Freitag, 31. Mai 2013

The Last Stand (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1549920/

Ex-Drogen-Cop Owens bekämpft seit einiger Zeit nur noch die Verbrechen in der verschlafenen Grenzstadt Sommerton Junction. Deren ländliche Idylle ist jedoch vorbei, als der berüchtigte Drogenboss Gabriel Cortez aus einem FBI-Gefängnistransport entkommen kann. Begleitet von einer Bande gesetzloser Söldner, die vom eiskalten Burell angeführt wird, rast Cortez mit einer getunten Corvette Z1 Richtung mexikanischer Grenze. Sein Weg führt ihn dabei direkt durch Sommerton Junction. Und genau dort wollen John Bannister und seine Gesetzeshüter den gejagten Verbrecher stellen. Owens will sich zunächst aus dem unausweichlichen Duell heraushalten, greift dann aber doch ein. Schließlich ist dies seine Stadt und hier ist ER das Gesetz…

Arnold Schwarzenegger is back! In "The Last Stand" ist er erstmals wieder einer Hauptrolle zu sehen und es ist nicht nur Arnolds Leinwand-Comeback, sondern gleichzeitig auch Kim Jee-Woons Hollywood-Einstand. Der koreanische Regisseur ("I Saw The Devil" und "The Good, The Bad, The Weird") ist Fans sicher gut bekannt. Und was kommt nun dabei heraus, wenn eine Action-Ikone der 80er auf einen der vielversprechendsten Genre-Regisseure der Gegenwart trifft? - Ein makellos in Szene gesetzter Oldschool-Actioner mit Western-Einschlag, der zwar einige Zeit braucht um in Fahrt zu kommen, es dann aber umso heftiger scherbelt.

Arnold Schwarzenegger ist alt geworden. Doch wie schon "The Expendables 2" ist auch "The Last Stand" ein selbstironisches Altmänner-Actionkino, dass geschickt die Alterserscheinungen seines Helden in die Geschichte einbaut und für einige großartige One-Liner nutzt. Wenn der gerade durch eine Scheibe geworfene Schwarzenegger von besorgten Stadtbewohnern gefragt wird: "Wie fühlen Sie sich, Sheriff?" und dieser nur trocken, mit einem leichten Hauch von Wehmut "Alt" antwortet, dann hat das schon einen sehr coolen Touch. Leider kommt der Film nur sehr behäbig in Fahrt, was durch unnötige Einlagen des Fluchtversuchs des Drogenbarons nur noch mehr in die Länge gezogen wird, weiß man doch schon von Anfang an, worauf das Ganze hinauslaufen muss. Kommt es dann aber endlich zum Showdown, wird man für die anfänglichen Längen ausreichend entschädigt: explosive Shootouts, coole One-Liner und fetzige Mann-gegen-Mann-Fights sorgen für rasante Action-Unterhaltung. Und auch der unvermeidliche Showdown gestaltet sich sehr kurzweilig.

"Cortez: "Sie haben meinen Wagen ruiniert." Schwarzenegger: "Sie haben meinen freien Tag ruiniert!"

Und dieser kleine Dialog sagt eigentlich alles über den Film: "The Last Stand" ist das, was man auch erwartet: gelungene Action-Unterhaltung der alten Schule.

7/10

Wie schon zuvor gibt es vom Hersteller SPLENDID auch hier wieder ein "Limited Uncut Hero Pack". Dieses enthält neben den obligatorischen Postkarten, Steelbook (mit Magnet-Lenticular) und Poster ein Replika des Sheriffsterns. Nette Idee.



Donnerstag, 30. Mai 2013

Whats Your Number? - Der perfekte Ex (Extended Cut) (2011)

http://www.imdb.com/title/tt0770703/

Der perfekte Ex ist die einzige Lösung für Ally Darling (Anna Faris) den Mann fürs Leben zu finden. Denn in ihrem Bettpfosten befinden sich bereits 20 Kerben und damit hat sie statistisch gesehen bereits die Summe an Liebhabern erreicht, die eine Frau im Durchschnitt benötigt, um ihren endgültigen Lebensgefährten zu finden. Um nicht zu einer statistischen Anomalie zu werden, versucht sie jetzt, in der Reihe ihrer Ex-Freunde nach Mr. Right zu suchen – vielleicht ist ja doch noch der perfekte Ex dabei. Unterstützt wird Ally dabei von ihrem Nachbarn Colin (Chris Evans), einem notorischen Frauenhelden.

Hmm, Liebeskomödie. Irgendwie sind wir vor ein paar Tagen wegen eines sehr witzigen Trailers auf diesen Film aufmerksam geworden und da hab ich mir den einfach mal zugelegt. Und das war nicht mal ein schlechter Kauf! Der Film ist lustig, geistreich, romantisch und irgendwie auch wunderschön! Die Story ist natürlich nicht das Gelbe vom Ei - im Gegenteil, das Schema "F" wird hier gut bedient) und muss auch passend dahin gestrickt werden, damit genügend klamaukartiger Blödsinn (das kann Anna Faris aber auch seit den "Scary Movie"-Filmen ganz gut) untergebracht werden kann. Man ist aber auch immer so voreingenommen bei dieser Art von Filmen. Aber der Film funktioniert überraschend gut. Auch das man ziemlich schnell das Happy-End erahnt, hat mich nicht gestört. Zu viel passiert bis dahin noch und viele Lachern und sogar einige Brüller begleiten durch den fast 2-stündigen Film. Wirklich tolle und vor allem noch witzige Unterhaltung ohne zu tief unter die Gürtellinie zu gehen.

7/10

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Mittwoch, 29. Mai 2013

Monsters, Inc. 3D - Die Monster AG 3D (2001)

http://www.imdb.com/title/tt0198781/

Der liebenswerte Sulley und sein gewitzter Assistent Mike Glotzowski sind das Top-Team in der Monster AG, der größten Schrei-Verarbeitungsfabrik in ganz Monstropolis. Durch die markerschütternden Schreie der Kinder wird dort Energie erzeugt, die in Behältern aufgefangen wird und der Energieversorgung der Stadt zugute kommt. Als ein kleines Mädchen namens Buh aus Versehen in ihre Welt gelangt, sind es die Monster, die in Panik geraten. Denn Kinder gelten in der Monsterwelt als hochgradig giftig. Nun liegt es an Sulley und Mike, Buh vor den anderen Monstern versteckt zu halten und sie wieder sicher nach Hause zurück zu bringen.

Endlich ist die "Monster AG" angekommen, endlich in 3D - und das mit gigantischer Bildqualität und fantastischem 3D, das echt Spaß macht, vor allem bei der Verfolgungsszene durch den Türen-Dschungel. Aber von vorn. Vor fast 12 Jahren kam mit "Die Monster AG" der vierte Spielfilm von Pixar in die Kinos.

Natürlich merkt man heute dem Film das Alter an, die Grafik ist nicht ganz so brillant wie bei heutigen Produktionen, es ist hier und da ein Clippingfehler zu erkennen, aber wen juckt das schon? "Die Monster AG" ist einfach ein toller Film mit viel Witz, Action und einer schönen Storyidee, die über die gesamte Länge hin gut unterhält - und das nicht nur Kinder. Die Grundidee des Films wird auch schön erklärend und "zufällig" nebenher (durch Gespräche und Werbesendungen innerhalb der Handlung,etc.) eingeführt. Das die Monster mehr Angst vor den Kindern haben, sie sich aber trotzdem zur Konfrontation mit ihnen genötigt sehen, da deren Angstschreie die scheinbar einzige Energiequelle für die Monstergesellschaft darstellen, ist schon ein sehr cooler Einfall.

