Sonntag, 30. November 2014

The Raid 2: Berandal - The Raid 2 (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2265171/

Kaum hat es Rama (Iko Uwais) mit letzter Kraft aus dem Hochhaus geschafft, das er mit seiner Spezialeinheit in "The Raid" erstürmen sollte, schon kündigt sich neuer Ärger an. Er muss erkennen, dass seine Gegner selbst nur kleine Marionetten in einem viel größeren Spiel waren. Um sich und seine Familie zu schützen, muss er untertauchen und seinen Kampf in einer verschworenen Spezialeinheit fortsetzen. Unter seiner neuen Identität Yuda soll er für seine Vorgesetzten eine der berüchtigtsten Mafia-Familien Jakartas infiltrieren. Hier soll er Informationen über korrupte Cops sammeln, die auf der Gehaltsliste der Kriminellen stehen. Sein Weg in die Unterwelt beginnt, indem er als unbekannter Häftling im härtesten Gefängnis Jakartas die Aufmerksamkeit des Clans wecken muss. Kaum aus dem Gefängnis entlassen, schafft es durch seine Kampfkünste schnell einen starken Eindruck zu hinterlassen. Doch ehe er sich auf die Suche nach korrupten Cops machen kann, wird das fragile Gleichgewicht der Clans in Jakarta durch den skrupellosen Aufsteiger Bejo gekippt und ein Krieg um die alleinige Macht entbrennt.

Was für ein Brett von einem Actionfilm! "The Raid 2" ist etwas anders als sein Vorgänger, weil er eine Story um die Kämpfe strickt. Und die ist sogar ziemlich gelungen. Es wird mehr investiert in den Protagonisten Rama und seine Geschichte, aber man muß ihr schon aufmerksam folgen, um nicht irgendwann den faden in dieser für einen Actionfilm recht komplexen Erzählung zu verlieren. Die perfekte Balance zwischen Kämpfen und Geschichte liegt in der Mitte zwischen beiden Filmen, der erste Teil hätte meiner Meinung nach etwas mehr Story vertragen können (auch wenn das nicht wirklich gestört hat) und hier war es nun ein klein wenig zu viel. Aber nun zum Hauptgrund, warum jeder den Film guckt: Die Kampfszenen.

Alter Schwede, sind die wieder genial und brachial. "The Raid 2" bietet noch aufwändigere Choreographien, eine tolle Kameraführung und eine Vielzahl an Locations, natürlich noch krasseren Gegnern und Waffen und übertrifft in dem Hinblick noch mal seinen Vorgänger - und das nicht nur um ein klein wenig. Der Gewaltgrad ist unfassbar hoch (und damit ist es überhaupt ein Wunder, dass der Film ungeschnitten eine FSK-18-Freigabe erhielt) für einen Actionfilm. Genau so und nicht anders hätte "The Expendables 3" aussehen müssen! Hier gibt es so unglaublich  brutale und gleichzeitig blutige Szenen, dass man es oft gar nicht fassen kann, dass die FSK bei uns den Film tatsächlich ungeschnitten durchgehen liess. Die Kämpfe bleiben auch stets ernst, auch wenn manchmal die Grenze zum Comichaften leicht überschritten wird, aber das fällt in keinster Weise negativ auf, weil es auch so elektrisierend ist wie auch Spaß macht, wenn man Rama bei der "Arbeit" zusieht.

Ob in einem Auto, in einer Küche (die Szene ist der Hammer!) oder in einem Lagerraum - man spürt wieder regelrecht richtig den Impact der Schläge und zuckt hin und wieder angesichts des Gezeigten zusammen. Regiesseur Gareth Evans weiss die Arbeit seiner Kameraleute mehr als zu schätzen und lässt diese mit Bildern und Kamerafahrten arbeiten, die man so wohl noch nie gesehen hat. Mehr als einmal kommt man sich vor als wäre man selber mitten im Geschehen und würde mit Rama und Co. mitkämpfen. Auch der Soundtrack ist hervorragend und weiß mit jeder Note auf eine Situation hinzuweisen, noch bevor sie eigentlich beginnt. Das zeiht die Spannung unglaublich an und schafft ein geniale fesselnde Atmosphäre. Obwohl der Streifen mit 150 minuten recht lang ist, hätte er wohl auch nicht kürzer sein dürfen, um seine geschichte zu erzählen. Aber die letzte halbe Stunde ist ein reines Vergnügen.

In seinem Genre wird "The Raid 2" (wie auch schon sein Vorgänger) vermutlich ein Meilenstein sein und in puncto Martial-Arts-Action auch erst mal einige Jahre der Maßstab bleiben. Das ist mal sicher. Mehr davon!

8,5/10

Die "Ultimate Edition"von "The Raid 2" erschient von KOCH MEDIA in einer schicken Box, die den Film in der ungeschnittenen FSK-18-Fassung (welche ein Wunder ist angesichts des Gewaltgrades) enthält. Dazu gibt es den zackigen Soundtrack von Joseph Trapanese, Aria Prayogi und Fajar Yuskemal.

Escape From Planet Earth 3D - Nix wie weg - vom Planeten Erde 3D (2013)

http://www.imdb.com/title/tt0765446/

Auf dem Planeten Baab feiern die blauen Einheimischen den Astronauten Scorch Supernova (Brendan Fraser) als Nationalhelden. Sobald es Ärger gibt oder Gefahr besteht, ist er zur Stelle, um den Tag zu retten und im Anschluss auf Konferenzen zu posieren. Doch seine waghalsigen Rettungsaktionen würden nicht ohne die Hilfe seines Bruders Gary (Rob Corddry) funktionieren. Während der technisch begabte Besserwisser von der Kontrollstation BASA die Missionen lenkt, steht Scorch im Rampenlicht und kassiert den Dank der Einwohner. Als BASA-Chefin Lena (Jessica Alba) ein Notrufsignal eines fremden Planeten empfängt, informiert sie die Geschwister. Gary hält von einer fernen Rettungsaktion nicht viel, während Scorch eine neue Möglichkeit sieht, noch berühmter zu werden. Allein macht er sich auf zum Planet Erde, wo er vom fiesen Shanker (William Shatner) gefangengenommen wird. Nur Gary kann seinen Bruder noch retten und entdeckt dabei eine Bedrohung, die ganz Baab inklusive Ehefrau Kira (Sarah Jessica Parker) und Sohn Kip betrifft.

Ganz nette Story, die leider nie das Potential zum genialen Animationshit haben wird. Der Humor scheint mit der Brechstange auf genau dieses Publikum ausgelegt worden zu sein. Für mich lässt sich der Humor in folgende drei Bereiche unterteilen: erstens die Szenen die witzig sind, zweitens die Szenen bei denen ich weiß, warum sie witzig sein sollen und drittens solche, bei denen ich mich nur am Kopf kratze und mich frage, was das denn soll. Wenn man jetzt davon ausgeht, dass sich diese drei Bereiche jeweils ein Drittel der Laufzeit teilen, kann man ebenfalls davon ausgehen, dass es viel weniger zu lachen gibt, als man vielleicht erwarten könnte...  Die Einfälle sind sehr schön und die Gags zahlreich, aber man hat das Gefühl alles schon einmal auf eine andere Art und Weise gesehen zu haben. Trotzdem irgendwie niedlich und zumindest nicht langweilig.

6/10

Freitag, 28. November 2014

Grown Ups - Kindsköpfe (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1375670/

"Kindsköpfe" versammelt ein wahres All-Star-Team amerikanischer Komiker um Adam Sandler, den König des gehobenen Fäkalhumors. Neben Chris Rock, David Spade und Rob Schneider ist auch Kevin James mit von der Partie. Die auch im wirklichen Leben teils eng befreundeten Stars spielen fünf alte Kumpanen, die sich nach vielen Jahren wiedertreffen, um ihrem verstorbenen Basketball-Trainer aus Kindheitstagen noch einmal hochleben zu lassen. Zusammen mit ihren Familien verbringen sie das Wochende um den 4. Juli in einem Ferienhaus, in dem sie vor langer Zeit einmal ihre Meisterschaft gefeiert haben. Die fünf Kindsköpfe bemühen sich, die Vergangenheit noch einmal wiederzubeleben und stellen dabei fest, dass keine besondere Verwandlung nötig ist, um das sprichwörtliche Kind im Mann wiederzufinden.

