Dienstag, 29. April 2014

Ice Age: Continental Drift 3D - Ice Age 4: Voll verschoben 3D (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1667889/

Das Mammut Manny, der Säbelzahntiger Diego und das Riesenfaultier Sid begeben sich auf ihr größtes Abenteuer. Durch eine Katastrophe wird die Kontinental-Verschiebung in Gang gebracht. Natürlich zieht auch diesmal der Unglücksrabe Sid das Unheil magisch an und die Freunde landen getrennt von ihrer Herde auf einem einsam dahintreibenden Eisberg. Diesen funktionieren sie aus ihrer Not heraus zu einem Schiff um und begeben sich damit auf ihr erstes Hochsee-Abenteuer. Doch wer glaubte, dass wütende Neanderthaler, hungrige Tiger und fiese Dinosaurier schon schlimm waren, der hat noch nicht die exotischen Wassermonster gesehen, welche den drei Freunden in Ice Age 4 auf ihrer Reise begegnen. Als dann auch blutrünstige Piraten am Horizont auftauchen, bleibt der Eisberg-Besatzung nur eine Hoffnung: Eine neue Welt zu entdecken.

Die Idee des vierten Teils ist originell, wenn auch nicht vollkommen neu oder unerwartet, denn irgendwie schwimmt der Film auf der Jack-Sparrow-Welle einfach mit. Große, überraschende Wendungen bleiben im Film eher aus, das heißt, die Vorgänge und Handlungen sind größtenteils vorhersehbar. Trotzdem war die Story nicht schlecht, die Piraten brachten eine gewisse Gewürze in die Sache, zusätzlich zu der eigentlichen Geschichte um die Kontinentalverschiebung. Die Vorhersehbarkeit macht den Film aber nicht weniger attraktiv! Die Witze stimmen und ich konnte oft herzlich lachen. Sids Oma, die Piraten und auch Teenie-Tochter Peaches bieten guten Stoff für neue Witze und Lacher. Nicht zuletzt die niedlichen Tierchen auf der neu entdeckten Insel, die einfach nur knuffig waren!

Tatsächlich kann Ice Age 4 auch mit einer ganz ordentlichen Action aufwarten. Dass die Animationen hier hervorragend sind, muss man wohl nicht erwähnen. Spannende Kämpfe und Rettungsaktionen zogen mich in ihren Bann und können schlichtweg unterhalten. Etwas genervt war ich allerdings von Scrats unermüdlichen Suche nach seiner Nuss. Ich weiß, dieses kleine Vieh ist ein Running-Gag der ersten Stunde und für manche Vorgänge im Film einfach unerlässlich, aber so langsam geht mir das doch auf die Nerven. Kann der nicht irgendwann seine doofe Nuss einfach mal kriegen? Auch etwas irritiert war ich auch von der Gesangseinlage der Piraten. Meiner Ansicht nach passte dies nicht in einen Ice Age-Film, auch wenn er von Pixar und damit eigentlich aus dem Hause Disney stammt. Disney ist für die musikalische Gestaltung seiner Filme ja bekannt, aber das hätte hier nicht sein müssen.

Diese beiden Punkte sind aber nur kleine Kritikpunkte, denn unterm Strich bleibt Ice Age einfach eine liebwenswerte und gleichzeitig witzige Reihe, die man sich imemr mal wieder ansehen kann.

6,5/10

Montag, 28. April 2014

Commando - Phantom Kommando (1985)

http://www.imdb.com/title/tt0088944/

John Matrix, ehemailger Elitesoldat, hat sich zurückgezogen und lebt mit seiner Tochter in den Bergen. Doch eines Tages taucht General Kirby, dein ehemaliger Vorgesetzter, bei ihm auf, um ihn zuz warnen: Irgendjemand hat es auf Johns ehemalige Einheit abgesehen, viele seiner ehemaligen Kameraden wurden bereits getötet. Wenig später erscheinen wirklich einige Männer, die John samt Tochter entführen, weil ein abgesetzter Diktator eines südamerikanischen Landes wieder an die Macht will, und John soll den aktuellen Präsidenten umbringen. Seine Tochter benutzen die Terroristen hierbei als Druckmittel, denn sollte der Präsident nicht getötet werden, werden sie seine Tochter ermorden.

General Kirby: "Keep on the airwaves and let me know if you hear anything unusual" - "I'll keep at it. What are you expecting?" - "World War Three"

Ich liebe diesen Film. So herrlich (unfreiwillig) lustig und übertrieben brutal, ein Filmfehler jagt den nächsten und dazwischen Arnie, der als sprücheklopfende One-Man-Army gegen ein ganzes südamerikanisches Platoon kämpft. Ja, solche Filme gibt es leider nicht mehr. Übergroße Muskeln, große Schießeisen, geile Sprüche, übertriebene Gewalt und Techno-/E-Gitarrenmix Soundtracks. Wen interessiert da die Logik hinter der Story, die zeitliche Komponente oder gar die Intention der Figuren? Hier geht es nur um eins: Action. Und die gibt es reichlich. Dafür muss der Film auch mit knapp 90 Minuten nicht ausufern und erzählt kurz und knapp genau das was der Fan sehen will und braucht. Kein überflüssiges Gelaber, sondern Taten! Für mich iner der besten Hirn-raus-Film-rein-Filme aller Zeiten.

Auf englisch ist der Film ein wahrer Genuß: Schwarzenegger: "Remember, Sully, when I promised to kill you last" - "That's right, Matrix! You did!" - "I lied." - oder auch sehr nett: General Kirby: "Leave anything for us?" - Schwarzenegger: "Just bodies."

7,5/10

Im Rahmen der "Limited CINEDITION"-Reihe von FOX kam auch dieser Film in den Genuß der schicken Mediabook-Aufmachung mit Lenticular-Front, Sentitype und Booklet. Diese ist allerdings schon seit Ewigkeiten ausverkauft.


Samstag, 26. April 2014

Batman Returns - Batmans Rückkehr (1992)

http://www.imdb.com/title/tt0103776/

Batman (Michael Keaton) sieht sich in einem zweiten Kinoabenteuer "Batmans Rückkehr" gleich drei Widersachern gegenüber: Max Shrek (Christopher Walken) will Gotham City schröpfen, um seine Gier nach Macht zu befriedigen. Als seine Sekretärin Selina Kyle (Michelle Pfeiffer) seinen dunklen Machenschaften auf die Spur kommt, stößt er sie eiskalt in den Tod. Aber die verstörte Selina kommt wieder, mit einem großen Miau! Der Pinguin (Danny DeVito), der mit der Unterstützung von Max Shrek sein monströses Wesen vor den Bewohnern Gothams verbirgt, um als Bürgermeister Oswald Cobblepot gewählt zu werden, komplettiert die Riege der Schurken, denen Batman das Handwerk legen will. Dabei kommt ihm jedoch sein Doppelleben in die Quere. Bruce Wayne verliebt sich in Selina Kyle - können Batman und Catwoman jemals aufhören, sich zu bekämpfen?

Tim Burton bekam für diese Fortsetzung keine Studiovorgaben mehr und konnte diesmal alles nach seinen Vorstellungen verwirklichen. Das Ergebnis ist alles andere als eine normale Comicverfilmung. "Style Over Substance" wird hier enorm groß geschrieben und der Film überzeugt visuell wie kein anderer Batman. Tim Burton tobt sich hier aus als wäre es eine Kunstausstellung. Bei keiner anderen Batmanverflimung gefällt mir die Atmosphäre so sehr wie hier. Das ganze wird begleitet von Danny Elfman's Soundtrack, welcher auf jeden Fall zu den besten seiner Stücke gehört. An kaum einem Film kann man die Macht des Erfolgs besser ablesen können, als an "Batman Returns".

Die Musik setzt ein und der ersten Schneeflocken fallen vom Himmel...und man fühlt sich sofort angenehm eingelullt. Was folgt ist ein kunterbunter Knallbonbon, der zu keinem Moment langweilig wird, vor absurden Bildern und Ideen nur so sprüht und trotzdem auf seine Art eine gewisse Bedrohlichkeit aufweisen kann. Große Kritik erntete der Film damals aufgrund seiner brutalen Szenen und mancher obszönen und nicht jugendfreien Aussagen. Und tatsächlich kann sich Danny DeVito hier so richtig gehen lassen und einfach das Arschloch des Films sein. Und das gelingt ihm hervorragend denn ich könnte mir keinen anderen Schauspieler vorstellen der den Pinguin spielen könnte außer Danny DeVito. Er spielt ihn nicht, Danny DeVito IST der Pinguin.

Auch Michelle Pfeiffer ist als Catwoman (schauspielerisch und optisch) eine Augenweide. Michael Keaton gibt sich hingegen nicht anders als im Vorgänger weiterhin still und eher gelassen, vor allem in diesem Teil beweist er für mich dass er der beste Batman Darsteller (der alten Teile) ist.

"Batmans Rückkehr" fängt mysteriös an und vor allem die Entstehung Catwomans fesselt den Zuseher. Die Spannung steigt langsam aber stetig bis zum Finale, da ist mir dir Film aber leider zu actionlos. Da lauert wirklich an jeder Ecke eine phantasievolle Idee, jede Handlung einer jeden Figur scheint sorgfältig ausgearbeitet zu sein. Selbst die kürzeste und letztlich unwichtigste Szene wird von Burton mit seltsamen Schnickschnack verziert. Da werden Kinder eben nicht einfach entführt, nein, sie werden mit einem Kinder-Käfig-Zug durch die Stadt gefahren. Man merkt es Burton an, dass ihm Actionszenen nicht gerade liegen und er sie am liebsten ganz vermeidet.

Ein Fest fürs Auge, brillante Unterhaltung und am Ende trotz einer gewissen Bubblegum-Haltung doch sehr tiefgründiger Film. Denn auch wenn es hier zugeht wie in einer turbulenten Attraktions- und Freakshow, dass es letztlich um den Menschen geht, das vergisst Burton nie. Er schafft es, zu dieser perfekt inszenierten Atmosphäre auch inhaltlich zu punkten und die Handlung nicht zu vernachlässigen. Für mich klar besser als sein Vorgänger und damit der beste der (alten) Batman Filme.

9/10

Don Jon (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2229499/

Jon Martello (Joseph Gordon-Levitt) macht seinem Spitznamen ‘Don Juan’ alle Ehre. Er ist ein typischer Playboy, der mit allen Mitteln der Verführung versucht, so viele Frauen wie möglich ins Bett zu kriegen und gleichzeitig seine Sucht nach Internet-Pornos zu stillen. Seine Glückssträhne bei Frauen endet allerdings, als er die hübsche Barbra (Scarlett Johansson) kennenlernt. Bei ihr stößt er das erste Mal auf Widerstand. Barbra sucht nämlich keineswegs nur einen One-Night-Stand, sondern die große Liebe. Trotzdem gibt Jon nicht auf und verdrängt die offensichtlichen Unterschiede zwischen ihm und Barbra. Jons Leben nimmt eine weitere Wendung, als er Esther (Julianne Moore) begegnet. Denn Esther versteht ihn und sein Verhalten und blickt hinter die Fassade.

