Montag, 29. Dezember 2014

[SERIE] Star Trek: Voyager, Season 02

http://www.imdb.com/title/tt0112178/ 

Weiter geht es mit Voyager und einer sehr durchwachsenen Staffel. Man hat das Gefühl, die Macher wussten nicht so recht in welche Richtung es gehen sollte. Hier mal eine Folge mit spannendem Story-Verlauf ("Projections"), aber dann wieder zwei Folgen ("Initiations" und "Elogium"), die vor sich hin plätschern und nicht wirklich vom Hocker reißen. So zieht es sich das durch gesamte 26-teilige Staffel, erst gegen Ende wird es besser, spannender und vor allem interessanter. So ist die Folge "Deadlock" wohl eine der besten Folgen der zweiten Staffel, aber auch "Deathwish" mit der Begegnung der Q ist sehr unterhaltsam und kurzweilig. Insgesamt retten also ein paar gute Folgen die Staffel und man ist mit dem Cliffhanger aus "Basics" gespannt auf Staffel 3…

2.1 Die 37er (The 37’s)
Mitten im All trifft die Voyager auf einen rostigen alten LKW aus den 30er Jahren der Erde. Über das Radio empfangen die Crewmitglieder einen Notruf, der sie auf einen Planeten ganz in der Nähe führt. Dort entdecken sie weitere Gegenstände von der Erde und in einer Höhle Tiefschlafkammern mit acht Menschen aus dem 20. Jahrhundert … - 7/10

2.2 Der Namenlose (Initiations)
Ein Kazonen-Schiff greift Chakotay an. Der wollte sich für ein indianisches Ritual zu Ehren seines verstorbenen Vaters zurückziehen. Chakotay gelingt es, den Angriff abzuwehren. An Bord des feindlichen Schiffes findet der Offizier einen Kazon-Ogla-Jungen. Dieser möchte sich seine Sporen verdienen, indem er Chakotay tötet. – 6,5/10

2.3 Das Holo-Syndrom (Projections)
Das medizinische Notfallprogramm wurde aktiviert und der Holodoktor materialisiert. Doch es ist niemand auf der Krankenstation. Die Crew hat die Voyager verlassen, weil sie von zwei Kazonschiffen angegriffen wurde. Da taucht ein Unbekannter auf der Station auf, der vom Holodoktor verlangt, das Schiff zu zerstören. – 8,5/10

2.4 Elogium (Elogium)
Kes ist verzweifelt. Sie hat viel zu früh ihr Elogium bekommen, ihre Geschlechtsreife. Da sie als Ocampa nur einmal im Leben Mutter werden kann, soll sich nun Neelix dafür oder dagegen entscheiden. Unterdessen wird die Voyager von einem Schwarm von Tierchen angegriffen, der ihr die ganze Energie raubt. - 6/10

2.5 Der Zeitstrom (Non Sequitur)
Kim ist mit den Nerven fertig. Er ist auf der Erde in San Francisco erwacht und dort arbeitet als Ingenieur. Die Voyager und ihre Besatzung scheinen nie existiert zu haben. Dann spürt Kim jedoch einen Alien auf, der gute Nachrichten hat. Durch eine Kollision mit einem Raumschiff wurde das Raum-Zeit-Kontinuum verändert. Doch das kann rückgängig gemacht werden. - 7/10

2.6 Die Raumverzerrung (Twisted)
Kes feiert ihren zweiten Geburtstag. Da entdeckt die Crew der Voyager plötzlich eine ungewöhnliche Raumverzerrung, die das Schiff in einen schrecklichen Irrgarten verwandelt: Überall gibt es Verschiebungen und alle landen ständig woanders, als sie wollen. Verantwortlich für die Wirren ist eine neugierige Lebensform, die sich einfach ins System geschaltet hat. - 7/10

2.7 Der Höllenplanet (Parturition)
Die Voyager muss ihre Nahrungsvorräte ergänzen. Neelix und Paris werden dazu auf einen fremden Planeten geschickt. Dort müssen sie vor giftigen Dämpfen in eine Höhle flüchten. Es kommt zum Streit: Neelix verdächtigt Paris, eine Affäre mit Kes zu haben. - 6/10

2.8 Rätselhafte Visionen (Persistence Of Vision)
Captain Janeway bereitet sich auf ein Treffen mit den Bothanern vor. Der Doktor schickt sie zur Entspannung aufs Holodeck. Dort lässt sie als Programm einen historischen Roman laufen. Plötzlich tauchen die Romanfiguren auch in der Realiät auf. – 6,5/10

2.9 Tattoo (Tattoo)
Chakotay und die anderen Besatzungsmitglieder suchen auf einem Planeten nach Antriebsmaterial. Dabei stoßen sie auf einen Indianerstamm, der von der Störung durch die Erdlinge wenig begeistert ist. Doch Chakotay fühlt eine gewisse Verbundenheit mit dem Stamm, erinnern ihn dessen typische Tätowierungen doch an die seines Vaters. – 5,5/10

2.10 Suspiria (Cold Fire)
Die Voyager stößt im All auf eine Raumstation mit einer Ocampa-Kolonie. Janeway ist begeistert, als sie erfährt, dass Suspiria – eine Fürsorgerin – die Station dorthin brachte. Der Captain wittert eine Chance, endlich nach Hause zu kommen. Doch dazu braucht sie Kes’ Hilfe, um zu Suspiria durchzudringen. - 7/10

2.11 Das Signal (Maneuvers)
Ein Signal von der Föderation! Die Besatzung der Voyager ist in Aufruhr, besteht nun doch wieder Hoffnung, bald heimzukehren. Doch das Signal erweist sich als Falle. Als die Voyager ihm folgt, landet sie mitten in einem Angriff der Kazoner. Und Chakotay erfährt eine überraschende Neuigkeit. – 7,5/10

2.12 Die Resistance (Resistance)
Janeway, Tuvok, Neelix und Torres werden auf einem Planeten von feindlichen Mokra überfallen. Janeyway und Neelix können jedoch entkommen. Während Letzterer die gefundenen Mineralien in Sicherheit bringt, kommt Janeway bei dem alten Caylem unter. Der hält den Captain für seine lang verschollene Tochter, mit deren Hilfe er seine Frau aus dem Gefängnis befreien will. - 7/10

2.13 Prototyp (Prototype)
Torres erweckt einen kaputten Roboter wieder zum Leben. Der bittet sie daraufhin darum, ihn zu seinem Schiff zurückzubringen und für ihn und seine Roboter-Kolonie ein Modul zu entwickeln, mit dem sie sich fortpflanzen können. Torres lehnt ab. Das will „Einheit 3947“ nicht akzeptieren und entführt die Wissenschaftlerin. – 7,5/10

2.14 Allianzen (Alliances)
Janeway will Frieden mit den Kazon, die die Voyager immer wieder bedrohen. Sie schickt Neelix los, der Verhandlungen führen soll. Doch der wird gefangengenommen. Er kann mithilfe der Trabe fliehen, die der Besatzung der Voyager eine Allianz anbieten. Janeway ist zunächst begeistert, doch die Trabe sind nicht, was sie zu sein scheinen. - 7/10

2.15 Die Schwelle (Threshold)
Tom ist überglücklich! Er hat es als erster geschafft, die magische Grenze von 10 Warp zu überschreiten. Die ganze Besatzung freut sich mit ihm, denn nun scheint es möglich, in kürzester Zeit an jeden beliebigen Ort im Universum zu reisen. Doch dann machen sich bei Paris schreckliche Nebenwirkungen seines Abenteuers bemerkbar. – 7,5/10

2.16 Gewalt (Meld)
Ein Mord ist geschehen. Tuvok macht in Fähnrich Suder schnell den Täter aus. Suder leugnet nicht, gibt aber auch keinen Grund für seine schreckliche Tat an. Also widersetzt sich Tuvok Janeways Anweisungen und führt eine Geistesverschmelzung mit Suder durch. Das hat schlimme Konsequenzen. - 8/10

2.17 Der Flugkörper (Dreadnought)
Eine cardassianische Rakete kreuzt den Weg der Voyager. Torres erkennt bald, dass sie bereits früher mit diesem Flugobjekt zu tun hatte. In ihrer Maquiszeit programmierte sie die Rakete um. Das scheint ihr nun leider nicht mehr zu gelingen, dabei hält das explosive Geschoss genau auf einen bewohnten Planeten zu. - 8/10

