Donnerstag, 28. Februar 2013

Frozen (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1323045/

Frozen bietet eine sehr coole Idee, die zu Beginn viel Potenzial aufbaut, aber dieses im Verlauf der geschichte leider ein wenig herunter fallen lässt. Dabei profitiert der Film sowohl von dem eigentlich ganz sympathischen Trio mit der etwas anderen Gruppendynamik als auch von der Tatsache, dass es eine äußerst schreckliche Vorstellung ist, irgendwo "vergessen" zu werden. Wenn das auch noch im Skilift in luftiger Höhe bei nicht sehr angenehmen Gefrierschranktemperaturen geschieht, wird jedem sofort der Ernst der Lage bewusst und einem ist schon etwas mulmig zumute. Dass hier unüberlegte Handlungen auf der Tagesordnung stehen, versteht sich von selbst. Man würde ja sicher alles anders und besser machen, aber letztendlich bietet die Geschichte fesselnde Spannung und ein geschicktes Ende. Gut.

7/10

http://tinyurl.com/bojo355

Mittwoch, 27. Februar 2013

The Astronaut's Wife (1999)

http://www.imdb.com/title/tt0138304/

Ein Film über Aliens ohne Aliens. Hm. Charlize Theron kann als geängstigte Frau des Astronauten Spencer durchaus überzeugen - sie spielt die Frau des Astronauten einprägsam und wandelt gut zwischen Mutterliebe und Wahnsinn. Den leichteren Part hat hier Johnny Depp, der den überwiegenden teil des Films einfach nur grimmig drein schaut. Die meiste Zeit folgt die Kamera Jillian, die selbst die Veränderung spürt, und so langsam ein Bild von dem Vorfall gewinnt, jenen 2 Minuten, über die ihr Mann partout nicht sprechen will. Leider nimmt die Spannung gegen Ende hin etwas ab, das Ende wird recht vorhersehbar und beim Showdown weiss man nach einer Minute wie die ganze Soße enden wird.
Und dann, nur um den Zuschauer aus seiner selbstzufriedenen 'Hab-ichs-doch-gewusst'-Stimmung zu reissen, kommt das krasse Ende. Zum Glück kein einfaches HappyEnd. Letztlich bleiben gute Schauspieler, eine brauchbare Handlung, wenn auch mit sehr dürftigem Hintergrund, viele unerklärte Szenen und Vorkommnisse, die die Spannung steigern, und ein unerwartetes Ende. Ganz okay.

6/10

http://tinyurl.com/a7rn2sq

Dienstag, 26. Februar 2013

Looper (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1276104/

In der Zukunft sind Zeitreisen möglich. Das organisierte Verbrechen hat eine besonders innovative Verwendung: Er schickt Menschen ins Jahr 2046 zurück, wo sie von Loopern getötet und beseitigt werden. Der Beste seiner Zunft ist der eiskalte Joe Simmons, bis er eines Tages einem neuen Opfer gegenübersteht: seinem dreißig Jahre älterem Ich. Joe zögert einen kurzen Augenblick. Zu lang! Es beginnt eine Jagd auf Leben und Tod ...


Looper ist ein guter, in Teilen sogar sehr guter Film. Speziell das erste Drittel bietet einen atmosphärischen Zeitreise-Thrill. Und Looper will neben der ohnehin vertrackten Grundthematik noch viel mehr und ist damit storytechnisch ein echtes Schwergewicht. In dieser Zukunftsvision treffen die Gegensätze von Armut und Dekadenz gnadenlos aufeinander. Zudem kommen weitere thematische Elemente wie zum beispiel menschliche Mutation und bedingungslose Liebe hinzu. So hat der Film dann an mancher Stelle doch etwas zu viel Storybalast. Regisseur und Drehbuchautor Rian Johnson schafft mit einer sehr ökonomischen und klaren Erzählstruktur zwar eine atmosphärische, an Noir-Filme angelehnte Grundstimmung zu etablieren, doch die vielen verschiedenen Elemente verhindern zeitweise eine genaue Fokussierung auf einen Plot-Teil, verwirren zusehends und die Stimmung bleibt leider so nicht konstant. Es gibt Tempo, dann wird urplötzlich gebremst - und zwar mit voller Wucht - um dann wieder abrupt Gas zu geben. Das gibt dem Film aber nur einen ganz leichten Wermutstropfen, denn am Ende finden alle Stränge wieder malerisch zusammen. Man muss Johnson Respekt dafür zollen, ein so ambitioniertes und mutiges Stück Kino auf die Leinwand gebracht zu haben. Nur der Status als kleines SciFi-Meisterwerk bleibt ihm von mir verwehrt.

8/10

Puss In Boots 3D - Der gestiefelte Kater 3D (2011)

http://www.imdb.com/title/tt0448694/

Heiß geliebt in Shrek ... erleben wir jetzt in einem „zum Brüllen komischen“ (Associated Press) animierten Heldenepos, wie der einzigartig verwegene Kultkater sich einen gestiefelten Namen gemacht hat! Liebhaber, Kämpfer und Gesetzloser ist er – der gestiefelte Kater. Auf seinem abenteuerlichen Weg durch die sprichwörtlichen sieben Leben treffen er, Kitty Samtpfote und Humpty Dumpty zu einem ultimativen Showdown mit dem berüchtigten Gauner-Duo Jack und Jill zusammen. Die wahre Geschichte der Mieze, des Mythos und der Legende: Der gestiefelte Kater!


Ein nettes liebenswertes Spin-Off, ganz allein für den gestiefelten Kater, den man aus "Shrek" kennt. Niedlich gemacht mit vielen Anspielungen auf diverse Märchen und Filme. Der gestiefelte Kater ist nach wie vor eine tolle Figur. Er ist cool, vielleicht nicht so cool wie ein Rango, aber auf jeden Fall cool genug, um mit ihm eine Menge Spaß zu haben. So trägt er den Film von Gag zu Gag und von Actionszene zu Actionszene. Es gibt viele liebevolle Details und einige schöne Einfälle zu sehen, sodass am Ende nur die Story und die Figur des Humpty Dumpty als Wermutstropfen bleiben. Kurzweilige Unterhaltung ist aber auf jeden Fall garantiert und viel mehr wird wohl auch kaum jemand erwarten. In 3D ganz gut und nicht übertrieben nervig.

7/10

Montag, 25. Februar 2013

Get Smart (2008)

http://www.imdb.com/title/tt0425061/

In der Kinoversion muss sich CONTROL-Agent Maxwell Smart (Steve Carell) bei seinem gefährlichsten und wichtigsten Einsatz bewähren: Es gilt, das verruchte Verbrechersyndikat KAOS wieder einmal davon abzuhalten, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Zufällig handelt es sich dabei auch um Maxwells allerersten Einsatz.
Als das Hauptquartier der geheimen amerikanischen Spionage-Agentur CONTROL angegriffen und die Identität ihrer Agenten bekannt wird, muss der Chef wohl oder übel seinen ehrgeizigen Analytiker Maxwell Smart befördern: Smart träumt schon lange davon, sich neben dem unerschütterlichen Agenten-Superstar 23 (Dwayne Johnson) in der Praxis zu bewähren. Doch stattdessen wird er Partner der einzigen Agentin, deren Tarnung nicht aufgeflogen ist: der ebenso attraktiven wie tödlichen Agentin 99 (Anne Hathaway). Als Smart und 99 dem KAOS-Plan auf die Spur - und sich dabei näher - kommen, entdecken sie, wie der KAOS-Schlüsselagent Siegfried (Terence Stamp) und sein Sidekick Shtarker (Ken Davitian) mit ihrem Terror-Netzwerk ganz groß absahnen wollen. KAOS muss unter allen Umständen ausgeschaltet werden, doch dafür hat Smart weder genügend Zeit noch die nötige Erfahrung. Ihm bleibt nur ein bescheidenes Arsenal spionagetechnischer Innovationen - und sein unbeirrbarer Enthusiasmus.
 
Eine Agenten Komödie, die an sich gar nicht mal so schlecht ist. Steve Carell ist Smart. Maxwell Smart, und spielt diesen recht vorzüglich. Allein seine Art, ist ganz drollig. Aber auch Alan Arkin als Chef von CONTROL hat den einen oder anderen Lacher. Und die Gags sind sowieso sehr ausgewogen, manchmal plump, doch zum Kontrast auch sehr Leichtfüssig. So vergeht zwar ein wenig Zeit, ehe man warm wird mit der Handlung, doch letztlich ist die fast schon nur Zweitrangig. Zu den Darstellern gesellen sich auch 2 Wrestler, während Dwayne "The Rock" Johnson ja bekanntlich mehrere Filme schon abgedreht hat, ist auch Dalip Singh zu sehen, für Insider besser bekannt als "The Great Khali". Selbst Ken Davitian als KAOS-Chef-Komplize hat etwas von Danny de Vito irgendwie. Generell sind kleinere Rollen ganz brauchbar besetzt. In einer Minirolle ist sogar Bill Murray als Agent 13 zu bewundern. Kurz und schmerzlos der Auftritt, aber auch sehr sehr putzig. Das Agentenfilmgenre wird schön parodiert, bietet nette Gags, Explosionen, Verfolgungsjagden, "Liiieeeebe", unrealistische Handlungen, und allerlei Agentenspielzeuge, die bei falscher Anwendung auch schon mal fast ins Auge gehen könnten. Der Film hebt sich natürlich nicht enorm ab, aber wer Carell's Art mag, ist hier richtig, und bekommt auch eine bezaubernde Anne Hathaway präsentiert.