Der Film zitiert auch einige Filmklassiker und macht etliche Anspielungen - unter anderem gibt es eine tolle Hommage an den kürzlich verstorbenen Ray Harryhausen. Ansonsten hält der Film durchweg ein ordentliches Tempo, sodass eigentlich nie Leerlauf ist oder gar Langeweile aufkommt. Die Auflösung ist dann auch schön, und natürlich auch kindgerecht. Zudem gibt es haufenweise Brüller, allein schon der Yeti mit bayrischem Dialekt ist schon den Film wert. Neben "Findet Nemo" und "Toy Story" definitiv einer der besten Pixar-Filme. Ein drolliger, komischer Film, mit einer Menge liebenswerter Charaktere.

8,5/10

Dienstag, 28. Mai 2013

Water For Elephants - Wasser für die Elefanten (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1067583/

Jacob Jankowski (Robert Pattinson) will gerade mit der Examensprüfung in Veterinärmedizin beginnen, da erfährt er vom Unfalltod seiner Eltern. Zurück bleiben nur Trauer und ein Berg an Schulden, ausgerechnet während der schweren Wirtschaftskrise in den 1930ern. Hals über Kopf bricht der Schockierte jegliche Bande zu seinem bisherigen Leben ab. Schließlich landet er in einem Wanderzirkus, in dem er durch seinen akademischen Hintergrund schnell einen guten Draht zu Zirkusdirektor August Rosenbluth (Christoph Waltz) entwickelt. In der bildhübschen Dressurreiterin Marlene (Reese Witherspoon) findet er bald einen weiteren Grund, das neue Leben zu begrüßen – doch die sich anbahnende Liaison bedeutet ein folgenschweres Dilemma: Marlene ist die Frau von August Rosenbluth und dessen wertvollste Attraktion...

"Wasser für die Elefanten" ist ein bedeutendes Zeitbild der großen Depression in den USA der frühen 1930er Jahre. Er zeigt das der Zirkus ein Auffangbecken für Heimatlose und Suchende nach dem großen Glück ist. Er kann seinen Besucher auch Ablenkung vom alltäglichen Leid geben. Gerade das will Zirkusdirektor August Rosenbluth mit dem Zauber der Manege erreichen. Unterstützung bekommt er von dem Waisen Jacob der wohl eine der wichtigsten Aufgaben in diesem Unternehmen hat. Er soll sich um eine alte Elefantendame kümmern und sie zur großen Attraktionen machen.


"Wasser für die Elefanten" fehlt es zwar an durchschlagender Dramatik, doch es ist auch nicht die langweilige Schmonzette, die man bei Robert Pattinson vielleicht erwartet hätte. Die Kulissen und Bilder sind wunderschön und auch Pattinson überzeugt. Ein Pluspunkt des Films ist natürlich Christoph Waltz der sich hier als Zirkusdirektor so wunderbar in den Vordergrund spielt und seiner Rolle eine gewisse Tiefe verleiht. Die Beziehung zwischen Pattinsons und Witherspoons Figuren ist erstaunlich glaubhaft und die Dynamik zwischen Waltz und Pattinson sorgt durchaus für einige spannende Momente. Dennoch wirkt die Erzählung gleichzeitig komplett und auch unfertig und irgendwie bleibt ein seltsam-komisches Gefühl zurück.So, als hätte man etwas vergessen, kann sich aber nicht mehr erinnern, was. Aber das ist auch der größte Kritikpunkt an dieser schönen Erzählung, denn insgesamt ist dieses Zeitdokument eine interessante Reise in eine andere Epoche und der Welt der großen Manege.

7/10

Montag, 27. Mai 2013

The Village (2004)

http://www.imdb.com/title/tt0368447/

Lange her, dass ich den Film gesehen habe. Dabei ist er doch so vielschichtig, sozial- und gesellschaftskritisch, romantisch und verfügt über eine so präzise und klare Regie die den Darstellern den größtmöglichen Raum zur Entfaltung gibt - die Messerattacke ist in ihrer Einfachheit und Effizienz grandios - vor allem weil sie lange nachwirkt..

Nach etwa einer Stunde offenbart der Film dann seine ganze drückende Melancholie (die sich schon von Anfang an in Bildern äußert, aber erst jetzt so richtig zum Tragen kommt), in der dann die Darsteller skrupellos ihre pathetischsten Monologe halten dürfen und man plötzlich mekrt, wie die eigenen Gedanken anfangen zu kreisen. Dazu die beiden geschickt plazierten Twists: der erste ist zwar sehr schon früh absehbar, aber der zweite ist wie ein kleiner Schock, der sich nur langsam anbahnt und dann mit voller Wucht durch den Körper fährt. Wie man den Film jedoch letztendlich findet, hängt wohl sehr davon ab, was man erwartet hat. Vorschau und Werbung versprachen einen sehr gruseligen Horrorfilm, der auch mich damals ins Kino lockte. Dabei ist „The Village – Das Dorf“ in erster Linie ein Liebesgeschichte, und ein sehr gefühlvoller und mit großer Detailvielfalt gedrehter Film, der von wunderschönen Bildern, stimmungsvoller Musik und einzigartigen Darstellern lebt.

7,5/10

http://tinyurl.com/o3h63ml

Red Lights (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1748179/

Irgendwie sehr diffus, dieser Streifen. Das Gute vorweg: An der ersten Stunde gibt es nichts zu rütteln - die Dialoge sind anspruchsvoll, das Schauspiel und die Interaktion zwischen den Figuren stimmt, die Spannung ist mysteriös-tiefgründig und die Atmosphäre derart spannend, dass man wie gebannt auf den Bildschirm starrt. Sigourney Weaver beweist wieder einmal, wie taff man mit 60 Jahren noch sein kann, Robert de Niro spielt angenehm und glaubwürdig und Cilllian Murphy's grandios in Szene gesetzte zunehmende Besessenheit macht ebenso Freude. Doch irgendwann beginnt der Film unter seinem aufgesetzten Anspruch seltsam zu wanken und immer mehr Szenen erscheinen, die den Zuschauer verwirren sollen aber auch irgendwie sinnfrei sind. Das merkt man - und das ist ungeschickt. Gegen Ende verliert der Film auch leider immer mehr an Boden und die (einzige) Überführungs-Auflösung ist zwar raffiniert gemacht, doch der Schlusstwist macht auch gleich alles wieder zunichte. Trotzdem. Gute Spannung, gute Schauspieler und insgesamt recht spannend. Wohlwollend:

6,5/10

http://tinyurl.com/qcbesar

Sonntag, 26. Mai 2013

A Perfect World (1993)

http://www.imdb.com/title/tt0107808/

"Perfect World" erzählt die Story des Schwerverbrechers Butch Haynes (Kevin Costner), der nach einem Gefängnisausbruch einen achtjährigen Jungen als Geisel nimmt und die Flucht vor einem Riesenaufgebot von Gesetzeshütern antritt.

