Donnerstag, 16. November 2017

Hounds Of Love (2016)

http://www.imdb.com/title/tt3896738/

Teenagerin Vicki Maloney (Ashleigh Cummings) ist im suburbanen Perth im Jahr 1987 gerade dabei, sich von ihren Eltern abzunabeln. Zwar meinen es Vater Trevor (Damian De Montemas) und Mutter Maggie (Susie Porter) gut mit ihr, doch zurzeit sind die beiden Parteien einfach inkompatibel. Als Vicki sich eines Nachts davonschleicht, um eine Party zu besuchen, fällt sie jedoch dem Ehepaar White in die Hände. John (Stephen Curry) und Evelyn (Emma Booth) haben inzwischen eine perfide Routine entwickelt, wenn es darum geht, Menschen zu entführen, zu foltern und zu töten. Als ihr nächstes Opfer haben sie Vicki auserkoren. Die merkt jedoch bald, dass sie möglicherweise noch eine Chance hat, lebend aus der ausweglos scheinenden Situation zu entkommen - denn die Beziehung der Whites steht auf wackligen Beinen und Vicki glaubt zu erkennen, wo sie ansetzen muss, um einen Keil zwischen Emily und John zu treiben...

Wann wird ein Horrorfilm oder Psychothriller wirklich beängstigend oder ernsthaft beklemmend? Richtig: wenn er dem Zuschauer das Gefühl vermitteln kann, dass er seine dargebotenen Abscheulichkeiten keine Fiktion sind. Dass diese genau so passiert sind, es jederzeit werden könnten oder irgendwo auf der Welt gerade jetzt stattfinden. Und womöglich erst an Tageslicht kommen, wenn es längst zu spät es. Für die unmittelbar Beteiligten in jedem Fall. So ein unangenehmer Streifen ist auch "Hounds Of Love", das Spielfilmdebüt des 1982 geborenen Regisseurs und Drehbuchautors Ben Young. Ein Serienkiller-Schauerstück aus dem White-Trash-Milieu, das sich nahtlos in die Reihe der äußerst sehenswerten, australischen Genre-Filme dieser Gattung der letzten Jahre einreiht (u.a. "Die Morde von Snowtown"). Der Film basiert auf den Morden des australischen Ehepaars David und Katherine Birnie.

Ben Young überrascht mit einer stilistisch einwandfreien Inszenierung, deren ästhetische Gewandtheit (speziell die eindringliche und dumpf pochende Soundkulisse ist exzellent) und das Gefühl für unnachgiebige, konsequent-zermürbende Schonungslosigkeit weit über das übliche Maß von B-Movie-Futter hinausgeht. Reißerisch wird "Hounds Of Love" nie, bedient keine voyeuristische oder sadistische Bedürfnisbefriedigung, obgleich er sein Publikum nicht schont oder in irgendeiner Form gewillt ist, seine Geschehnisse zu verharmlosen, was natürlich auch absolut unangebracht wäre. Das Martyrium der entführten Schülerin geht tief unter die Haut, ergötzt sich aber nicht an explizit zur Schau gestellten Gräueltaten. Was er bereit ist zu zeigen reicht schon vollkommen aus, um die gesamte Grausamkeit, Hoffnungslosigkeit und das besonders ekelhafte Gefühl des Ausgeliefertseins in jeder quälenden Minute unbequem auf den Punkt zu bringen. Damit wäre der Film schon definitiv ordentlich als schlichter Genre-Beitrag, aber Ben Young ist es eben nicht daran gelegen, nur so etwas zu machen.

Vielmehr ist "Hounds Of Love" ein abgründiges Psychodrama, das Platz für mehr als eine Opferrolle bereitstellt. Schon früh kristallisiert sich heraus, dass hier der "Spaß" eher einseitiger Natur ist, während die andere Hälfte selbst in einem Abhängigkeitsverhältnis steht. Eigentlich ist die Mittäterin nicht mehr als ein perfides, aufgrund seiner Wehrlosigkeit und emotionalen Fragilität herangezüchtete Langzeit-Opfer, dem lediglich eine besondere Stellung zu Teil wird. Gefangen auf Lebenszeit, anstatt nach Gebrauch im Wald verscharrt. Offensichtlich, dennoch nicht ungeschickt arbeitet sich "Hounds Of Love" durch diese brutale Prämisse, ist dabei mitunter, aufgrund der Klarheit etwas zu geduldig, dafür wahnsinnig intensiv, mit dem Mut zur inneren und äußeren Hässlichkeit hingebungsvoll gespielt. Verblüfft nicht unbedingt durch das Was, überzeugt dafür extrem durch das Wie. Markant inszeniert, von knüppelharter Kompromisslosigkeit in Schlüsselmomenten und generell ein echter Downer aus Down Under, der für weitere Arbeiten dieses mutmaßlich sehr talentierten, noch relativ jungen Filmemachers erhöhte Aufmerksamkeit generieren sollte. Ein echt starkes Debüt.

7/10

Von INDEED FILM erschien der Film im "2 Disc Limited Uncut Mediabook".

Cutthroat Island - Die Piratenbraut (1995)

http://www.imdb.com/title/tt0112760/

Die Freibeuterin Morgan Adams (Geena Davis) und ihre Begleiter liefern sich einen Wettlauf mit dem Piratenkapitän Douglas „Dawg“ Brown (Frank Langella), dem Mann, der ihren Vater 'Black Harry' (Harris Yulin) auf dem Gewissen hat und gleichzeitig ihr Onkel ist. Das Ziel: die Insel Cutthroat Island, auf der ein sagenhafter Schatz liegen soll. Das Problem ist, dass zwar die Insel als Versteck des Goldvermögens bekannt ist, aber der genaue Standort auf dem Eiland wird durch mehrere Karten gekennzeichnet. Morgan Adams besitzt zunächst nur eine der drei Karten. Sie setzt natürlich alles daran, um die übrigen Teile ebenfalls in ihren Besitz zu bekommen. Brown, der auch ein Kartenstück sein eigen nennt verfolgt das gleiche Ziel. Mit Raffinesse und Kampfgeist liefern sich Morgan und Brown ein Duell um den Reichtum. Dabei sind sie aber auch nicht ganz alleine....

