenko findet Anschluss im Football-Team, während Schmidt sich in Kreisen der gehobenen Kunst zu bewegen beginnt. Diese Einflüsse lassen die beiden Cops allerdings auch an ihrer Partnerschaft zweifeln. Gelingt es den beiden dennoch, sich zusammenzuraufen, ihren Fall zu lösen und endlich erwachsen zu werden? Oder bleibt ihre Freundschaft zwischen den Partys und Schießereien auf der Strecke?

Nach dem Gymnasium nun also die Universität. Jonah Hill und Channing Tatum, die die einstige Serie mit recht gutem Erfolg wieder haben aufleben lassen, mischen nun erneut mit etwas mehr Klamauk die Zutaten für eine gute Buddy-Actionkomödie zusammen. Und dabei werden auch alle Klischees einer Fortsetzung mit den Attributen Größer, Schneller, Weiter, Höher bedient. Selbst die "22 Jump Street"-Kirche ist größer, protziger und teurer. Auch der Humor ist ähnlich dem Vorgänger, wieder gibt es Kumpelmäßige Differenzen um etwas Seelenunfrieden zwischen den beiden ungleichen Kollegen zu stiften. Trotzdem bleibt dies noch alles annehmbar unbeschwert und nicht brachial mit dem Stempel aufgedrückt.

Der eigentliche Fall hingegen ist nicht nur fast eine Lachnummer und dass dieser zwingend eine verdeckte Ermittlung erfordert, mag man ruhig anzweifeln. Sie ist eben nur halbherzig konstruiert, um mit möglichst wenig Story eine weitere relativ unterhaltsame Komödie auf die Beine zu stellen, die an manchen Stellen dröge, an anderen wieder sehr amüsant ist und viele viele dumme Sprüche herausballert. Einige Running Gags nerven dabei etwas, andere - und vor allem die Zwillingsgeschichten - sind wieder etwas frischer, sodass man sich dabei durchaus amüsieren kann.

Die Fortsetzung darf also wirklich schon eher als Parodie verstanden werden. Allein die Kirchennummer, das neue Büro, und die 800$ teuren Treter von Ice Cube die man niemals zu Gesicht bekommt und auch die Fake-Ankündigungen am Ende zu den "kommenden" "Jump Street"-Filmen bis in die 30er hinein sind Weltklasse. Selbst der wahre Übeltäter ist dann letztlich etwas überraschend und haut noch einige Gags raus. Das kleine CGI in das ganze Spektakel einwirken schmälert allerdings ein wenig den Sehspass. Dass der Film hingegen sich selbst nicht zu ernst nimmt und als Parodie wunderbar funktioniert, steht auf der Haben-Seite bei der finalen Wertung und auch die beiden Knastis als Cliffhanger zu "21 Jump Street" sind irgendwie großartig. Insgesamt recht nett.

6,5/10

Als Doppelpack mit Teil 1 ist der Film auch in einem schicken, geprägtem Steelbook erschienen:

Maggie (2015)

http://www.imdb.com/title/tt1881002/

Millionen von Menschenleben in den Vereinigten Staaten sind der Zombie-Epidemie zum Opfer gefallen. Mittlerweile ist es der Regierung gelungen, die Seuche einzugrenzen, aber eines der letzten Opfer, die der Epidemie zum Opfer fallen soll, ist die Teenagerin Maggie (Abigail Breslin). Innerhalb von sechs Wochen soll sie zur Untoten mutieren und kehrt für ihre verbleibende Zeit in die Arme ihres Vaters Wade (Arnold Schwarzenegger) und ihrer Mutter Caroline (Joely Richardson) zurück. Wade will Maggie nicht so schnell aufgeben und ist fieberhaft auf der Suche nach einem Heilmittel. Auf der einsamen Farm im Mittleren Westen kümmert er sich hingebungsvoll um seine infizierte Tochter, doch je mehr Zeit verstreicht, desto mehr setzt Maggies Verwandlung ein, bis auch Wade in ihr kaum mehr sein geliebtes Kind erkennen kann.

Ein Film aus der Kategorie "völlig falsch beworben", denn wer hier auf einen Zombiestreifen hofft, in dem Arnold Schwarzenegger reihenweise Zombies mit bloßen Fäusten zu Brei schlägt ist mit "Maggie" ganz klar im falschem Film gelandet. Nach Zombie-Actionfilmen wie "Dawn Of The Dead" (und seine weiteren Ablegern), Komödien wie "Shaun Of The Dead" oder Thrillern im Stile von "28 Days Later" bekommt dieses Filmgenre nun mit "Maggie" Zuwachs in Form des wohl ersten Zombie-Dramas überhaupt. Es ist das Erstlingswerk von Henry Hobson, von dem man zukünftig sicher noch viel zu erwarten hat.

Arnold Schwarzenegger und Abigail Breslin spielen in "Maggie" ein Vater-Tochter-Gespann, welches damit umgehen muss, das die in den letzten Tagen einer Zombie-Epidemie gebissene Maggie bald sterben wird und sich in ein untotes nach Menschenfleich gierendes Monster verwandeln wird. Ihr Vater Wade ist fest entschlossen seiner Tochter dabei bis zum Ende ihrer Reise zu begleiten und sie nicht wie vorgeschrieben nach einer gewissen Zeit in Quarantäne zu schicken. Während der zunehmende Verfall von Maggies Körper immer stärker wird und Wades immer Verzweifelter an seiner Tochter festhällt kann das Publikum einmal eine Seite an Schwarzenegger erkunden, die man so bei ihm noch nicht gesehen hat und - was viel gravierender ist - man ihm wohl auch nicht zugetraut hat. Seine Figur Wade ist eben kein übergroßer Actionheld sondern nur ein normaler Mensch der mit einer Situation konfrontiert wird mit der er einfach nicht fertig werden kann und dem die noch gebliebene gemeinsame Zeit mit seiner Tochter immer schneller unter den Händen wegläuft. Selbst als seine neue Frau Caroline, Maggies Stiefmutter, ihren Mann bittet, Maggie endlich den Ärzten für die letzten Tage in Quarantäne zu übergeben oder sie würde ihn verlassen, lässt er sie lieber gehen als Maggie in ihren letzten Tagen alleine im Stich zu lassen. Auch sämtliche angeschnittenen Nebenhandlungen wie die von Maggies Freund Trent oder der Nachbarin Bonnie bauen die Handlung des Films immer weiter aus, an statt lediglich Zeit tot zu schlagen und schaffen es darüber hinaus, den Zuschauer - neben der Haupthandlung - noch einmal richtig zu packen.

"Maggie" ist in der Gestaltung seiner Aufnahmen nicht selten dem Kino des Terrence Malick zugetan, wenn er sich an Gesichtern festsaugt, um jede noch so winzige physiognomische Regung zu dokumentieren und zu rekapitulieren. In ausgewaschenen, tristen Bildern und mit einem zurückhaltendem Soundtrack spielt sich "Maggie" allein schon damit in die obere Liga. Wenn man also weiß, was man mit "Maggie" bekommt, nämlich ein Endzeit-Drama mit einem auffällig zurückhaltend spielendem Arnold Schwarzenegger, in dem einige wenige Zombies mitmachen und man eben nicht auf eine große Abschlachtplatte hofft, bekommt mit dem Streifen einen faszinierend guten, sehr nachdenklich machenden, dystopischen Film mit guten Darstellern spendiert. Wer etwas anderes erwartet und nicht bereit ist sich für das Thema zu öffnen wird sicherlich sehr bitter enttäuscht werden. Alle anderen kann "Maggie" durchaus packen und fesseln und durch seine Art selbst bei hartgesottenen Menschen (und vor allem bei Vätern) gehörig auf die Tränendrüse drücken.

7,5/10

Von Splendid gibt es den Film auch als "Limited Edition" im geprägten Steelbook.

Mittwoch, 26. August 2015

Alien - Alien: Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt (Director's Cut) (1979)

http://www.imdb.com/title/tt0078748/

Die Besatzung des Weltraumfrachters Nostromo - darunter der dritte Offizier Ellen Ripley (Sigourney Weaver) - befindet sich im künstlichen Tiefschlaf. Plötzlich empfängt ihr Schiff ein SOS-Signal. Der Bordcomputer weckt daraufhin die Mannschaft, die der Hilferuf wenig später auf einen unwirtlichen Planten führt. Dabei entdeckt die Crew das Wrack eines außerirdischen Raumschiffs. Ein Crewmitglied wird dabei von einem Alien angegriffen, das sich auf seinem Gesicht festsaugt. Dem Schiffsarzt Ash (Ian Holm) gelingt zwar die Entfernung des fremden Organismus, doch das außerirdische Wesen ist damit längst nicht besiegt. In der Enge des Raumfrachters beginnt ein Kampf ums Überleben, bei der Feind nahezu unsichtbar, heimtückisch und äußerst tödlich ist...

Schon mit der Kinofassung von 1979 brachte Regisseur Ridley Scott mit seinem Horror-SciFi-Film "Alien" ein Wesen auf die Leinwände, welches heute - über 35 Jahre nach dessen ersten Auftritt - rein gar nichts von seiner Faszination eingebüßt hat. 2003 entstand der "Director's Cut", Ridley Scotts Neufassung mit ein paar Umschnitten, Straffungen und neuen Szenen. Der "Director`s Cut" ist auch etwas kürzer als die Kinofassung. Das kommt daher, dass man dem Film durch die Zurechtstutzung von Kamerafahrten und unnötig langen Einstellungen mehr Tempo verschafft hat. Ein paar neue Szenen gibt es aber trotzdem. Der ungekürzte "Director`s Cut" läuft ca. 47 Sekunden kürzer als die Kinofassung, die veränderten Szenen im "Director's Cut" betragen aber 321 Sekunden. Einen detaillierten Schnittbericht oder vielmehr einen Fassungsvergleich kann man hier finden: schnittberichte.com.