1962 brechen Butch Haynes (Kevin Costner) und Terry Pugh (Keith Szarabajka) zusammen aus dem Gefängnis aus. Sie dringen in das Haus der alleinerziehenden Mutter Gladys Perry (Jennifer Griffin) ein und zwingen schließlich deren achtjährigen Sohn Phillip (T.J. Lowther), als Geisel mitzukommen. Bald sind es nur noch Butch und der Junge, die ihre Odyssee fortsetzen. Der Entführer wird mehr und mehr zu einer Vaterfigur für den schüchternen Phillip - während das Gesetz in Form von Chief Red Garnett (Clint Eastwood) immer näher rückt...

Absolut überzeugend und dabei auch noch gut erzählt ist "Perfect World" einer dieser Dramen, die ohne die sonst so bitter nötige große Inzenierung funktionieren. Regisseur (und Schauspieler) Clint Eastwood erzählt hier ein Road Movie das bis  in das kleinste Detail ausgearbeitet wirkt. Alle Handlungen und Dialoge der Figuren passen wie Puzzelteile einfach perfekt zueinander. Dazu muss man sagen das Kevin Costner voll überzeugt - und ich persönlich halte ihn nicht gerade für den allerbesten Schauspieler. Sein Zusammenspiel mit dem kleinen Jungen ist immer irgendiwe interessant. Dazu kommt noch Clint Eastwood als cooler Verfolger des brandgefährlichen Bad Guys mit der guten Seele, der zu seiner 8-jährigen Geisel eine Art Vater-Sohn-Beziehung entwickelt. Beginnt der Film noch relativ normal, nimmt er dann immer mehr Fahrt auf und führt zu seinem unvermeidlichem Ende, das lange im Gedächnis bleibt. Sehr zu empfehlen!

8/10

Pirates Of The Caribbean: On Stranger Tides - Fluch der Karibik: Fremde Gezeiten (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1298650/

In diesem actiongeladenen Abenteuer dreht sich alles um Wahrheit, Verrat und Verdammnis: der eigensinnige Piratenkapitän Jack Sparrow (Johnny Depp) ist diesmal hinter der Quelle der ewigen Jugend her. Auch der berüchtigte Captain Blackbeard (Ian McShane) will die Quelle finden - zusammen mit der schönen, verwegenen Freibeuterin Angelica (Penélope Cruz), die mit beiden Männern so einiges verbindet. Es beginnt eine Reise ins Ungewisse, auf der die Piraten sich nicht nur gegen mysteriöse Meerjungfrauen und skrupellose Halsabschneider, sondern auch gegen Jacks alten Rivalen Hector Barbossa (Geoffrey Rush) behaupten müssen.

Teil 4 der Piraten-Saga fügt sich nahtlos in die Reihe ein, ohne dabei die in sich abgeschlossene Trilogie zu wiederholen. Dabei ist die Devise für "Pirates Of The Caribbean - Fremde Gezeiten" eindeutig Action. Praktisch von der 1. Minute an wird ordentlich auf die Pauke gehauen. Das macht Spaß, ist aber auch weniger abenteuerlich als in den vorigen Teilen. Natürlich hat es ein Film schwer, der so als vierter Teil außerhalb der Reihe dazukommt, muss er sich doch mit den großen Vorgängern messen und beweisen, dass er auch allein funktionieren kann. Und: das kann er durchaus, wenn man ihm eine Chance gibt. Irgendetwas muss ja geboten werden, wenn man in die vierte Runde des erfolgreichen Franchises geht.


Der Weg führt unseren Anti-Helden Käptn Jack Sparrow (wieder einmal genial, aber offenbar auch etwas weniger motiviert als in den anderen Teilen: Johnny Depp) auf die Suche nach dem Jungbrunnen. Dies bahnte sich ja bereits am Ende des dritten Teils an. Allerdings weiß Disney auch sehr geschickt mit der Titelfigur umzugehen, offenbar liegt das ganze Augenmerkt auf seiner Person - egal ob inmitten der Action oder eine Stand-Alone-Comedynummer. Ob neben ihm auch noch Penelope Cruz durchs Bild hübscht, oder ob das eben wie in den Vorgängern Keira Knightley ist, ist eigentlich ziemlich egal. Geoffrey Rush als Barbossa gibt wieder den ewigen genial dargestellten Rivalen von Jack Sparrow, zusätzlich kriegt man noch Ian McShane als Blackbeard - das hätte schlechter kommen können.

Problem ist nur, man kann das "Pirates Of The Caribbean" nicht streichen, denn es handelt sich hierbei trotzdem um eine Fortsetzung innerhalb einer so großartigen Filmreihe. Und als das muss es demzufolge auch gesehen werden. Was dann bleibt ist leider eine aufgesetzte und erzwungene, viel zu krampfhafte, Nachahmung des Originals. Fast in allen Belangen bekommen wir mehr von dem Geboten, was wir bisher aus den Vorgängern kennen, nur in einer schlechteren, klischeehafteren Variation. Sei es der Gegenspieler, der weder bedrohlich, cool oder auch nur annähernd so furchteinflößend ist, wie es hier verkauft wird. Der, da es schließlich Blackbeard ist, zwar viel Potential hat, aber eindeutig gegen Barbossa oder Davy Jones verliert.


Dass (die hierzulande noch relative unbekannte) Astrid Berges-Frisbey als Meerjungfrau Syrena und Sam Claflin als gläubiger Christ bleich wie Raufasertapete bleiben, ist im Grunde der größte Kritikpunkt der Geschichte, denn alles in allem ist "Fremde Gezeiten" ein unterhaltsamer Spaß, der mit Action, Witz und Abenteuer - zumindest mich - immer wieder in seinen Bann ziehen kann. Er ist eine gearde noch würdige Fortführung des Franchise. An die besten Zeiten kommt er sicher nicht ran, aber unterhaltsam ist er allemal. Wirklich schlecht sieht nochmal anders aus, als Fortsetzung einer solchen Reihe, dann aber, gelinde gesagt, eine Enttäuschung. Und vielleicht kann man mit dem bereits angekündigten fünften Teil ja wieder in sichereres Fahrwasser kommen. Aber ich bin zuversichtlich.

7/10

Samstag, 25. Mai 2013

Hellboy II: The Golden Army - Hellboy II: Die goldene Armee (2008)

http://www.imdb.com/title/tt0411477/

Die ewige Waffenruhe zwischen unserer Welt und den unsichtbaren Gefilden der fantastischen Unterwelt hat ein Ende. Die schlafende ‘goldene Armee’ wurde von einem grausamen Herrscher der Finsternis, Prinz Nuada, zu neuem Leben erweckt, und die einzige Chance der Menschheit stellt der rot gehörnte Katzenfreund aus der Hölle dar. Gemeinsam mit seiner Feuer beherrschenden Freundin Liz (Selma Blair), dem Tiefsee- Empathen Abe (Doug Jones) und dem Protoplasma-Seher Johann (John Alexander) stellt sich Hellboy (Ron Perlman) den unheimlichen Kreaturen Nuadas entgegen. Mehrere mörderische Zahnfeen, die Horde goldener Krieger, ein buchstäblicher Berg von einem Monster, ein vieläugiger Engel des Todes und ein haushoher Krake sind nur einige der unglaublichen Wesen, die Hellboy zu schaffen machen. Und ganz nebenbei muss er sich auch noch um seine Beziehung zu Liz kümmern und als Geschöpf und Außenseiter beider Welten seinen eigenen Weg finden.