Joseph Gordon-Levitt ist einer der Shootingstars der letzten Jahre. Sein Langfilmdebüt "Don Jon" präsentiert sich dabei auf den ersten Blick als überaus mutig und originell. Die Hauptfigur Jon Martello (Joseph Gordon-Levitt) ist ein Macho, wie er im Buche steht. Wichtig sind ihm vor allem sein trainierter Körper, seine Kumpels mit denen er auf Frauenjagd geht, seine Mädels und…. seine Pornos. Wohl das erste Mal spricht ein Film ein Phänomen unserer Zeit an. Die Pornosucht. Manch einer mag darüber noch schmunzeln, doch für Einige entwickelt sich der Zwang zum Porno schauen zu einem echten Problem. In schlimmsten Fällen führt es sogar zur Impotenz, da die Pornoindustrie Erwartungen weckt, die im echten Leben nicht erfüllt werden können. Hier birgt „Don Jon“ unfassbar viel Potenzial und anfangs scheint es auch, als ob diese erfüllt werden. Trotz einer Frau wie Barbara kann Jon nicht von seinen Filmen lassen. Denn dort ist alles einfach noch besser und die Frau tut alles, was der Mann will, erfüllt seine Fantasien und ist bloßes Sexobjekt. Leider aber verpasst es der Film, Barbra eine vernünftige Rollenzeichnung zu verpassen. Sie wird von Anfang an als verständnislose Zicke dargestellt, die einige sehr seltsame Ansichten über das Verhältnis von Mann und Frau zu pflegen scheint. So wünscht sich der Zuschauer noch vor der Hauptfigur Jon ihren Abtritt. Das ist schade, immerhin hätte der Film hier voll in das Thema Pornosucht behindert echte Beziehung einsteigen können.

Da hilft es auch wenig, dass Joseph Gordon-Levitt einen hervorragenden Cast versammeln konnte. Er selbst ist überzeugend wie eh und je und auch Scarlett Johansson macht das Beste aus ihrer armseligen Rolle. Den stärksten Part hat noch Julianne Moore, die als vom Leben gebrandmarkte Esther eine erfrischende Natürlichkeit ausstrahlt. Auf oberflächlicher Ebene ist "Don Jon" also durchaus unterhaltsam. Wendet sich der Zuschauer allerdings den Themen, die unter der Oberfläche brodeln zu, sieht es leider anders aus. Hier fehlt es an Kompromisslosigkeit und vielleicht auch dem letzten Quäntchen Mut. "Don Jon" hat auch seine amüsanten Momente, keine Frage. Die Seitenhiebe gen Kirche, die Visualisierung von Jons Pornosucht und grundsätzlich sämtliche gemeinsamen Szenen mit Gordon-Levitt und Moore sind gekonnt umgesetzt. All das hievt den Film schlussendlich doch noch über die Ziellinie, auch wenn wesentlich mehr drin gewesen wäre. Vielleicht ist das für ein Regiedebüt aber auch einfach zu viel verlangt. Hier fehlt es nur noch ein wenig Raffinesse seitens des Skripts.

6,5/10

[SERIE] Breaking Bad, Season 03

http://www.imdb.com/title/tt1528116/
3.1 No Más (No Más)
In Albuquerque betrauert man noch immer kollektiv die Opfer des dramatischen Flugzeugunglücks. Zeitgleich machen sich in Mexiko zwei wortkarge Männer auf den Weg zu einer Pilgerstätte der Santa Muerte. Neben den geladenen Revolvern tragen sie eine Bleistiftskizze mit dem Gesicht von Heisenberg bei sich, unverkennbar mit Hut und Sonnenbrille. Ist damit Heisenbergs und somit Walters Schicksal besiegelt? Der steht derweil kurz vor dem Zusammenbruch und, aufgrund seiner Drogendealerei, kurz davor seine Ehefrau Skyler zu verlieren. Skyler ist hinter das Geheimnis ihres Mannes gekommen und zwingt Walter auszuziehen; sie will die Scheidung. Um seine Familie nicht zu verlieren, versucht Walter nun, sich aus den illegalen Geschäften zurückzuziehen. Doch das ist nicht so einfach. Sein Name in der Drogenszene, das Pseudonym Heisenberg, haftet an ihm wie Pech und Schwefel, die Qualität seines blauen Meth hat sich herumgesprochen. Sein ehemaliger Geschäftspartner Jesse Lee Pinkman, gerade aus dem Drogenentzug entlassen, beschließt auf eigene Faust Drogen herzustellen. Und dann sind da noch die beiden wortkargen mexikanischen Killer, die den Tod von Drogenboss Tuco rächen wollen. Auf ihrem Weg nach Albuquerque hinterlassen sie eine Spur von Verwüstung und Tod... - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt1615186/
3.2 Caballo Sin Nombre (Caballo Sin Nombre)
Walter kann die Reaktion seiner Frau Skyler nicht verstehen, hat er doch das ganze Drogengeschäft nur für sie, für seine Familie, gemacht. Nachdem sie ihn rausgeschmissen hat, verbietet sie ihm nun auch noch den Umgang mit den Kindern. Skyler ist die Einzige, die die Gründe für ihren harten Wandel kennt. Für das gesamte Umfeld, und vor allem für Walter Jr., ist ihr Verhalten völlig absurd und unerklärlich. Walter hat Angst seine Familie zu verlieren. Es muss sich ändern und zwar schnell, er will raus aus dem Geschäft, die Zeit der Drogenküche ist passé. Auch Jesse Lee Pinkman, sein ehemaliger Partner im Drogengeschäft, der gerade aus dem Drogenentzug entlassen wurde, will einen Neuanfang. Auch bei ihm geht die Familie in die Brüche. Bei seinen Eltern ist er unerwünscht; sie wollen nichts mehr mit ihrem Sohn zu tun haben. Auch wollen sie das gemeinsame Haus verkaufen. Doch Jesse gelingt es mit Hilfe des korrupten Anwaltes Saul Goodman, das Haus zu einem Spottpreis zu erwerben. Allein und von Schuldgefühlen geplagt, sieht er keine andere Möglichkeit, als auf eigene Faust das Drogengeschäft wieder aufzunehmen. Walters Entschluss ist dementgegen sicher, er ist raus. Er schlägt mehrere Angebote aus, und auch Saul Goodman kann ihn nicht überzeugen. Doch der Markt braucht das blaue Meth Heisenbergs. Saul beauftragt Jesse, Heisenberg wieder zum Kochen zu bringen, koste es, was es wolle. Weit entfernt in der mexikanischen Wüste überqueren währenddessen die beiden namenlosen Rächer illegal die Grenze und hinterlassen ein Blutbad. In einem Altersheim suchen sie Tio auf, den Onkel des ermordeten Drogenbosses Tuco. Dieser kann zwar nicht mehr sprechen, aber mit Hilfe eines Ouija-Spielbretts kann der alte hasserfüllte Mann ihnen die wahre Identität Heisenbergs vermitteln. Sein Name: Walter White. Es dauert nicht lange und die beiden stehen mit glitzernder Axt im Haus von Walter alias Heisenberg, um den Tod von Drogenboss Tuco zu rächen. Doch davon ahnt Walter nichts während er „A Horse with no Name“ trällernd unter der Dusche steht. Eine SMS rettet ihn in letzter Sekunde vor dem sicheren Tod. Auch davon ahnt der High-School-Chemielehrer nichts. Walter hat noch eine Rolle zu spielen, und er ist weit davon entfernt, in ein normales Leben zurückzufinden, soviel steht fest. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt1615187/
3.3 Kopflosigkeit (I.F.T.)