7,5/10

Savages (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1615065/

Oliver Stone greift schon gern mal kontroverse Themen auf. Manche seiner Filme führen sanft in die Handlung ein und gehen einen behutsamen Weg mit dem Zuschauer - andere Filme beginnen wie ein Paukenschlag; so auch “Savages”. Genauso abrupt wie die Sunnyboys Chon und Ben aus ihrem bequemen Leben gerissen werden, so wird auch der Zuschauer regelrecht vor den Kopf gestoßen. Es ist eine ungewöhnliche Mischung, die sich hier abspielt: Im Kontrast zu philosophisch angehauchten Weisheiten und der Freude am Marihuana-Konsum steht die Rohheit der Charaktere, die für ihr persönliches Ziel allesamt über Leichen gehen. Vor allem Salma Hayek als gefühlskalter Vamp und Benicio Del Toro als ihr Handlanger, der sadistischen Spaß an der Unterdrückung anderer hat, leisten dabei gute Arbeit und sind äußerst präsent in ihren Rollen. Stone setzt mehr denn je auf Action und Gewalt, lässt die Konflikte der Parteien dabei mehr und mehr hochkochen und eskalieren. Das ist zwar zumeist spannend und unterhaltsam, aber der tiefere Sinn des Spektakels bleibt einem verborgen - eben weil eine kritischere Auseinandersetzung damit weitestgehend fehlt. Somit bietet “Savages” keinen Lerneffekt, dafür können sich die bösen Buben der Handlung wie Del Toro, Hayek und John Travolta austoben und eindrucksvoll zeigen, mit welcher Grausamkeit die Menschen zu handeln in der Lage sind. „Savages" ist damit also nicht ganz der Film, der er hätte sein können, aber absolut sehenswert ist der stark inszenierte und besetzte Drogen-Thriller dennoch.

8/10

http://tinyurl.com/a6tb7ee

Sonntag, 24. Februar 2013

Per Un Pugno Di Dollari - A Fistful Of Dollars - Für eine Handvoll Dollar (1964)

http://www.imdb.com/title/tt0058461/

Eastwood, in diesem Film ein zynischer Revolverheld, lässt sich vom Rojo-Familienclan anheuern, um im Bandenkrieg gegen die Baxters, die die Stadt ebenfalls für sich beanspruchen, seine tödlichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. Doch der Mann ohne Namen hat seine eigenen Pläne - und beginnt, die rivalisierenden Clans gegeneinander auszuspielen. Sein Plan, dabei auch an das Gold der Rojos zu gelangen, wird jäh vom wahnsinnigen Ramón gestört - und bald stehen sich die Rojos und der Fremde in einem finalen Duell gegenüber...


Nun bin auch ich in den Genuss gekommen, zum ersten Mal "Für eine Handvoll Dollar" komplett ungeschnitten in der restaurierten Fassung mit der original Synchro von 1964 zu sehen. Die bearbeitete rekonstruierte Fassung ist ein Augen- und Ohrenschmaus. Die ursprünglich benutzte Kinosynchro hält sich 1:1 an das Originalskript. Dadurch sind alle klaumaukartigen Sprüche von Eastwood aus der 80er-Brandt-Synchro rausgefallen. Aus "Mach mal drei von Deinen Komoden einstiegsbereit!!!" wurde "Mach drei Särge fertig!!!" - Die Blu-ray von Universum Film bietet den Italo-Western erstmals in HighDef mit kräftigeren Farben und schärfer als je zuvor. Vor allem bei den Nachtaufnahmen ist das mehr als deutlich. Hier spielt hier Clint Eastwood zwei rivalisierende Banden gegeneinander aus. Nach dem Vorbild von "Die glorreichen Sieben" drehte Sergio Leone mit kleinem Budget und dem damals noch unbekannten Clint Eastwood als Hauptdarsteller in Spanien den Film der heute als Mutter des Spaghettiwesterns gilt. Weil damals die Testvorführungen entmutigend waren, versteckten einige der Filmemacher sich zunächst hinter Pseudonymen: Bob Robertson (Sergio Leone), Johnny Wels (Gian Maria Volonté), Jack Dalmas (Massimo Dallamano), Bob Quintle (Roberto Cinquini). Ohne irgendeine Werbung lief "Für eine Handvoll Dollar" in Florenz an – und wurde quasi über Nacht durch Kritiken und Mundpropaganda zu einem Überraschungserfolg.

Obwohl man den Sergio Leones Stil bereits in Ansätzen erkennt, hat "Für eine Handvoll Dollar" noch nicht ganz die Klasse von beispielsweis "Spiel mir das Lied vom Tod". Aber mit diesem seinem ersten Italowestern setzte Sergio Leone in der Filmgeschichte einen Meilenstein. Großartig!

9/10

http://tinyurl.com/aqqqbox

MacGruber (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1470023/

Es gibt nur einen amerikanischen Helden, der sowohl bei den Green Berets, den Navy Seals als auch bei den Army Rangers im Dienst stand. Nur einer wurde mit 16 Purple Hearts, 3 Ehrenmedaillen des Kongresses und 7 Tapferkeitsmedaillen des Präsidenten ausgezeichnet. Und nur einer ist Manns genug, immer noch einer Vokuhila zu tragen: MacGruber. Seit seine Verlobte vor zehn Jahren getötet wurde, hat der Spezialagent seinem alten Leben abgeschworen und sich von der Verbrechensbekämpfung mit bloßen Händen abgewandt. Doch als er erfährt, dass sein Land von einem nuklearen Gefechtskopf bedroht wird, der von seinem Erzfeind Dieter Von Cunth gestohlen wurde, muss MacGruber eingestehen, dass er der einzige ist, der zäh genug für diesen Job ist. Mit der Unterstützung von Lieutenant Dixon Piper und Vick St. Elmo heftet er sich an die Fersen des Bösewichts…

Gelungene MacGyver-Parodie, die außer dem Aussehen des Hauptdarstellers und wenigen Anspielungen eigentlich nichts mehr mit dem TV-Helden der 80ger Jahre zu tun hat. Allerdings beginnt der Film recht zäh, doch wenn dann die Mission startet steigt die Gagdichte ernorm an. Viele der Gags zünden weit unter der Gürtellinie, für meinen Geschmack schon beinahe etwas zu viel, aber gerade noch so im Rahmen, damit es witzig bleibt. Dabei ist MacGruber so herrlich doof, dass es Spaß acht, diesen Film zu sehen. Es gibt auch extrem viele Seitenhiebe auf alle möglichen Randgruppen, die aber geschickt platziert sind. Dabei folgt die Story typisch dem Schema F: erst wenn alles verloren scheint geht die Post erst richtig ab. Zum Glück übertreiben es die Macher nicht. Kann man wieder sehen. Gut.

7/10

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Donnerstag, 21. Februar 2013

Stitches: Bad Clown - Stitches: Böser Clown (2012)

http://www.imdb.com/title/tt2126362/

It’s a dirty job, but someone’s got to do it. Frei nach der Textzeile von Faith No More fristet Richard Grindle (Ross Noble) als Stitches ein eher klägliches Dasein als Partyclown auf Kindergeburtstagen, wo er sich dem Spott der Bälger ausgesetzt sieht. Als er bei einer dieser Gelegenheiten einen tragisch-trotteligen Abgang macht, ist das Gelächter groß. Doch wer zuletzt lacht… 6 Jahre später sind die Gören verzogene Teenager geworden und veranstalten eine wilde Party, als zu den Klängen von Cutting Crew Stitches zurückkehrt und nun seinen bösen Sinn für Humor diktiert. Und Stitches ist ein böser, böser Clown…

Eine wirklich abgedrehte Splatter-Teenie-Horror-Komödie die Spaß macht, ganz gut in Szene gesetzt ist und Einfallsreichtum bietet, was die Splatter und Gore Sequenzen betrifft. Ein paar Abstriche muss ich dennoch machen: der Streifen braucht einfach einige Zeit bis er wirklich in Fahrt kommt und manches zieht sich bisschen hin. Dabei sind einige Kills echt fies und gemein - und für katzenliebhaber ist er definitiv nicht zu empfehlen. "Stitches" nimmt sich aber glücklicherweise selbst nicht ernst und will es auch nicht sein, macht aber Laune und sorgt für spaßige Abwechslung. Ansonsten lebt der Film vom britischen Stand-Up Comedian und "Stitches"-Darsteller Ross Noble, der seine Sache wirklich gut macht!

6,5/10

Death Race 3: Inferno (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1988591/

In nicht allzu ferner Zukunft ist absolutes Highlight in der Bespaßung sensationshungriger Zuschauer das sogenannte Death Race. Hier treten in einem Rennen auf Leben und Tod verurteilte Schwerstverbrecher gegeneinander an. Wer aus dem rennen fünfmal als Sieger hervorgeht, dem wird die Freiheit geschenkt. Carl Lucas (Luke Goss) sind schon vier Siege gelungen, er kann die Freiheit also schon riechen. Just vor dem letzten Rennen wechselt der Zirkus den Besitzer. Und dieser hat seine ganz eigene Vorstellung von einer internationalen Show und möchte Lucas als Zugpferd auf keinen Fall verlieren…

Der dritte Teil der tödlichen Rennen und auch nicht zwingend besser oder schlechter als seine beiden Vorgänger. Ja, Teil 1 hatte mit Jason Statham als Frankenstein wesentlich mehr Flair und irgendwie auch mehr Klasse, aber auch Luke Goss macht seine Sache nicht schlecht. Wilde Stunts, ausufernde Splattereffekte, leicht bekleidete Grazien und eine oberflächliche Medienkritik machten schon 2008 Regisseur Andersons Remake von "Frankensteins Todesrennen" (1975) zum Kassenschlager. 

Dieses Mal pflügt der unter dem Namen Frankenstein bekannte Kamikazefahrer den Sand in der Kalahari-Wüste um - verfolgt von blutgierigen Gangstern in ihren Höllenfahrzeugen und überwacht von einem profitgierigen Medienmogul (Dougray Scott, bekannt aus "M:I-2" oder "Hitman"), der das in Benzin-getränkte Gemetzel als Livestream-Event vermarkten will. Kompromisslos und ohne das Actionrad neu zu erfinden, zündet der für trashige Fortsetzungen bekannte Regisseur Roel Reiné ein explosives Feuerwerk, das kaum mehr als eine Gehirnzelle erfordert. Der schwitzige Amazonenkampf zu Beginn des Films, die ausufernde Duschszene und die Bekleidungswahl der Beifahrerinnen appelliert dabei jedenfalls an ganz andere Regionen des Körpers...