Knapp 10 Jahre zu früh kam diese Großproduktion in die Kinos und floppte gnadenlos. Doch Regisseur Renny Harlins fast schon klassischer Piratenfilm ist nicht so schlecht, wie er vielerorts gemacht wird. Der Streifen beweist in seinen 124 Minuten Laufzeit durchaus großen Unterhaltungswert, angenehme Schauspieler, handgemachte Action und eine solide Abenteuer-Story. Zudem besitzt er wohl den beeindruckensten Score von Komponist John Debney, der je von ihm geschrieben wurde. Auch die weitgehend unbekannte Schauspieler machen ihre Sache gut. Geena Davis mit ihrem breiten Grinsen und ihren süßen Sommersprossen. Frank Langella, der keine großartige Maske benötigt, um wirklich bösartig zu wirken, Matthew Modine, der als jugendlicher Held überzeugend wirkt und seine Rolle als Intellektueller mühelos verkörpert. Das kleine Äffchen sorgt immer wieder für Schmunzler oder Lacher - die Tierdressur hat in diesem Fall ganze Arbeit geleistet und auch die Muränen werden effektvoll eingesetzt und sorgen auch ohne großartige CGI für angenehmes Schaudern. Die Dialoge haben Witz, der tolpatschige Leutnant Trotter und sein blass geschminkter Chef sind Rollenvorbilder, wie sie sich später im Kassenknüller "Fluch der Karibik" ähnlich wieder finden. Und die zeitgemäß männerfeindlichen Gags, verkörpert von einer auch im wirklichen Leben sehr smarten und für die Frauenrechte eintretenden Hauptdarstellerin sind ein kleines Extra.

Brachiale Schlägereien, geschickt inszenierte Stunts, grandiose Außenaufnahmen, die Kostümabteilung leistet ganze Arbeit (auch wenn teilweise die Anschlüsse der Hauptdarsteller nicht stimmen, die in sauberen Hosen an der Insel angespült werden oder scheinbar einen Schrankkoffer voller Kleidung mit auf die Schatzinsel nehmen). Und nach der dritten Wiederholung fällt auch auf, dass die Filmkulissen ausnahmslos in gewaltigen Explosionen zerlegt werden, damit man die dort investierten Produktionskosten auch in Flammen aufgehen sieht. "Cutthroat Island" könnte man demnach auch als "Guilty Pleasure" bezeichnen, denn die benötigten Zutaten hat der Film auf jeden Fall. Trotzdem muss man sagen, dass es Harlin damals nur gut gemeint hat, als er dieses längst verschwundene Genre wieder in Gang bringen wollte. Denn dieser Film ist mehr Piratenfilm als die gesamte "Fluch der Karibik"-Reihe. Es ist irgendwie etwas schade, dass erst eine großangelegte Disney-Attraktion dieses tolle Genre erst wiederbelebte. "Cutthroat Island" ist also durchaus einen Besuch wert. Handgemachtes und richtig schön altmodisches Abenteuerkino, im Gewand eines 90er Jahre Blockbusters. Dass das Publikum zu dieser Zeit einfach vollkommen uninteressiert an dem Gerne des Piratenfilms war, könnte man als "schlechtes Timing" bezeichnen, welches dem Film (und dem Studio) den Rest gab.

7,5/10

"Die Piratenbraut" ging als gigantischer finanzieller Misserfolg in die Kinogeschichte ein. Eine Zeit lang galt er laut Guinness-Buch der Rekorde als größter kommerzieller Flop des Filmgeschäfts. Bei geschätzten Produktionskosten von etwa 115 Millionen US-Dollar spielte der Streifen mit knapp 10 Millionen US-Dollar nur ungefähr zehn Prozent der Ausgaben ein. Diese Pleite war gleichzeitig der Anfang vom Ende des Produktionsunternehmens Carolco Pictures, das viele erfolgreiche Streifen wie "Red Heat", "Terminator 2: Judgment Day" oder "Total Recall - Die totale Erinnerung" in Auftrag gegeben hatte. Durch den Flop mit "Die Piratenbraut" ging Carolco in Insolvenz.

Von STUDIOCANAL erschien der Film nun weltweit erstmalig in HD im limitierten Mediabook.

The Texas Chainsaw Massacre 2 (1986)

http://www.imdb.com/title/tt0092076/

Seit einem Jahrzehnt versucht Texas Ranger Lefty Enright den grausamen Mord an seiner Familie durch die "legendäre" Sawyer-Familie zu rächen. Die Radiomoderatorin Vantia Block wird am Telefon Zeugin, wie zwei Jugendliche, die sie angerufen haben, getötet werden. Lieutenant Enright, dessen Neffen vor zehn Jahren von dem wahnsinnigen Kettensägenmörder getötet wurden, sieht in diesem Fall einen Zusammenhang mit den Geschehnissen von damals, und bittet die Techniker, den mitgeschnittenen Anruf auszusrahlen. Keine gute Idee, denn dadurch wird der Killer angelockt - und begibt sich geradewegs zum Sender, wo er alle, die Zeugen des Anrufs waren, mit seiner Kettensäge behandeln will. Bald finden sich alle in der Metzgerei der Sawyers wieder. Dort beginnt eine Schlacht von epischem Ausmaß...

Starke Fortsetzung, die zwar nicht an den unumstritten großartigen Erstling heranreicht, aber den Mut aufbringt, den nicht nur unter ökonomischen Gesichtspunkten herausragend verwirklichten Erstling stilistisch in das komplette Gegenteil zu verkehren. Es ist (bis heute) eine extrem gewagte Fortsetzung von Regisseur Tobe Hooper, denn statt subtilem Psychoterror wird gemetzelt, und zwar auf unvergleichlich grenzdebile Art und Weise. Bereits der Opener auf der Brücke ist legendär, zwar unglaublich sinnfrei aber einfach toll gemacht. Was an "Blutgericht in Texas", diesem schroffen, so vielseitigen Blick in eine verstörende Americana-Finsternis, alles brillant war, muss an dieser Stelle nicht weiter erläutert werden, gerade weil es der freidrehende Nachfolger auch von vornherein untersagt, den zwanghaften Vergleich zu forcieren – und in diesem Punkt sollte man ihm, gerade für das Ausreizen der immersiven Wirkung, unbedingt seine Aufmerksamkeit schenken.