Ja, Adam Sandlers Humor ist Geschmackssache. Ja, Adam Sandlers Humor strotzt nur so an Infantilität. Und ja, Adam Sandlers Humor zündet beileibe nicht immer - in "Kindsköpfe" erfreulicherweise aber ziemlich oft. Dennis Dugan bietet Freunde der seichten Komödie einen Film mit simplem und kindischen Humor, der sich meist auf Situationskomik oder oberflächliche Zoten beschränkt. Besonders einfallsreich ist das sicher nicht, bei mir hat es aber funktioniert. Wer hier nach einer bedeutenden Story und herausragenden Schauspielern sucht, wird vermutlich nicht fündig werden. Vielmehr gibt es einen tollpatschigen Kevin James, die ein oder andere Still-Orgie und einen kleinen aber feinen Steve Buscemi-Auftritt zu bestaunen. Die mitschwingende Kritik an der heutige Auslebung der Kindheit (Internet, Spielkonsolen, etc.) fand ich gerade im Mittelteil ziemlich liebevoll und durchdacht auf den Punkt gebracht. So ist "Kindsköpfe" nicht nur darauf bedacht, durch möglichst viele Pointen zu überzeugen, es ist auch ein Film übers Erwachsenwerden (oder eben auch nicht), über den Wandel, den die Jugend in den letzten Jahrzehnten vollzogen hat. Leider verliert Dugan gegen Ende in dieser Hinsicht komplett den Faden, sodass die Gesellschaftskritik nach einiger Zeit im Sand verläuft. Wer Sandlers Humor nicht mag, wird an "Kindsköpfe" jedenfalls keine Freude finden. Für mich - der von Komödien in erster Linie unterhalten und zum Lachen gebracht werden will - war die Geschichte einer Basketball-Reunion an einem Seehaus aber durchaus sehenswert und lustig.

7/10

Mittwoch, 26. November 2014

Apollo 13 (1995)

http://www.imdb.com/title/tt0112384/

Der NASA-Astronaut James A. Lovell (Tom Hanks) muss eine wichtige Entscheidung treffen: Die usprüngliche Besatzung der Apollo 13 muss aufgrund eines Krankheitsfalls ausgetauscht werden. Die Wahl fällt auf ihn und seine zwei Kollegen, von denen aber ebenfalls einer im Laufe der Vorbereitungen erkrankt. Lovell will sich dennoch die Chance auf eine Mondlandung nicht entgehen lassen und so wird kurzfristig John L. Swigert (Kevin Bacon) mit an Bord geholt. Die Mission scheint auch weiterhin vom Pech verfolgt zu sein, denn bereits beim Start des Raumfahrzeugs treten Probleme auf: Ein Triebwerk versagt. Glücklicherweise kann der Ausfall von den restlichen Antriebsraketen kompensiert und die Reise somit fortgesetzt werden. Die ersten Tage in der Schwerelosigkeit verlaufen für Lovell und seine zwei Mitstreiter ohne weitere Komplikationen. In der Zentrale der NASA in Texas ist man zufrieden. Doch dann erreicht eine vielfach zitierte Nachricht die Erde. Eine Explosion auf der Apollo 13 stellt die Astronauten an Bord ebenso wie die Mitarbeiter der Weltraumbehörde vor große Schwierigkeiten. Weil das Leben der Crew auf dem Spiel steht, spielt die Landung auf dem Mond keine Rolle mehr. Ein waghalsiger Plan soll die Astronauten retten und zurück auf die Erde bringen.

"Houston, wir haben ein Problem."
 - Das sind wahrscheinlich die berühmtesten und meistzitierten Worte in der Geschichte der bemannten Raumfahrt. Die Geschichte der Raumfahrt hatte für mich schon immer etwas Faszinierendes an sich, es muss wirklich ein unheures Gefühl des Aufbruchs und der neuen Möglichkeiten gewesen sein, als Ende der sechziger Jahre zum ersten Mal ein Mensch den Mond betrat. Wie gern hätte ich diesen Moment miterlebt. "Apollo 13" fängt hier genau diesen Geist der Ära ein. Doch es geht ja nicht um die erfolgreiche 11er-Mission (die auf dem Mond landete), sondern um die Alptraumtour mit der Unglückszahl 13 im Namen. Damals interessierte sich schon wieder fast niemand mehr für die Mondmission, zweimal ging sie ja reiblungslos über die Bühne, doch als dann klar wurde, dass die drei Astronauten womöglich nicht mehr lebendig auf die Erde zurückkehren, waren alle Augen auf das Trio gerichtet (man merkt, der Film zeigt auch, wie die Geschehnisse von der Weltöffentlichkeit wahrgenommen wurden).

Somit ist Ron Howards Film ein für mich nahezu perfekt inzeniertes und packend gefilmtes, sowie emotional berührendes Raumfahrtdrama, dass ich mir immer wieder ansehen kann, ohne das es langweilig wird oder gar ausgelutscht wirkt. Tom Hanks als Jim Lovell und Ed Harris als der leitende Flight Director Gene Kranz, der mit seinen NASA-Arbeitern um das Leben der Astronauten kämpft, brillieren in ihren Rollen und spielen immer völlig überzeugend und - das ist das wichtigste: glaubhaft. Zwar nehme ich es dem Film immer noch ein bisschen übel, dass Gary Sinise zu Beginn aus der Mannschaft gekickt und durch Kevin Bacon ersetzt wird, doch so war es auch in der Realität, für meinen persönlichen Geschmack hätte man trotzdem die beiden Schauspieler tauschen können. Bacon bleibt auch der Außenseiter im Team, die Show liefern Tom Hanks und Bill Paxton ab. Die Kommunikation mit der Kontrollzentrale am Boden nimmt auch wichtigen Raum ein, "Apollo 13" spart dabei auch nicht mit technischen Details, die man womöglich nicht alle versteht. Über mangelnde Authentizität kann sich somit wohl niemand beklagen, interessant sind auch die Zwischenschnitte auf die Frau von Jim Lovell, die sich beispielsweise mit sensationslüsternen Reportern auf ihrem Grundstück auseinandersetzen muss.

"Apollo 13" ist ein überzeugendes, großartiges und fesselndes Raumfahrtabenteuer, dass durch die ausgezeichnete Technik und die schauspielerischen Leistungen punkten kann. Die klaustrophobische Enge der Raumfähre, die Kälte des Alls, die mangelnde Energie... man sitzt einfach gefesselt vor dem Bildschirm. Bis zur (und da verrät man ja nicht zu viel) Ankunft auf der Erde nimmt der Film einen mit in den Weltraum und versetzt einen in die Lage der Astronauten der Apollo 13 im Jahr 1970.

9/10

Exklusiv bei zavvi.com gab es den Film im limitierten, schlichten und schicken Steelbook. Natürlich mit deutschem Ton an Bord.

Montag, 24. November 2014

[SERIE] Star Trek: Deep Space Nine, Season 07

http://www.imdb.com/title/tt0106145/

Die finale Staffel 7 setzt dem ganzen Franchise um die Raumstation quasi die Krone aufs Haupt. Auch wenn mit ein oder zwei Folgen ein "Durchhänger" produziert wurde, so sticht die finale 10-teilige Folge (8+2) so ziemlich alles aus, was bis dato im Seriensektor zu finden war. Vor allem "What You Leave Behind" dürfte bei jedem Fan zumindest ein wenig auf die Tränendrüse drücken und man möchte am liebsten gleich wieder von vorn beginnen, zu schauen. Neben dieser ergreifenden letzten Folgen gibt es ein paar witzige Folgen, wie "Badda-Bing, Badda-Bang", die herrlich amüsant an einen Oldschool-Heist ala "Ocean's Eleven" erinnert, oder die Folge "Treachery, Faith And The Great River", die einen sehr komischen und einen überaus ernsten Handlungsstrang verfolgt. So bildet die finale Staffel der großartigen Serie "Star Trek: Deep Space Nine" einen nahezu perfekten Abschluss der Serie um die Raumstation.

http://www.imdb.com/title/tt0708552/
7.1 Das Gesicht im Sand (Image In The Sand (2))
Captain Sisko reist zu seinem Vater auf die Erde. Dort hat er eine rätselhafte Vision. Sisko glaubt, dass ihn die Vision zu einem der bajoranischen Drehkörper führt. Gemeinsam mit seinem Vater, Jake und Ezri Dax macht er sich auf den Weg. - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708600/
7.2 Schatten und Symbole (Shadows And Symbols (3))
Captain Sisko ist auf der Suche nach dem Drehkörper des Abgesandten. Gemeinsam mit seinem Vater, Jake und Ezri Dax fliegt er deshalb zum Planeten Tyree. Kira gerät unterdessen in eine Auseinandersetzung mit den Romulanern. - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708498/
7.3 Nachempfindung (Afterimage)
Ezri Dax hat Schwierigkeiten, ihre acht Leben in Einklang zu bringen. Sisko rät ihr, sich abzulenken und beauftragt sie deshalb, sich um Garak zu kümmern. Der leidet plötzlich an unerklärlichen Klaustrophobie-Anfällen. Ezri versucht, der Sache auf den Grund zu gehen. - 7/10

