Sonntag, 30. Juni 2013

Bloodsport (1988)

http://www.imdb.com/title/tt0092675/

Noch ein Action-Klassiker. Mit "Bloodsport" wurde Jean Claude van Damme berühmt, obwohl er vom Gesicht her noch wie ein Milchbubi aussieht. Dafür sind die Fights hart und schmerzvoll und die Geschichte gut erzählt - für einen 80er Actioner...

Zu Ehren seines im Sterben liegenden Meisters reist Ninjitsu-Experte Frank Dux nach Hongkong, um am Kumite teilzunehmen, einer geheimen Weltmeisterschaft im Vollkontakt-Kampf – “Blutsport” im wahrsten Sinne des Wortes, bei dem jedes Mittel erlaubt ist. Nachdem Dux sich mit eiserner Disziplin und großartiger Akrobatik bis ins Finale gekämpft hat, muss er erkennen, dass der Sieg ihm einen höheren Preis abfordert, als er sich je hätte vorstellen können.

Einer der wohl bekanntesten Kampfsportfilme aller Zeiten. Die Story könnte zwar schlichter nicht sein, aber die Action, die für die Zeit gut choreographierten Kampfszenen, der Schnitt und der Soundtrack machen diesen Streifen heute noch zum Genuss und das nicht nur Fans von Martial-Arts-Krachern, oder dem Hauptdarsteller Jean-Claude van Damme. Die Kapfsequensen sind einzig in Ihrer visuellen Härte, Geschwindigkeit und Dramatik. Ein gutes altes Stück 80èr Filmgeschichte und deshalb "Thumbs Up!"

7,5/10

Mittlerweile gibt es den (indizierten) Film im Mediabook von '84 Entertainment. Limitiert und nummeriert auf 999 Stück mit einem ausführlichen und interessantem Buchteil.

Over The Top (1987)

http://www.imdb.com/title/tt0093692/

Nach dem Tod seiner Ex-Frau soll sich der Trucker Lincoln Hawk (Sylvester Stallone) um seinen Sohn kümmern. Dieser kommt jedoch von einer elitären Militärakademie und hat für den wortkargen Einzelgänger zunächst nur Verachtung und Vorwürfe übrig. Langsam gelingt es Hawk jedoch zu seinem Sohn durchzudringen und ihn ebenfalls von seinem Sport zu begeistern: Dem professionellen Armdrücken. Das passt allerdings Hawks reichem Ex-Schiegervater (Robert Loggia) gar nicht in den Kram, denn der will das Sorgerecht für sich beanspruchen. Um seinen Enkel von Hawk fernzuhalten scheut er auch nicht vor schmutzigen Tricks und Lügen zurück...

Typischer 80er Jahre Streifen mit Klischeé-Soße und Moralzuckerguß, der in keinem anderen Jahrzehnt hätte erscheinen dürfen. Sicher, die Story ist absolut dämlich und der typische Stallone-Pathos kann den objektiven Zuschauer schnell abschrecken. Zum Glück bin ich hier kein Stück objektiv. Daher erfreue ich mich am Training im Truck, dem Gegrunze der genial-doofen Charaktere während der Armdrück-WM und vor allem an dem einfach nur geilen Soundtrack. Dieser Film sollte als Lehrstück für Filmschaffende bieten, da er funktioniert, obwohl er weder inhaltlich irgendwas zu bieten hat, noch irgendwie glaubwürdig oder mit guten Dialogen ausgestattet ist.

6/10

http://tinyurl.com/pmt7sbm

Seven Psychopaths - 7 Psychos (und 1 Shi-Tzu*) (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1931533/

Wie soll man da nicht wahnsinnig werden?! Marty (Colin Farrell) ist Drehbuchautor, doch sein neues Drehbuch macht ihm Probleme. Der Titel steht mit Seven Psychopaths schon, allein die zündenden Ideen fehlen ihm, ganz zu schweigen von einem fertigen Skript. Doch Inspiration naht in Gestalt seines Kumpels Billy (Sam Rockwell), der sich zusammen mit seinem Partner Hans (Christopher Walken) dem Business des Dognappings verschrieben hat: Während Billy reiche Pinscher stiehlt, bringt Hans den Hund wieder an das Herrchen bzw. Frauchen und streicht dafür satten Finderlohn ein. Eines Tages vergreifen sich die beiden allerdings am falschen Hund. Es handelt sich nämlich um das Schoßhündchen des psychopathischen Gangsters Charlie (Woody Harrelson), der austickt, als er von der Entführung erfährt. Ehe er sich versieht, ist Marty inmitten einer Story, nach der sich ganz Hollywood die Finger lecken würde. Wird Marty jedoch das finale Shootout, das Billy sich ersonnen hat, überleben, um darüber berichten zu können?

Mitunter enthielt der Film recht originelle Ideen und durchaus Situationskomik. Die Darsteller sind allesamt fantastisch. Christopher Walken, Collin Farrell, Woody Harrelson etc.  - aber die wohl lustigste Show liefert hier definitiv Sam Rockwell ab, welcher für echte Kracher sorgt. Die Charaktere sind aber auch allesamt derart strange, dass einige Überraschungen und skurrile Situationen aufwarten. Der Humor ist ziemlich schwarz und viele das Gags spielen auf popkulturelle Großtaten an. Es ist ebenso schwer zu sagen ob das eine Komödie oder ein Thriller ist, warscheinlich beides - auf eigenartige Weise. Letztendlich aber ist es ein wirklich genialer Film, nur wahrlich keiner für Zwischendurch oder Nebenbei.

7,5/10

Von DCM kommt der Film auch in einem schicken, limitierten Steelbook:

Bad Company (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0280486/

Gaylord Oakes (Anthony Hopkins) ist ein erfahrener CIA-Agent, Jake Hayes (Chris Rock) ein ausgebuffter Buchmacher, der mit Vorliebe am Rande der Legalität operiert. Was die beiden ungleichen Männer verbindet, ist Jakes hochintelligenter Zwillingsbruder. Der war beim CIA als Topagent mit der heiklen Mission betraut, einen komplizierten und hochsensiblen Nuklearwaffendeal auszuhandeln. Doch Jakes Bruder fällt einem Mordanschlag zum Opfer und Ersatz muss her. Die Wahl fällt nicht schwer: Jake soll in die Rolle seines Bruders schlüpfen und den Auftrag zu einem guten Ende führen. Neun Tage bleiben CIA-Veteran Oakes, um aus dem notorischen Plappermaul einen seriösen Agenten zu machen. Eine nicht ganz alltägliche Aufgabe, die selbst einen Profi wie Oakes vor immer neue und mehr als ungewöhnliche Herausforderungen stellt...

Egal in welcher Richtung man den Film einordnen möchte: es ist durchaus spannend gemachte, gute Unterhaltung, turbulente Action und spaßige Unterhaltung ohne tiefgehende Problematik, mit kleinen Logiklöchern und "Das kauf ich denen nicht ab!"-Momenten. Nett.

6,5/10

http://tinyurl.com/pum6vcz

Samstag, 29. Juni 2013

Trainspotting (1996)

http://www.imdb.com/title/tt0117951/

Thomas gab mir Anlass mal wieder Trainspotting zu sehen. Und nachdem diese Sichtung auch die zehnte oder zwölfte sein müsste - der Film amüsiert, schockt, fasziniert und unterhält mich immer noch aufs Feinste. Regisseur Danny Boyle zieht den Zuschauer mit "Trainspotting" in den ekligen, versifften Drogensumpf von Edinburghs unterster Unterschicht.

"Sag ja zum Leben, sag ja zum Job, sag ja zur Karriere, sag ja zur Familie. Sag ja zu einem pervers großen Fernseher. Sag ja zu Waschmaschinen, Autos, CD-Playern und elektrischen Dosenöffnern. Sag ja zur Gesundheit, niedrigem Cholesterinspiegel und Zahnzusatzversicherung. Sag ja zur Bausparkasse, sag ja zur ersten Eigentumswohnung, sag ja zu den richtigen Freunden. Sag ja zur Freizeitkleidung mit passenden Koffern, sag ja zum dreiteiligen Anzug auf Ratenzahlung in hunderten von Scheiß-Stoffen. Sag ja zu Do-it-yourself und dazu, auf Deiner Couch zu hocken und Dir hirnlähmende Gameshows reinzuziehen, und Dich dabei mit Scheiß Junk-Frass vollzustopfen. Sag ja dazu, am Schluss vor Dich hinzuverwesen, Dich in einer elenden Bruchbude vollzupissen und den missratenen Ego-Ratten von Kindern, die Du gezeugt hast, damit sie Dich ersetzen, nur noch peinlich zu sein. Sag ja zur Zukunft, sag ja zum Leben. Aber warum sollte ich das machen? Ich habe zum ja sagen nein gesagt. Die Gründe? Es gibt keine Gründe. Wer braucht Gründe, wenn man Heroin hat?

Mark (Ewan McGregor) ist ein Junkie. Sein Revier ist ein trister Teil Edinburghs, und sein grauer Alltag dreht sich von morgens bis abends um den nächsten Schuss. Irgendwann, so glaubt er, wird er einmal davon loskommen, aber mit kaputten Freunden wie Sick Boy (Jonny Lee Miller), Spud (Ewen Bremner) und Begbie (Robert Carlyle) ist daran gar nicht zu denken. Was immer er versucht, er scheitert kläglich, bis sich eines Tages die Chance seines Lebens bietet - in Form von zwei Kilo seines Lieblingspulvers allerfeinster Qualität.

"Trainspotting" ist ein harter Ausflug in die Welt der Drogen, welcher seinesgleichen sucht. Nicht so verspielt und abgedreht wie "Fear And Loathing In Las Vegas", nicht so krass pessimistisch wie "Requiem For A Dream", sondern ein Mix irgendwo dazwischen. Eben eine gelungene Mischung aus Ekel, Humor, Schock, Junkieleben und Beziehungen. Ja, "Trainspotting" ist ein Anti-Drogen-Film, der einen in eine Lage versetzt, in der man nicht immer genau weiss, was man gerade tun soll. - Lachen? Weinen? Die Augen verschließen? Sich ekeln? Man wird hin- und hergeworfen. Dabei ist Technik des Films unübetroffen, die Darsteller genial, die Musikeinlagen perfekt ausgesucht und eingebaut, allein schon der Anfang mit Iggy Pops "Lust For Life", beim späteren Discobesuch Sleeper mit "Atomic" - und nicht zuletzt der grandiose Abschluss mit Underworlds "Born Slippy".