2.18 Todessehnsucht (Deathwish)
Die Untersuchung eines Kometen fördert Interessantes zutage: Einen Q, der den Wunsch hat, zu sterben. Als Janeway diesen Q an Bord bittet, taucht plötzlich ein anderer, von der Enterprise bekannter, Q auf. Er fordert die Auslieferung des Todessehnsüchtigen, da dieser eine große Gefahr darstelle. Der Kometen-Q bittet Janeway daraufhin um Asyl. – 8,5/10

2.19 Lebensanzeichen (Lifesigns)
Vidiianerin Danara bringt das Leben an Bord der Voyager durcheinander. Besonders das von Doc. Denn der erstellt ein Hologramm von Danara, während er ihren kranken Körper behandelt. Daraufhin verliebt sich die Vidiianerin in ihren Heiler. – 7,5/10

2.20 Der Verräter (Investigations)
Neelix geht voll in seiner Bord-Fernsehshow „Briefing mit Neelix“ auf. Er will als Reporter alles aufdecken, was auf dem Raumschiff vor sich geht. Da kommt ihm ein Gerücht gerade recht: Angeblich will ein Besatzungsmitglied das Schiff verlassen. Neelix hat schnell Paris in Verdacht, der sich auffällig verhält. Will er zu den Talaxianern überlaufen? – 7,5/10

2.21 Die Verdoppelung (Deadlock)
Die Voyager existiert zweimal! Durch ein Raum-Phänomen düsen zwei identische Raumschiffe in zwei Paralleluniversen durch die Galaxie. Doch die Energie reicht auf Dauer nur für eines der beiden, die durch einen Durchgang verbunden sind. Die beiden Captains beraten, was zu tun ist. Da wird eine Voyager von Vidiianern überfallen. - 9/10

2.22 Unschuld (Innocence)
Tuvok muss auf einem Planeten notlanden, der den Drayanern heilig ist. Dort stößt er auf drei Kinder. Diese behaupten, verfolgt zu werden. Tuvok will ihnen helfen und bittet Janeway um die Evakuation der Kinder. Die findet jedoch etwas Interessantes heraus: Die Drayaner werden im Alter immer jünger. Und der Planet ist eine Grabstätte. - 6/10

2.23 Das Ultimatum (The Thaw)
Die Voyager stößt auf die letzten Überlebenden eines Planeten. Diese hätten bereits vor vier Jahren aus ihrem künstlichen Tiefschlaf geweckt werden sollen. Torres und Kim lassen sich ebenfalls in Tiefschlaf versetzen, um herauszufinden, was nicht funktioniert hat. – 7,5/10

2.24 Tuvix (Tuvix (a.k.a. Symbiogenesis))
Auf einer Außenmission kommen Tuvok und Neelix mit einer Pflanze in Berührung. Diese bewirkt eine Symbiose: Aus den beiden entsteht ein völlig neues Wesen, das sich selbst Tuvix nennt. Kes und der Doktor suchen nach einem Weg, die Verschmelzung rückgängig zu machen. – 7,5/10

2.25 Entscheidungen (Resolutions)
Ein gefährlicher Virus befällt Janeway und Chakotay. Da die Krankheit nicht weiter um sich greift, werden die beiden auf dem Planeten zurückgelassen. Die Voyager setzt ihre Reise fort. Tuvok wendet sich an die Vidiianer, um ein Heilmittel zu finden. - 7/10

2.26 Der Kampf ums Dasein – Teil 1 (Basics (1))
Seska lockt die Besatzung der Voyager mit einem Notruf in die Falle. Durch einen Trick entern die Kazon das Schiff und setzen die Mannschaft auf einem Planeten im Hanon-System aus. Nur dem holographischen Doktor und Suder gelingt es, sich auf der Voyager zu verstecken. - 8/10

Final Destination 2 (2003)

http://www.imdb.com/title/tt0309593/

Kimberly Corman will mit ihren Freunden ein gemeinsames Wochenende verbringen – hilflos muss sie mit ansehen, wie ein mit Baumstämmen beladener Lastzug außer Kontrolle gerät und seine tödliche Fracht verliert… Bei der grausigen Kettenreaktion bleiben eine Menge Blech und mehrere Tote auf der Strecke – Kimberly eingeschlossen. Doch einen Moment später befindet sich Kimberly immer noch im Verkehrsstau, etliche Verkehrsteilnehmer, deren Tod sie vor Sekunden miterlebt hat, fahren weiterhin hinter ihr her. Das alles war also nur eine grausige Vision. Sollte es etwa eine Warnung sein? In ihrem Schockzustand blockiert Kimberly die Auffahrt, damit die Autos nicht auf den Highway 23 fahren können. Die Autofahrer werden ungeduldig und hupen aufgebracht, bis sich Kimberlys Vision vor ihren Augen unerbittlich in tragische Wirklichkeit verwandelt. Auf dem Highway sorgt der Tod für eine gewaltige Massenkarambolage. Die Fahrer, die sich noch auf der Rampe befinden, kommen haarscharf mit dem Leben davon. Doch Kimberly weiß genau, dass die Gefahr damit längst nicht ausgestanden ist. Der Tod lässt sich nicht so leicht austricksen.

"Final Destination 2" ist im Grunde ein Zwilling vom Vorgänger. Nur blutiger. Aber letztlich doch annehmbar, denn warum sollte man das großartige Konzept vom Tod auch umstürzen? Hier wird halt nur auf die rauchige Luft verzichtet, die die Anwesenheit des Todes präsentiert. Das würde auch den neuen Schauplätzen auch nicht gerecht, denn in Teil 2 wird detailierter, spritziger und auch heftiger getötet als noch in "Final Destination". Hier wurde eindeutig dem Effekt und dem Weg zum "Ziel" der Vorrang gegeben. Aber der sitzt auch. Es wird herrlich gesplattert aber es wirkt auch leider immer gestellt, als das ein wirklicher Überraschungsmoment bleibt. Eine relativ uninspierierte Story trifft nun auf geniale Kills. Ob es nun so ein würdiger Nachfolger für "Final Destination" ist, wer kann das schon sagen? Mir jedenfalls hat er mindestens genauso gut gefallen.

7/10

Sonntag, 28. Dezember 2014

Final Destination (2000)

http://www.imdb.com/title/tt0195714/

Alex Browning (Devon Sawa) soll gemeinsam mit seiner Schulkasse nach Paris fliegen. Als er kurz vor dem Abflug eine Vision vom Absturz der Maschine hat, kann er sich, einige Klassenkameraden und eine Lehrerin vor dem sicheren Tod bewahren. Dieser ist aber nicht gerade für seine Milde bekannt und beginnt nun, Teenager um Teenager, sein Versäumnis wieder gutzumachen. Dabei kündigt ihn stets nicht mehr als ein Windhauch an, und seine Vorgehensweise lässt sich nur als äußerst originell beschreiben.

Das Wort "todsicher" erhielt im Kinojahr 2000 eine neue Bedeutung, als einige Teenager glaubten, ihrer "Final Destination" entkommen zu sein und dem Sensenmann einen Strich durch die Rechnung gemacht zu haben - und ein ein noch nie da gewesener Horrorfilm eroberte die Leinwände. Er arbeitete sich zu einem der bekanntesten ersten Teile einer Horrorfilm-Reihe hoch und kann sich nun mit insgesamt vier Fortsetzungen sehen lassen. Ein heute immer noch sehr guter Horrorfilm, denn er zeigt kein Mainstream-Gesplatter, sondern zwei Protagonisten, die ihren Verstand benutzen um den Tod auszutricksen und den letzten Atemzug ihrer Freunde noch weiter hinaus zögern oder gar verhindern wollen. Allein schon die Idee, dass der Tod für alle einen Plan vorliegen hat, wie man sterben wird, wo und wann, war erfrischend neu und macht diesen Film zu etwas Einzigartigem. Spannend, unterhaltsam und immer wieder nett anzusehen.

7/10

The Polar Express 3D - Der Polarexpress 3D (2004)

http://www.imdb.com/title/tt0338348/

An einem verschneiten Weihnachtsabend liegt ein kleiner Junge aufgeregt und hellwach in seinem Bett. Er bewegt sich nicht, wagt kaum zu atmen. Er hat Angst, dass er zum letzten Mal jenes Geräusch verpassen könnte, das ihm schon oft entgangen ist – das Klingeln der Glöckchen am Schlitten des Weihnachtsmanns. Es ist fünf Minuten vor Mitternacht, als der Junge von einem donnernden Brausen aufgeschreckt. Er reibt die beschlagenen Scheiben an seinem Fenster blank und traut seinen Augen nicht: Ein glänzender schwarzer Eisenbahnzug hält vor seinem Haus, der Dampf der gewaltigen Lokomotive zischt durch die sanft fallenden Schneeflocken in den Nachthimmel. Der Junge rennt in Pyjama und Pantoffeln nach draußen, wo ihn der Zugschaffner begrüßt, der offensichtlich auf ihn gewartet hat. Und so beginnt für den Jungen eine geheimnisvolle Reise in Richtung Nordpol.