http://www.imdb.com/title/tt0708609/
7.4 Wettkampf in der Holosuite (Take Me Out To The Holosuite)
Captain Sisko trifft den Vulkanier Solok, seinen Rivalen aus Studienzeiten. Sisko hatte damals in einem Ringkampf gegen Solok verloren. Er nimmt dessen Angebot an, erneut einen Wettkampf zu bestreiten. Diesmal soll ein Baseball-Spiel stattfinden. - 7/10

http://www.imdb.com/title/tt0708518/
7.5 Sarina (Chrysalis)
Dr. Bashir erhält Besuch von seinen genetisch veränderten Freunden Jack, Patrick und Lauren. Sie bitten ihn, der jungen Sarina zu helfen, die sich völlig vor der Außenwelt verschließt. Gemeinsam gelingt es ihnen, Sarina zum Sprechen zu bringen. - 6,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708654/
7.6 Verrat, Glaube und gewaltiger Fluss (Treachery, Faith And The Great River)
Odo fliegt zu einem Treffen mit seinem Informanten Gul Russol. Als er beim Treffpunkt ankommt, findet er den Vorta Weyoun 6 vor. Dieser behauptet, ein Überläufer zu sein. Er offenbart Odo ein schreckliches Geheimnis. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708571/
7.7 Der Dahar-Meister (Once More Unto The Breach)
Der alte klingonische Dahar-Meister Kor ist auf Deep Space Nine. Er stattet Worf einen Besuch ab und bittet ihn um einen Job. Er wäre mit allem zufrieden, wenn er nur wieder kämpfen könnte. Über General Martoks Kopf hinweg stellt Worf ihn als Dritten Offizier ein. - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708640/
7.8 Die Belagerung von AR-558 (The Siege Of AR-558)
Auf dem Planeten AR-558 trifft Captain Sisko auf Truppen der Sternenflotte. Sie halten ein Kommunikationszentrum des Dominion besetzt. Die Belagerten sind den feindlichen Jem’Hadar-Truppen weit unterlegen. Sisko beschließt, ihnen zu helfen. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0708520/
7.9 Entscheidung auf Empok Nor (Covenant)
Vedek Fala, Kiras ehemaliger Lehrer, stattet ihr einen Besuch ab. Er gibt ihr einen Kristall, der sie nach Empok Nor befördert. Dort erwartet sie ihr alter Feind Dukat, der inzwischen Anführer einer Sekte ist. Dukat verlangt von Kira, dass sie sich ihm anschließt. - 6,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708562/
7.10 Leben in der Holosuite (It’s Only A Paper Moon)
Nogs Bein musste amputiert werden. Die Crew gibt ihr Bestes, um ihn aufzuheitern. Doch der junge Soldat kommt mit der Behinderung nur schwer zurecht. Er zieht sich in die Holosuite zurück und will der Wirklichkeit für immer den Rücken kehren. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708581/
7.11 Die verlorene Tochter (Prodigal Daughter)
Chief O’Brien sucht auf New Sydney nach einer spurlos verschwundenen Bekannten. Nachdem Captain Sisko davon erfahren hat, beauftragt er Ezri, O’Brien bei der Suche zu helfen. Doch die beiden müssen schließlich eine schreckliche Entdeckung machen. - 6/10

http://www.imdb.com/title/tt0708623/
7.12 Die Tarnvorrichtung (The Emperor’s New Cloak)
Der Große Nagus wird im Spiegel-Universum als Geisel festgehalten. Quark und Rom sollen im Austausch für die Geisel dem Regenten eine Tarnvorrichtung liefern. - 6,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708542/
7.13 Freies Schussfeld (Field Of Fire)
Auf Deep Space Nine geschehen mehrere unerklärliche Morde. Ezri erhält von Sisko den Auftrag, den Täter zu finden. Dazu ruft sie den Mörder Joran, einen ihrer früheren Wirte, zu Hilfe. - 6,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708517/
7.14 Hirngespinst (Chimera)
Odo begegnet einem anderen Formwandler, der wie er selbst nicht dem Dominion angehört. Dieser will Odo überreden, mit ihm gemeinsam das Universum zu erforschen und eine neue Verbindung zu gründen. Doch dazu müsste Odo seine geliebte Kira verlassen. - 7/10

http://www.imdb.com/title/tt0708502/
7.15 Badda-Bing, Badda-Bang (Badda-Bing, Badda-Bang)
Der Gangster Frankie Eyes kauft das Hotel von Vic Fontaine und setzt diesen auf die Straße. Die Crew von Deep Space Nine muss entsetzt feststellen, dass dies im Holodeckprogramm so vorgesehen ist. Sie versuchen den Gangster aus dem Verkehr zu ziehen. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708560/
7.16 Unter den Waffen schweigen die Gesetze (Inter Arma Enim Silent Leges)
Dr. Bashir erhält Besuch von Sloane, dem Direktor der Sektion 31. Bashir soll auf einer wissenschaftlichen Konferenz auf Romulus Informationen für die Sektion 31 sammeln. Bashir weiht Sisko ein. Dieser bittet ihn, zum Schein auf Sloanes Vorschlag einzugehen. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708579/
7.17 Im Ungewissen (Penumbra (1))
Worf wird nach einer Schlacht mit dem Dominion vermisst. Sisko muss die Suche nach ihm abbrechen. Aber Ezri lässt sich nicht davon abbringen ihn zu suchen. Die Gründer suchen währenddessen verzweifelt nach einem Heilmittel für ihre Krankheit. - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708492/
7.18 Bis dass der Tod uns scheide (‘Til Death Do Us Part (2))
Kasidy hat eingewilligt, Sisko zu heiraten. Aber die Propheten sind gegen die Hochzeit. Kai Winn hat eine Vision, dass die Propheten den neuen Führer Bajors zu ihr bringen werden: Es ist Gul Dukat. Worf und Ezri werden noch immer von den Breen gefangengehalten. - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708607/
7.19 Eine sonderbare Kombination (Strange Bedfellows (3))
Ezri und Worf lehnen es unter Lebensgefahr ab, mit Weyoun zusammenzuarbeiten. Als von Deep Space Nine aus ein Angriff auf Septimus Drei erfolgt, bezieht Damar Position und stellt sich gegen das Dominion. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt0708617/
7.20 Im Angesicht des Bösen (The Changing Face Of Evil (4))
Ezri und Worf kommen dank Damars Hilfe mit dem Leben davon. Auch Sisko und seine Crew können sich bei einem Angriff auf das Dominion gerade noch aus der zerstörten Defiant retten. Kai Winn hingegen ist jetzt völlig in Dukats Hand. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708663/
7.21 Ein Unglück kommt selten allein (When It Rains … (5))
Damar ist mit Kira, Odo und Garak in Verbindung getreten. Gemeinsam wollen sie den Kampf gegen die Breen aufnehmen. Dr. Bashir sucht währenddessen fieberhaft nach einem Heilverfahren, das Odo retten soll. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0708608/
7.22 Kampf mit allen Mitteln (Tacking Into The Wind (6))
Noch immer versuchen die neuen Verbündeten Kira und Damar, in den Besitz der Geheimwaffe der Breen zu kommen. Worf gebietet währenddessen dem wahnsinnigen Treiben Gowrons Einhalt. Odos Zustand lässt das Schlimmste befürchten. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0708535/
7.23 Extreme Maßnahmen (Extreme Measures (7))
Dr. Bashir sucht verzweifelt nach dem Heilmittel, das Odos letzte Hoffnung ist. Dabei greift er zu extremen Maßnahmen: er verbindet sein Gehirn mit dem Gehirn von Sloan, dem Leiter der Extremisten-Organisation, die Odo infizierte. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt0708622/
7.24 In den Wirren des Krieges (The Dogs Of War (8))
Captain Sisko hat das Kommando über eine neue „Defiant“ übernommen. Quark soll der neue Ferengi-Anführer werden. Kira erkennt unterdessen, dass Damar durch seinen angeblichen Tod über Nacht zum Helden seines Volkes wurde. Sie drängt ihn, zum Widerstand aufzurufen. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0394907/
7.25 Das, was du zurücklässt – Teil 1 (What You Leave Behind (1))
7.26 Das, was du zurücklässt – Teil 2 (What You Leave Behind (2))
Kira, Damar und Garak gelingt es freizukommen. Die Cardassianer schlagen sich schließlich auf die Seite der Föderation. Unterdessen will Kai Winn die Pah-Geister aus den Feuerhöhlen befreien. Odo verbindet sich mit der Gründerin und bringt sie so dazu, den Krieg gegen die Föderation zu beenden. Unterdessen befreien Dukat und Kai Win die Pah-Geister. Captain Sisko muss seine Aufgabe als Abgesandter erfüllen und die Pah-Geister vernichten. - 10/10

Man muss dazu sagen, dass die letzten 15 Minuten dieser auch letzten Doppelfolge, die wohl besten/schönsten/traurigsten sind, mit der eine Star Trek-Serie jemals zum Abschluß gebracht wurde.  Man wird quasi auf einer Woge des Gefühls und der Erinnerung getragen, während die Bilder, grandios untermalt von einer sehr langen Version des bekannten "Deep Space Nine"-Themas, vor einem ablaufen und die Geschichte der Hauptfiguren bruchstückhaft nacherzählen. Und die allerletzte Szene rundet die ganze Serie vollends ab. Applaus.