6/10

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Dienstag, 19. Februar 2013

The Evil Dead - Tanz der Teufel (1981)

Tinker Tailor Soldier Spy - Dame, König, As, Spion (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1340800/?ref_=sr_1

Intelligenter, aber langsamer Spionage-Thriller mit Irrungen und Wirrungen, die nicht ganz eindeutig in eine bestimmte Richtung zeigen, sondern immer nur Stück für Stück des Puzzles zusammensetzen. Gar nicht mal schlecht. Tom Hardy hat mich mit seinem Spiel besonders positiv überrascht und benedict Cumberbatch ist auch immer sehenswert irgendwie. Der Mann hat einfach Charakter. Ingesamt ein guter Film.

6,5/10

http://tinyurl.com/azl5r9y

Sonntag, 17. Februar 2013

New Jack City (1991)

http://www.imdb.com/title/tt0102526/

Nino Brown (Wesley Snipes) und sein Kumpel Gee Money (Allen Payne) beteiligen sich in Harlem am florierenden Geschäft des Drogenhandels. Als sich die neue Droge Crack auf dem Markt ausbreitet, wittern sie ihre große Chance auf schellen Reichtum. Unter der Führung von Nino bauen sie eine Gang auf, die den Rauschgiftmarkt nach und nach an sich reißt. Mit brutaler Härte erobern die „Cash Money Brothers“ neue Gebiete und räumen Konkurrenten aus dem Weg. Ein Apartment-Komplex wird zur Machtzentrale ausgebaut, von der aus Nino sein neu entstandenes Imperium mit harter Hand führt. Doch Ninos Aufstieg bleibt nicht verborgen. Mit dem Mafiaboss Don Armeteo (John Aprea) macht sich Nino einen mächtigen Feind. Und auch die Polizei ist dem Drogenhändler auf den Fersen. Das Ermittlerduo, bestehend aus dem Schwarzen Scotty Aplleton (Ice T) und dem Weißen Nick Perretti (Judd Nelson), schleust den Junkie Pookie (Chris Rock) in die Organisation von Nino ein...

Wo illegal Geld gescheffelt wird, werden die Cops aktiv – zumindest die wenigen Unbestechlichen von ihnen. Die Zwei-Mann-Armee Scotty (Ice-T) und Peretts verschaffen sich unter Mithilfe des einstigen Junkies Pookie (Chris Rock) Zutritt zu dem hermetisch abgeschotteten Drogenimperium. Und dann gibt es da natürlich auch noch rivalisierende Mafiosi, die ebenfalls ein fettes Stück vom Kuchen abhaben wollen. Soundtrack im 90er-Style und ab und an korrekte Action, machen "New Jack City" zu einem gerade noch mittelmäßigen Streifen, aber keinesfalls mehr, da die Geschichte insgesamt doch recht dürftig erzählt wird. Wer den Film heutzutage erstmals in Augenschein nimmt, wird daher vermutlich eher enttäuscht sein; diejenigen, die "New Jack City" damals gesehen haben, als die Ghetto-Streifen angesagt waren, dürften vermutlich weiterhin Gefallen dran haben.

4,5/10

Samstag, 16. Februar 2013

SAW 3D: The Final Chapter (Kinofassung) (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1477076/

"SAW" goes 3D! Und dafür hat der berüchtigte Massenmörder Jigsaw (Tobin Bell) – selbstredend vor seinem frühen Versterben im dritten Serienteil – wieder besonders abartige Todesfallen ausgeheckt. Die wenigen Glücklichen, die die früheren Spielchen des mörderischen Moralapostels überlebt haben, haben sich in einer Selbsthilfe-Gruppe unter der Leitung des selbsternannten Gurus Bobby Ddagen (Sean Patrick Flanery) zusammengefunden. Doch damit setzen sie Jigsaws Maschinerie des Grauens nur einmal mehr in Bewegung... 

Im siebten und finalen Teil der Saw-Reihe erfährt der Zuschauer endlich, was mit Dr. Gordon (Cary Elwes) aus dem ersten "SAW" passiert ist. Damit der letzte Teil der Saga einen krönenden Abschluss beschehrt, wurden einige Saw spezifische Gewohnheiten durchbrochen: "SAW 3D – Vollendung" ist der erste Film der Reihe, der mehr als elf Millionen Dollar gekostet hat. Die siebzehn Millionen Dollar Budget sind dem aufwendigen 3D- Nachbearbeitungsverfahren geschuldet. Ebenfalls ein Novum ist, dass eine Folterszene außerhalb des Studiogeländes gedreht wurde. Auch in Punkto Gewalt setzt "AW 3D" neue Maßstäbe: Der Film musste ganze sieben Mal der us-amerikanischen Zensurbeörde vorgelegt werden, um ein R-Rating zu bekommen. Sonst wäre der Film mit einem NC-17 Rating bestraft worden, dass die Aussichten an der Kinokasse wohl etwas geschmälert hätte. Entgegen ihrer früheren Meinung ließen die Produzenten denn auch eine Folterszene drehen, die eigentlich für einen früheren "SAW" gedacht war, aber damals für zu grausam erachtet wurde.

So, der siebte und letzte Teil in 3D. Ein paar der Effekte sind ja - vor allem in 3D - echt fies. "The Horsepower"-Trap und "The Fishing Line"-Trap fand ich hier besonders gemein. Nichtsdestoweniger ist es gut so, das endlich ein Ende gefunden wurde. Viele der Handlungsfäden, die hier letztendlich zusammenlaufen, erscheinen zu sehr an den Haaren herbeigezogen und unrealistisch (wenn man so etwas bei einem Horrorfilm überhaupt sagen kann). Hier wurde mit dem Vorschlaghammer die Geschichte rundgeklopft, das merkt man schon. Trotzdem nett und vor allem sehr oft sehr schmerzhaft.

6,5
/10

Erschienen in einer streng limitierten Auflage von nur 2.500 Stück. Mit einem aus Metall und Leder bestehenden Originalnachbau der umgedrehten Bärenfalle im Maßstab 1:3. Inklusive der bisher unveröffentlichten Versionen von SAW III und SAW 3D!


The Godfather: Part III - Der Pate, Teil 3 (1990)

http://www.imdb.com/title/tt0099674/

Michael Corleone (Al Pacino) hat es satt: Nach Jahren dubioser Machenschaften will er endlich seine Geschäfte legalisieren. Seine Tochter Mary (Sofia Coppola) – Vorsitzende der Corleone-Stiftung – spendet der Kirche eine großzügige Summe, um armen Sizilianern zu helfen. Sein Sohn Anthony (Franc D’Ambrosio), von dem der Pate erwartete, dass er eines Tages seine Position einnehmen würde, weigert sich jedoch weiterhin, sich dem Willen Michaels zu beugen. Er will Opernsänger werden. Kay (Diane Keaton) unterstützt ihren Sohn in seinem Vorhaben, wodurch ihr Ex-Mann sich langsam Alternativen für seinen Nachfolger überlegt. Des Weiteren gibt es Probleme mit dem Neffen Vincent Mancini-Corleone (Andy Garcia), der ein genauso eigensinniger wie impulsiver junger Mann ist und sich mit dem Rest der Familie nicht gerade gut stellt. Michael versucht, sich um Vincent zu kümmern, um weitere Schwierigkeiten zu vermeiden. Doch Vincents Temperament ist nicht leicht im Zaum zu halten.

"Der Pate, teil 3" ist ein leicht schwächelnder Abschluss der Corleone-Familien-Saga aber trotzdem fügt sich der dritte und letzte Teil der Trilogie nahtlos in dieses Epos ein. Die Tragik dieser Familienchronik wird in Teil 3 sogar besonders deutlich, denn der Versuch Michaels, aus der Illegalität herauszukommen, scheitert kläglich. Die Sünden und Verbrechen der Vergangenheit kann er nicht vergessen machen oder sich von ihnen loskaufen. Je mehr er glaubt, Kontrolle über das aus der Kriminalität entstandene Imperium zu erlangen, desto tiefer holt ihn die Vergangenheit ein. Vergebung ist nicht käuflich. Der Preis, den er letztlich zahlen muss, hat nichts mit Geld zu tun, sondern mit dem, was er am meisten liebt - und sogar zu Beginn des Filmes stilisiert. Ist er Opfer seiner eigenen Taten, oder ist seine Tragik Ergebnis der Umstände, in die er hineingeboren wurde? Hätte er überhaupt anders handeln können, und wenn ja, wo lagen die Weichen, die er anders hätte stellen müssen? Über die Mafia-Geschichte und die spezifische Mentalität der sizilianischen Tradition, der er entstammt, hinaus verweist die Trilogie - auch in ihrem letzten Teil - auf Fragen, die über die Familienchronik der Corleones hinausführen. "Politik und Kriminalität sind ein und dasselbe", heißt es im Film. Wie wahr. 

Pacino ist einmal mehr großartig und lässt mit seinem grandiosen Schauspiel alle anderen hinter sich. Dass Robert Duvall nicht mit von der Partie war stößt leicht sauer auf. Alles in Allem ist "The Godfather: Part III" aber dennoch ein würdiger Abschluss dieser großartigen Trilogie. Natürlich nicht auf Augenhöhe mit den beiden Vorgängern, bisweilen holprig und überambitioniert, aber nichtsdestotrotz bringt er einen konsequenten Abschluss.

