Sonntag, 3. Februar 2013

Pirates Of The Caribbean: Dead Man's Chest - Fluch der Karibik 2 (2006)

http://www.imdb.com/title/tt0383574/

Davy Jones, der mysteriöse Captain des „Flying Dutchman“ hat noch eine Rechnung mit Jack Sparrow (Johnny Depp) offen – doch der hat zunächst ganz andere Probleme: Ein Kannibalenstamm möchte ihn am liebsten auffressen! Auch Will Turner (Orlando Bloom) und seine stürmische Verlobte Elizabeth (Keira Knightley) sind hinter Jack her – und alle machen sich auf die abenteuerliche Suche nach der geheimnisumwitterten „Truhe des Todes“. Die wilde Jagd führt sie kreuz und quer durch die Karibik ...


Mit "Dead Man's Chest" geht die coolsten Piraten-Saga aller Zeiten in die zweite Runde. Mit zweieinhalb Stunden auch nicht gerade kurz aber dankenswerter Weise auch zu keiner Minute langweilig. Die Story knüpft dabei nahtlos an den ersten Teil an, und der neue Gegenspieler Davy Jones (Bill Nighy, den man vor lauter Maske und CGI eigentlich gar nicht mehr erkennt) steht Barbossa aus "The Curse Of The Black Pearl" in nichts nach - im Gegenteil, er ist sogar noch fieser. 

Wie dem auch sei, der zweite "Fluch der Karibik" hat also einen ähnlich großen Stellenwert wie der erste Teil und wird demzufolge auch mit einem großen subjektiven Bonus bewertet. "Objektiv" gesehen, stimme ich aber generell erstmal dem zu, dass er qualitativ etwas abfällt. Er wirkt teilweise etwas arg überladen, hat hier und da nicht wirklich stimmige Momente und hätte im Endeffekt auch nicht sein müssen, der erste Teil hat einfach keine Fortsetzung nötig gehabt und hätte heute wahrscheinlich auch einen besseren Status, wären die Fortsetzungen nicht gewesen.

Trotzdem: gerade nach einer weiteren Sichtung fällt deutlich auf, dass der Film vor allem eines bietet, was man bisher sehr selten in derartigen Blockbustern gesehen hat und was ihn dann vom Einheitsbrei noch einmal abhebt und zwar eine hoffnungslose, trostlose und schier unausweichliche Stimmung. Man weiß natürlich immer so ungefähr, wie ein solcher Film ablaufen wird und das am Ende eh alles gut wird, hier jedoch, wird man direkt ins kalte Wasser geworfen. Die erste Szene zeigt schon, dass von der heiteren, lockeren und entspannten Stimmung nicht mehr viel übrig geblieben ist. Elizabeth und Will wurden vorgeführt und erniedrigt, werden nun bestraft dafür, dass sie ihrem Freund einst geholfen haben und bei all dem spürt man das als Zuschauer auch tatsächlich. Für diesen Moment glaubt man wirklich, dass es hier keinen Ausweg gibt und alles verloren scheint. Und das geht so weiter, als wir dann auch Captain Jack sehen, der neben der Spur ist, nicht mehr weiß was er tun soll und sichtlich verwirrt ist. Der neue Bösewicht Davy Jones mit seinem unbezwingbaren Kraken setzt dem Ganzen dabei nur die Krone auf, denn die zu besiegen ist wohl auch nur sehr schwer möglich.

Diese Verzweiflung und Aussichtslosigkeit dominiert den Film und zeichnet ihn dann gewissermaßen auch etwas aus, ich würde schon sagen, dass der zweite Teil damit etwas bedrohlicher und ernstzunehmender wirkt als im Vorgänger, dem man einen derartigen Grad an Intensität nicht unbedingt angemerkt hat. Abgesehen davon bekommt man hier erneut einen grandiosen Soundtrack geboten, einmal mehr tolle Fantasyelemente und insgesamt auch eine Geschichte, die wie gesagt, etwas lückenhaft ist, alles in allem aber dennoch rund, bedacht und "episch" genug für einen Blockbuster wirkt. Dabei ist gerade diese Action teils so überzogen cool, wie zum Beispiel der Schwertkampf auf dem Mühlenrad gegen Ende des Films, so dass es schon wieder Spaß macht zuzusehen.  Oft wird hierbei ja vor allem die Länge kritisiert, dass der Film sich desöfteren zieht und langweilig ist. Nun, das ist wie so oft Ansichtssache.

"Pirates Of The Carribean 2" mag, wie schon der erste Teil zuvor, insgesamt kein Überfilm sein. Was das Gesamtbild angeht, so bleibt diese Fortsetzung wohl auch hinter seinem Vorgänger zurück und durch und durch notwendig war sie wohl auch nicht. Es ist natürlich auch ein "Übergangsfilm", das merkt man ebenfalls deutlich an, also das Ende ist im Prinzip kein finales, abschließendes Ende, sondern eher der Abschluss des ersten Akts. Aber gerade dafür macht eben "Fluch der Karibik 2" auch so viel richtig, wirkt in seiner gesamten Erscheinung gewaltig und pompös wie es sich für einen Blockbuster gehört, mit einer überraschend verzweifelten und niederschmetternden Art, wie auch altbekanntem Witz, Charme und toller Action, einfallsreichen Ideen und eben coolen Figuren. In dem Sinne ist der Film also eine gelungene Fortsetzung. Sehr guter Stoff, aber ein µ hinter dem unübertroffenen ersten Teil.

8/10