Sonntag, 23. November 2014

Kon-Tiki (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1613750/

Kon-Tiki erzählt die die waghalsige und wahre Geschichte des norwegischen Naturkundlers Thor Heyerdahl, der 1947 mit fünf Gefährten eines der großen Geheimnisse der Völkerwanderung lösen will: Wie haben Menschen einst die abgelegenen Archipele Polynesiens besiedelt? Ein Ingenieur, zwei Funker, ein Kunstmaler und ein Ethnologe begleiten Heyerdahl auf einem nach uralter, südamerikanischer Tradition gebautem Holzfloß auf seiner gefahrenvollen Reise ins Ungewisse: Zwischen Peru, dem Ausgangspunkt der Expedition und ihrem Ziel erstreckt sich eine 7000 Kilometer weite gefahrenvolle Wasserwelt – und keiner der Männer an Bord ist ein ausgebildeter Seefahrer. Thor setzt für diese Reise alles aufs Spiel, sogar seine Ehe. Er muss sein Ziel erreichen.

Ohne mich vorher großartig mit Thor Heyerdahls Expedition beschäftigt zu haben, so war ich hier vom Rückseitentext der Blu-ray angetan. Meine Erwartungen waren auch nicht sonderlich hoch, einzig auf eine gute Unterhaltung hoffte ich. Und sieht man mal von der 08/15-Dramaturgie und dem relativ schwachen Anfang ab, bekommt man doch einen recht guten Abenteuerfilm zu sehen. Leider werden zu Beginn des Films die üblichen Klischees (Heyerdahl war natürlich schon seit der Kindheit ein todesmutiger Teufelskerl) bedient und der Protagonist wird vor die allgemeinen Probleme gestellt (kein Geld, keine Mannschaft, kein Glauben anderer Personen in ein Gelingen seiner Expedition), wie man es aus ähnlich gearteten Filmen kennt. Hier wird etwas Potential verschenkt und man kann nicht wirklich die Begeisterung Heyerdahls für den Beweis seiner These teilen. Danach beginnt jedoch die meiner Meinung nach stärkste Phase des Films. Die Zeit auf dem Floß. Kammerspielartig vor der großartigen Kulisse des Pazifischen Ozeans segelt die Mannschaft Richtung Polynesien - jedenfalls versucht sie das...

Kleine Machtkämpfe und Streitigkeiten innerhalb der Mannschaft, Probleme bei der Navigation des Schiffes und Angriffe durch Mutter Natur in Form von Hai, Wal und Sturm halten den Spannungspegel angenehm hoch. Dabei wirkt alles nicht zu übertrieben, sondern doch sehr authentisch. Einzig Heyerdahls stoischer Glaube, dass schon alles gut werden würde, erinnerte mich zeitweise eher an einen Verrückten, als an einen Abenteurer. Die große Stärke des Films ist jedoch nicht die Handlung, sondern die Kamera und die Effekte. Diese zeigen, dass auch europäische Produktionen auf hohem Niveau arbeiten können und sich nicht vor Hollywood verstecken brauchen. Ganz im Gegenteil - Die auftretenden Tiere und Unwetter sehen sehr natürlich und realistisch aus. Auch die Atmosphäre auf dem Ozean wird durch die Kamerafahrten und Wettereffekte sehr schön rübergebracht. Dadurch wird man visuell regelrecht in den Film hineingesogen und möchte am liebsten sofort mit dem Padelboot den Pazifik erobern. Alles in allem ein guter Abenteuerfilm ohne großes Drumherum, der mit schönen Bildern zu überzeugen weiß. Auf jeden Fall mal einen Blick wert...

7,5/10

Sharknado 2: The Second One (2014)

http://www.imdb.com/title/tt3062074/

Shark Happens: Die Macher von "Sharknado" legen eine Fortsetzung des Katastrophenfilms nach, in dem menschenfressende Haie in einem Tornado durch die Luft gewirbelt werden und arglose Passanten um ihr Leben fürchten müssen. Im zweiten Teil lassen The Asylum und SyFy die Mörder-Haie nun durch New York City fliegen. Und so ist es jetzt an Fin (Ian Ziering) und April (Tara Reid), die Stadt und ihre Bewohner vor den Sharknado-Attacken zu retten...

"Ich habe dem Hai direkt in die Augen gesehen. Er hatte eine Narbe über dem Auge! Er wusste, wer ich bin!" - April Wexler (Tara Reid)

"Sharknado" war bisher für mich das Hailight der Trashfilme, aber was "Sharknado 2: The Second One" abliefert, hat meine Erwartungen regelrecht explodieren lassen (im wahrsten Sinne des Wortes)! Ganz ehrlich, dieses eine einzige Mal sind mir jegliche Kritikpunkte scheißegal, denn "Sharknado 2" ist für mich nicht nur die neue Referenz im Trashgenre, die wohl lange nicht übertroffen werden wird, sondern auch noch einer der lustigsten Filme, die ich jemals gesehen habe! "Sharknado 2" übertrifft den Vorgänger in jeder Hinsicht und macht im Trashgenre zum ersten Mal wirklich alles richtig. Während der Vorgänger noch mit ein paar Längen zu kämpfen hatte, gibt es bei dem Sequel fast gar keine mehr. Und der Rest ist eigentlich genau so dämlich, wie man es bei so einem Film erwartet. Bei der Story geht man hier noch ein Treppe tiefer und sie ist teilweise wieder wirklich zum Fremdschämen. "Sharknado 2" hat sich ein paar spektakuläre Steigerungen einfallen lassen: Brennende Haie, die die Treppe runterlaufen(?), größere Kettensägen, Macheten, Baseballschläger, ein New York, in dem alle paar Sekunden das Wetter umschlägt, gleich 3 böse Sharknados, Wasser, das Fahrstuhl fährt und das sinnlose Highlight: ein Killeralligator, der in der Kanalisation erst die Arbeiter frisst, um danach von einem Hai gefressen zu werden. Immer wenn man denkt, dass der Film nicht mehr bekloppter werden kann, dann setzt "Sharknado 2" noch einen drauf. Besser kann man Trash eigentlich nicht inszenieren.

Trash-Wertung: 9/10
Real-Wertung: 5/10

Alle 4 Filme gibt es in der limitierten "Sharknado: The Ultimate Collection"-Box, inkl. Bonus-DVD mit Making-of und 3 Bonus-Filmen.

Samstag, 22. November 2014

Nymph()maniac - Nymphomaniac: Vol. II (Director's Cut) (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2382009/

Der zweite Teil umfasst nun die letzten dreieinhalb Kapitel von Lars von Triers zweigeteilten Drama über die bewegte Lebensgeschichte der Nymphomanin Joe (Charlotte Gainsbourg). Die seelisch und körperlich verletzte Frau wird vom alternden Junggesellen Seligman (Stellen Skarsgard) aufgenommen und gepflegt. Sie berichtet ihm in langen Gesprächen davon, wie sie in ihrer langweiligen Beziehung zu Jerome (Shia LaBeouf) verödete und plötzlich die Lust am Sex verlor. Aus der Verzweiflung heraus suchte sie den Sado-Maso-Künstler K (Jamie Bell) auf, um über den Schmerz zur Lust zurückzufinden, gleichzeitig  vernachlässigte Joe allerdings ihr Baby. Im Gespräch erfährt die verzweifelte Frau indes auch einiges über ihren geheimnisvollen Retter und dessen Geheimnis. Seligman ist nämlich asexuell; er hatte noch nie Sex, was ihm eine ganz eigene Perspektive auf Joes Lebenswandel ermöglicht...

Wesentlich ernster und kaum noch mit einem zwinkernden Auge oder gar zu verspielt knüpft "Nymphomaniac: Vol. II" an seinen Vorgänger an. Mir haben beide Teile sehr gut gefallen und ich bewerte sie auch nahezu gleich, aber der hier besprochenen zweite Teil ist anders, allerdings nicht schlechter. Irritierend fand ich nur die Umstellung der Schauspielerin (von Stacy Martin auf Charlotte Gainsburg), was natürlich auch die schnelle Alterung (durch den Stress etc.) Joes verdeutlich soll. "Nymphomaniac: Vol. II" fängt mit seiner tiefgründigen Bandbreite da an, wo der erste Teil aufgehört hat und umwebt sexuelle Neigungen mit geschichtlichen Hintergründen und dem Dafürhalten großer Denker und Visionäre, sodass der Zuschauer darauf vorbereitet ist, den emotionalen, großen Hintergrund in sich aufzunehmen, um zu verstehen, was derjenige glauben und fühlen muss, dem eine solche Last der Nymphomanie auferlegt wird, dazu verbannt sich von der Gesellschaft abzustoßen, um mit sich selbst ins Gleichgewicht zu kommen oder eben im Strom mitzuschwimmen, dafür dann aber nicht sein "Ich" ausleben zu können.