8/10

Freitag, 15. Februar 2013

Madagascar 3: Europe's Most Wanted 3D - Madagaskar 3: Flucht durch Europa 3D (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1277953/

Der Löwe Alex (Ben Stiller), das Zebra Marty (Chris Rock), die Giraffe Melman (David Schwimmer) und das Nilpferd Gloria (Jada Pinkett Smith) wollen wieder zurück in ihre wahre Heimat Big Apple New York, nachdem sie nach Afrika geflüchtet sind und dort einige Zeit verbracht haben. Im Vertrauen auf das technische Verständnis der Affen entwickeln die Freunde einen Plan, der dann gründlich schiefgeht und wegen dem sie in Monaco stranden. Dort treffen sie auf die Pinguine sowie den dreizehnten Lemurenkönig Julien (Sacha Baron Cohen) und sorgen zusammen in einem Casino in Monte Carlo für mächtig Aufregung. Vor der Großwildjägerin (Frances McDormand) auf der Flucht quer durch Europa, schließen sie sich zu Tarnungszwecken einem Wanderzirkus an, um heimlich wieder zurück in den Zoo New Yorks zu kommen. Angeführt vom ehrwürdigen Tiger Vitaly (Bryan Cranston), hat der auf Tierattraktionen fokussierte Zirkus allerdings schon bessere Tage erlebt. Nach ihrer Reise durch mehrere europäische Städte endet die Tour schließlich im Herzen der englischen Metropole London, wo die Crew zum letzten Mal ihr märchenhaftes Zirkuszelt aufschlägt. Alex, Marty, Gloria und Melman wollen, dass der letzte Auftritt etwas ganz Besonderes wird. Und so helfen sie Vitaly, dem Jaguar Gia (Jessica Chastain) und dem Seelöwen Stefano (Martin Short) dabei, ihre Leidenschaft für die Show wiederzuentdecken und erfinden eine völlig neue Art der Zirkusperfomance... 

Nachdem der zweite Teil durchaus ein paar Längen hatte, nimmt die Madagascar-Reihe mit ihrem Europa-Trip wieder wesentlich mehr Fahrt auf. Die Story ist rasanter, die Gagdichte höher, auch wenn viele Szenen nur einige Fans des Genres auffallen dürften. Dafür hatten die Macher hier wohl das Gefühl, auf alles noch einmal einen draufsetzen zu müssen. Dadurch wirkt einiges recht überdreht und beinahe schon zu abgefahren. In 3D besonders empfehlenswert, einige der Nummern im Zirkus bringen coole Popouts auf den Bildschirm. Solide.

7/10

The Godfather: Part II - Der Pate, Teil 2 (1974)

http://www.imdb.com/title/tt0071562/

Der zweite Teil konzentriert sich auf zwei verschiedene Handlungsstränge, wobei ein Schwerpunkt auf Michael Corleones (Al Pacino) Situation liegt; der andere Strang beschäftigt sich mit Vito Corleones (Robert De Niro) Vergangenheit. Diese wird in Rückblenden in den Film eingebunden und zeigt die Kindheit des Clangründers und wie dieser sich in den USA an die Machtspitze der Mafia hocharbeitet, um die Szene dann ganz zu beherrschen. Sein Sohn Michael ist Vitos Nachfolger und übernimmt dessen Position als Pate. Er versucht, sein Imperium auf die Spielcasinos in Havanna und Las Vegas auszuweiten, doch dies gestaltet sich als schwierig. Michael macht sich einige Feinde, muss sich vor einem Anschlag in Acht nehmen und wird selbst innerhalb der Familie geschnitten.

Nach dem grandiosen ersten Teil, gleich noch den nicht minder genialen zweiten Teil drangehängt. Es wird erzählt wie der "neue" Pate Michael Corleone die Macht des ererbten Mafia-Imperiums auszuweiten versucht. Michael Corleone ist kein brutaler Gewaltmensch, sondern ein liebevoller Familienvater, loyaler Freund und ebenso nachdenklicher wie entschlossener Geschäftsmann, der seine Widersacher gnadenlos aus dem Weg räumt. Er wird seinem vater aber zunehmend ähnlicher. Rückblenden führen chronologisch vor den Film "Der Pate" zurück und es wird in Erfahrung gebracht, wie Michaels Vater Vito von Sizilien nach Amerika auswanderte und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch Mut, Intelligenz und Verlässlichkeit ein Netz gegenseitiger Verpflichtungen aufbaute, wodurch er zum mächtigsten Mafia-Paten aufstieg. "Der Pate: Part II" ist eines der wenigen Beispiele einer Film-Fortsetzung, die mindestens ebenso gelungen ist wie der erste Teil. Ein grandioser Film, in dem vor allem auch die psychologischen Entwicklungen herausgestellt werden. Ebenfalls grandios!

9/10

The Godfather - Der Pate (1972)

http://www.imdb.com/title/tt0068646/

Don Vito Corleone (Marlon Brando) ist einer der mächtigsten Mafia-Bosse in New York City und Oberhaupt einer großen Familie: Sonny (James Caan), der älteste Sohn und ein schwer zu kontrollierender Heißsporn; Fredo (John Cazale) ist der Mittlere und eigentlich zu weich für das harte Tagesgeschäft der Mafia; Connie (Talia Shire), die einzige Tochter; Michael Corleone (Al Pacino) ist der jüngste Sohn und Liebling seines Vaters. Es ist dessen erklärter Wunsch, dass Michael aus den Machenschaften der Corleones herausgehalten wird; er soll ein bürgerliches Leben führen. Tom Hagen (Robert Duvall) ist Don Vitos Ziehsohn und Anwalt der Familie und wird später zum Consigliere, zum Berater gemacht. Michael diente im Zweiten Weltkrieg und besucht seine Familie anlässlich der Hochzeit seiner Schwester Connie mit Carlo (Gianni Russo) in Begleitung seiner Freundin Kay (Diane Keaton). Die Fröhlichkeit des Festes währt nicht lange, der boomende Handel mit Drogen wirft seine hässlichen Schatten voraus. Denn in Don Vitos Augen ist der Drogenhandel anders als Glücksspiel ein dreckiges Geschäft, und so lehnt er eine Zusammenarbeit mit dem Gangster Virgil ‘Der Türke’ Sollozzo (Al Lettieri) ab. Michael sieht sich genötigt, Farbe zu bekennen, und richtet in einem riskanten Coup seinerseits Sollozzo und den korrupten Captain McCluskey (Sterling Hayden) hin. Die Familie, die um sein Leben fürchtet, schickt Michael zu seinen Verwandten nach Italien. Kay bleibt in Unkenntnis in New York zurück. Der wieder genesene Don Vito ist um Frieden bemüht und nimmt dafür auch schweren Herzens den Tod seines Sohnes Sonny in Kauf, der in einen Hinterhalt gelockt erschossen wird. Michael entgeht selber nur knapp einem Bombenanschlag und kehrt nach Amerika zurück, wo er die Geschäfte seines Vaters übernimmt. Als dieser von einem Herzinfarkt hingerafft wird, ist für Michael der Weg frei, sämtliche seiner Widersacher aus dem Weg zu räumen. Den endgültigen Verlust seines Seelenheils nimmt er dabei billigend in Kauf, der einmal eingeschlagene Weg kann nicht mehr verlassen werden.

Die Mutter aller Mafiafilme und damals wie heute fasziniert und beeindruckt Francis Ford Coppolas packende und authentische Leinwandadaption nach Mario Puzos Romanvorlage. In unglaublich stimmungsvollen und detailgetreuen Bildern, mit sehr viel Feingefühl in der Charakterzeichnung schildert er eine Geschichte von epischer Bandbreite über moralische und menschliche Gegensätze, familiäre Tragödien, Machtübergabe und damit verbundene Generationskonflikte innerhalb einer Mafiafamilie. Nicht umsonst avancierte dieses Meisterwerk zum Prototyp eines ganzen Genres, dem Jahre später noch Filme wie "Casino" oder "American Gangster" folgen sollten. Die ungewöhnlich starke Bildsprache dieses Meisterwerks bleibt auch nun - gut 30 Jahre später - genauso eindrucksvoll erhalten und hat nichts von ihrer ergreifenden Intensität verloren. Gleichermaßen überzeugt auch Nino Rotas unverkennbare Musik, deren Klänge sich in den ausdrucksstarken Bildern wie der Geschmack eines guten Weines langsam entfalten. 

Überdurchschnittlich und unvergessen bleiben auch die schauspielerischen Leistungen von Hollywoodlegende Marlon Brando in der bedeutsamsten Rolle seines Lebens. Er spielt nicht Vito Corleone, er ist Vito Corleone. Marlon Brandos überragende und äußerst charismatische Performance steht naturgemäß über alle anderen schauspielerischen Leistungen. Die Figur des Mafiaoberhauptes Vito Corleone festigte den unsterblichen Mythos der Patenfilme. Sein Sohn Michael (Al Pacino), der Sympathisant und zentrale Charakter des Films möchte sich noch anfangs aus dem Familiengeschäft raushalten, entwickelt sich aber zusehends zu einem gewissenlosen kühl kalkulierenden Machtmenschen, der später auch nicht davor zurückschreckt, seinen eigenen Bruder zu töten. Pacino stellt in der Rolle des Michael einmal mehr sein schauspielerisches Genie unter Beweis und schafft mit seinem sehr zurückhaltenden Spiel eine beunruhigende Aura um seinen Charakter. James Caan als hitzköpfiger Sonny Corleone ist grandios und zeigt dem Zuschauer die kompromisslose und brutale Seite der Mafia. Der Film ist das unerreichte Meistwerk der Filmgeschichte: episch, fesselnd, mitreißend, tragisch, überwältigend - schlichtweg genial.

10/10

Donnerstag, 14. Februar 2013

[KINO] A Good Day To Die Hard - Ein guter Tag zum sterben (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1606378/

Weil sein entfremdeter Sohn Jack in Moskau hinter Gittern sitzt, reist US-Cop John McClane in die russische Metropole, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Doch bereits kurz nach der Ankunft kollidieren die Pläne des Vaters mit denen des Sohns, der tatsächlich für die CIA arbeitet und einen Geheimnisträger samt einer brisanten Akte außer Landes bringen soll. Nach anfänglichen Reibereien wächst das Vater-Sohn-Duo zusammen, zeigt den Gegnern, dass Widerstandsgeist und Zerstörungskompetenz in der Familie liegen. 

