Freitag, 1. Februar 2013

The Cabin In The Woods (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1259521/

Die fünf Freunde Curt (Chris Hemsworth), Marty (Fran Kranz), Holden (Jesse Williams), Dana (Kristen Connolly) und Jules (Anna Hutchison) wollen zusammen Ferien in einer abgelegenen Hütte im Wald machen. Obwohl sie ein alter Mann beim Zwischenhalt an der Tankstelle vor einer in den Wäldern lauernden Gefahr warnt, beginnt der Urlaub für die jungen Leute recht unbeschwert. Doch die anfängliche Arglosigkeit ist schnell verschwunden, als sich die ungewöhnlichen Vorkommnisse zu häufen beginnen. Was die Gruppe nicht weiß: Die Hütte wird aus der Ferne von zwei Fremden (Richard Jenkins, Bradley Whitford) überwacht und diese spielen ein perfides Spiel mit den Urlaubern. Letztere erkennen allerdings viel zu spät die Aussichtslosigkeit ihrer Lage. Schnell verwandelt sich der anfängliche Urlaubstrip in einen Kampf ums nackte Überleben, bei der jede Handlung ihre letzte sein könnte. 

Wer kennt auch das Gefühl, nicht mehr überrascht werden zu können und nach nur 90 Minuten langsam realisiert, wie falsch man mit dieser Meinung lag? Ha - so ein Kandidat ist "The Cabin In The Woods".

Jedem sollte klar sein, dass heutzutage das Horror-Franchise nahezu ausgelutscht ist und es irgendwie und aktuell einfach keine neuen Ideen zu diesem Genre gibt. Es gab mal eine Zeit, da wurde der Zuschauerwir durch wahre Horrorikonen wie Freddy Krueger in seine Träumen verfolgt oder von dem spuckenden Teufelsmädchen Regan traumatisiert. Doch statt weitere Ideen auszugraben in den Tiefen der Fantasiegrube, hieß es für die Horrorfilm-Regisseure nur eins: Slasherhorror und sehr viel Blut, deren Hauptcharaktere meist eine Gruppe von Teenagern ist, die nacheinander dezimiert werden von einem geheimnisvollen Killer. So weit so gut bei "Scream", aber wenn man denselben Mist immer wiederholt, wird es irgendwann langweilig. Da helfen selbst die übertrieben oft genutzten Jumpscares nicht.


Zugegeben, auch dieser Film hier nutzt die meisten Horrorklischees, doch der Mann mit der Feder Joss Whedon und Regisseur Drew Goddard wussten das. Sie veralbern all diese Klischees in einem Film, bei dem man sich nicht sicher ist, ob es ein echter Horrorfilm ist oder eine Parodie. Man merkt bereits in den ersten Minuten, dass Joss Whedon die Dialoge geschrieben hat, denn sie verdienen es, Dialoge genannt zu werden. Es ist nicht dieses typische 08/15-Teeniehorror-Geschwätz, dass man sonst so gewöhnt ist. Die hiesige Teenie-Gruppe ist zwar die typischste Horrorfilmtruppe die man finden konnte, wie der große Schönling mit seiner sehr heißen Freundin, der Kluge, der Coole und die stinknormale Identifikationsfigur. Und doch läuft nicht alles nach Schema 'F' ab und mit Garantie wird hier jeder sein blaues Wunder erleben.

Zu Anfang ist der Film definitiv unheimlich, da dem Zuschauer noch nicht wirklich klar ist, was zum Teufel da gerade abläuft. Doch irgendwann wird einem klar, dass dies kein eigener Horrorfilm ist. Der Film ist eine riesige Schüssel voller köstlicher Horrorfilm(-und spiele)-Referenzen, die zu einem Film zusammengerührt worden sind. Da stört nicht einmal das ganze CGI. Im Gegenteil. Es passt zum verrückten Ton. Doch auch auf handgemacht Special Effects wurde nicht verzichtet; gerade die Masken sind phänomenal. Und wenn man dann einmal checkt, dass so viele Kreaturen in einem Film sind, dann weiß man, dass der Film sich nicht selbst Ernst nimmt. Und das ist einfach nur wunderbar.

Trotz vieler komischer Elemente ist der Film dennoch nichts für Kinder. Besonders im Finale fließen eimerweise Blut. Und wer beim blutigen (und dennoch urkomischen) Finale den Mund nicht zum Staunen weit aufgerissen hat, hat den Film nicht richtig erlebt. Der Film ist nicht nur ein Fest für Horrorfans, sondern für jedermann. Ein fantastisches, brutales, unseriöses, (un)klischeevolles, verrücktes, unheimliches und wahnsinniges Erlebnis, dass man unbedingt mit seinen Freunden um Mitternacht im Dunkeln mit viel Knabberzeug genießt. Großartig.

7/10