Die untypische Herangehendsweise des Films an Themen wie die Tabuisierung von Worten oder Pädophilie hat mir gefallen, da es - in  gewisser Weise - ein wohlüberlegte Meinung wiederspiegelt. Und dann war da natürlich noch die letzte Szene. Die Szene, die den Zuschauer einfach ein paar Sekunden regungslos dasitzen lässt. Es scheint, als hätte Joe einen selbst erschossen. Aber es spiegelt die Bürde einer (schönen) Frau wieder: sie möchte nur ihr Herz ausschütten, und den Zuschauer/Zuhörer an ihrem Leben teilhaben lassen und er sieht sie als (übertrieben gesprochen) Sexsymbol. Man weiß nicht genau, wann sich des Antagonisten asexuelles Wesen zu dem Monster gewandelt hat, das man gegen Ende sieht und natürlich handelt Joe naiv in dem Moment als sie zu einem Fremden nach Hause geht und ihm ihre Lebensgeschichte erzählt. Aber andererseits auch nachvollziehbar, kennt man das gesamte Konstrukt: Joe hat nur einen Freund gesucht, nicht mehr. Sie wollte jemanden in ihrem Leben, der ihr ernsthaft zuhört. Ja, einige der Szenen das Films scheinen tatsächlich übertrieben, allerdings schließen sie nicht die Möglichkeit aus, dass so etwas passieren könnte und auf mich wirkte der Film an keiner Stelle unrealistisch.


Lars von Trier spielt mal wieder mit der Erwartungshaltung des Zuschauers, wirft dessen Gefühle über den Haufen, manipuliert, schockiert, beleuchtet aus vielen Perspektiven und erweitert Blickwinkel, um dann letzten Endes alles wieder in sich zusammenstürzen zu lassen, wie ein mühselig aufgebautes Kartenhaus, bei dem auf jeder Karte ein intelligenter Satz steht. Ein Satz, den man in sich aufgesogen hat, der aber in der Tragik, die er einem hier wie Blei in den Magen gießt, ganz schnell wieder vergessen werden möchte.

Das macht von Trier wie immer in einer solch unkonventionell hochtrabenden Art, dass ich nicht wirklich weiß, ob ich ihn dafür loben oder schelten soll. Ist das Pseudo-Genialität? Denn ob man seine Filme nun mag oder nicht, von Trier gelingt es jedenfalls (und hier erneut), eine ganze Riege Hollywoodstars für seine fast schon dunkel wirkenden Machenschaften zu missbrauchen und er hebt sich selber von neuem auf eine höhere Stufe der Unberührbarkeit, als Thronsitz des scharfsinnigen dänischen Kinos. Das Gesamtwerk "Nymphomaniac" ist sicher ein Film, der sich unter Umständen wie ein Geschwür in der Magengegend des Zuschauers einnistet, dort für ziemliche Bauchschmerzen sorgt und außerdem mit seinem Ende blanke Fassungslosigkeit walten lässt. Fassungslosigkeit, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen will. Ob man das schön finden soll oder nicht; wer weiß. Aber er polarisiert sicher ungemein.

8,5/10

Escape From New York - Die Klapperschlange (1981)

http://www.imdb.com/title/tt0082340/

New York 1997: Manhattan wurde von der US-Regierung in ein völlig abgeschottetes Hochsicherheitsgefängnis verwandelt. In der früheren Weltstadt hausen gewalttätige Schattengestalten, den Broadway zieren abgeschlagene Köpfe. Als die Air Force One mitten in diesem Ghetto aus Anarchie und Gewalt abstürzt, muss jemand den US-Präsidenten retten. Nachdem alle militärischen Mittel versagen, fällt die Wahl für dieses Wahnsinnsunternehmen auf Snake Plissken, einen hochdekorierten Ex-Lieutenant, der wegen seiner Verbrechen im Zivilleben selbst zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Bei Erfolg kann er seine Weste reinwaschen. Um sicherzustellen, dass Plissken seine Mission auch erfüllt, werden ihm kleine Sprengkörper implantiert. Snake hat weniger als 24 Stunden Zeit, den Präsidenten und sich selbst zu retten.

John Carpenters grandios fotografierter Klassiker aus dem Jahr 1981 mit grandiosen Cast, angeführt von Kurt Russell, Lee van Cleef, Harry Dean Stanton, Ernest Borgnine, Donald Pleasence und Soul-Legende Isaac Hayes. Überzeugen kann der Film vor allem durch seine Atmosphäre. Carpenter zeichnet eine düstere, dreckige Zukunftsvision, die er auch gekonnt in Szene setzt. Die flackernde, schwache Beleuchtung, das Spiel mit Licht und Schatten, der bewusste Einsatz von Farbe und eine stilsichere Kamera lassen das dystopische New York des Jahres 1997 bedrohlich, trostlos und schmutzig wirken. Carpenter wusste schon immer ganz genau, wie er filmische Mittel einzusetzen hat und damit den Zuschauer in seinen Bann ziehen kann. Auch der herausragende, hämmernde Soundtrack trägt seinen Teil dazu bei und erzeugt ordentlich Stimmung. Für das vergleichsweise geringe Budget sieht der Film schon sehr gut aus und überzeugt durch seine Atmosphäre und sein kritisches Sci-Fi-Szenario von einem sich selbst überlassenem Megaknast.


Hauptdarsteller Kurt Russel spielt grandios, gerade weil er hier als fast schon legendärer Protagonist Snake Plissken eine Paraderolle spielt. Die anderen oben erwähnten Darsteller machen ebenfalls einen ordentlichen Job. Es scheint fast so, als hätte Carpenter in Donald Pleasence einen seiner Lieblingsakteure gefunden. Ein Wermutstropfen bleibt dennoch, denn die Charaktere des Films bieten leider kaum Charaktertiefe. Snake Plissken ist zwar ein unfassbar cooler Typ und eine ikonische Heldenfigur, die sehr gut in einen Actionfilm passt, aber über seine Vergangenheit oder seine Charakterzüge erfährt man reichlich wenig.


Noch flacher sind allerdings die Nebencharaktere, deren Charakterzeichnung selten über ihre Tätigkeit im Gefängnis bzw. ihren Beruf hinausgehen. Vor allem der Bösewicht ist völlig vergessenswert und schafft es nie, ein ebenbürtiger Gegenpart zu Plissken zu sein. Das grundlegende Szenario der Gefängnisstadt, aus der ein einzelner Mann den Präsidenten herausholen muss, ist dagegen klasse. Allerdings verliert sich das ganze relativ schnell in einer Mischung aus Schnitzel- und Verfolgungsjagd. Diese ist sehr klar, leider ziemlich vorhersehbar und wenig überraschend. Dennoch ist es eine Lust, Herrn Plissken bei der Arbeit zuzusehen.

Auch sind die Actionszenen recht ordentlich, wirken allerdings etwas "klein". Lediglich der Arenakampf ist ein Moment, der schon allein aufgrund seines Coolness-Faktors lange im Gedächtnis bleibt. Carpenter's Sci-Fi/Endzeit/Dystopie-Klassiker "Die Klapperschlange" bietet Spannung, eine großartige Inszenierung, einen tollen Score, tollen Cast und Kurt Russel in seiner besten Rolle. Er kann wunderbar (und auch immer wieder) unterhalten und durch seine Atmosphäre, die düstere Optik, die guten Darsteller und die coole Hauptfigur überzeugen. "Escape From New York" ist eine der wenigen Perlen des Actiongenres der 80er. Bezeichnenderweise stilprägend und gleichzeitig kommerziell weniger erfolgreich als seine vielen vielen hirnlosen Kollegen, die allein mit Bizeps und Geballer punkteten. Dieser Film hingegen zeichnet sich durch minimalistische Dialoge und einem tollen Synthi-Rock-Soundtrack aus. Und der ist und bleibt zeitlos, einfach genial.