Der Film selbst sieht auch heute noch fantastisch aus. Das Setup ist großartig, über die gesamte Länge des Films kann die Spannung aufrecht erhalten werden. Gleich zu Beginn setzt die akzentuierte Musik von Jerry Goldsmith ein, die die Handlung stimmungsvoll begleitet. Die Nostromo wirkt ziemlich abgenutzt, die Gänge des Raumschiffs sind dunkel und dreckig, alles wirkt klaustrophobisch.

An jeder Ecke beschleicht den Zuschauer ein Gefühl der Bedrohung. Auch auf den später angeflogenen Mond transportiert Scott die unheilvolle Atmosphäre auf einer Welt, die einem Alptraum entsprungen zu sein scheint. Das außerirdische Raumschiff wirkt im Inneren wie abgestorben, alles wirkt fremd. Kanes Schicksal steigert das aufgebaute Unbehagen, welches mit der „Geburt von Kanes Sohn“ sein Maximum erreicht. Von nun an weicht das ungute Gefühl der Gewissheit, dass nun tatsächlich eine real existierende Gefahr vorhanden ist. Diese wird verkörpert durch ein grandios konzipiertes Alien. Mit dessen Design übertraf sich der Schweizer H.R. Giger selbst und erhielt vollkommen zurecht einen Oscar für seine Arbeit. Dabei ist das Alien die meiste Zeit des Filmes nie komplett zu sehen, was zum Teil daran lag, dass viele Szenen mit dem kostümierten Schauspieler lächerlich aussahen und deswegen gar nicht erst verwendet wurden. Dies hatte für die Filmemacher den Vorteil, dass das Alien effektvoller eingesetzt werden konnte und dadurch als nützlichen Nebeneffekt die Spannung gesteigert wurde. Erst in dieser Fassung und Dank digitaler Technik konnte ein paar wenige Szenen mit dem schleimigen Ungeheuer re-integriert werden.

"Alien" war für Ridley Scott der zweite große Spielfilm und er beweist, dass er eine relativ reduzierte Story packend inszenieren kann. Mit Erscheinen des Aliens ist es ein Kampf Gut gegen Böse, der Plot der zweiten Hälfte beschränkt sich auf die gegenseitige Jagd innerhalb der Nostromo. Dies ist genauso simpel wie spannend. Die Besetzung ist ebenfalls großartig. Für Sigourney Weaver war "Alien" die erste wirklich nennenswerte große Rolle. Die Figur der toughen, resoluten Ripley stellte bis dahin ein Novum für eine weibliche Hauptrolle in einem Film dieser Art dar. Eine starke Frauenfigur gab es zuvor in der Männerdomäne Action-/Horrorkino nicht. Dabei war Ripley ursprünglich als Mann angedacht gewesen und wurde gegen den Widerstand der Produzenten zur Frau umgeschrieben. Im Nachhinein erwies sich diese Entscheidung als richtig.

Neben Weaver glänzen weitere Schauspielgrößen. Tom Skerritt als Captain Dallas strahlt Autorität und Ruhe aus. Ian Holm als undurchsichtiger Wissenschaftsoffizier spielt seine Rolle ebenfalls glänzend. Kane-Darsteller John Hurt weiß zu gefallen, sein letzter Autritt im Film bleibt auch nach dem Abspann in Erinnerung. Ein zusätzliches Highlight ist zweifelllos das Zusammenspiel von Yaphet Kotto und Harry Dean Stanton als Techniker-Duo. Die ernsthaften Charaktere überzeugen durchgehend, kleinere Konflikte innerhalb der Besatzung werden gut dargestellt. Die erste Fassung des Drehbuchs sah sogar noch größere Spannungen innerhalb der Nostromobesatzung vor. Dabei sind es bei allem schauspielerischen Können im Grunde normale Menschen, die auf einen perfekt angepassten, fremden Organismus treffen. Um für zusätzlichen Realismus zu sorgen wurden viele Szenen den Schauspielern grob erklärt, jedoch Details offen gelassen. So ist die Reaktion der Schauspieler in manchen Szenen nicht gespielt.

"Alien" gehört auch nach 35 Jahren noch zu meinen absoluten Lieblingsfilmen. Atmosphärisch kann dem Film kaum ein anderer Science-Fiction-Film das Wasser reichen, wobei die Horrorkomponente dabei deutlich überwiegt. Es ist ein Klassiker, einer der ganz großen und ein All-Time Favourite in meiner Sammlung.

9/10

Als exklusive und auf jeweils nur 1000 Stück limitierte Ausgabe erschien 2014 bei Zavvi in Großbritannien der Film in beiden Fassungen (Kinofassung und Director's Cut) im geprägten Steelbook mit einem unglaublich schönen, weil schlichtem Artwork.

Dienstag, 25. August 2015

Police Academy 3: Back In Training - Police Academy 3: ...und keiner kann sie bremsen (1986)

http://www.imdb.com/title/tt0091777/

Es brechen harte Zeiten an: Da öffentliche Mittel gekürzt werden, kämpfen die Polizeiakademien von Kommandant Lassard (George Gaynes) und Mauser (Art Metrano) gegeneinander ums Überleben. Die jeweilige Ausbildung wird von einem unabhängigen Komitee bewertet. Die beste Truppe soll sich durchsetzen. Kommandant Mauser schleust zwei Spitzel in die gegnerische Akademie ein, die seinem Team um jeden Preis den Sieg sichern sollen. Lassard hat hingegen eine ganz andere Idee: Er bittet seine besten Absolventen um Hilfe. Die mittlerweile erfahrende Truppe um Sergeant Mahoney (Steve Guttenberg) soll den jungen Rekruten zeigen, wie der Hase läuft und sorgt dabei selbstverständlich für das totale Chaos...

Dieser Film bleibt der witzigen Art der "Police Academy"-Reihe mehr als treu. Nach den ersten beiden Teilen wird jedoch dieser sehr auf die Probe gestellt, denn es ist deutlich spürbar, dass der Film viel zu viel Last mit sich trägt, um eine richtig gute Fortführung hinzukriegen. Last im Sinne von aufgewärmten Gags (ohne dass der großartige Running Gag dabei ins Gewicht fällt) und etwas spürbarer Ideenlosigkeit. Dennoch ist "Police Academy 3: Back In Training" dann doch noch recht gut gelungen. Im Vergleich zum ersten und zweiten Teil flacht der Humor zwar wieder ein ganzes Stück weiter ab und kopiert größtenteils den Urvater "Police Academy" - nur mit neuen Rekruten, dennoch bietet der Film immer noch gute Unterhaltung und hat einige herrliche Lacher und die "Blue Oyster Bar" zu bieten. Die Story ist auch hier natürlich sehr dünn, doch darum geht es hier bei diesen Filmen ja nicht primär. Auch die bekannten Schauspieler der ersten beiden Teile sind allesamt an Bord und somit entsteht spätestens nach diesem Teil auch ein "familiäres" Gefühl mit dem Film. Für Zwischendurch und ein paar Lacher sicher gut genug.

6/10

[SERIE] Star Trek - Raumschiff Enterprise, Season 01

http://www.imdb.com/title/tt0060028/

"Der Weltraum, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2200. Dies sind die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise, das mit seiner 400 Mann starken Besatzung 5 Jahre unterwegs ist, um fremde Galaxien zu erforschen, neues Leben und neue Zivilisationen. Viele Lichtjahre von der Erde entfernt dringt die Enterprise in Galaxien vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat."

Mit diesen Worten beginnt jede Folge einer der legendärsten Fernsehserien aller Zeiten. "Raumschiff Enterprise" spielt im 23. Jahrhundert, zu einer Zeit, in der die Menschheit den Dritten Weltkrieg hinter sich hat und sich in friedlicher Koexistenz mit anderen außerirdischen Lebensformen zur "Vereinigten Föderation der Planeten" zusammengeschlossen hat. Deren Forschungs- und Militärabteilung, die "Sternenflotte", hat die Aufgabe, fremde Planeten und Galaxien zu erkunden, diplomatische Missionen durchzuführen und unbekannte Lebensformen kennenzulernen. Sie schickt ihr Raumschiff Enterprise unter der Leitung von Captain James T. Kirk (William Shatner) mit einer Besatzung von 430 Männern und Frauen zu einer auf fünf Jahre angelegten Reise ins Weltall. Zusammen mit seinen engsten Crewmitgliedern, dem Vulkanier und Ersten und wissenschaftlichen Offizier Mr. Spock (Leonard Nimoy), Schiffsarzt Dr. Leonard "Pille" McCoy (DeForest Kelly), Chef-Ingenieur Montgomery „Scotty“ Scott (James Doohan), Steuermann Lieutenant Hikaru Sulu (George Takei), Kommunikationsoffizier Lieutenant Nyota Uhura (Nichelle Nichols) und Navigator Pavel Andreievich Chekov (Walter Koenig) erlebt er die fantastischsten und kuriosesten Abenteuer.