Regisseur Guillermo del Toro erzählt mit dem zweiten Teil "Die goldene Armee" die Geschichte um den Anti-Helden Hellboy nahtlos weiter. Im Vergleich zum ersten Teil merkt man hier das wesentlich höhere Budget, was dem Meister noch mehr Möglichkeiten zur Entfaltung allerlei phantastischer und teilweise unglaublicher Figuren gab. Ernsthaft: was del Toro so machnes Mal ersinnt geht über meine Phantasie weit hinaus - und das bewundere ich. Von der großen und sehr lauten Action mit 70 mal 70 goldenen Kampfmaschinen bis zu klugen Spielereien um das Wesen von Maschinenwesen und Puppen - alles ist dabei und wird liebevoll ausgereizt. Der Reichtum an fantastischen Kreaturen von kleinen bösen Zahnfeen bis zu gigantischen grünen Naturgöttern übertrifft so manch anderen Fantasyfilm. In manch kleinem Detail und manch surrealen Bild verbirgt sich immer mal wieder eine geniale Idee, die einen lächeln lässt.

"Hellboy II" ist eine rein an Unterhaltung orientierte Comic-Verfilmung, die ebenso humoristisch-ironisch wie sympathisch ist. Auch bei dem Mexikaner findet sich mal wieder die alte Prämisse, dass das Gute und das Böse sich bedingen, so wie aus dem angreifenden Baumgott eine wunderschöne, blühende Fauna wird, so sind der dunkle Elfenprinz und seine ungleich edelmütigere Schwester unteilbar miteinander verbunden. Überstrahlt wird das erzählerische Gerüst von der optischen Brillanz des Films und natürlich von der zuvor angesprochenen unglaublichen Phantasie seines Regisseurs, so gehört der schaurig-schöne orakelnde Engel des Todes, dessen Weissagung gerade hinsichtlich eines dritten Teils der Hellboy-Saga von Relevanz sein könnte, zu einem der faszinierendsten Geschöpfe des Films. Die Story ist somit eigentlich nichts gänzlich Neues, bietet aber eine kurzweilige Unterhaltung.

Dieser grandiose Film mit seinen ebenso grandiosen Bildern und Effekten ist eine gigantisch-gute Fortsetzung: selten sah man digitale Kreationen, die so sehr nach Dampf und Eisen rochen. Mit diesem Film, der zwar nicht mit dem unbestrittenen Meisterwerk "Pans Labyrinth" auf einer Stufe steht, aber dennoch im oberen Drittel der Film-Liga spielt, hat Guillermo del Toro wieder mal eindrucksvoll bewiesen, dass er zu den talentiertesten, weil künstlerisch ausdrucksstärksten Regisseure der Gegenwart gehört und er bleibt Garant für üppigen Augenschmaus sowie Phantastisches mit Verstand und Tiefe.

8,5/10

The Aviator (2004)

http://www.imdb.com/title/tt0338751/

Howard Hughes war ein vielseitig interessierter und begabter Mensch: Regisseur, Pilot, Liebhaber, Multimillionär... Ausgerüstet mit einem kleinen Vermögen, das ihm sein Vater vermacht hat, revolutioniert der junge Hughes (Leonardo DiCaprio) in den 1920er Jahren Hollywood und wird einer der erfolgreichsten Produzenten der Traumfabrik. Zahlreiche Affären mit Schauspielerinnen begleiten seinen Weg, darunter sind Jean Harlow (Gwen Stefani), Ava Gardner (Kate Beckinsale) und Katharine Hepburn (Cate Blanchett). Neben den Frauen hat es ihm das Fliegen angetan. Er steigt aber nicht nur selber ins Cockpit, sondern gründet zudem eine eigene Fluggesellschaft. Hinter all dem Glanz und Tatendrang, den Hughes ausstrahlt und verkörpert, steckt jedoch auch ein psychisch instabiler Mann, der sich deswegen 1947 ins Private zurückzieht...

Der Film von Regisseur Marton Scorsese portraitiert die wichtigsten Stationen im Leben des Regisseurs, Produzenten und Fluggesellschaftsbesitzers Howard Hughes und wirft den Zuschauer gleich zu Beginn auch mitten ins Leben dieser faszinierenden Person und zu den Dreharbeiten zu Howard Hughes’ "Hell’s Angels", nur um dann ein wenig wirr beinahe hin- und her zu springen. Aus dem Grund muss auch zwingend beim Film bleiben, um nicht den Überlick zu verlieren, so vielschichtig und weltgewandt ist die Persönlichkeit Hughes. Doch je länger der Film läuft, umso besser wird er und umso leichter fällt es, sich in den Charakter zu versetzen. Leonardo DiCaprio, den ich sowieso sehr mag, spielt hier eine grandiose und nahezu perfekte Rolle. Die schillernde Figur Howard Hughes bringt er mit all seinen Facetten, sei es fanatisch, exzentrisch, paranoid, charmant oder eiskalt sehr stark rüber und verleiht ihm eine ungeheure Tiefe.

"The Aviator" markierte den Wendepunkt seiner Karriere vom Sunnyboy zum ernstzunehmenden Schauspieler. Er wirkt in keiner Sekunde lächerlich oder als unglaubwürdig; zu Beginn noch ein Gentleman, zeigt sich gegen Ende des Films, wie verrückt Hughes wirklich war. Besonders ist mir die Szene, in der er sich tagelang einsperrt, im Gedächtnis geblieben und wir keinen normal denkenden Menschen mehr vor uns sehen. Wir sehen hier nur noch einen Menschen, der von seinen Ängsten wahnsinnig gemacht wird. Und bei den durch die Bank weg gut besetzten Nebenrollen überzeugen mich vor allem Cate Blanchett, John C. Reilly und Ian Holm, welcher besonders durch seine humorvollen Kurzauftritte auffällt. Überhaupt gibt es sehr viele schöne humorvolle Stellen ohne ins Lächerliche abzugleiten. Ein ganz dicht inszeniertes, episches Drama. Die Musik von Howard Shore verbindet sich perfekt mit der herrlichen Atmosphäre des anfänglichen 20. Jahrhunderts. Die Songauswahl ist ebenfalls gut gelungen und rundet das Gesamtbildes des Filmes ab.

Und so hat "The Aviator" genau das richtige Tempo um nicht langweilig zu werden und die exakt richtige visuelle Spannung, die ein solcher Film braucht, um emotionale Abgründe aufzureißen und den Zuschauer zu fesseln. Man kann diesem Film eigentlich nur eine Sache vorwerfen: er besitzt praktisch keinen Spannungsbogen. Die Spannung ist gleichbleibend auf einem angenehmen, mittleren Niveau, nicht mehr und nicht weniger. Und der Film verdient seine Oscars, insbesondere 'Beste Ausstattung' und 'Beste Kostüme' vollkommen zurecht. Insgesamt bekam er 5 Oscars, 3 in den weiteren Kategorien: 'Bester Schnitt', 'Beste Kamera' und 'Beste Nebendarstellerin' (Cate Blanchett). Für Scorsese-Freunde ein Hochgenuss. Ich finde, eine seiner besten Arbeiten überhaupt. Meisterwerk!