"Der Polarexpress" ist einer der ersten Motion-Capturing-CGI-Filme von Regisseur Robert Zemeckis. Im Grunde ist die Handlung simpel und an und für sich auch als Kinder- und Familienfilm ganz gut geeignet, doch leider auch wieder zu Amerikanisch, und deswegen schwächelt die Botschaft auch für Kinder außerhalb dieser Nation. Bei den Animationen bin ich geteilter Meinung: manchmal wirkte es gerade bei der Darstellung der Gesichter so glatt und wachsartig, andererseits sind die Landschaften und Außenaufnahmen unfassbar real. Die Gesangseinlagen sollen wohl den künstlerischen Wert solcher Filme unterstreichen, doch leider bin ich auch da kein Fan. Die Achterbahnartigen Streckenverläufe des Polarexpresses misfallen mir auch. Die dienen wohl nur dazu, mal so etwas wie eine Fahrtattraktion in einem Themenpark für die Kleinsten zu etablieren. Die einzigste Botschaft die mir sehr gefallen hat, war das die Freundschaft eines der schönsten Geschenke ist und das Kommerzielle nicht im Vordergrund zu stehen hat. Dennoch ist er sowas wie ein Bestandteil meiner paar jährlichen Weihnachtsfilme geworden. Und ich schau ihn irgendwie gern. Denn es erinnert mich, trotz leichter Befremdung, doch noch an die eigene Kinderzeit. 

6,5/10

Big Bad Wolves (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2309224/

Ein Mädchen verschwindet in den Wäldern und wird kurz darauf ohne Kopf wiedergefunden. Sie ist eines der Opfer einer Serie brutaler Kindsmorde, die in einer Kleinstadt drei Männer zusammenführt: Der rachedurstige Vater des letzten Opfers (Tzahi Grad), ein Polizist (Lior Ashkenazi), der sich abseits des offiziellen Protokolls Straftäter zur Brust nimmt, und der Hauptverdächtige (Rotem Keinan). Der unscheinbare Religionslehrer wurde zuvor von der Polizei festgenommen, aber wieder freigelassen. Polizist Miki hofft ein Geständnis aus dem verdächtigen Dror rausprügeln zu können. Die Aktion mit den bezahlten Schlägern geht aber nach hinten los, denn sie landet als Video zum Thema Polizeigewalt in den israelischen Medien und Miki wird gefeuert. Weder er noch der Vater des kleinen Mädchens haben nun noch etwas zu verlieren. Bei der geplanten Entführung und Folterung des Hauptverdächtigen bleibt nur die Frage, ob er es wirklich war und wenn ja, wieweit Selbstjustiz gehen kann...

Ein Kind wird vergewaltigt und ermordet. Der Vater und alle Involvierten wissen ganz genau wer der Täter ist, haben aber keinerlei Beweise. Die Ohnmacht, Wut und Vergeltungsgelüste sind unstillbar. Die Frage lautet: würde man sich den Mörder schnappen, ihn foltern um Genugtuung und den Ort der Leichenteile zu erfahren? Und was ist, wenn dann zwei Regisseure (Aharon Keshales und Navot Papushado) Kindesmissbrauch und die damit verbundenen Notlagen der Opfer benutzen, um in Form einer, mit beinahe schon anmaßendem Humor und drastischen Übersitzungen durchzogene Groteske genau diesen Menschen den Spiegel vorhalten?

Das möglicherweise nicht alles Gut und Böse ist. Oder das der Ruf nach Rache, ganz besonders bei pädophiler Schändung, so verständlich er auch ist, kein Ergebnis erzielt. Wird so ein Tabuthema verabscheuungswürdig ausgebeutet, für den oberflächlichen Reiz des Torture-Porn ausgebeutet? Nein. Obwohl "Big Bad Wolves" hier einen großen Balanceakt auf schmalem Grat darstellt.

Allerdings meine ich auch, dass Satire alles darf, solange sie als solche erkennbar ist. Und dieser Streifen ist einer der grausamsten und gleichzeitig bösartigsten Satiren die ich kenne. Zielsicher reflektiert er die Gier nach niederer Bedürfnisbefriedigung, allgemein und insbesondere innerhalb von Torture-Porn- bzw. Revenge-Filmen und führt sie ad absurdum. Soweit, das sogar die moralischen Fragen ambivalent beantwortet werden. Und wie ich es bei solchen Filmen auch immer erhoffe, bietet das Ende den erwarteten schmerzhaften Schlag in die Magengrube, der die Kiefer nach unten klappen und einen mit offenem Mund vor dem Bildschirm zurücklässt.

Das dieses pechschwarze Kammerspiel die Zustimmung von Quentin Tarantino erfahren hat, immerhin wird er auf dem Cover zitiert, überrascht mich dabei nicht. Nicht nur wegen seinem Spiel mit verschiedenen filmischen Motiven, seinen geistreichen Wortwitz, expliziten Gewaltdarstellungen und bösartig-grellen Humors, sondern auch weil hier Kino geboten wird, das versucht an die Geschmacksgrenzen zu gehen, über den Deckelrand hinaus schaut aber trotzdem genügen Distanz bewahrt. Ein großartiger, böser und spannender Streifen.

8/10

Samstag, 27. Dezember 2014

Children Of The Corn II: The Final Sacrifice - Kinder des Zorns II: Tödliche Ernte (1992)

http://www.imdb.com/title/tt0106557/

Nachdem die Kinder des Zorns alle Erwachsenen ihres Dorfes ermordet haben, entdecken die Bewohner des Nachbarortes die grausam entstellten Leichen. Auf der Suche nach einer möglichen Ursache kommt der Reporter John Garrett einem bösartigen Geheimnis auf die Spur. Doch die Anhänger des mächtigen Maisgottes setzen ihr blutiges Handwerk längst fort, und Gatlin wird erneut zur Brutstätte des Grauens.

Ich fasse die Story noch einmal kurz zusammen, denn nachdem die religionsfanatischen Gören alle Erwachsenen ihres Ortes umgebracht haben und das auffliegt, werden sie zur "Resozialisierung" einfach in das nächste Dorf geschickt... wer hatte denn diesen grandiosen Drehbuch-Einfall? Eine (vermeintlich) verrückte Großmutter, ein spiritueller Indianer, ein paar Reporter und von einem ebensolchen der Sohn, welcher sich selbstverständlich in die ebenfalls unverstandene, leicht aussenseiter-mässige Dorfschönheit verknallt, der Bösewicht - für jeden sehr simpel gleich zu erkennen am "bösen Blick" und an den selbstverständlich schwarz gefärbten Haaren - sowie "Er, der hinter den Reihen geht" + härtere Effekte machen aus dem zweiten Teil der Reihe ein unfreiwlillig komisches Trash-Spektakel. Ob das beabsichtigt war?

Die eigentlich sehr gute Kurzgeschichte von Stephen King hat ja im Grunde ein hohes Potential, da das Thema "Religion und was passiert, wenn das Thema (durch Fanatiker) übertrieben wird" ja nun gar nicht so realitätsfern ist. Trotzdem ist der zweite Teil eher so eine Art Wiederaufleben des guten Vorgängers. Ein solider Horrorstreifen, sicher kein Überflieger aber mit gutem Unterhaltungswert. Bei weitem nicht so atmosphärisch wie der erste Teil, dafür aber immerhin wesentlich blutiger.

6/10

Exklusiv im Vertrieb von NSM Records veröffentlichte CAPELIGHT PICTURES dieses Mediabook, welches die ersten drei Teile der Reihe beinhaltet. Da diese auch die Besten sind, macht das Fehlen der übrigen Teile gar nicht traurig. Das Mediabook ist limitiert und bietet im Buchteil interessante Infos zu den Filmen, die erstmals komplett deutsch synchronisiert und ungeschnitten in HD vorliegen.