http://www.imdb.com/title/tt0708469/
1.1 Das letzte seiner Art (The Man Trap)
Ein jährlicher Routinecheck auf einem fremden Planeten bringt die Besatzung von Raumschiff Enterprise in große Gefahr. Captain Kirk, Schiffsarzt Dr. McCoy und Sergeant Darnell beamen sich auf den Planeten M113, wo die Ruinen einer vor langer Zeit ausgestorbenen Zivilisation liegen. Sie wurden beauftragt, die jährliche medizinische Routineuntersuchung des Archäologen Professor Robert Crater und seiner Frau Nancy vorzunehmen. Dr. McCoy war vor langer Zeit einmal mit Nancy Crater zusammen und macht sich bereits vor dem Wiedersehen Vorwürfe, den emotional brisanten Auftrag überhaupt angenommen zu haben. Doch der Besuch auf M113 birgt noch weitaus größere Gefahren für die arglose Enterprise-Crew, und es gibt bald einen rätselhaften Todesfall. Seltsamerweise stellt sich heraus, dass dem Forschungsehepaar Crater nur der Salz-Vorrat ausgegangen ist. Captain Kirks Bemühungen, hinter die Ursache des erhöhten Salzbedarfs zu kommen, bringen die Besatzung der Enterprise in große Schwierigkeiten. - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708424/
1.2 Der Fall Charly (Charlie X)
Nachdem die Enterprise einen sonderbaren Jungen an Bord genommen hat, geschehen merkwürdige Dinge mit der Besatzung. Die Enterprise trifft sich mit dem Transportschiff Antares, weil es der Enterprise-Crew einen Passagier übergeben will. Der 17-jährige Charles Evans, der kürzlich auf dem Planeten Thasus aufgegriffen wurde, ist der einzige Überlebende eines Raumschiffabsturzes vor 14 Jahren. Trotz der langen Isolationszeit ohne jede menschliche Hilfe hat sich Charlie zu einem intelligenten jungen Mann entwickelt, es mangelt ihm nur etwas an höflichen Manieren. Während die Enterprise zur Kolonie Alpha 5 fliegt, um den jungen Gast dort zu übergeben, trifft Charlie zum ersten Mal auf ein Mädchen, Yeoman Janice Rand. Überaus fasziniert von ihrem Anblick beschenkt er sie kurze Zeit später mit ihrem Lieblingsparfüm, obgleich dieses an Bord eigentlich käuflich überhaupt nicht zu erwerben ist. Charlie scheint über geheimnisvolle Kräfte zu verfügen, die er bald gegen jeden einsetzt, der ihm nicht mit der erwarteten Nettigkeit begegnet. - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0061027/
1.3 Spitze des Eisberges (Where No Man Has Gone Before)
Als die Enterprise eine sonderbare Barriere am Rande der Galaxie durchstößt, entwickeln einige Crew-Mitglieder übersinnliche Fähigkeiten. Die Enterprise empfängt den Notruf von einem Raumschiff, das seit vielen Jahren vermisst wird. Captain Kirk vermutet, dass es sich um ein Forschungsschiff handelt, doch das Objekt entpuppt sich als Unfallrekorder, der vor 200 Jahren von der S.S. Valiant abgesetzt worden ist. Als die Enterprise am Rande der Galaxie eine merkwürdige Grenze durchstößt, spielt die Energieversorgung verrückt und Steuermann Gary Mitchell entwickelt durch das Energiegewitter sonderbare Kräfte. Die Crew versucht nun fieberhaft herauszufinden, was mit der S.S. Valiant geschah, nachdem diese die Barriere am Rande der Galaxie durchdrungen hatte. Der Autopsiebericht ergibt, dass bei allen Crew-Mitgliedern Schäden am Nervensystem vorhanden waren. Es dauert nicht lange, bis die merkwürdigen Vorkommnisse um Gary Mitchell die Sicherheit des gesamten Schiffes bedrohen. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708473/
1.4 Implosion der Spirale (The Naked Time)
Ein merkwürdiger Virus breitet sich an Bord der Enterprise aus, nachdem Mr. Spock und Joe Tormolen von einem fremden Planeten zurück aufs Schiff gekommen sind. Die Enterprise umkreist den uralten Planeten Psi 2000, der zur Eiswüste wurde. Die Mission lautet, eine Gruppe von sechs Wissenschaftlern von dort abzuholen und den allmählichen Zerfall des Planeten zu beobachten. Es stellt sich jedoch heraus, dass das gesamte Personal auf dem Planeten erfroren ist, weil alle Lebenserhaltungssysteme abgeschaltet waren. Als Mr. Spock und Joe Tormolen von der Suche nach der Forschungsgruppe auf die Enterprise zurückkehren, breitet sich eine merkwürdige Krankheit auf dem Schiff aus. Schiffsarzt Dr. McCoy geht von einem rätselhaften Virus aus. Zu allem Überfluss wird die Anziehungskraft des geheimnisvollen Planeten plötzlich immer stärker, und die Enterprise droht schließlich sogar abzustürzen. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt0708463/
1.5 Kirk : 2 = ? (The Enemy Within)
Durch einen Defekt im Transportersystem treibt plötzlich ein böser Doppelgänger von Captain Kirk sein Unwesen an Bord der Enterprise. Durch eine Störung im Transportersystem wird Captain Kirk in zwei Personen gespalten. Es gibt nun einen guten und einen bösen Kirk, was jedoch zunächst niemand von der Crew bemerkt. Als der Captain sich allerdings immer seltsamer verhält und sein zweites Ich an Bord der Enterprise den wilden Mann spielt, wird Mr. Spock misstrauisch. Etwas später gibt es einen ersten Anhaltspunkt für die verwunderte Crew. Als ein Hund zur Enterprise gebeamt wird, kommt ein paar Sekunden später noch ein zweiter Hund an Bord, eine Art negatives Gegenstück des ersten Hundes. Nun befürchtet man, dass auch Kirk ein Opfer des Transporterdefekts geworden ist. Zu allem Überfluss sind noch drei weitere Crew-Mitglieder auf dem Planeten und müssen schnellstmöglich zurück an Bord gebeamt werden, damit sie nicht erfrieren. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt0708439/
1.6 Die Frauen des Mr. Mudd (Mudd’s Women)
Captain Kirk holt die Crew eines fremden Raumfrachters an Bord, ohne dabei zu ahnen, dass diese ein düsteres Geheimnis hat. Die Enterprise nimmt die Verfolgung eines nicht identifizierbaren Raumfrachters auf. Bevor sich das fremde Schiff aus dem Staub machen kann, lässt Captain Kirk die Besatzung, einen gewissen Leo Walsh und drei hübsch aussehende junge Frauen, zur Enterprise beamen. Mr. Spock wundert sich über die geringe Anzahl an Besatzungsmitgliedern, doch sein Verdacht findet zunächst kein Gehör bei seinen Kollegen. Im Gegenteil, die jungen Damen üben eine geradezu hypnotische Anziehungskraft auf die Besatzung der Enterprise aus. Bei der Rettungsaktion ist das Triebwerk der Enterprise durch eine Überhitzung beschädigt worden, sodass ein Zwischenstopp auf Rigel XII notwendig ist. Zu allem Überfluss entpuppt sich Leo Walsh schon bald als vorbestrafter Gauner, der eigentlich Mr. Mudd heißt. - 7/10

http://www.imdb.com/title/tt0708486/
1.7 Der alte Traum (What Are Little Girls Made Of)
Die Crew von Raumschiff Enterprise gerät in große Gefahr, als ein größenwahnsinniger Wissenschaftler die Weltherrschaft an sich reißen will. Captain Kirk entdeckt den als verschollen geltenden Wissenschaftler Dr. Roger Korby auf dem Planeten Exo III. Er und ein Teil seiner Mannschaft sind noch am Leben und hausen in einem unterirdischen Höhlensystem. Korby ist ein anerkannter Forscher und gleichzeitig der Verlobte von Christine Chapel, die wegen ihm ihre Karriere als Biologin aufgab und an Bord der Enterprise ging, um ihn wiederzufinden. Korby bittet Captain Kirk, sich zunächst allein mit Christine zu ihm auf den Planeten zu beamen. Die Bitte erweist sich schon bald als Hinterhalt, denn der lange Zeit vermisste Wissenschaftler ist mittlerweile größenwahnsinnig geworden und versucht, Androiden herzustellen. Diese sollen ihm dabei helfen, die Weltherrschaft zu erlangen. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt0394905/
1.8 Miri, ein Kleinling (Miri)
Ein Landetrupp der Enterprise erkrankt bei einer Rettungsaktion auf einem fremden Planeten an einer mysteriösen Krankheit. Raumschiff Enterprise empfängt Notsignale von einer entlegenen Landstation, die wie eine Kopie der Erde aussieht. Ein zur Kontrolle ausgesandter Landetrupp findet ein völlig verstörtes Kind namens Miri, während Schiffsarzt Dr. McCoy bei den Gelandeten Anzeichen für eine geheimnisvolle Krankheit diagnostiziert. Allein Mr. Spock scheint die Anwesenheit auf dem fremden Planeten nichts auszumachen. Es stellt sich heraus, dass auf dem Planeten ausschließlich Kinder leben, nachdem die Erwachsenen bei einem fehlgeschlagenen Forschungsprojekt ums Leben gekommen sind. - 7/10