9/10

Green Lantern (Extended Cut) (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1133985/

Im ebenso endlosen wie geheimnisvollen Universum existiert seit Jahrhunderten eine kleine, aber schlagkräftige Einheit, die für Gesetz und Gerechtigkeit eintritt: das Green Lantern Corps. Jeder Green Lantern wird durch einen Eid auf die Bruderschaft der Krieger dazu verpflichtet, in der Galaxis Recht und Ordnung aufrecht zu erhalten, alle tragen einen Ring, der ihnen übernatürliche Kräfte verleiht. Doch als ein neuer Gegner namens Parallax das Gleichgewicht der Kräfte im Universum auszuhebeln droht, liegt das Schicksal der Green Lanterns und der gesamten Erde in der Hand ihres jüngsten Rekruten: Er ist der erste Mensch, der in ihre Reihen aufgenommen wurde - Hal Jordan (Ryan Reynolds). Hal ist zwar ein begabter und ziemlich großspuriger Testpilot, doch die Green Lanterns haben für Menschen wenig übrig, weil sie im Umgang mit den unermesslichen Möglichkeiten des Rings keinerlei Erfahrung mitbringen. Dennoch ist Hal ganz offensichtlich das fehlende Teil im Puzzle, denn neben seiner Hartnäckigkeit und Willensstärke ist er den anderen Mitgliedern des Corps in einem Aspekt überlegen: in seiner Menschlichkeit. Mit Unterstützung seiner Pilotenkollegin und Sandkastenfreundin Carol Ferris (Blake Lively) könnte Hal eine Schlüsselrolle im Kampf gegen Parallax einnehmen, wenn er nur schnell genug seine neuen Fähigkeiten anzuwenden lernt und den Mut aufbringt, seine Angst zu überwinden. Vielleicht bewährt er sich dann sogar als größter Green Lantern aller Zeiten.


Die massive negative Kritik, die dieser Film erfuhr, kann ich persönlich nicht gänzlich nachvollziehen. Aber vermutlich hat Christopher Nolan mit seinem ganz dem Realismus und dem Düsteren verschriebenen "Batman"-Stil das Genre "Superhelden-Verfilmung" zuletzt einfach zu sehr geprägt, ohne dass danach Abweichungen von dieser "Formel" vom Publikum noch ohne Weiteres akzeptiert werden würden. Erschwerend kommt hinzu, dass "The Green Lantern", vor allem hierzulande, sicher nicht so Populär ist, wie beispielsweise die "Batman"- oder "X-Men"-Charaktere.

"Green Lantern" hingegen ist opulent, verspielt, voller phantastischer Elemente und das einfach mit der großen Kelle angerührt. Dabei nimmt der Humor, entgegen den Erwartungen, keine dominierende Rolle ein, hier herrscht durchaus ein ernsthafter Unterton: das Bild ist durchwegs dunkel gehalten, zentrale Themen wie Angstüberwindung oder Willensstärke werden ordentlich behandelt, die Antagonisten-Figur Parallax ist allemal ein ernstzunehmender Charakter, und der mutierende Helfer-Bösewicht Hector erreicht letztendlich sogar gruselige Züge.



Dazu ist die Action nicht übermässig, aber wohldosiert eingesetzt, und dass man die Special Effects nicht ganz vom Vorwurf einer comichaften Übertreibung freisprechen kann, liegt natürlich in der Waffe dieses Helden begründet - denn wie sonst kann ein sich materialisierender grün-leuchtender Willen dargestellt werden, als trashig? Ryan Reynolds ist ein charismatischer Held, dem der Schalk im Nacken sitzt, was zwangsläufig auf seine gespielten Figuren abfärbt, hier aber durchaus in einem vertretbaren Rahmen (im Gegensatz zu "Blade: Trinity"). Vorhalten kann man dem Film nur die etwas dünne Story, die im Grunde schon aus jeder anderen beliebigen Superheldenverfilmung hätte kommen können - ohne neue Wege, ohne zuviel Innovation, ohne den Sprung ins kalte Wasser. Und gerade angesichts einer langen Einleitung kommen die Entwicklung der an sich interessanten Nebenfiguren sowie das Finale im Kampf gegen Parallax etwas zu kurz.

6,5/10

Death At A Funeral - Sterben für Anfänger (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0795368/

Diese Beerdigung steht von Beginn an unter keinem guten Stern: Da wirft Daniel (Matthew MacFayden) noch mal einen letzten Kontrollblick in den Sarg seines Vaters, und siehe da - die falsche Leiche ist darin! Zum Glück sind die Gäste noch nicht angekommen, sodass der Fauxpas noch rechtzeitig behoben werden kann. Doch das ist erst der Anfang. Wer sich darüber wundert, dass einer der Beerdigungsgäste auf dem Kinoplakat nackt zu sehen ist, wird sich am Ende über gar nichts mehr wundern...

"Sterben für Anfänger" wurde mir vor einigen Jahren von einer guten Freundin geschenkt, mit der Bitte, ich solle den mal angucken und über meinen Tellerrand hinausschauen. Diesen Rat habe ich mir zu Herzen genommen und habe mich hinter dem Tellerrand gar köstlich amüsiert. Eine so bitterböse schwarze Komödie hätte ich hier nicht erwartet. Der Streifen handelt von einer heimischen Trauerfeier, bei der von Anfang an alles schiefläuft, was nur schief gehen kann, angefangen mit der Anlieferung des falschen Leichnams, über zufälligen und unfreiwilligen Drogenkonsum einiger Trauergäste und kompromitierende Bilder des Verstorbenen bis hin zu einem Nackten auf dem Dachfirst. Saukomische Unterhaltung mit Gags am laufenden Band, ohne jeglichen Leerlauf.

Dabei bietet "Sterben für Anfänger" gar nicht wirklich große Lacher, sondern setzt eher auf seine urkomische Situationskomik und scharfzüngige Dialoge. Regisseur Frank Oz ("Little Shop of Horrors", anderen vielleicht besser bekannt als "Yoda" in "Star Wars") lässt seine Hauptfigur Daniel (den Sohn des Verstrobenen, gespielt von Matthew Macfadyen) dabei vom Regen in die Traufe kommen - und das in einem nicht enden wollenden Teufelskreis. Gerade denkt man, es könnte gar nicht mehr schlimmer kommen - da kommt es schlimmer.

Die Story ist dabei angenehm abgefahren und fährt einige Überraschungen auf, da wird neben Papas Beerdigung noch schnell Familienzusammenführung betrieben, alte Streitereien beigelegt (oder neu entflammt) und die Zukunft geplant. Eben all das, was man auf einer Beerdigung so tut, mit bitterbösem Humor unterlegt, der meistens ins Schwarze trifft und seine Darsteller zu Hochleistungen antreibt. Sicher, britischer Humor ist nicht jedermanns Sache. Wer aber mit dieser Art des Humors etwas anfangen kann und sich nicht schlecht dabei fühlt über Witze zu lachen, die auf Kosten einer Trauergesellschaft gemacht werden, sollte unbedingt einen Blick auf diesen Film werfen.

8/10

Freitag, 24. Mai 2013

Star Trek: Generations - Star Trek: Treffen der Generationen (1994)

http://www.imdb.com/title/tt0111280/

In diesem Action-Abenteuer werden Captain Jean-Luc Picard (Patrick Stewart) und die Mannschaft der Enterprise-D ein Puzzleteil im tödlichen Plan des wahnsinnigen Wissenschaftlers Soran (Malcolm McDowell). Er will einen ganzen Planeten zerstören, um das als Nexus bekannte Energieband heraufzubeschwören. Bei einer explosiven Schlacht gerät Picard in den Nexus und landet Angesicht zu Angesicht mit Captain Kirk (William Shatner), der schon seit Jahrzehnten dort festsitzt. Um die Vernichtung einer ganzen Zivilisation zu verhindern müssen sich beide Captains gemeinsam gegen Soran stellen.

