Montag, 4. Februar 2013

Pirates Of The Caribbean: At World's End - Pirates Of The Caribbean: Am Ende der Welt (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0449088/

Wieder einmal stechen Elizabeth Swann (Keira Knightly) und Will Turner (Orlando Bloom) in See, um in einem verzweifelten Versuch Captain Jacks (Johnny Depp) Seele zu retten. Diesmal müssen sie dafür jedoch ein Bündnis mit ihrem einstigen Widersacher, dem verschlagenen Barbossa (Geoffrey Rush), eingehen. Währenddessen treibt Davy Jones (Bill Nighy) mit seinem Geisterschiff "Flying Dutchman" sein Unwesen auf den Weltmeeren. Immer mit der Gefahr des Verrats konfrontiert schlagen sich Will und Elizabeth bis ins exotische Singapur durch, wo sich am Ende jeder für eine Seite entscheiden muss ...


"At World's End" macht genau da weiter, wo "Dead Man's Chest" aufhört, aber erverbringt so viel Zeit damit, noch offene Handlungsstränge aufzulösen oder sie nach kurzem Interesse einfach fallen zu lassen, dass viel zeit vergeht, bis die eigentliche Geschichte überhaupt in Fahrt kommt. Die episodenhafte Struktur birgt viele neue Intrigen, die so schnell geschmiedet werden, wie in diesem Teil die Protagonisten die Seiten wechseln und man kommt kaum hinterher wer eigentlich was bezweckt und gerade, wenn mans kapiert hätte, gibts wieder eine neue Situation. 

Wie schon im zweiten Teil spürt man auch hier diese Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Es ist keine 08/15-Geschichte die einem hier aufgetischt wird oder besser gesagt, selbst wenn es eine ist, so hat diese dennoch wesentlich mehr Herz als Davy Jones. Und gerade was diesen angeht, so setzt dieser dritte Teil sogar in den genannten Punkten einen drauf, insofern, dass diesmal sogar der scheinbar unbesiegbare Kapitän der Flying Dutchman gezähmt wurde, von einem noch dominanteren Feind. Alles in allem wird hier das Konzept und die Story vom Vorgänger weitergesponnen, im Prinzip sind Teil 2 und 3 ja auch eher ein großer Film, der eben aufgesplittet wurde. Und demzufolge kann man auch zusätzlich nicht mehr wirklich viel sagen, es ist nach wie vor episch, gut animiert, besetzt mit vielen schillernden Figuren, einer fantasiereichen und abgefahrenen Story, ausgeschmückt mit Spannung, Unterhaltung und wiedermal einem tollen Score. Wer drauf steht der wird zufrieden gestellt, wer nicht, der wird hier logischerweise nicht auf seine Kosten kommen.


Ein Punkt, der dem Zuschauer etwas bitter aufstoßen könnte, ist wohl die Langwierigkeit bzw. die Überfüllung an Content, die wir hier haben. Wahrscheinlich wird hier zu viel geboten, was ja alles auch im Zusammenhang miteinander steht, eine Intrige jagt die nächste, Information über Information, Krieg hier, Piratenkönig da, dann ist da noch Calypso und so weiter. Auch wenn ich mich zu keiner Zeit gelangweilt habe und ich wahrscheinlich hätte noch mehrere Stunden zusehen können, ich kann irgendwo verstehen, wenn es einem "zu viel" wird, denn man merkt irgendwo schon an, dass man versucht hat alles künstlich aufzuplustern um einen ach so tollen "Epic"-Stempel aufzudrücken, aber wie gesagt, ich fand das dennoch okay.

Regisseur Gore Verbinski schaltet diesmal mehr auf surreal als zuvor und entzückt etwa mit einer Wüsten-Nirvana-Sequenz. Diese Szene dauert und dauert und wird dadurch immer abstruser. Ich bin mir bis heute nicht sicher, was genau ich davon halten soll, aber Szenen wie eben diese wirken einerseits komplett abgedreht und eigentlich auch sinnlos, wie ganz großer Quatsch, andererseits ist es irgendwie auch schon wieder so abgedreht, dass es ganz witzig ist und unbegründet ist das schließlich auch nicht, wer würde schon "normal" bleiben, wenn er ganz allein und noch dazu Jack Sparrow ist. Später folgt eine wundersame Errettung aus dem Ende der Welt, ein cooler Musikeinsatz von "Spiel mir das Lied vom Tod" und zwei Miniatur-Johnnys im "guter Engel, schlechter Engel"-Stil, die des Guten dann doch etwas zu viel sind. Hinter Johnny Depp verblassen aber im Gegensatz zu den anderen Teilen alle anderen Figuren. 


Richtig Action bietet "At World's End" dann erst in der letzten Stunde, nunmehr aber derart laut und heftig, dass es einen glatt aus dem Sessel jagt. Insgesamt eine sehr coole Sache, aber "At World's End" baut noch etwas mehr ab als sein Vorgänger, kommt nicht an den ersten Teil ran, gehört aber dennoch mit zu den für mich persönlich wichtigsten Filmen überhaupt.

7/10