http://www.imdb.com/title/tt0708426/
1.9 Der Zentralnervensystem-Manipulator (Dagger Of The Mind)
Als beim Warentausch mit einer Strafkolonie ein Häftling verloren geht, beschließt Captain Kirk, die Behandlungsmethoden des die Kolonie leitenden Arztes zu überprüfen. Raumschiff Enterprise hat Ladung mit der Strafkolonie auf Tantalus V getauscht. Der Leiter Dr. Tristan Adams hat Tantalus V in ein Rehabilitationszentrum umfunktioniert. Beim Austausch der Ladung konnte sich der etwa 50-jährige Häftling Dr. van Gelder zunächst unbemerkt an Bord der Enterprise schmuggeln. Ein Funkspruch der Strafkolonie informiert die Crew der Enterprise schließlich über den verschwundenen Häftling. Captain Kirk will sich jedoch erst selbst von Dr. Adams’ Behandlungsmethoden überzeugen, bevor er den verängstigten Flüchtigen wieder zur Strafkolonie zurückbringt. Zu seinem Erstaunen findet er dort in einem Behandlungsraum einen Nerven-Neutralisator, der Patienten mit Strahlen das Gedächtnis auslöschen kann. - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708458/
1.10 Pokerspiele (The Corbomite Maneuver)
Die Enterprise gerät in ernsthafte Gefahr, nachdem sie scheinbar in ein verbotenes Gebiet eingedrungen ist und deshalb zerstört werden soll. Ein unbekanntes, würfelförmiges Objekt bewegt sich in schnellem Tempo auf Raumschiff Enterprise zu und zwingt Steuermann Hikaru Sulu zu einem waghalsigen Ausweichmanöver. Doch das Objekt stellt sich erneut hartnäckig in den Weg. Um seine Crew vor einer drohenden Kollision zu schützen, bleibt Captain Kirk schließlich nichts anderes übrig, als das Objekt zu zerstören. Bei der Vernichtung des mysteriösen Objekts wird auch die Enterprise beschädigt. Zu allem Überfluss erreicht die Crew bald die verstörende Nachricht, dass ihr Raumschiff sich in einem fremden Hoheitsgebiet befindet und nach Ablauf eines angesetzten Countdowns zerstört werden soll. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0394904/
1.11 Talos IV - Tabu: Teil 1 (The Menagerie: Part I)
Mr. Spock will seinen früheren Vorgesetzten Captain Pike entführen, um ihn endlich von seiner schlimmen Krankheit zu heilen. Mr. Spock hat angeblich einen Funkspruch vom früheren Kommandanten der Enterprise, Captain Pike, erhalten mit der dringenden Bitte, eine bestimmte Basis anzufliegen. Vor Ort erfährt Captain Kirk, dass es sich bei dem Vorfall um einen Irrtum handeln muss, da Pike seit einem tragischen Unfall schwer krank ist. Wie sich herausstellt, existieren auch keine Bandaufzeichnungen von dem angeblichen Funkspruch an Mr. Spock, sodass Captain Kirk allmählich an der Wahrheit von Mr. Spocks Aussage zu zweifeln beginnt. Es stellt sich heraus, dass Mr. Spock seinen früheren Vorgesetzten Captain Pike auf den Planeten Talos IV bringen will, um ihn dort von seiner entsetzlichen Krankheit zu heilen. Um sein Ziel zu erreichen, riskiert Mr. Spock sogar seinen Posten an Bord der Enterprise. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708472/
1.12 Talos IV - Tabu: Teil II (The Menagerie: Part II)
Mr. Spock versucht nach seinem gescheiterten Alleingang, das Militärgericht von seiner Unschuld zu überzeugen. Weil Mr. Spock widerrechtlich das Kommando der Enterprise übernommen und den Kurs des Schiffes geändert hat, steht nun eine militärgerichtliche Verhandlung an. Captain Kirk wundert sich über den gescheiterten Alleingang seines engen Vertrauten und sucht nach Erklärungen für sein merkwürdiges Verhalten. Im Wissen um eine drohende Todesstrafe führt Mr. Spock zu allem Überfluss verbotenerweise auch noch einen Film vor, der die damaligen Ereignisse auf Talos IV schildert. Damals wurde Captain Pike, der frühere Captain der Enterprise, auf Talos IV gefangen genommen. Mr. Spock ermuntert Captain Kirk, sich das Ende des Films anzusehen, um seine Beweggründe endlich zu verstehen. Er will seinen früheren Vorgesetzten Captain Pike um jeden Preis von seiner entsetzlichen Krankheit heilen. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0394903/
1.13 Kodos der Henker (The Conscience Of The King)
Die Enterprise wird zu einem fremden Planeten gelockt, weil ein dort arbeitender Wissenschaftler Rache an einem totgeglaubten Tyrann nehmen will. Dr. Tom Leighton hat ein künstliches Nahrungsmittel entdeckt, dass der drohenden Hungersnot auf Cygnia Minor, einer nahe gelegenen Erdkolonie, endlich ein Ende bereiten könnte. Um diese Entdeckung zu überprüfen, weicht die Enterprise von ihrem geplanten Kurs ab. Auf dem Planeten Cygnia Minor gastiert eine Schauspielergruppe, deren Direktor der totgeglaubte Tyrann „Kodos, der Henker“ sein soll. Es stellt sich heraus, dass Dr. Leighton die Enterprise nur aus diesem Grund herbeigelockt hat. Es gibt nur noch wenige Menschen, die Kodos persönlich gesehen haben und identifizieren können. Dazu gehören Dr. Leighton und Captain Kirk. Als Leighton ums Leben kommt, kümmert sich Captain Kirk um die Angelegenheit. - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708420/
1.14 Spock unter Verdacht (Balance Of Terror)
Als ein Raumschiff der Romulaner eine Reihe von Außenposten angreift, muss die Crew der Enterprise für Recht und Ordnung sorgen. Auf einem Patrouillenflug erreicht die Crew der Enterprise der Notruf eines Außenpostens, der zur Kontrolle der neutralen Zone zwischen der Föderation und dem Gebiet der Romulaner eingerichtet wurde. Der Kommandant des Außenpostens berichtet von einem feindlichen Schiff, dass eine Plasmakanone abgefeuert hat und dann verschwunden ist. Als die Enterprise den Ort des Geschehens erreicht, zerstört das feindliche Schiff gerade einen weiteren Außenposten und nimmt dann Kurs auf die romulanische Heimatwelt. Kirk und seine Crew nehmen die Verfolgung auf, was sich angesichts des Tarnschirms des romulanischen Schiffs als schwierig gestaltet. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0708446/
1.15 Landeurlaub (Shore-leave)
Ein lang ersehnter Landurlaub auf einem scheinbar friedlichen Planeten birgt ungeahnte Gefahren für die Crew von Raumschiff Enterprise. Ein erdähnlicher Planet scheint der Enterprise-Crew der richtige Ort für die Erholung von den vergangenen Einsätzen zu sein. Doch der scheinbar unbewohnte Ort hält eine Menge Überraschungen für die Landetrupps bereit, die den Planeten zunächst erkunden sollen. So treffen Kirk und seine Mannschaft auf verschiedene Märchen- und Geschichtswesen. Schiffsarzt Dr. McCoy bezahlt den Versuch, sich einem der Wesen in den Weg zu stellen, mit dem Leben. Nach und nach ergründen die Außenteams das Geheimnis des Planeten, der komplett künstlich zu sein scheint. Ein starkes Kraftfeld behindert ihre Arbeit allerdings und führt dazu, dass Kommunikation und Waffen der Enterprise-Crew nur eingeschränkt funktionieren. Doch je weiter die Mannschaft den Planeten erkundet, umso mehr scheint sich die Theorie von Mr. Spock zu bestätigen, dass es sich bei den Wesen nur um Illusionen handelt. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt0708465/
1.16 Notlandung auf Galileo 7 (Galileo Seven)
Der Enterprise bleibt nur wenig Zeit, um das notgelandete Forscherteam um Mr. Spock vom lebensfeindlichen Planeten Taurus 2 zu retten. Die Enterprise soll schnellstmöglich eine Ladung medizinischer Vorräte für die seuchengeplagten New-Paris-Kolonien liefern. Auf dem Weg dorthin passiert das Schiff jedoch einen Quasaren, ein kosmisches Phänomen, das laut Anweisung untersucht werden muss, sollte die Enterprise ein solches entdecken. Zu diesem Zweck sendet Captain Kirk ein Forschungsteam um Mr. Spock aus. Als das Shuttle jedoch in einen Ionensturm gerät, kommt es zur Bruchlandung auf dem lebensfeindlichen Planeten Taurus 2, der am Rande des strahlungsreichen Quasaren liegt. Während Kirk und die Crew der Enterprise zunächst vergebens nach einer Spur ihrer sieben Besatzungsmitglieder suchen, ist das gestrandete Forscherteam nicht nur den Angriffen der kriegerischen Planetenbewohner ausgesetzt, sondern zerwirft sich zudem an inneren Streitigkeiten. Unterdessen läuft der Enterprise die Zeit für die Bergung davon, da sie gezwungen ist, unverzüglich die Ladung wichtiger Medikamente auszuliefern. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt0708478/
1.17 Tödliche Spiele auf Gothos (Squire Of Gothos)
Auf einem unbekannten Planeten werden Kirk und seine Crew im Schloss eines außerirdischen Gutsherrn für dessen sadistische Spielereien festgehalten. Auf einer Versorgungsmission stellt sich der Enterprise wie aus dem nichts ein nicht kartografierter Planet in den Weg. Kurz darauf verschwinden Captain Kirk und Lieutenant Sulu auf unerklärliche Weise vor den Augen der restlichen Besatzung. Spock beschließt, die beiden auf der Oberfläche des aufgetauchten Planeten zu suchen, obwohl Analysen ergeben haben, dass menschliches Überleben dort ausgeschlossen ist. Als dennoch einige Besatzungsmitglieder herunter gebeamt werden, stellen diese nicht nur überrascht fest, dass dort die Naturbedingungen der Erde vorherrschen, sondern entdecken auch ein Anwesen im Stile des europäischen Barock. Der Gutsherr sieht zunächst menschlich aus, doch schon bald entpuppt er sich als außerirdisches Wesen, das offenbar über gewaltige Kräfte verfügt und die Realität nach seinem Belieben Verändern kann. Nach Kirk, Sulu und dem Erkundungsteam bringt er immer mehr Crewmitglieder der Enterprise in seine Gewalt, um diese wie seine Spielzeuge zu behandeln. - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708418/
1.18 Ganz neue Dimensionen (Arena)
Eine fremde Spezies will den Konflikt zwischen der Enterprise und den kriegerischen Gorn auf ihre eigene Art beilegen. In der Absicht, dort ein Dinner mit Commodore Travers zu genießen, werden Kirk, Spock und ein Teil der Crew auf die Kolonie Cestus 3 gebeamt. Auf der Oberfläche von Cestus 3 angelangt, finden sie den Außenposten jedoch nur noch völlig zerstört vor und geraten überdies bald selbst unter Beschuss. Kurz darauf wird auch die Enterprise von einem fremdartigen Schiff angegriffen. Mit knapper Not gelingt es der Enterprise, den Aggressoren zu entkommen und im letzten Moment das Bodenteam, das bereits schwere Verluste erlitten hat, aus dem Kampfgebiet zu beamen. Captain Kirk ordnet die Verfolgung der unbekannten Angreifer an und erwidert alsbald die Kampfhandlungen. Die Verfolgungsjagd führt beide Schiffe in ein noch unerforschtes Gebiet. Dort mischt sich eine einheimische, ultrahochentwickelte Spezies in den Konflikt ein. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0708484/
1.19 Morgen ist gestern (Tomorrow Is Yesterday)
Die Enterprise wird durch den Schleudereffekt beim Verlassen eines Kraftfeldes in die USA der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts katapultiert und bekommt ungebetenen Besuch der „Einheimischen“. Weil sie zu nah an das Gravitationsfeld eines erloschenen Sterns geraten ist, durchläuft die Enterprise einen Zeitsprung ins Jahr 1969. Die United States Air Force sendet Kampfpiloten aus, um das vermeintliche UFO zu erkunden. Auf dem Weg in den Orbit kommt einer der Düsenjäger der Enterprise gefährlich nah, und so muss der Pilot zur Sicherheit an Bord gebeamt werden. Fasziniert von all den Eindrücken auf dem Raumschiff kann Air Force Captain Christopher nur schwer glauben, was ihm Kirk und Spock zu erklären versuchen. Es wird ihnen jedoch gewahr, dass ihr Besucher mit dem neu erworbenen Wissen nicht mehr zur Erde zurückkehren darf, und so wandelt sich dessen Bewunderung in Feindseligkeit. Als Mr. Spock dann entdeckt, dass ein bedeutendes historisches Ereignis ohne Captain Christopher nicht stattfinden kann, steckt die Crew der Enterprise in einem Dilemma und sucht verzweifelt nach einer Lösung. Die Situation wird angesichts der nur noch geringen Energiereserven des Schiffes immer komplizierter. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt0708425/
1.20 Kirk unter Anklage (Court Martial)
Captain Kirk wird für den Tod eines Crewmitgliedes vor Gericht gestellt. Bei der Durchquerung eines starken Ionensturms wird die Enterprise beschädigt und ein Besatzungsmitglied getötet. Während das Raumschiff in der Werft bei Sternbasis 11 liegt, muss Captain Kirk einen Bericht über den Vorfall vorlegen. Ein automatisch generierter Eintrag im Logbuch weicht jedoch von Kirks Bericht ab und belastet ihn schwer. Den Versuchen Commodore Stones zum Trotz, den Vorfall unter den Tisch zu kehren, will Captain Kirk seine Unschuld um jeden Preis beweisen und stellt sich freiwillig dem Prozess. Doch die Anklagevertretung findet weitere Beweise gegen ihn, woraufhin Spock und Schiffsarzt Dr. McCoy die Recherchen selbst in die Hand nehmen. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt0708476/
1.21 Landru und die Ewigkeit (Return Of The Archons)
Nachdem Lieutenant O’Neil auf der Oberfläche des Planeten Beta III verschwunden ist, sendet Kirk einen Suchtrupp aus, um sein Crewmitglied wiederzufinden. Raumschiff Enterprise umkreist den Planeten Beta III, um das Raumschiff Archon zu finden, welches hier vor 100 Jahren verschwand. Nachdem Mr. Sulu von einem Landausflug in äußerst erregtem Zustand zurückgekehrt und ohne seinen Kollegen Lieutenant O’Neil zurückgekehrt ist, schickt Captain Kirk einen Suchtrupp auf den Planeten herunter. Zunächst scheint alles recht friedlich und es findet sich keine Spur von den „Wächtern Landrus“. Die Oberflächenbevölkerung zeigt keine Zeichen von Feindseligkeit. Doch dann bricht das Chaos aus, täglich wird der Bevölkerung Landrus eine festliche Stunde gegönnt, in der sie in einen wilden Rausch verfällt. Kirk und Spock machen schon bald eine spektakuläre Entdeckung, die die ganze Bodencrew in Gefahr bringt. - 6,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708447/
1.22 Der schlafende Tiger (Space Seed)
Ein Erkundungstrupp der Enterprise trifft auf einem uralten Schiff auf einen ehemaligen Diktator von der Erde, der Böses im Schilde führt. Ein im All treibendes Raumschiff weckt die Neugier der Besatzung der Enterprise. Die Sensoren der Enterprise melden, dass auf dem Schiff Leben sein muss. Es handelt sich jedoch um Herzschläge, die aufgrund ihrer Frequenz unmöglich menschlich sein können. Der Rumpf ist von Meteoriten zerkratzt, trotzdem ist der Name „S.S. Botany Bay“ noch zu erkennen. Captain Kirk lässt ein Erkundungsteam auf das fremde Schiff beamen, das dort Menschen unterschiedlicher Herkunft aufspürt. Als ein von Scotty ausgelöster Mechanismus einige der Schlafenden aufweckt, löst sich das Mysterium. Khan, ein ehemaliger Diktator von der Erde, der aus einem langen Schlaf erwacht, sieht in der Enterprise eine Möglichkeit, sein Imperium erneut aufzubauen. - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708414/
1.23 Krieg der Computer (A Taste Of Armageddon)
Die Besatzung der Enterprise gerät in einen Computerkrieg zwischen zwei planetaren Stützpunkten. Die Enterprise fliegt in Richtung des Planetensystems NGC 321, um diplomatische Beziehungen mit der dortigen Zivilisation aufzubauen. Doch der Versuch, in friedlicher Absicht Kontakt mit der Zivilisation aufzunehmen, scheitert. Ein Landetrupp der Enterprise gerät in einen jahrhundertealten Computerkrieg zwischen Eminiar VII und dem dritten Planeten des Systems namens Vendikar, bei dem bald die gesamte Besatzung gefährdet wird. Der Computer entscheidet, wer stirbt und wer lebt. Die zum Tode bestimmten begeben sich freiwillig in so genannte „Desintegrationsmaschinen“. Der Enterprise droht schließlich die völlige Zerstörung. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708483/
1.24 Falsche Paradiese (This Side Of Paradise)
Auf einem von gefährlicher Strahlung verseuchten Planeten trifft die Crew der Enterprise auf eine kleine Gruppe Überlebender. Die Enterprise nähert sich Omicron Ceti III, doch keines ihrer Kontaktsignale wird beantwortet. Die Kolonie bestand ehemals aus 150 Männern, Frauen und Kindern, doch gefährliche Strahlungen machten es irgendwann unmöglich, auf dem Planeten zu überleben. Zum Erstaunen der Crew leben auf Omicron aber tatsächlich immer noch mehrere Menschen ohne körperliche Beschwerden. Captain Kirk sendet einen Landetrupp aus, der Kontakt mit den Siedlern aufnehmen soll. Elias Sandoval, der älteste der Siedler, erklärt, dass Keimkörner die Bewohner vor der tödlichen Strahlung schützen. Jedoch haben die Körner eine entscheidende Nebenwirkung, die die ganze Crew bald zu spüren bekommt. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt0708460/
1.25 Horta rettet ihre Kinder (Devil In The Dark)
Die Crew von Raumschiff Enterprise stellt sich einem außerirdischen Wesen, das wiederholt eine Erzmine angreift. Die Bergbaustation auf Janus VI wird von einer Serie mysteriöser Todesfälle erschüttert, für die ein unbekanntes Wesen verantwortlich gemacht wird. Um die rätselhaften Todesfälle zu untersuchen, wird die Enterprise nach Janus VI gesandt. Kurze Zeit nach ihrem Eintreffen schlägt der unbekannte Angreifer wieder zu. Er reißt dabei nicht nur einen weiteren Minenarbeiter in den Tod, sondern stiehlt auch ein Teil des lebenswichtigen Hauptreaktors. Als ein Landetrupp der Enterprise einen der Stollen untersucht, trifft er auf die außerirdische Kreatur und verwundet sie schwer. Nachdem er die unglaublichen Fähigkeiten des Wesens gesehen hat, ist Mr. Spock davon überzeugt, dass es besser wäre, es zu erforschen – statt es zu töten. Doch Captain Kirk ist anderer Meinung. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0708429/
1.26 Kampf um Organia (Errand Of Mercy)
Captain Kirk und Mr. Spock nehmen es im Alleingang mit den Besatzern eines neutralen Planeten auf. Nachdem die Verhandlungen mit den Klingonen gescheitert sind, rechnet das Sternenflottenkommando mit einem Überraschungsangriff. Raumschiff Enterprise begibt sich zum strategisch günstig gelegenen Planeten Organia, da eine Eingliederung des Planeten in das Klingonenreich befürchtet wird. Dort angelangt lassen sich Captain Kirk und Mr. Spock auf die Planetenoberfläche beamen, um die Bevölkerung vor der drohenden Gefahr zu warnen. Doch schon bald werden sie Zeuge, wie eine Invasionsflotte der Klingonen auf Organia einfällt und den Planeten ohne Widerstand der Einheimischen erobert. Die Organier scheinen zwar auf der Seite der Enterprise zu stehen, doch lehnen sie jede Art der gewaltsamen Auflehnung ab. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708451/
1.27 Auf Messers Schneide (The Alternative Factor)
Die Enterprise bekommt es mit einem Zeitreisenden zu tun, der im Begriff ist, das Raum-Zeit-Gefüge zum Kollabieren zu bringen. Bei der Erschließung eines unbekannten Planeten nahe Sternbasis 200 wird die Enterprise von einer gewaltigen Energiewelle getroffen. Mr. Spocks Messungen ergeben, dass die Magnet- und Gravitationsfelder im gesamten Quadranten im Moment der Energiewelle durcheinandergeraten sind und es den Anschein hat, als wäre er für einen kurzen Moment nicht existent gewesen. Zudem erscheint auf einmal ein scheinbar menschliches Lebenszeichen auf der Planetenoberfläche, und so beschließt Captain Kirk, die mysteriöse Lebensform zu untersuchen. Auf der Planetenoberfläche trifft der bewaffnete Landetrupp auf ein kleines Raumschiff und einen verwirrten Mann, der eine Sache zu Ende bringen will, bevor es zu spät ist. Als wenig später eine vergleichbare Energiewelle auftritt, wird der Fremde von einer mysteriösen unsichtbaren Kraft angegriffen, und so erhärtet sich Verdacht, dass es zwischen beidem einen Zusammenhang gibt. - 7/10