Walter zieht wieder zu Hause ein. Home sweet Home? Ganz so einfach ist das nicht. Zwar ist Walter Jr. überglücklich über die Rückkehr seines Vaters, Skyler jedoch ist ganz und gar nicht einverstanden. Walter spricht zum ersten Mal mit ihr über den damaligen Entschluss ins Drogengeschäft einzusteigen, er legt ihr die Gründe dar. Er habe dies für die Familie getan, für die Zukunft der Kinder, doch auch davon lässt sich Skyler nicht umstimmen. Sie will die Scheidung, und das so schnell wie möglich. Doch Walt weigert sich, die erforderlichen Papiere zu unterschreiben. Langsam wird ihm, der vergeblich versucht, sein normales Leben wieder in den Griff zu bekommen, bewusst, wie sehr ihm seine Heisenberg-Vergangenheit anhaftet, und in welcher Gefahr er schwebt. Es war niemand anderes als der Chickenking Gus Fring persönlich, der die mexikanischen Killer daran hinderte, Walter umzubringen. Gus ist Geschäftspartner des Drogenkartells, und Albuquerque ist sein Hoheitsrevier, er hat hier das Sagen. Bei einem Treffen mit den beiden Killern signalisiert Gus, dass Walter vorläufig geschont werden müsse, er habe noch eine Rolle zu spielen. Gus hofft, dass Walter in seiner hauseigenen Drogenküche sein blaues Meth im großen Stil produzieren werde. Er bittet die beiden, die sich als Cousins des ermordeten Drogenbosses Tuco ausweisen, sich mit ihrer Rache noch ein wenig zu gedulden. Aber wie lange kann Gus die Mexikaner in Schach halten? Hank Schrader bekommt erneut den Auftrag für die DEA nach El Paso zu gehen. Das ist gut, El Paso, das ist Abenteuer, Action, hart und gefährlich, ganz nach Hanks Geschmack. Doch der wuchtige DEA Agent wird seit seinem letzten Einsatz immer häufiger von Panikattacken heimgesucht. Und außerdem ist da schließlich noch der Fall um den mysteriösen Drogenkönig namens Heisenberg. Zwar scheint dieser untergetaucht zu sein, doch Hank glaubt noch immer daran, das blaue Meth und somit den unbekannten Drogenhersteller aufzuspüren. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1615554/
3.4 Grünes Licht (Green Light)
Jesse hat auf eigene Faust die Meth-Produktion wieder aufgenommen. Um an den Abnehmer der Droge zu kommen, wendet er sich an Rechtsanwalt Saul Goodman, der den Drogenbaron und Besitzer der Fast-Food-Kette, Gustavo Fring, mit einer Kostprobe des blauen Crystal von einem neuen Deal zu überzeugen versucht. Am Flughafen erfährt Hank, dass es eine neue Spur im Fall Heisenberg gibt. Für diese winzige Hoffnung, den mysteriösen Drogenproduzenten zu entlarven, lässt Hank den Job in El Paso fahren. Wie besessen macht er sich daran, die Spur zu verfolgen: ein altes Wohnmobil, das Heisenberg angeblich als mobiles Drogenlabor dient. Hank setzt alles auf eine Karte, denn für ihn geht es jetzt um alles oder nichts. Die Aufklärung des Falles Heisenberg ist das Letzte, an dem er sich festhalten kann, um seine Selbstachtung zu retten. Walter hat währenddessen mit einer ernsthaften Ehekrise zu kämpfen. Er wohnt wieder bei Skyler und den Kindern, doch die Hoffnung auf eine Rückkehr in ein geregeltes Familienleben schwindet. Skyler hat sich verzweifelt in eine Affäre mit ihrem Chef gestürzt. Als Walter davon erfährt, bricht für ihn eine Welt zusammen. Zu alledem verliert er auch noch seinen Job als Lehrer. Nach und nach scheint ihm alles zu entgleiten; wieder einmal verliert er die Kontrolle über sein Leben. Da macht ihm Drogenbaron Gustavo ein verlockendes Angebot... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1615555/
3.5 Mas (Mas)
Drogenbaron Gustavo Fring macht Walter ein Angebot, das er nicht ablehnen kann. Im Keller seiner Fabrik für Fast Food hat er das perfekte Labor eingerichtet, die perfekt getarnte Drogenküche. Er schlägt Walter vor, für ihn zu arbeiten, und zwar unter perfekten Arbeitsbedingungen in einem hochmodernen Labor. Der Deal: Für ein Gehalt von drei Millionen Dollar soll Walter drei Monate lang 90 Kilogramm Meth pro Woche produzieren. Walter ist beeindruckt, zögert, und lehnt ab. Er habe schon zu viele falsche Entscheidungen getroffen. Doch Drogenbaron Gus kennt seinen Heisenberg und überzeugt Walt mit dessen eigenen Argumenten. Als Mann und Vater trage man Verantwortung für die finanzielle Absicherung seiner Familie. Ein unmoralisches Angebot? Walter hadert mit sich selbst. Denn schließlich ist Walter nicht nur Walter White, der mittelmäßige und an Krebs erkrankte High-School-Chemielehrer aus Albuquerque. Walter hat noch eine zweite Identität: Er ist der unabhängige und gefürchtete Drogenkoch Heisenberg, der mysteriöse Unbekannte, der die Zügel in der Hand hält, der entscheidet und respektiert wird. Es scheint vor allem der Drang nach Respekt und Anerkennung zu sein, der Walter dazu bewegt, ins Drogengeschäft zurückzukehren. Seine Familie ist zerrüttet und Geld hat er mehr als genug. Dieses Mal geht es um Macht und Selbstbehauptung, um Ehrgeiz und Stolz. Im Leben ist Walter frustriert und von Problemen geplagt, im Drogenlabor hingegen hat er die völlige Kontrolle über die Dinge. Zuhause ist er ein Loser, im Labor ist Walter gefragt und brillant. Er ist der Chef, er ist Heisenberg, er wird respektiert und sein Meth ist das Beste, das es gibt. Und so willigt Walter sofort ein, als er erfährt, dass sein ehemaliger Geschäftspartner, Jesse Pinkman, auf eigene Faust nach Walters Formel blaues Meth produziert und an Gustavo verkauft hat. Bei seinen Ermittlungen kommt Hank auf die Spur des Wohnwagens. Dies scheint die Lösung zu sein: eine mobile Drogenküche, die immer in Bewegung bleibt. Als das blaue Meth in einer abgelegenen Tankstelle auftaucht, kann Hank die Verbindung zwischen dem Wohnwagen und Jesse Pinkman herstellen. Hank ist Heisenberg auf der Spur und gefährlich nahe daran, hinter das Geheimnis zu kommen... - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt1615556/
3.6 Sonnenuntergang (Sunset)
Im Drogenlabor von Chickenking Gus lässt Walter White alias Heisenberg die Produktion des blauen Meth auf Hochtouren laufen. In Gale scheint Walter den perfekten Assistenten gefunden zu haben. Gale verehrt die Chemie, hat Hochschulzeugnisse vorzuweisen, ein Faible für Poesie und kocht überdies hervorragenden Kaffee. Mit Gale vergisst Walter die Illegalität seines Tuns, passioniert widmen sich die Chemiker ihren Kochsessions. Die Arbeit ist erholsam für Walter, nichts erinnert an den Stress vergangener Zeiten, als er den Stoff noch mit Jesse Lee Pinkman in einem alten Wohnmobil unter der brennenden Sonne herstellte. Mit Gale ist die Arbeit ein reines Vergnügen. Doch Walter ahnt nicht, dass sein Leben noch immer in Gefahr ist. Die beiden wortkargen mexikanischen Rachebrüder fordern von Gus das Leben Heisenbergs, sie fordern Rache für ihren Cousin, den Drogenboss Tuco. Jeden Tag kommen sie in sein Restaurant, sitzen an einem Tisch und warten. Wie lange kann Gus die beiden noch hinhalten und für Walters Leben garantieren? Enttäuscht, von seinem ehemaligen Chemielehrer und Geschäftspartner abgehängt worden zu sein, hat sich Jesse Lee Pinkman seinerseits in die Meth-Produktion gestürzt und dafür das alte Wohnmobil samt Drogenküche wieder zum Leben erweckt. DEA-Agent Hank Schrader, der krampfhaft jede Spur im Fall Heisenberg verfolgt, gelingt es schließlich, das Wohnmobil zu identifizieren. Während er sich an die Fersen des jungen Dealers heftet, ruft er seinen Schwager Walter White an, um ihm davon zu berichten. Voller Panik versucht Walter nun, alle Spuren zu beseitigen, die Hank auf ihn lenken könnten. Er bringt das alte Wohnmobil auf einen Schrottplatz, um das Beweisstück endgültig zu vernichten. Jesse, der glaubt, Walter wolle ihn endgültig aus der Meth-Produktion rausschmeißen, kommt rasend vor Wut auf den Schrottplatz, und führt damit den DEA-Agenten und Schwager Heisenbergs direkt zum gesuchten Wohnmobil, der Drogenküche, dem Beweisstück par excellence. In letzter Sekunde gelingt es White und Pinkman, sich im Wohnwagen einzuschließen, ohne von Hank gesehen zu werden. Mit einem fingierten Telefonanruf aus dem Krankenhaus, demzufolge seine Frau verunglückt uns ins Krankenhaus eingeliefert worden sei, gelingt es den beiden, Hank wegzulocken und das Wohnmobil endgültig zu verschrotten. Noch nie war Hank so nahe daran, den mysteriösen Heisenberg zu entlarven. Und doch ist die Situation gefährlicher denn je. Denn im selben Augenblick wird sein Schicksal besiegelt. Vor Albuquerques rotglühendem Sonnenuntergang warten die mexikanischen Killer auf den DEA-Agenten... - 10/10