"Wir nahmen Morphin, Diamorphin, Cyklizin, Codein, Temazepam, Nitrazepam, Phenobarbital, Amylnitrit, Dextropropoxyphen, Methadon, Nalbuphin, Pethidin, Pentazocin, Buprenorphin, Dextromoramid, Clomethiazol."

Was man letztendlich miterlebt, ist irgendwie auch ein knapp 90-minütiger Trip. "Trainspotting" ist ein Film, den jeder in seinem Leben mindestens einmal gesehen haben sollte, denn realistischer hätte die Problematik des Drogenkonsums nicht dargestellt werden können. Die Leistung von Ewan McGregor ist phantastisch: jede Sekunde lässt er einen hautnah an seinem Leben teilhaben. Man spürt seine Qualen, man freut sich mit ihm und man fühlt sich als Teil seiner Clique. Ein krasser Film, den man am allerbesten mit einem aus dem Film stammenden Zitat zusammenfasst: "Nimm den besten Orgasmus den du je hattest, multiplizier ihn mit 1.000 und du bist noch nicht mal nah dran!"

9/10

Starship Troopers: Invasion (2012)

http://www.imdb.com/title/tt2085930/

Nach einer Attacke der Bugs auf einen Außenposten der Föderation, wird das Raumschiff Alesia zur Unterstützung in die Region gesendet. Die Besatzung soll den Stützpunkt evakuieren und sich um Überlebende kümmern. Doch noch bevor die geborgenen Passagiere der Alesia weiter in Richtung Erde verfrachtet werden können, wird die Crew von Carl Jenkins vom Ministerium für Paranormale Kriegsführung auf eine geheime Mission in einen mysteriösen Nebel geschickt. Hier werden die abgekämpften Trooper für eine weitere Rettungsmission benötigt, die deutlich weitreichendere Folgen haben könnte, als sie sich zunächst vorstellen können...

Ich liebte den allerersten "Starship Troopers". Er war sarkastisch, brutal, ironisch und einfach nur cool. Mittlerweile geht es mit "Starship Troopers: Invasion" in Form eines computergenerierten Animationsfilm weiter, welches Paul Verhoeven 1997 angestoßen hatte. Der Film sammelt eine ganze Menge Pluspunkte: eine halbwegs glaubwürdige, wenn auch holprige Story, sehr gute Animationen und dazu wird nicht mit Blut, Gewalt und nackter Haut gegeizt. Allerdings bleiben die Charaktere sehr oberflächlich gezeichnet und man hat auch das Gefühl, dass die Machern ein wenig von "Dead Space" geklaut haben. Naja. Trotzdem sehenswert, vor allem für Freunde der japanischen Animationskünste.

6,5/10

Robocop 3 (1993)

http://www.imdb.com/title/tt0107978/

Ja, manche Firmen haben es drauf und fahren miteinem letzten Teil das Franchise mit Vollgas gegen die Wand. Nicht nur dass Peter Weller nicht mehr den Robocop spielt, vom Charme der beiden Vorgänger ist nur noch ein Yota übriggeblieben - und das reicht eben nicht aus.

In Detroit herrscht Bürgerkrieg. Mit blutiger Gewalt terrorisieren die Truppen des allmächtigen OCP-Konzerns ganze Stadtviertel. Einige unerschrockene Zivilisten leisten erbitterten Wiederstand. Nach dem Überfall auf das Waffenlager des OCP schlägt und schießt der Multi erbarmungslos zurück und plant die Rückkehr des Robocops. Doch der kämpft längst auf Seiten der Bürger. Die japanischen Konzernherren hetzen ihren Superfighter auf Robocop...

"Robocop 3" enttäuscht als Fortsetzung auf ganzer Linie. Auch wenn die Besetzung des Filmes halbwegs prominet ist, tröstet mich das nicht darüber hinweg, dass man die Figur familientauglich gemacht hat. Der Film ist ganz anders als die beiden Vorgänger, denn rohe Gewalt steht hier einfach nicht mehr zur Verfügung. Der Film wirkt sogar peinlich und teilweise kindisch. Was mich besonders gestört hat war das Fehlen eines fiesen Bösewichts, denn alle Bad Guys, die man hier zu sehen bekommt sind absolute Null-Nummern, die Story ist unspannend und actionmäßig kriegt man hier abgesehen vom kurzen Showdown und einer Schiesserei nicht wirklich viel zu sehen. Bleibt nur der wehleidige Blick zurück auf Teil 1 und 2 oder hoffen, dass das für 2014 angekündigte Remake aus diesem Fehler lernt.

4,5/10

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Freitag, 28. Juni 2013

Ted (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1637725/

Kann ein Teddy von schlechten Einfluss auf das menschliche Verhalten sein? Wenn er auf den Namen Ted hört, schon. Denn Ted (im Original gesprochen von Seth MacFarlane) ist nach einem von John (Mark Wahlberg) zu Kindeszeiten ausgesprochenen Wunsch zum Leben erwacht und weicht ihm seitdem nicht mehr von der Seite. Nun ist John mittlerweile erwachsen und der Flausch gewordene Kindheitstraum Johns Buddy, mit dem er gerne auch mal einen Bong durchzieht. So weit, so relaxt. Doch Johns Freundin Lori (Mila Kunis) geht das zu weit. Lange genug hatte sie stillschweigend akzeptiert, dass ihr Freund einen lebendigen Teddybär zum besten Kumpel hat. Sie möchte mit John eine neue Stufe in ihrer gemeinsamen Beziehung erreichen, und ein Teddy ist keineswegs Bestandteil dieses Plans. Schweren Herzens teilt John Ted seine Entscheidung mit, dass sie beide einander mehr Freiraum geben müssen. Doch ein Ted gibt sich so leicht nicht geschlagen…

Ein lebendiges Kuscheltier also? Auf diese abgedrehte Idee muss man sich wirklich einlassen. "Ted" ist nicht nur der beste Freund eines Kind gebliebenen Mittdreißigers, dem diese Liaison reichlich Probleme mit seiner heißen Freundin beschert. Nein, er ist ein scheinbar normaler Bestandteil der Gesellschaft, wird von seiner Umwelt absolut ernst genommen. Er kauft sich Nutten, besorgt sich Pot bei einem Dealer und geht zu einem Bewerbungsgespräch - im Anzug! Nichtsdestotrotz hat der Film eben dank seiner Story einen ganz eigenen Charme und macht in der ersten Stunde wirklich ziemlich Spaß. Wahlberg und Kunis geben ein tolles harmonisches Duo vor der Kamera ab, der Humor ist trotz gelegentlicher Plätte abwechlungsreich, fäkal, infantil, auch ab und zu schwarz und spätestens beim Donnersong kann man nicht anders als herzhaft zu Schmunzeln und diesen liebenswerten, kiffenden Teddy in sein Herz zu schließen.

"Ted" ist also schon ganz witzig. Der ein oder andere Gag zündet nicht oder ist übertrieben, aber ansonsten hab ich auch nicht viel mehr erwartet - und das war gut so. Eine Komödie, klar. Und wenn man den dafür nötigen Humor und Verständnis für McFarlanes zotige Art mitbringt, klappt diese auch und bringt neben Anspielungen auf zahlreiche Filme und derben Sprüchen eine kurzweilige Story mit sich. Eine der besten Szenen ist die Hommage an das Zucker/Abrahams/Zucker-Gespann, dem wir Filme wie "Die nackte Kanone" oder "Top Secret!" zu verdanken haben und spielt die Disco-Szene aus "Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug" perfekt nach. Autor und Regisseur Seth MacFarlane, dem Schöpfer der TV-Serie "Family Guy", gelingt bei seinem Kinodebüt das Kunststück, trotz hohem Zoten-Faktor eine liebenswerte Geschichte zu erzählen, auch wenn der Spaß sehr oft weit unter der Gürtellinie angesiedelt ist und bestimmt nicht jedermanns Geschmack trifft. Aber am Ende hat es mich vor Lachen regelrecht geschüttelt.

7/10

Auch im limitierten und geprägten Steelbook erhältlich:

Donnerstag, 27. Juni 2013

Real Steel (2011)

http://www.imdb.com/title/tt0433035/

Charlie Kenton (Hugh Jackman) war einst ein erfolgreicher Profi-Boxer. Doch auf dem Höhepunkt seiner Karriere ist er gezwungen, das Boxen an den Nagel zu hängen. Denn fortan sollen keine Menschen mehr in den Ring steigen, sondern riesige, auf Kampf programmierte Roboter. Kenton, der sich zunächst als Manager für die Maschinenkämpfe über Wasser hält, gibt den Traum vom ersehnten Titelgewinn niemals auf. Als sein Sohn Max (Dakota Goyo) ihm einen ausrangierten Sparring-Roboter namens Atom präsentiert, ist er zunächst wenig begeistert. Denn Max drängt darauf, Atom in den Kampf zu schicken, doch Charlie ist sich sicher, dass dieser nicht eine einzige Runde überstehen wird. Doch Atom erweist sich bald als seine große Chance - nicht nur auf den ersehnten Titelgewinn, sondern vor allem auch auf den Aufbau eines Vater-Sohn-Verhältnisses...

Der Trailer versprach so viel - und dann las ich etwas Vorab-Kritik und war zwiegespalten: ein Kinderfilm? Das hatte ich nicht erwartet und lies den Film im Kino aus. Und dann gabs irgendwann die Blu-ray zum günstigen Preis und ich gab dem Film - wie so vielen zuvor - seine wohlverdiente Chance. Und die hätte er - meiner Ansicht nach - schon viel eher verdient gehabt...

Auch wenn sich die dem Film zugrundeliegende Geschichte zunächst arg trashig anhören mag, empfiehlt sich wie so oft ein zweiter, genauerer Blick. Sicher, irgendwie ist es eine coole Art von "Rocky" - nur halt mit Robotern. Und irgendwie ist es auch die altbekannte Geschichte über das Erwachsenwerden und Lernen und Festellen, dass man eigentlich schon alles hat, was man immer wollte. Klingt lahm? Ist es nicht, im Gegenteil. "Real Steel" baut zwar die Geschichte nach altbekanntem Muster, ist aber dann doch so heimlich originell, dass man gespannt zusieht und die Geschichte förmlich aufsaugt. Und obwohl man ahnt, wie das am Ende wohl ausgehen wird ist die Story nicht langweilig. Denn die krude anmutende Mischung aus wirklich raffiniert getrickster Kampfaction und den leisen, zwischenmenschlichen Tönen ist trotz ihrer Laufzeit von 126 Minuten nicht nur äußerst kurzweilig. Sie formuliert zusätzlich eine in sich stimmige Grundaussage, die dem familienfreundlichen Action-Drama einen überraschend tiefgründigen Sinn gibt: Man muss nicht immer siegen, um zu gewinnen.