Terminator: Salvation - Terminator: Die Erlösung (Extended Version/Director's Cut) (2009)

http://www.imdb.com/title/tt0438488/

Nach der Apokalypse und der Machtübernahme der Maschinen ist John Connor (Christian Bale) dazu bestimmt, als Anführer des Widerstands einen Weg zu finden, um Skynets erbarmungslosen Plan zur Vernichtung der Menschheit zu torpedieren. Während Connor seine Straßenkämpfer im Untergrund für einen letzten verzweifelten Angriff mobilisiert, wird ihm klar, dass er seinen eigenen Vater, Kyle Reese (Anton Yelchin), retten muss, um die Zukunft zu sichern. Doch die schockierendste Entdeckung offenbart sich mit dem Auftauchen von Marcus Wright (Sam Worthington), einem geheimnisvollen Einzelgänger aus der Vergangenheit, der Connor vor eine unmögliche Wahl stellt, die das künftige Schicksal der Menschheit entscheiden wird und beide auf eine lebensbedrohliche Odyssee ins Innere der feindlichen Organisation führt.

Der vierte Teil des erfolgreichen Franchises stellt die Frage: "Wie spinnen wir die Story weiter?". Es erscheint erst einmal sehr positiv, nicht noch eine Vergangenheitsgeschichte auszupacken. Denn die Apocalypse und das fröhliche Atombomben zünden ist schon längst geschehen. Und der aktuelle Krieg der Maschinen, bzw gegen die Maschinen ist das Hauptaugenmerk dieses Films. Man kann das nun mögen oder nicht, aber ein Film namens "Terminator" ohne seinen urgewaltigen Headliner ist schon schwer gewöhnungsbedürftig. Das einfache Problem ist, dass der erste und zweite Teil eben nicht auf eine ganze Serie hin ausgerichtet waren, wie es heute schon bei einem ersten Teil (ich denke da aktuell sehr gern an die Marvel-Verfilmungen) oft der Fall ist. Und so bekam man fast alle 10 Jahre immer wieder neue Gesichter vorgesetzt, und die fast einzigste Konstante war ein Arnold Schwarzenegger. Da der aber eben nicht mehr der Faltenfreieste ist, war es ohnehin schwierig ihn einzubinden. Und so kam ein muskelbepackter Körper her und eine Gesichtskopie des guten alten Originals. Allerdings nur für Bruchteile von Sekunden und somit eher als Gimmick für die Fans.

Doch bevor das Endzeit-Szenario startet, wird Worthingtons Charakter instruiert, bevor es dann einen Sprung ins Jahr 2018 gibt. Und da fängt schon das erste Problem an: es sind riesigen Lücken zwischen den einzelnen Filmen vorhanden. Und "Terminator" ist ja auch irgendwo ein Zeitreise-Film, in dem aus der Zukunft immer jemand die Vergangenheit beeinträchtigen soll. Aber man hört immer irgendwie das Jahr 2022. Ungeachtet dessen, ist es denn nicht möglich die Zukunft in der ferneren Zukunft noch einmal zu beeinflussen? Die Kämpfe ums Überleben toben auf jeden Fall. Aber nicht mit Laserpistolen, sondern wieder schön fein "säuberlich" mit Munition und Stahl. Die Welt ist kaputt, es ist düster, es ist dreckig. Terry Crews spielt genau so dynamisch wie eine Betonplatte, Bale gibt sich Mühe seiner Rolle als John Connor gerecht zu werden, und gäbe es nicht die Maschinen, wüsste man gar nicht, dass es ein "Terminator"-Film ist.

Das die aber nicht statisch mit dem bekannten Endoskelett-Terminator durch die Gegend ballern, sondern nun mit riesigen Sammeleinheiten oder völlig sinnfreien Motorrad Einheiten (egal wie fetzig die agieren), fragt man sich, ob die Macher es wirklich ernst nehmen, der Ursprungsgeschichte treu zu bleiben. Es sieht nicht zumindest danach aus. Allein der Umstieg von Lasergeschützen auf stinknormale Patronenwaffen ist ja schon fast eine Farce. Ich würde aber lügen, würde ich sagen, mir gefällt die actionhaltige Umsetzung nicht. Denn "Terminator: Salvation" ist atmosphärisch gut und das Effektgewitter geht auch in Ordnung. Nur Handlung und Schauspieler an sich hauen mich eben nicht um. Vermutlich ist es der Gesamtlook, der die Fahne für diesen Film hoch hält. Denn auch das Ende befriedigt sicher keinen und wäre auch auf einer schulischen Notenskala nur eine 3 geworden. Was insgesamt gesehen ein Widerspruch in sich selbst ist. An sich ist der Film richtiggehend doof, aber der Stil und auch die in Zukunft verlegte Handlung, und das Wegbewegen von den drei bisherigen Rahmenhandlungen ist völlig in Ordnung. Eine gute Darstellung im visuellen Bereich ist eben nur die halbe Miete, man kann sich getrost beim Rest der Crew bedanken, das es kein ausgezeichnetes Filmerlebnis wurde. Lediglich die Erklärung, wie Connor seine Narbe bekommen hat, ist... nun ja... aber hätte das jemanden ernsthaft interessiert?

6,5/10

Wie bei allen vorherigen Teilen gibt es auch diesen Film mal wieder im thematisch passenden Steelbook:

Freitag, 19. Dezember 2014

The Expendables 3 (Extended Director's Cut) (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2333784/

Barney Ross (Sylvester Stallone), Lee Christmas (Jason Statham) und das restliche Team der Söldnertruppe The Expendables müssen sich im dritten Teil der Actionfilm-Reihe mit dem brutalen Waffenhändler Conrad Stonebanks (Mel Gibson) auseinandersetzen, der die Expendables einst gemeinsam mit Barney gründete und dann die Seiten wechselte. Stonebanks und seine Mannen haben sich mittlerweile in einem verfallenen osteuropäischen Hotelkomplex verschanzt. Für die dritte Expendables-Mission muss Barney nun ein neues Team zusammenstellen, um Stonebanks das Handwerk zu legen. Und natürlich hat Barney noch eine private Rechnung mit Stonebanks zu begleichen.

Nachdem der dritte Teil deas sonst erfolgreichen Action-Franchises im Kino aufgrund der FSK-16-Freiugabe erbärmlich unterging, enscthloss man sich schon während der Film noch im Kino lief, eine "härtere, brutalere" Fassung für den Heimkinomarkt zu veröffentlichen. Und hier ist er nun, der "Extended Director's Cut" von "The Expendables 3". Um eins gleich vorweg zu nehmen: sonderlich "härter" oder "brutaler" (als die Kinofassung) ist diese Fassung nicht und mir ist auch reichlich schleierhaft, warum hier eine FSK-18 auf dem Cover prangt. Die Unrated-Fassung hält zwar etwas längere Action-Erweiterungen bereit, in denen sich beispielsweise Jason Statham etwas ausgiebiger austoben darf und ein paar Soldaten hier und da mehr Leben lassen.

Was aber immer noch am stärksten auffällt, ist die immer noch nahezu völlige Abwesenheit von Blutspritzern. Zugegeben wirkte bei den Vorgängern der Einsatz von CGI-Blu oft reichlich übertrieben, unterstrich aber das Statement der Filmemacher, sich eben gegen den zahmeren Mainstream zu positionieren. Der "Extended Director's Cut" ist in dieser Hinsicht eine weitere echte Enttäuschung. Dass man nun sieht, wie die Kugeln ihre Ziele auch treffen und dass der reine Bodycount nochmal ziemlich angehoben wird, steht außer Frage und wenn man sich das so auch erhofft hat, wird man sicher zufrieden sein. Ich bin es nicht. Mir fehlt hier der gewisse Funke. Wer darüber mehr erfahren möchte, für den gibt es einen ausführlichen bebilderten Vergleich zwischen der Kinofassung und dem hier besprochenenen "Extended Diretor's Cut" hier: schnittberichte.com.

Das Fazit fällt kurz aus: "The Expendables 3" bleibt für mich der schlechteste Teil eder Reihe.

6,5/10

Wie schon bei beiden Vorgängern gibt es hier auch ein Limited Edition HERO PACK, welches den Film im Steelbook mit Lenticularmagnetcover beinhaltet. Dazu gibt es ein Feuerzeug, 10 Charakterkarten und einen Aufkleber.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

[REC] 4: Apocalipsis - [REC] 4: Apocalypse (2014)

http://www.imdb.com/title/tt1649443/

Reporterin Ángela kann sich an nichts erinnern. Nicht, wie sie im Rahmen ihrer Reportage von der Feuerwehr in ein Wohnhaus geführt wurde, um zu zeigen, wie eine normale Nacht der Feuerwehr aussieht und auch nicht, wie das Wohnhaus von den mutierten Bewohnern überrannt wird. Mit Hilfe der Armee schafft sie es grade noch aus dem Haus und wird von den Soldaten in eine provisorische Quarantäne-Einrichtung auf einer Ölbohrinsel gebracht. Was weder Ángela und die Soldaten wissen: Ángela trägt den Ur-Virus in sich und ist immun dagegen ...