Der siebte Teil, das "Treffen der Generationen" erfüllte nicht ganz die Hoffnungen, die ich mir vor der ersten Sichtung damals - es ist sicher 15 Jahre her -  vorher ausgemalt hatte, blieb aber trotzdem ein genial inszeniertes Weltraumabenteuer, bei dem die Fackel von der NCC-1701-A/B an die Crew rund um Capt. Picard gut weitergereicht wurde. Die Story ist zwar nicht ganz so spektakulär, wie es wohl für ein Treffen der beiden Entreprise Kapitäne hätte ausfallen müssen, aber es ist schön William Shatner ein letztes Mal als Kirk in Action zu sehen, genauso wie es Spaß macht, endlich Picard und seine Crew begrüßen zu dürfen. Unter dem Strich ist der Film aber durchaus ein unterhaltsames und actionreiches Weltraumabenteuer, welches sich in die Kinoreihe gut eingliedert. Ein paar wenige Szenen versprechen sogar Emotionen, die zudem noch gut rüber gebracht werden. Zu Beispiel als Picard sich im Nexus wiederfindet und dort auf seine gewünschte Familie trifft oder Capt. Kirk von der Enterprise B verschwindet.

Aber auch die Ausrittszene von Kirk und Picard ist ein toller Moment. Etwas mangelhaft erscheint dann leider Kirks "Abtritt" im Finale. Dieser Gesamteindruck lässt mich dann doch etwas unbefriedigt zurück. Handwerklich gibt sich der siebte Kinostreifen grandios, die Spezialeffekte stimmen und auch sonst gibt es nichts zu bemängeln. Der Score von TV-Komponist Dennis McCarthy ist außerdem überraschend gut gelungen und fängt das Geschehen passend ein. Insgesamt ist der siebte Teil somit ein kurzweiliger Spaß, der durchaus seine Momente hat. 

7,5/10

http://tinyurl.com/cknoemc

Donnerstag, 23. Mai 2013

[SERIE] Family Guy: It's a Trap! (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1701991/

Als bei den Griffins mal wieder der Strom ausfällt, bleibt Peter nichts anderes übrig, als seine Familie mit einer neuen "Star Wars"-Episode zu unterhalten: seiner ganz speziellen Version von "Die Rückkehr der Jedi-Ritter". Während Darth Vader (Stewie) auf dem neuen Todesstern unter widrigen Umständen neue Streitkräfte mobilisiert, versuchen R2-D2 (Cleveland) und C-3PO (Quagmire) Han Solo (Peter) aus den Händen von Jabba (Joe) zu befreien.

Der dritte und letzte Teil, der mit dem Titel "Es ist eine Falle!" zwei Jahre später - wie sollte es anders sein? - wieder während eines Stromausfalls erzählt wird, spielt allein schon im Titel auf die Aussage von Admiral Ackbar an, die in der original Folge auch genauso kam und schon damals für ein Schmunzeln sorgte. Leider fällt diese Folge merklich ab, man hat das Gefühl, das alle Ideen verbraten wurden und obwohl es auch wieder recht lustig ist kommt dieser Teil nicht an die beiden fetzigen Vorgänger heran. So werden alte Gags quasi aufgewärmt, nur wenige neue kommen hinzu und so hat man das Gefühl alles schon einmal gesehen zu haben. Dennoch ist die Folge komisch und bietet einige Brüller. Zusammenfassend eine gigantisch-komische Trilogie, handwerklich gut gemacht und auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

7/10

[SERIE] Family Guy: Something, Something, Something, Dark Side (2009)

http://www.imdb.com/title/tt1329665/

Die Griffins sitzen gemeinsam vor dem Fernseher, als mal wieder der Strom ausfällt. Peter nutzt die Gelegenheit, um eine Geschichte zu erzählen: die fünfte Episode der "Star Wars"-Saga, "Das Imperium schlägt zurück". Stewie alias Darth Vader hat es auf Chris alias Luke Skywalker abgesehen – in der ganz speziellen Griffin-Version verläuft die Geschichte etwas verrückter, turbulenter und mit etlichen parodistischen Seitenhieben.

Zwei Jahre später kam mit "Irgendiwe, irgendwann, irgendwo auf der dunklen Seite" - wieder bei einem Stromausfall im Hause Griffin - die Nacherzählung von "The Empire Strikes Back" - und auch hier zünden die Gags, vor allem die auf die Schippe genommenen endlosen Passagen, die schon im Film völlig unnötig waren. Wieder entsprechend gestrafft, aber witzigerweise alles drin, was man benötigt um die Story interessant, gagreich und vor allem zusammenhängend zu erzählen. Der Running Gag mit dem perversen Obi-Wan Kenobi und den nie gestellten Fragen wird absolut genial fortgesetzt, sodass auch diese Folge nicht langweilig wird und man sich - kennt man die Filme - und das sollte man! - vor Lachen kugelt. Einer der besten Gags ist im Angriff der AT-ATs auf Hoth eingebaut: wenn einer der Walker - wie im Film - getroffen zu Boden geht und sich das Knie mit den typischen Lauten vor Schmerzen hält. Blöd, aber geil.

8/10

[SERIE] Family Guy: Blue Harvest (2007)

Es ist natürlich reichlich fies, diese drei "Family Guy"-Doppelfolgen an den Filmen der "alten" Trilogie zu messen, aber ich versuche es dennoch: Als im Hause Griffin der Strom während einer TV-Show ausfällt, beginnt der Vater die Geschichte von Star Wars zu erzählen...

http://www.imdb.com/title/tt0888817/

Möge die Macht mit "Family Guy" sein, der Griffin-Clan dreht die größte Science-Fiction-Saga aller Zeiten durch die Mangel: Peter als verwegener Han Solo, Lois als sexy Prinzessin Leia, Chris als halbwüchsiger Luke Skywalker und Brian als sprachgewandter Chewbacca. Säugling Stewie schließlich entdeckt die dunkle Seite der Macht und weiß als Darth Vader genau, was geschehen wird …

Es beginnt mit "Blue Harvest", was urspünglich auch der Codename für "Krieg der Sterne" war. Grundlegend für alle 3 Episoden gilt: es wird sich präzise genau an den Filmen orientiert, auch wenn einige unwichtige Szenen entfernt wurden, um die Story (inkl. Vorgeschichte) auf die gewünschte Doppelfolgenlänge zu bringen. "Blue Harvest" ist noch der witzigste Teil, es gibt so viele herrliche Anspielungen und Verarschungen der Star Wars-Thematik, dass man aus dem Grinsen und manches Mal auch aus dem lauthals Lachen nicht herauskommt. Besonders Highlight ist die "Cantina-Band", die seitdem auch bei jedem Festival über die Campingplätze dröhnt. Zudem werden endlich mal Fragen gestellt wie "Wenn wir schon eine uneinnehmbare Festung haben, warum lassen wir eine Ventilationsöffnung als potentiellen Schwachpunkt?" - Antwort: "Da kann  sowieso niemand reinschießen, die Öffnung ist nicht größer als eine Wumpratte!" - Bis auf wenige Gags unterhalb der Gürtellinie, ist diese Folge grandios witzig und eine Empfehlung für jeden "Star Wars"- und natürlich "Family Guy"-Fan.