http://www.imdb.com/title/tt0708455/
1.28 Griff in die Geschichte (The City On The Edge Of Forever)
Dr. McCoy verliert bei einem Unfall den Verstand und ändert mit Hilfe eines Zeitportals den Verlauf der Geschichte. Eine Zeitverschiebung löst starke Turbulenzen auf der Enterprise aus, und so geschieht es, dass sich Schiffsarzt Dr. McCoy versehentlich eine hohe Dosis einer medizinischen Droge selbst injiziert. In seinem Rausch verfällt Dr. McCoy dem Wahnsinn und beamt sich eigenständig an die Stelle, von der die Zeitverschiebung ausging. Als Captain Kirk und sein Landetrupp die Verfolgung aufnehmen, treffen sie auf ein Wesen, das sich als „Hüter der Ewigkeit“ bezeichnet und der Crew der Enterprise ein Zeitportal in die Vergangenheit offenbart. Doch da taucht der verrückt gewordene Dr. McCoy auf und springt durch das Zeitportal. Einen Moment später müssen Captain Kirk, Mr. Spock und der Rest des Teams feststellen, dass die Enterprise nicht mehr existiert und McCoy offenbar den Lauf der Geschichte verändert hat. - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708441/
1.29 Spock außer Kontrolle (Operation Annihilate)
Die Crew der Enterprise versucht, einer Seuche Herr zu werden, als diese auch Mr. Spock befällt. Eine Mission zur Untersuchung und Eindämmung einer Seuche des Massenwahnsinns führt die Enterprise auf den Planeten Deneva, auf dem Captain Kirks Bruder Sam mit seiner Familie lebt. Beim Erkunden der Planetenoberfläche müssen Captain Kirk und sein Bodenteam feststellen, dass der Wahnsinn den Planeten Deneva bereits erreicht hat. Aurelia, die Schwägerin Captain Kirks, berichtet der Crew von einem Frachter, der einige Zeit vorher fremdartige Kreaturen nach Deneva gebracht hat. Diese Wesen bemächtigen sich ihrer Opfer und infizieren sie mit der Seuche des Wahnsinns. Wenig später gerät Mr. Spock selbst unter die Kontrolle eines der Außerirdischen und versucht fortan, die Enterprise in seine Gewalt zu bringen. - 8/10