Tja das war also der finale Teil der großartigen Reihe, die 2007 ihren Anfang nahm. Was einst als großartiger Found Footage Horrorstreifen angefangen hat, ist mittlerweile eine Zombiemetzelei in gewöhnlicher Filmsprache. Schon im meiner Ansicht nach sehr guten Vorgänger hatte man sich den Bildern aus der Handkamera entledigt um alles etwas größer aufziehen zu können. Und auch lustiger. Bei "[REC] 4: Apocalypse" war schon anhand der Trailer zu erkennen, dass dieser wieder etwas ernster werden würde und an das Ende des zweiten Teils anschließt. Jetzt heißt es wieder ums nackte Überleben zu kämpfen.

Und das wars auch leider schon. Zwar wird versucht, den Fans des Orginals ein paar Referenzen an den ersten und zweiten Teil zu geben, da das noch engere Schiff voller Überwachungskameras ist. Ansonsten ist aus der großartigen Reihe aber ein - und das muss man leider so sagen  - stinknormaler Zombiefilm geworden. Sicherlich nicht schlecht, aber auch nicht wirklich großartig. Der Film läuft halt vor sich hin, ein paar Spritzer Blut hier, ein paar nette Effekte da. Angela läuft schön verschwitzt und verängstigt durch die Gänge, es gibt sogar ein paar schöne Szenen, in denen mit der Dunkelheit gespielt wird. Aber das wird nicht vollends ausgenutzt. ich erinnere mich noch ganz genau, wie gebannt ich beim ersten Teil auf die Leinwand starrte und trotz der zu erwartenden Schrecksekunde ordentlich(!) zusammengezuckt bin. Schade.

Das Finale des Films bringt die Reihe an und für sich zu einem vorhersehbaren, wenn auch nicht würdigem Abschluß und lässt sogar noch ein Hintertürchen offen. Aber nach dem Teil fragt man sich: wofür eigentlich? Angesichts des für mich aber nicht mehr viel hergebenden Inhalt um den Virus sollte mit diesen auch eher soliden Film das entgültige Ende erreicht sein. Besser wärs.

6/10

Pünktlich zur Veröffentlichung von Teil 4 gibt es von UniversumFilm die "[REC]  Evolution"-Box, welche in einem schicken DigiPak daher kommt und alle 4 Teile in ihrer ungeschnittenen Fassung beinhaltet:

Montag, 15. Dezember 2014

Transporter 3 (2008)

http://www.imdb.com/title/tt1129442/

Eigentlich hatte sich Frank Martin (Jason Statham) nach seinem letzten Einsatz in Miami dafür entschieden, seinen Job als Kurierfahrer gegen ein zurückgezogenes Leben an der französischen Riviera einzutauschen. Doch er hat seine Pläne ohne den ehemaligen Delta-Force-Soldaten Jonas Johnson (Robert Knepper) gemacht. Johnson hat Valentina (Natalya Rudakova), die Tochter des ukrainischen Umweltministers, entführt, um so eine offizielle Genehmigung für die Entsorgung von Giftmüll zu erpressen. Franks Rolle in diesem Spiel: Er wird gezwungen, Valentina von Marseille aus quer durch Europa nach Odessa zu chauffieren und so den Suchtrupps des Ministers zu entkommen. Um sicherzustellen, dass Frank den Auftrag erfüllt, legt Johnson sowohl ihm als auch der attraktiven und schlagfertigen Valentina elektronische Armbänder an, die explodieren, sollten sich beide auch nur 20 Meter von ihrem Auto entfernen.

Die "Transporter"-Reihe ist ja mittlerweile ein Statham-Klassiker, der das Genre des typischen Actionthrillers mit ironischem Humor verbindet und auch der dritte Teil nimmt sich dies zu Herzen und zaubert mir immer wieder ein Schmunzeln ins Gesicht. Charakteristisch ist beispielsweise die Ruhe vor dem Sturm - also vor einem anstehenden Kampf. Bevor es losgeht richtet Statham noch schnell sein Hemd oder wirft seinem Gegner noch schnell einen coolen Spruch an den Kopf.

Auch sonst macht der scheinbar nicht alternde Jason Statham eine gute Figur und das nicht nur bei den gewohnt gelungenen Kampfchoreographien. Sein Gegenspieler - gespielt von Robert Knepper - überzeugt dagegen nicht so ganz. Der hätte ruhig noch etwas fieser sein können. Auch die obligatorische Frauenrolle - gespielt von Natalya Rudakova - hätte man meiner Meinung nach besser besetzen können. Sie und Statham hamonieren nicht wirklich zusammen und die Lovestory, die sich nach und nach entwickelt, wirkt daher nicht nur etwas gezwungen.

Der Schnitt ist größtenteils richtig gut umgesetzt - auch musikalisch gut unterlegt - kommt in Kampfszenen jedoch ab und zu ein bisschen zu hektisch und unruhig daher. Ist zwar Absicht des Regisseurs, aber das ist mir dann etwas zu rasant. Mit "Transporter 3" kann man vor allem als männliches Wesen nichts falsch machen. Er agiert auf demselben Niveau des ersten Teils und man bekommt immer noch eine Art auf Action getrimmten Roadmoviefür einen unterhaltsamen Action-Abend.

7/10

Sonntag, 14. Dezember 2014

Killers (Unrated) (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2409300/

Mr. Nomura ist ein attraktiver, eleganter und intelligenter Jungunternehmer. Niemand würde hinter der strahlenden Fassade einen sadistischen Serienkiller vermuten. Am wenigsten die jungen Frauen, die er abschleppt, im Keller fesselt und vor der Webcam zu Tode foltert. Zur selben Zeit in Jakarta tötet der Journalist Bayu zwei Kriminelle im Affekt. Als er Mr. Nomuras Arbeit im Netz entdeckt und ihm seine Bewunderung kundtut, fordert Mr. Nomura ihn zu einem tödlichen Duell heraus. Denn das Töten liegt beiden im Blut.

Ein asiatischer brutaler Thriller der etwas besseren Sorte. "Killers" lebt vor allem von seiner rohen, harten Kompromisslosigkeit, die der Streifen nach und nach und zum Ende hin  zelebriert. Das hat auf mich zumindest einen gewissen Sog ausgewirkt, wobei die schicke Optik des Streifens da recht bereitwillig unterstützt. Die beiden Killer haben völlig unterschiedliche Ansätze, und einen "Wettbewerb" (der auf dem Klappentext angepriesen wird) kann man die Entwicklung nicht wirklich nennen, sind doch die Motive für die verübten Morde grundverschieden. Dennoch gibt es Beeinflussungen, die aber mehr auf den inneren Charakter wirken als auf eine direkte "Kopie" der Handlung des jeweils anderen hinauslaufen. Insofern hat mich auch die Story des ersten Killers weit weniger interessiert, da ich den Charakter des psychopathischen Frauenserienmörders mittlerweile etwas ausgelutscht finde und das hysterische Geschrei von Frauen tendenziell nervig im Film.

Trotzdem ist dieser Charakter zumindest  facettenreich ausgestattet, so dass schon dieser Teil nicht nur vom Standard-Thriller-Feeling lebt. Hingegen war die Story des mordenden Journalisten mehr ein Rache-Drama einer verzweifelten Persönlichkeit - das hätte geradezu auch Stoff für einen eigenständigen Streifen sein können.

Aufgrund der bereits angesprochenen Drastizität und Kompromisslosigkiet beider Killer wurde der Film in Deutschland um knapp 11 Minuten gekürzt, um überhaupt auf dem deutschen Markt miteiner FSK-18 veröffentlicht werden zu dürfen. Angesichts mancher Szenen ist das auch gerechtfertigt. Aber sieht man davon ab, hat man einen ungewöhnlich spannenden und unterhaltsamen Film. Genre-Freunde (die zum Beispiel "I Saw The Devil" mochten) könnten hier durchaus Begeisterung entwickeln. Gegen Ende hin wirkte es leider etwas zu verhersehbar aber die Schlusszene mit der passenden Musik ist einfach nur genial umgesetzt. Und ob der Film letztendlich wirklich eine Moral hat? Hm. Da bin ich dann doch skeptisch.