8/10

Mittwoch, 22. Mai 2013

Watchmen (2009)

http://www.imdb.com/title/tt0409459/

"Who Watches The Watchmen?" - Heute habe ich "Watchmen" bestimmt zum zehnten oder gar elften Mal geschaut und mich wieder keine Minute gelangweilt, obwohl ich den Streifen mittlerweile fast auswendig mitsprechen kann. Als ich den Film 2009 im Kino sah, war ich so überwältigt und fasziniert, dass ich völlig geflasht nach Hause gefahren bin. Es ist erstaunlich, wie detailgetreu Regisseur Zack Snyder diesen Film inszeniert hat. Bis auf sehr wenige Passagen und Dialoge hält sich der Film sehr dicht an die Buchvorlage von Alan Moore. Durch die grandiose Optik, die klasse schauspielerische Leistung jedes einzelnen Darstellers, allen voran Jackie Earle Haley ("Rorschach"), der Score, die Musik und den düsteren Stil kann man sich sehr gut in die Handlung vertiefen. Dadurch ist die Verfilmung - wenn man den Foren glauben darf - nicht weniger unterhaltsam als das Comic selbst.

Die vielen philosophisch-moralischen Aspekte dieser ziemlich düsteren und politischen Handlung einer alternativ-fiktiven vergangenen Version der USA, sorgen nicht zuletzt dank der hervorragenden Dialoge für den perfekten Filmgenuss. Der Film beginnt schon mit einem Paukenschlag: der Comedian wird getötet und bildet somit eine gelungene Einführung in die düstere Handlung und entfacht schon damit ein spannendes Feuer, das einen nicht mehr loslässt. Vor diesem Mord, ist im Fernsehen eine Talkshow über den vermutlich anstehenden Atomkrieg zwischen Amerika und Russland zu sehen. Wer ist dieser Unbekannte und was ist sein Motiv? Kann der Atomkrieg verhindert werden? Der Anti-Held Rorschach geht dem mysteriösen Tod des Comedians nach und lässt den Zuseher beinahe beiläufig seine finsteren Zitate hören. Ich habe selten Filme gesehen, bei dem so zynische und doch faszinierend Zitate vorkommen wie bei diesem. "Watchmen" wird von da an mit jeder Minute spannender.

Die Charakterzeichnung ist absolut brillant. Snyder räumt den gebrochenen Charakteren sehr viel Zeit zur Vorstellung und Entwicklung ein. Diese untypischen Superhelden sind nicht wie die Helden die wir sonst so kennen, im Gegenteil. Sie handeln brutal und unmoralisch. Ein wichtiger Unterschied zu den meisten anderen Comics ist somit vor allem das gnadenlose Verhalten der Helden, sowie ihre problembelastete Vergangenheit. Jeder von ihnen hat ihre eigenen Probleme, Ziele und Komplexe. Die Protagonisten sind ausgezeichnet beschrieben und haben eine unterschiedliche Auffassung von Moral, womit sich ihre Vorgehensweise auch von Charakter zu Charater unterscheidet, wodurch wiederum eine tolle Abwechslung entsteht. Die Brutalität in diesem Film lässt sich dabei nicht von der Hand weisen: diese ist weit weg von den üblichen Superhelden-Hau-Drauf-Orgien, sondern geht schroff und überaus blutig zur Sache.

Trotz seiner langen Laufzeit von fast 3 Stunden ist "Watchmen" zu keiner Minute langweilig, denn diese Länge ist wichtig, man lernt zu verstehen und deckt nach und nach die Vergangheit der Individuen auf. Erst gegen Ende werden dann all die Fragen geklärt und die Vorgehensweise bestimmter Helden verstanden. Und das ist teils sehr überraschend und unvorhersehbar. Ein Geschenk, welches man sehr selten in einer Comicverfilmung bekommt.

Der Film zählt somit zu meinen absoluten Favourites und doch bleibt ihm die Höchstnote verwehrt. Zu banal wird so manches Mal mit Gewalt umgegangen, zu unlogisch erscheint mancher Schritt. Aber dies sind nur kleine Tropfen auf den heißen Stein. Nicht jeder wird einen Draht zu "Watchmen" aufbauen können, denn dieser Film ist wohl eine sehr einzigartige Comicverfilmung, die man so nicht erwartet hätte. Aber genau das finde ich so exzellent, eine untypische Comic-Handlung mit ausgezeichneter Musik, die jedes Mal gut in die Szene passt und nebenbei ein wenig Kulturgeschichte mit einbezieht. Dies alles ist so prachtvoll, so düsterer verpackt und bietet einen so fantastischen Nóir-Stil, das ich einfach nicht anders konnte, als ihn zu mögen.

9/10

Dienstag, 21. Mai 2013

Star Trek VI: The Undiscovered Country - Star Trek VI: Das unentdeckte Land (1991)

http://www.imdb.com/title/tt0102975/

Nachdem die Explosion eines klingonischen Mondes das Imperium in die Knie zwingt, liegt das fremdartige Konzept eines Friedens mit der Föderation in greifbarer Nähe. Ironischerweise soll gerade Admiral James T. Kirk (William Shatner) als Botschafter den Frieden aushandeln. Alle Hoffnungen werden zunichtegemacht, als die U.S.S. Enterprise beschuldigt wird, einen klingonischen Diplomaten ermordet zu haben. Stattdessen stehen beide Welten vor einem alles vernichtenden Krieg.

Was für ein großartiger Film! Für mich der mit Abstand beste Teil neben "Star Trek II - The Wrath Of Khan". Mit "Star Trek VI: Das unentdeckte Land" verabschiedet sich die alte Crew rund um Captain James T. Kirk und darf noch ein letztes großes gemeinsames Abenteuer erleben. Regie führte wie auch schon beim zweiten Teil Nicholas Meyer. Wen wundert es also, dass gerade diese beiden die besten Teile sind? Diese simple, aber durchaus clevere und spannende Geschichte fällt vor allem dadurch auf, dass man sich bei der Entwicklung der Story sehr an den endenden kalten Krieg orentierte und sich in größerem Rahmen bei Shakespeare bediente. Beides zusammen ergeben vorzügliche Zutaten für das letzte Abenteuer der Enterprise NCC 1701-A. Ebenfalls gelingt es Meyer wie schon zuvor, dem Film einen fast schon realistischen und düsteren Touch zu verleihen. Storytechnisch kann man hier also von einem der spannendsten Filme der Reihe sprechen, beinahe von einem Thriller, doch auch der Humor kommt nicht zu kurz, wird aber im Gegensatz zu den beiden Vorgängern geschickter eingesetzt, weil er eben nicht die Übermacht darstellt. Optisch und technisch präsentiert sich der sechste Teil auch von seiner besten Seite. Die Effekte sind wirklich gut gelungen und können sich noch heute sehen lassen. In Sachen Filmmusik stellt die Komposition von Cliff Eidelman einen der besten Scores der Kinoreihe dar.

Erwähnung sollten auch die Leistungen der Schauspieler finden. William Shatner, Leonard Nimoy, DeForest Kelly, James Doohan, Walter Koenig, Nichelle Nichols und George Takei geben noch einmal alles und lassen den typischen und sympathischen Witz der alten Crew ein letztes Mal mit voller Kraft erstrahlen. Bleibt eigentlich nur noch zu sagen, das dieser Film ein denkwürdiger Abschluss der originalen Enterprise Crew ist und man muss sich schon eine Träne verkneifen, sobald die letzten Minuten Film angebrochen sind. Denn dann heißt es Abschied nehmen, jedenfalls in dieser Konstellation. Großartig!