"Texas Chainsaw Massacre 2" ist ein irrsinniger, ein in schmuddeligem braun gehaltener Exzess, der in diesem gewagten Eigensinn nur dem feurigen Canon-Köcher entsprungen sein kann.  Nicht nur, dass "Texas Chainsaw Massacre 2" den Aspekt um die aus der gesellschaftlichen Mitte verstoßenen Familie noch viel extremer ins Satirische überhöht, Tobe Hooper setzt sich auch ganz explizit mit der in der nationalen Identität Amerikas verwurzelten Leidenschaft für abtrünnige Gewalt auseinander. Dieses Muster setzt sich über die gesamte Laufzeit fort, der Film wirkt zeitweise wie eine Parodie auf das Original. Fans des ersten Teils seien also gewarnt, hier besteht durchaus auch Hassfilm-Potenzial. Verdrängung und Faszination bilden hier ein reziprokes Verhältnis und synchronisieren sich in ihrer Parallelität immer dort, wo das eine das andere auszuhebeln scheint. Vielmehr fördert die Angst eine neue Dimension der entarteten Lust empor. Gewalt ist ein ansteckender Akt, einmal mit ihr in Kontakt geraten, befällt sie die Seele wie ein dunkler Schatten. Und Leatherface ist die tragische Figur im grellen Geschehen, die sich nur nach fleischlicher Liebe verzehrt und doch nur töten kann. Im Rattern der ewigen Kettensägenmassaker finden urmenschliche Sehnsüchte ihren pervertierten Abglanz.

7/10

Von TURBINE Medien kommt der Film als deutsche Erstauflage ungeschnitten und unzensiert im auf 5.000 Stück limitierten DigiPak auf BD in HighDefintion. 

Mittwoch, 15. November 2017

[KINO] Justice League 3D (2017)

http://www.imdb.com/title/tt0974015/

Bruce Wayne (Ben Affleck) alias Batman hat wieder Vertrauen in die Menschheit – auch dank Superman (Henry Cavill), der im Kampf gegen das Monster Doomsday wahre Selbstlosigkeit bewies und sich opferte. Als sich das mächtige außerweltliche Wesen Steppenwolf (Ciarán Hinds) mit einer Armee Paradämonen anschickt, die Erde zu überfallen, wendet sich Batman an Diana Prince (Gal Gadot), besser bekannt unter dem Namen Wonder Woman, die gegen Doomsday eindrucksvoll zeigte, was sie kann. Gemeinsam rekrutieren sie ein Team von Superhelden, bestehend aus den Metamenschen, auf die die beiden bereits aufmerksam geworden sind: Aquaman (Jason Momoa), Cyborg (Ray Fisher) und The Flash (Ezra Miller) verbünden sich mit Batman und Wonder Woman, aber der Angriff auf die Erde scheint dennoch nicht mehr zu verhindern sein...

Gut ein Jahr ist es her, da kam mit "Batman v Superman" ein langerwartetes Treffen zweier Helden-Giganten in die Lichtspielhäuser. Batman traf auf Superman. Lange wurde auf dieses Treffen gewartet, legt es doch den Grundstein für die hiesige "Justice League", viel wurde spekuliert, die großartigen Trailer versprachen gigantisch viel. Umso enttäuschter waren die Fans, denn die Kinofassung lies vieles vermissen, was die Story hätte zumindest rund wirken lassen. Vom enttäuschenden Handshake ("Martha") beider Helden mal abgesehen, denn das war so unglaubwürdig wie nie zuvor, war auch das Storytelling extremst holprig und in Bezug auf Kontinuität und Abholen der Zuschauer wurde kaum bis gleich gar keinen Wert mehr gelegt. Sicher, das alles war überaus opulent und gewaltig inszeniert, aber es reichte eben nicht aus, um das Aufeinandertreffen der beiden Figuren zu einem Meilenstein der Superheldenfilmgeschichte zu machen. Und so wurde "Batman v Superman" somit das neue Symbol für alles, was in einem Hollywood-Comicfilm-Spektakel schief gehen konnte. Der Film war schwerfällig und aufgeblasen, seine Logik passte nicht, er hatte einen Batman, dessen heiserer Glitzer ihn zu keinem Ersatz für andere (bessere) Batmans machte; er hatte einen Bösewicht, der ein einziges Klischee war - und mehr noch, denn es sickerte eine Art ernsthafter überreifer "Dunkelheit" durch, die zwar beabsichtigt war um Integrität herzustellen, aber tatsächlich zu bitter herüber gebracht wurde. Der finale Todesstoß für das Studio war dann noch, dass der Film an der Kinokasse unterdurchschnittliche Ergebnisse einbrachte.

Nun ging es mit "Wonder Woman", der lang erwarteten Origin-Story um Diana Prince, ein Stück bergauf und DC, obwohl noch längst nicht auf dem unterhaltsamen Niveau eines MARVEL-Films angekommen, machte bei den Fans etwas Boden gut. Nun sollte trotzdem angemerkt werden, dass sämtlicher Spott teilweise auch übertrieben war. "Batman v Superman" machte in der "Extended Version" ebenfalls einige Fehler der Kinofassung wett, und war effektiv kein schlechter Film. Selbiges gilt übrigens für den eigentlich lausigen "Suicide Squad", der aber immerhin den Kinoaugust 2016 gerettet hat. Okay, genug gemeckert, kommen wir zum neuesten Streich aus dem Hause DC, kommen wir zu "Justice League".