Shawn Levys "Real Steel" ist ein sehr positiver und überraschend schöner Film, der grandiose Effekte vorführt, aber sie nicht zum Mittelpunkt des Films macht. Stattdessen erzählt er - der Sci-Fi-Prämisse zum Trotz - eine menschliche und rührende Geschichte. Toll!

7,5/10

Little Fockers - Meine Frau, unsere Kinder und ich (2010)

http://www.imdb.com/title/tt0970866/

Wieder einmal steht ein Familientreffen ins Haus, das garantiert nicht so verlaufen wird, wie es sich die Beteiligten gewünscht haben. "Meine Frau, unsere Kinder und ich" setzt fünf Jahre nach den turbulenten Ereignissen des Films "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich" ein. Leider ist es nicht witziger geworden, sondern spielt mit den altbekannten Klischees.

Gaylord Focker (Ben Stiller) ist mittlerweile stolzer Vater von fünfjährigen Zwillingen, deren Einschulung kurz bevor steht. Als gäbe es nicht schon genug zu tun, ist das eigentliche Chaos mit dem Besuch seiner Schwiegereltern Dina (Blythe Danner) und Jack (Robert De Niro) bereits vorprogrammiert, genauso wie deren Konfrontation mit Gaylords eigenen Eltern, die kaum unterschiedlicher sein könnten, als Pams (Teri Polo) Familie. Schon bald ist Gaylord genervt von den Ratschlägen des Ex-CIA Agenten Jacks, der gänzlich andere Vorstellungen von Kindererziehung hat als er. Zu allem Überfluss steht in Meine Frau, unsere Kinder und ich plötzlich auch noch Pams liebeskranker Exfreund Kevin (Owen Wilson) vor der Tür, so dass der Geburtstag des Focker Nachwuchses in ein einziges Chaos zu kippen droht...

Vom dritten Teil bin ich ein wenig enttäuscht. Die Gags sind leider nicht mehr so originell und zahlreich, sie zünden auch zum Teil nicht so wirklich und sind zum Teil auch schon arg unter der Gürtellinie. Trotzdem: so schlimm, wie sich das jetzt anhört, ist der dritte Teil nun auch wieder nicht, einzig die Serie hat sich halt schon ein wenig abgenutzt. Findet man die Besetzung sympathisch, kann man sich den dritten Teil auf alle Fälle anschauen und wird immer noch unterhalten.

6/10

http://tinyurl.com/o2xvxnx

Dienstag, 25. Juni 2013

The Girl With The Dragon Tattoo (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1568346/

"Verblendung" ist die US-Neuverfilmung des gleichnamigen Romans, dem ersten Teil der "Millennium"-Trilogie von Stieg Larsson. Obwohl ich amerikanische Remakes ausländischer Filme extrem überflüssig finde und der Meinung bin, dass der Hollywood-gepeinigte Zuseher sich lieber mal die Originale ansehen sollte - und das nicht erst seit "Nightwatch/Nachtwache" - so muss man David Finchers ("Fight Club", "The Social Network") Interpretation des Stoffes schon anerkennend zunicken.

Im Mittelpunkt steht die Geschichte um den Enthüllungsjournalisten Mikael Blomkvist (Daniel Craig), der das Geheimnis um die verschwundene Harriet Vanger auflösen soll. Diese wurde vor vielen Jahren entführt, doch ihr Onkel Henrik Vanger erhält seitdem jedes Jahr eine getrocknete Blume zum Geburtstag: eben jenes Geschenk, das er seinerzeit auch von Harriet bekam. Gemeinsam mit seiner Hacker-Kollegin Lisbeth Salander (Rooney Mara) nimmt Mikael Blomkvist die Ermittlungen auf und kommt einem dunklen Geheimnis auf die Spur...

Nachdem ich den schwedischen Film gesehen habe, der mir auch sehr gut gefallen hat, musste ich nun unbedingt auch David Finchers Version sehen. Meine Erwartung lag angesichts seiner vielen sehr guten Filme, allen voran "Sieben" und "Fight Club", sehr hoch. Der extrem stylische und düstere Vorspann im Stile eines neueren Bond-Filmes verspricht viel Gutes und hält auch sein Versprechen. Dass Finchers Version von "Verblendung" allgemein düsterer, ausgeflippter und brutaler geworden ist gefällt mir gut, die Geschichte wird spannend und flüssig erzählt, die Vergewaltigungsszenen sind ebenso schonungslos und hart wie im Original, aber eindeutig professioneller in Szene gesetzt. Dabei ist gerade bei seinem Stil genau dies immer noch die konsequenteste und intelligenteste Art der Erzählung bei solch einem Material.

Außerdem stimmen hier zahlreiche Details, die im schwedischen Original schlichtweg falsch waren oder einfach gefehlt haben. Hier sei als simpelstes Beispiel das Auftauchen der Katze genannt, die im Remake beiläufig, aber sichtbar die Szenerie begleitet. Rooney Mara hingegen ist die noch etwas durchtriebenere, brutalere und verrücktere Lisbeth-Version, allerdings ohne das Charisma und die Atrraktivität einer Noomi Rapace, die die Lisbeth im Original gab. Allerdings kommt die Beziehung zwischen den völlig ungleichen Partnern hier glaubwürdiger rüber, weil sie einfach besser gemeinsam schauspielern. Die wichtige Szene, in der sie sich in Lisbeths Wohnung zum ersten Mal sehen ist so bei weitem origineller und lustiger ausgefallen.

Abschließend kann ich nur festhalten, wie beeindruckt ich bin, was David Fincher noch alles aus dem originalen Stoff herausgeholt hat und bin äusserst positiv überrascht: gute Buchverfilmungen sind selten, ausgezeichnete wie David Finchers "Verblendung" hingegen noch etwas seltener. Erwähnenswert ist auch der Score von Nine Inch Nails-Frontmann Trent Reznor und Atticus Ross, der nicht nur perfekt zum Film passt, sondern auch allein ein akustischer Genuss ist. Dafür gibt es glatt noch einen halben Punkt mehr!

8,5/10

Auch hier gab es die Erstauflage exklusiv als Steelbook. Ein schickes Teil und mittlerweile auch als zweite Auflage (ohne das Lack-Finnish) noch zu bekommen:

Montag, 24. Juni 2013

Meet The Fockers - Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich (2004)

http://www.imdb.com/title/tt0290002/

Nicht ganz so gut wie der erste Teil, aber immer noch sehr lustig. Gaylord Focker (Ben Stiller) und seine Verlobte Pam (Teri Polo) stehen kurz vor den Hochzeitsvorbereitungen und wollen zuvor ihre nicht besonders kompatiblen Eltern einander vorstellen. Gaylord ist mehr als beunruhigt, schließlich wurde er gerade erst in den "Kreis des Vertrauens" des zukünftigen Schwiegervaters Jack (Robert De Niro) aufgenommen und seine Eltern nehmen nicht den Telefonhörer ab, wenn er dort anruft. Jack hat sich einen gigantischen Trailer zugelegt, in dem alle zusammen zu den Fockers nach Florida reisen sollen.

Fortsetzungen haben es ja irgendwie immer recht schwer - zu Anfang auch "Meine Frau, ihre Schwiegereltern und Ich". Nur schleppend kommt der zweite Teil ins Rollen. Erst als die Familie Burns in Florida eintrifft, nimmt der Streifen an Fahrt auf und wird stellenweise wieder so lustig und überdreht wie der Vorgänger. Besonders amüsant waren die verschiedenen Ansichten von Jack und Bernie, die immer wieder Anlass zu urkomischen Streitgesprächen führen. Trotzdem zünden einige Gags und Witze nicht wirklich und wirken so letztendlich leider recht platt.

Zusammengefasst ist der zweite Teil eine solide Fortsetzung, was man wohl zum größten Teil den beiden 'Neuen' Dustin Hoffman und Barbra Streisand zu verdanken hat, die wie die Faust aufs Auge in ihre Rollen passen und wunderbar überzogen den Film von Gag zu Gag tragen. Toll.