7,5/10

Von Illusions, Ultd. Films kommt der Film ungekürzt im limitierten Mediabook auf Blu-ray. Ich habe mich von den drei angebotenen Covervarianten für das etwas schlichtere Cover A entschieden:

Transporter 2 - Transporter: The Mission (Extended Director's Cut) (2005)

http://www.imdb.com/title/tt0388482/

Um einem Freund auszuhelfen, fährt Spezialkurier Frank Martin (Jason Statham) einen Jungen ein paar Tage lang zur Schule und nach Hause zurück. Doch der Vater des Kleinen gehört zu den Hauptverantwortlichen im Kampf gegen Drogen, und so wird Frank gegen seinen Willen in eine wahnwitzige Verschwörung hineingezogen: Ein begnadeter Wissenschaftler, der im Dienst eines mächtigen Drogenkartells steht, hat dem Kind einen tödlichen, hoch ansteckenden Virus eingeimpft. Und das ist nur der erste Schritt eines teuflischen Plans, der alle kontaminieren soll, die dem Drogenhandel in die Quere kommen. Frank will den Jungen retten, koste es, was es wolle. Doch er muss schnell feststellen, dass er Leuten zu nahe gekommen ist, deren Macht grenzenlos zu sein scheint. Aber das kann ihn nicht stoppen, ganz im Gegenteil …

Meiner Ansicht nach besser als der Vorgänger, aber dazu auch eins vorweg: der Kopf ist zunächst komplett in den Standby-Modus zu schalten, anders ist es jedenfalls nicht zu verkraften! Wenn man das akzeptiert, lässt sich der zweite Teil ausgezeichnet konsumieren. Die Fortsetzung von "The Transporter" kann nur so gut sein, wenn sie noch brisanter ist, wenn Jason Statham eine noch bessere Rolle spielt und die Action noch viel vielfältiger und erbarmungsloser sein kann wie im ersten Teil. Und das ist es in allen Belängen. "Transporter 2" ist ein knallharter Streifen mit knallharten Schauspielern die sich untereinander kein Pardon bieten und den Zuschauer den kompletten Film entlang an den Bildschirm fesseln. Die Action-Szenen, die zwar mitunter völlig überzeichnet sind, sind wirklich klasse inszeniert, so dass man die einfach gehaltene Story keineswegs übelnimmt, sondern einfach nur Spaß an den bildgewaltigen Actionszenen und den prägnanten Sprüchen Stathams hat.

7,5/10

The Transporter (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0293662/

Frank Martin ist Kurierfahrer und auf illegale Ladungen spezialisiert. Er ist der Beste seines Fachs. Und als Profi hält er sich strikt an einen überlebenswichtigen Codex: Regel Nr. 1: Stelle keine Fragen! Regel Nr. 2: Öffne niemals ein Paket! Regel Nr. 3: Wenn du eine der beiden Regeln brichst, bist du tot! Als Frank bei einem seiner Transportdienste aus dem Kofferraum plötzlich Lebenszeichen vernimmt, verstößt er erstmals gegen Regel Nr. 2 und öffnet das Paket: Er entdeckt die schöne Asiatin Lai, die einem Menschenhändlerring auf der Spur war und beseitigt werden sollte. Nun bittet sie Frank um Mithilfe. Der Ärger ist vorprogrammiert – der Regelbruch nimmt einen fatalen, fast tödlichen Verlauf: Eine Hetzjagd beginnt, bei der alle Regeln außer Kraft gesetzt sind ...

Louis Leterriers und Corey Yuens "The Transporter" hat durchaus etwas für sich. Gut platzierte Action und genial choreografisierte Kampfszenen bestimmen die Szenerie dieses Actionfilms, nur die Story... von der sollte man nicht allzu viel erhoffen. Diese ist zwar witzig, badet aber oftmals in Klischees und kommt eben auch nicht an den typischen Actionfilmbausteinen vorbei. Auch die Liebesbeziehung der beiden Protagonisten will hier nicht so ganz rein passen und wirkt dann oftmals zu kitschig. Tatsächlich komisch ist hingegen die Beziehung zwischen Frank (Jason Statham) und Inspektor Tarconi (François Berléand), bei denen wirklich die Chemie stimmt. Außerdem wirken beide sehr sympathisch. Der typisch Rap/Hip-Hop-lastige Soundtrack ist gut an die richtigen Stellen platziert. Schlussendlich bietet der Actioner neben den tollen Verfolgungsjagden eine zwar nicht allzu große, aber immerhin vorhandene Portion Spannung, die gemeinsam mit der Action und dem coolen Statham eine rundum gelungene Mischung darstellt.

7/10

Samstag, 13. Dezember 2014

Wolf Creek (Unrated Version) (2005)

http://www.imdb.com/title/tt0416315/

Kristy, Ben and Liz – drei junge Leute an der sonnigen Westküste Australiens. Mit vollen Rucksäcken, viel Enthusiasmus und einem halbwegs fahrtüchtigen Ford Kombi starten sie in den Urlaub ihres Lebens: Drei Wochen Outback-Tour im Wolf Creek Nationalpark. Der beginnt mit Sommerhitze, Abenteuer und Romantik. Bis eines abends das Auto nicht mehr anspringt. Die drei richten sich schon für eine dunkle Nacht ein, als Mick auftaucht. Der schrulllige Mann bietet an, sie mit seinem Truck abzuschleppen und am nächsten Tag ihr Auto zu reparieren. Doch bei Sonnenaufgang wird klar, dass Mick sie nicht gehen lassen will. Niemals wieder… Wie soll man gefunden werden, wenn man nicht vermisst wird? Diese Frage müssen sich Kristy, Ben and Liz stellen, als aus ihrem unbeschwerten Urlaub langsam ein blutiger Albtraum wird.

Der Film selber basiert lose auf den Rucksack-Morden, die sich zwischen 1989 und 1992 in Australien ereigneten, wobei besonders der Fall des Mörders Ivan Milat dem Drehbuch Pate stand. Die im Film gezeigten Ereignisse fanden so allerdings niemals statt und die Charaktere sind allesamt Fiktion. Zur Kinofassung ist ja auch schon alles gesagt. Prinzipiell ist die "Unrated Version" im Sinne des gesamten Konstruktes dann aber doch sehr sinnvoll, hat sie doch ein paar sehr sadistische Szenen (im Sinne von Aussagen Micks) zu bieten, die der Kinofassung fehlten und die Mick nun als noch böseren Mörder und Vergewaltiger darstellen. Insgesamt fehlen in der ungeschnittenen Kinofassung knapp 6 Minuten und obwohl die "Unrated Version" nur eine Szene an Gewalt mehr zeigt, ist diese aufgrund der drastischen sadistischen Darstellung Micks die wesentlich bösere Fassung und der Kinofassung in jedem Fall vorzuziehen. Aufgrund dieser weitaus größeren Bösartigkeit Micks steigt der Film damit sogar noch in meiner Gunst und beschert ihm glatt einen halben Punkt mehr.

Den Schnittbericht zwischen der Kinofassung und der "Unrated Fassung" gibt es wie immer hier: schnittberichte.com

7,5/10

Exklusiv im Vertrieb von eightyfour Entertainment erschien der Film in seiner ungeschnittenen Form auch im schicken Mediabook, welches den Film zum allerersten Mal in Deutschland in HD und in der "Unrated Version" beinhaltet!

Brick Mansions (Extended Edition) (2014)

http://www.imdb.com/title/tt1430612/

Schmelztiegel Brick Mansions, Detroit. Territorium des Drogenbarons Tremaine (RZA) und Einsatzgebiet von Undercover-Cop Collier (Paul Walker) im Kampf gegen Kriminalität und Korruption. In dem von einer gewaltigen Mauer abgeschotteten Ghetto tobt die tägliche Gewalt. Doch die bekommt eine ganz neue Dimension, als Tremaine in den Besitz einer hochgefährlichen Waffe gelangt, mit der er die ganze Stadt vernichten will. Die wahnsinnige Bedrohung fordert ungewöhnliche Maßnahmen: Im Kampf gegen den Drogenboss vereint sich Collier mit dem Ex-Sträfling Lino (David Belle) zu einem schlagkräftigen Team und ist auf dessen Insiderwissen angewiesen. Der hat eine ganz persönliche Mission - denn Tremaine hat Linos Freundin in seine Gewalt gebracht ...