Superheldenfilme sollen ja allen voran einfach nur eines: liefern. Liefern, was der Fan erwartet. Das kann man nun von "Justice League" leider nicht zu voller Gänze behaupten. Nach einem Vier-Film-Aufbau, der vor vier Jahren mit "Man Of Steel" begann, sollte sich die "Justice League" wie ein Höhepunkt anfühlen, mit Batman und Wonder Woman, die neue Helden rekrutieren und ebenfalls Superman zurückbringt, um eine neue außerirdische Invasion abzuwehren. So wie es die "Avengers" 2012 für MARVEL getan haben. Und der Film liefert auch das, nur leider wieder zu überhastet, zu schnell, ohne wirklichen charakterlichen Heldenbezug (bis auf die drei üblichen Verdächtigen) und mit nur wenig elementarer Erkenntnis für nicht-eingefleischte DCU-Kenner.

"Justice League", so hat man das Gefühl, wurde in jedem einzelnen Frame konzipiert, um die Sünden von "Batman v Superman" zu korrigieren. Es ist nicht nur eine Fortsetzung - es ist irgendwie ein Akt der Franchise-Buße. Der Film, der ein halbes Dutzend Comic-Unsterbliche zusammenfasst und sie auf einen gemeinsamen Weg bringt, ist in seinem Aufbau auch niemals unordentlich oder richtig bombastisch. Es ist leicht und sauber und einfach (manchmal fast zu einfach), mit teilweise schon witziger Schlagfertigkeit und guten Kampfduellen, die dieses Mal auch nicht überbordern und zu lange dauern. Der Bösewicht ist wieder ein strenger CGI-Krieger aus dem Mittelalter (Motion-gecaptured von Ciarán Hinds), der 'Steppenwolf' heißt. Er hatte 1972 seinen ersten Auftritt in den DC-Comics, hätte sich aber auch, so klischeehaft und motivationslos er erneut gezeichnet wurde, auch über Nacht von einem x-beliebigen Drehbuchautoren hätte erfinden lassen können. Ein Problem, welches nicht nur DC hat, dasselbe Problem hat MARVEL - sie verpacken es nur etwa besser. Zudem hat "Justice League" auch einige Logiklöcher inne, die teilweise so peinlich und gleichzeitig groß sind, dass man meint, es wäre gewollt.

Zack Snyder führte erneut Regie, musste sich aber aus privaten Gründen (im März nach dem tragischen Selbstmord seiner Tochter) von dem Projekt verabschieden. Ungefähr 4/5 des Drehs waren zu dem Zeitpunkt abgeschlossen und der Postproduktionsprozess (einschließlich des restlichen Drehs) wurde von Joss Whedon beaufsichtigt - eine perfekte Wahl, obwohl es kaum ironischer hätte sein können, war Whedon doch mit "The Avengers" ein direkter Konkurrent. "Justice League" ist dahingehend so nahtlos, dass es schwer ist zu sagen, wo der eine Filmemacher aufhört und der andere beginnt. Aber der Film schmeichelt dann doch mehr Whedon als Snyder, dessen Pop-Grandiosität radikal heruntergespielt wird. Jeder Moment fühlt sich so an, als sei er zum Vergnügen des Zuschauers geschrieben worden. Als ein Produkt ist "Justice League" damit schon mal besser als "Batman v Superman", aber dennoch fühlt er sich generisch an. Es gibt kaum eine Szene darin, die man so noch nie gesehen hat. An einer Stelle fühlt man sich sogar an die "Herr der Ringe"-Trilogie erinnert - und das nicht zu knapp.


"Ein Mann, den ich kannte, pflegte zu sagen, dass Hoffnung wie ein Autoschlüssel ist", witzelt Superman (Henry Cavill) sinngemäß am Anfang des Films, in eine Handykamera, das von ein paar Fans im Schuljungenalter aufgenommen wird. "Er ist leicht zu verlieren, aber wenn ihr um euch herum sucht, ist er doch in der Nähe." - der Grundton des Films spiegelt sich allein in dieser Aussage wieder.

Ben Affleck spielt souverän und sicher diesem Film, wissend, dass viele Leute sein Debüt als "Dunkler Ritter" hassten, was ihn in eine schwierige Lage brachte. Und so beschreitet er - wie fast alles andere in der "Justice League" - einen vorsichtigen Mittelweg. Er spielt Bruce Wayne / Batman in einer sehr zurückhaltenden Version und auf eine Art und Weise, die einfach genug ist, um damit auch noch durchzukommen. Es hilft, dass er sich mit Gal Gadot kokettieren kann und auf seinem Gast-Auftritt in "Wonder Woman" aufbaut. Das Clark Kent / Superman natürlich nicht tot ist, sollte für niemanden ein Geheimnis mehr sein, wo doch selbst Warner auf den Postern sein Logo verwendete und damit selbst einen riesigen Spoiler in die Welt setzte. Nun gut, geschenkt. Henry Cavill macht aber seinen Job gut, genau wie Butler Alfred, gespielt von Jeremy Irons, der dem Film den nötigen humoristischen Sidekick außerhalb der Superheldenliga gibt und immer wieder für einen herrlich-lockeren Spruch gut ist. Es ist kein Michael Caine, dessen würdevolle Art und Weise einen deutlich besseren Butler zeichnete, aber Irons passt zumindest ins hier gezeigte Bild. Verschenkt sind Ray Fisher als Victor Stone / Cyborg und Jason Momoa als Arthur Curry / Aquaman, was in beiden Fällen zu verschmerzen ist. Amy Adams als Lois Lane ist etwas in den Hintergrund gerückt und Laurence Fishburne als Perry White sucht man vergeblich - was etwas schade ist. Ezra Millers Szenen als "The Flash" sind cool, reichen aber lange nicht an die eines Quicksilver heran, und wenn er früh im Film seinen Vater (gespielt von Billy Crudup) im Gefängnis besucht, gibt es zumindest einen Hauch von Hintergrundgeschichte - leider wird sein Charakter im Verlauf des Films zur nervenden Witzfigur im Superhelden-Team reduziert.