7/10

http://tinyurl.com/plpvo2w

Sonntag, 23. Juni 2013

[SERIE] The X-Files, Season 06 - Akte X

http://www.imdb.com/title/tt0751220/
6.1 "Der Anfang", Die beiden Spezial-Agenten des FBI, Fox Mulder und Dana Scully, untersuchen zwei mysteriöse Todesfälle. Dabei kommen Mulder und Scully einem geheimnisvollen Wesen auf die Spur, das allem Anschein nach nichtmenschlichen Ursprungs ist. Es scheint sich um einen Außerirdischen zu handeln. Auch der mysteriöse „Raucher“ folgt diesem Wesen. Dazu benutzt er den Jungen Gibson Praise, der aufgrund seiner außergewöhnlichen telepathischen Fähigkeiten zum Schachwunderkind wurde. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0751106/
6.2 "Die Fahrt", In Nevada kommt es zu einer wilden Verfolgungsjagd zwischen der Polizei und einem Geiselnehmer, wobei eine Geisel ums Leben kommt – unter ziemlich merkwürdigen Umständen. FBI-Agentin Dana Scully obduziert die Leiche und stellt überrascht fest, dass die Frau nicht durch eine Polizeikugel, sondern an einem geplatzten Innenohr starb. Wenig später wird Mulder von dem wütenden Ehemann der Toten als Geisel genommen. Der Mann weist dieselben Krankheitssymptome auf wie seine Frau. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt0751249/
6.3 "Im Bermuda-Dreieck", Im Jahr 1939 ist der Luxus-Kreuzer „Queen Anne“ spurlos im Bermuda-Dreieck verschwunden. Nun wurde das Schiff anhand von Satellitenbildern ausgemacht. Spezial-Agent Fox Mulder macht sich in einem gemieteten Boot auf die Suche nach der „Queen Anne“. Als Mulder in einen schlimmen Sturm gerät, erlebt er eine Überraschung: Er wird im letzten Moment von der Besatzung des Luxus-Liners gerettet – dort schreibt man den 3. September 1939 und hält den FBI-Agenten für einen deutschen Spion. - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0751104/
6.4 "Dreamland (1)", Ein Unbekannter will Scully und Mulder Beweise für außerirdische Experimente der Regierung unterbreiten. Deshalb sind die beiden Agenten in der Area 51, einem militärischen Sperrgebiet, als ein UFO über sie hinweg fliegt. Dabei wird Mulders Identität mit der des Army-Mitarbeiters Fletcher vertauscht. Mulder möchte zurück in sein altes Leben, Fletcher aber versucht das zu verhindern. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0751105/
6.5 "Dreamland (2)", Mulder, im Körper von Morris Fletcher, versucht Scully vom mysteriösen Körpertausch zu überzeugen. Die aber glaubt ihm nicht. Doch selbst wenn ihm jemand helfen würde, wäre der Tausch zurück ein riskantes Unternehmen. Zumal Mulder dafür den Flugschreiber des UFOs bräuchte. Erst als Fletcher Scully in Mulders Wohnung einlädt, schöpft Scully Verdacht und stellt ihn zur Rede. Fletcher gesteht. - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0751138/
6.6 "Die Geister, die ich rief", Die beiden FBI-Agenten Fox Mulder und Dana Scully observieren an Heiligabend ein Haus, in dem es angeblich spukt. Dabei werden sie mit dem Ehepaar Maurice und Lyda konfrontiert, das 1917 gemeinsam Selbstmord begangen hatte. Und es sieht ganz so aus, als hätte dieses Paar inzwischen drei weitere Ehepaare in den Selbstmord getrieben. Die Geister Maurice und Lyda halten auch Fox Mulder und Dana Scully für ein Paar und beginnen ihr zerstörerisches Werk – beinahe mit Erfolg. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0751217/
6.7 "Zeit der Zärtlichkeit", Deputy Stevens meldet eine mysteriöse Geschichte aus Virginia: Ein Dämon soll ein Baby entführt haben. Agent Fox Mulder geht der Geschichte nach. Laura, der Schwester des Deputy, ist das Ungeborene angeblich bei lebendigem Leib entnommen worden. Jeder glaubt, dass Laura eine illegale Abtreibung vorgenommen hat – bis auf Mulder. Er findet heraus, dass Lauras Mann Wayne tatsächlich ein Dämon ist. Wayne hat noch eine andere Frau, Betsy, und diese ist ebenfalls von ihm schwanger. - 7,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0751233/
6.8 "Der Regenmacher", Scully und Mulder ermitteln in dem Städtchen Kroner in Kansas gegen Daryl Mootz, der behauptet, ein Regenmacher zu sein. Viele zufriedene Kunden bestätigen seine unglaubliche Fähigkeiten. Doch Scully glaubt an einen Schwindel – auch der örtliche TV-Meteorologe Holman Hardt hält das alles für natürliche Wetterphänomene. Mulder hingegen findet heraus, dass Hardts aufgestaute Gefühle gegenüber seiner Jugendfreundin Sheila der Grund für den sintflutartigen Regen sind. - 5/10

http://www.imdb.com/title/tt0751195/
6.9 "S.R. 819", Ein Anrufer löst beim FBI Großalarm aus: Der Unbekannte teilt mit, dass Skinner vergiftet worden ist und nur noch 24 Stunden zu leben hat. Es sieht ganz so aus, als könne der Unbekannte durch das Gift in Skinners Körper dessen Organismus steuern. Fieberhafte Ermittlungen beginnen, und dabei stoßen die FBI-Agenten auf Senator Matheson und die Senatsresolution S. R. 819, in der die Ausfuhrbestimmungen für neue Technologien geregelt werden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0751245/
6.10 "Tithonus", Wo und wann auch immer ein Mordfall geschieht, der Fotograf Fellig ist immer der Erste am Tatort. Das Merkwürdigste aber ist, dass er dies über Jahrzehnte hinweg durchhält. Schließlich gerät er selbst in den Verdacht, für die Morde verantwortlich zu sein. Dana Scully und Fox Mulder nehmen Fellig unter die Lupe und machen eine überraschende Entdeckung: Es sieht ganz so aus, als ob Fellig ewig lebt und sich doch nichts sehnlicher wünscht als den Tod. - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt0751252/
6.11 "Zwei Väter", Überraschend taucht die Mutter von Agent Spender wieder auf. Cassandra Spender hat den FBI-Agenten Fox Mulder und Dana Scully eine sensationelle Mitteilung zu machen: Nach langjährigen Experimenten unter der Leitung des geheimnisvollen „Rauchers“ ist es endlich gelungen, den ersten Alien-Mensch-Hybriden zu kreieren: Cassandra. Damit kann die seit 50 Jahren drohende Invasion der Außerirdischen endlich beginnen. Für Mulder und Scully beginnt ein atemberaubender Fall. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0751170/
6.12 "Ein Sohn", Den Außerirdischen ist es gelungen, einen Alien-Mensch-Hybriden zu züchten. Der mysteriöse „Raucher“ enthüllt Fox Mulder die ganze Wahrheit über die Entwicklung dieses Projekts. Demnach arbeiten die Verschwörer seit den Tagen von Roswell an dieser Entwicklung. Das erklärt für den FBI-Agenten einige der vergangenen Vorkommnisse. Der „Raucher“ gibt ihm aber auch einen Tipp, wie er und Scully sich vor der bevorstehenden Kolonisation durch die Außerirdischen retten können. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0751069/
6.13 "Aqua Mala", FBI-Agent Fox Mulder wird von seinem Kollegen Arthur Dales, der früher die X-Akten bearbeitet hat, nach Florida gerufen, wo die Familie Shipley verschwunden ist. Dales vermutet, dass sie einem Seeungeheuer zum Opfer gefallen ist. Da im Haus der Shipleys keinerlei Spuren gefunden werden, steht Dana Scully dieser Theorie sehr skeptisch gegenüber. Während eines Hurrikans werden Mulder und Scully jedoch mit dem Ungeheuer konfrontiert: Es nimmt nur Gestalt an, wenn es angreift. - 7/10

http://www.imdb.com/title/tt0751163/
6.14 "Montag", Eines Montag hat FBI-Agent Fox Mulder ein Déjà-vu-Erlebnis: Er befindet sich zusammen mit anderen Kunden in einer Bank, als diese überfallen wird. Als der Coup schiefläuft, sprengt sich der Gangster samt allen Anwesenden in die Luft. Zugleich mit diesen sich immer öfter wiederholenden Déjà-vu-Erlebnissen bleibt auch eine Warnung von Pam, der Freundin des Bankräubers, in Mulders Gedächtnis haften. Als Mulder Pam dazu benutzt, den Bankräuber zu stellen, kommt es zur Katastrophe. - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt0751076/
6.15 "Arkadien", Nachdem in einer Wohnanlage drei Paare spurlos verschwunden sind, schleusen sich Fox Mulder und Dana Scully als Ehepaar getarnt dort ein. In der Siedlung herrschen absurde Verhaltensregeln, die von allen penibel befolgt werden – scheinbar freiwillig. Als die Ermittler auf die verschwundenen Ehepaare zu sprechen kommen, stoßen sie auf eine Mauer des Schweigens. Wie sich herausstellt, pflegt der Vorsitzende der Anlage eine besonders perfide Art der Kontrolle über die anderen. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0751073/
6.16 "Alpha", In Kalifornien ist ein Tier, dem vier Menschen zum Opfer gefallen sein sollen, von einem chinesischen Schiff entkommen. Das bestreitet Dr. Ian Detweiler: Seiner Aussage nach handelt es sich bei dem Tier um einen angeblich vor 150 Jahren ausgestorbenen chinesischen Wildhund. Auch die Expertin Karin Berquist ist überzeugt, dass der Hund kein Killer ist. Dana Scully bemerkt, dass Karin Fox Mulder sehr zugetan ist. Die Agenten ahnen nicht, dass Karin ein doppeltes Spiel spielt. - 7/10

http://www.imdb.com/title/tt0751248/
6.17 "Trevor", In einem Arbeitslager in Mississippi kommt der Strafgefangene Pinker Rawls während eines Tornados in eine Einzelzelle. Nach dem Sturm ist die Zelle samt Rawls spurlos verschwunden. Außerdem wird der Direktor der Anstalt in seinem Büro gefunden – in zwei Hälften zerteilt. Scully und Mulder ermitteln die Ex-Freundin von Rawls, die inzwischen von ihm einen Sohn, Trevor, bekommen hat. Rawls will mit Trevor ein neues Leben beginnen – diese Information nutzen Scully und Mulder. - 7/10

http://www.imdb.com/title/tt0751159/
6.18 "Milagro", Ein mysteriöser Serienmörder hält die Polizei in Atem: Der Mann entfernt bei allen seinen Opfern das Herz – ohne dass erkennbare Operationswunden gefunden werden. Ein anonymer Hinweis führt Fox Mulder zu seinem neuen Nachbarn, dem Schriftsteller Phillip Padgett. In dessen Roman sind alle Morde detailgetreu beschrieben. Außerdem nimmt Dana Scully in dem Werk eine große Rolle ein. Ihr scheint Padgett sehr zugetan zu sein – und das ist für die Agentin nicht ungefährlich. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0751239/
6.19 "Ex", Fox Mulder stößt zufällig auf die Spur von Arthur Dales, der 1947 als Polizist in Roswell dabei war. Mulder erfährt von Dales die Geschichte von Josh „Ex“ Exley, einer Baseball-Legende, der im Jahre 1947 angeblich 61 Homeruns geschlagen hatte. Josh Exley war in Wirklichkeit ein Alien, der sich mit Dales anfreundete und sich diesem in seiner wahren Erscheinungsform zeigte. Dales war auch Augenzeuge, als Exley von einem außerirdischen Kopfgeldjäger hingerichtet wurde. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0751244/
6.20 "Suzanne", In einem Hotel in Las Vegas findet die „Def-Con ’99“ statt – eine Messe um geheime Technologien. Die drei Verschwörungstheoretiker Byers, Langly und Frohike, Freunde von Mulder, wollen die Rüstungsindustrie ausspionieren und sind auch dort. Da entdeckt Byers plötzlich die vor Jahren entführte Suzanne Modesky. Dann stirbt ein Freund der drei unter seltsamen Umständen … - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt0751122/
6.21 "Sporen", Als die Leichen von Wallace und Angela Schiff gefunden werden, sind sie bereits völlig verwest und zudem mit Schleim überzogen. Dabei wurde das Paar erst seit drei Tagen vermisst. Scully und Mulder nehmen die Untersuchungen auf. Als Mulder noch einmal den Fundort erkundet, findet er dort wohlauf die beiden Eheleute vor. Sie erzählen, sie seien von Aliens entführt worden. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt0419384/
6.22 "Artefakte", Nachdem man in Afrika ein mysteriöses Artefakt entdeckt hat, bringt ein Biologe es in die USA. Dort behauptet ein Wissenschaftler, ein beinahe identisches Stück zu besitzen. Der Biologe übergibt das Fundstück dem Mann – und wenig später verschwinden beide Wissenschaftler spurlos. Skinner setzt die Agenten Fox Mulder und Dana Scully auf den Fall an. Während Scully davon überzeugt ist, dass die Artefakte Fälschungen sind, beginnt Mulder plötzlich, Stimmen in seinem Kopf zu hören. - 8,5/10

http://tinyurl.com/p4qr2cw

Blade: Trinity (Extended Version) (2004)

http://www.imdb.com/title/tt0359013/

Was für ein vergleichsweise blöder Abschluss der Blade-Trilogie! Nachdem Teil 1 und Teil 2 noch richtig gute Vampir-Actioner waren, stinkt der dritte vor allem wegen seiner Darstellung der Nightstalker-Kiddies bei mir ab.