Schon wieder ein Remake, dieses Mal das eines französischen Films, den ich (bisher) noch nicht gesehen habe: "Banlieue 13" oder der deutsche Titel "Ghettogangz: Die Hölle vor Paris". Es ist gleichzeitig Walkers letzter komplett abgedrehter Film. Und irgendwie will der Film nicht so recht passen; weder Fisch noch Fleisch: fast schon übertrieben pseudocooles Gelaber und ebensolches Getue im Übermaß, dazu noch Zeitlupeneinstellungen ohne Ende - um noch cooler zu wirken. Gleiches gilt natürlich für die überzeichneten Charakteren und die Dialoge, die so dermaßen gestellt und auf cool getrimmt waren, dass es einem wie die Machart des Films schon von Beginn an etwas nervt.

Und von der altbackenen Story will ich gar nicht erst anfangen, denn die nahm nach einem recht ordentlichen Auftakt einen absolut seltsamen Verlauf, der den ganzen Film nur noch unglaubwürdiger machte als er eh schon war. Die Actionszenen waren dann zwar in Ordnung, liefen jedoch immer nach altbekannten Schema F ab. Und dennoch war es für mich kein kompletter Totalausfall, weil es in einigen Szenen dann doch unterhaltsam genug war, um nicht andauernd mit dem Kopf schütteln zu müssen. Der Extended Cut ist dann auch ein wenig expliziter und knapp 10 Minuten länger. Er ist definitiv die bessere Wahl, die Kinofassung würde wohl nur mit einer mittelmässigen Punktewertung auskommen.

Für den leider viel zu früh verstorbenen Paul Walker hätte ich mir aber einen besseren Film als "Abschluss" gewünscht. Und ich hatte auch hier wieder (wie so oft bei ihm) das Gefühl, dass er eigentlich nur bei "The Fast And The Furious" so richtig ins Bild passt. Für Zwischendurch sicher ganz okay.

6,5/10

Exklusiv bei der Drogeriekette Müller gibt es den Film im Steelbook:

Freitag, 12. Dezember 2014

[KINO] The Hobbit: The Battle Of The Five Armies 3D - Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere 3D (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2310332/

Im dritten Teil der Hobbit-Trilogie von Peter Jackson, wird die abenteuerliche Reise des Titelhelden Bilbo Beutlin (Martin Freeman) und seiner Begleiter Gandalf (Ian McKellen) und den Zwergen, angeführt von Thorin Eichenschild (Richard Armitage), fortgeführt. Im dritten Teil von Der Hobbit stehen der Kampf gegen die Fünf Heere, Bilbos Heimkehr und die Verbindung zu den späteren Ereignissen der Herr der Ringe-Reihe im Vordergrund. Nach der Rückeroberung ihrer Heimat wurde nun eine finstere Macht entfesselt. Die Bewohner von Seestadt schweben in großer Gefahr und sind bald auf Hilfe angewiesen. Thorin zeigt sich jedoch angesichts des wiedergewonnenen Schatzes uneinsichtig und verweigert seine Unterstützung. Bilbo versucht verzweifelt, ihn zur Vernunft zu bringen. Derweil steht eine weitere Bedrohung bevor, denn Sauron hat eine gewaltige Armee Orks entsandt. Die verfeindeten Parteien müssen nun entscheiden, wie es weitergeht: Kämpfen Zwerge, Elben und Menschen nun Seite an Seite, um die Orks zu besiegen oder wollen sie die Zukunft von Mittelerde aufs Spiel setzen, indem sie weitermachen wie bisher?

Sind tatsächlich schon wieder drei Jahre ins Land gegangen? Ist die nächste Trilogie rund um Mittelerde schon wieder vorbei? Unfassbar, wie schnell die Zeit vergeht. Nachdem wir uns diese Woche extra zur Einstimmung noch einmal die ersten beiden Teile ("Eine unerwartete Reise (Extended Version, 3D)" und "Smaugs Einöde (Extended Version, 3D") angesehen haben, wurde es nun Zeit für den Abschluss der zweiten epischen Trilogie von Regisseur Peter Jackson. Schon im Vorfeld hatte ich das Lied von Billy Boyd "The Last Goodbye" hoch und runter gehört und ich befürchtete vor einer Woche schon, dass ich für diese Art Abschiede zu nah am Wasser gebaut bin. Doch irgendwie kam alles anders und nun erst einmal zum Film.

"Die Schlacht der fünf Heere"  greift die Geschichte des zweiten Teils nahtlos auf und gibt dem wahrlich bösen Cliffhanger aber auch das erwartete Ende. Es ist überaus wichtig, dass man die beiden Vorgänger gesehen hat, denn sonst wird man hier ins kalte Wasser geworfen. Jegliche Hintergrundinformationen, gehen fast nur aus diesen hervor. Weit weg von der ewigen Konstellation kopiert er dennoch nicht einfach die Vorgänger oder gar das Ende der alten Trilogie, sondern schreibt seine eigene Geshichte und bringt so die Hobbit-Trilogie zu einem würdigen Abschluss. Mit gerade mal 144 Minuten erscheint Teil 3 auch recht kurz, aber hier tut ihm das richtig gut. Ich möchte fast behaupten, man vergleicht innerlich auch immer mit dem dritten Teil der "Herr der Ringe"-Trilogie und das muss sich eben dieser Nachfolge-Dreiteiler eben auch gefallen lassen. Denn wo der dritte Teil der alten Trilogie seine Längen hatte, ist hier gestrafft und auf Action, bzw. Story gesetzt worden, die dann den ganzen Film zu einem von vorn bis hinten spannenden und vor allem unterhaltsamen Konstrukt machen, welchen man sicher immer und immer wieder ansehen kann.


Die schon weit im Vorfeld angkündigte große Schlacht der fünf Heere (wobei ich mich noch jetzt wundere, wieso hier fünf Heere gezählt wurden, denn wenn man es auf die Völker herunter bricht, komme ich nur auf vier: die Zwerge, die Orks, die Elben, die Menschen und dann?) nimmt auch den erwarteten großen Teil des Hobbits ein. Natürlich hat auch wieder Legolas seinen obercoolen Auftritt (ja natürlich ist der CGI, aber wen stört das?) inmitten des ganzen Schlachtgetümmels (in gewisser Weise erwartet man den auch) und ein paar traurige Momente kommen obendrauf. Da sich der ganze Teil fast nur in Erebor, bzw. auf dem Feld davor und in der Stadt Thal abspielt ist auch wieder etwas mehr storytechnische Ruhe eingekehrt: alles findet sein Ende. Richtig Fantasy wird es zwischendurch in Gol Dulgur, wenn zwei unerwartete und besondere Figuren ihr ganzes Können einsetzen müssen, um den Mächten des Bösen zu widerstehen. Auch hier entsteht eine schöne Andeutung auf die Ring-Trilogie, die sich irgendwie gut anfühlt und zumindest bei mir das Gefühl hervorruft, die alte Trilogie unbedingt mal wieder sehen zu müssen.

Rein visuell bietet der dritte Teil des Hobbits natürlich einmal mehr spektakuläre Außenaufnahmen, große Festen (wer baut sowas?) und jede Menge Details. So ist die festung der Zwerge Erbor wieder einmal grandios in Szene gesetzt, aber auch die filigranen Rüstungen der Elben, die grabschlächtigen Waffen der Orks oder die beinahe schon ärmliche Kleidung der Menschen passend und tragen so dazu bei, dass man der Geschichte einfach alles abnimmt was sie einem serviert. Gerade auch das 3D ist in HFR sehr angenehm und lassen den ganzen Streifen ein Stück weit realer wirken, als so manch andere Produktion. Ein großes Plus geht auch an die Schauspieler, die alle sichtlich Spaß an ihren Rollen hatten, hervor zu heben ist hier in meinen Augen Orlando Bloom, der den Elb Legolas Grünblatt (endlich wird er auch al im Film komplett beim Namen genannt!) einmal mehr perfekt spielt, aber auch Richard Armitage als Thorin oder Ian McKellen als Gandalf sind voll dabei. Martin freemann als der titelgebende Hobbit empfinde ich persönlich auch als wesentlich angenehmer als den weinerlichen Frodo. Er ist in gewissen Weise gewitzter, Taffer und vor allem vorausschauender als sein späterer Neffe.