Der fünfte Teil um den nicht-sterben-wollenden Actionhelden John McClane sah im Trailer noch richtig gut aus: episch, kraftvoll, brachial. Davon ist im Film aber leider nicht mehr viel übrig geblieben. Man wird als Zuschauer gleich voll ins Geschehen geworfen, keine lange (aber nicht langweilige!) Vorbereitung auf das Hauptgeschehen wie noch in den ersten beiden Teilen, kein sich entwickelndes Spiel wie in Teil 3 und keine sich anbahnende Katastrophe wie in Teil 4. Wir sind also mitten in Moskau und mit der Rettung von Komarov beschäftigt, der das Versteck einer geheime Akte kennt, die den Politiker Alik zu Fall bringen soll. So weit, so gut. Dass aber McClane sr. ohne Rücksicht auf Verluste plötzlich auch vor Zivilisten nicht Halt macht, passt mir irgendwie nicht so recht in das Konzept des Polizisten. Die (wenigen) coolen Sprüche sind sicher witzig, aber so richtig will das "Die Hard"-Felling nicht aufkommen. Dabei sind die vielen Logiklöcher deutlich wahrnehmbar, ein Beispiel: von Moskau (Rußland) bis Tchernobyl (Ukraine) sind es mal eben lockere 1000 km, aber die beiden fahren die Strecke in einer Zeit, dass selbst Niki Lauda blass werden würde. 

Wenigstens die Action ist gut und auch gut platziert, aber man merkt dem Film seine Kürze schon an. Waren die anderen Die Hard-Teile alle um die 120 Minuten lang, so merkt man die 90 Minuten schon sehr - hier fehlt einfach ein wenig Ruhe, ein wenig mehr Story, ein wenig mehr Verzweiflung. Die Zeiten, wo Willis sich aus der Not heraus durch den Nakatomi Plaza kämpfen musste oder irgendwie Terroristen daran hindern musste Flugzeuge in den Boden zu rammen sind wohl entgültig vorbei. Das ist sehr schade. McClane jr. (Jai Courtney) macht seine Sache gut, stiehlt aber John ab und zu die Show. Auch das stößt mir sauer auf. Die - für mich - unerwartete Wendung im 2. Akt fand ich dabei gar nichtmal so schlecht. Wenigstens übertreiben es die Macher nicht zu sehr mit Action: McClane auf einer F-15 (in "Stirb langsam 4.0") war für viele wohl "ein Hauch" zu viel (ich fands cool). Und dann rettet McClane mal wieder die Welt - wer hätte das gedacht? - und dann kommt eine glückliche-Familie-Szene, die ich völlig deplatziert fand. Komisch. Mit viel Wohlwollen

6/10 


Die gesamte Collection gibt es in einer schicken Box im DigiPak, welche alle 5 Teile (und den 4. Teil sogar als Recut in HD), sowie eine exklusive Bonus-Disc mit Hintergrundinformationen zu allen Filmen und ein Begleitbuch beinhaltet.

Abraham Lincoln: Vampire Hunter 3D - Abraham Lincoln: Vampirjäger 3D (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1611224/

Als kleiner Junge musste Abraham Lincoln (Benjamin Walker) mitansehen, wie seine Mutter (Robin McLeavy) auf entsetzliche Art und Weise von mysteriösen Wesen brutal ermordet wurde. Das hat den Jungen schon früh abgehärtet und ihm auf seinem Weg durch den Krieg schlussendlich zur 16. Präsidentschaft der Vereinigten Staaten von Amerika verholfen. Seit seiner Kindheit schreibt er seine Erlebnisse in einem Tagebuch nieder. Darin offenbart er auch die schockierende Wahrheit, dass seine Mutter von Vampiren getötet wurde. Sein Vertrauter Henry Sturgess (Dominic Cooper) bringt dem politisch ambitionierten Schützling schließlich die effiziente Bekämpfung der Blutsauger bei. Über die Zeit wird Lincoln immer mehr bewusst, dass die Vampire planen, sein Heimatland in ihre Gewalt zu bringen. So wird aus dem einstigen Befreier der Sklaven ein geheimer Krieger gegen die Untoten - für das Land, das er führt, und die Menschen, die er liebt - und für sich, um Rache zu nehmen. 

Das Konzept ist ja immerhin witzig. Keiner - außer vielleicht der Regisseur Timur Bekmambetow - kommt bei einem der US-Präsidenten auf die Idee, dass dieser noch eine geheime dunkle Beschäftigung nach Feierabend hat. Dabei beginnt das alles noch recht harmlos, aber schnell wird klar, dass die angeborene Rechtschaffenheit Lincolns ihn zu Höerem berufen wird. Schließlich hatte der Regisseur auch schon bei "Wanted" erfolgreich eine hanebüchen-abgefahrene Geschichte mit überdrehten Action-Szenen kombiniert. Und genau da knüpft er nun mit "Abraham Lincoln: Vampirjäger" an: Neben drei begeisternden Actionsequenzen - teilweise in epischer Länge - beeindruckt vor allem, wie ernst und konsequent die absurde Ausgangsidee durchgezogen wird. Das bedeutet aber auch, dass der 3D-Actioner über weite Strecken humorfrei bleibt, ebenso fehlt im Mittelteil etwas der Schwung und die Hauptrolle ist nicht völlig ideal besetzt. Immerhin weiß ich jetzt, dass die fast komplette Armee der Südstaatler bei Gettysburg aus Vampiren bestand...

7/10

Hodejegerne - Headhunters (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1614989/

Heutzutage sind Headhunters gemeinhin solche, die im Auftrag von Unternehmen kluge Köpfe für deren Personalaufstockung suchen. Ein solcher Headhunter ist auch Roger Brown (Aksel Hennie) und ein besonders erfolgreicher noch dazu. Was jedoch niemand weiß: Seinen verschwenderischen Lebensstil finanziert sich Brown durch das Ausrauben seiner Klienten. Als er erfährt, dass sein neuester Fund, der kommende Geschäftsführer Clas Greve (Nikolaj Coster-Waldau) im Besitz eines verschollen geglaubten Rubens-Gemäldes sein soll, juckt es Brown mächtig in den Fingern. Doch was für ihn anfangs wie ein Routine-Einbruch anmutet, wächst sich nach einer überraschenden Wendung zu einer lebensbedrohlichen Situation aus: Der Headhunter wird selbst zum Gejagten.

Doppelbödiger und wendungsreicher Skandinavien-Thriller nach Jo Nesbøs Bestseller um einen Kunsträuber in Nadelstreifen, der plötzlich gnadenlos gehetzt wird. Wie rasch sich die schicke Welt erfolgreicher Alphamännchen in einen nackten Überlebenskampf verwandeln kann, demonstriert Regisseur Morten Tyldum der mit dem charismatischen Unsympath Roger Brown (Aksel "Max Manus" Hennie) einen gerissenen Businessman etabliert, der als topverdienender Headhunter wichtige Kunden vermittelt und anschließend ihre Kunstwerke raubt. Der 1,68 m große Kerl wertet mit Adrenalinkicks seine Partnerschaft heimlich auf, bis er in Clas ("Nachtwache"-Star Nikolaj Coster-Waldau) seinen Meister findet, als er ihn um einen verschollen geglaubten Rubens erleichtert - und dabei einen Schock erhält, der sein aufgeplustertes Ego zusammenschrumpfen lässt. Nun beginnt Schlag auf Schlag eine frappierende Demontage von Rogers Leben, ein actionreicher, sowohl blutig-harter Absturz mit hochwertigen Wendungen. Aber zunächst geht es ums nackte Überleben mit immer drastischeren Mordversuchen, bei denen ihn sein Gegner gnadenlos verfolgt, Kollateralschäden inklusive. Im Feld ist Roger dem Ex-Special-Forces-Killer Clas weit unterlegen, aber aus einer gezeichneten Gestalt wächst ein Held, der den unerbittlichen Kopfjäger nach und nach ausspielt. Der komplexe Film bringt mühelos Ehedrama, brachialen Actionthriller, cleveres Katz-und-Maus-Spiel, glaubhafte Hi-Tech sowie simple Survival-Tricks unter einen Hut. Mal sehen, wie lange es dauert, bis Hollywood ein Remake anberaumt...

8/10

Machine Gun Preacher (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1586752/

Verfilmung von Sam Childers' Biographie "Another Man's War: The True Story Of One Man's Battle To Save Children In The Sudan": Sam Childers (Gerard Butler) wuchs in familiär schwierigen Verhältnissen auf. Als drogensüchtiger und dealender Harley-Davidson-Biker kommt er wegen seiner kriminellen Machenschaften in den Knast. Als er aus dem Gefängnis entlassen wird, scheint im ersten Moment alles beim Alten zu sein. Doch schon bald offenbart ihm seine Frau Lynn (Michelle Monaghan), dass sie während seiner Abwesenheit den Glauben zu Gott gefunden hat und deswegen ihren Job als Stripperin aufgeben will. Nach anfänglicher Skepsis lässt sich Sam überreden, auch einmal in eine Kirche zu gehen und einem Gottesdienst beizuwohnen. Dort findet auch der raue Biker schnell zum Glauben. Im frisch religiösen Rausch geht der ehemalige Gangster nach Afrika, um im Sudan als Entwicklungshelfer zu arbeiten. Als er dort an die völkermordendem Milizen gerät, kommt ihm seine kriminelle Vergangenheit ganz gelegen, um sich gegen die brutalen Militärs zur Wehr zu setzen. 

Ein kleines Meisterwerk. Es ist schon ironisch das ein Amerikaner in einen Krieg zieht weil es ihm der liebe Gott befiehlt oder er Visionen darüber hat. Zum Glück bekommt der Film da zum Ende noch etwas die Kurve.