Snyder macht wie immer ansprechende Vorspann-Credits und bietet hier nicht weniger als eine Palette aus 5 Einführungsszenen, unterlegt mit einer Soft-Rock-Version von Leonard Cohens "Everybody Knows" (interpretiert von der norwegischen Sängerin Sigrid), um dramatisieren zu können, wie schlecht es doch Amerika seit Supermans Tod gegangen ist. Es geht von Batman, der sich gegen eine geflügelte, metallische Bestie wehrt - es stellt sich als einer von Steppenwolfs Armee von Paradämonen heraus - bis hin zu Wonder Woman, die einen Terroranschlag in London vereitelt, indem sie eine ganze Salve von Maschinengewehrschüssen abwehrt und dabei ihren felsenfesten Killerblick beibehält. Naja. Im Hintergrund tönt unauffällig Danny Elfmans Partitur, die John Williams "Superman"-Thema von 1978, Elfmans eigenes "Batman"-Motiv aus den Tim Burton-Jahren und das "Wonder Woman"-Cello-Riff von Hans Zimmer und Junkie XL in einem Ensemble, dass beim Publikum nach einem Strohhalm der Gunst greift, aber damit in einer kleinen Diskrepanz zu Snyders Bildern steht.

Im Fokus von "Justice League" finden sich immer wieder Batman und Wonder Woman. Jetzt, da Superman nicht mehr da ist, ist es diesen beiden zu verdanken, eine Liga von Superhelden zusammenzustellen, auch wenn der Zuschauer diese rituellen Assemblagen schon zu oft durchgemacht hat - in den Filmen "The Avengers" und "X-Men" In "Guardians Of The Galaxy" und den aktuellen "Thor: Ragnarok" - um nur wenige zu nennen. "Justice League" hinterlässt im Gegensatz zu all diesen vorgenannten Filmen den Eindruck, dass es tendenziell besser geht. Die letzte Szene, in der diese 300-Millionen-Dollar-Blockbusterproduktion mündet, legt den Grundstein für mehr, macht aber den Weg nicht ebener, sondern eher holpriger. Die zwei Post-Credits-Szenen bringen da pflichtschuldig etwas mehr, aber das Herz des Films ist einfach nicht mehr drin. "Justive League" ist erneut ein guter und durchaus sehenswerter Film, aber eben auch kein so grandioser Spaß wie bei nahezu allen Werken, die der große Konkurrent MARVEL abliefert.

7/10

Porgi l'altra Guancia - Turn The Other Cheek - Zwei Missionare (1974)

http://www.imdb.com/title/tt0072012/

Im Auftrag des Herrn missionieren Bud Spencer und Terence Hill, das schlagkräftige Dream-Team, in diesem Film auf ihre ganz eigene Art und Weise. Nachdem ihre Papageienfarm auf Santa Cruz unter ungeklärten Umständen abbrennt, eröffnen sie eine neue Missionsstation an der Küste Venezuelas. Dort betreiben Pater Pedro und Pater J. eine Absteige, in der es Glückspiel und andere "sündige" Vergnügungen gibt. Piratengleich machen die beiden mit einem alten Kahn die karibische See unsicher. Sie plündern und stehlen frei nach der Devise: Alles gehört allen. Dabei durchkreuzen sie die dubiosen Machenschaften des Gouverneurs von Maracaibo. Zusammen mit dem korrupten Bischof setzt dieser alles daran, sie zu stoppen. Dass dabei allerhand zu Bruch geht und einige ganz schön was auf die Kutte kriegen, versteht sich von selbst...

Zwei Missionare auf ihrem revolutionären Anti-Kreuzzug gegen die scheinheilige und verblendete katholische Kirchenobrigkeit zu begleiten, ist ein zweischneidiges Schwert. Zum einen die gewohnten und geliebten Spencer/Hill-Zutaten zu verlangen und sie auch, wenn auch deutlich dezimiert, zu erhalten (explizit Prügelszenen!), sich auf der anderen Seite aber auch vielleicht ungeahnten Tiefgang mit Lieferung von Werten und Moral gefallen zu lassen, ist bei einem Film dieser Beiden für manchen Zuschauer schon viel verlangt. Doch es lohnt sich. Die verherrlichend-anarchistische Grundhaltung gegenüber Vertretern von Glaube und Politik, gespickt mit witzigen, herrlich-bissigen Dialogen der Hauptakteure, sie treiben ihr über die Jahre einstudiertes Call-and Response auf eine neue, qualitativ gesteigerte Stufe, sowie wunderschöne Landschaftsaufnahmen von Venezuela und Maracaibo und ein passendes Soundgerüst aus exotischen Klängen, machen "Zwei Missionare" zu guter Familienunterhaltung mit Effekt. Ja sicher, es ist irgendwie eine stupide Aneinanderreihung von Prügelszenen, geschmacklos in der missbräuchlichen Verwendung von Bibelzitaten und religiösen Formen, aber genau das macht diesen Film auch aus. Die beiden Haudegen verlieren dabei auch nicht die Seele ihres Spiels, es ist und bleibt ein Bud Spencer- und Terence Hill-Film, zweifelsohne ein guter Vertreter aus der Filmographie der beiden.