Im finalen Teil der Vampijäger-Saga bekommt es der Daywalker zum ersten Mal mit dem Vampir aller Vampire Drake alias Dracula zu tun. Dieser wird von einer Gruppe Vampire aus seinem Grab befreit, mit dem Ziel sie alle zu Daywalkern zu transformieren. Nach Whistlers Tod muss Blade (Wesley Snipes) mit der Untergrundorganisation Nightstalker zusammen arbeiten, die auch in den Kampf gegen Vampire geht. Zu dieser gehört neben Whistlers Tochter Abigail (Jessica Biel) auch der Draufgänger Hanibal King (Ryan Reynolds). Ziel der Gruppe ist es, mit dem von ihnen entwickelten Virus Day Star alle Vampire zu vernichten. Dafür brauchen sie jedoch als letztes Element einen Tropfen von Drakes Blut, der das Virus erst wirkungsvoll genug macht. Die Schlacht zwischen den Nightstalkern rund um Blade und den Vampiren beginnt...

Die Story bringt den Mythos um Blade nicht ein Quentchen weiter, sondern wirkt eher wie ein Rückschritt. Die Fights sind recht ordentlich gemacht, doch die Vorgänger haben diesbezüglich stehts die Nase vorn. Die titelgebende Figur kriegt bedauerlich wenig Screentime ab als in den Teilen davor, wirkt dann aber stehts cool. Der Endgegner ist ein Witz und wirkt in keinem Moment richtig bedrohlich, Jessica Biel spielt peinlich und Ryan Reynolds zerstört mit seiner nervigen und ständig blöden Sprüche klopfenden Art fast den ganzen Film. Das war eine reine Null-Nummer.

5,5/10

Cliffhanger (1993)

http://www.imdb.com/title/tt0106582/

Old-School-Actioner und einer meiner Lieblinge unter den vielen. Für viele sicher zu flach und völlig übertrieben, aber mir gefällts. Ehemals wegen 3 Szenen indiziert, heute frei ab 16 Jahren.

Gabe Walker (Sylvester Stallone) gilt als der beste Mann der Bergwacht in den Rocky Mountains, doch nach einem tödlichen Unfall hat er sich geschworen, nie wieder einen Fuß in die Berge zu setzen. Sogar seinen Job als Chef der Bergungsmannschaft hat er aufgegeben. 8 Monate sind vergangen, als ein Flugzeug in den Bergen abstürzt. Die Überlebenden müssen so schnell wie möglich gerettet werden. Für Walker ist das eine Frage der Ehre. Er beschließt, erneut den Aufstieg zu wagen und sein Trauma hinter sich zu lassen. Doch was Walker auf dem Gipfel erwartet, stellt ihn auf eine harte Probe, denn die augenscheinlich Überlebeneden sind fiese Gangster auf der Suche nach ihrem Geld...

Die bewährte Einer-Gegen-Alle-Formel in einem ungewöhnlichen aber dafür richtig geilen Setting, schön blutig und hart insziniert und Sly in Topform. Der Film bietet hervorragende und vor allem unterhaltsame Action und selbst schauspielerisch kriegt man hier einen der besten Bösewichte aller Zeiten zu sehen, den niemand besser hätte spielen können als John Lithgow. Stallone ist hier in einer seiner stärksten Rollen zu sehen und spielt die Rolle des Helden auch noch glaubhaft. Außerdem sorgt er mit seinen One-Linern für einige guter Lacher. Für mich ist "Cliffhanger" ein wahres Glanzstück aus dem Actionbereich und einer der besten Filme von Stallone.

7,5/10

Einst indiziert und nun schon freigegeben ab 16 Jahren - uncut versteht sich. STUDIOCANAL bietet zum Film in der ungekürzten Neuauflage ein schickes Steelbook:

Donnerstag, 20. Juni 2013

Meet The Parents - Meine Braut, ihr Vater und ich (2000)

http://www.imdb.com/title/tt0212338/

Inhalt: Genau in dem Moment, in dem Greg seine Angebetete Pam um ihre Hand bitten will, klingelt bei ihr das Telefon. Am anderen Ende: ihre Schwester, die Pam erzählt, daß sie demnächst heiraten wird, und daß ihr Freund bei ihrem Vater um ihre Hand angehalten hat. Greg denkt sich: “was der kann, kann ich auch”, und beschließt, ebenfalls bei Pams Vater vorzusprechen. Bald ist es auch so weit: Pam und Greg machen sich auf den Weg zu ihren Eltern. Dort muß Greg ziemlich schnell feststellen, daß Jack, der Brautvater, nicht besonders gut auf ihn zu sprechen ist. Dazu kommt noch, daß der Möchtegern-Bräutigam auch alles versucht, um Jack zu gefallen – und das hat fatale Folgen. So richtig interessant wird es als Greg herausfindet, daß Jack keineswegs ein pensionierter Florist ist, sondern daß er vielmehr bei der CIA dafür zuständig war Doppelagenten zu entlarven. Es ist unmöglich diesen Mann anzulügen, ohne daß er es merkt. Na dann … Alles Gute, Greg!

Eine klasse Komödie, die vor allem durch das grandiose Zusammenspiel von Ben Stiller (die "männliche Krankenschwester" und dazu jüdischen Glaubens, zwei Klischeés schlechthin)  und Robert De Niro (wie ein Autokrat mit herrlich verkniffenem Gesichtsausdruck) so gut funktioniert. Der Humor ist, wie man das von Stiller Filmen gewohnt ist, zwar eher niedrig angesiedelt, jedoch eigentlich immer zum wegschmeißen, dank witziger Begegnungen, Situationskomik und peinlichen Wortspielen. Amüsant!

7/10

http://tinyurl.com/nlx66nh

Mittwoch, 19. Juni 2013

Crazy, Stupid, Love (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1570728/

Die Liebe - unendliche Erklärungsversuche für etwas, was so einfach und zugleich auch wieder so kompliziert sein kann, so grausam wie schön. Das muss auch Cal Weaver (Steve Carell) feststellen: Der Mittvierziger, der den amerikanischen Traum von wunderbarer Familie, tollem Job und großem Haus lebt, sieht sich auf einmal mit dem Ende dieser Konstellation konfrontiert, als ihm seine Frau Emily (Julianne Moore) offenbart, dass sie ihn betrogen hat und nun die Scheidung will. Cal fällt aus allen Wolken und in die Abgründe der Trostlosigkeit: Wie soll jemand wie er, der seine Highschoolliebe ehelichte, also quasi jungfräulich in die Ehe ging, auf der Piste wieder Frauen klar machen? Auf einer seiner Selbstmitleidstouren lernt Cal zufällig den attraktiven Womanizer Jacob (Ryan Gosling) kennen, der ihn unter seine Fittiche nimmt. Unter der ausgewiesenen Expertise des Date Doctors liegen Cal die Frauen bald zu Füßen, doch er sehnt sich immer noch nach seiner Emily…

Der Film sticht besonders angenehm aus den Komödien der heutigen Zeit heraus, so ist er zwar erwartungsgemäß romantisch, kommt aber zumindest ohne blöden Slapstick oder Witze unter der Gürtellinie aus. So besticht er lieber mit geistvollen und witzigen Gesprächen, peinlichen Begegnungen und urkomischen Situationen, wie aus dem Leben gegriffen. Das macht Spaß und so kommt während der knapp 2 Stunden auch keine Langeweile, sondern das von Anfang an gesetzte Happy-End. Gut gemacht, gefällt.

7,5/10

http://tinyurl.com/qaoda76

10,000 B.C (2008)

http://www.imdb.com/title/tt0443649/

Ach Herr Emmerich! Nach großartigen Blockbustern wie "Independence Day" oder "The Day After Tomorrow" (der allerdings auch schon nicht mehr zu den großen weltbewegenden Werken gehörte) kam dieser Streifen, dessen Stroy in wenigen Sätzen zusammengefasst werden kann: Es begab sich zu einer Zeit, in der Mann und Bestie ungezähmt waren und gewaltige Mammuts auf der Erde umher wanderten. Eine Zeit, in der Ideen und der Glauben geboren wurden, welche die gesamte Menschheit für immer prägen sollten. "10.000 BC" erzählt die Geschichte eines jungen Jägers (Steven Strait), der seine Armee quer durch eine gewaltige Wüste führt, in erbitterte Kämpfe mit Säbelzahntigern und prähistorischen Raubtieren gerät, auf untergegangene Kulturen stößt und versucht, die Frau, die er liebt (Camilla Belle), aus den Fängen eines feindlichen Kriegsherrn zu befreien.

Klingt ja soweit ganz gut, aber was der deustche Regisseur hier abgelieert hat, spottet eigentlich jeder Beschreibung: die Story ist altbacken und platt, der Held läuft ohne auch nur eine Miene zu verziehen durch die Klimazonen der steinzeitlich angehauchten Welt und beweist einer wesentlich höher angesiedelten Kultur, dass (und man verzeihe mir, dass ich dafür einen Satz aus dem wesentlich besseren "300" stehle) "auch ein Gottkönig bluten kann". Denn genau darauf läuft die ganze Wanderung hinaus und somit ist Langeweile - weil man das Gefühl hat, alles schon einmal gesehen zu haben - vorprogrammiert. Unterwegs trifft er auf einen Säbelzahntiger, den er aus Mitleid vor dem Ertrinken rettet, nur damit ihm die Großkatze später freundschaftlich zur Seite stehen kann... solche Stories überlässt man besser den Disney-Studios. John Landis ("Blues Brothers" und "Burke & Hare"), den wir auf dem FantasyFilmfestival nights 2011 persönlich trafen, gab zu Emmerichs Werken auch seinen Senf dazu und meinte während einer Q&A lachend, dass der Herr Emmerich keine Geschichte erzählen könne - nur Welten zerstören, aber das bombastisch. Er meinte, dass, wenn sie einmal in einer Premiere eines Emmerich-Films in Hollywood säßen, das ganze Publikum lauthals angesichts der Zerstörungsorgien lachen würde. Das kann ich mir gut vorstellen. Hier jedenfalls hat Emmerich genau diese These - dass er eben nur zerstören und nicht aufbauen kann, eindrucksvoll bewiesen. Schade, der Film hatte durchaus Potential. Immerhin sind die Animationen gut geworden.