"Call Me Snake" 

8,5/10

Freitag, 21. November 2014

How to Train Your Dragon 2 3D - Drachenzähmen leicht gemacht 2 3D (2014)

http://www.imdb.com/title/tt1646971/

Fünf Jahre später, nachdem die beiden Helden Hicks und sein Drache Ohnezahn die Drachen und Wikinger erfolgreich auf der Insel Berk zusammengeführt haben: während Astrid, Rotzbakke und der Rest der Gang sich gegenseitig im Drachenrennen (der neuen beliebten Sportart der Insel) herausfordern, fliegen die unzertrennlichen Freunde Hicks und Ohnezahn durch die Lüfte, um neue Welten zu entdecken. Als die beiden auf einer ihrer Abenteuerausflüge eine versteckte Eishöhle entdecken, in der hunderte neue wilde Drachen und der mysteriöse Drachenreiter zuhause sind, geraten sie in einen Kampf, den Frieden auf Berk zu bewahren. Hicks und Ohnezahn müssen zusammenhalten und sich für das einsetzen, woran sie glauben. Dabei erkennen sie, dass sie nur zusammen die Kraft haben, die Zukunft für die Menschen und Drachen zu verändern.

Der Film setzt (mit ein wenig Zeitversatz) nahtlos an den ersten Teil an, genauso wunderschön animiert, genau so interessant. Alles ist ein klein wenig erwachsener geworden: die Charaktere sind wirklich toll um 5 Jahre gealtert und auch sonst ist glaubhaft dargestellt wie sich alles in den 5 Jahren verändert haben könnte. Auch wenn man -
wie ich - den ersten Teil schon eine kleine Weile nicht mehr gesehen hat, so kommt man unglaublich schnell wieder in die Story rein.

"Drachenzähmen leicht gemacht 2" war für mich stellenweise etwas besser, andererseits aber auch etwas überladen, was dazu führt, dass beide Filme in etwa auf dem gleichen hohen niveau agieren, der zweite aber nur deswegen einen halben Punkt verliert, weil eben alles nicht mehr ganz so neu und frisch erscheint. Eine große Stärke des Vorgängers war diese Leichtigkeit, dieses Zeit lassen für die Charaktere und deren Annäherungen. Das geht hier auf Kosten von mehr Action und mehr "Handlungssträngen" etwas verloren.

Was mich dann etwas stört, ist, dass die Geschichte von einem Höhepunkt zum nächsten getrieben wird. Da gehts mit der recht beiläufig erwähnten Tatsache der Nachfolge als Stammesführer los, dann die Drachenfänger, man findet seine totgeglaubte und verlorene Mutter, dann der gigantische Alpha-Drache, ein sterbender Vater, ein sich wandelnder Freund Ohnezahn, der Alphadrachen-Kampf, Alphadrachen-gegen-Ohnezahn-Finale und so weiter. Es ist toll, aber eine Winzigkeit zu viel für einen Film. Da wünschte ich mir etwas mehr Ruhe und Zeit für die tollen Charaktere und die neuen Drachen sowieso. Aber gut, wenn dieses eher strittige Argument das Einzige ist, was ich so Negatives an diesem ansonsten wirklich unterhaltsamen Animationsfilm finde, sagt das auch alles über seinen Charakter aus. Er ist ohne Zweifel eine würdige Fortsetzung und auf jeden Fall spannend, lustig und niedlich zugleich.

8/10

Donnerstag, 20. November 2014

Nymph()maniac - Nymphomaniac: Vol. I (Director's Cut) (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1937390/

An einem kalten Winterabend findet der charmante, ältere Junggeselle Seligman (Stellan Skarsgård) eine halb bewusstlose, zusammengeschlagene Frau namens Joe (Charlotte Gainsbourg) in einer dreckigen Seitenstraße. Er nimmt sich ihrer an, bringt sie zu sich nach Hause und pflegt die Schwerverletzte. Als diese irgendwann wieder zu sich kommt und Joe ihre Wunden behandelt, fragt er sie was geschehen ist. Joe fängt an, Seligman ihre Lebensgeschichte zu erzählen, ohne jegliche Scheu vor dem fremden Mann zu haben. Eingeteilt in acht Kapitel erzählt sie ihren Werdegang von der Geburt bis zu ihrem fünfzigsten Lebensjahr. Die eigene Lebensdiagnose als Nymphomanin ist geprägt von mannigfaltigen Facetten und erotischen Erlebnissen. Die mit Anekdoten gespickten Geschichten zeugen von ihren tief verborgenen Emotionen und Bedürfnissen...

Lars von Trier ist der Regisseur, der einen mit seinen Filmen immer tiefer in die Abgründe der menschlichen Psyche führt und "Nymphomaniac" bildet hier defintiv keine Ausnahme. Es ist ein Film, der seltsam beginnt: nämlich mit einem 2-minütigem Schwarzbild, ohne Geräusche, ohne alles - und man gerät schon ins Grübeln, ob die Blu-ray nicht kaputt sei, da entstehen langsam weiche, ruhige Bilder von Regen, der Wänder herunterläuft  oder auf den Deckel einer Mülltonne prasselt, nur um im nächsten Moment dröhnend von Rammstein mit "Führe mich" zerbrochen zu werden. So beginnt "Nymphomaniac: Vol. I".

Geht es ums Fischen? Geht es um Sex? Ist alles nur ein gewaltiges sprachliches Bild? Waren die hochgesteckten Ankündigungen übertrieben? Mann muß ehrlich sagen, "der Tabu-Film schlechthin" ist "Nymphomaniac: Vol. I" sicher nicht geworden, Lars von Trier hat schon pornografischere und weitaus brutalere Filme gedreht. Und das, obwohl die Sexszenen tatsächlich äusserst explizit und dadurch nicht nur fast pornographisch sind. Dennoch ist der Film eher ein Leidensweg über eine emotional völlig kaputte Frau, die ganz hervorragend von Charlotte Gainsbourg (die ältere Version) und von Stacy Martin (die jüngere Joe) verkörpert wird. Uma Thurman (deren Episode die wohl skurrilste ist, die ich jemals in einem Film sehen konnte - es war wie ein Autounfall, man konnte einfach nicht wegsehen) sticht hier allerdings em Meisten heraus, aber auch von Shia LaBeouf war ich wirklich positiv überrascht - vor allem, weil ich von ihm rein gar nichts halte. Die Inszenierung ist, im Kontext gesehen, sicher großartig, da die einzelnen Episoden so herrlich unterschiedlich gestaltet sind und dann dazwischen immer wieder durch die nüchternen, aber absolut treffsicheren Dialoge zwischen Joe und Seligman "unterbrochen" werden.


Der von Seligmann angestellte Vergleich von Sex und Mathematik, Fischen und Musik fand ich überaus interessant und seine Erklärungen wirkten immer - und auf eine seltsame Art - tatsächlich noch irgendwie wissenschaftlich. Ich habe nach all den schlechten Kritiken im Netz ein unnötig provokanten Film erwartet, der mehr eingängig als vielseitig ist. Aber ich wurde überrascht - und das im positivsten Sinne. Sehr nachvollziehbar und unvoreingenommen durchdringt der Film nur langsam den Weg ins Extreme. Und spätestens seit "Anti-Christ" ist man von Lars von Trier ja wesentlich Schlimmeres gewohnt. Trier verdient seine Anerkennung dadurch dass er seinen Titel als Meister der Symbolik gerecht wird und überhaupt zieht sich der rote Faden mit einem Tempo durch die Geschichte, was man von seinen Filmen eigentlich nicht gewohnt ist. Aber es geht ja um die Darstellung, Präsenz und Wirkung eines bestimmten Bildes. Der Film hat so einen durchaus interessanten Stil, und man muss von Trier einfach mal zugute halten, dass er tatsächlich recht detailverliebt ist. Außerdem wird hier wirklich eine faszinierende Atmosphäre erschaffen, die dann vor allem gegen Ende (des ersten Teils) hin ein ziemlich ungutes Gefühl beim Zuschauer verursacht.


Über "Nymphomaniac: Vol. I" (und sicher auch das Gesamtwerk) lässt sich definitiv diskutieren, aber der beworbene "Skandal" liegt nicht bei den Sexszenen, sondern vielmehr beim Inhalt und den grandiosen Dialogen. Man bekommt hier einen sehr interessanten und andersartig inszenierten Film geboten mit wirklich tollen Schauspielern und vor allem das Ende und die "Vorschau" im Abspann lässt einen hier noch so Einiges im zweiten Teil erwarten! Sicherlich ist der Film Geschmackssache, aber ich freue mich definitiv auf die Fortsetzung!