http://www.imdb.com/title/tt1615944/
3.7 Eine Minute (One Minute)
Im Wohnmobil eingeschlossen, konnten Walter und Jesse DEA-Agent Hank Schrader im letzten Moment loswerden und damit der Gefahr entgehen, enttarnt zu werden. Ein fingierter Anruf, seine Frau Marie sei ins Krankenhaus eingeliefert worden, lockt den bulligen DEA-Agenten vom Schrottplatz weg. Walter und Jesse nutzen die Zeit, um den alten RV samt improvisierter Drogenküche zu verschrotten. Als Hank im Krankenhaus ankommt und erfährt, dass er reingelegt wurde und der Wohnwagen und somit alle Beweise vernichtet wurden, fährt er zum Haus von Jesse Pinkman. Schmerz, Wut und Hass übermannen Hank. Woher hatte Pinkman seine Nummer und woher kannte er den Namen seiner Frau? Hank sucht gar nicht erst nach Antworten, sondern schlägt in unkontrollierter Wut auf Jesse ein. Jesse kommt erst im Krankenhaus wieder zu sich. Hank ist sich seiner Tat bewusst und übernimmt vor der Untersuchungskommission die volle Verantwortung für das Geschehen. Er wird umgehend vom Dienst suspendiert und gibt Waffe und Dienstmarke ab. Walter, der sich Vorwürfe macht, besucht Jesse im Krankenhaus, um ihn davon zu überzeugen, Hank nicht zu verklagen. Er bietet Jesse an, wieder sein Partner zu werden, Millionen für ein Schweigen. Jesse ist einverstanden. Hank ist vom Dienst suspendiert, doch die Anzeige wurde zurückgezogen. Auf dem Parkplatz eines Einkaufszentrums erhält Hank einen warnenden Anruf. „You got one minute!“, sagt die anonyme Stimme am Ende der Leitung. In Hank schießt Panik hoch, er hat keine Dienstwaffe mehr. Wer ist der anonyme Anrufer, warum die Warnung? Bewegungslos bleibt er im Wagen sitzen. Während er apathisch die Sekunden herunterzählt, nähern sich von hinten die beiden mexikanischen Killer. Ein Blutbad folgt, bei dem einer der Killer stirbt, der andere schwer verletzt wird. Wie durch ein Wunder kommt Hank mit dem Leben davon. Von mehreren Kugeln getroffen, wird er ins Krankenhaus eingeliefert... - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1615557/
3.8 Familienbande (I See You)
Jesse wird aus dem Krankenhaus entlassen. Das Gesicht noch immer stark gezeichnet sieht er, wie DEA-Agent Hank Schrader eingeliefert wird. Ein hämisches Lächeln zeichnet sich auf Jesses Gesicht ab, war es schließlich eben dieser Schrader, der ihn so übel zugerichtet hat. Wie abgemacht nimmt er im Labor wieder seinen Platz neben Walter ein. Walter fällt es nicht leicht sich von Gale zu trennen, doch ihre Wege müssen sich trennen. Von Jesse erfährt Walter, dass Hank schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert wurde, und verlässt auf der Stelle das Labor. Vergessen ist die Arbeit, vergessen das Meth. Während Walter, Marie, Sky und Walt Jr. darauf warten, dass sich Hanks Zustand stabilisiert, hat Gustavo Fring ganz andere Sorgen. Einer der beiden mexikanischen Killer hat den Vorfall überlebt und liegt mit amputierten Beinen im selben Krankenhaus. Er stellt eine Gefahr dar und muss beseitigt werden. Gus schickt seinen Mann fürs Schmutzige und Mike erledigt seinen Auftrag sicher wie immer. Als Inhaber der Fastfoodkette Pollos Hermanos ist Gustavo Fring immer um das Wohl anderer bemüht. Er spendiert der Polizei vom Drogendezernat und allen Familienangehörigen, die im Krankenhaus warten, knusprige Hähnchen. Außerdem will er jeden mit einer Prämie belohnen, der ihm Informationen im Fall Hank Schrader liefert. Denn auch Gus hat ein doppeltes Gesicht. Der freundliche Chickenking, der sich um das Wohl der Menschen kümmert, ist gleichzeitig Drogenbaron und zielstrebiger Geschäftsmann. Nach dem Motto: „Öffentlichkeit ist die beste Tarnung“ gesellt er sich persönlich im Krankenhaus zur Familie des Angehörigen und zu den DEA-Agenten. Und plötzlich wird Walter klar, dass Gus über alles und jeden Bescheid weiß: Walters Gesundheitszustand, seine Familienverhältnisse, den Schwager beim Drogendezernat, Gus wusste dies alles. Wenn er, Heisenberg, Koch dieser Suppe aus Kriminalität und skrupellosem Drogenhandel ist, dann ist Chickenking Gustavo Fring der Maitre de Cuisine. Und nicht sein Schwager Hank war das eigentliche Ziel des Anschlags der mexikanischen Killer, sondern er, Walter White selbst... Abends erhält Gus einen bedrohlichen Anruf von Juan Bolsa, dem Chef des mexikanischen Drogenkartells. Juan möchte wissen, was Fring mit der ganzen Sache zu tun hat. Er sorgt sich, denn der Angriff auf einen DEA-Agenten hat Auswirkungen bis nach Mexiko. Noch kann der Chickenking ihn beruhigen, doch hat er jeden Schritt sorgfältig geplant, um die Herrschaft in der Drogenszene zu übernehmen... - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt1615558/
3.9 Kafkaesk (Kafkaesque)
Im Krankenhaus erholt sich Hank nur langsam von den Verletzungen, noch immer sind seine Beine fast taub. Ein Reha-Programm mit Spezialisten würde die Chancen Hanks wesentlich steigern, doch die Behandlung würde Unsummen verschlingen. Gesundheit kostet viel Geld in Amerika. Und Hobbyschriftstellerin Skyler sieht plötzlich eine Möglichkeit, das verhasste Drogengeld doch noch für einen guten Zweck einzusetzen. Woher kommt das Geld? Walter ist ein Zocker und dabei ziemlich erfolgreich. So erfolgreich, dass er Hanks Behandlung bezahlen kann. In der Hoffnung auf Versöhnung erpresst Sky Walter. Sie erfindet seine neue, fiktionale Gambler-Existenz eigens für ihre Schwägerin Marie, die ihr in ihrer hysterischen Ratlosigkeit die Geschichte abkauft. Walter weiß, dass die mexikanischen Killer eigentlich hinter ihm, Heisenberg, her waren. Dass er lebt, ist ein Wunder, Walter lebt, weil er von oben geschützt wurde. Die Person, die den Anschlag auf DEA-Agent Hank verordnete, schützte Walter, und diese Person war niemand anderes als Gustavo Fring. Ein weiteres Mal hat er Walter vor dem sicheren Tod bewahrt. Denn der Chickenking hat einen Plan. Gus will die Kontrolle über das Südwest-Drogengeschäft übernehmen – und dafür braucht er Heisenberg. Mit einer unabhängigen Meth-Produktion könnte er den Markt im Südwesten führen und wäre nicht mehr auf das Kartell angewiesen. Der Anschlag auf Walters Schwager war Teil dieses Plans. Walter blieb am Leben und gleichzeitig rief es die gesamte Polizei auf den Plan, die mexikanischen Drogenkartelle im Auge zu behalten. Mit diesem Manöver hat sich Gus die Alleinherrschaft gesichert und seine Abhängigkeit vom Kartell für immer beendet. 15 Millionen Dollar will Gus Walter pro Jahr zahlen, wenn er weiterhin für ihn das blaue Meth produziert. Ein Angebot, das Walt nicht ablehnen kann. Die Produktion läuft. So gut, dass es sogar einen kleinen Überschuss gibt. Jesse versteht nicht, weshalb Walter diese kleine Menge, die auch Geld bedeute, einfach so „verschenkt“. Er führt Walter noch einmal vor Augen, wie viel Gus in den drei Monaten eigentlich verdient: 96 Millionen. Jesse gibt sich mit alldem nicht zufrieden. Er will nicht nur unten in der Kette sein, nicht nur Mitarbeiter, sondern ein Krimineller. Er will nicht die Geborgenheit des Geschäfts, sondern das Risiko, das ganz große Geld. Als Jesse herausfindet, wie er das überschüssige Meth unbehelligt entwenden kann, beschließt er wieder mit dem Dealen anzufangen – Jesse ist „back in the game“. Aber er verkauft die Droge nicht auf der Straße, sondern hat einen ganz besonderen Plan: Er will sie an Abhängige verkaufen, die auf Entzug sind. Mit seinen alten Kollegen Badger und Skinny Pete möchte er das blaue Meth in seine Reha-Gruppe einschleusen... - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt1615550/
3.10 Die Fliege (Fly)
Es ist eine einizge Fliege, die plötzlich im Labor auftaucht und Walt beinahe in den Wahnsinn treibt. Fast krankhaft versucht Walter die Fliege zu fangen, und er beschließt, die Methproduktion niederzulegen, bis die Fliege zur Strecke gebracht ist. Die Fliege – sie zeigt Walt mit ihrer Anwesenheit, dass seine so sterile Umgebung nicht absolut steril ist. Selbst im Drogenlabor hat Heisenberg alias Walter White nicht mehr das Sagen, und schon längst nicht mehr die Kontrolle über die Dinge. In dieser Situation kann man nicht alles kontrollieren. Seinen vermeintlich sterilen Arbeitsplatz hat Walter genauso wenig im Griff wie sein längst nicht mehr wohlbehütetes Familienleben. Und auch seinen Assistenten Jesse hat Walter nicht unter Kontrolle, denn dieser entwendet weiterhin Meth. Diese Tatsache wird Walt bewusst und er macht sich ernstlich Sorgen, was mit Jesse passieren könnte, falls Gus’ Leute ihn erwischen. Die Fliege ist das kleine Tröpfchen Zuviel für Walt. Diese Folge ist ein Kammerspiel, in dem der Zuschauer das klaustrophobisch enge Drogenlabor nicht verlässt. In einem der erstaunlichen Monologe dieser Folge wird sich Walter eingestehen, dass er den Punkt verpasst hat, auszusteigen aus diesem Leben: Der perfekte Moment, um zu sterben, ist längst vorbeigezogen. Nun muss er den eingeschlagenen Weg zu Ende gehen. In einem Anfall von Müdigkeit versucht Walter, Jesse für alles Geschehene um Verzeihung zu bitten. Erst spät verlässt das Duo das Labor. Als Walter endlich zu Hause ist, und versucht einzuschlafen, ist die Fliege wieder da. Sie sitzt genau auf dem roten Lämpchen an der Wand gegenüber. Längst beherrscht die Fliege auch Walters Privatleben... - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt1615551/
3.11 Offene Worte (Abiquiu)
Skyler und Walt haben sich bereiterklärt, die Rechnungen für Hanks Therapie zu bezahlen. Skyler sieht hierin die Chance, das verhasste Drogengeld doch noch für einen guten Zweck einzusetzen. Doch sie brauchen einen Umschlagplatz, ein „fiktives“ Unternehmen, in dem das Geld aus Walters Drogengeschäften gewaschen werden kann. Saul Goodman rät Walter in eine Lasertag-Spielhalle zu investieren, die seiner Meinung nach eine todsichere Angelegenheit sei. Aber mittlerweile ist diese ganze Sache auch irgendwie Skylers Angelegenheit geworden. Schließlich soll mit dem Geld Hanks Therapie bezahlt werden. Walters Anwalt Saul Goodman traut sie nicht übern Weg, und die Idee vom Lasertag hält sie für unglaubwürdig. Dementgegen könne man die Geldwäsche durchführen, indem man die Autowaschanlage kaufe, wo Walter gejobbt hat. Das wäre eine nachvollziehbare Investition für einen Menschen wie Walter. Sky kennt sich als Buchhalterin aus und könnte einen kleinen Betrieb übernehmen; sie könnte zur Vertrauensperson und somit zur Komplizin werden. Skyler und Walter sind jetzt Partner „in Crime“. Zu Walters Erstaunen hat Skyler die Scheidungspapiere nie eingereicht, sie sind noch immer verheiratet. Drogenboss Gus Fring lädt Walter zum Abendessen ein. Vor der Fassade des trauten Heims geht es um Partner und Partnerschaft. Kann man sich gegenseitig vertrauen? Gus bereitet mit Walters Hilfe ein Essen aus seiner Kindheit zu. Ist dies ein Vertrauensbeweis des eiskalten Geschäftsmanns, dem Chickenking? Jedenfalls nutzt Gus das Abendessen, um mit Walter über sein „neues“ Leben zu sprechen und gibt ihm letztendlich den Rat, niemals denselben Fehler zweimal zu machen. Aber was genau ist damit gemeint? Jesse hat inzwischen Probleme mit seinen Dealerfreunden Badger und Skinny, die im Kreis der Reha-Gruppe 12 Drogen handeln. Steps will nicht richtig laufen. Um den beiden zu beweisen, wie leicht es sein kann, lässt sich Jesse mit Andrea ein, die neu in der Gruppe ist. Aus der anfänglichen Affäre entwickelt sich mehr, doch es kommt zum bitteren Erwachen. Andreas elfjähriger Bruder Tomas ist von der rechten Bahn abgekommen und mittlerweile Drogenkurier für einige Dealer in Albuquerque. Und schließlich erfährt Jesse, dass Tomas derjenige war, der Jesses Freund, den Dealer Combo erschossen hat... - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt1615552/
3.12 Halbe Sachen (Half Measures)
Hank Schrader liegt noch immer im Krankenhaus. Zwar ist er außer Gefahr, dennoch weigert er sich mit Händen und Füßen, sich nach Hause verlegen zu lassen. Die Reha ist anstrengend und kommt nur schleppend voran. Hank will das Krankenhaus erst verlassen, wenn er wieder stehen kann. So schließt Marie eine Wette mit ihm ab, legt Hand an ihren Mann und beweist ihm mit einem überraschenden Mittel, dass Hank bereits nach Hause gehört. Und auch Walter kann wieder nach Hause, zwar nur an bestimmten Tagen, doch ein Anfang ist gemacht. Währenddessen sinnt Jesse auf Rache. Er hat herausgefunden, wer hinter dem Mord an seinem Freund Combo steckt. Tomas, der kleine Bruder von Andrea, war nur der Ausführende, der kleine Finger am Abzug. Combos Tod wurde von zwei Dealern in Auftrag gegeben. Zwei Dealer, denen Combo in die Quere kam, zwei Dealer, die auch für Gus Fring arbeiten. Walter weiß von Jesses Racheplänen und macht sich Sorgen. Er bittet Gus, die Sache zu regeln. Im Büro des Chickenkings kommt es zur Gegenüberstellung von Jesse, Walter und den beiden Dealern, die hinter dem Mord an Combo standen. Eine Aussöhnung soll stattfinden, die dann auch tatsächlich mit einem erzwungenen Händeschütteln der beiden Parteien beendet wird. Doch Gus’ Versuch, die Dinge zu bereinigen, verläuft anders als geplant, die Situation eskaliert. Tomas wird erschossen. Handelten die Dealer aus eigenem Antrieb, oder war Gus’ Kompromissbereitschaft nur vorgespielt? Jesse beschließt, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Es kommt zu einem Showdown auf der Straße. Mit geladener Waffe wartet er an einer Ecke auf die Dealer. Er ist entschlossen, die Dinge zu beenden. Doch in letzter Sekunde, noch bevor er schießen kann, werden die beiden Gangster von einem Auto überrollt – Walters Auto. Mit einem Kopfschuss beendet dieser die Szene und gibt Jesse den Rat unterzutauchen... - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1615553/
3.13 Nägel mit Köpfen (Full Measure)
In der Wüste von New Mexico treffen Walter und Gus aufeinander, um zu versuchen, über das Geschehene zu verhandeln. Jesse Lee Pinkman ist nach dem Mord an den Dealern spurlos verschwunden. Walter bleibt am Leben, zumindest für den Moment. Im Labor kocht er mit Hilfe von Ex-Assistent Gale wieder das blaue Meth. - 10/10