Und wie es besser geht zeigt beispielsweise Mel Gibson's "Apocalypto".

5/10

...und obwohl der Film nur Durchschnitt ist, gehört das Steelbook, was es als Alternative zur "normalen" Veröffentlichung exklusiv bei amazon.de gab, wegen seiner Aufmachung im vergoldeten Perlmuttdesign zu den schönsten und mittlerweile auch teuersten, die es gibt.

Brother (2000)

http://www.imdb.com/title/tt0222851/

Takeshi Kitanos Filme sind im Grunde alle sehr gut - jeder auf seine Art. Sein Yakuza-Film "Brother" ist kühl, brutal und spannend. Kitano, der gleichzeitig Regisseur, Drehbuchautor und Darsteller ist, spielt die Hauptrolle Aniki Yamamoto, welcher ins Exil nach Amerika fliehen muss und dort in einen Bandenkrieg zwischen Yakuza und amerikanischen Gangs gerät...

Rein optisch erinnert der Film mit seinen etwas verwaschenen Farben an die Filme der 70er, inhaltlich aber mehr an einen (amerikanischen) Gangsterfilm der 30er Jahre. "Brother" erklärt sehr wenig, vieles muss man sich selber zusammenreimen. Die ungewöhnliche Kombination aus langen, sehr statischen Einstellungen und den teils extrem brutalen Gewaltausbrüchen ist typisch für Kitano. Dazu passt der Soundtrack, der jede Szene so perfekt untermalt und die Spannung betont, dass man erwartungsvoll und gebannt auf den Bildschirm schaut, um bloß nicht zu verpassen, was wohl als nächstes passieren wird. Einzig die hölzerne Spielweise der amerikanischen Schauspieler trübt etwas die Stimmung. Ansonsten aber ein sehr guter Film, den sicher nicht viele kennen.

7/10

http://tinyurl.com/l8xxty5

Dienstag, 18. Juni 2013

Zero Dark Thirty (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1790885/

Einer der vielversprechendsten Oscar-Anwärter 2013 und für mich eigentlich auch der Gewinner 2013. Leider ist das aber "Argo" geworden, sodass für den Thriller "Zero Dark Thirty" nur der zweite Platz blieb. Regisseurin Kathryn Bigelow zeigt darin die Jagd einer CIA-Agentin auf Osama Bin Laden.

Frisch von der High-School wurde Maya (großartig: Jessica Chastain) von der CIA für nur einer Aufgabe engagiert: Sie soll den Anführer von al-Qaida Osama Bin Laden aufspüren. Nach zähen Ermittlungen und zahlreichen Verhören glaubt sie in Abu Ahmed einen der wichtigsten Kuriere gefunden zu haben. Doch während sie fest an ihre Spur glaubt, sorgt sich Washington mittlerweile viel mehr um den nächsten Terrorakt von Osamas Nachfolgern. Ihr zur Seite steht schließlich das Navy-Seal Team 6 um Team Leader Patrick (Joel Edgerton), eine der besten Spezialeinheiten der Welt. Normalerweise arbeiten sie im Verborgenen, an Orten von denen die Welt den Blick abgewendet hat. Diesmal liegt jedoch die Hoffnung einer gesamten Nation auf ihnen. Ihre Jagd führt sie von Afghanistan und den Black Sites der CIA ins Grenzgebiet Pakistans.

Das Team Bigelow und "The Hurt Locker"-Autor Mark Boal hat wieder einmal bewiesen, dass sie einfach das richtige Gespür für spannende und realitätsnahe Begebenheiten haben. Thematisch bewegen sich die beiden wieder auf dem "altbekannten" Terrain Afghanisten/Pakistan/Iran/Irak und wieder dreht sich alles um das Thema 11. September und die operative amerikanische Auenpolitik. Ob das nun hart an der Realität ist oder auch nur messerscharf an selbiger vorbei schrammt... wer weiß. In der temporeichen aber doch dokumentarisch gehaltenen Story, die immerhin einen Zeitraum von über 10 Jahren umspannt, verzichtet Frau Bigelow glücklichweise auf zuviel Patriotismus und Symbolik und konzentriert sich nüchtern auf das Wesentliche: die Arbeit der Agenten auf der Suche nach dem "gefährlichsten Mann der Welt". Bigelo hat so eine gewisse Gabe, die auch Hitchcock hatte... Dinge in den Köpfen der Zuseher erscheinen zu lassen, die einen fesseln, vor den Bildschirm bannen und sogar erschrecken... auch wenn dann letztendlich gar nichts passiert. Das fasziniert mich. Permanente aber gleichbleibende Spannung in diesem brisanten Thriller sind ein weiterer positiver Aspekt der Erzählung. Hier plätschert nichts vor sich hin, man hat das Gefühl, dass jede Sekunde wichtig ist - und das bei einen zweieinhalbstündigen Film, der zum Nachdenken über viele verschiedene Aspekte anregt, der auf anspruchsvollem Niveau spannend und interessant zugleich ist.

"Zero Dark Thirty" ist ein sehr guter, vielleicht sogar sehr wichtiger Film über ein sehr heikles Thema, mit dem in der gezeigten Form bestimmt nicht jeder zurecht kommt und der mit Sicherheit auch nicht jedermanns Geschmack tifft - aber immerhin zum Nachdenken anregt. Klasse!

8,5/10

http://tinyurl.com/kfp8xyr

Gangster Squad (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1321870/

Männerkampf mit Trenchcoat, Fedora und Maschinenpistolen. Wenn das Ende der Prohibition eines bewies, dann das: Die organisierte Kriminalität war nun etabliert. Jede Großstadt hatte ihre Gangstersyndikate, die zahlreiche Netzwerke ausgebildet hatten, um ihren Machtanspruch zu behaupten. Diese Macht stieg in den folgenden Jahren und Jahrzehnten noch drastisch an und setzte so die Polizei massiv unter Druck. Um sich überhaupt behaupten zu können, musste sie lernen, Feuer mit Feuer zu bekämpfen: Das Gangster Squad war geboren. Ein solches stellt Bill Parker (Nick Nolte), Polizeichef der LAPD, in den 1940ern unter Leitung des rustikalen John O’Mara (Josh Brolin) zusammen, um einen der Gangsterbosse der Ostküsten-Mafia, Mickey Cohen (Sean Penn), aus Los Angeles heraus zu halten und in seine Schranken zu weisen. Das Gangster Squad rekrutiert sich aus verdienten und skrupellosen Polizisten wie Sgt. Jerry Wooters (Ryan Gosling), Conway Keeler (Giovanni Ribisi) oder Max Kennard (Robert Patrick). Einmal Mitglied des Gangster Squad gibt es kein Zurück mehr, denn offiziell existiert die Spezialeinheit nicht. Als Wooters sich in Grace Faraday (Emma Stone) verliebt, nimmt Gangster Mickey Cohen das Wirken des Gangster Squad nicht nur als Bedrohung seiner Geschäfte wahr, sondern auch persönlich...

Regisseur Ruben Fleischer ("Zombieland") beweist wieder einmal, dass er eine Geschichte gut umsetzen kann, auch wenn diese Geschichte an kleinen Details krankt. Glücklicherweise nimmt Ruben Fleischer sein Projekt aber offenbar zu keiner Minute ernst ohne ins Klamauk- oder Komödienhafte abzugleiten und spätestens wenn Sean Penn mit einem übertrieben coolen Satz ("Hier kommt der Weihnachtsmann!") um die Ecke kommt, um dann in einer schönen Extrem-Zeitlupe alles in Grund und Boden zu ballern, sollte das auch wirklich beim Zuschauer angekommen sein. "Gangster Squad" ist eine maßlos überstilisierte Hommage an das altmodische Gangster-Genre, dass einem das Lächeln auf die Lippen treibt, vorausgesetzt man kann mit dem genre etwas anfangen. Die Vorgabe ist denkbar einfach: Gewalt wird mit Gewalt bekämpft. Ein harter Oberschurke, der nach dem Siegermanifest lebt und alles an sich reißt, muss zerschlagen werden. Da hagelt es coole Sprüche, da spritzt das Blut und die Optik des Los Angeles in den vierziger Jahren ist vom feinsten. Eigentlich gibt es in diesem explosiven Machwerk keine Grenzen, denn in seiner einfachen und leichtverständlichen Art macht der Film immer genau das worauf er Lust hat - und das ist eben die meiste Zeit blutig und brutal und ohne Umschweife dargestellt. Voller Klischeés wird durch die Großstadt gejagt, weit weg von Realismus - und doch ist das Ganze so cool und temporeich, dass man letztendlich sagen muss: nicht anspruchsvoll, aber extrem unterhaltsam.

7,5/10

Kaufen bei amazon.de

Zum Film gibt es ein schickes und zugleich limitiertes Steelbook:

Blade II (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0187738/

Guillermo del Toros Interpretation des Blade-Stoffes kam dann 5 Jahre nach dem grandiosen ersten Teil. Und so ist auch die Story gestrickt: einige Jahre nachdem sein Gefährte Whistler (Kris Kristofferson) von Vampiren entführt wurde, kann Blade (Wesley Snipes) ihn endlich befreien und schließlich vom Vampirvirus heilen. Aber es warten schon neue Probleme auf den Vampirjäger. In Blade II muss der Daywalker (der Mensch, der die Stärken von Vampiren und Menschen in sich vereint) sich mit seinen schlimmsten Feinden, einem Killerkommando (u.a. Ron Pearlman, der später die Hauptrolle in "Hellboy" übernahm) der Vampire, das eigentlich dazu ausgebildet wurde ihn zu töten, verbünden um einer Vampirmutation, dem Reaper, Einhalt zu gebieten. Unter seinen Verbündeten ist auch die Vampirin Nyssa (Leonor Varela), der es gelingt den coolen Blade ein wenig aus der Reserve zu locken...