9/10

Mittwoch, 19. November 2014

Pineapple Express (Unrated) - Ananas Express (Superbreit Edition) (2008)

http://www.imdb.com/title/tt0910936/

Der dauerbekiffte Dale lässt sich immer nur dann notgedrungen zu einem rein geschäftlichen Kurzbesuch bei seinem lakonischen Dealer Saul herab, wenn er mal wieder Nachschub braucht. Denn Saul versorgt ihn mit seinem Premium-Produkt – einer neuen, überaus seltenen Züchtung Gras namens Ananas Express. So weit, so gut. Doch als Dale eines Abends zufällig der einzige Zeuge eines Mordes wird, in den eine korrupte Polizistin und der gefährlichste Drogenbaron der Stadt verwickelt sind, ergreift er die Flucht und lässt in seiner Panik dummerweise eine Tüte Ananas Express am Tatort zurück. Schnell finden die Gangster heraus, woher das rare Zeug stammt, und heften sich an die Fersen von Dale und Saul, die ab jetzt auf ihrer Abschussliste ganz oben stehen. Während die beiden Kiffer um ihr Leben rennen, entdecken sie, dass sie nicht nur an Gras bedingter Paranoia leiden, sondern diesmal wirklich Grund zur Sorge haben. Und noch etwas Überraschendes finden Dale und Saul heraus: Falls es ihnen gelingt, diese Nacht heil zu überstehen, könnten sie eventuell sogar richtig gute Freunde werden.

Das Duo Seth Rogen und James Franco entwicklen sich von Film zu Film immer mehr und mehr zu meinen Lieblings-Comedy-Duo. Und wenn dann noch Danny McBride mitmischt, ist es nahezu perfekt. "Pinapple Express" ist eine Paradebeispiel dafür. Denn diese völlig verplante, übertriebene, weltfremde, von verrauchtem Allerlei aus Belanglosigkeiten getragene Story über einen der zur falschen Zeit am falschen Ort war, erspielt sich nach und nach immer mehr den Weg in mein Lieblingsfilm-Herz. Weil es anstatt sich abzunutzen jedes Mal mehr Spaß macht, Rogen und Francos Odyssee durch die vernebelten Straßen von L.A. zu begleiten. Man kann "Pineapple Express" natürlich primär als Frontal-Komödie mit fragwürdigem Humor und Weltbild empfinden. Man kann jedoch auch etwas unter die Oberfläche schauen, denn wirklich groß wird der Film durch die kleinen, exakt beobachteten und umgesetzten Nuancen, die man schnell verpassen kann.

Denn alles, was die zwei liebenswerten Freaks auf ihrer Reise an verpeilten Dingen tun scheint präzise an die Sinnlosigkeit der Entscheidungen von Leute angelehnt, die den ganzen Tag stoned sind. Wenn überhaupt mal von A nach B gedacht wird, bleiben die Zwei meistens irgendwo auf dem Weg in THC-verklebten, wirren Gedankenwindungen kleben: das fängt an, wenn die beiden den aufmüpfigen Red mit Duct-Tape an einen Stuhl fesseln und dabei (ganz wichtig) noch die Haare fixieren. Oder wenn sie, so schnell es geht, die Flucht ergreifen und dabei halt den Kumpel im Polizeiwagen vergessen. Oder eben große Pläne für die Lösung der Probleme schmieden, aber mit laufendem Radio im Auto (für 18 Stunden!) einpennen und somit natürlich die Batterie den Weg alles Irdischen gehen lassen.

Es lässt sich schwer in Worte fassen warum - aber Autoren Judd Apatow, Seth Rogen und Evan Goldbergh treffen skriptseitig eigentlich ohne Pause voll ins Schwarze und sorgen so für einen Brüller nach dem Anderen. Die Liste an Fails ist endlos, aber wer würde auch sein Leben vor schießenden Gangstern schützen, wenn er noch seiner Oma im Altenheim die Uhren umstellen muss? Dazu noch das dauerhafte Geschwafel über Gott und die Welt, was einfach verkiffter Schwachsinn ist (den der Redende aber als ultra-philosophisch ansieht), die omnipräsente Homoerotik, die Skurrilität, Überdrehtheit und Wahnsinn und neben dem Dialogwitz auch noch beknackte Gags am laufenden Band machen "Ananas Express" zu einem grandiosen FIlmspaß. Feuer frei.

8,5/10

The Patriot - Der Patriot (Extended Version) (2000)

http://www.imdb.com/title/tt0187393/

South Carolina, 1776. Der Witwer Benjamin Martin (Mel Gibson), ein Veteran des blutigen Feldzugs gegen die Franzosen und die Indianer, lebt mit seinen sieben Kindern zurückgezogen auf seiner Plantage. Mit dem drohenden Krieg gegen die Engländer will der friedfertige Familienvater nichts zu tun haben. Doch als sich Benjamins idealistischer Sohn Gabriel (Heath Ledger) seinem Vater zum Trotz der kontinentalen Armee anschließt und der englische Colonel Tavington (Jason Isaacs) Gabriels jüngeren Bruder Thomas (Gregory Smith) in einem Akt grausamer Willkür erschießt, kann sich auch Benjamin dem Krieg nicht länger entziehen. Gemeinsam mit Gabriel führt er eine tapfere Rebellen-Miliz in den Kampf gegen die übermächtige englische Armee. Dabei entdeckt der Held wider Willen, dass er seine Familie nur beschützen kann, indem auch er für die Freiheit seiner jungen Nation kämpft...

Roland Emmerich versucht sich an einem Historienfilm und obwohl er sich nicht wirklich an auch nur irgendwelche historischen Fakten hält, so ist ihm dennoch ein spannender und gleichzeitg interessanter Film gelungen. Er verknüpft dabei die Ereignisse des Unabhängigkeitskrieges recht geschickt mit einer zusätzlichen fiktiven (und auch berührenden) Familiengeschichte. Meiner Meinung nach fand Emmrich auch irgendwie genau die richtige Mischung, um ebenso eine fesselnde Geschichte zu erschaffen.

Der Cast des Filmes ist dabei tatsächlich gut gewählt: Mel Gibsons tragende Leistung ist mehr als überzeugend. Er spielt die Rolle des Familienvaters ebenso so gut wie die des Soldaten. Er bringt die Gefühle Martins, all die Wut, die Trauer und den persönlichen Schmerz sehr gut zur Geltung. Jason Isaacs zeigt ebenfalls eine sehr starke Leistung als herzloser Brite Tavington. Allein seine bösartigen Mimiken sind grandios! Und Heath Ledger als Benjamins ältester Sohn liefert auch eine solide und glaubwürdige Darstellung ab. Aber die wohl zu Tränen rührendste Szene hat die kleine (damals 8-jährige) Skye McCole Bartusiak, als sie ihrem Vater hinterherruft, er möge nicht gehen. Auch der Soundtrack ist recht gut gelungen, aber natürlich kein Vergleich zu anderen Genrevertretern wie beispielsweise "Gladiator" oder "Braveheart". Dennoch gibt er den richtigen passenden Beigeschmack zur jeweiligen Situation. Wer sich hingegen am durchaus triefenden Patriotismus stören sollte, der sollte einmal ganez genau darüber nachdenken, ob der Titel des Films bei der Vorauswahl zum Ansehen vielleicht schon geholfen haben könnte.

"Der Patriot" ist meiner Meinung nach einer von Emmerichs besteren Filmen. Die (in der "Extended Verson" fast 3-stündige und trotzdem nie langweilige) Story weiß bis zum Ende bestens zu unterhalten und hält einige dramatische Momente bereit. Die Schlachten haben Tempo und sind zu keiner Zeit langweilig oder gar zu übertrieben dargestellt. Wer sich für so etwas begeistern kann ist hier definitv gut aufgehoben. Roland Emmerich hat ein tolles Historien-Epos inszeniert, ein stark gespielter, wuchtiger, packender, emotionaler und auch  blutiger Film.

7,5/10

Jin líng shí san chai - The Flowers Of War (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1410063/

13. September 1937: Die frühere Hauptstadt Chinas, Nanjing, wird zu Beginn des zweiten Chinesisch-japanischen Krieges von japanischen Truppen überrollt, die an der zivilen Bevölkerung ein unbeschreibliches Massaker anrichten. Wie durch ein Wunder bleibt der amerikanische Leichenbestatter und leidenschaftliche Trinker John Miller (Christian Bale) in den Wirren der Invasion unverletzt und rettet sich in eine westliche Kirche. Hierhin findet auch eine Schar traumatisierter Schüler. Um sie zu schützen gibt Miller sich als Priester aus. Die Scharade funktioniert zunächst auch. Doch als 13 Prostituierte unter Führung von Yu Mo (Ni Ni) Zuflucht suchen, spitzt sich die Lage dramatisch zu...

Kriegsfilme scheitern meist an ihren eigenen Ansprüchen, eben den Krieg als die Hölle auf Erden darzustellen. Und wenn nicht Regisseur Yimou Zhang, bekannt für Filme wie "Hero" oder "The House Of Flying Daggers" die Zügel in der Hand gehalten hätte, so wäre auch "The Flowers Of War" sicherlich in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. Doch Yimou gibt in seinem Kriegsdrama genug Potenzial, herbe Diskussionen zu entfachen. So bedient er sich mehr als einmal an den typischen Konventionen des Kriegsfilmes, in dem sich die eigenen Landsleute als heldenhaft und für die richtigen Werte kämpfend geben, die gegenerische Partei das Böse darstellt und der Protagonist (fantastisch gespielt von Christian Bale) die unvermeidliche Wandlung vom Tölpel zum Helden wider Willen durchmacht. Sicher, das kennt man aus vielen anderen Filmen, aber hier ist die Entwicklung das Spannende. Besonders da seine Figur an sich nicht so interessant ist, er aber trotzdem so viel daraus macht.