Gerald Butler spielt Childers überzeugend, allerdings täuscht dies nicht über das schwächelnde Drehbuch hinweg, gerade die ersten 30 Minuten wo die Wandlung vom bösen Junkie zum Gutmensch vollzogen wird erfolgt einfach viel zu schnell. Auch die vielzähligen Nebencharaktere werden zu schlecht beleuchtet. Was ist mit Childers bestem Freund, den gewonnen Freunden im Sudan usw. die liste ist lang. Selbst Sam's Familie verkommt zum nervigen Nebenschauplatz. Das hätte man besser lösen müssen. Auf die Aktualität der Story muss man nicht weiter eingehen, das sollte bekannt sein. Ein unschöner Film über einen vergessenen immer noch viel zu aktuellen Krieg der schnöde und unspektakulär das Grauen der dortigen Verhältnisse aufzeigt. Mit ein wenig mehr Laufzeit und einem besseren Drehbuch wäre da deutlich mehr drin gewesen aber aufgrund der ernsten Thematik auf jeden Fall sehenswert.

Natürlich wird in diesem Film sehr oft die Kirche thematisiert, dies nimmt aber glücklicherweise nicht überhand. Das Thema ist aktueller denn je. Es ist ein Film über das Gute im Menschen und das Bedürfnis zu helfen - in einem der gefährlichsten Kriegsgebiete unserer Welt. Ein tolles Portrait, ein sehr guter Film. Im Abspann sind Schwarz-Weiß-Bilder und Videos des wahren Sam Childers, seiner Frau und seiner Tochter sowie seines Waisenhauses im Südsudan zu sehen.

7/10

Hier gibt es mehr Informationen über den wahren Sam Childers: http://www.machinegunpreacher.org/

Mittwoch, 13. Februar 2013

The Hunter (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1703148/?ref_=sr_1

Martin David (Willem Dafoe) ist europäischer Söldner für besondere Aufträge. In Tasmanien soll er den womöglich letzten Tasmanischen Tiger finden, um diesen einem fragwürdigen Unternehmen für Biotechnologie zu überbringen. Während seiner schwierigen Mission gerät er nicht nur in einen allmählich eskalierenden Streit zwischen ortsansässigen Arbeitern und Naturschützern, sondern lernt bei der Mutter Lucy Armstrong (Frances O’Connor) und deren Kindern auch das Familienleben lieben. Der Film selbst schickt sich nicht an, seinen Hauptcharakter selbst viel erklären zu lassen, die Bilder sprechen für ihn. Während Martin seine einsamen Streifzüge ausführt, wächst mit jedem Aufenthalt in der Familie etwas Feinfühliges und Empfindsames in ihm. Dabei wird immer deutlicher, wie wunderbar sich hier Figur und Natur ergänzen. So entfaltet sich trotz gemächlichem Tempo ein spannender Prozess der Selbstfindung, der sich in den stimmigen Bildern entfaltet. Der Film bleibt rätselhaft, undurchsichtig wie die Wildnis, durch die sich Martin kämpft. Grandios.

8/10

http://tinyurl.com/abwhgx5

Maximum Conviction (2012)

http://www.imdb.com/title/tt2119474/

Als die beiden ehemaligen Black-Ops-Agenten Steele (Steven Seagal) und Manning (Steve Austin) den Auftrag bekommen ein Gefängnis still zu legen, müssen sie auch die Ankunft zweier weiblicher Gefangener beaufsichtigen. Doch hinter den beiden Frauen scheint mehr zu stecken, als es auf den ersten Blick scheint, denn plötzlich wird das Gefängnis von einer Gruppe bis an die Zähne bewaffneter Söldner angegriffen, die nach den beiden Ausschau halten. Während sie das Gefängnis vor der Söldnertruppe verteidigen, versuchen Steele und Manning herauszufinden, was es mit den Frauen wirklich auf sich hat. Bis Steele schließlich dahinter kommt, dass sie es hier mit etwas weitaus größerem zu tun haben, als sie sich vorstellen konnten.  

Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, Steven Seagal und Steve Austin zusammenzubringen, ist kein Depp. Davon profitieren nämlich beide. Story? Nicht der Rede wert! "Maximum Conviction" steht für ein Minimum an Hirn, doch echte Actionfans werden sich daran kaum stören. Was da schon negativer auffällt, ist die lahme Story, die zu dünn ist und der es vor allen Dingen an kreativen Ideen fehlt. Seagal und Austin sind aber gar nicht mal so schlecht als Duo, selbst wenn sie einzeln kaum überzeugen können. Ansonsten ist das zu belanglos gespielt, die Figurenzeichnung ist zu billig und echte Atmosphäre will auch kaum bis nicht aufkommen. Handwerklich ist das dennoch okay gemacht und ein paar Szenen wissen zu gefallen. Außerdem wird es nach einem schwachen Start kaum noch langweilig, denn Action gibt es genug und auch der Härtegrad geht in Ordnung. Das ist zwar spannungsfrei, aber eben doch kurzweilig.

6/10

Dienstag, 12. Februar 2013

Hot Shots! (1991)

http://www.imdb.com/title/tt0102059/

Die Vorbereitungen auf den geheimen Großeinsatz laufen beim Flugkommando ‘Schläfriges Wiesel’ auf Hochtouren. Hier dienen nur echte Kerle: angefangen mit dem flugunfähigen Möchtegern-Indianer 'Topper' Harley (Charly Sheen), über 'Fischauge', der sogar einem Maulwurf in Sachen Blindheit den Rang ablaufen würde, bis hin zum Mustersoldaten und intriganten Schleimbeutel Kent. Abgerundet wird das Bild der Truppe durch die schöne Psychologin Ramada, die abends gern singend übers Klavier rutscht, und dem vertrottelten Admiral Benson, der sein Hirn schon vor Jahren irgendwo zurückgelassen hat. Dummerweise ahnen der Admiral und seine Jungs nicht, dass ein fieser Rüstungsboss dem Verkauf seines neuen Jets nachhelfen will und deshalb an ihren Flugzeugen herumgebastelt hat. Aber er hat seine Rechnung ohne die ‘schläfrigen Wiesel’ gemacht.

Klamauk-Klassiker, der ganz hervorragend vor allem den Film "Top Gun" auf die Schippe nimmt! Und zudem der erste (und einzige) Film, in dem alle 3 "Two And A Half Men"-Schauspieler (Charlie Sheen - "Topper Harley"/"Charly Harper", Jon Cryer - "Jim 'Fischauge' Pfaffenbach"/"Alan Harper" & Ryan Stiles "'Mailman' Farnham"/"Dr. Herb Melnick") zusammen auftraten. Im Stil von "Die nackte Kanone" wird hier einfach alles gandenlos durch den Kakao gezogen - mit teilweise soviel Blödheit, dass es schon wieder Spaß macht, zuzusehen. Lloyd Bridges als Admiral Thomas 'Tug' Benson hat aber auch zu allem einen blöden Spruch beizutragen. Zum immer wieder lachen!

"Meine Lieblingsmütze! Beidrehen! Aufpicken!" - "Sir, wir sind im Einsatz!" - "Die Stelle braucht eine Markierung. Setzen Sie Rabinowitz in ein Boot und lassen Sie ihn im Kreis rudern, bis wir zurück sind." - "Das wird Tage dauern!" - "Ach dann werden Sie ihm ein paar eingelegte Gurken mitgeben, die von der letzten Fahrt. Muss ich denn an alles selbst denken? Ein paar Micky-Maus-Hefte noch dazu, dann ist der Mann glücklich!" - - "Sir, die eingelegten Guren sind uns ausgegangen." - "Die reinste Anarchie!"

Brüller!

8/10


Dazu gibt es bei unseren Nachbaren in Frankreich ein tolles Steelbook mit beiden Filmen in HD (und natürlich deutschem DTS 5.1-Ton):


Montag, 11. Februar 2013

Conan The Barbarian - Conan der Barbar (1982)

http://www.imdb.com/title/tt0082198/

12.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung: Irgendwo in den Weiten des Nordens überfallen fremde Krieger ein Dorf im friedlichen Lande Cimmerien. Angestachelt von ihrem grausamen Anführer Thulsa Doom (James Earl Jones) metzeln sie alle Männer und Frauen eiskalt nieder, während die Kinder als Sklaven verschleppt werden. 15 Jahre danach is bloß noch ein Zeuge des Massakers am Leben: Conan (Arnold Schwarzenegger), den all die Jahre nur ein Gedanke am Leben hielt: Blutige Rache! Als Conan unerwartet seine Freiheit wiedererlangt, macht er sich auf die Suche nach seinem Erzfeind. Dabei trifft er auf den Kämpfer Subotai und die schöne Diebin Valeria, die ihm fortan in allen Gefahren beistehen ...


In seiner Essenz steht der antagonistische Zweikampf zwischen Stahl und Fleisch. Schon früh wird Conan (in jungen Jahren und mit kindlicher Traurigkeit im Blick von Jorge Sanz verkörpert) von seinem Vater (William Smith) aufgetragen, das „Geheimnis des Stahls“ zu lüften – Ein Rätsel, dessen Auflösung oftmals einen ganzen Lebensweg in Anspruch nehmen kann. Und wer nun vermutet, John Milius und Oliver Stone hätten „Conan der Barbar“ als munteres Rätselraten inklusive spielerischer Abenteuerlust modelliert, der täuscht sich gewaltig. Die Antwort lauert im Subtext, sie wird nicht verbalisiert, sondern findet sich in der Konstruktion der szenischen Verknüpfung; von Akt zu Akt, von Prüfung zu Prüfung. Dazu aber später mehr, muss man „Conan der Barbar“ zu Anfang doch vorläufig für sein unglaublich authentischen Worldbuilding loben: Dass John Milius immer schon ein äußerst begabter Regisseur sowie Schreiberling gewesen ist, steht vollkommen außer Frage, sein Talent, den Zuschauer in für ihn fremde/neue Welten einzuführen, aber ist eine besondere Gabe seinerseits.

