Dienstag, 1. Oktober 2013

Star Wars: Episode IV: A New Hope - Star Wars: Episode IV: Eine neue Hoffnung (Special Edition) (1977)

http://www.imdb.com/title/tt0076759/

Im März hatte ich die "neue Trilogie" gesehen und nun war es mal wieder an der Zeit, die alten Filme herauszukramen. Die "Special Edition" ist die 2007er Version des 1977 gedrehten Originals und weist neben einer Vielzahl von verbesserten Effekten auch die Ausmerzung einiger Filmfehler auf. Leider gab es auch einige Anpassungen, die für großen Unmut in der Fangemeinde sorgten, allen voran die berüchtigte "Han shoots first"-Szene. Einen Überblick über die Unterschiede, Verbesserungen und Umschnitte gibt es hier: schnittberichte.com. Ob nun das Original oder die Special Edition besser ist muss jeder für sich selbst entscheiden, ich bevorzuge die originale Fassung, sehe aber auch sehr gern die Special Edition. Und das nicht nur aus dem Grund, dass es nur diese Version in HD gibt.

Die Geschichte kennt ja wohl jeder: Es herrscht Bürgerkrieg. Die Rebellen, deren Raumschiffe von einem geheimen Stützpunkt aus angreifen, haben ihren ersten Sieg gegen das böse galaktische  Imperium errungen. Während der Schlacht ist es Spionen der Rebellen gelungen, Geheimpläne über die absolute Waffe des Imperiums in ihren Besitz zu bringen, den Todesstern, eine bewaffnete Raumstation, deren Feuerkraft ausreicht, um einen ganzen Planeten zu vernichten. Verfolgt von den finsteren Agenten des Imperiums, eilt Prinzessin Leia an Bord ihres Sternenschiffs in ihre Heimat, als Hüterin der erbeuteten Pläne, die ihr Volk retten und der Galaxis die Freiheit wiedergeben könnten ...

"Star Wars" war und ist ohne Zweifel eine der besten Geschichten des Jahrhunderts. Zweifelsohne ein Klassiker und der Beginn einer Legende. Wenn es wirklich einen Film, beziehungsweise eine Reihe, gibt, über deren Inhalt man eigentlich nichts schreiben muss, dann ist das wohl diese. Irgendwie hat jeder schon mal was davon gehört, sei es in Filmen, Parodien, einer Hommage oder in einem der unzähligen Videospiele. "Star Wars" ist Kult, und da die Sternensaga so omnipräsent ist, beschränke ich mich auf Eindrücke und Gedanken, die ich beim wiederholten Sehen hatte.

Ein Meisterwerkt ist "Krieg der Sterne". In der Tat. Allerdings nicht ohne Schwächen. Die Story ist klasse, bei weitem aber noch nicht so episch, wie sie mit den nächsten Teilen noch werden sollte. Hier wirkt das alles doch noch verhältnismäßig "klein" und verhalten und ein paar Längen haben sich auch noch eingeschlichen. Dabei wirft der Film den Zuschauer in die Szenerie und fängt somit eher zufällig an, weitet sich dann nach und nach zu einem großen Abenteuer aus, das ab Filmmitte, sprich Alderaan, so richtig und mächtig in Fahrt kommt, da gibt ist Unterhaltung, Action, Tempo und Spaß satt  - und das ohne Verschnaufpause. Dazu kommen actionreiche Shoot-Outs und Weltraumschlachten und den legendären Lichtschwertkampf, der, wenn man sich zuvor vielleicht noch die neue Trilogie gegeben hat, einem noch trauriger stimmt, als er eh schon ist. Die Effekte sind - für die damalige Zeit - grandios, auch wenn sie in der 2007er Version gehörig aufgepeppt wurden. Die Schauspieler selbst sind allesamt sehr gut und passen in die Welt, so richtig sticht aber vor allem Harrison Ford als Han Solo heraus. Auch wenn er wie so oft einen abgehalfterten, etwas fragwürdigen Typen spielt, genießt man doch jede Sekunde seiner Bildschirmzeit. Was nicht heißen soll, dass die (eigentlichen) Hauptfiguren schlecht spielen, im Gegenteil.

Was ich aber wirklich am herausragendsten finde, ist die Tatsache, wie genial vielfältig und kreativ die Welt schon im ersten Teil ist. Allein die Szene in der Bar ist schon atemberaubend. Eigentlich nur als Kulisse dienend, tauchen da so viele unterschiedliche außerirdische Rassen auf, dass es einem die Sprache verschlägt. Keine Kompromisse, alles muss stimmig sein. Dies mag auch einer der Gründe sein, weswegen man immer vollständig in diese Welt eintauchen kann und zu keiner Sekunde denkt: "Ist ja bloß ein Film!"

So kommt es auch, dass, auch wenn die Geschichte letztendlich bloß eine ganz klassische Version von gut gegen böse, schwarz gegen weiß, sogar mit einer gefangenen Prinzessin, ist, hervorragend funktioniert und zum Ende hin sogar richtig für Spannung sorgt. Der entscheidende Kampf gegen den Todesstern ist wirklich atemberaubend, da sieht man sogar über die unlogischen Momente hinweg (Warum verzichtet man bei einem Projekt wie dem Todesstern auf Verteidigungsanlagen? - Warum lässt man bei einer solchen Waffe eine Ventilationsöffnung, die bei Beschuss das ganze Ding vernichten kann?) und man ist zum Ende natürlich nicht überrascht, dass alles gut ausgeht, aber trotzdem irgendwie einfach glücklich. Dazu trägt jederzeit auch der unverkennbare Score von John Williams bei. Die Titelmelodie ist allgegenwärtig, jeder kennt sie, jeder hat sie zumindest schon einmal gehört. Der Soundtrack passt aber auch zum Film wie der sprichwörtliche Deckel auf den Topf. An Theatralik und Epik kaum zu überbieten, in einem Wort: großartig.

"Krieg der Sterne" ist ein Muss für jeden, der gern fremde Welten erforschen möchte, der schöne, nicht zu komplizierte Filme schätzt und der sich komplett fallen lassen will. Ein absolut zeitloser Film, welcher noch heute bildgewaltig und aufwendig wirkt. Technisch auf Top-Niveau, sowie wegweisend für das Genre. Vollkommen zurecht ein Meisterwerk.

9/10

 
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