Zudem konnte er sich wohl nicht verkneifen, die Kampfszenen mit stilvollen Zeitlupenaufnahmen zu ergänzen, welche dem Ganzen eine grenzwertige Note verpassen, die sich vom Gefühl her am ehesten mit Vertretern der Filme vergleichen lässt, die unter pompösen Gedudel den getroffenen und fallenden Helden wieder und wieder aus zig-tausend Perspektiven zeigen, was allerdings das Ambiente des Kriegsfilmes als doch sehr zweifelhaft erscheinen lässt. "The Flowers of War" ist teilweise ziemlich blutig und manchesmal muss man schon kurz schlucken. Das ist aber nie nur Effekthascherei. Kritisieren kann man da vielleicht, dass der Film ein paar mal zu sehr in Richtung Action geht.

Dennoch folgt auf jede noch so überinszenierte Szene (und gerade dieser Aspekt hebt den Film doch um Welten gegenüber einigen Mitstreitern des Genres jüngster Jahre ab: gefühlstechnisch versteht es der Regisseur beängstigend genau, gewisse Emotionen beim Zuschauer hervor zu rufen, woran der wunderbare Soundtrack aus der Feder Qigang Chen's nicht ganz unerheblich ist) mindestens eine, welche jedwedes Erstaunen über den Bildersturm (welcher sogar vor diversen Yimou-typischen Farbspielereien nicht zurück hält) im Nu zunichte macht und in einem dicken Kloß im Halse des Zuschauers mündet. So ergibt sich eine eigensinnige Konvergenz aus Schönheit und absolutem Grauen inmitten des Krieges. Doch macht gerade diese Unvereinbarkeit der Dinge den Reiz des Filmes aus. 

Der Film stimmt also durchaus nachdenklich; die die Story ist enorm bewegend, zugleich aber auch äußerst unterhaltsam. Und vor allem optisch ist "The Flowers Of War" purer Genuss, die sagenhaften Bilder und die packende Stimmung machen den Streifen zu einem ganz besonderen Film, den ich ohne Zweifel weiterempfehlen kann. 

7,5/10

Sonntag, 16. November 2014

The Hobbit: The Desolation Of Smaug 3D - Der Hobbit: Smaugs Einöde 3D (Extended Edition) (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1170358/

Fast ein Jahr ist es her, dass ich im Kino saß, voller Erwartungen auf den zweiten Teil der Saga um den Hobbit Bilbo Beutlin. Nun ist wieder beinahe Weihnactszeit und es ist wieder Zeit für einen Besuch in Mittelerde. Die erweiterte Fassung des Films, mit der man nun schon fest rechnet, ist endlich da und zeigt noch etwas mehr von Mittelerde - und ich bin - wie schon die Jahre zuvor - völlig fasziniertund verweile gespannt stolze 186 Minuten bei den Halblingen und Elben.

Nachdem der Hobbit Bilbo Beutlin (Martin Freeman), Inbegriff der Gemütlichkeit, in "Der Hobbit: Eine unerwartete Reise" seine warme Stube im Auenland gegen Widrigkeiten und Fährnisse aller Art eintauschte, indem er Gandalf dem Grauen (Ian McKellen) und den 13 Zwergen Balin (Ken Stott), Dwalin (Graham McTavish), Bifur (William Kircher), Bofur (James Nesbitt), Bombur (Stephen Hunter), Fili (Dean O’Gorman), Kili (Aidan Turner), Oin (John Callen), Gloin (Peter Hambleton), Nori (Jed Brophy), Dori (Mark Hadlow) und Ori (Adam Brown) unter Führung von Thorin Eichenschild (Richard Armitage) eher widerwillig folgte, um ihnen als Dieb zu helfen, den Schatz der Zwerge zurückzuerlangen, den der Drache Smaug (im Original gesprochen von Benedict Cumberbatch) einst raubte und nun im Berg Erebor bewacht, konnte er sich mittlerweile nach anfänglicher Skepsis seitens der Zwerge mehrfach beweisen. Mit List und Geschick hat Bilbo Gollum (im Original gesprochen von Andy Serkis) den Einen Ring entwendet und mit dessen Hilfe tödliche Gefahr abwenden können. Nun ist das Nebelgebirge überwunden und die Orcs durch das plötzliche Erscheinen gewaltiger Adler außer Zugriffsweite. Ohne Gandalf, der Wichtiges im Süden zu erledigen hat, machen sich der Halbling und die Zwerge weiter auf den Weg. Vor ihnen liegt der finstere Düsterwald, in dem sie unliebsame Bekanntschaft mit Riesenspinnen machen, die sie gefangen nehmen, und denen sie beinahe zum Opfer fallen. Wieder ist es an Bilbo, den Retter zu geben. Auch andere Bewohner des Düsterwaldes, die Waldelben, sind ihnen nicht unbedingt wohl gesonnen, und Bilbo muss ein weiteres mal mithilfe des Ringes eingreifen. Nach weiteren Abenteuern gelangen sie über die Seestadt Esgaroth nach Erebor. Hier nun muss Bilbo beweisen, ob es ihm gelingt, die geheime Tür ins Innere des Einsamen Berges zu finden, um Smaugs Einöde ein Ende zu bereiten...


Bei einer Differenz von rund 25 Minuten bekommt man diesmal jede Menge an Zusatzmaterial zu sehen und tatsächlich wertet die "Extended Version" den Film noch viel deutlicher auf, als es beim Vorgänger der Fall war. Die tatsächliche Dauer der neuen Szenen ist sogar etwas länger, denn es wurden - was ungewöhnlich ist - auch ein paar wenige kurze Szenen der Kinofassung entfernt. Diese Fehlmomente sind eben aufgrund der sinnvollen Handlungserweiterungen zu verkraften und eher darauf zurück zu führen, dass das Thema der jeweiligen Szene in den Zusatzszenen ausführlicher aufgegriffen wurde.

Am auffälligsten sind wohl die Stellen, durch welche Nebenfiguren deutlich mehr Charaktertiefe bekommen. Der in der Kinofassung zu Beginn nur am Rande vorkommende Beorn kommt in zwei längeren Erweiterungen vor, welche vorwiegend seine Stärke demonstrieren. Außerdem erfährt man in seinem Gespräch noch etwas mehr über die Machtspielereien in Mittelerde und allgemein sind die in der Landschaft von Neuseeland gedrehten Szenen schön anzusehen. Gleich mehrere längere Gespräche zwischen Alfrid und seinem Meister sind in Laketown dazu gekommen, auch hier werden die politischen Interessen einzelner Parteien schön herausgearbeitet. Zudem fallen schon von Beginn an diverse Flashback-Sequenzen auf, welche ebenfalls eine viel bessere Einordnung in den Gesamtkontext der epischen Geschichte ermöglichen. Die Beerdigung des Nazgul-Anführers wird gezeigt und der den Vorgänger einleitende Kampf, bei dem Thorins Vater Thrain mutmaßlich gefallen ist, wird mehrfach referenziert.


Letzteres hat auch einen anderen Grund, womit man zu dem kuriosen Punkt digitaler Bearbeitungen kommt: Nur in der "Extended Version" findet Gandalf in Dol Guldur Thrain, der überlebt hat und scheinbar verrückt geworden ist. Als Azog dann angreift, sind vereinzelt die gleichen Einstellungen zu sehen, aber eben einmal mit (Extended Fassung) und einmal ohne Thrain (Kinofassung) im Bild. So sehr es grundsätzlich schon ganz nett ist, dass dieser Handlungsstrang auch zu Ende geführt wird, aber man kann man leider auch attestieren, dass dies letztendlich auch etwas hastig abgehandelt wird. Hinzu kommen zuletzt noch ein paar sonstige Erweiterungen drumherum, zu denen man kurze zusätzliche Sätze hier und da, aber eben auch die Einführung von Thrain in Dol Guldur zählen kann. Besonders hervorzuheben ist in jedem Fall die zusätzliche Sequenz im Mirkwood-Wald, bei der die psychedelische Atmosphäre, welche auch bei der Buchvorlage ausführlich beschrieben wird, sehr schön zur Geltung gebracht wurde. Hier taucht dann auch die Szene mit dem weißen Hirsch wieder auf.

Den kompletten Schnittbericht gibt es wie immer hier: schnittberichte.com. Aber die erweiterte Fassung ist in jedem Fall einen Kauf oder zumindest Blick wert. Denn zumindest ich kann nie genug oder zuviel von der grandiosen Welt Mittelerdes sehen.

9/10