8,5/10

http://tinyurl.com/cknoemc

The Possession (2012)

http://www.imdb.com/title/tt0431021/

Bei einem Flohmarktbesuch ersteht die kleine Em ein antikes Kästchen. Ihre Eltern Clyde und Stephanie Brenck schenken der neuen Obsession zunächst keine große Beachtung, bis Em sich zunehmend sonderbar verhält und immer aggressiver wird. Bei seinen Nachforschungen stößt Clyde auf einen alten, jüdischen Volksglauben, nach dem in dem Kästchen ein Dibbuk gefangen sein soll. Ein Totengeist, der von den Seelen der Lebenden zehrt und er hat sich bereits tief in seinen unschuldigen Wirtsorganismus gebohrt …

Der urspüngliche Titel des Films war "The Dybbuk Box", aber unter seinem jetzigen werbewirksameren Namen bildet der Film einen etwas anderen, neueren "Exorzisten", der sich nicht nur auf Geräusche und einige Körperverdrehungen verlässt um gruselig genug zu sein. Der hiesige Dämon stellt hier freilich andere Sachen mit dem Mädchen an, und der eigentlich katholiosche Exorzist ist hier auch ein junger Rabbiner, aber bis auf ein paar Details wie die durchaus gelungene Invasion der riesigen Motten und die Untersuchung hat der Film kaum Neues zum oft verfilmten Thema beizutragen. Einen interessanten Punkt läßt der Streifen zudem einfach links liegen und sorgt so für Stirnrunzeln: warum wird eine offenbar christliche Familie von einem jüdischen Dämon heimgesucht? Gibt es eventuell Dämonen die sich zwischen den Weltreligionen hin- und herbewegen dürfen, wie es ihnen gerade passt, oder ist es letztlich egal und wir fahren alle in die Hölle? Fragen über Fragen...

Trotzdem: solide aufgeführt, mit guten und teilweise sehr gruseligen Spezialeffekten ausgestattet, aber Überraschungen oder größere Innovationen gibt es kaum. Ein angenehm ernsthafter Schocker vom längst vergessenen Ole Bornedal ("Nightwatch - Nachtwache" (Originaltitel: "Nattevagten")), wegen dem ich den Film überhaupt erst angesehen habe. Grosser Pluspunkt sind die glaubhaft und natürlich auftretenden Hauptfiguren, besonders Jeffrey Dean Morgan (Edward Blake) und die noch junge Natasha Calis.

6,5/10

Montag, 20. Mai 2013

[KINO] Iron Man 3 3D (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1300854/

Nach "Iron Man", "Iron Man 2" und dem allumfassenden Installment "The Avengers" ist es nun endlich Zeit für den dritten Teil um den narzistischen Playboy im Metallanzug. Schon vorab offenbarte der Teaser/Trailer einen sehr dramatischen, verzeifelten Unterton und lies hoffen; funktionierte diese Verzweiflung doch schon in "The Dark Knight Rises" wunderbar und überhaupt passt es ja auch irgendwie zum Thema Superheld.

Tony Stark (Robert Downey Jr.), der eben erst New York City von der Zerstörung bewahrt hat, bekommt es mit einem Gegner zu tun, dessen Reichweite keine Grenzen zu kennen scheint. Der Mandarin (Ben Kingsley), Kopf der Terrororganisation "Die Zehn Ringe", zerstört das komplette Leben des berühmten Tony Stark alias Iron Man. Dieser muss sich der äußerst schwierigen Aufgabe stellen, seine Welt wieder in Ordnung zu bringen und jene zu beschützen, die ihm am nächsten stehen - vor allem seine große Liebe Pepper Potts (Gwyneth Paltrow). Einmal mehr sind dafür sein ganzer Mut und all sein Können gefragt. Starks Lage ist allerdings alles andere als aussichtsreich. Er steht mit dem Rücken zur Wand und muss sich auf seine ureigensten Stärken zurückbesinnen: seinen Einfallsreichtum sowie seine guten Instinkte. Schritt für Schritt kämpft er sich vor, doch um dieses Mal zu gewinnen, muss er sich auch der Frage stellen, die ihn schon lange beschäftigt: Macht ihn erst sein Kampfanzug zum Helden oder ist er bereits ein Held, der lediglich einen Kampfanzug trägt?


Und nun bin ich aus dem Kino gekommen und bin wieder einmal von einem Trailer ins Bockshorn gejagt worden. Grundsätzlich ist der dritte Teil ein grundsolides Blockbusterkino mit dem nötigen Witz und der angemessenen explosiven Action. Was hier aber wesentlich besser funktioniert als beispielsweise in Teil 2 ist die Story um den Gegner: den Mandarin. Der Zuschauer wird dabei mitten in die Geschichte geworfen, die der Protagnoist Tony Stark erzählt, nur um dann kurz inne zu halten und die Zeit um 13 Jahre zurück zu spulen, hier wird auch sehr geschickt der Bogen zu Teil 1 geschlagen, sodass die Trilogie, wenn man diese so nennen will, rund genug wird um mir zu gefallen. Tony ist allerdings längst nicht mehr der überhebliche Playboy, der er noch in den "Avengers" war, im Gegenteil: er leidet und wirkt beinahe gebrochen. Und gerade das verpasst dem Film den nötigen Anspruch und die nötige Glaubhaftigkeit, die für mich einen guten Superheldenfilm ausmacht. Das zwischendurch immer wieder Anspielungen auf die Geschehnisse in New York und die Figuren der Avengers, beispielsweise "Thor", kommen ist beinahe unvermeidlich.

Robert Downey Jr. macht seine Sache wie immer brillant. Ihm ist die Rolle des narzisstischen Milliardärs einfach auf den Leib geschneidert. Gwyneth Paltrow wird dieses mal mehr in die Action involviert und die macht dabei wirklich eine gute Figur. Ben Kingsley hat wohl die eigenartigste Rolle. Manche werden es toll finden, andere werden es hassen. Aber vor allem Guy Pearce, den ich anfangs gar nicht erkannte, ist genau der richtige für seinen Job.

Ich fand gerade diesen Ansatz, sich mehr mit Tony Stark und seinen Dämonen zu beschäftigen, wahnsinnig interessant. Einzig zum Punktabzug führt der vergleichsweise seltene Einsatz des Iron Man an sich, so kämpft Tony überwiegend ohne seinen Anzug, was mich ein wenig gestört hat. Aber das nur marginal. Der Score passt und untermalt das Gezeigte auch stimmig, teils mit fetziger Rockmusik, teils mit sehr ruhigen Passagen - eben äquivalent zur Szene. Gut.

Zum Geschehen im Film an sich oder gar zum Ende schreibe ich mal lieber nichts, das würde nur unnötig spoilern. Aber "Iron Man 3" ist definitiv den Gang ins Kino wert. Ein brillanter Superheldenfilm, der mich von Anfang bis Ende gefesselt und vollends überzeugt hat. Kleiner Tipp noch am Rande: der Nachspann bietet nach den Credits noch ein kleines Sahnehäubchen mit Bruce Banner und Tony Stark.

8/10

Von CONCORDE kommt die komplette Trilogie als limitiertes Steelbook mit der Blu-ray und der Blu-ray 4K Ultra-HD.