Es ist kein großes Wunder, warum diese Serie von Beginn an einen so großen Erfolg feierte. Sie ist einfach interessant, wartet mit spannenden und selbst aus heutiger Zeit noch aktuelle Geschichten auf, mit teils zum Schmunzeln komischen Dialogen, mittlerweile zum Kult avancierten Figuren (wie zum Beispiel den Gorn oder Horta) und natürlich charismatischen Charakteren, ideenreichen (Studio-)Schauplätzen und auch damals schon fetzigen Special Effects. Kaum eine Serie beeinflusste so viele Menschen, inspirierte sie und vermittelte so eine erstrebenswertere Zukunft. Mit der ersten Staffel der Originalserie "Star Trek" hat man an sich schon ein kleines Universum geschaffen und legte mit der Folge "Space Seed"auch den Grundstein für spätere Folgen der Kinoreihe.

"Star Trek" ist ein Gefühl, ein Kult, eine Religion. Und die Serie ist eine der besten SciFi-Urgesteine, die es jemals gab.

Montag, 24. August 2015

Police Academy 2: Their First Assignment - Police Academy 2: Jetzt geht's erst richtig los (1985)

http://www.imdb.com/title/tt0089822/

Die Polizei vom 16. Bezirk hat es nicht leicht: Die Kriminalität ist um ganze 20% gestiegen, seitdem sich der Punker Zed (Bob Goldthwait) mit seiner Gang in dem Revier niedergelassen hat und ständig für Ärger sorgt. Mahoney (Steve Guttenberg) und seine chaotischen Kollegen haben tatsächlich die Ausbildung an der Polizeiakademie erfolgreich abgeschlossen und müssen nun ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Die frisch ausgebildeten Rekruten sollen der Bande das Handwerk legen und erklären den Verbrechern den Krieg. Mit einem Straßenfest wollen die Polizisten die Einwohner des Bezirks gewinnen. Es dauert nicht lange bis Zed mit seinen Leuten auftaucht und das Chaos Einzug erhält. Mahoney und sein Partner Schtulman (Peter van Norden) starten auf eigene Faust eine Undercover-Aktion, um die Gang dingfest zu machen...

"Police Academy 2" steht seinem Vorgänger kaum nach: leichte, seichte Verbrecherszenen, eine deftige Prise Humor und der "böse" Cop samt arschkriechendem Gehilfen Proctor (Lance Kinsey), die ständig die Streichopfer sind. Nur dass es dieses Mal Lt. Mauser (gespielt von Art Metrano) anstelle von Lt. Harris ist. "Police Academy 2" ist aber auch ein typischer zweiter Teil einer Reihe. Etwas schlechter als der Vorgänger, aber immer noch ein lustiges Spektakel für den Zuschauer. Die eigentliche Gefahr ist keine wahrlich beklemmende, weil es dafür zum einen zu seicht dargestellt und zum anderen durch Bobcat Goldthwait einen eher verrückten als überaus bösen Anführer der Banditen gibt. Äusserst souverän spielt mal wieder Steve Guttenberg als Carey Mahony, aber auch der Rest hat durchaus seine Momente. Ohne Leslie Easterbrook, aber dafür mit Colleen Camp die aber auch weniger Sexappeal herüber bringt. Leider bauen die "Dummen-Jungen-Streiche" merklich ab und auch der Humor wiederholt sich etwas, was der Gabe eines Michael Winslows geschuldet ist. Trotzdem kann man sich Teil 2 noch vergnügt anschauen. Ausserdem gibt es natürlich eine Rückkehr zur kultigen "Blue Oyster Bar", deren aufgesetzter Gag alelrdings nicht ganz so witzig ist wie noch im Vorgänger. "Police Academy 2" hat nicht mehr ganz den einnehmenden Charakter wie des Vorgängers, aber er ist dennoch gut schaubar und gehört nicht zu den schlechtesten Fortsetzungen.

6/10

Sonntag, 23. August 2015

The Signal (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2910814/

Die begeisterten Hacker Nick (Brenton Thwaites) und Jonah (Beau Knapp) sind gerade in ihrem ersten Jahr auf dem MIT, als sie eine Fehde mit dem verfeindeten Hacker Nomad gemeinsam mit Nicks Freundin Hailey (Olivia Cooke) knapp 300 Kilometer landeinwärts führt: mitten in eine Wüste. Nach einer verstörenden Begegnung mit Nomad wachen sie plötzlich in einem mysteriösen Forschungslabor auf. Die kleine Gruppe wird von einem ominösen Mann namens Dr. Wallace Damon (Laurence Fishburne) nach einem seltsamen Signal ausgefragt. Mit der Zeit merken die Studenten, dass sie sich verändert haben und neue unerklärliche Kräfte in ihnen schlummern. Die bedrohliche Atmosphäre veranlasst Nick, Jonah und Hailey schließlich zur Flucht aus der geheimnisvollen Forschungsanlage. Doch Polizei und Militär nehmen die Verfolgung auf...

Schon mit seinem Regiedebüt "Love" hat William Eubank einen gleichzeitig interessanten, wenn auch nicht gänzlich überzeugenden Streifen abgeliefert. Mit "The Signal" überwindet er jedoch auch die letzte Hürde und liefert einen spannenden, interessanten und gleichzeitig undurchsichtigen Film ab, bei dem man als Zuschauer ständig der Frage "Was passiert hier eigentlich?" nachjagt. Bild- und Soundtechnisch ist der Film einmal mehrgrandios und könnte so schöner nicht sein. Leider verfällt Eubank aber auch hier wieder seinem urstämmigen Fehler und inszeniert immer noch viele Szenen wie ein Musikvideo anstatt wie einen Kinofilm. Das schmälert den Genuß etwas. Allerdings auch nur in einigen Szenen der zweiten Hälfte. 

Davon aber ganz abgesehen ist "The Signal" ein herrlich stimmiger Genremix aus 70er-Jahre Science-Fiction, Endzeit-Road-Movie und Horror-Mystery. Das funktioniert ziemlich gut, vorausgesetzt - wie so oft - dass man sich darauf einlassen kann und will. Denn gerade das "will" ist nach der eigentlich recht phantastischen Story eine Grundvoraussetzung für einen uneingeschränkten Filmgenuß. Es geht ja heute nicht mehr nur darum etwas wirklich Neues zu erzählen, sondern Kompositionen und Erzähltechniken als Neuwert zu verkaufen. Und hier greift Eubank aus dem reichhaltigen Fundus des modernen Genre-Kinos. Nach und nach wird der Zuschauer mit Informationen, Slo-Mo-Bildern, akzentuierten Action-Sequenzen und Super-Helden-Gestiken gefüttert. Das ist nur bedingt, auch in seiner Auflösung, innovativ, hat aber genug Power um den Zuschauer interessiert und fasziniert an der Stange zu halten.

Womit der Film dann allerdings auch richtig punkten kann. Denn die mysteriöse Story, die sich sehr geschickt wie ein Puzzle erst nach und nach zusammenfügt und ein Gesamtbild liefert ist auch mal eine neue Sichtweise auf das Thema. Zwar wird das Ganze in der zweiten Hälfte etwas zu sehr Mainstreamig, kann aber mit einem richtig guten Twist entschädigen. Vorausgesetzt, man hat diesen nicht anhand der vereinzelt eingestreuten Hinweise schon längst enttarnt. "The Signal" ist also unterm Strich ein verdammt spannender, abwechslungsreicher und wendungsreicher Film für Fans des alternativen Kinos.

7,5/10

Von CAPELIGHT PICTURES erschien die Erstauflage des Streifens im schicken, geprägtem Steelbook

Annabelle (2014)

http://www.imdb.com/title/tt3322940/

Ein glückliches Ehepaar Mia und John Form (Annabelle Wallis und Ward Horton) erwartet sein erstes Kind. Damit es dem Baby an nichts mangelt, richtet die werdende Mutter das Kinderzimmer liebevoll ein und besorgt für ihren Spross eine Puppe nach der anderen. Eines Tages hat ihr Mann ein ganz besonderes Exemplar im Gepäck, nach dem sie schon sehr lange gesucht hat: Annabelle. Dem jungen Familienglück scheint damit nichts mehr im Weg zu stehen – bis zu dem Tag, als Mitglieder eines Satanskultes in ihr Haus eindringen und das arglose Pärchen überfallen. Zwar entgehen die werdenden Eltern knapp dem Schlimmsten, doch die Okkultisten haben etwas beschworen, das die Bösartigkeit ihrer Sekte bei weitem übertrifft. Dieses Etwas besitzt eine direkte Verbindung ins Reich der Verdammten und steckt in der Puppe Annabelle, die beginnt, die junge Familie unbarmherzig zu terrorisieren...