6,5/10

Dienstag, 14. November 2017

[SERIE] The Flash, Season 01

http://www.imdb.com/title/tt3107288/

Als ein Teilchenbeschleuniger in Central City kurz nach seiner Inbetriebnahme explodiert, wird der Forensiker Barry Allen von einem Blitz getroffen. Neun Monate später erwacht er aus dem Koma – und hat sich ziemlich verändert: Der bisher eher unscheinbare Barry kann sich plötzlich so schnell bewegen, dass man ihn nur noch als Lichtblitz wahrnimmt. Von nun an nutzt er seine übernatürliche Schnelligkeit dafür, als "The Flash" Menschen zu retten und Verbrecher zu fassen.


http://www.imdb.com/title/tt3187092/
1.1 Blitzschlag (City Of Heroes)
Als Barry elf Jahre alt ist, ist er der einzige Zeuge, als seine Mutter ermordet wird. Da ihm niemand glaubt, wird sein Vater des Mordes verurteilt und er wächst bei Detective Joe West auf. 14 Jahre später ist Barry als forensischer Assistent für den CSI tätig. Auf einer Party der Firma S.T.A.R.-Labs, die er mit Joes Tochter Iris besucht, kommt es zu einer Katastrophe: Eine Explosion lässt einen Sturm aufziehen, und Barry wird von einem Blitz getroffen. Er liegt fortan im Koma... - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt3819518/
1.2 Der schnellste Mensch der Welt (Fastest Man Alive) 
Barry ist nach neun Monaten aus dem Koma erwacht. Durch den Blitzschlag ist er nun in der Lage, in rasender Geschwindigkeit zu laufen. Doch seine neuen Kräfte haben auch Nebenwirkungen, denn ihm wird ständig schwindelig. Zudem wird es immer schwieriger, das Superheldendasein, seinen Job beim CSI und sein Privatleben unter einen Hut zu bekommen. Als er bei einem Überfall auf einer Gala seine Fähigkeiten nutzt, um einen Sicherheitsmann zu retten, erleidet er einen Schwächeanfall... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt3826166/
1.3 Offene Rechnung (Things You Can’t Outrun)
Das Metawesen Nimbus kann eine gasförmige Gestalt annehmen und tötet so eine ganze Verbrecher-Familie. Barry heftet sich an seine Fersen. Als Nimbus einen weiteren Mord begeht, wird Barry von ihm vergiftet – er kämpft um sein Leben. Caitlin kann indessen Nimbus’ Identität bestimmen: Es handelt sich um einen zum Tode verurteilten Verbrecher, der von Joe West verhaftet wurde. Schnell wird klar, dass es Nimbus auf den Detective abgesehen hat... - 8/10

http://www.imdb.com/title/tt3881958/ 
1.4 Captain Cold (Going Rogue)
Bei einem Überfall, hinter dem Leonard Snart alias Captain Cold steckt, werden mehrere Sicherheitsleute angegriffen. Barry kann ihnen in letzter Minute zu Hilfe kommen. Doch es dauert nicht lange, bis Snart ein weiteres Mal zuschlägt. Mittlerweile ist er im Besitz einer Kälte-Waffe, die alles und jeden gefrieren lässt. Barry bittet das S.T.A.R. Labs-Team um Unterstützung, um dem Bösewicht den Garaus zu machen. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt3887830/ 
1.5 Plastique (Plastique)
In einem Bürogebäude mitten in der Innenstadt detoniert eine Bombe. Joe und Barry untersuchen den Tatort und sind mittendrin in den Ermittlungen, als ihnen mitgeteilt wird, dass sich ab sofort General Eiling um die Aufklärung des Anschlags kümmern soll. Während Joe völlig konsterniert ist, weil ihm der Fall entzogen wurde, ermittelt Barry weiter. Schon bald stößt er auf Ungereimtheiten... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt3920288/
1.6 Mann aus Stahl (The Flash Is Born)
Barry bittet Iris, keine weiteren Artikel über den roten Blitz zu veröffentlichen. Sie lässt sich jedoch nicht beirren. Wenig später steht Barry Tony Woodward gegenüber. Er ist ein alter Bekannter, der ihn als kleiner Junge gelegentlich verprügelt hat. Tony verfügt über die Fähigkeit, Teile seines Körpers hart wie Stahl werden zu lassen. Als Barry erfährt, dass Tony Iris einen Besuch abgestattet hat, wird er wütend und es kommt zu einem erbitterten Kampf. - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt3922506/
1.7 Unter Strom (Power Outage)
Farooq Gibran wurde während der verheerenden Explosion des Teilchenbeschleunigers durch einen Stromschlag getötet. Seitdem ist er als Metawesen Blackout in der Lage, Menschen und Gegenständen ihrer Energie zu berauben. Barry verliert bei einem Kampf mit ihm seine speziellen Kräfte – mit weitreichenden Folgen, denn Farooq hat bittere Rache an Wells geschworen... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt3899320/
1.8 Flash vs. Arrow (Flash Vs. Arrow)
Central City wird von einem Metawesen namens Roy G. Bivolo, der die Gefühle anderer Menschen beeinflussen kann, tyrannisiert. Beim Versuch, Bivolo zu stellen, geraten Barry und West in ernste Gefahr. Sie können aber in letzter Sekunde von Oliver alias Arrow gerettet werden. Oliver beschließt, Barry bei der Jagd nach Bivolo zu unterstützen, doch der will dessen Hilfe nicht annehmen und versucht ein Glück auf eigene Faust – mit verheerenden Folgen... - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4017786/
1.9 Der Mann in Gelb (The Man In The Yellow Suit)
Ein Unbekannter in einem gelben Anzug bedroht die Stadt. Es stellt sich heraus, dass er über die gleichen Fähigkeiten wie Barry verfügt. Barry ist sich sicher, dass es sich um den Mörder seiner Mutter handeln muss. In ihren ersten Begegnung liefern sich Flash und Reverse-Flash ein gnadenloses Wettrennen. Barry muss sich schließlich eingestehen, dass er seinem Gegner deutlich unterlegen ist... - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4016102/
1.10 Heißkalte Vergeltung (Revenge Of The Rogues)
Leonard Snart alias Captain Cold ist zurück in Central City. An seiner Seite hat er einen neuen Partner namens Mick Rory, auch bekannt als Heat Wave. Die beiden wollen nicht nur ein sehr wertvolles Kunstwerk stehlen, sondern auch den Flash endgültig ausschalten. Die beiden entführen jemanden, der Barry nahesteht, und drohen, diesen zu ermorden, sollte sich der Flash nicht einem Kampf mit ihnen stellen. Nimmt Barry diese Herausforderung an? - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4111294/
1.11 Tödliche Frequenz (The Sound And The Fury)
Dr. Wells wird von einem Unbekannten angegriffen. Es stellt sich heraus, dass es sich um Hartley Rathaway, einen ehemaligen Mitarbeiter von S.T.A.R.- Labs, handelt, der mit Wells noch eine Rechnung offen hat. Barry kann Hartley im Kampf zwar besiegen, doch der junge Mann kann sich kurze Zeit später aus seinem provisorischen Gefängnis befreien und wichtige Daten aus dem Zentralrechner von S.T.A.R.-Labs zu stehlen... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4105618/
1.12 Teleportiert (Crazy For You)
Plötzlich erscheint ein neues Metawesen in Central City: Shawna Baez. Sie befreit ihren Freund Clay Parker aus dem Gefängnis – und macht gemeinsam mit ihm nun die Stadt unsicher. Barry und sein Team sind dem Verbrecherpaar zwar dicht auf den Fersen, dank Shawnas Fähigkeit zur Teleportation schlägt sie Barry aber immer wieder ein Schnippchen. Dann entdeckt Dr. Wells, dass Shawna etwas sehen muss, um ihre Superkraft einsetzen zu können. Ist Dunkelheit die Chance, sie zu fassen? - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt4138324/
1.13 Die lebende Bombe (The Nuclear Man)
Barry und das S.T.A.R.-Labs-Team machen Jagd auf Dr. Martin Stein, der noch immer im Körper von Caitlins Verlobtem Ronnie steckt. Tatsächlich schaffen sie es, Stein zu einer Untersuchung im Labor zu überreden. Das Ergebnis ist furchterregend: Die Fusion aus Ronnie und Stein wird nicht mehr lange halten – sie steht kurz davor, in einer atomaren Explosion zu enden! Können Barry und Caitlin die tödliche Reaktion noch stoppen? - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt4138326/ 
1.14 Fallout (Fallout)
Nachdem die Nuklear-Explosion Ronnie und Dr. Stein getrennt hat, kehren beide scheinbar unversehrt in ihr normales Leben zurück. Caitlin ist außer sich vor Freude über die Rettung ihres Verlobten! Doch schon bald zeigt sich, dass zwischen Ronnie und dem Wissenschaftler weiter eine außergewöhnliche Verbindung besteht. Diese wird besonders deutlich, als Dr. Stein in die Hände von General Eiling fällt. Um an Firestorm heranzukommen, scheint dem General jedes Mittel recht... - 9/10 