Nur wenige Bilder nach der Aufblende genügen "„Conan der Barbar“", um den Zuschauer klarzumachen: wer in diesen Tagen, als Atlantis im Meer versank und Leben und Tod oftmals nur eine Signatur der Gleichgültigkeit zeichnet, sein Dasein fristet, muss mit harter Brust gesegnet sein; muss den glänzenden, den robusten Stahl zu einer verwachsenen Erweiterung seines eigenen Körpers machen. Thulsa Doom (gespielt von James Earl Jones), Anführer eines unheimlichen Schlagenkults und abgestumpfter Mörder von Conans Mutter, ist der Auffassung, dass der Stahl prinzipiell dem Fleisch unterlegen sein wird: Um seine These zu belegen, lässt er einen von seinen Schergen rücksichtslos vor Conans Augen auf Befehl in den Tod springen. Und da haben wir den (eigentlich binären) Hauptkonflikt von "„Conan der Barbar“" - Conan gegen Thulsa Doom, getrieben aus Vergeltungsgelüsten; und Stahl gegen Fleisch, ein dem individuellen Glauben entsprungener Zwist. Ein schwellendes, pumpendes Abenteuer, kochend auf höchster Testosteronstufe, wird sich über knappe 129 Minuten entladen.

Man muss „"Conan der Barbar"“ als markiges Kind seiner Zeit zu nehmen wissen, wenngleich faschistoide Tendenzen auch innerhalb dieser Sichtweise noch mühelos zu erkennen sein dürften, aber gleichwohl in der zeitlichen Kontextualisierung gewertet werden müssen: Ein Mann liebt in dieser durch und durch primitiven Epoche nichts mehr, als das Todesröcheln seiner Gegner sowie den dazugehörigen Jubel der Weiber zu vernehmen. "„Conan der Barbar"“ ist noch Kino, das sich ob seines deftigen Stallgeruches stolz zeigt; das so durch und durch archaisch über den Bildschirm walzt, dass auch heute noch das sprießende Brusthaar zwangsläufig durch jeden noch so dicken Stoff bricht. An und für sich ist John Milius hier ein wirklich drückender Fantasy-Trash gelungen, der mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle seine ikonische Idealbesetzung gefunden hat. "Conan der Barbar" war neben "Terminator" der Durchbruch für Arnold Schwarzenegger. Zwar wurden seine Leistungen damals nicht bejubelt , aber er passte einfach irgendwie in die Rolle des grobschlächtigen, muskulösen Nordmannen. Die Inszenierung dieses Fantasystreifens ist gelungen: die Ausstattung ist meisterhaft und auch die Kamera liefert überzeugende Bilder. Etwas langatmig, aber dennoch immer am roten Faden entlang ahnt man schon von Anfang an, worauf das hinauslaufen wird, wurde doch dem Kind Conan schon prophezeit, was aus ihm werden kann, wenn er nur dem Weg des Stahls und seinem Gott Crom folgen wird. Epochal wird „Conan der Barbar“ aber erst durch Basils Poledouris grenzgeniale Komposition, die natürlich eine narrative Funktion besitzt und den legendären Schatten des Filmes weiter wirft, als es ihm eigentlich zugesteht. Deftig und stimmungsvoll.

8/10

Übrigens: obwohl Conan (Schwarzenegger) und Valeria (Bergman) viele gemeinsame Szenen haben, sagt er während des gesamten Films nur fünf Worte zu ihr: "Du bist keine Wache!" und "Nein". So kennen wir ihn.

The Grey (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1601913/

Nach einem schweren Flugzeugabsturz finden sich acht Arbeiter inmitten von unwirtlicher arktischer Widlnis wieder. Es beginnt ein knallharter Überlebenskampf, in dem eisige Kälte und hungrige Wölfe einen 10-kleine-Negerlein-Abzählreim aufsagen. "The Grey" ist ein düsterer und intensiver Survivalfilm. Mensch vs. Natur – bis zum bitteren Ende. Dass der jeweilige Trupp Überlebender nach und nach dezimiert wird ist von Anfang an klar. Trotzdem kann der Film seine Spannung halten und bis zuletzt beklemmende Unruhe erzeugen. Die Regeln des Survivalfilms werden bei „The Grey“ auch nicht unbedingt nicht neu geschrieben, aber immerhin auch nicht gebrochen. Klare Empfehlung!

7/10

http://tinyurl.com/a5zofpa

A Man Apart - Extreme Rage (2003)

http://www.imdb.com/title/tt0266465/

Sean Vetter (Vin Diesel) und sein Partner Demetrius Hicks (Larenz Tate) sind im Hexenkessel von Los Angeles aufgewachsen. Jetzt arbeiten beide für die Drug Enforcement Agency, kurz DEA. Seit sieben Jahren versuchen sie, den massiven Drogenstrom an der Grenze Mexicos einzudämmen. Weil sie in ihren Arbeitsmethoden nicht gerade zimperlich sind, gelten sie als "Revolverhelden". Doch bald zahlt sich ihre Hartnäckigkeit aus: Sie verhaften den berüchtigten Memo Lucero (Geno Silva), Boss des Baja-Kartells. Lucero landet in einem Hochsicherheitstrakt, und Vetter kann sich zu Hause bei seiner Frau Stacy (Jacqueline Obradors) ausruhen - sie bildet für ihn den Ausgleich zu seinem harten Job. Doch schon bald entbrennt der Kampf um Luceros Nachfolge im Baja-Kartell - dabei tut sich der undurchsichtige Diablo besonders brutal hervor. Als Vetter und Hicks alles daran setzen, den rabiaten und geheimnisvollen neuen Drogenlord zu identifizieren und dingfest zu machen, fühlt sich Diablo persönlich beleidigt: Er nimmt Vetter den einzigen Menschen, der seinem Leben Sinn gibt - Stacy...



"A Man Apart" ist ein Drogenthriller mit Vin Diesel. Erwähnenswert ist, dass Diesel hier gereift agiert und nicht die selbstverliebte One-Man-Army spielt wie bisher. Er ist verletzlich, und spielt verletzlich, dafür gibt es Pluspunkte. Die Actionsequenzen erinnern an die Gewaltexplosionen aus "Heat" oder "Miami Vice". Der Score von Anne Dodley ist cool, und hat die passenden R&B oder Heavy Metal-Nummern zu den Szenerien. Klar ist, dass Regisseur F. Gary Gray einen taffen Streifen machen wollte. Das ist ihm zwar irgendwie gelungen, aber statt sich der Regisseur entschlossen gibt das bietet, was nun erwartet wird, und zwar Coolness und atemlose Action, wird viel zu sehr um den heißen Brei herumgeredet - im wahrsten Sinne des Wortes. Dadurch opfert er einige Szenen zugunsten der Realität leider auf und das gibt Punktabzug. Da hat Vin Diesel mit einem mühseligen Charakter zu ringen und der Zuschauer mit einem sagenhaft ausgelatschten Plot um ein Drogenkartell und dessen ominösen Kopf. Bis dieser gradlinig zur Strecke gebracht wird, hält der Film phasenweise durch hartgesottene Machoattitüden und stilistisch überzeugend verpackte Gewalt bei Laune. Ist das wirklich interessant? Leider nicht.

4,5/10

Sonntag, 10. Februar 2013

復仇者之死 - Fuk Sau Che Chi Sei - Revenge: Sympathy For The Devil (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1778258/
 
In Hongkong treibt ein Serienkiller sein Unwesen. Sein Ziel: Polizisten und ihre schwangeren Frauen. Die Polizei versucht alles, um dem brutalen Mörder das Handwerk zu legen. In dem 23-jährigen Kit finden die ermittelnden Polizisten schnell einen potenziellen Tatverdächtigen, dem man unter Folter ein Geständnis zu entlocken versucht. Doch sie bekommen mehr als sie sich erhofft haben. Es offenbart sich die grausame Wahrheit, dass hinter den Morden ein durchdachter Racheplan steckt. Die Rache für die Vergewaltigung einer jungen und geistig behinderten Frau. Die Täter: Polizisten…

Ein sehr blutiger Thriller im Stil von "I Saw The Devil" oder "Dream Home". In Hongkong treibt ein Serienkiller sein Unwesen und sein Ziel sind Polizisten und ihre (teils hoch-)schwangeren Frauen. Die Polizei findet in dem 23-jährigen Kit schnell einen potenziellen Tatverdächtigen, dem man unter Folter ein Geständnis entlocken kann, doch sie bekommen mehr als sie sich erhofft haben, denn hinter den Morden steckt ein raffiniert ausgearbeiteter Racheplan. Zum Glück setzt der Film mehr auf Story als auf Gewaltspitzen und Schauwerte, die - wenn sie dann in Szene kommen - nicht gerade zimperlich präsentiert werden. Interessant und erwähnenswert ist, dass der Film in Kapitel unterteilt ist, die durch Texteinblendungen wie bei einem Buch hervorgehoben werden. Das gibt dem Gesamtpaket genau die richtige Würze, um auch spannend und bis zu einer gewissen Stelle unvorhersehbar zu bleiben. Der Film ist in Deutschland übrigens um 11 Minuten geschnitten, jedem interessierten Betrachter sei die ungeschnittene östereichische Fassung demnach ans Herz gelegt. Alles in allem ein sehr guter aber stellenweise auch schmerzhafter Thriller.

7,5/0


Von der österreichischen Firma DRAGON kommt die ungeschnittene Fassung in einem schicken und zugleich limitierten Mediabook:


Resident Evil: Damnation (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1753496/

US-Special-Agent Leon S. Kennedy schmuggelt sich in ein kleines osteuropäisches Land ein, um Gerüchten nachzugehen, nach denen bioorganische Waffen (BOW) im Krieg eingesetzt werden. Kurz nach seiner Infiltration ruft ihn die amerikanische Regierung zur sofortigen Rückkehr auf. Doch Leon will die Wahrheit wissen, ignoriert den Befehl und stürzt sich entschlossen in den Kampf, um weitere Tragödien durch die BOW zu verhindern.