"The Conjuring" ist wirklich ein ordentlicher Grusel-Film gewesen, der zwar einige Schwächen hatte, aber im Großen und Ganzen eine tolle Inszenierung und einen schönen Grusel vorweisen konnte. Nun wurde schon dort die Puppe "Annabelle" vorgestellt und nun hat sie ihren eigenen Film bekommen. Aber warum eigentlich? Schon in "The Conjuring" war die Puppe nur minder interessant und auch lediglich schmückendes Beiwerk für eine ansonsten recht mit Urängsten spielenden Geschichte. "Annabelle" ist auch genau das geworden, was man erwartet: eine weitere Horrorfilm-Katastrophe, die den Namen Horrorfilm nicht verdient und für einen Gruselfilm schlicht und einfach zu wenig gruselig ist.

Zugegeben, ein paar nette Momente und Elemente gibt es, aber der Streifen hat dieselben Probleme wie so viele andere Horror/Gruselfilme der letzten Zeit: es will und will einfach kein frischer Wind aufkommen und so nutzt auch "Annabelle" Althergebrachtes und geht nach Schema F vor. Aber nicht nur das macht "Annabelle" zu einem schlechten Film, denn im Vergleich zu "The Conjuring" hat er nur eine sehr marginale Atmosphäre, dümpelt in althergebrachten Schemen vor sich hin und endet in einem sehr schwachen Finale. Man wartet die ganze Zeit auf einen Knalleffekt. Der kommt aber einfach nicht.

Am schlimmsten jedoch sind die Charaktere, die so unglaublich einfältig und platt geschrieben worden sind, dass man eine authentische Persönlichkeit (praktisch die ganze Familie in "The Conjuring" war authentisch) hier vergebens sucht, selbst sämtliche Nebendarsteller wurden jeweils nur für einen Zweck besetzt. Das ist an sich nicht verwerflich, doch wenn man schon von Beginn an weiß, wohin die "Reise" der einzelnen Charaktere geht, trägt dies kaum zu einer spannenden Inszenierung bei. Schauspielerisch ist die ganze Geschichte leider auch sehr mittelmäßig, insbesondere eine gescheite Ausarbeitung der Hauptcharaktere wäre wünschenswert gewesen. Kaum gruselig, wenig spannend oder aufregend und nur selten richtig schaurig. Nein, das war nichts.

5/10

Samstag, 22. August 2015

Unbreakable - Unzerbrechlich (2000)

http://www.imdb.com/title/tt0217869/

David Dunn (Bruce Willis) ist der einzige Überlebende eines Zugunglücks – und das ohne einen einzigen Kratzer. Es dauert nicht lange, da bekommt er Besuch von Elijah Price (Samuel L. Jackson), der ein Museum für Comic-Künste führt. Der seit der Geburt an einer Glasknochen-Krankheit leidende Elijah eröffnet David, dass dieser unzerbrechlich ist. Dass er wie die mythologischen Figuren aus Sagengeschichten und Comics das Zeug zu einem Superhelden hätte. Von dieser verrückten Idee will der vernünftige David nichts hören, doch bohrende Fragen und nachdenklich stimmende Bemerkungen von Elijah lassen ihn nichtsdestotrotz nachforschen. David muss erkennen, dass an der Theorie des merkwürdigen Comicfans durchaus etwas dran sein könnte...

Nach dem durchschlagenden Erfolg von "The Sixth Sense" befand sich M. Night Shyamalan bereits unter einem merklichen Druck, denn er stand unter einer enormen Erwartungshaltung von Seiten aller, was seinen nächsten Film anging. Mit "Unbreakable" zeigt sich der Regisseur allerdings unbeeindruckt von jeglicher Erwartungslast und schafft etwas, das ganz anders ist als sein vorheriges Werk und trotzdem von enorm eigener Qualität geprägt ist.
Shyamalan beleuchtet den modernen Superhelden-Mythos und kreiert eine liebevolle Hommage an Comics selbst. Die Faszination der Fans, die mit leuchtenden Augen auf die bunt gestalteten Cover blicken und sich jedes mal erneut auf übermenschliche Fantasy-Geschichten freuen, ist auch die grundlegende Stimmung, die der Regisseur in sein Handlungsgerüst einfließen lässt.

"How many days of your life have you been sick?"

Im Grunde ist "Unbreakable" eine klassische Origin-Story, bei der der Superheld erst in seine Rolle wachsen muss und mit seiner Identität hadert. In diesem Fall ist das David Dunn, gespielt von Bruce Willis. Shyamalan zeichnet den Weg seines Protagonisten als nüchternes, realistisches Charakter-Drama, bei dem er in einem introvertiert-düsteren Stil und mit immer wieder auffällig beeindruckenden langen Takes das Innen- sowie Familienleben von David beleuchtet und die Beziehung ausbaut, die sich zwischen ihm und Elijah Price entwickelt. Der Regisseur geht jeglicher Form von Action, die man sich bei so einem Film eigentlich selbstverständlich erwarten würde, fast vollständig aus dem Weg und ist viel mehr an den zahlreichen Konfliktsituationen interessiert, die den Figuren in einer Situation wie dieser begegnen, wenn es darum geht, seine eigene Identität neu zu entdecken und diese vor allem verstehen zu können.

"Unbreakable" ist zudem einer dieser Filme, die nicht schlecht altern, sondern mit der Zeit besser werden. Vor allem in der heutigen Flut an standardisierten Comic-Verfilmungen wirkt er fast schon wie ein Fels in der Brandung, der einem zeigt, dass es auch noch andere, wirklich kreative Filme gibt, die den Superhelden-Mythos auf außergewöhnliche Weise behandeln. Und das macht "Unbreakable" zu einem mehr als empfehlenswerten Film, der vor allem anderen durch die Hauptdarsteller und die Realitätsnähe besticht. Das Ende - sofern man es bis dahin noch nicht erraten hat - ist ein zu Tränen rührender und gleichzeitig erschütternder Schlag in die Magengrube, wie es schon bei "The Sixth Sense" der Fall war. Man mag kaum glauben, das einem Regisseur zweimal derselbe Kniff gelingen kann - Shyamalan jedoch bewesit eindrucksvoll das Gegenteil.

An einem Punkt erzählt David Elijah, dass er sich immer unendlich traurig fühlt, wenn er früh aufwacht. Als sich die beiden ein letztes mal die Hand geben haben, sagt Elijah zu David: "Do you know what the scariest thing is? To not know your place in this world, to not know why you're here. That's... that's just an awful feeling." Am Ende haben beide ihren Platz in der Welt gefunden.

8/10

Police Academy - Police Academy: Dümmer als die Polizei erlaubt (1984)

http://www.imdb.com/title/tt0087928/

Die Bürgermeisterin einer US-Großstadt schafft die Zulassungsbeschränkung für die Polizei-Akademie ab. Da das Verbrechen in der Stadt ein ungeahntes Ausmaß erreicht hat, erhofft sie sich durch eine höhere Polizisten-Anzahl, wieder Herr der Lage zu werden. Doch damit richtet sie genau das Gegenteil an, nämlich ein gehöriges Chaos. Sehr zum Ärger der Ausbilder drängt plötzlich der Bodensatz der Gesellschaft in den Polizeidienst. Doch Ausbilder Lt. Harris (G.W. Bailey) hat einen Plan: Durch knallharte Ausbildung will er die schlappen Rekruten abschrecken und zur Aufgabe zwingen. Besonders mit dem intelligenten, aber aufmüpfigen Carey Mahoney (Steve Guttenberg) hat Harris seine Probleme. Doch auch wenn die Rekruten am Anfang einen aussichtslosen Eindruck machen, sollte man keinen Einzelnen von ihnen unterschätzen, denn jeder Mensch hat seine besonderen Fähigkeiten...

So geht Komödie: locker, flockig, gute Charaktere, tolle Personen und eine Handlung die auf eine DIN A4-Seite passt, aber trotzdem funktioniert. Dazu gesellen sich ein paar richtig gute Lacher, nicht zu arg gezwungen, aber teilweise auch nicht zu lLeichtfüssig. Aber irgendwie genau richtig. Mit Steve Guttenberg als der Headliner der ersten vier Filme, doch streng genommen kann man nicht allein an ihm diese großartige Komödienreihe fest machen. Das er der Unrihestifter ist passt aber zu ihm. Hooks, die Kleine mit ihrer piepsigen Stimme, genial. Hightower, der ehemalige Florist, Tackleberry, das polizeiliche Rambo-imitat, das hat alles schon Klasse und Charme. Aber auch der Rest der Bande macht gut Laune. Lassard als Kompaniechef wirkt immer leicht verstrahlt, bekommt aber in einer mehr als großartigen Szene den Marsch geblasen. Lt. Harris spielt den erinnerungswürdigen Gegenpart und auch wenn viele Gags auf seine Kappe gehen und seine zwei Adjutanten am Beginn des Blue Oyster Cults mitgewirkt haben, so sind auch sie irgendwie sympathische Figuren. Michael Winslow, die wandelnde Beatbox gibt dem Film noch ein letztes Sahnehäubchen obendrauf.

"Police Academy", anmelden, ansehen und einfach Spaß haben. Lockere 80er-Comedy die wirklich funktioniert und netten Humor hat. Witzige Nostalgie - wenn man so will.