http://www.imdb.com/title/tt4138338/ 
1.15 Im Wettlauf mit der Zeit (Out Of Time)
Der sogenannte Weather Wizard hält Central City in Atem. Es handelt sich um Mark Mardon, der für tot erklärte Bruder von Clyde Mardon, der den Tod seines Bruders büßen will. Auf seinem Rachefeldzug ist der Gerichtsmediziner des CCPD sein erstes Opfer. Barry, Cisco, Caitlin und Wells heften sich an Marks Fersen, doch der ist ihnen jedoch immer einen Schritt voraus... - 10/10

http://www.imdb.com/title/tt4138340/
1.16 Zeit der Schurken (Rogue Time)
Leonard Snart alias Captain Cold und Mick Rory alias Heat Wave tauchen in Central City wieder auf. Mit von der der Partie ist diesmal auch Snarts jüngere Schwester Lisa, die als Golden Glider ihr Unwesen treibt. Der Plan der drei Schurken: Sie sind gekommen, um die Stadt zu zerstören... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4138344/
1.17 Die Rückkehr des Tricksters (Tricksters)
Central City ist in Aufruhr, als es zu mehreren Bombenanschlägen kommt. Der Übeltäter ist ein gewisser Trickster. Schnell stellt es sich heraus, dass es sich jedoch um einen Nachahmungstäter handelt, denn James Jesse, der ursprüngliche Trickster, sitzt seit zwanzig Jahren im Gefängnis. Die Situation eskaliert, als sich beide Superschurken zusammentun und Henry kidnappen. Für Barry beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit... - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4138352/
1.18 Mit vereinten Kräften (All Star Team Up)
Felicity Smoak und ihr Freund Ray Palmer alias Atom sind zu Besuch in Central City. Dort geht es jedoch gerade drunter und drüber: Ein Meta Human namens Brie Larvin lässt gefährliche Roboterbienen los, die ihre ehemaligen Kollegen angreifen sollen. Unter ihnen befindet sich auch Dr. Tina McGee... - 8,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4138350/
1.19 Wer ist Harrison Wells? (Who Is Harrison Wells?)
Joe und Cisco fahren nach Starling City, um dort ihre Ermittlungen über Dr. Wells fortzuführen. Sie bitten Captain Lance um Hilfe. Indes in Central City: Barry versucht einen Meta-Human namens Hannibal Bates einzufangen. Bates kann sich in jede Person verwandeln, die er berührt – mit verheerenden Folgen... - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt4138356/
1.20 Die Falle (The Trap)
Barry, Caitlin, Cisco und Joe schmieden einen Plan, um Dr. Harrison Wells das Handwerk zu legen. Schließlich fasst sich Cisco ein Herz und bietet sich als Köder an. Wird es gelingen, Wells endlich in eine Falle zu locken? - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4138376/
1.21 Grodd lebt! (Grodd Lives)
Großalarm in Central City: Ein Dieb hat es auf die Goldreserven abgesehen. Barry und sein Team schaffen es, den Gangster zu überwältigen. Es ist General Eiling – allerdings ist sein Verhalten merkwürdig. Auf Barrys hartnäckiges Nachfragen hin stellt sich heraus, dass er unter dem telepathischen Einfluss von Grodd steht. Offenbar ist das Gorilla-Metawesen zurück! Joe, Barry und Cisco wagen sich hinab in die Kanalisation, um es dort aufzuspüren. - 9/10