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Freitag, 25. April 2014

Batman (1989)

http://www.imdb.com/title/tt0096895/

Als Gangsterboss Carl Grissom (Jack Palance) erfährt, dass der machthungrige Jack Napier ihn nicht nur hintergeht, sondern auch eine Affäre mit seiner Geliebten hat, gibt er Jack zum Abschuss frei. Bei einer Verfolgungsjagd in einer Chemiefabrik fällt Jack Napier in einen Bottich mit Säure, nachdem Batman ihn nicht mehr halten kann. Während Napier bei diesem Unfall stirbt, taucht aus den verseuchten Fluten die Nemesis Batmans auf: der irrsinnige Joker (unnachahmlich dargestellt von Jack Nicholson). Während die selbstbewusste Vicky Vale (Kim Basinger) als investigative Journalistin der wahren Identität des "Fledermaus-Mannes" hinterher spürt und dabei in tödliche Gefahr gerät, plant der Joker einen perfiden Angriff auf die Bürger Gothams mittels tödlicher Chemikalien. Auf dem Clockenturm von Gothams Kathedrale kommt es schließlich zum großen Duell zwischen Batman und dem Joker...

"Have you ever danced with the devil in the pale moonlight?"- Diese Worte wird Bruce Wayne (Michael Keaton) seinen Lebtag nicht vergessen. Als Kind muss er miterleben, wie seine Eltern von dem aufstrebenden Gangster Jack Napier (Jack Nicholson) kaltblütig erschossen werden. Der traumatisierte Junge schwört Rache und stellt nun all seine Bemühungen in den Kampf gegen die Kriminellen von Gotham City. Sein Markenzeichen wird die Fledermaus, der Batman ist geboren. Ja, Tim Burton's "Batman" war der erste wirklich düstere Film über den Fledermausmann. Schwarz ist hier eindeutig die dominante Farbe und das steht sowohl Gotham City als auch Batman verdammt gut.

Und damit setzte Burton auch einen Meilenstein für Batman selbst, denn sämtliche Fortsetzungen ankerten sich ebenfalls darauf fest, Batman als einen dunklen Ritter darzustellen. Der Soundtrack zum Film von Danny Elfman ist ein absolutes Meisterwerk und untermalt die dunkle Stimmung auf geniale Art und Weise. Prince gibt den dazugehörigen typisch-rockigen Beat der Achtziger/Neunziger. Michael Keaton spielt seine Rolle nahezu perfekt. Als Bruce Wayne mit viel angenehmer Ironie und als Batman als ein stiller, geheimnissvoller und sogar ein wenig angsteinflössender Held. Er irrt durch dunkle Gassen, bekämpft Mafiabosse und verschwindet dabei wie aus dem Nichts und taucht ebenfalls auch einfach so aus dem Nichts auf. Das hat schon seinen gewissen Reiz und ging später bei den Joel Schumacher Fortsetzungen leider total verloren.

Kim Basinger als Vicki Vale überzeugt lediglich mit ihrem Aussehen (was bei Basinger eigentlich reicht), ihre Rolle ist allerdings auch viel zu lahm um da mehr rausholen zu können. Was mich ein wenig störte war Commisoner Gordon. In den Comics ist er Batmans größte Unterstützung und nahezu sein einziger Freund. Im Film allerdings, ein langweiliger hilfloser und unnütziger Cop. Würde er im Film nicht vorkommen - es wäre nichts anders gewesen.

Und jetzt natürlich zum absoluten Highlight des Filmes, nämlich Jack Nicholson als Batmans gegenspieler, der abgrundtief böse und gleichzeitig wahnsinnige Joker. Er brilliert in dieser Rolle von Anfang bis Ende. Es ist als ob ein Irrer gefilmt wird, der nicht weiss dass die Kamera an ist. Vor allem die Szene mit dem Hand-Buzzer und sein krankhaft-witziges Lachen dazu bleibt einem lange im Gedächtnis.

Tolle Inszenierung, grandioses Setting, beinahe schon Kafkaesk (aber für Burton völlig normal) und alles in einem ein schaurig düsterer Film wie man es von Tim Burton (heutzutage) gewohnt ist, der sehr viel Lust auf mehr macht und ein herausragender Start für ein Franchise, dass Ende der 90er ein mehr als trauriges Ende erleben wird.

8/10

Cloud Atlas (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1371111/

Der Notar Adam Ewing (Jim Sturgess) lernt 1850 mit einem Schiff die Ureinwohner des Südpazifik und ihre Unterdrückung kennen. Der junge Musiker Robert Forbisher (Ben Whishaw) arbeitet 1931 an seinem Wolkenatlas-Sextett und wird dabei von Ewings Tagebuch inspiriert. Die Journalistin Luisa Rey (Halle Berry) ermittelt 1975 über eine vertuschte Fehlkonstruktion beim Bau eines Atomkraftwerks und erfährt dabei auch von Forbisher. Der Verleger Timothy Cavendish (Jim Broadbent), der Luisa Reys Geschichte veröffentlichen will, wird in der Gegenwart irrtümlich in ein Altenheim eingewiesen. In der nahen Zukunft kämpft die junge Replikantin Sonmi-451 (Doona Bae), deren Lieblingsfilm die Verfilmung von Cavendishs Lebensgeschichte ist, für die Anerkennung ihrer Menschlichkeit. Schließlich spielt eine Episode in ferner Zukunft, in der die menschliche Zivilisation weitgehend wieder auf den Stand der Steinzeit zurückgefallen ist. Nur ein Hologramm mit den Aufzeichnungen Sonmis kündet von der lange vergangenen Zeit.

Es ist eines der größenwahnsinnigsten Filmprojekte aller Zeiten. Eine Adaption des Buches "Der Wolkenatlas" des britischen Schriftstellers David Mitchell, welches wegen seiner Monumentalität und komplizierten Konstruktion eigentlich als unverfilmbar galt und somit eine perfekte Herausforderung für die gleich drei Regisseure darstellte: Der Deutsche Tom Tykwer ist seit dem Erfolg seiner Patrick-Süskind-Adaption "Das Parfüm" geradezu prädestiniert für unverfilmbare Romane, während die Wachowsky-Geschwister sich schon mit ihrer "Matrix"-Trilogie als Spezialisten für Größenwahnsinniges präsentiert haben.



Um die 120 Millionen Dollar hat der Spaß gekostet, gestellt hauptsächlich von der deutschen Filmförderung, was ihn zum teuersten deutschen Film aller Zeiten macht. Der Cast, angeführt von Tom Hanks und Halle Berry über Hugh Grant und Susan Sarandon bis hin zu Jim Broadbent und Hugo Weaving, von denen jeder auch noch um die fünf verschiedenen Rollen spielt, ist fantastisch. Genretechnisch lässt sich der Film so wenig festlegen wie kein anderer, wandert ständig zwischen Romanze, Thriller, Komödie, Sozialdrama, Historienfilm, Science-Fiction und und und…


Aber wie funktioniert das überhaupt? Etwas durchwachsen. Der Film ist, gelinde gesagt, verwirrend. Er erzählt nicht weniger als sechs Geschichten, die über knapp 500 Jahre verteilt sind. Doch während im Buch die sechs Geschichten wenigstens schön ordentlich hintereinander erzählt werden (ich selbst las das Buch nie und habe diese Information nur aus einem kurzen Essay), haben sich die Regisseure entschlossen, diese Struktur sogar noch zu verkomplizieren und in "chaotischer Ordnung" durcheinander zu montieren. Nicht gerade die beste Taktik, ein so kompliziertes Werk dem breiten Publikum schmackhaft zu machen. Und dann sollen diese Geschichten angeblich auch noch inhaltlich irgendwie miteinander verbunden sein... Hm. Diesen Konstrukt kompliziert zu nennen wäre weit untertrieben. Und obwohl der Film mit annähernd drei Stunden deutliche Überlänge aufweist, gelingt es den Machern nicht immer, die Verbindung zwischen den sechs Geschichten kenntlich zu machen.



Ein junger amerikanischer Anwalt freundet sich mit einem entlaufenen Sklaven an und bekommt die Bosheit der "überlegenen weißen Rasse" am eigenen Leib zu spüren. Dessen Tagebücher liest 80 Jahre später ein junger britischer Komponist, dessen eigene Homosexualität ihm zum später Verhängnis wird. 40 Jahre danach erzählt der Freund des mittlerweile verstorbenen Komponisten, ein Wissenschaftler, der Journalistin Halle Berry von einem großangelegten Wirtschafts- und Energieskandal, welchen diese publik macht und ein Buch darüber schreibt, das in unserer Zeit einem pleite gegangenen Verleger zu neuem wirtschaftlichen Aufschwung verhilft; er schreibt seine Lebensgeschichte um die Gefangenschaft und den Ausbruch aus einem tyrannisch geführten Altersheim auf, dieses Buch wird verfilmt, der Film wiederum inspiriert im Seoul des 22. Jahrhunderts eine geklonte Kellnerin dem Widerstand gegen eine Art kapitalistisch-sozialistische Diktatur beizutreten, wofür sie 150 Jahre später, nach der Klimakatastrophe, von den letzten überlebenden Menschen als Göttin verehrt wird.



Verwirrt? Doch das soll nicht davon ablenken, dass der Film durchaus einige beherzigenswerte Botschaften enthält, die in dem unübersichtlichen Handlungswirrwarr aber manchmal etwas untergehen. Ein paar Sätze aus der letzten Rede unserer Widerstandskellnerin kann man als Grundaussage des gesamten Films auffassen: "Leben heißt wahrgenommen werden. Unsere Leben gehören nicht uns. Jede unserer Handlungen hat Auswirkungen auf die Zukunft." Das ist nur eine der zahlreichen, meiner Meinung nach, sehr klugen Aussagen in diesem Film und absolut kein bloßes Geschwafel, das ist wie ein Crashkurs durch die Philosophiegeschichte. Der Film hat eben Anspruch, will mehr sein als bloße Unterhaltung. Dass er teilweise über sein Ziel hinausschießt und manchmal etwas aufgeblasen daherkommt, ist aufgrund des großartigen Gesamtentwurfs zu verzeihen. In einer Zeit, in der Hollywood endgültig zur Geldmaschine verkommen ist und das Publikum nur noch mit Dutzenden von Fortsetzungen einstmals erfolgreicher Ideen malträtiert, muss man den Filmemachern für ihren künstlerischen Wagemut dankbar sein.

8/10

Exklusiv bei amazon.de gibt es den Film im Steelbook zu kaufen:

Donnerstag, 24. April 2014

Mars Attacks! (1996)

http://www.imdb.com/title/tt0116996/

Gibt es Leben auf dem Mars? Diese große Frage der Menschheit wird unversehends beantwortet, als sich eine riesige Flotte fliegender Untertassen von unserem Nachbarplaneten auf den Weg zur Erde macht. US-Präsident James Dale (Jack Nicholson) möchte den kleinen, dafür umso unansehnlicheren Marsianern mit ihren riesigen, offen liegenden Gehirnen einen bombastischen Staatsempfang bereiten, während General Decker (Rod Steiger) die Fremden am liebsten gleich vom Himmel pusten würde. "Wir kommen in Frieden!" rufen die seltsamen Marsmännlein scheinheilig, um dann im marsianischen Blutrausch das Begrüßungskomitee des Präsidenten samt Weltpresse mit ihren Instant-Grill-Strahlenwaffen einzuäschern. Auf der gesamten Erde bricht ein hysterisches Inferno aus, doch der Widerstand lebt - fragt sich nur, mit welcher Waffe man jemanden bezwingen kann, der Atombomben als Joints wegraucht?

So muss Hochglanz-Trash aussehen! Und wären diese herzallerliebsten Marsianer nicht, die Bewertung für "Mars Attacks!" würde meinerseits gar nicht mehr so positiv ausfallen. Diese durchtriebenen Viecher rocken hier aber ganz gehörig die Welt, verkörpern die Spielzeugfiguren die man schon sein Leben lang haben wollte und brilliert noch hinzu mit einer der wohlklingensten Sprachen der Filmgeschichte. Der Rest des Films scheint bei ausgiebigem Genuss (ich hab ihn schon ziemlich oft gesehen) einem jedoch regelrecht in den Fingern zu zerbröckeln. Man will ihn richtig arg mögen, aber mit der Zeit schimmert immer mehr durch, dass diese geniale Retro-Optik und einige geniale Gags doch auch über viel Leerlauf hinwegtäuschen.