7/10

Mittwoch, 19. August 2015

Who Am I - Kein System ist sicher (2014)

http://www.imdb.com/title/tt3042408/

Für seine Umwelt ist der schüchterne Benjamin (Tom Schilling) ein Niemand, weshalb er sich oft in die Tiefen des Internets stürzt. Denn dort kann er sein, was er will und niemand weiß, wer sich wirklich hinter seinem Pseudonym verbirgt. Benjamin fällt der digitale Maskenball leicht, er ist ein Meister-Hacker. In dem charismatischen Max (Elyas M'Barek) findet er einen Gleichgesinnten. Gemeinsam mit dem temperamentvollen Stephan (Wotan Wilke Möhring) und dem paranoiden Paul (Antoine Monot) gründen sie die Hackergruppe "CLAY" (kurz für "Clowns Laughing @ You"). Mittlerweile interessiert sich sogar im echten Leben eine Frau für Benjamin, die attraktive Marie (Hannah Herzsprung), sodass er sich zum ersten Mal wichtig fühlt. Doch aus dem Hacker-Spaß wird plötzlich ernst, als BKA und Europol die Ermittlungen gegen CLAY aufnehmen. An der Spitze: Cybercrime-Expertin Hanne Lindberg (Trine Dyrholm)...

Es gibt keine starken deutschen Filme? Falsch. "Who Am I" beweist, dass es sie eben doch gibt. Und es ist ausnahmsweise kein regungsloser, pseudo-intellektueller Kram, sondern eine clever durchdachte Story, die sich über die gesamte Laufzeit steigert. Zwar ist die Anlaufzeit relativ lang, aber irgendwie auch passend, bevor sich im späteren Verlauf eine gehörige Portion Action und Thriller dazugesellt, die dem Plot eine gewisse Würze verleiht und der sonst im deutschen Film allgegenwärtigen Langatmigkeit den Zahn zieht. Vor allem in der zweiten Hälfte offenbart nämlich der Film seine ganze Kraft und zeigt innerhalb gewisser Grenzen, was sich im Internet abspielen kann. Auch die Maske erinnert daher und sicher nicht ohne Grund an "Anonymous".

Über den technischen Inhalt kann man durchaus lächeln. Eben ein Film über Leute die Ahnung haben für Leute die keine Ahnung haben von Leuten die keine Ahnung haben. Und dennoch sehr unterhaltsam. Sicher mag manche Darstellung übertrieben sein, aber letztendlich kommt die Story schlüssig zum Punkt und am Ende zum Kern der Dinge - mit einem schönen WTF-Moment.

"Who Am I" ist eine Geschichte, die absolut grandios, ohne unnötig viele Nebenschauplätze, kurzweilig erzählt und mit einigen Wendungen garniert wird. Hinzu gesellen sich eine astreine Kameraarbeit, gepaart mit toller Schnitttechnik und abgerundet wird das Ganze durch einen absolut passendem electro-beat-lastigem Score. Man könnte sagen, dass es sich um eine Mischung aus "Fight Club", "Watchdogs", "Hackers", "Ohne Limit" und "Matrix" handelt. Und dass solche Filme mittlerweile in Deutschland produziert werden ist ein begrüßenswerter Schritt in die richtige Richtung. Ansprechend düster, interessant mit guten Effekten und einer innovativen und modernen Story. Daumen hoch.

8/10

Exklusiv bei MediaMarkt gab es den Film auch in einer limitierten "FAN EDITION" im geprägten Steelbook.

Montag, 17. August 2015

[KINO] Fantastic Four (2015)

http://www.imdb.com/title/tt1502712/

Johnny Storm (Michael B. Jordan), seine Schwester Sue (Kate Mara), Reed Richards (Miles Teller) und Ben Grimm (Jamie Bell) sind vier Freunde, die einen Forschungsunfall mit einschneidenden Veränderungen erleben: Nachdem Tüftler und Genie Reed die Grundlagen für das entsprechende Verfahren entwickelt hat, werden die Vier in ein Paralleluniversum teleportiert und verfügen danach über Superkräfte. Storm wird zur menschlichen Fackel, Sue kann unsichtbar werden, Reed seine Gliedmaßen gummiartig verlängern und Grimm verwandelt sich in den klobigen Steinkoloss "Das Ding". Doch die neuen Fähigkeiten sind keine harmlose Spielerei, sie wecken das Interesse des Militärs – und das des sinisteren Forschers Dr. Victor von Doom (Toby Kebbell), der ausgerechnet in Johnnys und Sues Vater Dr. Franklin Storm (Reg E. Cathey) einen Mentor fand…

Bei "Fantastic Four", oder wie die Marketingabteilung von Twenty Century Fox dem Zuschauer weismachen möchte, "Fant4stic", handelt es sich um den Reboot des vor knapp 10 Jahren erschienenen "Fantastic Four". Bei all dem aktuellen Wahn um Reboots und Remakes hat dieser allerdings endgültig den Vogel abgeschossen, wertet er doch die damals noch mittelmässigen Teile um ein Vielfaches auf. So etwas hat zuletzt "Alien vs. Predator 2" geschafft. Verantwortlich für den Streifen ist Regisseur Josh Trank, der einigen Lesern vielleicht für sein annehmbares Debüt "Chronicle" bekannt sein dürfte. Trank, der hier auch am Drehbuch mitgeschrieben hat, scheint aber seine filmische Vergangenheit noch nicht ganz abgelegt zu haben: "Fantastic Four" wurde zwar mit einem Budget von 120 Millionen Dollar gedreht, leider sieht man dies dem Streifen kaum an. Die Forschungseinrichtung wirkt wie ein Großraumbüro, der Teleporter wie ein Wandschrank und auch die Parallelwelt ist öde und einfallslos und hat, bis auf ein paar nette Energieeffekte, nichts Nennenswertes zu bieten. Überhaupt wirkt alles wie eine billige Studiokulisse - und gerade so etwas hat man von einem Film der Marke "Marvel" schon anders und besser gesehen. Und wer schon auf seinen Plakaten mit "From The Studio That Brought You X-Men: Days Of Future Past" hausieren geht, der sollte gefälligst auch etwas in diesem Maßstab abliefern.

Das Unverzeihlichste ist aber, dass Trank eine ganze Reihe talentierter Schauspieler wie Kate Mara oder Jamie Bell nimmt und ihnen nur billige, altbekannte Klischees und ungelenke Dialoge auf den Leib schneidert. Die schon vor dem Kinostart angekündigte Fortsetzung ist nach einem verheerend schlechten Kinostart in den USA - statt der erwarteten 50 Millionen Dollar spielte der Film am ersten Wochenende gerade einmal die Hälfte ein - auf Eis gelegt.


"Fantastic Four"  beginnt dabei recht vielversprechend und zeigt schon die jungen Schüler Richards und Grimm, was soweit (und auch von der Länge her) auch ganz in Ordnung ist. Dann aber macht er einen unfassbar holprigen Zeitsprung (der übrigens rechnerisch nicht stimmen kann) und schleudert auf sehr plumpe Art und Weise plötzlich noch Sue und Johnny Storm ins Geschehen - Tata! - damit hätten wir also das Team vorgestellt. Mit mehren offensichtlichen Filmfehlern kämpft sich "Fantastic Four" dann bis zum Ende, es kracht kurz und das wars - nicht aber noch ohne in einem zum Fremdschämen schauderhaften Dialog dem Team auch ja noch einen Namen zu geben. So wirkt der neue "Fantastic Four" wie eine ewig lange Origin-Geschichte, die dann in kümmerlichen zehn Minuten ihr Finale bildet: Victor Von Doom wird der Mächtigste von allen Transportierten und will (aus an den Haaren herbeigezogenen Gründen) die Welt zerstören, die anderen müssen lernen als Team zusammenarbeiten, um ihn zu besiegen - ist ja ganz was Neues! Vielleicht wäre es ohnehin sinnvoller, einem Wissenschaftler mit misanthropischen Tendenzen gar nicht erst in die Nähe von High-Tech-Geräten zu lassen? Der Zuschauer weiß außerdem eh schon, dass die Hauptdarsteller Superkräfte bekommen werden, wieso muss man dann über 65 extrem zähe Minuten darauf warten, bis diese sie endlich anwenden können? Und wie hat sich eigentlich Richards vom Wissenschafts-Nerd zum Kämpfer entwickelt? Stand wohl so im Drehbuch...


Ja, der Film macht viele Fehler, aber zumindest kann er auch - dank relativ kurzer Laufzeit von nur 100 Minuten - über einige kurze Strecken unterhalten, auch wenn er keine Überraschungen, Wendungen, nervenzerfetzende Spannung oder Ähnliches bieten kann. Ja, bitte, ein oder zwei Gags, die zum Schmunzeln anregen. Nett. Alles in allem ist "Fantastic Four" aber ein sehr mittelmäßiger Film, der kaum die Größe anderer Marvel-Produktionen erreicht.

Viel unterhaltsamer als der Film waren dafür die Schlagzeilen, die über Josh Tranks angebliches Verhalten hinter der Kamera berichteten. Produzenten und Schauspieler erzählten, der Regisseur habe sich am Set "merkwürdig" verhalten und sich teilweise geweigert mit seinen Kollegen zu sprechen. Noch drei Monate vor dem Kinostart mussten einige Szenen neu gedreht werden, weil die Originale nicht zu verwenden waren. Trank hat diese Nachdrehs genutzt, um sich von dem fertigen Film zu distanzieren. In einem - inzwischen gelöschten - Tweet schrieb er: "Vor einem Jahr hatte ich eine fantastische Version des Films fertig. Die hätte grossartige Kritiken bekommen. Jetzt bekommt ihr sie aber nie zu sehen. Das ist die Realität." (Quelle: giga.de)

Kein Wunder, dass dieses Verhalten bei seinen Geldgebern bei Fox nicht gut ankam - und so muss Josh Trank jetzt nicht nur damit leben, dass sein Name für immer mit diesem katastrophalen Film verbunden sein wird, nein, die Produzenten feuerten ihn auch gleich für seinen nächsten Job, den zweiten Teil des geplanten "Star Wars"-Spin-Offs um Han Solo. Und das dürfte für einen Science-Fiction-Regisseur die Höchststrafe und ein heftiger Dämpfer für die weitere Karriere sein. Das hat er sich mit "Fantastic Four" aber auch redlich verdient. Ärgerlich.

4,5/10