Der zweite Teil der Resident-Evil-Animationsfilme. Was gleich positiv auffällt: die Animation ist bei Weitem nicht mehr so hölzern wie noch im Vorgänger. Selbst die Umgebung wirkt nun noch realistischer durch bessere Light&Shade-Ausnutzung. Die Story ist auch ein wenig ausgefeilter und die vielen nicht gerade blutarmen Szenen wesentlich besser in Szene gesetzt. Insgesamt bringt dieser Teil das Resident Evil-Feeling wesentlich besser rüber und auch die Mutanten/Monster sind für Resident Evil-Verhältnisse nicht so maßlos übertrieben. Offenbar hat man im Animationssektor dazu gelernt und legt nun mehr Wert auf das drumherum. Bei den zahlreichen Actionszenen sind gerade die (passend eingesetzten) SlowMo-Sequenzen gigantisch. Gut so.

7/10

Samstag, 9. Februar 2013

Residet Evil: Degeneration (2008)

http://www.imdb.com/title/tt1174954/

Sieben Jahre nach der Tragödie von Racoon City bringt ein Zombie-Angriff auf den Flughafen von Harvardville den Spezial-Agenten Leon S. Kennedy und die furchtlose Claire Redfield wieder zusammen. Doch dieser Vorfall ist nur der Anfang einer lebensgefährlichen Jagd nach dem Terroristen Curtis, der in Racoon City seine ganze Familie verloren hat und nun nach Rache sinnt. Nur wenige Eingeweihte wissen, dass bei WillPharma der G-Virus gelagert wird, der Menschen zu Monstern macht. Curtis schafft es, in die Hochsicherheitszone einzudringen und sich den Virus selbst zu injizieren. Können Claire und Leon den Amoklauf aufhalten, bevor sich die Geschichte wiederholt?

Bei den Resident Evil-Filmen wird ja schon gern mal "ein wenig" übertrieben, was die Mutanten und Monster (vor allem gegen Ende) angeht. Aber in diesem animiertem Filmchen wird das alles noch getoppt. Die Story an sich ist eines Resident Evil würdig und trotzdem verliert sich der recht brutale Film zunehmend in Klischeés und Vorhersehbarkeit. Man merkt auch quasi in jeder Actionszene (und davon gibt es viele), dass der Film aus Japan kommt. Die Animation reicht dabei von überwältigend (was zum Beispiel Explosionen und Brände, sowie Wassereinbrüche und Umgebungen angeht) bis gerade noch gut (was die noch recht steife Animation der Figuren an sich betrifft). Aber daran gewöhnt man sich schnell.
Insgesamt gar nicht mal so schlecht.

6,5/10

Forrest Gump (1991)

http://www.imdb.com/title/tt0109830/

"Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man kriegt." Diese Weisheit kann dem Leben von Forrest Gump nur ansatzweise gerecht werden. Auf den Bus wartend berichtet Forrest Gump (Tom Hanks) von seinem bewegten Leben als zunächst körperlich und, mit einem IQ von 75, geistig benachteiligter, von seinen Mitschülern gehänselter, Junge, der nicht nur den berühmten Hüftschwung von Elvis Presley erfindet, sondern auch ein berühmter Footballspieler, Ping Pong-Champion, Langstreckenläufer und gefeierter Kriegsheld wird. Neben seinen Begegnungen mit historischen Größen wie John F. Kennedy, John Lennon und Richard Nixon, deckt Forrest Gump unbedarft die Watergate-Affäre auf, zieht das Bubba Gump Shrimp-Imperium auf und wird mit der Investition in Apple-Aktien zum Millionär. Durch all seine Erlebnisse zieht sich die Liebe zu seiner besten Freundin Jenny (Robin Wright), die immer zu ihm gehalten hat, wie ein roter Faden. Dies ist der Tag, an dem Forrest Gump sie endlich wiedersehen wird...

Ich kann auch nicht mehr sagen, wie oft ich diesen genialen Film in meinem Leben schon gesehen habe. Und das ist einer der wenigen Filme, die man sich auch immer und immer wieder ansehen kann. Ich mag die Geschichte um die Figur Forrest Gump, die es trotz aller Widrigkeiten und Vorurteile schafft (teils auch mit einer gehörigen Portion Glück) etwas aus seinem Leben zu machen - und dabei alles sehr naiv zu betrachten - eben wie durch die Augen eines Kindes, mit einem Quentchen von erwachsenem Verständnis. 

Die Filmmmusik ist bei jeder einzelnen Szenerie passend und man freut sich immer wieder Ereignisse beinahe zufällig zu sehen, bei denen Forrerst mitgewirkt hat, ohne selbst zu wissen, was die spätere historische Bedeutung sei wird. Dazu zählen unter anderem der (von Forrest fälschlich als Ruhestörung gemeldete) Einbruch im Watergate-Gebäudekomplex, was Nixon zu Fall brachte oder der Hurricane Carmen, der die halbe Fischereiwirtschaft der USA lahmlegte und nur Forrest diesem entkam und dadurch in völliger Unwissenheit sein Imperium aufbaute oder ganz banale Dinge wie die Erfindung des Smileys. Das mag an einigen Stellen sehr überspitzt sein, für was dieser Mann verantwortlich gewesen sein soll, aber irgendwie passt es auch in die Geschichte und - da bin ich ehrlich - wenn es unterhält, von mir aus. 

 Wie auch immer, das Drama um seine ewig davonlaufende Freundin Jenny und Forrests Mutter binden die gesamte Geschichte wie Zement und dienen immer wieder als Ankerpunkt, was dem ganzen gleichsam einen romantischen als auch dramatischen Touch verleiht. Der Film hat etwas. Etwas, dass mich fesselt und je öfter man ihn sieht um so mehr Details entdeckt man im Hintergrund, auf laufenden Fernsehapparaten in Schaufenstern, in Zeitungsartikeln, die kurz eingeblendet werden. Vielleicht ist es auch diese Verliebtheit des Regisseurs, die dem Film das gewisse Etwas gibt. Toll.

9,5/10

Freitag, 8. Februar 2013

Predators (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1424381/

Eine aus allen Ländern der Welt zusammengewürfelte Truppe skrupelloser Elite-Soldaten und Killer wird im Dschungel eines unbekannten Planetens ausgesetzt. Keiner weiß, wie er dort gelandet ist, aber alle merken schnell, dass sie nicht zum Spass dort sind: blutrünstige außerirdische Predators machen die Jäger zu Gejagden und eliminieren einen menschlichen Eindringling nach dem anderen. Wollen sie überleben und den Planeten mit einem versteckten Raumschiff verlassen, muss die Gruppe um Royce (Adrien Brody), Edwin (Topher Grace), Noland (Laurence Fishburne) und Isabelle (Alice Braga) all ihr kriegerisches Geschick und Wissen aktivieren. Doch die außerirdischen Predators sind nicht die einzigen tödlichen Feinde…

Predators hat wahrlich nicht die einfachste Aufgabe gehabt in die Fußstapfen seines geradezu kultigen Vorgängers rund um Arnie und seine bis auf die Zähne bewaffneten Klein-Armee zu treten. Der dritte Teil vom überaus erfolgreichen Franchise ist gut. Nicht mehr nicht weniger. Der Film kann auf seiner adäquaten Länge gut unterhalten und bietet jede Menge Action, die nach dem altbekannten Schema vorgeht.

Das Szenario, in welches diese Soldaten, Söldner und Auftragskiller aus den verschiedensten kulturellen Ebenen hineingeworfen werden, ist durchaus spannend und man hat das Gefühl man könnte hierbei das nächste große Actionbrett geboten bekommen. Dieses Gefühl hält gefühlt die erste halbe Stunde, wobei es danach ärgerlicherweise nachlässt. Genau von dem Zeitpunkt an, wo sich der übermenschliche Gegner seinen menschlichen Opfern das erste Mal zu erkennen gibt, geht das Ganze ein wenig in der 08/15-Action-Schiene unter. Das liegt vor allem daran, weil man förmlich an einigen Stellen merkt, wie viel Potential doch verschenkt worden ist. Bestes Beispiel ist hier Laurence Fishburnes Charakter, welcher einen durchaus interessanten Hintergrund zu bieten hat (im Gegensatz zu den meisten anderen, die hier wirklich nur oberflächlich bleiben), welcher jedoch nicht sonderlich ausgeweitet wird. Hinzu kommt, das einiges an manchen Stellen recht konstruiert wirkt, so wie beispielsweise der Yakuza-Killer, welcher vor seinem großen Kampf noch schnell sein Jackett ablegen muss. Letzterer Punkt ist nur einer von vereinzelten Kleinigkeiten, die das Gesamtbild nicht ganz kaputt gemacht haben (da darf man mich nicht falsch verstehen), jedoch den Eindruck ein wenig trübten.

Adrian Brody spielt seine Rolle als Söldner überraschend überzeugend und man kann sich mit allen Charakteren auch irgendwie anfreunden. Insgesamt fehlt hier dennoch der gewisse Kick, der, wenn man es so nennen will, Charme des ursprünglichen Predators. Auch wenn der Bogen geschickt geschlagen wird und die alte Floskel "Der Feind meines Feindes ist mein Freund" wieder einmal mehr als deutlich betont wird, so bleibt "Predators" doch hinter dem grandiosen ersten Teil und dem sehr guten "Predator 2" zurück. Immerhin ist er deutlich besser als die "AvP"-Verfilmungen.

7,5/10


Im Rahmen der "Limited CINEDITION"-Reihe von FOX kam auch dieser Film in den Genuß der schicken Mediabook-Aufmachung mit Lenticular-Front, Sentitype und Booklet. Diese ist allerdings schon seit Ewigkeiten ausverkauft.