Bei der Erstsichtung ist "Mars Attacks!" jedoch ein Fest, bei dem man kaum in die Verlegenheit kommt an etwas herumzumäkeln. Die Stars geben sich die Klinke in die Hand (Jack Nicholson, Michael J. Fox, Jack Black, Glenn Close, Sarah Jessica Parker, Pierce Brosnan, Annette Bening, Danny DeVito, Martin Short, Tom Jones, Natalie Portman um nur mal die zu nennen, die mir spontan einfallen), irgendwann tauchen völlig absurde Außerirdische auf, die direkt aus den 50ern entsprungen zu sein scheinen und diese wollen doch tatsächlich die Welt in Schutt und Asche legen. Und das tun sie auf eine so schöne dekadent-bösartige Art und Weise, die meistens wirklich zum Schreien komisch ist und verleihen dem Film damit seine absoluten Höhepunkte.

Auf Seite der Menschen gibt es leider nicht so viel Bemerkenswertes, eigentlich sind sie nur nötig, da die extraterrestrische Bosheit auch Opfer braucht. Aber all die kleinen Geschichten außenrum, von Hotel-Erbauern und Familienwiedervereinigungen, sie sind für ein paar nette Momente gut, aber letztendlich kaum der Rede wert. Gerade die Gesellschaft im weißen Haus nervt einen irgendwann doch ein bisschen, da sie immer wieder auf die selbe Art reagieren und somit auch die Gags immer wieder aufs Selbe hinauslaufen.

Glücklicherweise bleibt "Mars Attacks!" nie allzulange auf einen Handlungstrang fixiert und die Schauplätze wechseln ziemlich rasant, so dass einem die recht dünne Substanz der einzelnen Storys kaum auffällt. Und außerdem sind da ja immer wieder sie... die Marsianer! Die wollen keine Handlung und machen somit alles richtig. Sie wollen nur zerstören und vernichten! Man hat das Gefühl, dass Regisseur Tim Burton sich hier mal so richtig austoben wollte - und vermutlich hasst er Slim Whitman mit seinem Song "Indian Love Call". :)

Wie gesagt, ich hab den Film so oft gesehen, dass sich ein paar Dinge totgelaufen haben. Aber man hat hier beim ersten Mal einen Riesen-Spaß und der Film ist ja auch für mich nach wie vor ein völlig liebenswerte Angelegenheit. Allein die Lasergewehre der Aliens sind fast schon einen Punkt wert. Mit der Zeit kann der Film aber eben nicht verbergen, dass er zwar viele tolle Einzelszenen hat, aber nie zu einen homogenen Ganzen wird. Brillantes Stückwerk, aber kein brillanter Film... nur eben ein richtig guter. 

8/10

Wer diesen Film in einer etwas besonderen Form haben wollte, hatte exakt 2 Tage Zeit dafür, denn dann war das exklusive und limitierte Steelbook ausverkauft. Dieses Steelbook ist gelackt und geprägt und lässt jedes Sammlerherz höher schlagen:

Resident Evil: Extinction (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0432021/

Fast 99 Prozent der Erdbevölkerung sind mittlerweile durch das todbringende T-Virus der Umbrella Corporation infiziert. Bis an die Zähne bewaffnet, treten Carlos, L.J., Claire, K-Mart und Nurse Betty die Flucht aus den zerstörten Städten an, in der Hoffnung noch weitere nicht infizierte Überlebende zu finden. Alice folgt dem Convoy, bereit an der Seite ihrer Mitstreiter gegen die lauernden Untoten und düsteren Machenschaften der Umbrella Corporation zu kämpfen. Doch dies ist nicht Alices einziger Kampf: genetisch manipuliert von Dr. Isaacs Experimenten, kann sie sich selbst nicht mehr trauen. Ihr letzter Ausweg ist, die Umbrella Corporation endgültig zu vernichten.

Stapfte und stolperte sich der Cast im Vorgänger noch mehr oder weniger orientierungslos durch die Geschichte - was dem Film zu einem mehr oder minder guten Trash-Charakter verhalf - so weiß hier jeder um seine Rolle und füllt diese nach klassischer Manier bestens aus. Tiefgründig geschrieben ist das mal wieder nicht, wir befinden uns ja immernoch im Game-Adaption-Zombie-Horror-Virus-Terrain, welches Writer Paul W.S. Anderson mal wieder in bekannter Gewohnheit solide kartografiert. Originell geht (mal wieder) anders und zwischenzeitlich gleicht der Film einer Mischung aus "Mad Max" und "Die Vögel", aber Anderson lag einfach schon immer eher das Anwenden, denn das Kreieren.

Der angesprochene Trash-Faktor fällt in Runde drei wesentlich geringer aus: Zunächst ist der Soundtrack wieder erträglich und sogar zeitweise richtig gut, die Dialoge sind soweit reduziert, dass zum Kopfschütteln wenig übrig bleibt und Taschenspielertricks wie Nebel, Gewitter und ähnliche Banalitäten erspart uns Regisseur Russell Mulcahy durchweg. Stattdessen punktet "Resident Evil: Extinction" mit schön gezeichneten Kontrasten zwischen endzeitlich-heller Wüstenumgebung und den steril-beklemmenden Interieurs des verschiedenen Umbrella-Hives.

Dieses Konzept geht gut auf und auch sonst stimmt die Optik - im Vergleich zu den Vorgängern sind die Effekte und Infizierten-Designs noch ein Stück hochwertiger - und weiß mit langsamen Kamerafahrten und starker Fotografie zu überzeugen. Trotz mehreren vergangenen Jahren zwischen Teil 2 und 3 sind hier einige Bekannte aus dem Vorgänger an Bord. Demnach gibt es eher funktionales, als überwältigendes Schauspiel. Schön ist, dass die Geschichte schön weitergesponnen und von Film zu Film auf ein größeres Maß hochskaliert wurde: aus dem Hive in die Stadt, aus der Stadt in die Welt.

Und was kommt jetzt? Aus der Welt in die Milchstraße? Für solchen Quark bedarf es wohl noch ein paar Durchgängen, immerhin: der Schluss legt den Grundstein für völlig überbordenden Action-Wahnsinn. Nett.

7,5/10

Mittwoch, 23. April 2014

Resident Evil: Apocalypse (2004)

http://www.imdb.com/title/tt0318627/

Das tödliche Virus hat sich über Raccoon City ausgebreitet: Die Geschichte beginnt an der Stelle, an der der erste Teil endete. Alice (Milla Jovovich) wurde von der mächtigen Umbrella Corporation für ein biogenetisches Experiment missbraucht und hat durch Genmanipulation übernatürliche Kräfte entwickelt. Ihre Sinne wurden verschärft, ihre körperliche Gewandtheit optimiert. Diese Eigenschaften und einiges mehr sind jedoch auch unbedingt nötig, um in der verwüsteten Stadt überleben zu können. Alice ist jedoch nicht allein. Jill Valentine (Sienna Guillory), ein kürzlich degradiertes Mitglied der Umbrella Corporation-Spezialeinheit, schließt sich ihr an. Gemeinsam versuchen sie von dem Ort, der sich mehr und mehr zu einer Stadt der Toten entwickelt, zu fliehen. Keine leichte Aufgabe, denn sie müssen sich zusammen mit vier anderen Überlebenden ihren Weg durch die unnachgiebigen Angriffe der ausgehungerten Untoten erkämpfen. Aber auch die Umbrella Truppen, ausgestattet mit fürchterlichen Biowaffen, versuchen ihre Flucht zu verhindern. So lange es ihnen nicht gelingt, den von der Umbrella Corporation gezüchteten Riesen-Mutanten des Nemesis-Projektes zu besiegen, werden Alice und ihre Helfer diese Apokalypse nicht überleben.

Gegenüber des gelungenen Erstlings verliert "Resident Evil: Apocalypse" schon deutlich an Fahrt. Genauer knüpft der Film so halb ans Ende vom Vorgänger an, und zeigt wie eine Handvoll unvorsichtige Wissenschaftler dafür sorgen, dass die Seuche den Hive verlassen darf. Und dabei stimmt dieses Szenario eigentlich, um eine spannende Flucht aus Raccoon City und so einen fetzigen Action-Zombiethriller zu drehen, doch insgesamt kränkelt Teil 2 der Saga am unprätentiösen Auftreten Milla Jovovichs und der Tatsache, dass jetzt plötzlich zuviele potentielle Hauptfiguren in der Suppe herumrühren. Thomas Kretschmann als fieser Konzernchef hingegen war allerdings herausragend.

Letztlich ist "Resident Evil: Apocalypse" nicht der zu erwartende Horrorstreifen geworden, sondern - genau wie der Vorgänger - ein Sci-Fi-Zombie-Actioner, der durch schnelle Bildschnitte, etwas cooler gestylten Kampfszenen (ob mit Waffe oder ohne) und etlichen Explosionen und karg gesäter Bildgewalt aufwarten wollte. Funktioniert leider nur stückchenweise.

6/10

Dienstag, 22. April 2014

[KINO] The Amazing Spider-Man 2 3D - The Amazing Spider-Man 2: Rise Of Electro 3D (2014)

http://www.imdb.com/title/tt1872181/

Peter Parker (Andrew Garfield) führt als Spider-Man bei weitem kein leichtes Leben. Chaos, Kriminalität und die Liebe bestimmen seinen hektischen Alltag. Doch Bösewichte und Schurken sind noch die kleineren Probleme; den größten Kampf führt er tagtäglich nur mit sich selbst und seinem Gewissen. Gwen Stacy (Emma Stone) ist für Peter die Einzige, doch fällt es ihm schwer aufgrund seiner wahren Identität die nötige Zeit für sie zu finden. Außerdem hindert ihn ein Versprechen, das er Gwens Vater gegeben hat, daran, seiner großen Liebe näherzukommen. Denn nur mit seinem selbst gewählten ‘Sicherheitsabstand’ kann er Gwen vor dem Unheil, das in der Welt herrscht, schützen. Stets hin- und hergerissen zwischen seiner Verantwortung als Spider-Man und seiner Liebe zu Gewn fällt es ihm schwer, dieses Versprechen einzuhalten. Die Situation spitzt sich zu, als der Oscorp-Mitarbeiter Max Dillon (Jamie Foxx) durch einen Unfall zum Bösewicht Electro wird und Peters alter Freund Harry Osborn (Dane DeHaan) überraschenderweise in die Stadt zurückkehrt, um ein fürchterliches Geheimnis von seinem im Sterben liegenden Vater (Chris Cooper) zu erfahren.

Fast 2 Wochen vor dem US-Kinostart läuft schon in Deutschland der zweite Teil des berühmtesten Wandkrabblers der Welt. Auch hier wurde wieder ohne Sinn und Verstand englische Titel nur für den deutschen Markt um eine ach-so-offensichtliche weitere englische Tagline ("Rise Of Electro") erweitert. Gebietet dem Einhalt!