Der zweiten Teil steht dem ersten grundsätzlich in Nichts nach: die Action stimmt, die Geschichte finde ich  spannend und vor allem eines Comics würdig, dazu passen die bereits bekannten Hauptdarsteller und die neu hinzugekommenen Nebendarsteller, zwischen denen es immer wieder Spannungen gibt, die mal witzig und mal schlagkräftig beseitigt werden. Die Effekte sind auch wesentlich besser als im Vorgänger, aber hier kommt eben Del Toros Phantasie zum Tragen - das merkt man deutlich. Und selbst der Humor kommt im Sinne der splattrig-blutigen Story auch nicht zu kurz. Einen klaren Gewinner zwischen den ersten beiden Teilen der "Blade"-Trilogie gibt es für mich also nicht wirklich; mir gefallen beide sehr gut.

8/10

Montag, 17. Juni 2013

Blade (1998)

http://www.imdb.com/title/tt0120611/

Was hatte ich mich 1998 auf diesen Film gefreut. Und dann war das auch noch einer der wenigen Streifen, die meine Erwartungen nicht enttäuschten, sondern übertrafen.

Die schwangere Vanessa (Sanaa Lathan) wird kurz vor der Geburt von einem Vampir gebissen, ihr Sohn Eric wird daraufhin als Daywalker geboren. Viele Jahre später befindet sich Blade (Wesley Snipes), wie Eric nun genannt wird, Nacht für Nacht auf der Jagd nach Vampiren, um seine Mutter zu rächen. Halb Vampir, halb Mensch verfügt er lediglich über die Stärken der Vampire, nicht jedoch über ihre Schwächen. Als seine rechte Hand und Erfinder diverser todbringender Apparaturen ist Whistler (Kris Kristofferson) sein einziger Freund. Während Blade sich zahlreicher Vampire entledigt, plant der gewandelte und damit minderwertige Vampir Deacon Frost (Stephen Dorff), die Blutgottheit La Magra zu erwecken, um so die Weltherrschaft an sich reißen zu können. Aber dafür braucht Frost das Blut von Blade...

"Blade" ist eine sehr ernsthafte Comicverfilmung ohne viel Schnörkel und ohne Gnade. Snipes spielt die Figur Blade grandios - unbarmherzig, aber doch nicht gefühllos, cool, aber nicht unnahbar und mit dem zwingend nötigen Sarkasmus. So kämpft sich Blade mit jeder Menge Tempo durch die namenlose Großstadt und hält kaum inne um seine Sache zu erklären, sehr beiläufig erfährt man hier und da ein Details, warum und wieso. Die Story ist noch heute spannend und weiß auch durch ihre Inszenierung zu gefallen. Wobei es gerade da auf die richtige Mischung aus Action und Handlung ankam - und die wurde erreicht. So ist Blade nicht nur eine klasse Comicverfilmung, sondern auch einer der besten - nein, coolsten Vampirfilme aller Zeiten und mit Sicherheit Snipes bester Film. Eines haben allerdings auch diese Gegenspieler nicht gecheckt: man verärgert einfach den Helden nicht. Nein, nein.

8/10

Mad Max: Beyond Thunderdome - Mad Max III: Jenseits der Donnerkuppel (1985)

http://www.imdb.com/title/tt0089530/

Der Ex-Cop Max Rockatansky (Mel Gibson) streift noch immer allein durch das unwirtliche australische Outback. Nachdem ihm jedoch sein Vehikel gestohlen wird, vermutet er das Gefährt wie auch den Dieb in Bartertown. Die Bewohner der postnuklearen Stadt leben vor allem vom Tauschhandel. Doch Bartertown ist zweigeteilt. Oben herrscht die Gründerin und Gesetzgeberin Aunty Entity (Tina Turner), unten das "Brain-Muscles"-Gespann Master-Blaster (Angelo Rossitto und Paul Larsson), das auch die Energiegewinnung der Stadt unter seiner Kontrolle und damit Aunty Entity in seiner Abhängigkeit hält. Max wird von dieser ein Deal vorgeschlagen: Er soll in der berüchtigten Donnerkuppel, einem Gladiatorenkäfig für blutige Zweikämpfe, gegen Master-Blaster antreten...

Leider nur noch Durchschnitt und irgendwie auch nur eine halbgare Angelegenheit. Nachdem der zweite Teil endlich den Stil hatte, den ich mir schon vom ersten Teil gewünscht hätte, macht der letzte Teil der Trilogie wieder einen gewaltigen Schritt zurück. Dabei fängt er eigentlich gut an, versucht die Endzeitstimmung aufzubauen, die man vom Vorgänger kannte und liebte, zieht die Story interessant und recht atmosphärisch an und ist auch richtig cool bis nach dem Zweikkampf in der titelgebenden Donnerkuppel. Danach geht es steil bergab und wird auch nicht besser. Als Max (Mel Gibson) auf diesen Kinderstamm trifft, die ihn als Erlöser feiern, wurde mir der Film schlicht zu kindisch und auch albern, was man vor allem im Showdown merkt. Tina Turner macht zwar ihre Sache recht gut, sie ist aber tatsächlich eine weit bessere Sängerin. Die Punkte gibts noch für die erste Hälfte des Filmes, wo sich immerhin wesentliche Aspekte der Vorgänger wiederfindet: Anarchie, Brutalität und der Kampf ums Überleben. Ein sehr enttäuschender Abschluß der "Mad Max"-Trilogie.

6/10

Sonntag, 16. Juni 2013

Otto - Der Außerfriesische (1989)

http://www.imdb.com/title/tt0098040/

In einem Leuchturm auf dem Deich lebt Otto in froher Einfalt und sehr zum Ärger der Firma HighSpeed Unlimited. Die HighTech-Schmiede will die friesische Landschaft mit der Teststrecke für einen Raketengleiter zieren. Otti ist diesen Plänen im Wege. Angestachelt von Freundin Frauke macht sich Otto auf nach Amerika, um Bruder Benno zu holen, denn nur der ist als rechtmäßiger Leuchtturmseigner in der Lage, die Machenschaften der notorischen Umweltsünder zu stoppen.

Meiner Ansicht nach der Beste der 5 Filme, obwohl er gegen Ende etwas abflacht. Aber dafür entschädigt der geniale und noch heute urkomische Beginn in Friesland. Natürlich arbeitet die Story auch hier darauf hin, dass jeder mögliche Klamauk untergebracht wird - aber gekonnter und auch ein wenig einfallsreicher. Witzig.

7,5/10

Argo (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1024648/

Der Oscar-Gewinner 2013! Aber ehrlich gesagt empfand ich den jetzt nicht als den Film des Jahres. Das mag daran liegen, dass in den etwas über 2 Stunden Politthriller kaum etwas nennenswertes passiert und wenn doch, dann zu pro-amerikanisch, zu einseitig, zu motiviert für meinen Geschmack. Ben Afflecks Film "Argo" basiert auf einer wahren Begebenheit: Am 04. November 1979, auf dem Höhepunkt der iranischen Revolution, stürmen Revolutionsgarden die US-Botschaft in Teheran und nehmen 52 Mitarbeiter als Geiseln. Argo erzählt allerdings die Geschichte einer Gruppe von sechs Botschaftsmitarbeitern, denen gleich zu Begin der Besetzung die Flucht in eine nahegelegene Wohnung außerhalb des Botschaftsgeländes gelang.
Nun, einige Wochen nach dem Überfall, halten sich die entkommenen Amerikaner in der kanadischen Botschaft versteckt, doch Revolutionsgarden sind ihnen bei ihrer Suche schon sehr nahe gekommen. In den USA erhielt unterdessen der CIA-Agent Tony Mendez (Ben Affleck) den Auftrag sie zu befreien. Er beschließt die Amerikaner als Filmcrew für den ‘kanadischen Star Wars’ namens Argo, zu tarnen und so außer Landes zu schmuggeln. Er gründet gemeinsam mit dem Hollywoodproduzenten John Chambers (John Goodman) eine Produktionsfirma, castet Schauspieler und lässt sogar ein Drehbuch anfertigen, um die Tarnung perfekt zu machen. Um die Geiseln von seinem Plan zu unterrichten reist er selbst als vermeintlicher Co-Produzent in den Iran ein. Vor der Abreise muss die frisch ernannte Crew jedoch zunächst den vorab festgelegten Drehplan des iranischen Kulturministeriums durchstehen, ohne Verdacht zu erregen...

Ben Affleck sehe ich sehr zwiespältig. Er hat meiner Ansicht nach genausoviel Highlights wie Schund produziert indem er Darsteller oder Regisseur gab. Von daher ist man auch nie sicher, was Affleck dann abliefern wird und muss sich dann teilweise viel gefallen lassen. Die Story in "Argo" klingt ja auch ganz witzig, und sie ist es auch. Aber die grobe historische Einordnung zu Beginn ist mir schon zu schemenhaft umrissen, um mir das Gefühl von geschichtlicher Genauigkeit zu geben. Es fahlt an fesselnder Spannung, der Film plätschert vor sich hin, dann kommt eine Spitze, die einen aufhorchen lässt - um einen dann wieder in eine schlichte Belanglosigkeit schickt. Und dann folgt die aus rein amerikanischer Sicht gezeichnete Betroffenheit. Nicht mein Fall. Das das anders und wesentlich besser geht zeigen Filme wie "Flags Of Our Fathers" & "Letters From Iwo Jima". Das hat Affleck meiner Ansicht nach noch nicht gelernt: Objektivität beim Erzählen. Aber vielleicht kam der Streifen deswegen so gut bei der Academy an. Wer weiß.

Und schlußendlich kommt auch noch ein Nachspann, wo ich lesen muss, dass der von Affleck verkörperte CIA-"Held" so voller persönlicher Verantwortung steckt und dann auch noch eine streng geheime Ehrung erhält. Und viel später darf er diese seine Auszeichnung dann auch noch öffentlich tragen. Na da fiel mir aber ein Stein vom Herzen...

6,5/10

Exklusiv gibt es diese Box, die passend zum Film allerlei Gimmicks und Replikas (Poster, Ausweise, ein Fotobuch) beinhaltet. Und natürlich den Film auf Blu-ray in der Kino- und Extendedfassung.

Out Of Time (2003)

http://www.imdb.com/title/tt0313443/

Denzel Washington gehört zu meinen Lieblingen im Filmgeschäft. Ich mag den Kerl einfach gern spielen sehen und er hat ja auch mehrfach bewiesen, dass er es kann...

In dem Thriller "Out Of Time" spielt Washington den Polizeichef Matt Lee Whitlock, der eine Affäre mit der krebskranken Ann hat. Als diese nur noch durch eine teure Spezialbehandlung gerettet werden kann, leert Polizeichef Whitlock den mit Drogendollars gefüllten Reviertresor und übergibt ihr das Geld. Doch am nächsten Tag sind Ann und ihr Ehemann tot - ermordet von jemandem, den Whitlock schnellstens ausfindig machen muss. Schließlich ist seine Noch-Ehefrau mit den Ermittlungen betraut und darf nichts von der ganzen Sache erfahren. Zudem muss Whitlock das FBI in Schach halten, das das sichergestellte Drogengeld abholen will...