http://www.imdb.com/title/tt4138378/
1.22 Kampf der Giganten (Rogue Air)
Die Aktivierung des Teilchen-Beschleunigers rückt unaufhaltsam näher. Selbst Cisco sieht keine technische Möglichkeit, das zu verhindern. Damit ist das Leben der gefangenen Metawesen in großer Gefahr. Barry weiß sich nicht anders zu helfen und bittet seinen alten Feind Captain Cold um Hilfe. Die anderen sind entsetzt! Zahlt sich das Risiko aus? Oder hat das Team recht und Barry hat in seiner Verzweiflung einen großen Fehler begangen? - 9,5/10

http://www.imdb.com/title/tt4146568/
1.23 Wurmloch (Fast Enough)
Dank Harrison Wells’ Teilchen-Beschleuniger bietet sich Barry eine überaus verlockende Chance. Er könnte 15 Jahre in der Zeit zurückreisen und versuchen, den Mord an seiner Mutter zu verhindern. Doch Martin, Cisco und Caitlin warnen ihn: Falls Barry erneut den Lauf der Geschichte verändern würde, wären die Folgen unvorhersehbar. Außerdem muss er so schnell wie noch nie fliegen – ansonsten könnte seine Reise statt in die Vergangenheit in den Tod führen... - 10/10 

Auf "The Flash" muss man sich einlassen können. Obwohl alles recht interessant ist, wirkt alles anfänglich etwas unausgegoren und wenig mitreißend. Das ändert sich aber rasch, wenn man sich die Charaktere anschaut und deren Motivation hinterfragt. Zudem hat man mit Grant Gustin als Barry "The Flash" Allen und Tom Cavanagh als Dr. Harry Wells schon mal zwei ansprechende Schauspieler gefunden, die allein die Serie tragen könnten. Auch die Nach und nach auftauchenden Metawesen haben schon etwas von "Akte X", auch wenn das alles natürlich weitaus weniger mysteriös oder gar geheimnisvoll wäre. Nervig ist da nur der Nerd (Carlos Valdes) innerhalb der S.T.A.R.-Forschungseinrichtung, der zwar cool sein soll, aber durch seinen völlig übertriebenen Hang zum Übernatürlichen alles Positive beinahe zerstört. Zum Glück hat der wenig Screentime. Ansonsten kann man jedem nur raten, dem "Flash" eine Chance zu geben. Kann man sich darauf einlassen und sieht man von ein paar nur allzu sichtbaren Special Effects ab, hat man mit "The Flash" eine richtig gute Superheldenserie.

Sonntag, 12. November 2017

Jungle (2017)

http://www.imdb.com/title/tt3758172/

Der junge israelische Abenteurer Yossi Ghinsberg (Daniel Radcliffe) ist 1981 in Lateinamerika unterwegs. In Bolivien lernen er und seine beiden Freunde Marcus Stamm (Joel Jackson) und Kevin Gale (Alex Russell) den österreichischen Aussteiger Karl Ruprechter (Thomas Kretschmann) kennen. Dieser behauptet von sich, die noch unerforschten Gebiete im Amazonas gut zu kennen und so bricht die Truppe zu einer Wanderung im Urwald auf. Doch was als aufregende Unternehmung beginnt, entwickelt sich schon sehr bald zu einem wahren Albtraum. Yossi und seine Freunde werden von Karl einfach im Stich gelassen und ohne jede Orientierung sind sie aufgeschmissen. Umgeben von der unberührten und zugleich tödlichen Natur, müssen sie einen Weg zurück in die Zivilisation finden...

Basierend auf den Memoiren Yossi Ghinsbergs bewegt sich Greg McLean, der mit den Horrorofilmen "Wolf Creek" und "Wolf Creek 2", "Rogue" und jüngst "The Belko Experiment" schon beachtliche Genrebeiträge ablieferte, aus seinen üblichen Gefilden heraus und liefert mit "Jungle" einen unglaublich packenden und mitreißenden Survival-Thriller, dessen Story auf wahren Begebenheiten beruht, mit Daniel Radcliffe in der Hauptrolle. Radcliffe ist nun seit Jahren mit Rollen fernab jeglichen Hollywood-Glamours unterwegs und er fährt richtig gut damit. In Beiträgen wie "Swiss Army Man" oder "Horns" bewies er bereits, dass er weit mehr ist, als der Junge mit der Blitznarbe auf der Stirn. In diesem Film, der sich um den Überlebenskampf des israelischen Journalisten Yossi Ghinsberg im bolivianischen Amazonas dreht, zeigt McLean den Dschungel so wie er ist: brutal, gnadenlos und wunderschön zugleich. Vereinzelt gibt es Momente, die zweifelsohne für das Medium erstellt und sicher sogar erfunden wurden, aber das verzeiht man angesichts der packenden Inszenierung leicht. McLean kann noch nicht einmal Abstanden von einem Hollywood-Ende nehmen, aber selbst das kann man sehr großzügig als "ist halt so" annehmen.

Wenn dieser Film etwas lehrt, dann, dass man nicht Wildfremden in den Wald folgen sollte. Man kann die Abenteuerlust von Yossi Ghinsberg durchaus nachvollziehen. Zu jeder Sekunde, von Beginn an. Viele junge Leute sehnen sich in einer durchkalkulierten Welt nach Abenteuern ohne klaren Ausgang. Es gibt diese Grenzgänger in unserer Gesellschaft kaum noch, die das Weltbild grundsätzlich auf den Kopf stellen. Gerade in abgelegenen Erdteilen kann die Identitätssuche allerdings zu noch größeren und lebensbedrohlichen Abgründen führen. Und Radcliffe marginalisiert sich als moderner Robinson Crusoe des Dschungels derart, dass man nur sagen kann: Hut ab. Er spielt den jungen Yossi grandios. Tiefgehend in Psyche und Überlebensimpuls, die gedankliche Zerissenheiten von einem verlorenen Menschen aufzeigen, dem nichts mehr geblieben ist außer seiner Phantasie und Hoffnungen in einem riesengroßen Regenwald nicht vor lauter Angst die Nerven sowie den Verstand zu verlieren, fängt "Jungle" geradezu einnehmend auf. "Jungle" ist zweifelsohne einer der besten Survival-Thriller der jüngsten Zeit und damit auch überaus sehenswert!

8/10