Der Film beginnt wenige Zeit nachdem Teil 1 endete. Spidey hat alle Hände voll zu tun und die Verbrecher New Yorks offensichtlich immer noch nichts dazu gelernt. Bis auf Aleksei Sytsevich (Paul Giamatti), der sich gerade anschickt, eine Ladung Plutonium aus den Laboren Oscorps zu entwenden und bei seiner Fahrt durch die New Yorker Innenstadt alles was ihm in den Weg kommt gnadenlos und mit einer gehörigen Portion Wahnsinn plattmacht. Eine etwas größere Aufgabe für unseren Helden und der Auftakt zu seinem (werbewirksamen) "größten Kampf". Eine größerer Kampf ist es aber leider nicht geworden. Zu sehr krankt der zweite Teil an der Liebesschnulze zwischen Gwen ud Peter, anstatt mit ordentlich Superhelden-Action Gas zu geben. Zudem ist aus dem einst schüchternen Peter auch neben seinem Superheldendasein ein taffer, selbstbewusster Kerl geworden, was zwar irgendwie auch erklärbar ist, mir persönlich aber überhaupt nicht gefällt. ich mochte die Art des Peter Parkers aus Teil 1. Unscheinbar, intelligent und zurückhaltend. Trotzdem kann ich großzügig über dieses Manko hinwegsehen.

Denn: Max Dillon (Jamie Foxx) sorgt als Electro ab einem gewissen Zeitpunkt im Film für richtig wahrlich elektrisierende Action und verfügt über einen so fetzigen Special Effect, der besonders in 3D genial rüberkommt, dass es eine wahre Freude ist. Auch wird nur bei seinen Auftritten Superzeitlupe verwendet, die Kamera fährt um das Geschehen, sodass man als Zuschauer das Ausmaß seine Macht regelrecht zu spüren bekommt. Man wartet also gebannt auf sein Auftreten, obwohl er zu Beginn einen an ADS leidenden Menschen gibt - und das mit fast schon zuviel Leidenschaft. Aber prinzipiell ist Electro wieder ein Stereotyp, dem man seine Wut abkauft, aber auch gerade nur so - weil es eben passt (und weil man natürlich sehen will, wie Spidey dem Typen beikommt - was auch hier wieder keine Überraschung ist. Die Wandlung von von Max zu Electro läuft also sehr schnell von sehr unscheinbar und offensichtlichem Fußabtreter auf einen sehr sehr wütenden und bösen Gegner.

Und dann war da noch... Harry Osborn (Dane DeHaan), der allein mit seiner fast immer bösartigen Mimik auf das aufmerksam macht, was er später mal werden wird: The Green Goblin. Auch er hat in dieser Reihe in Peter einen Freund, der sich sehr schnell zum Feind wandelt, als Harry erkennen muss, dass Peter gar nicht begeistert ist, sein Alter Ego zur lebensrettenden Blutspende für Harry antreten zu lassen. Klar auch, dass sich Harry selbst retten muss - und wer den Hinweisen im Film folgt, der sieht schon, wie das laufen wird. Unklar ist allerdings nur, wie ein im Grunde normal denkender Mensch nur immer auf solche abstrusen Ideen kommt. Auch ist der Auftritt des Goblins final recht kurz und dient viellecht tatsächlich nur der Einführung der Figur. Gwen Stacy (Emma Stone) ist hübsch und niedlich anzusehen  und spielt wie schon im ersten Teil routiniert und glaubhaft, da gibt es nichts zu meckern. Ob die Entwicklung ihrer Figur so glücklich gewählt war, wird ein (mit Sicherheit) folgender dritter Teil klären. Ich jedenfalls begrüße diesen Schritt.

Tja, wenn man den Trailer gesehen hat (was man tunlichst unterlassen sollte!), dann fällt einem spätestens jetzt auf, dass ein Gegenspieler noch gar nicht zum Zug kam: Rhino. Denn: Aleksei Sytsevich (Paul Giamatti) wurde ja bereits zu Beginn von Spidey hinter Schloß und Riegel gebracht und feiert nun durch erst am Ende mit einer relativ kurzen Sequenz seinen Auftritt, der hauptsächlich aus den im Trailer gezeigten Actionszenen besteht. Das ist reichlich dämlich, wird doch dem Zuschauer durch den Trailer etwas völlig anderes suggeriert.

Die Hochglanzoptik des Films mit den ansprechenden Kamerfahrten, Zeitlupensequenzen und den guten 3D-Effekten gefällt mir sehr, auch der Soundtrack und die Musikauswahl von Hans Zimmer und den "Magnificent Six" untermalten den Film mit dem bekannten Thema und einigen gut ausgewählten Stücken passend. Ein absoluter Griff ins Klo hingegen war die Auswahl für die Credits in der Tim Bendzko ("Ohne zurück zu sehen"). das Lied passt - trotz seiner Textzeilen - für mich so gar nicht in das Konzept eines Superheldenfilms und macht hoffentlich keine Mode.

Auch in 3D kommt der Streifen gut und kann sich diesbezüglich mit dem Vorgänger messen, ist aber global gesehen doch nur wieder ein Sequel mit den Problemen vieler anderer zweiter Teile. Alles in allem ist der zweite Teil trotzdem ein guter und vor allem unterhaltsamer Streifen, der einzig das Problem der - prozentual gesehen - zu kurz kommenden Action hat und an der in die Länge gezogenen Liebelei zwischen Peter und Gwen und an der zu schnellen Erzählweise krankt. Wie ich schon zum dritten Teil der "alten" Spider-Man-Trilogie schrieb: 3 Gegner sind einfach mindestens einer zu viel. 

7/10

Unzähige Editionen erschienen zu diesem Film. Aber nur und exklusiv bei Müller gibt es den Film im Magnetic NEO-Pack; eine neuartige Art der Verpackung, komplett aus Metall, ähnlich einem Steelbook, aber wie ein DigiPak. Inklusive dem Film in 2D und 3D und einer extra Bonus-Disc. Ein schickes Teil!

Resident Evil (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0120804/

In einem geheimen Genforschungslabor der Umbrella Corporation wird bei einem biochemischen Unfall ein tödliches Virus freigesetzt. Sämtliche Mitarbeiter werden von dem mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten internen Zentralcomputer, Red Queen, per Nervengas eliminiert – um wenig später als mörderische Zombies wieder aufzuerstehen. Um die Verbreitung des Virus aufzuhalten, wagt sich ein Spezialkommando in die Katakomben. Angeführt wird das Team dabei von den Kampfbräuten Alice (Milla Jovovich) und Rain (Michelle Rodriguez). Alice ist als einzige Überlebende des tödlichen Vorfalls die entscheidende Waffe gegen den verheerenden Outbreak. Ein Wettlauf gegen die Zeit und gegen eine Horde wildgewordener fleischfressender Untoter und Mutanten, beginnt.

Und das Endergebnis war zwar kein Kracher, aber immerhin ein Film, der so was wie ein Stückchen Unterhaltung zu bieten hatte. Storytechnisch orientiert sich der Streifen nur grob an seiner Videospielvorlage, die ich nur wenig kenne. Wenige Details wurden übernommen und einige Eigenidee hinzugefügt. In den ersten Minuten gelingt es dem Film sogar, die Atmosphäre des ersten Games einzufangen. Allerdings auch nur wirklich ein paar Minuten. Den Rest der Laufzeit präsentiert Regisseur Paul W.S. Anderson einen Action-Horror-Streifen, der kurzweilige und stellenweise eben auch gute Unterhaltung bietet. Um den Zuschauer auch bei der Stange zu halten, wurden ebenfalls einige nette Schockmomenten integriert, die aber ab einem gewissen Zeitpunkt etwas nerven. In Sachen Schauspieler bekleckert sich "Resident Evil" nicht gerade mit Ruhm, was man aber Angesichts des Genres auch kein Problem ist und man doch noch verschmerzen kann. Milla Jovovich wirkt in ihrer Rolle als Hauptfigur Alice noch etwas zögerlich, Michelle Rodriguez als knallhartes und taffes SWAT-Mitglied hingegen sorgt für einige coole Sprüche und hat ihrer Rolle besser unter Kontrolle.

Nicht sonderlich gute Arbeit hat auch die Spezial Effekt- Abteilung zu verbuchen. Die Effekte sehen nicht immer gut aus und auch das Zombie-Make-Up überzeugt nur bedingt. Zwar wurde sich im Bereich Spezial- Make-Up-Effekt ein Beispiel an Romero’s "Dawn Of The Dead" genommen, nur leider nicht ganz mit der nötigen Raffinesse. Als Fan schöner Zombie-Attacken vermisst man auch schmerzlich die deftigen Bluteinlagen, die hier eindeutig zu kurz kamen.

"Resident Evil" ist im Gesamtbild sicher keine extrem gut gelungene Videospieladaption oder ein einwandfreier Zombiefilm. Dafür ist er aber ein recht kurzweiliger, rasanter Action-Horrorfilm, mit coolem Soundtrack und spannender Story - mit kleinen Defiziten im Handwerk.

7/10

Samstag, 19. April 2014

[SERIE] Breaking Bad, Season 02

Weiter geht es mit dieeser spannenden Serie. Allein schon die erste Staffel verstand es auf hervorragende Weise so zu fesseln, dass man kaum eine Chance hatte, wegzusehen. Staffel 2 setzt hier noch einen drauf. Die Ereignisse überschlagen sich und es gibt einen ganz besonderen Kniff, denn man sieht hier schon - zu Beginn der zweiten Staffel - quasi das Ende derselben - allerdings nur in schwarz-weiß  gefilmten Bruchstücken mit einem einzigen farbigen Akzent, welche dann immer am Anfang einer Folge zusammengesetzt wird und den Zuschauer grandios bei der Stange halten.

http://www.imdb.com/title/tt1232244/
2.1 Vorsichtsmaßnahmen (Seven Thirty-Seven)
Hank sichtet die Aufnahmen einer Sicherheitskamera, die einen Einbruch von Walter und Jesse zeigen. Als Tucos zweiter Gehilfe auch tot ist, fürchten die beiden Zeugen um ihr Leben. Hank gesteht Skyler, von Maries kleptomanischen Neigungen gewusst zu haben. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt1232249/
2.2 In der Falle (Grilled)
Tuco entführt Walter und Jesse. Die beiden versuchen ihm zu entkommen indem sie ihn vergiften. Währenddessen wird Walter zu Hause vermisst. Hanks Suche führt zu Tuco, den er erschießt. Walter und Jesse können daraufhin fliehen. - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1232250/
2.3 Gedächtnisschwund (Bit By A Dead Bee)
Um sein Verschwinden zu erklären, geht Walter nackt in ein Einkaufscenter und täuscht Gedächtnisschwund vor. Aus der Klinik, in die er daraufhin eingeliefert wurde, versucht Walter wieder entlassen zu werden. Skyler glaubt, dass Walter ein zweites Handy besitzt. Jesse verliert mit seinem Alibi sein gesamtes Geld. Dieses fehlt nun, um das mobile Drogenlabor, das Jesse vor der Polizei versteckt hat, auszulösen. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1232251/
2.4 Ganz unten (Down)
Walter gelingt es nicht, Skyler von seinen Lügengeschichten zu überzeugen. Jesse wird von seinen Eltern aufgrund des Drogenlabors im Keller aus seinem Haus geschmissen. Da er immer noch kein Geld hat, holt er sich den Wohnwagen ohne zu bezahlen... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1232252/
2.5 Bruchschäden (Breakage)
Hank wird befördert. Jesse willigt ein, wieder mit Walter, der für Arztrechnungen Geld braucht, zusammenzuarbeiten. Dafür baut Jesse ein Vertriebsnetz mit Dealern für das Meth auf. Jesse zieht in eine neue Wohnung neben Jane. Skinny wird beraubt. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1232253/
2.6 Kuckuck (Peekaboo)
Um sich Respekt zu verschaffen, stattet Jesse dem Pärchen, das Skinny beraubt hat, einen unangemeldeten Besuch ab. Dort bekommt er schließlich auf Umwegen sein Geld zurück und erlebt unfreiwillig einen Mord. Gretchen erfährt, dass Walter Skyler belogen hat. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt1232254/
2.7 Negro Y Azul (Negro Y Azul)
Jesse hat zu nichts mehr Lust. Walter will erst alleine weiter machen, doch dann versucht er den traumatisierten Jesse aufzurichten. Skyler holt sich einen neuen Job - und einen Verehrer. Hank stößt in Texas auf Ablehnung und gerät in einen Hinterhalt. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt1232255/
2.8 Beauftragen Sie Saul (Better Call Saul)
Hank ist traumatisiert. Badger wird von einem verdeckten Ermittler verhaftet, woraufhin Walter für ihn den abgebrühten Anwalt Saul Goodman engagiert. Dieser rät jedoch, Heisenberg zu belasten, wovon ihn Walter und Jesse erfolglos durch Bestechung wie auch Einschüchterung abzuhalten versuchen. Letztendlich wird Saul der Anwalt von Heisenberg und ein Berufs-Strafgefangener geht an Walters Stelle ins Gefängnis. - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1232256/
2.9 4 Tage Auszeit (4 Days Out)
Walter denkt, dass er nicht mehr lange zu leben hat. Sein Geld geht zur Neige. Also lügt er Skyler an und fährt mit Jesse, der eigentlich Zeit mit Jane verbringen wollte, in die Wüste, um pfundweise Meth zu kochen. Dann gibt es Probleme mit der Batterie des Wohnwagens. Walter erfährt, dass der Tumor in seiner Lunge um 80 % geschrumpft ist. Jedoch bedeutet die Remission nicht die Heilung. - 10/10