"Die Schlacht der fünf Heere" bietet aber darüber hinaus noch etwas mehr. Nämlich eine kleine Moral, wie sie bei Fantasy-Streifen fast schon üblich ist. Bei der ganzen Besessenheit, die Eichenschild angesichts seines Schatzes überfällt und die damit verbundene Kurzsichtigkeit und der Wahnsinn werden hervorragend dargestellt. Und die Moral? Ist alles Gold der Welt mehr wert als Freundschaft und Zusammenhalt? Natürlich nicht. Denn ansonsten würde die "Schlacht der fünf Heere" auch nicht so verlaufen. Dies wird untermalt von einem passenden, aber weit weniger eingänglichen Soundtrack. Howard Shore, den in den letzten Jahren immer wieder genau den Nerv in gewissen Szenen traf (ich erinnere nur an das großartige Stück "Feast Of Starlight", welches mir aus dem zweiten Teil ganz groß im Gedächtnis blieb), konnte hier in meinen Ohren leider nicht vollends überzeugen. Klar, altbekannte Themen sind da und werden aufgegriffen, aber mir fehlt hier in gewsisser Weise das Epische, dass die letzten Filme so groß machte. Aber an seine wahrhaftig großartige Leistung in "Herr der Ringe" kam er im Hobbit bisher noch nie ran.

Wenn man nun alles zusammen betrachtet, hat man mit "Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere" gerade auch in 3D einen wirklich tollen Abenteuer-Fantasy-Action-Streifen, der nicht ganz an den ersten Teil heranreicht und dem zweiten das Wasser nicht reichen kann. Der zweite Teil wird somit für alle Zeiten mein Favorit der Hobbit-Trilogie sein, gerade auch weil er mehr Fantasy ist als die anderen beiden Teile. Insgesamt aber ein großartiges, schönes, beeindruckendes und vor allem technisch wie austatterisch großes Werk, was Regisseur Peter Jackson da wieder geschaffen hat. Man sich über eines im Klaren sein: "Der Hobbit" hat eben nicht die Fülle des "Herr der Ringe". Es ist ein Kinderbuch. Es hat knapp 400 Seiten. Der "Herr der Ringe" hat ca. 1.300 Seiten. Da muss man improvisieren können, um 3 Filme daraus machen zu können. Das hat Peter Jackson hinbekommen. Er hat alles aus dem "Hobbit" rausgeholt was ging. Es ist alles dabei was aus dem Buch wichtig ist. Sogar noch ein wenig mehr um mit dem Filmen einen Bogen zum "Herr der Ringe" schlagen zu können. Denn das Ende und vor allem die allerletzte Szene transportiert dann eine dermaßen heimeliche Stimmung und leitet so überaus genial und geschickt zu der "Herr der Ringe"-Trilogie über, dass es eine wahre Freude ist. Dennoch ist es weit weiger weinerlich als das Ende seiner Vorbild-Trilogie und "Die Rückkehr des Königs". Hier ist trotz einer ruhig auslaufenden Geschichte weit weniger Ende am Ende.

Aber ist es nun tatsächlich vorbei? Kommt da nichts mehr? Doch. Im kommenden Jahr wird wieder eine "Special Extended Edition" die Reise in Mittelerde verlängern und schon im Kino brannte die Diskussion auf, was denn da wohl erweitert werden würde. Man sieht, so ganz weg will wohl keiner von dort.

7,5/10

Exklusiv bei amazon.de gibt es die 12-Disc Steelbook-Trilogie im Box-Set, das die Filme in 2D und 3D enthält. Die 3 Steelbooks befinden sich in einer stabilen, lackierten und geprägten Box. Dazu gehört "Bilbo's Journal", ein unbeschriebenes Tagebuch, in Leder gebunden. Eine sehr schicke Edition!


Montag, 8. Dezember 2014

Grown Ups 2 - Kindsköpfe 2 (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2191701/

Lenny (Adam Sandler), Kurt (Chris Rock) und Eric (Kevin James) sind wieder da. War es damals der tragische Todesfall des geliebten Trainers Bobby und die anschließende Trauerfeier unter guten Freunden, so ist es nun Lenny, der alle zusammen trommelt. Lenny, Roxanne (Salma Hayek) und die Kinder sind in die Kleinstadt zurückgezogen, in der er und seine Freunde aufgewachsen sind – wieder ein Grund mehr in alten Erinnerungen zu schwelgen. Aber nicht die Kinder bekommen von den Eltern wertvolle Lektionen erteilt. Ganz im Gegenteil: Die Eltern lernen eine Menge von ihrem Nachwuchs und das an einem Tag, der für viele Kinder voller Überraschungen steckt – der letzte Schultag. Da stehen Spaß, Freude und allerlei Dummheiten ganz oben auf der Tagesordnung.

Leider hat die Fortsetzung zum ersten Teil extrem stark nachgelassen. Eine sinnlose Aneinanderreihung von Szenen ohne wirkliche Story. Zumindest kommt es einem so vor. Die einzigen komischen Momente und Witze werden einfach immer wiederholt bis diese dann auch nicht mehr komisch sind. Meistens ist man eher peinlich berührt anstatt zu lachen. 5 Punkte gibt es nur wegen der sehr sympathischen Schauspieler, die anscheinend viel Spaß beim Dreh hatten und weil der Film zum Schluss hin zumindest etwas besser wird. Ansonsten sehr viel Fäkalhumor, der schon in der ersten Szene beginnt und dann straff durch den Film gezogen wird. Ein paar Lacher hier und da, aber ansonsten maximal Mittelmaß.

5/10

Sonntag, 7. Dezember 2014

All Is Lost (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2017038/

Die Kollision mit Treibgut der besonders großen Art führt zu einem unsanften Erwachen eines einsamen Skippers (Robert Redford): Nachdem sein Schiff auf einen Container geprallt ist und havarierte, kann der Skipper zwar das Leck abdichten, doch sein Radio und Navigationsgerät haben irreparablen Schaden genommen. Nichts ahnend nimmt er mit seinem Schiff Kurs auf einen gewaltigen Sturm.

Nur mit Mühe und sein Alter Lügen strafend überlebt er das Unwetter, nur um sich fortan mit anderen Fährnissen wie schwindenden Vorräten und der sengenden Hitze konfrontiert zu sehen. Allein im Besitz eines Sextanten, Seekarten und seiner seemännischen Fachkenntnis setzt er alles daran, einen Schiffahrtsweg zu kreuzen, um schließlich Rettung zu finden.

Wow. Ein Film ohne viele Worte, mit sehr leiser Musik. Und nicht zu vergessen: einem großen Schauspieler. Schauspiellegende Robert Redford liefert hier eine grandiose One-Man-Show ab und man fiebert spätestens zu Beginn des zweiten Drittels um jede Sekunde des Überlebens mit. Die Stärke von "All Is Lost" liegt hauptsächlich im zurückgenommenen Spiel des mittlerweile fast 80jährigen Oscarpreisträgers in Kombination mit seiner naturgegebenen Leinwandpräsenz. In den knapp 105 Minuten Überlenskampf auf hoher See wird außerdem höchstens eine Handvoll Worte gesprochen.

Und diese zum größten Teil im anfänglichen Monolog. Oder sind es gar nur die Gedanken unseres Protagonisten? Diese Besonderheit sorgt dafür, dass der Zuschauer sich tatsächlich selbst in die Lage des Schiffbrüchigen hineinversetzt fühlt. Hier wird einem nichts von einer Erzählerstimme vorgekaut, innere Konflikte werden nicht durch Selbstgespräche dargelegt.


Das lässt reichlich Raum für eine eigene Interpretation der Gefühlslage Redfords, vielleicht sogar für eine unbewusste Übertragung der eigenen Gefühlslage in solch einer ausweglosen Situation auf die Hauptfigur. Regisseur J.C. Chandor inszeniert seinen zweiten Spielfilm ohne irgendwelche Spielereien oder übertriebene Effektespielerei, was vor allem der Authentizität der Geschichte zugute kommt. Bis auf wenige Verhaltensweise an Bord eines Seglers war auch alles - so lies ich mir das zumindest von meiner Segelexpertin erklären - authentisch und vor allem realistisch.

Das alles zusammen macht "All Is Lost" zu einem sehr intensiven Filmerlebnis. Man bekommt so viel von der Geschichte zurück, wie man selbst bereit ist "hineinzugeben". Ich bin sehr froh darüber, dass Robert Redford auf seine alten Tage noch in solch einer denkwürdigen Rolle glänzt.  Ein bewegender, in tiefer Emotion erzählter Monolog mit sich selbst, ohne das gesprochene Wort als Medium. In einer gewünscht überschaubaren Geschichte. Ganz großes Kino, ganz große Schauspielkunst außerhalb des Mainstream Kinos.

8/10