Solche Thriller sind irgendwie immer ein Garant für kurzweilig Unterhaltung - und dieser hier ist nicht anders. Er braucht zwar ein klein wenig Zeit um in Gang zu kommen funktioniert dann aber nach altbekanntem Schema. Dank des atmosphärischen Soundtracks und der soliden Inszenierung, die vor allem von Washington getragen wird, ist diese verzwickte und doch gut überschaubare Geschichte ein kleines spannendes Stück Film mit gutem Twist.

7/10

http://tinyurl.com/msxmo7p

Angels & Demons - Illuminati (Extended Cut) (2009)

http://www.imdb.com/title/tt0808151/

Fast jeder kennt die Bücher von Dan Brown und viele haben sie bestimmt auch gelesen. Während "Sakrileg" ("The Da Vinci-Code") in meinen Augen zwar das bessere Buch ist, bietet die Verfilmung von "Angels & Demons" aber eine spannendere und temporeichere Handlung (weil eben auch die Vorstellung von Prof. Dr. Robert Langdon, großartig verkörpert von Tom Hanks) unnötig geworden ist.

Robert Langdon, der berühmte Symbologe, ist nach seinen Entdeckungen in Frankreich wieder zurück ins alltägliche Unileben nach Amerika zurück gekehrt. Doch die Sakrilege wollen ihn nicht in Frieden lassen. Er wird von Mitgliedern des Vatikans um Hilfe gebeten und das kann nur eins bedeuten: die Kirche steckt in großen Schwierigkeiten. Der letzte Papst verstarb kürzlich und die Wahl des Nachfolgers steht kurz bevor. Genau diesen Zeitpunkt scheint sich die mysteriöse Untergrundgruppe der Illuminaten ausgesucht haben, um einen grausamen Rachakt zu verüben. In einer kryptischen Nachricht wird verkündet, dass ein Kardinal nach dem anderen umgebracht werden soll. Zusammen mit der CERN-Wissenschaftlerin Vittoria Vetra (Ayelet Zurer), muss Langdon nun die Zeichen deuten und einen geheimen Weg durch Rom finden, um die Papstwahl zu retten. Dabei bauen sie auf die Unterstützung des Camerlengo (Ewan McGregor) und der Schweizer Garde (u.a. Stellan Skarsgård).

Die Story ist sicherlich Mainstream, genau wie das Buch. Aber es ist eben auch zu keiner Sekunde langweilig oder gar zu langatmig. Die über zwei Stunden Filmlänge sind mit Spannung, Wendungen und Neuentdeckungen so abwechslungsreich gestaltet, dass man zu keiner Sekunde aus der Story herauskommen kann. Gekonnt werden historische sowie naturwissenschaftliche Gegebenheiten mit Fiktion zu einer komplexen, abenteuerlichen Story verknüpft und dazu noch passend in Szene gesetzt. Die aufwändige inszenierte Geschichte hat aber dennoch einen kleinen Haken: wer sich nur wenig mit der Institution der Kirche und ihrer Geschichte, sowie neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen rund um den LHC (Large Hadron Collider) und Antimaterie auskennt, dürfte sich trotz der - teils beinahe randläufigen - Erklärungen im Laufe des Films schon die eine oder andere Frage zum Zusammenhang stellen. Letztendlich lebt "Illuminati" aber natürlich von seiner grandiosen Atmosphäre. Rom und der Vatikan geben eine wunderbare Kulisse für den Film und dessen Mystizismus ab. Der Soundtrack von Hans Zimmer ist episch, monumental und eindringlich, wird er doch an vielen Stellen großartig durch Chöre geprägt und dann auch dominiert. Und wenn dann am Anfang und am Ende "160BPM"/"503", ein schon im Vorgänger gebrauchte Thema ("Chevaliers de Sangreal") in leicht abgewandelter Form ertönt, eine in meinen Augen der besten Kompositionen Zimmers überhaupt, dann weiß man sofort, wo man sich befindet und was einen in den folgenden zwei Stunden erwartet. Und das ist äusserst unterhaltsam, denn was bleibt ist eine spannende Kriminalgeschichte, die phantastische in Szene gesetzt wurde und einen für mich perfekten Twist bot, mit dem ich echt nicht gerechnet hätte (aber ich las das Buch auch erst nach dem Film).

8,5/10


Das Limited Edition Gift Set ist eines der schönsten die es gibt. Es bietet neben dem Film im schicken Mediabook, zwei massive und schwere Buchstützen in Form eines Teufels (auf der linken Seite) und eines Engels (auf der rechten Seite). Meine Edition hat die Nr. 427/5000.

Otto - Der Neue Film (1987)

http://www.imdb.com/title/tt0095799/

Otto hat es nicht leicht: Gerade ist er aus der Wohnung geflogen, weil er die Miete nicht bezahlen konnte, und jetzt muß er seine Mietschulden durch Hilfsarbeiten für seinen Hausmeister abarbeiten. Und ausgerechnet jetzt zieht eine Neue ein, die ihm das Herz raubt. Doch Gabi hat nur Augen für den tumben Bodybuilder Amboss, während sich Otto mit einer suizidgefährdeten Katze und einem neurotischen Hund herumschlagen muss.

Finde ich noch eine Spur besser als Teil 1. Dennoch ist und bleibt es natürlich blöder Klamauk, den man mögen muss um das zumindest lustig zu finden. In meiner Jugend mochte ich die Filme auch irgendwie mehr und konnte auch über mehr Stellen lachen. Und doch bietet der neue Film ein paar schöne Highlights un Running Gags, wie zum Beispiel die Fütterung der Katze, die sich jeden Abend eine andere Methode ausdenkt, um Suizid zu begehen. Nett.

7/10

Samstag, 15. Juni 2013

Mad Max 2: The Road Warrior (Unrated) (1981)

http://www.imdb.com/title/tt0082694/

Der Ex-Cop Max Rockatansky (Mel Gibson) streift durch die postapokalyptische Ödnis immer auf der Suche nach der nächsten Tankfüllung. Im Outback trifft er auf den Piloten eines Autogyro (Bruce Spence), der ihn zu einer verschanzten Raffinerie führt. Deren Bewohner werden von motorisierten und mordenden Plünderern belagert, angeführt vom lederbeschlüpferten Humungus (Kjell Nilsson), die es auf den Treibstoff abgesehen haben. Max verschafft sich Zugang zu dem Fort und macht einen Deal mit dem Anführer (Michael Preston) der Siedler: Er besorgt einen Truck, der es ihnen ermöglicht, mitsamt des zu Tage geförderten Treibstoffs tausende Kilometer entfernt an der Küste eine neue Siedlung zu errichten. Im Gegenzug bekommt er so viel Sprit, wie er laden kann. Die Einwohner können den widerwilligen Rockatansky zwar als Fahrer des Tankwagens gewinnen, doch wird die Flucht schnell zu einer mörderischen Treibjagd, als Humungus’ Bande die Verfolgung aufnimmt...

Selten ist so etwas, sehr selten. Das eine Fortsetzung besser ist und auch mehr kann als der Vorgänger. Aber genau so ist es im zweiten Teil der "Mad Max"-Trilogie. "Der Vollstrecker" macht genau das, was ich mir ursprünglich schon in dem nicht weniger schlechten ersten Teil gewünscht hätte: Apocalypse-Feeling pur.

Und damit hat sich der Teil gekonnt von der Ballast des ersten Teils befreit, der ihn zuvor noch zu sehr ausgebremst hatte. Zum Inhalt: Das Ende der Zivilisation steht bevor. Brutale Motorrad-Gangs diktieren das Geschehen. Auf der Suche nach Benzin gelangt Max zu einer heiß umkämpften Raffinerie. Die Leute dort planen den Ausbruch mit einem riesigen Benzintank, den Mad Max steuern soll. Als sich die Tore öffnen, beginnt eine höllische Jagd auf Leben und Tod... mit wesentlich mehr Brutalitäten und auch mehr Action hat diese Fortsetzung genau die richtige Mischung für einen dreckigen, fast dystopischen anmutenden Endzeit-Thriller.

Dabei ist die Story eigentlich recht platt gehalten und auch nicht sonderlich tiefgründig, wie man es beispielsweise bei "The Road" oder "Book Of Eil" hat. Und natürlich hat der Film auch mit starken Logikbrüchen zu kämpfen. Hier gibt es keine Helden mehr. Nur noch Wahnsinige und deren Opfer. Ein schöner pessimistischer Film, der beinahe schon Kultstatus genießt. Für mich ist und bleibt "Mad Max 2: Der Vollstrecker" der beste Teil der Reihe und einer meiner absoluten Lieblingsfilme.

8/10

Cobra (1986)

http://www.imdb.com/title/tt0090859/

Einer von Stallones besten Actionern. Und im Gegensatz zu Schwarzenegger Pendent "Raw Deal" dazu auch noch mit besserer Story. Als in Los Angeles ein Serienkiller, bekannt als “Der Schlitzer” sein Unwesen treibt, der es in erster Linie auf Frauen abgesehn hat, wird der Polizist Marion Cobretti (Sylvester Stallone), genannt “Cobra”, auf den Fall angesetzt. Er hat auch bald eine Frau gefunden, die ihm als Zeugin helfen kann. Dadurch begibt diese sich jedoch in Gefahr, weil der Killer es jetzt auf sie abgesehen hat. Also fasst Cobra einen Entschluss: Er fährt mit der Frau und einem Kofferraum voller Waffen in ein Motel, um sich dort zu verschanzen und auf den Angriff des Schlitzers zu warten...

80er-Jahre Action ist, war und bleibt einfach noch die beste. Da kommen auch neue versuchte Wiederbelebungen des Genres nicht gänzlich mit. Im Grunde drehte sich auch immer alles um dieselbe Geschichte: ein Cop, allein, verraten, auf Abwegen, am besten noch suspendiert, dazu eine Frau, die er als Köder braucht, die er beschützen und retten muss und wüste Zerstörungsorgien, die nicht selten jeglichen Sinn entbehren und die allseits beliebten One-Liner, die jede noch zu gefährliche Situation mit der arroganten Coolness krönen, die es braucht um sich darüber zu amüsieren. Genau deswegen fetzt das irgendwie und schließlich schaut man solche Filme nicht, weil man hier den nächsten Nobelpreisträger sehen möchte.

7,5/10

http://tinyurl.com/lpfoygq