http://www.imdb.com/title/tt1232245/
2.10 Schluss (Over)
Walter kommt mit seiner Genesung nicht zurecht, also heimwerkelt er den ganzen Tag. Eine Party zu seiner Besserung endet im Streit, da Walter wie verwandelt ist. Deshalb möchte er das vorhandene Meth verkaufen und dann mit der Drogenproduktion aufhören. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1232246/
2.11 Mandala (Mandala)
Combo wird erschossen. Auf Anraten Sauls will Walter sich mit einem neuen Handelspartner treffen. Als nach mehreren Problemen der Drogendeal für fast 40 Pfund Meth laufen soll, setzen Skylers Wehen ein und Jesse und Jane sind high von Heroin. - 9710

http://www.imdb.com/title/tt1232247/
2.12 Phoenix (Phoenix)
Walter verpasst Hollys Geburt aufgrund des erfolgreichen Drogendeals. Das Geld wäscht er über die Spendenwebsite seines Sohnes rein. Jane erpresst Walter, damit Jesse an seinen Anteil kommt, den Walter wegen seines Drogenkonsums verwahren wollte. Jane stirbt nach dem Drogenkonsum an Erbrochenem während Walter tatenlos zusieht. - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt1232248/
2.13 Krisen (ABQ)
Walter ist besorgt um Jesse, der sich nach Janes Tod Vorwürfe macht. Skyler verlässt Walter, weil er sie angelogen hat. Zwei Flugzeuge kollidieren über Albuquerque aufgrund eines Fehlers von Janes traumatisiertem Vater. - 9,5/10

Es gibt nur eine Phrase, um diese Serie zu beschreiben: perfekte Unterhaltung.

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Donnerstag, 17. April 2014

Savaged (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2378453/

Gequält, vergewaltigt und abgestochen wie ein Stück Vieh - das Leben der hübschen Zoe endet grausam. Brutale Rednecks haben sie überfallen und nachdem sie ihren Spaß mit ihr hatten, verscharren sie Zoe in der Wüste. Dort findet ein Schamane die junge Frau. Er spürt noch einen winzigen Funken Leben in dem zerschlagenen Körper und versucht, sie mit einem heiligen Ritual zurück zu holen. Aber mit Zoe erwacht der Geist eines sehr zornigen Apatschen in ihrem Körper. Der Krieger wurde einst von einem Vorfahren der Rednecks ermordet und brennt nun darauf, im Blut seiner Feinde zu baden. Das Mädchen und der Krieger verbreiten bald nackte Angst. Aber ihre Rache ist ein Wettlauf mit der Zeit, denn Zoes Körper verwest schnell ...

Definitiv kein typischer "Rape'n Revenge"-Movie. Zum einen ist (das ist noch nichts ungewöhnliches bei solchen Streifen) der ganze Auftakt zum Geschehen "nur" angedeutet und weit weniger intensiv-verstörend wie bei anderen Genrevertretern alá "I Spit On Your Grave", zum anderen ist die Protagonisten hier dieses Mal tatsächlich tot und bereits auf dem Weg auf die andere Seite, als sie von einem alten Indianer in der Wüste zufällig entdeckt und wiederbelebt wird. Diese übernatürliche Geister-/Zombiehafte Komponente versucht zwar dem Genre einen neuen Touch zu geben, aber es drängt sich die Frage nach dem Sinn dieser Idee auf. Als ob es nicht reichen würde, zu zeigen, wie das Opfer sich rächt. Zumindest geht es aber in dem Streifen relativ schnell und vor allem sehr splattrig zur Sache und das anfängliche Mauerblümchen wird schnell zur Gedärme herausreißenden, um sich tretenden und alles zerschneidenden Furie, die sich auch an all ihren Peinigern und deren Familien so richtig "schön" austoben kann.

Dabei erinnert der Look des Films eher an einen B-Movie - und so kommt auch der ein oder andere Effekt rüber - doch zumindest die Protagonistin ist mit Amanda Adrienne gut besetzt und stimmt diesbzüglich versöhnlich. Alle anderen Figuren - insbesondere der Freund und ein paar der Täter - wirken wie aus einem Heim entsprungen und sondern teilweise entsetzlich dümmliche Monologe ab. Vermutlich muss das aber so sein, um die Dummheit derer noch doppelt und dreifach zu unterstreichen. Untermalt wird das ganze von Horrorfilm-typischen Soundsamples und rockige Hillbilly-Country-Musik, die zum Glück nicht überhand nimmt und zu den Szenen auch relativ gut passt.

"Savaged" ist also ein solider Vertreter seiner Zunft, defintiv kein Kandidat für die Spitze, aber eine blutreiche Rachestory mit durchaus Erinnerungswert und sogar Wiedersehensfaktor.

6,5/10

The Smurfs 2 3D - Die Schlümpfe 2 3D (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2017020/

Auch dieses Mal führt der böse Zauberer Gargamel (Hank Azaria) nur Böses mit den Schlümpfen im Schilde. Nachdem er es geschafft hat, in Frankreich von den Einwohnern als mächtigster Zauberer verehrt zu werden, erschuf er einige schlumpfähnliche, jedoch völlig bösartige Geschöpfe, die sogenannten Lümmel. Mit ihnen will er die magische Schlumpf-Essenz erlangen. Als Gargamel feststellt, dass er trotzdem einen echten Schlumpf für seinen Plan braucht und Schlumpfine (Katy Perry) die einzige ist, die den geheimen Zauberspruch kennt, lässt er sie von den beiden Lümmeln Zicki (Christina Ricci) und Hauie (J.B. Smoove) nach Paris entführen. Papa Schlumpf (Jonathan Winters), Clumsy (Anton Yelchin), Muffi (George Lopez) und Beauty (John Oliver) müssen sich beeilen, mit der Hilfe von Patrick Winslow (Neil Patrick Harris) und seiner Frau Grace (Jayma Mays), ihre Freundin zurückzuholen, bevor sie von den Lümmeln umgedreht wird und diese ihre freche Seite zum Vorschein bringen.

Eine nette kleine Geschichte mit netten kleinen Darstellern, ein treffender Hank Azaria als Gargamel, einige gute Szenen, wenige Lacher, gute Animation und auch der Soundtrack weiß zu gefallen. Als Sahnehäubchen noch das eine oder andere Schlumpfwort und einen passenden Oneliner unterbringen und ein, nicht schlumpftastischer, aber doch recht angenehmer Kinderfilm ist geboren. Doch was hier an "Dramatik" gebracht wurde war eher lächerlich, weil es zu übertrieben unrealistisch in einer realistischen Welt war. Das geht in meinen Augen leider gar nicht. Dieser Mix aus Fantasy und Realität ist furchtbar. Wirklich viel mit den Schlümpfen hatte das auch nicht mehr zu tun - bis auf die bereits erwähnten Schlumpfworte und -namen. Beim ersten Teil war ich genau so skeptisch und auch kritisch doch dieser war trotz allem besser als dieser. Daher ist der Teil 2 keine wirkliche Empfehlung, es sei denn man bevorzugt tatsächlich so viel dummes Gequatsche was lustig rüber kommen soll (es aber nicht tut) und man so viel für echt total übertriebene Fremdschämmomente übrig hat.Der 3D-Effekt hingegen ist richtig klasse: mit vielen Pop-Outs und schöner räumlicher Tiefe.

5,5/10

Die 3D-Fassung gibt es für mittlerweile kleines Geld auch im Steelbook mit Lenticular-Magnetcover:

Dienstag, 15. April 2014

The Signal (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0780607/

Es ist Silvester und das Chaos bricht über die Stadt herein. Fernseher und Radios schalten sich wie von selbst ein und senden ein Signal, das tief liegende Aggressionen freisetzt und jeden Menschen in eine mordende Bestie verwandelt. In dieser Apokalypse kämpft Ben um das Leben der Frau, die er liebt und die er um jeden Preis schützen muss. Vor dem tobenden Mob. Und vor dem Signal. “The Signal”, von drei visionären Regisseuren in Szene gesetzt, ist eine erschreckende Reise zur Erkenntnis, dass das schlimmste Monster immer noch der Mensch selbst ist.

So viel hatte ich mir von dem Film versprochen. Und dann erwartet einen ein billigstes B-Movie-Gedöns mit unterirdischen Dialogen und einer dummen Story, welche sich in 3 recht unterschiedliche Teile splittet und rein mit unbekannten Schauspielern besetzt ist:

In "Transmission I" versucht die blonde Mya einfach nur aus ihrer alten tristen ungeliebten Welt zu fliehen und wird Zeuge des Ausbruchs oder vielmehr der Wirkung des Signals. Sie entkommt den Verrückten und macht sich auf zum Terminal 13, wo sie auf ihren Geliebten Ben warten soll. Dieser Part ist ziemlich langweilig und kommt auch nur quälend langsam voran. "Transmission II" stellt den weiteren Verlauf aus Ehemann Lewis' Sicht dar. Hier ändert sich der Stil des Films und es entsteht ein doch amüsant-makaberes Treiben, mit vielen absurden Szenen, wenn Lewis bei der Sylvesterparty auf Clark trifft. Nach einigen immerhin netten Überkreuzungen der Handlungsstränge folgt "Transmission III", in der Ben und Clark zum Terminal fahren und im großen Finale versuchen Mya zu retten. Hier wird es noch langsamer und endet schließlich im Gähnen der Zusehers, der bis dahin durchgehalten hat. Tja, der Film hat mich weder unterhalten noch hat er mir irgend einen Sinn oder Logik gezeigt.

2/10